Boeing E-7 Wedgetail

Eine 737 mit einem flachen Balken auf dem Rücken und Flossen unter dem Heck: Die E-7 Wedgetail ist das Frühwarnflugzeug, das die AWACS-Generation ablösen sollte – und dessen Zukunft in den USA und bei der NATO lange auf der Kippe stand. So erkennst du sie und so ordnest du das Programm ein.

Auch bekannt als: E-7A · Wedgetail · 737 AEW&C · E-7T Peace Eagle · Barış Kartalı · Peace Eye · Wedgetail AEW1

USABoeingMilitärflugzeuge13 Min. Lesezeit

737-700

Zelle

360°

Radarabdeckung ohne Rotodom

4

Länder mit E-7 im Dienst (Stand Okt. 2026)

2009

Erste Auslieferung

Das Wichtigste in Kürze

  • Die E-7 Wedgetail ist ein fliegendes Radar auf Basis der 737-700: Statt eines drehenden Diskus trägt sie einen fest eingebauten Antennenbalken auf dem Rücken.
  • Das MESA-Radar von Northrop Grumman deckt mit zwei Seitenantennen und einer Antenne für Bug und Heck den ganzen Horizont ab.
  • Australien war Erstkunde: Sechs Maschinen fliegen bei der RAAF, je vier bei Südkorea und der Türkei.
  • Die RAF hat drei Maschinen bestellt: Die erste traf im Mai 2026 auf ihrer Heimatbasis Lossiemouth ein.
  • USAF und NATO sind ein Wackelkandidat: Die US Air Force wollte das Programm 2025 streichen, der Kongress hielt es am Leben; die NATO-Partner sind 2025 ausgestiegen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Boeing E-7 Wedgetail?
  2. 2.Das MESA-Radar: Rundumsicht ohne Rotodom
  3. 3.Projekt Wedgetail: der lange Weg nach Australien
  4. 4.Die Betreiber
  5. 5.Programmstatus bei der US Air Force
  6. 6.Die NATO und die E-7
  7. 7.So erkennst du die E-7
  8. 8.Wo du die E-7 spotten kannst
  9. 9.Fototipps für die E-7
  10. 10.Fazit

Steckbrief

HerstellerBoeing, Radar von Northrop Grumman
BasisBoeing 737-700 (Next Generation)
RolleLuftraumüberwachung, Frühwarnung und Einsatzführung (AEW&C)
Erstflug2004
ErstauslieferungNovember 2009 an die Royal Australian Air Force
RadarNorthrop Grumman MESA, fest eingebaute elektronisch geschwenkte Antennen, 360 Grad Abdeckung
Triebwerke2 × CFM56-7B27A, je rund 121 kN Schub
Länge33,6 m
Spannweite35,8 m
Höhe12,5 m
Max. Startgewichtrund 77,6 t
Dienstgipfelhöherund 12.500 m
Besatzung2 Piloten plus Missionsbesatzung an bis zu 10 Konsolen (RAAF-Ausführung)
BetreiberAustralien, Südkorea, Türkei, Großbritannien; USA mit Prototypen in Entwicklung

Erkennungsmerkmale

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  • Klassische Boeing-737-Silhouette mit zwei Triebwerken unter den Flügeln und Blended Winglets
  • Flacher, langer Radarbalken („Top Hat“) auf dem Rumpfrücken – kein runder, drehender Radardiskus wie bei AWACS
  • Auf dem breiten Antennenbalken sitzt ein schmalerer Aufsatz – daher der Spitzname „Top Hat“ (Zylinderhut)
  • Zwei Bauchflossen unter dem Heckrumpf, die den Radaraufbau aerodynamisch ausgleichen
  • Zahlreiche Antennenbeulen und Sensorverkleidungen an Nase, Flügelspitzen und Heck
  • Grauer Militäranstrich mit Hoheitszeichen der Royal Australian Air Force, der südkoreanischen oder türkischen Luftwaffe bzw. der RAF

