Gulfstream GV

Mit der GV wagte Gulfstream Mitte der 1990er den Sprung über 6.000 Seemeilen – nonstop. Heute ist sie ein Klassiker unter den Businessjets und fliegt als C-37A für die US-Streitkräfte. So erkennst du sie und trennst sie von der G550.

Auch bekannt als: Gulfstream V · G-V · GV · C-37A

USAGulfstreamBusinessjetsICAO-Typcode: GLF511 Min. Lesezeit

GLF5

ICAO-Typcode

1995

Erstflug

193

gebaute Exemplare

6.500 nm

Reichweite

Das Wichtigste in Kürze

  • Die GV war Gulfstreams erster Ultra-Langstrecken-Jet: rund 6.500 nm Reichweite, Erstflug 1995, Zulassung 1997 – gebaut als Antwort auf die Bombardier Global Express.
  • Schnellster Erkennungsweg: Hecktriebwerke, T-Leitwerk und genau sechs große Ovalfenster pro Seite.
  • Im Tracking-Dienst steht sie als GLF5 – gemeinsam mit der G550. Welche der beiden es ist, verrät erst das Kennzeichen.
  • Militärisch heißt sie C-37A und fliegt bei US Air Force, Army, Navy, Marine Corps und Coast Guard als Regierungs- und Kommandeursflugzeug.
  • Mit 193 Exemplaren ist die GV deutlich seltener als ihre Nachfolgerin G550 – für Sammler ein lohnender Typ.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Gulfstream GV?
  2. 2.Von der GIV zur GV: was sich geändert hat
  3. 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  4. 4.GV, G550, G450 oder G650?
  5. 5.GV, Global Express oder Falcon?
  6. 6.Militär- und Behördenversionen
  7. 7.Wo du die GV antriffst
  8. 8.Spotting in Genf, Zürich und München
  9. 9.Fototipps speziell für die GV
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerGulfstream Aerospace (Savannah, Georgia, USA)
BezeichnungenGulfstream V, G-V, GV; militärisch C-37A
ICAO-TypcodeGLF5 (gemeinsam mit G500 und G550)
Erstflug28. November 1995
FAA-Zulassung11. April 1997
IndienststellungJuni 1997
Bauzeit1995 bis 2002, danach abgelöst durch die G550
Gebaute Exemplare193
Triebwerke2 × Rolls-Royce BR710A1-10, je rund 65,6 kN Schub, am Heck montiert
Längerund 29,4 m
Spannweiterund 28,5 m
Kabinenfenstersechs große Ovalfenster pro Seite
Max. Startgewichtrund 41 t
Reichweiterund 6.500 nm (etwa 12.000 km)
Höchstgeschwindigkeit (MMO)Mach 0,88
Dienstgipfelhöhe51.000 ft

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zwei Triebwerke seitlich am Heck, T-Leitwerk und die typischen liegenden Gulfstream-Ovalfenster
  • Sechs Ovalfenster pro Seite – die G550 hat sieben, die G650 acht
  • Schlanker, langer Rumpf mit rund 29 Metern Länge; die Spannweite ist etwas kleiner als die Rumpflänge
  • Großer, gepfeilter Flügel mit hochgezogenen Winglets – deutlich größer als bei der älteren GIV
  • In Tracking-Diensten als GLF5 geführt; diesen Code teilt sie mit G500 und G550
  • Militärische Exemplare tragen US-Serials statt N-Kennzeichen und laufen als C-37A

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein weißer Businessjet rollt zum Vorfeld, Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, Gulfstream-Ovalfenster. Auf den ersten Blick könnte das alles sein, von der G450 bis zur G650. Zählst du aber genau sechs Fenster pro Seite und wirkt der Rumpf lang und schlank, steht womöglich eine Gulfstream GV vor dir – der Jet, mit dem Gulfstream in den 1990ern die Klasse der Ultra-Langstrecken-Businessjets mitbegründet hat. Hier erfährst du, wie du die GV sicher bestimmst, was sie von der G550 trennt und warum sie als C-37A auch bei den US-Streitkräften fliegt.

