Das Wichtigste in Kürze
- Ein Kampfjet, der schweben kann: Ein einziges Pegasus-Triebwerk lenkt seinen Schub über vier drehbare Düsen nach unten oder nach hinten.
- Harrier II ist nicht Harrier I: Größerer Verbundwerkstoff-Flügel, höheres Cockpit und Stützräder auf halber Spannweite statt an den Flügelspitzen trennen sie vom Hawker-Siddeley-Original.
- Das US Marine Corps hat seine letzten AV-8B am 3. Juni 2026 in Cherry Point verabschiedet. Nachfolger ist die F-35B.
- In Europa fliegt der Typ weiter: bei der spanischen Marine in Rota und bei der italienischen Marine in Grottaglie.
- Die Varianten erkennst du an der Nase: kurz ohne Kuppel (Day Attack), kurz mit Sensorkuppel (Night Attack), lang mit Radar (Plus).
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die AV-8B Harrier II?
- 2.Vom britischen Original zur Harrier II
- 3.Woran du die Harrier II erkennst
- 4.Day Attack, Night Attack oder Plus?
- 5.Das Aus beim US Marine Corps
- 6.Spanien: die Matadores von Rota
- 7.Italien: die „Wolves“ von Grottaglie
- 8.Wo du die Harrier II noch siehst
- 9.Fototipps für den Senkrechtstarter
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Harrier II in Planetrack festhalten
- 12.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | McDonnell Douglas (ab 1997 Boeing) mit British Aerospace (heute BAE Systems) |
|---|---|
| Rolle | Senkrecht- und Kurzstart-Erdkampfflugzeug (V/STOL), bordgestützt |
| Varianten | AV-8B Day Attack, AV-8B Night Attack, AV-8B Plus (Harrier II Plus), TAV-8B (Doppelsitzer) |
| Erstflug | 5. November 1981 (AV-8B); Prototyp YAV-8B am 9. November 1978 |
| Indienststellung | Januar 1985 (Einsatzbereitschaft bei VMA-331, US Marine Corps) |
| Triebwerk | 1 × Rolls-Royce Pegasus (F402-RR-408 in späten Versionen), rund 105 kN |
| Länge | 14,12 m (Harrier II Plus) |
| Spannweite | 9,25 m |
| Höhe | 3,55 m |
| Flügelfläche | 22,61 m² |
| Max. Startgewicht | rund 14,1 t mit Rollstart, rund 9,4 t bei senkrechtem Start |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 1.080 km/h (etwa Mach 0,9) |
| Bewaffnung | 25-mm-Kanone GAU-12 in Rumpfbehältern, sechs Flügel- und eine Rumpfstation, bis 4,2 t Zuladung |
| Betreiber | Spanische Marine, Italienische Marine; US Marine Corps bis Juni 2026 (historisch) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vier schwenkbare Schubdüsen seitlich am Rumpf, je zwei vor und hinter dem Flügel
- Schulterdecker mit nach unten hängenden Flügeln (Anhedral) und kleinen Stützrädern auf halber Spannweite
- Hohe, tropfenförmige Cockpithaube mit gutem Rundumblick – höher gesetzt als beim ersten Harrier
- Große, halbrunde Lufteinläufe direkt hinter dem Cockpit
- Tandem-Fahrwerk: Bug- und Hauptrad hintereinander unter dem Rumpf
- Plus-Version mit längerer, spitzer Nase für das Radar, Night Attack mit kleiner Sensorkuppel oben auf dem Bug
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein grauer Kampfjet steht scheinbar regungslos in der Luft, die Nase leicht erhoben, und ein tiefes Fauchen rollt über das Gelände. Dann dreht er sich auf der Stelle und sinkt langsam auf den Boden: So eine Vorführung kann eigentlich nur ein Flugzeug liefern, nämlich der Harrier. Die zweite Generation, die AV-8B Harrier II, war über vier Jahrzehnte das Erdkampfflugzeug des US Marine Corps. Im Juni 2026 ist dort Schluss. In Spanien und Italien fliegt sie aber weiter. Hier erfährst du, woran du die Harrier II erkennst, wie du die Varianten unterscheidest und wo du sie noch vor die Linse bekommst.