Aktualisiert: Oktober 2026 – Eine graue 737 zieht über dich hinweg, doch auf dem Rücken sitzt ein langer, flacher Aufbau, als hätte jemand ein Brett auf den Rumpf geschraubt. Unter dem Heck ragen zwei kleine Flossen heraus. Das ist eine Boeing E-7 Wedgetail, eines der modernsten Frühwarn- und Führungsflugzeuge der Welt. Sie fliegt in Australien, Südkorea, der Türkei und inzwischen auch in Großbritannien – und hat gleichzeitig eine bewegte Geschichte bei der US Air Force und der NATO hinter sich. Hier erfährst du, wie du die E-7 sicher erkennst, wie ihr Radar funktioniert und wer sie fliegt.

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Was ist die Boeing E-7 Wedgetail?

Die E-7 ist ein AEW&C-Flugzeug – die Abkürzung steht für Airborne Early Warning and Control, also luftgestützte Frühwarnung und Einsatzführung. Sie überwacht aus großer Höhe den Luftraum und die Meeresoberfläche, erkennt Flugzeuge, Schiffe und andere Ziele weit hinter dem Horizont und lenkt eigene Kampfflugzeuge zu ihnen hin. An Bord arbeiten neben zwei Piloten mehrere Operatoren an Konsolen, die das Lagebild auswerten und an Bodenstellen, Schiffe und Flugzeuge weitergeben.

Grundlage ist die zivile Boeing 737-700 aus der Next-Generation-Familie, die Boeing für diese Rolle stark umgebaut hat. Der Rumpf ist verstärkt, um den schweren Radaraufbau zu tragen, und vollgepackt mit Elektronik, Kühlung und Arbeitsplätzen. Für die Missionsbesatzung gibt es acht Konsolen mit Platz für vier weitere; die australische Ausführung hat zehn Konsolen. Über dem Cockpit sitzt eine Empfangsöffnung für die Luftbetankung, damit die E-7 lange über einem Einsatzgebiet bleiben kann.

33,6 mLänge – so kurz wie eine 737-700
über 600 kmRadarreichweite im Look-up-Modus (öffentliche Angabe)
360°Rundumsicht ohne drehende Antenne

Angetrieben wird die E-7 von zwei CFM56-7B27A mit je rund 121 Kilonewton Schub – dieselbe Triebwerksfamilie, die du von Tausenden Airline-737 kennst. Das maximale Startgewicht liegt bei etwa 77,6 Tonnen, die Dienstgipfelhöhe bei rund 12.500 Metern. Australische Besatzungen sind regelmäßig Einsätze von 13 Stunden geflogen, der längste dokumentierte Flug dauerte über 17 Stunden. Die zivile Zelle ist ein großer Vorteil: Ersatzteile, Wartung und Pilotenausbildung profitieren von der riesigen weltweiten 737-Flotte. Mehr über den Konzern dahinter findest du auf der Seite zu Boeing.

Das MESA-Radar: Rundumsicht ohne Rotodom

Das Herzstück der E-7 ist das Multi-role Electronically Scanned Array (MESA) von Northrop Grumman. Anders als beim klassischen AWACS dreht sich hier nichts. Die Antennen sind fest eingebaut, ihr Strahl wird elektronisch geschwenkt. Das bringt Vorteile: Das Radar kann einzelne Bereiche gezielt öfter abtasten, mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen und braucht keine schwere Mechanik mit Lagern und Antrieb.

Zwei Seitenantennen

Die großen Flächen des Balkens strahlen zur Seite. Jede deckt rund 120 Grad ab – eine nach links, eine nach rechts.

Antenne für Bug und Heck

Im oberen Teil des Balkens sitzt eine sogenannte End-Fire-Antenne. Sie übernimmt je rund 60 Grad nach vorn und nach hinten und schließt damit die Lücken.