GV im Hangar abhaken

Mit Planetrack hältst du jede GV- und C-37A-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Flughafen und Spot fest und baust deine Businessjet-Sammlung Stück für Stück aus. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die Gulfstream GV?

Die GV, ausgeschrieben Gulfstream V, ist ein zweistrahliger Langstrecken-Businessjet von Gulfstream Aerospace aus Savannah im US-Bundesstaat Georgia. Gulfstream entwickelte sie Anfang der 1990er als direkte Antwort auf die Bombardier Global Express, die damals ebenfalls in Arbeit war. Beide Hersteller wollten dasselbe: einen Firmenjet, der Kontinente nonstop verbindet, ohne Tankstopp in Anchorage, Gander oder Shannon.

Die GV schaffte das mit rund 6.500 nautischen Meilen Reichweite, etwa 12.000 Kilometern. Damit liegen Strecken wie New York–Tokio oder Genf–Los Angeles in einem Zug drin. Der Erstflug fand am 28. November 1995 statt, die US-Luftfahrtbehörde FAA erteilte die Zulassung am 11. April 1997, im Juni 1997 ging die erste Maschine in Dienst. Für die GV erhielt Gulfstream die Collier Trophy für das Jahr 1997 – eine der wichtigsten Auszeichnungen der US-Luftfahrt. Gewürdigt wurde die Entwicklung des Ultra-Langstrecken-Businessjets GV.

Bis 2002 rollten 193 Exemplare aus der Fertigung. Danach übernahm die weiterentwickelte Gulfstream G550, intern GV-SP genannt. Die GV ist damit die Stammmutter einer ganzen Linie, die bis zur heutigen Langstreckenflotte von Gulfstream reicht.

GLF5ICAO-Typcode, geteilt mit G500 und G550
51.000 ftDienstgipfelhöhe
193gebaute Exemplare von 1995 bis 2002

Von der GIV zur GV: was sich geändert hat

Technisch baut die GV auf der älteren Gulfstream GIV auf, doch fast jedes große Bauteil wurde überarbeitet. Für Spotter ist das wichtig, weil die beiden Typen im Profil verwandt wirken, sich aber in Größe und Proportionen klar unterscheiden.

  • Neuer Flügel: Die Spannweite wuchs von rund 22,7 auf rund 28,5 Meter. Der Flügel fasst deutlich mehr Treibstoff und ist die Grundlage für die große Reichweite.
  • Längerer Rumpf: Vor der Kabinentür und hinter dem Flügel kamen Rumpfsegmente dazu. Die GV wirkt dadurch gestreckter als die GIV.
  • Größeres Leitwerk: Das Höhenleitwerk ist rund 30 Prozent größer.
  • Neue Triebwerke: Statt Rolls-Royce Tay arbeiten zwei Rolls-Royce BR710 mit höherem Nebenstromverhältnis und digitaler Triebwerksregelung (FADEC) am Heck.
  • Höhere Gipfelhöhe: Statt 45.000 sind 51.000 Fuß möglich – weit oberhalb des dichten Airliner-Verkehrs.

Das BR710 hat übrigens einen deutschen Hintergrund: Es entstand in den 1990ern beim Gemeinschaftsunternehmen BMW Rolls-Royce in Dahlewitz südlich von Berlin. Die GV gehörte zu den ersten Flugzeugen mit diesem Triebwerk, später kamen die Global Express und die G550 dazu. Mehr zum Triebwerkshersteller findest du auf der Seite zu Rolls-Royce.

Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Große Gulfstreams sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Mit drei Schritten grenzt du die GV trotzdem zuverlässig ein.

Fenster zählen

Die GV hat sechs große liegende Ovalfenster pro Seite. Bei der G550 sind es sieben, bei G650 und G800 acht, bei der G700 zehn. Das ist der schnellste Weg, um die Gulfstream-Generationen auseinanderzuhalten.

Proportionen prüfen

Mit rund 29,4 Metern ist der Rumpf etwas länger als die Spannweite von rund 28,5 Metern. Die GV wirkt schlanker und weniger wuchtig als eine G650 mit ihrem breiteren Rumpf.