Harrier im Hangar
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Was ist die AV-8B Harrier II?
Die AV-8B ist ein einstrahliges Erdkampfflugzeug, das senkrecht oder mit sehr kurzem Anlauf starten und senkrecht landen kann. Fachleute nennen das V/STOL. Das Kürzel AV steht in der US-Systematik für ein Angriffsflugzeug mit Senkrechtstartfähigkeit. Gebraucht wird das Konzept dort, wo keine lange Piste zur Verfügung steht: auf amphibischen Angriffsschiffen, kleinen Flugzeugträgern oder provisorischen Landeplätzen nahe der Front.
Das Herzstück ist ein einziges Rolls-Royce Pegasus, in den USA als F402 bezeichnet. Das Mantelstromtriebwerk bläst seinen Schub nicht durch eine Düse am Heck, sondern durch vier drehbare Düsen an den Rumpfseiten. Die vorderen beiden geben kalte Luft aus dem Fan ab, die hinteren das heiße Abgas. Zeigen alle vier nach unten, hebt der Jet senkrecht ab. Schwenkt der Pilot sie nach hinten, beschleunigt er wie ein normales Flugzeug. In späten Versionen leistet das Pegasus F402-RR-408 rund 105 Kilonewton Schub.
Senkrecht starten kann die Harrier II nur mit begrenztem Gewicht: Laut den gängigen Datenblättern sind es rund 9,4 Tonnen beim senkrechten Abheben, aber rund 14,1 Tonnen mit kurzem Rollstart. Im Alltag startet sie deshalb meist mit Anlauf oder über eine Sprungschanze am Schiffsbug und landet anschließend senkrecht.
Vom britischen Original zur Harrier II
Die Idee stammt aus Großbritannien. Hawker Siddeley entwickelte in den 1960er-Jahren den ersten einsatzfähigen Senkrechtstarter-Kampfjet, den Harrier der ersten Generation. Das US Marine Corps kaufte ihn als AV-8A und nutzte ihn ab 1971. Die Marines mochten das Konzept, wünschten sich aber mehr Reichweite und mehr Zuladung.
Daraus entstand ein gemeinsames Programm: McDonnell Douglas in St. Louis übernahm die Federführung, British Aerospace – heute BAE Systems – war Partner, Rolls-Royce lieferte das Triebwerk. Der umgebaute Prototyp YAV-8B flog am 9. November 1978, die erste echte AV-8B am 5. November 1981. Im Januar 1985 meldete die Staffel VMA-331 als erste Einheit des Marine Corps die Einsatzbereitschaft.
Was ist neu gegenüber dem Original? Vor allem der Flügel. Er ist einteilig, größer, weniger stark gepfeilt und zu einem großen Teil aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff gefertigt – trotzdem leichter als der kleinere Metallflügel der AV-8A. Dazu kamen Flügelwurzelverlängerungen, Hilfsflächen unter dem Rumpf, die beim Schweben in Bodennähe zusätzlichen Auftrieb erzeugen, ein um rund 27 Zentimeter höher gesetztes Cockpit und rund 50 Prozent mehr interner Treibstoff.
Nach der Fusion von McDonnell Douglas mit Boeing im Jahr 1997 lief das Programm unter dem neuen Dach weiter. Neue Maschinen entstanden bis Ende der 1990er-Jahre, danach folgten vor allem Umbauten bestehender Jets auf den neuesten Stand. Die letzte für das Marine Corps gebaute AV-8B mit der Bureau Number 166288 lieferte Boeing im September 2003 aus. Die Entstehungsgeschichte aus Sicht von McDonnell Douglas beleuchtet außerdem die Seite zur McDonnell Douglas AV-8B Harrier II.