Mehrere Aufgaben zugleich

Luftraum- und Seeraumsuche, Jägerleitung und Flächensuche laufen parallel. Dazu kommen Sensoren, die fremde Radarsignale auffangen und orten.

Wegen seiner Form wird der Aufbau auf dem Rücken „Top Hat“ genannt, also Zylinderhut. Er ist so gestaltet, dass er den Luftwiderstand möglichst gering hält. Trotzdem stört so viel Masse über dem Rumpf die Aerodynamik am Heck – deshalb sitzen unter dem hinteren Rumpf zwei Bauchflossen, die die Stabilität wiederherstellen. Für Spotter sind genau diese Flossen ein hilfreiches Zweitmerkmal, wenn du die E-7 schräg von unten siehst.

Laut öffentlich zugänglichen Angaben erfasst das Radar im Modus nach oben Ziele in mehr als 600 Kilometern Entfernung. Die Signalaufklärung reicht noch weiter. Genaue Leistungsdaten sind naturgemäß geheim, die Zahlen solltest du deshalb als grobe Orientierung verstehen. Wie sich die E-7 in die Familie der fliegenden Radarstationen einordnet, erklärt der Überblick AWACS, Seeaufklärer und Aufklärungsflugzeuge erkennen.

Projekt Wedgetail: der lange Weg nach Australien

Die Geschichte der E-7 beginnt in Australien. Schon in den 1980er-Jahren prüfte das Verteidigungsministerium Lösungen für ein eigenes Frühwarnflugzeug, unter dem Namen Projekt Wedgetail lief ab 1996 die Ausschreibung. Benannt ist das Projekt nach dem Keilschwanzadler, dem größten Greifvogel des Kontinents. 1999 erhielt Boeing den Auftrag über vier Flugzeuge mit Option auf drei weitere; am Ende wurden es sechs.

Einfach war der Weg nicht. Die Integration von Radar und elektronischen Schutzsystemen bereitete große Probleme, Boeing musste 2006 hohe Belastungen verbuchen und meldete weitere Verzögerungen. Die ersten beiden Maschinen entstanden in den USA, die übrigen vier wurden in Australien auf der RAAF Base Amberley umgerüstet. Im November 2009 kamen die ersten beiden Flugzeuge zur Royal Australian Air Force, die sechste Maschine wurde im Juni 2012 abgenommen.

Jahr Meilenstein
1999 Boeing gewinnt Australiens Projekt Wedgetail
2004 Erstflug des 737 AEW&C
2009 Erste zwei Maschinen an die RAAF im November
2011 Erste Auslieferung an Südkorea (Peace Eye) im August
2012 Sechste RAAF-Maschine übernommen, erste Einsatzfähigkeit im November
2014 Erste Maschine für die Türkei, erste Kampfeinsätze der RAAF über dem Irak
2015 Volle Einsatzfähigkeit bei der RAAF im Mai
2019 Großbritannien bestellt die E-7
2022 US Air Force kündigt die E-7 als Nachfolger der E-3 an
2023 NATO wählt die E-7 für ihre AWACS-Nachfolge
2025 Streichungsversuch in den USA, NATO-Partner steigen aus
2026 Erste RAF-Maschine trifft in Lossiemouth ein

Seither hat die E-7 in Australien ihre Bewährungsprobe längst bestanden. Ihren ersten operativen Einsatz flog sie im April 2014 bei der Suche nach Malaysia-Airlines-Flug MH370, ab Oktober 2014 unterstützte sie die Koalition gegen den IS über dem Irak. Von Oktober 2023 bis April 2024 war eine australische E-7 in Deutschland stationiert, um die Versorgungswege in die Ukraine aus der Luft zu überwachen; 2025 folgte ein weiterer Einsatz in Europa. Genau diese Erfahrungen machten den Typ für andere Luftwaffen interessant.

Die Betreiber

Australien

Die Royal Australian Air Force betreibt sechs E-7A bei der No. 2 Squadron auf der RAAF Base Williamtown in New South Wales, nördlich von Sydney. Als Erstkunde hat Australien die Entwicklung maßgeblich geprägt. Die Maschinen tragen grauen Anstrich mit dem roten Känguru im Kreis.