Typcode und Kennzeichen

Im Tracking-Dienst steht GLF5. Weil sich GV, G500 und G550 diesen Code teilen, klärt erst das Kennzeichen oder die Seriennummer, welcher Typ es ist.

Was hinter Codes wie GLF5 steckt und wie sie aufgebaut sind, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt. Wie du ein Kennzeichen liest und einer Maschine zuordnest, steht in Flugzeugkennzeichen verstehen. Willst du wissen, wie alt eine bestimmte GV ist, hilft dir Flugzeugalter herausfinden – bei einem Typ, der bis 2002 gebaut wurde, sind über 20 Jahre alte Maschinen die Regel.

Praxis-Tipp: das Seitenprofil zählt

Fotografiere die GV möglichst komplett von der Seite, solange sie rollt. Dann kannst du die Fenster später in Ruhe zählen und die Sichtung in Planetrack mit Typ, Kennzeichen und Spot sauber zuordnen.

GV, G550, G450 oder G650?

Die Gulfstream-Familie ist ein Baukasten: Rümpfe, Flügel und Triebwerke wandern von Generation zu Generation. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede.

Merkmal GIV/G450 GV G550 G650/G650ER
Erstflug 1985 (GIV) 1995 2001 (Testträger) 2009
Fenster pro Seite kleinere Ovale 6 7 8, sehr groß
Triebwerk Rolls-Royce Tay Rolls-Royce BR710 Rolls-Royce BR710 Rolls-Royce BR725
Rumpflänge kürzer rund 29,4 m rund 29,4 m rund 30,4 m
Reichweite kürzer rund 6.500 nm rund 6.750 nm 7.000 / 7.500 nm
Cockpit je nach Version klassisches Glascockpit PlaneView mit HUD und EVS PlaneView II

Die G550 ist der heikelste Fall, denn äußerlich unterscheidet sie sich kaum. Gulfstream verringerte den Luftwiderstand, setzte die Kabinentür rund 60 Zentimeter weiter nach vorn und ergänzte ein siebtes Fensterpaar. Die FAA ließ sie am 14. August 2003 zu. Wichtiger als jedes Detail ist deshalb das Zählen der Fenster. Wer tiefer einsteigen will, liest die Seite zur G550.

Die G450 und GIV erkennst du am kleineren Flügel und an den Tay-Triebwerken, die schlanker wirken als das BR710. Die G650 wiederum hat sichtbar größere Fenster und einen kräftigeren Rumpf. Ihre gestreckte Weiterentwicklung, die G700, schließt du mit zehn Fenstern pro Seite sofort aus. Eine Gesamtübersicht der Hersteller bietet der Guide Businessjet-Typen unterscheiden.

GV, Global Express oder Falcon?

Die Rivalität zwischen GV und Global Express prägte die 1990er. Beide Jets triffst du noch heute an, und beide haben zwei Triebwerke am Heck und ein T-Leitwerk.

Schnellbestimmung: älterer Langstrecken-Businessjet

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Gulfstream GV

Sechs Ovalfenster und GLF5 sprechen klar für die GV. Bei sieben Fenstern hast du eine G550 vor dir – das Kennzeichen bestätigt es.

Wahrscheinlich

Bombardier Global Express oder Nachfolger

Ein auffällig langer Rumpf mit vielen rundlichen Fenstern ist typisch für die Global-Familie von Bombardier.

Wahrscheinlich

Dassault Falcon 900 oder 7X

Drei Triebwerke sind das klare Falcon-Merkmal. Die GV hat immer nur zwei.

Die Global Express hat eine größere, höhere Kabine und einen längeren Rumpf, die GV punktete dafür bei Reichweite und Verbrauch. Mehr zum kanadischen Hersteller findest du auf der Seite zu Bombardier. Die dreistrahligen Franzosen wie die Falcon 900 oder die Falcon 7X schließt du am mittleren Hecktriebwerk sofort aus.

Militär- und Behördenversionen

Gerade die Militärversionen machen die GV für Spotter spannend. Ihre Reichweite, die große Gipfelhöhe und die Zuverlässigkeit machten sie früh für Regierungen und Forschungseinrichtungen attraktiv.