AV-8B Day Attack
Die erste Serienversion ab Mitte der 1980er-Jahre, ausgelegt für Einsätze bei Tageslicht. Kurze Nase ohne Radar und ohne Sensorkuppel.
AV-8B Night Attack
Ab 1987 mit Nachtsichttechnik: ein Infrarotsensor in einer kleinen Kuppel oben auf dem Bug, nachtsichttaugliches Cockpit und das stärkere Pegasus-Triebwerk.
Harrier II Plus
Erstflug 1992: verlängerte Nase mit dem APG-65-Radar, wie es auch in der Hornet steckt. Damit kann die Plus radargelenkte Luft-Luft-Raketen einsetzen. Diese Version fliegen Spanien und Italien.
TAV-8B
Der Doppelsitzer für die Ausbildung, erstmals 1986 in der Luft. Zwei hintereinanderliegende Sitze unter einer langen, gestuften Haube.
Woran du die Harrier II erkennst
Der Harrier ist eines der markantesten Militärflugzeuge überhaupt. Bei schnellem Blick kann die Verwechslungsgefahr trotzdem groß sein, vor allem mit der ersten Generation. Diese Merkmale helfen dir:
- Die Düsen: Je zwei Schubdüsen an jeder Rumpfseite, eine vor und eine hinter der Flügelwurzel. Am Boden zeigen sie meist leicht nach hinten, im Schwebeflug senkrecht nach unten.
- Das Fahrwerk: Bug- und Hauptfahrwerk sitzen hintereinander unter dem Rumpf. Damit der Jet nicht umkippt, hat er unter jedem Flügel ein kleines Stützrad. Bei der Harrier II sitzt es etwa auf halber Spannweite, beim ersten Harrier an den Flügelspitzen.
- Die Flügel: Hoch am Rumpf angesetzt und deutlich nach unten hängend. Unter jedem Flügel hängen drei Pylone, beim Ur-Harrier sind es zwei.
- Das Cockpit: Die tropfenförmige Haube sitzt hoch und frei, der Pilot thront regelrecht über dem Rumpf.
- Die Rumpfbehälter: Unter dem Bauch hängen zwei längliche Behälter. Links steckt die 25-Millimeter-Kanone, rechts die Munition. Ohne Kanone sitzen dort Leisten, die den Auftrieb beim Schweben verbessern.
| Merkmal | Harrier 1. Generation (AV-8A, GR3) | AV-8B Harrier II |
|---|---|---|
| Erstflug | 1960er-Jahre | 1981 |
| Flügel | kleiner, Metall, stärker gepfeilt | größer, Verbundwerkstoff, weniger Pfeilung |
| Stützräder | an den Flügelspitzen | etwa auf halber Spannweite |
| Flügelstationen | 4 | 6 |
| Cockpit | tiefer im Rumpf | höher, mit großer Tropfenhaube |
| Lufteinläufe | kleiner | größer |
Praxis-Tipp: Erst die Räder, dann die Nase
Schau zuerst, wo die kleinen Stützräder unter den Flügeln sitzen. Auf halber Spannweite heißt Harrier II. Danach verrät die Nase die Variante: lang mit Radar ist die Plus, kurz mit Kuppel die Night Attack.
Day Attack, Night Attack oder Plus?
Für Spotter in Europa ist die Frage schnell beantwortet: Spanien und Italien fliegen fast ausschließlich die Plus und den Doppelsitzer. Wer alte Fotos sortiert oder Museumsflugzeuge bestimmt, braucht aber die ganze Palette.
Schnellbestimmung: Harrier-Familie
Harrier der ersten Generation
Stützräder an den Flügelspitzen sprechen für AV-8A, Harrier GR3 oder Sea Harrier. Heute findest du sie fast nur noch im Museum.