Südkorea

Die südkoreanische Luftwaffe bestellte 2006 vier Maschinen unter dem Projektnamen Peace Eye. Die erste kam im August 2011, die vierte im Oktober 2012. Stationiert sind sie auf der Gimhae Air Base bei Busan. Für ihre nächste Beschaffung weiterer Frühwarnflugzeuge hat sich Südkorea 2025 allerdings gegen die E-7 und für ein Angebot von L3Harris entschieden.

Türkei

Die türkische Luftwaffe bestellte vier Flugzeuge unter dem Namen Peace Eagle, türkisch Barış Kartalı, intern als E-7T bezeichnet. Turkish Aerospace war am Umbau beteiligt. Das Programm verzögerte sich um Jahre; die erste Maschine übernahm die Türkei im Februar 2014, die vierte im Dezember 2015. Die Flugzeuge fliegen bei der 131. Staffel auf dem Militärflugplatz Konya und tragen die Namen Kuzey, Güney, Doğu und Batı – Nord, Süd, Ost und West. 2023 hat die Türkei eine Modernisierung mit heimischer Elektronik beauftragt. Wenn du in der Türkei spotten willst, lies vorher den Beitrag Fotografieren an Flughäfen in der Türkei.

Großbritannien

Die Royal Air Force bestellte 2019 zunächst fünf E-7, kürzte die Zahl 2021 aber auf drei. Die britische Bezeichnung lautet Wedgetail AEW1. Die Umrüstung übernimmt STS Aviation Services am Flughafen Birmingham; zwei Zellen stammen aus gebrauchten 737, eine ist neu gebaut. Die Lücke ist groß, denn die RAF hat ihre E-3D Sentry bereits 2021 ausgemustert.

Die erste Maschine mit der Kennung WT001 wurde im Oktober 2024 in RAF-Farben vorgestellt und war 2025 beim Royal International Air Tattoo in Fairford zu sehen, zusammen mit den Red Arrows. Am 21. Mai 2026 landete sie erstmals auf ihrer Heimatbasis RAF Lossiemouth in Schottland, wo sie neben den P-8 Poseidon der RAF stationiert ist. Betreiben wird sie die No. 8 Squadron. Erprobung und Ausbildung laufen 2026 noch, die beiden weiteren Maschinen sind noch im Umbau (Stand Oktober 2026).

Betreiber Bezeichnung Anzahl Basis
Australien (RAAF) E-7A Wedgetail 6 Williamtown
Südkorea Peace Eye 4 Gimhae
Türkei E-7T Peace Eagle 4 Konya
Großbritannien (RAF) Wedgetail AEW1 3 bestellt Lossiemouth
USA (USAF) E-7A Prototypen in Entwicklung –

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Programmstatus bei der US Air Force

Für die US Air Force sollte die E-7 die alternde E-3 Sentry ablösen. Im April 2022 gab die Luftwaffe diese Entscheidung bekannt, 2023 folgte der Vertrag über zwei Prototypen. Geplant war damals eine Flotte von 26 Maschinen, die erste sollte 2027 einsatzbereit sein.

Im Juni 2025 kam die Kehrtwende: Das Pentagon schlug im Haushaltsentwurf für 2026 vor, das Programm zu streichen. Als Gründe nannte es Verzögerungen, steigende Stückkosten und Zweifel, ob ein großes Radarflugzeug in einem modernen Konflikt überleben kann. Einen Teil der Aufgaben wollte es auf Satelliten verlagern. Der US-Kongress sah das anders und ordnete im Haushalt für 2026 an, die Entwicklung fortzusetzen; im Entwurf des Verteidigungshaushalts waren dafür rund 1,1 Milliarden US-Dollar vorgesehen.