C-37A (USA): Unter dieser Bezeichnung fliegt die GV bei der US Air Force, der Army, der Navy, dem Marine Corps und der Coast Guard. Die Maschinen bringen Minister, Abgeordnete, Generäle und Delegationen um die Welt. Bei der Air Force sind sie unter anderem beim 89th Airlift Wing auf der Joint Base Andrews bei Washington stationiert, der auch die Regierungsflüge der USA abwickelt. Laut öffentlichen Übersichten gehören auch Maschinen zum 86th Airlift Wing in Ramstein – für Spotter in Deutschland die naheliegendste Chance auf eine C-37A. Auch die Coast Guard setzt eine C-37A für Transporte ihrer Führung und des Heimatschutzministeriums ein.

C-37B und EA-37B: Auf Basis der G550 entstanden die C-37B als Nachfolger im VIP-Dienst und das elektronische Kampfführungsflugzeug EA-37B Compass Call, das bis November 2023 als EC-37B lief. Auch die Frühwarnflugzeuge mit Radar in seitlichen Rumpfverkleidungen, die Israel, Italien und Singapur betreiben, basieren auf der G550 – nicht auf der GV. Wie du solche Sondermuster erkennst, zeigt der Beitrag Aufklärer und AWACS erkennen.

Japan: Die japanische Küstenwache stellte ab 2005 GV-Maschinen in Dienst, die sie vor allem für die Überwachung auf See nutzt.

Forschung: Das US-Forschungszentrum NCAR übernahm im März 2005 eine umgebaute GV namens HIAPER. Sie trägt Messgeräte an Flügeln und Rumpf und nutzt die große Gipfelhöhe für Atmosphärenforschung. Auch die NASA betreibt eine GV am Johnson Space Center, unter anderem für Forschungsflüge und für den Transport zurückkehrender Astronauten.

Weitere Staaten: Laut Übersichten fliegen GVs außerdem für Regierungen bzw. Luftstreitkräfte in Algerien, Griechenland, Israel, Kuwait und Saudi-Arabien. Die genaue Zahl ändert sich, weil ältere Maschinen nach und nach ersetzt werden.

US-Serials statt N-Kennzeichen

Eine C-37A trägt kein ziviles Kennzeichen, sondern eine militärische Seriennummer am Leitwerk. Wie du diese Nummern liest und einem Baujahr zuordnest, erklärt der Beitrag US-Militärkennzeichen. Viele Militärflüge sind in Tracking-Diensten nur eingeschränkt sichtbar.

Wie du Militärmaschinen trotzdem aufspürst, steht im Guide Militärflugzeuge online verfolgen. Für Staatsbesuche und Delegationen lohnt sich der Beitrag Regierungsflugzeuge spotten.

Wo du die GV antriffst

Zivile GVs fliegen für Firmen, Privatbesitzer und Charterbetreiber. Der Typ hatte prominente Besitzer: Unternehmer Mark Cuban kaufte 1999 eine GV per Internet, Apple schenkte Steve Jobs im Jahr 2000 eine. Heute ist die GV ein älterer, aber geschätzter Jet, den du an Flughäfen mit viel Geschäftsreiseverkehr noch regelmäßig siehst – seltener als G550 und G650, was jede Sichtung wertvoller macht.

Schweiz: Der Flughafen Genf hat ganzjährig viel Businessjet-Verkehr, dazu kommen Delegationen zu internationalen Organisationen. In Zürich steigt die Zahl der Langstrecken-Jets rund um das Weltwirtschaftsforum im Januar sprunghaft an – inklusive Regierungsmaschinen.

Deutschland: In München bringt die Sicherheitskonferenz im Februar viel Regierungsverkehr, darunter regelmäßig Maschinen der USA. Für C-37A ist außerdem die Gegend um Ramstein interessant; was dort erlaubt ist und wo du stehen kannst, steht im Guide Planespotting an der Ramstein Air Base.