AV-8B Day Attack
Harrier II mit kurzer, glatter Nase: die frühe Tagversion. Viele wurden später umgebaut, heute siehst du sie vor allem in Museen.
AV-8B Night Attack
Die kleine Kuppel oben auf dem Bug beherbergt den Infrarotsensor. Diese Version flog vor allem beim US Marine Corps.
AV-8B Harrier II Plus
Lange Radarnase und ein Sitz: Das ist die Plus, wie sie in Rota und Grottaglie fliegt.
TAV-8B
Zwei Sitze unter einer langen Haube: der Ausbildungs-Doppelsitzer. Spanien und Italien besitzen jeweils nur sehr wenige davon.
Das Aus beim US Marine Corps
Die Marines waren mit Abstand der größte Betreiber. Die AV-8B flog im Golfkrieg 1991, über dem Balkan, in Afghanistan, im Irak und über Libyen. Im Golfkrieg flogen nach den Angaben gängiger Nachschlagewerke 86 Maschinen mehr als 3.000 Einsätze, fünf gingen durch Boden-Luft-Raketen verloren. Bekannt wurde auch der Taliban-Angriff auf das Camp Bastion in Afghanistan 2012, bei dem mehrere Harrier am Boden zerstört wurden. Gleichzeitig hatte der Typ einen schwierigen Ruf: Die Unfallrate lag über Jahrzehnte hoch, und Senkrechtstarter verzeihen im Schwebeflug wenig.
Um die Flotte länger fliegen zu lassen, kauften die USA 2011 die von Großbritannien ausgemusterten Harrier GR7 und GR9 – vor allem als Ersatzteilspender. Die Ablösung durch die F-35B, die Kurzstart- und Senkrechtlandeversion der F-35, lief trotzdem stetig.
Am 3. Juni 2026 verabschiedete das Marine Corps den Harrier mit einer Zeremonie auf der Marine Corps Air Station Cherry Point in North Carolina. Den letzten Flug übernahm die Staffel VMA-223 „Bulldogs“, die kurz zuvor von einem zehnmonatigen Einsatz mit der 22nd Marine Expeditionary Unit zurückgekehrt war. Fünf Harrier überflogen bei der Feier ein letztes Mal gemeinsam den Platz. Die letzte gebaute AV-8B des Corps, BuNo 166288, wurde an das National Naval Aviation Museum in Pensacola, Florida, übergeben und wird dort als Ausstellungsstück gezeigt.
US-Harrier nur noch im Museum
Seit Juni 2026 begegnet dir eine AV-8B mit Marine-Corps-Kennung nicht mehr im Flugbetrieb. Ältere Fotos aus Cherry Point, Yuma oder von Übungen in Europa sind damit echte Zeitdokumente – beschrifte sie in deinem Archiv entsprechend.
Spanien: die Matadores von Rota
Die Armada Española bestellte im März 1983 zwölf Maschinen, die bei ihr VA-2 Matador II heißen. Die ersten drei landeten am 6. Oktober 1987 auf der Marinebasis Rota bei Cádiz, wo sie die 9. Escuadrilla aufnahm. 1993 kamen acht Harrier II Plus und ein Doppelsitzer hinzu, die ab 1996 geliefert wurden. Ein Teil der älteren Maschinen wurde später auf den Plus-Standard umgebaut.
Lange flogen die spanischen Harrier vom Flugzeugträger Príncipe de Asturias. Seit dessen Ausmusterung im Februar 2013 ist das amphibische Angriffsschiff Juan Carlos I ihre einzige Plattform auf See. Spanien setzte die Matadores unter anderem bei der NATO-Operation Deny Flight zur Überwachung der Flugverbotszone über Bosnien-Herzegowina ein.
Weil ein Nachfolger fehlte, beschloss Spanien 2014, die Nutzungsdauer über 2025 hinaus zu verlängern. Die F-35B wird in Spanien seit Jahren als möglicher Nachfolger diskutiert. Mit dem Abschied der US Marines stellt sich zudem die Frage nach Ersatzteilen deutlich schärfer, denn der größte Nutzer und Ersatzteilpool fällt weg.