Im März 2026 vergab die Air Force daraufhin neue Aufträge an Boeing über zusammen rund 2,4 Milliarden US-Dollar. Sie decken die weitere Entwicklung bis in die Phase der Entwicklungs- und Testflugzeuge ab und sichern zudem die Versorgung mit Radarbauteilen. Auch für das Haushaltsjahr 2027 hat die Air Force wieder Mittel für die E-7 beantragt. Eine Zusage für eine Serienbeschaffung ist damit allerdings nicht verbunden.

Stand der Dinge prüfen

Das US-Programm hat sich zwischen 2025 und 2026 mehrfach gedreht. Die Angaben hier geben den Stand vom Oktober 2026 wieder – Flottengröße und Zeitplan können sich weiter ändern.

Die NATO und die E-7

Auch die NATO setzte zunächst auf die E-7. Ihre Flotte von 14 E-3A auf dem NATO-Flugplatz Geilenkirchen ist seit Anfang der 1980er-Jahre im Dienst und soll bis 2035 ersetzt werden. Im Rahmen des Programms Alliance Future Surveillance and Control fiel Ende 2023 die Wahl auf sechs E-7, die ab 2031 von Geilenkirchen aus fliegen sollten.

Nachdem die USA 2025 aus ihrem eigenen E-7-Vorhaben aussteigen wollten, zogen die beteiligten Staaten die Reißleine: Im November 2025 erklärte die Niederlande im Namen der Partner, dass die Beschaffung nicht weiterverfolgt wird. Seither gilt laut übereinstimmenden Medienberichten das schwedische Saab GlobalEye als Favorit, das auch Frankreich für sich beschafft. Einen unterschriebenen Vertrag gab es nach den uns vorliegenden Berichten bis Oktober 2026 nicht. Für Spotter am Zaun in Teveren heißt das: Die E-3A bleiben vorerst das Bild in Geilenkirchen. Mehr über den schwedischen Hersteller erfährst du auf der Seite zu Saab.

So erkennst du die E-7

Wer die 737 kennt, erkennt die E-7 sofort – der Rückenbalken ist unverwechselbar.

737-Form prüfen

Zwei Triebwerke mit der typisch abgeflachten Unterseite, Blended Winglets, die bekannte 737-Nase und ein kurzer Rumpf – das ist eine 737-700.

Auf den Rücken schauen

Ein langer, flacher Balken auf dem Rumpf über den Flügeln ist der „Top Hat“ mit dem MESA-Radar. Er ist von der Seite am besten zu sehen.

Unter das Heck schauen

Zwei kleine Bauchflossen am hinteren Rumpf bestätigen den Typ, auch wenn du die Maschine von unten siehst.

Kennzeichen lesen

Kokarde und Kennung am Rumpf oder Leitwerk verraten den Betreiber, etwa WT001 bei der RAF oder A30-Kennungen bei der RAAF.

Verwechslungsgefahr besteht vor allem innerhalb der Militär-737 und bei anderen Radarflugzeugen:

Merkmal E-7 Wedgetail E-3 Sentry P-8 Poseidon E-767
Basis 737-700 707-320 737-800 767-200
Triebwerke 2 4 2 2
Radar auf dem Rücken flacher Balken runder Rotodom keiner runder Rotodom
Flügelspitzen Blended Winglets ohne schräg hochgezogen ohne
Bauchflossen ja nein nein nein

Die japanische E-767 und die E-3 Sentry tragen beide den klassischen runden Radardiskus, die E-2 Hawkeye ist ein kleines Propellerflugzeug mit Rotodom. Die P-8 Poseidon teilt mit der E-7 die 737-Gene, hat aber keinen Rückenaufbau. Ein weiterer Sonderaufklärer aus dem Boeing-Programm ist die RC-135, allerdings auf Basis der älteren C-135. Zivile Vettern sind die 737-700 und der Boeing Business Jet. Wie du die 737-Generationen grundsätzlich auseinanderhältst, zeigt der Beitrag Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.