Ort Trefferchance Warum
Genf mittel Ganzjährig viel Businessjet-Verkehr
Zürich (Januar, WEF) mittel bis hoch Viele Langstrecken- und Regierungsjets
München (Februar) mittel Sicherheitskonferenz, Delegationen
Umfeld Ramstein mittel Stationierte C-37A der US Air Force
Berlin gering bis mittel Staatsbesuche, Geschäftsverkehr

Keine GV mehr verpassen

Leg einen Sichtungs-Alarm für einzelne Kennzeichen oder den Typ an – Planetrack benachrichtigt dich, wenn die Maschine anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Spotting in Genf, Zürich und München

In Genf ist die Aussichtsterrasse der beste Einstieg. Weil sich der Verkehr dort auf eine einzige große Piste konzentriert, bekommst du die meisten Businessjets gut vor die Linse. In Zürich hast du vom Butzenbüel die Pistenbewegungen gut im Blick. In München ist der Besucherhügel der Klassiker, in Berlin die Besucherterrasse am BER.

Rund um Gipfeltreffen gelten oft erweiterte Sicherheitszonen. Halte dich an Absperrungen, und lies vorher den Artikel Ist Planespotting erlaubt?. Für Militärflugplätze gelten eigene Regeln, die der Beitrag Militärflugplatz fotografieren zusammenfasst.

Bereit für die GV-Suche?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe geprüft, ob am Zielflughafen eine Konferenz, Messe oder ein Staatsbesuch ansteht.
  • Ich filtere im Tracking-Dienst nach GLF5 und prüfe die Kennzeichen.
  • Ich weiß, dass GV und G550 sich in der Fensterzahl unterscheiden.
  • Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
  • Ich habe genug Brennweite für entfernte Vorfelder dabei.

Wie du Flüge live verfolgst, erklärt der Guide Flugverfolgung mit ADS-B.

Fototipps speziell für die GV

Seitenprofil für die Fensterzahl

Das Fensterzählen funktioniert nur mit einer sauberen Seitenansicht. Beim Rollen hast du die beste Chance, alle sechs Ovale und die Hecktriebwerke auf einem Bild zu haben.

Brennweite einplanen

Businessjets und Militärmaschinen parken oft weit weg auf GA- oder Militärvorfeldern. Welche Objektive sich bewähren, steht im Guide Brennweite fürs Planespotting.

Weiß und Grau richtig belichten

Zivile GVs sind meist weiß, die C-37A trägt meist das weiß-blaue Regierungsschema. Mit der Sonne im Rücken bleiben Fenster und Zierlinien gut sichtbar; belichte bei weißen Rümpfen eher etwas knapper.

Schnell beim Start

Leicht beladene Businessjets heben früh ab und steigen steil. Halte die Kamera schon beim Beschleunigen bereit.

Wann das Licht an deinem Spot passt, rechnest du mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot aus. Und wenn dich das Sammelfieber für ältere Jets packt, lohnt sich Seltene Flugzeuge spotten.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die GV, wenn …

  • zwei Triebwerke am Heck und ein T-Leitwerk zu sehen sind
  • du genau sechs große Ovalfenster pro Seite zählst
  • der Rumpf schlank wirkt und etwas länger ist als die Spannweite
  • im Tracking-Dienst GLF5 steht und das Kennzeichen zu einer GV gehört

Sieh genauer hin, wenn …

  • du nur GLF5 kennst, aber die Fenster nicht zählen konntest – es kann auch eine G550 sein
  • eine US-Militärmaschine im weiß-blauen Schema steht – C-37A oder C-37B
  • der Flügel deutlich kleiner wirkt – dann kommt eine GIV oder G450 infrage

Es ist keine GV, wenn …

  • du sieben Fenster pro Seite zählst – dann ist es eine G550
  • du acht oder mehr sehr große Fenster siehst – dann ist es eine G650, G800 oder G700
  • du drei Triebwerke siehst – dann ist es eine Falcon
  • der Rumpf auffällig lang ist und die Fenster rundlich wirken – dann ist es eher eine Global

Fazit

Die GV ist der Jet, mit dem Gulfstream die Ultra-Langstrecke für Businessjets erschlossen hat. Mit 193 Exemplaren ist sie überschaubar selten, als C-37A aber auch auf Militärvorfeldern in Europa zu Hause. Wer die sechs Fenster pro Seite im Kopf hat, trennt sie zuverlässig von der G550 – und hat damit einen echten Klassiker in der Sammlung.