Spotten in Rota ist ein Sonderfall: Die Basis wird gemeinsam von der spanischen Marine und der US Navy genutzt. Bevor du dort mit Teleobjektiv auftauchst, lies den Beitrag Spotten in Spanien: die Regeln und den Guide Militärflugplätze fotografieren.
Italien: die „Wolves“ von Grottaglie
Die Marina Militare durfte wegen eines Gesetzes von 1937 lange keine eigenen Kampfflugzeuge betreiben. Erst als es 1989 geändert wurde, bestellte Italien zwei TAV-8B und anschließend 16 AV-8B Plus. Nach den ersten drei in den USA gebauten Maschinen montierte Alenia die übrigen in Italien aus gelieferten Bausätzen. Die Doppelsitzer trafen im August 1991 in Grottaglie bei Tarent ein, wo der Gruppo Aerei Imbarcati beheimatet ist.
Die italienischen Harrier haben eine bewegte Einsatzgeschichte: 1995 vor Somalia, 1999 über dem Kosovo, 2001 und 2002 im Indischen Ozean und 2011 über Libyen. Dort warfen acht Maschinen vom Träger Giuseppe Garibaldi aus rund 160 präzisionsgelenkte Bomben ab. Später kam der größere Träger Cavour als Plattform hinzu.
Italien setzt als Nachfolger auf die F-35B, die als Bordflieger der Cavour vorgesehen ist. Der Wechsel läuft schrittweise, 2025 zeigte die Marine beide Typen noch gemeinsam auf Flugtagen. Wie lange die letzten AV-8B Plus in Grottaglie noch fliegen, solltest du vor einer Reise in aktuellen Quellen prüfen.
Letzte Chance auf den Harrier
Setz die AV-8B auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein passender Typ an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wo du die Harrier II noch siehst
Mit dem Ende beim Marine Corps konzentrieren sich die Chancen auf Südeuropa. Diese Situationen sind die besten:
- Heimatbasen: Rota in Andalusien und Grottaglie in Apulien sind die Orte, an denen du AV-8B Plus am ehesten im regulären Flugbetrieb erlebst. Militärisches Sperrgebiet und Fotografierregeln vor Ort haben dabei immer Vorrang.
- Schiffsbesuche und Übungen: Bei NATO-Manövern im Mittelmeer und Atlantik operieren die Harrier von Juan Carlos I oder Cavour aus. Gelegentlich landen sie dabei auch an Land.
- Airshows: Spanische und italienische Harrier sind auf heimischen Flugtagen öfter zu Gast, internationale Auftritte sind selten. Ein Schwebe-Display gehört zu den eindrucksvollsten Vorführungen überhaupt. Termine und Tipps findest du im Beitrag Airshows in Europa für Planespotter.
- Museen: In den USA stehen zahlreiche ausgemusterte AV-8B in Luftfahrtmuseen, etwa im National Naval Aviation Museum in Pensacola und im National Museum of the Marine Corps.
Wie du Militärflüge ohne Transponderdaten aufspürst, erklärt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen. Die Kennungen der US-Maschinen entschlüsselst du mit dem Artikel zu US-Militärkennzeichen – beim Marine Corps sind es sechsstellige Bureau Numbers am Heck.
Bereit für deine Harrier-Session?
- Ich habe geprüft, ob in Rota oder Grottaglie gerade geflogen wird.
- Ich kenne die Regeln zum Fotografieren an Militärflugplätzen in Spanien oder Italien.
- Mein Standort liegt auf öffentlichem Grund und ist erlaubt.
- Ich habe eine lange Brennweite und eine flexible Belichtung für den Schwebeflug eingeplant.
- Ich kann Harrier II Plus, Night Attack und Doppelsitzer unterscheiden.