Es spricht für die E-7, wenn …

  • eine graue 737 einen flachen Balken auf dem Rücken trägt
  • unter dem Heck zwei kleine Flossen sitzen
  • die Kokarde aus Australien, Südkorea, der Türkei oder Großbritannien stammt

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Maschine sehr hoch fliegt und nur als Silhouette erkennbar ist
  • eine andere 737 mit kleineren Antennenbuckeln auf dem Rumpf unterwegs ist

Es ist keine E-7, wenn …

  • ein runder Radardiskus auf Stelzen über dem Rumpf schwebt
  • vier Triebwerke unter den Flügeln hängen
  • Propeller statt Strahltriebwerke zu sehen sind

Wo du die E-7 spotten kannst

Die Heimatbasen der E-7 liegen in Australien, Südkorea, der Türkei und Schottland. In Mitteleuropa ist sie ein seltener Gast. Die besten Chancen hast du in Großbritannien: Seit 2026 ist Lossiemouth die Basis der RAF-Wedgetail, und große Airshows wie das Royal International Air Tattoo haben die E-7 schon präsentiert. Ob sie in einem Jahr dabei ist, verrät die Teilnehmerliste.

Auch Übungen und Einsätze bringen die E-7 nach Europa, wie der australische Ukraine-Einsatz von Deutschland aus gezeigt hat. Solche Verlegungen bemerkst du am ehesten über Tracking-Dienste: Viele Militärflugzeuge senden ADS-B-Daten, bei Überführungsflügen tauchen sie oft auf. Welche Werkzeuge sich eignen, erklärt der Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen. Einzelne Maschinen und ihre Historie recherchierst du am besten in der Datenbank Scramble.

Wenn du dich für fliegende Radarstationen generell interessierst, ist der Spotterhügel Teveren am NATO-Flugplatz Geilenkirchen die erste Adresse in Deutschland – dort siehst du die E-3A, deren Nachfolge die E-7 ursprünglich antreten sollte. In den USA lohnt der Besuch des Museum of Flight am Boeing Field in Seattle: Das Gelände liegt mitten in der Boeing-Welt rund um Seattle, aus der auch die 737-Zellen der E-7 stammen.

Fotografieren an Militärflugplätzen

Bevor du dich an den Zaun eines Militärflugplatzes stellst, solltest du die Regeln kennen. Was erlaubt ist und wo die Grenzen liegen, steht im Artikel Militärflugplätze fotografieren: die Regeln.

Bereit für die Wedgetail-Jagd?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe einen Tracking-Dienst mit Militärfilter eingerichtet.
  • Ich kenne die Unterschiede zwischen E-7, E-3 und P-8.
  • Ich weiß, welche Airshows und Basen in Reichweite liegen.
  • Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
  • Ich habe genug Brennweite für Überflüge in größerer Höhe dabei.

Fototipps für die E-7

Das Besondere an der E-7 ist ihre Silhouette – darauf sollte dein Foto ausgerichtet sein.

Seitenansicht wählen

Im Profil zeigt sich der Top Hat in voller Länge. Ein Vorbeiflug parallel zur Piste ist deshalb oft das stärkste Motiv.

Licht im Rücken

Grauer Anstrich wirkt bei trübem Licht schnell flach. Mit der Sonne im Rücken bekommen Rumpf und Balken Zeichnung, und die Kennung bleibt lesbar.

Details am Boden

Steht die E-7 im Static Display, lohnen Nahaufnahmen von Bauchflossen, Antennenbeulen und der Betankungsöffnung über dem Cockpit.

Für die Planung von Licht und Ausrüstung helfen dir die Guides zur Airshow-Fotografie und zum Fotografieren von Flugzeugen in großer Höhe.