Kurzfazit

Hecktriebwerke, T-Leitwerk und sechs große Ovalfenster pro Seite: Das ist die Gulfstream GV. Filtere nach GLF5, prüf das Kennzeichen, und halte in Genf, Zürich, München und rund um Ramstein Ausschau – auch nach der militärischen C-37A.

Zusammenfassung

  • Gulfstream entwickelte die GV Anfang der 1990er als Antwort auf die Global Express. Erstflug war am 28. November 1995, die FAA-Zulassung folgte am 11. April 1997.
  • Bis 2002 entstanden 193 Exemplare; 2003 übernahm die G550 (intern GV-SP), die auf demselben Grundentwurf aufbaut.
  • Die US-Streitkräfte nutzen die GV als C-37A. Auf ihrem Rumpf basieren außerdem Forschungsflugzeuge wie HIAPER des NCAR und eine Maschine der NASA.
  • Von der G550 trennst du sie über die Fensterzahl: sechs statt sieben pro Seite. Der gemeinsame Typcode GLF5 hilft dabei nicht.

Häufige Fragen

Welchen ICAO-Typcode hat die Gulfstream GV?

Die GV läuft unter GLF5. Denselben Code tragen die G500 der GV-Generation und die G550. Wenn du im Tracking-Dienst nach GLF5 filterst, bekommst du also alle drei Typen – welche Maschine wirklich vor dir steht, klärst du über das Kennzeichen.

Warum gilt die GV als erster Ultra-Langstrecken-Businessjet?

Mit rund 6.500 nautischen Meilen Reichweite schaffte die GV als erster Gulfstream Strecken wie New York–Tokio nonstop. Zusammen mit der etwa zeitgleich entwickelten Bombardier Global Express begründete sie die Klasse der Ultra-Langstrecken-Businessjets. Für die GV erhielt Gulfstream die Collier Trophy für das Jahr 1997.

Was ist der Unterschied zwischen GV und G550?

Die G550 ist die weiterentwickelte GV (intern GV-SP). Sie hat eine siebte Fensterreihe pro Seite, eine leicht nach vorn versetzte Tür, ein modernes PlaneView-Cockpit mit Head-up-Display und Infrarot-Sichtsystem und rund 250 nm mehr Reichweite. Von außen zählst du am besten die Fenster: sechs bei der GV, sieben bei der G550.

Was ist eine C-37A?

C-37A ist die militärische Bezeichnung der GV in den USA. Die Maschinen fliegen hochrangige Regierungsmitglieder, Generäle und Delegationen. Die Variante auf Basis der G550 heißt C-37B. Beide sehen sich sehr ähnlich, auch hier hilft die Fensterzahl.

Welche Triebwerke hat die GV?

Zwei Rolls-Royce BR710 mit je rund 65,6 Kilonewton Startschub. Das Triebwerk entstand in den 1990ern im Gemeinschaftsunternehmen BMW Rolls-Royce in Dahlewitz bei Berlin, die GV war einer der ersten Typen damit. Später trieb es auch die G550 und die Global Express an.

Wird die GV noch gebaut?

Nein. Die Produktion endete 2002 nach 193 Flugzeugen. Ihre Nachfolgerin G550 wurde bis 2021 gebaut. Viele GV fliegen aber weiter, privat, bei Firmen, bei Behörden und beim Militär.

Wo sehe ich in Europa eine C-37A?

Die US Air Force stationiert laut öffentlich zugänglichen Übersichten C-37A auch auf der Ramstein Air Base in der Pfalz. Zusätzlich kommen Maschinen aus den USA zu Konferenzen und Staatsbesuchen nach Europa. Die genaue Zahl und Verteilung ändert sich immer wieder – prüfe den Stand vor Ort.

Gulfstream GV sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Verwandte Flugzeugtypen

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Wo du die Gulfstream GV siehst

Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

Passende Guides aus dem Blog

TT

Planetrack Redaktion

Die Flugzeugtypen-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung an Flughäfen, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Flugzeugtypen von Gulfstream