Fototipps für den Senkrechtstarter
Der Harrier verhält sich anders als jeder andere Kampfjet – das eröffnet Motive, die du sonst nicht bekommst.
Schwebeflug nutzen
Steht der Jet in der Luft, kannst du ungewohnt lange Verschlusszeiten wagen. Hitzeflimmern und aufgewirbelter Staub unter den Düsen machen das Bild lebendig.
Düsen im Blick
Fotografiere schräg von der Seite, damit die Stellung der Schubdüsen sichtbar wird. So erzählt dein Bild, in welcher Flugphase der Jet gerade ist.
Gehörschutz einpacken
Im Schwebeflug ist der Harrier extrem laut, und das Geräusch hält lange an. Ein guter Gehörschutz gehört bei Vorführungen in die Fototasche.
Details am Heck
Staffelabzeichen und Kennung am Seitenleitwerk verraten Betreiber und Einheit. Ein zusätzlicher Detailschuss erleichtert dir später die Bestimmung.
Mehr Tipps für Flugtage liefert der Guide Airshows fotografieren.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Die naheliegendste Verwechslung ist der erste Harrier samt Sea Harrier – die Stützräder an den Flügelspitzen entlarven ihn. Die F-35B kann zwar ebenfalls senkrecht landen, hat aber zwei schräg stehende Seitenleitwerke, eine kantige Tarnkappenform, eine große Klappe hinter dem Cockpit für den Hubfan und eine schwenkbare Düse am Heck statt vier Düsen an den Seiten. Und die V-22 Osprey, die ebenfalls vom Marine Corps geflogen wird, ist mit ihren riesigen Schwenkrotoren kaum zu verwechseln. Weitere Abgrenzungen erklärt der Artikel Kampfjets in Europa erkennen.
Es spricht für die AV-8B Harrier II, wenn …
- du vier Schubdüsen an den Rumpfseiten siehst
- die Stützräder etwa auf halber Spannweite sitzen
- das Cockpit hoch unter einer großen Tropfenhaube liegt
- unter jedem Flügel drei Pylone hängen
Sieh genauer hin, wenn …
- du den Jet nur von vorn oder hinten siehst und die Räder nicht erkennst
- ein britischer Harrier GR7 oder GR9 im Museum steht – das ist ebenfalls eine Harrier II, aber die britische Ausführung
- die Nase durch Abdeckungen oder Lackierung schwer einzuschätzen ist
Es ist keine Harrier II, wenn …
- die Stützräder an den Flügelspitzen sitzen – dann ist es ein Harrier der ersten Generation
- zwei Seitenleitwerke das Heck prägen
- der Schub nur aus einer Düse am Heck kommt
Harrier II in Planetrack festhalten
Eine Harrier-Sichtung ist inzwischen etwas Besonderes, und das gehört dokumentiert. In Planetrack postest du sie mit Foto, Flugzeugtyp, Kennung, Betreiber, Flughafen und Spot und hast sie danach dauerhaft in deinem Hangar. Auf der Wunschliste notierst du, welche Variante dir noch fehlt – etwa der Doppelsitzer TAV-8B oder die italienische Plus. In der Community teilst du deine Schwebeflug-Bilder, sammelst Likes und Kommentare und tauschst dich im Chat mit anderen Militär-Spottern über aktuelle Flugtage in Rota oder Grottaglie aus.
Fazit
Die AV-8B Harrier II ist die ausgereifte zweite Generation des legendären Senkrechtstarters: größerer Verbundflügel, höheres Cockpit, mehr Treibstoff und mehr Waffenstationen. Nach über vier Jahrzehnten hat das US Marine Corps sie im Juni 2026 verabschiedet, in Spanien und Italien bleibt sie vorerst im Dienst. Für dich als Spotter heißt das: Wer einen fliegenden Harrier sehen will, sollte nach Südeuropa schauen – und nicht zu lange warten.