Fazit

Die E-7 Wedgetail zeigt, wie viel in einer unscheinbaren 737 stecken kann: ein elektronisch geschwenktes Radar mit Rundumsicht, eine große Missionsbesatzung und die Wartungsvorteile einer weltweit verbreiteten Zelle. In Australien, Südkorea und der Türkei ist sie seit Jahren im Dienst, Großbritannien hat 2026 seine erste Maschine übernommen. Bei der US Air Force und der NATO dagegen steht sie für ein Programm, dessen Zukunft politisch umkämpft ist. Für Spotter ist sie ein seltener, aber leicht erkennbarer Fang.

Kurzfazit

Graue 737, flacher Balken auf dem Rücken, zwei Flossen unter dem Heck: Das ist die E-7 Wedgetail. Kokarde und Kennung verraten dir den Betreiber, und Tracking-Dienste zeigen, wann eine durch deine Region zieht.

Zusammenfassung

  • Die E-7 entstand ab den späten 1990er-Jahren für Australiens Projekt Wedgetail und kam ab 2009 zur RAAF.
  • Südkorea (Peace Eye) und die Türkei (Peace Eagle) betreiben je vier Maschinen.
  • Großbritannien hat drei Wedgetail AEW1 bestellt, die bei No. 8 Squadron in Lossiemouth fliegen.
  • Die US Air Force entwickelt nach einem gescheiterten Streichungsversuch weiter Prototypen, die NATO hat sich 2025 vom E-7 verabschiedet.

Häufige Fragen

Was bedeutet der Name Wedgetail?

Wedgetail ist der englische Name des Keilschwanzadlers, des größten Greifvogels Australiens. Den Namen trug das australische Beschaffungsprojekt, aus dem das Flugzeug hervorging. Die US-Bezeichnung lautet E-7A.

Was ist das MESA-Radar?

MESA steht für Multi-role Electronically Scanned Array. Das Radar von Northrop Grumman schwenkt seinen Strahl elektronisch statt mechanisch. Zwei große Seitenantennen decken jeweils rund 120 Grad nach links und rechts ab, eine weitere Antenne im Balken übernimmt je rund 60 Grad nach vorn und hinten. Zusammen ergibt das eine Rundumsicht ohne bewegliche Teile.

Wie unterscheide ich E-7 und E-3 AWACS?

Die E-3 Sentry basiert auf der vierstrahligen 707 und trägt einen großen, runden Rotodom auf Stelzen. Die E-7 hat nur zwei Triebwerke, ist deutlich kleiner und trägt einen flachen, langgestreckten Balken direkt auf dem Rumpf.

Wie unterscheide ich E-7 und P-8 Poseidon?

Beide stammen aus der 737-Familie. Die P-8 hat einen längeren Rumpf, keinen Radarbalken auf dem Rücken und schräg nach oben gezogene Flügelspitzen ohne klassische Winglets. Der Balken auf dem Rücken ist das sichere Merkmal der E-7.

Welche Länder fliegen die E-7?

Im Dienst steht die E-7 bei der Royal Australian Air Force (6 Maschinen), der südkoreanischen Luftwaffe (4), der türkischen Luftwaffe (4) und bei der Royal Air Force, die 3 Maschinen bestellt hat und die erste 2026 übernommen hat. Die US Air Force lässt Prototypen bauen (Stand Oktober 2026).

Ersetzt die E-7 die NATO-AWACS in Geilenkirchen?

Das war der Plan: Ende 2023 fiel die Wahl auf sechs E-7. Nachdem die USA 2025 aus dem eigenen Programm aussteigen wollten, haben die beteiligten NATO-Staaten das Vorhaben im November 2025 beendet. Seither gilt laut Medienberichten Saabs GlobalEye als Favorit; einen unterschriebenen Vertrag gab es nach den uns vorliegenden Berichten bis Oktober 2026 nicht.

Kann die E-7 in der Luft betankt werden?

Ja. Über dem vorderen Rumpf sitzt eine Empfangsöffnung für die Betankung per Boom, etwa durch eine KC-46 oder einen A330 MRTT. Das verlängert die Einsatzzeit deutlich.

Boeing E-7 Wedgetail sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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