Bombardier Global Express / XRS

Mit der Global Express stieg Bombardier in den 1990ern in die Liga der Ultralangstrecken-Businessjets ein. Aus ihr wuchs die ganze Global-Familie. So erkennst du das Original und die XRS.

Auch bekannt als: Global Express · Global Express XRS · BD-700 · BD-700-1A10 · GLEX

KanadaBombardierBusinessjetsICAO-Typcode: GLEX12 Min. Lesezeit

GLEX

ICAO-Typcode

1996

Erstflug

~30,3 m

Länge

6.500 nm

Reichweite (XRS)

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Global Express ist der Ursprung der Global-Familie: Bombardiers erster Ultralangstrecken-Businessjet, Erstflug 1996, Indienststellung 1999.
  • Die XRS ist die verbesserte Version mit zusätzlichem Tank und mehr Reichweite; ab 2012 lief sie als Global 6000 mit neuem Cockpit weiter.
  • Im Tracking-Dienst steht der Typ als GLEX – das trennt ihn von Global 5000/5500 (GL5T) und Global 7500 (GL7T), aber nicht von Global 6000/6500.
  • Von außen sind Global Express, XRS und Global 6000 praktisch nicht zu unterscheiden; Klarheit bringt nur das Kennzeichen.
  • Die Zelle hat auch militärische Karriere gemacht, etwa als Aufklärer Sentinel R1 der Royal Air Force.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Bombardier Global Express?
  2. 2.Von der Global Express zur XRS
  3. 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  4. 4.Die Global-Familie im Überblick
  5. 5.Global Express, Gulfstream oder Falcon?
  6. 6.Die militärische Karriere der Global Express
  7. 7.Wo du die Global Express antriffst
  8. 8.Spotting in Genf, Zürich und Salzburg
  9. 9.Fototipps für die Global Express
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerBombardier (Kanada)
FamilieGlobal (Express, XRS, 5000, 6000, 5500, 6500, 7500, 8000)
MusterbezeichnungBD-700-1A10
ICAO-TypcodeGLEX
VorstellungOktober 1991 (NBAA-Convention)
ProgrammstartDezember 1993
Erstflug13. Oktober 1996
Zulassung KanadaJuli 1998
IndienststellungJuli 1999
Global Express XRSangekündigt im Oktober 2003, ab 2012 als Global 6000 weitergeführt
Triebwerke2 × Rolls-Royce BR710 (ursprünglich BMW Rolls-Royce), je rund 65 kN Schub, am Heck montiert
Längerund 30,3 m
Spannweiterund 28,7 m
Max. Startgewichtrund 45,1 t (Stand Global 6000, frühe Global Express leichter)
Passagieretypisch 12 bis 16 in drei Kabinenbereichen
Reichweite (XRS, Herstellerangabe)bis 6.500 nm bei Mach 0,82, rund 6.150 nm bei Mach 0,85
Dienstgipfelhöhe51.000 ft

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zwei Triebwerke seitlich am Heck und ein hohes T-Leitwerk – das klassische Layout großer Businessjets
  • Langer, schlanker Rumpf mit einer Reihe ovaler Kabinenfenster; die Maschine wirkt deutlich größer als Challenger oder Learjet
  • Stark gepfeilter Flügel mit hochgezogenen, leicht nach hinten geneigten Winglets
  • Rumpf und Spannweite fast gleich groß – rund 30 m Länge zu knapp 29 m Spannweite
  • Flaches, tief liegendes Erscheinungsbild auf kurzem Fahrwerk, typisch für Businessjets
  • In Tracking-Diensten als GLEX geführt – denselben Code tragen auch Global 6000 und 6500

Aktualisiert: Oktober 2026 – Auf dem Vorfeld für die allgemeine Luftfahrt steht ein großer, weißer Jet mit zwei Triebwerken am Heck und hohem T-Leitwerk. Der Rumpf ist lang, die Linie elegant, und im Tracking-Dienst taucht der Code GLEX auf. Gut möglich, dass du gerade eine Bombardier Global Express vor dir hast – das Flugzeug, mit dem die heute so erfolgreiche Global-Familie begann. Hier erfährst du, wie die Global Express entstand, was die XRS anders macht, wie du sie von Nachfolgern und Konkurrenten trennst und wo du in Deutschland, Österreich und der Schweiz gute Chancen auf eine Sichtung hast.

Den Urahn der Globals sammeln

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Was ist die Bombardier Global Express?

Die Global Express ist ein zweistrahliger Ultralangstrecken-Businessjet des kanadischen Herstellers Bombardier. Sie war Anfang der 1990er-Jahre Bombardiers Antwort auf eine neue Marktidee: Firmen und wohlhabende Privatkunden wollten Interkontinentalstrecken nonstop fliegen, etwa von New York nach Tokio, und das in einer Kabine, die eher an ein kleines Apartment als an ein enges Flugzeug erinnert. Bis dahin waren Businessjets meist für Strecken innerhalb eines Kontinents oder über den Atlantik ausgelegt.