Kurzfazit
Vier Düsen, hängende Flügel mit Stützrädern auf halber Spannweite und ein hohes Tropfencockpit: Das ist die AV-8B Harrier II. Die lange Radarnase steht für die Plus, die Kuppel auf dem Bug für die Night Attack. Seit dem Abschied der Marines 2026 fliegen nur noch Spanien und Italien den Typ – jede Sichtung wird damit ein Stück seltener.
Zusammenfassung
- Die AV-8B Harrier II ist eine amerikanisch-britische Weiterentwicklung des Hawker Siddeley Harrier, gebaut von McDonnell Douglas in St. Louis gemeinsam mit British Aerospace.
- Erstflug war 1981, die Einsatzbereitschaft beim US Marine Corps folgte 1985; nach der Fusion 1997 lief das Programm unter Boeing weiter.
- Das Marine Corps hat den Typ im Juni 2026 ausgemustert, Spanien und Italien betreiben ihn weiter, Italien stellt dabei auf die F-35B um.
- Typische Merkmale sind die vier Schubdüsen, die hängenden Flügel mit Stützrädern und das hohe Tropfencockpit.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Harrier und Harrier II?
Der erste Hawker Siddeley Harrier (beim US Marine Corps AV-8A) stammt aus den 1960er-Jahren. Die AV-8B Harrier II hat einen größeren, einteiligen Flügel aus Verbundwerkstoff mit geringerer Pfeilung, Flügelwurzelverlängerungen, ein um rund 27 Zentimeter höher gesetztes Cockpit, einen verlängerten Rumpf, zusätzliche Außenlaststationen und Stützräder auf halber Spannweite statt an den Flügelspitzen.
Fliegt das US Marine Corps noch den Harrier?
Nein. Die letzte Harrier-Staffel VMA-223 hat den Typ am 3. Juni 2026 mit einer Abschiedszeremonie in Cherry Point (North Carolina) außer Dienst gestellt. Das Personal wechselt vor allem auf die F-35B.
Wer fliegt die AV-8B heute noch?
Nach dem Abschied der US Marines sind das die spanische Marine (9. Escuadrilla, Basis Rota) und die italienische Marine (Gruppo Aerei Imbarcati, Basis Grottaglie bei Tarent). Italien ersetzt seine Harrier schrittweise durch die F-35B, Spanien hat die Nutzungsdauer seiner Maschinen über 2025 hinaus verlängert.
Kann die Harrier II wirklich senkrecht starten?
Ja, aber mit Einschränkungen. Senkrecht abheben kann sie nur mit deutlich weniger Gewicht. Im Einsatz startet sie meist mit kurzem Anlauf oder über eine Sprungschanze am Schiffsbug und landet dann senkrecht. Das spart Treibstoff und erlaubt mehr Zuladung.
Was bedeutet „Matador“?
So heißen die Harrier bei der spanischen Marine. Die AV-8B läuft dort als VA-2 Matador II, der Hersteller nannte die spanische Version EAV-8B. Der Name knüpft an die älteren spanischen AV-8S Matador an.
Warum steht Boeing auf der Seite, wenn der Jet von McDonnell Douglas stammt?
Entwickelt und in den ersten Jahren gebaut wurde die AV-8B von McDonnell Douglas zusammen mit British Aerospace. Nach der Fusion mit Boeing 1997 übernahm Boeing die Betreuung und die Umrüstprogramme. Die letzte für das Marine Corps gebaute AV-8B lieferte Boeing 2003 aus.
Haben die Briten auch die Harrier II geflogen?
Ja, als Harrier GR5, GR7 und GR9 – britische Ableger der Harrier II mit eigener Ausrüstung. Großbritannien stellte seine Harrier 2010 außer Dienst. 2011 kauften die USA die ausgemusterten Maschinen, vor allem als Ersatzteilquelle für das Marine Corps.
Boeing (McDonnell Douglas)/BAE AV-8B Harrier II sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Flughäfen & Hersteller dazu
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