Bombardier präsentierte das Konzept im Oktober 1991 auf der Convention des US-Businessjet-Verbands NBAA, im Dezember 1993 fiel die offizielle Entscheidung zum Bau. Das Reichweitenziel von rund 6.500 nautischen Meilen war bewusst so gewählt, dass die Global Express den gleichzeitig entwickelten Konkurrenten von Gulfstream übertraf. Die Kabine ist in drei Bereiche aufgeteilt und bietet in typischer Ausstattung Platz für 12 bis 16 Passagiere.

Der Erstflug fand am 13. Oktober 1996 statt und dauerte knapp drei Stunden. Vier Prototypen absolvierten anschließend rund 2.200 Flugstunden im Testprogramm. Im Juli 1998 erteilte Transport Canada die Musterzulassung, weitere Zulassungen folgten. Im Juli 1999 ging die Global Express in den Dienst bei Kunden. Die Musterbezeichnung lautet BD-700-1A10; das Kürzel BD-700 steht für die gesamte Global-Familie.

Gebaut wurde die Global Express im Verbund: Canadair, das zu Bombardier gehörte, führte die Konstruktion und baute die Nase, Shorts in Belfast lieferte unter anderem den vorderen Rumpf, Triebwerksgondeln und Höhenleitwerk, de Havilland Canada steuerte Heckrumpf und Seitenleitwerk bei und übernahm die Endmontage in Toronto. Auch Mitsubishi Heavy Industries war als Partner am Flügel und am Mittelrumpf beteiligt. Diese weit verzweigte Fertigung war typisch für Bombardier, das sich in den 1980er- und 1990er-Jahren mehrere Luftfahrtunternehmen einverleibt hatte.

GLEXICAO-Typcode in Flugplänen und Tracking-Diensten
1996Erstflug, drei Jahre nach dem Programmstart
51.000 ftmaximale Flughöhe – über dem Airliner-Verkehr

Von der Global Express zur XRS

Im Oktober 2003 stellte Bombardier auf der NBAA-Convention in Orlando die Global Express XRS vor. Sie ersetzte das Ursprungsmodell und brachte eine Reihe gezielter Verbesserungen:

  • einen zusätzlichen Tank in der Verkleidung zwischen Flügel und Rumpf, der knapp 1.500 Pfund nutzbaren Treibstoff ergänzt,
  • eine Reichweite von bis zu 6.500 nm bei Mach 0,82 beziehungsweise rund 6.150 nm bei Mach 0,85 (Herstellerangaben),
  • eine Kabinendruckhöhe von 4.500 ft bei 45.000 ft Flughöhe, was lange Flüge angenehmer macht, und
  • das Enhanced Vision System als Serienausstattung, eine Infrarotkamera, die dem Piloten bei schlechter Sicht ein Bild der Umgebung ins Head-up-Display einblendet.

Das Grundflugzeug blieb dabei gleich: Rumpf, Flügel, Leitwerk und Triebwerksanordnung änderten sich nicht sichtbar. Für dich als Spotter ist das wichtig, denn eine Global Express und eine XRS sehen auf dem Vorfeld praktisch identisch aus.

2011 kündigte Bombardier den nächsten Schritt an: Die XRS wurde ab 2012 als Global 6000 weitergeführt. Hauptunterschied ist das neue Bombardier-Vision-Cockpit, das die bisherige Avionik ersetzte. Damit endete die Ära des Namens „Global Express“ in der Produktion. Wer heute eine Maschine mit diesem Namen sieht, hat ein Exemplar aus den Baujahren von 1999 bis Anfang der 2010er-Jahre vor sich. Mehr zum Nachfolger findest du auf der Seite zur Bombardier Global 6000/6500.

Praxis-Tipp: Baujahr über das Kennzeichen

Ob du eine frühe Global Express, eine XRS oder schon eine Global 6000 fotografiert hast, verrät dir das Kennzeichen. Schlag es in einer Datenbank nach und achte auf Seriennummer und Baujahr. Wie das geht, erklärt der Beitrag Flugzeugalter herausfinden.

Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Große Businessjets ähneln sich stark: zwei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, weiße Lackierung, oft kaum Schriftzüge. Mit drei Beobachtungen kommst du trotzdem schnell zum Ziel.

Größe einschätzen

Mit rund 30 Metern Länge und knapp 29 Metern Spannweite ist die Global Express deutlich größer als Challenger, Learjet oder Citation und bewegt sich größenmäßig schon in der Liga kleiner Regionaljets.

Silhouette prüfen

Hecktriebwerke, hohes T-Leitwerk, stark gepfeilter Flügel mit hochgezogenen Winglets und ein flacher Rumpf auf kurzem Fahrwerk. Zwei Triebwerke – nicht drei wie bei Falcon 900, 7X oder 8X.

Typcode und Kennzeichen

Steht im Tracking-Dienst GLEX, bist du bei Global Express, XRS, 6000 oder 6500. Welche davon, klärt das Kennzeichen.

Wie du Kennzeichen liest und welches Land hinter welchem Präfix steckt, erklärt der Beitrag Flugzeugkennzeichen verstehen. Was hinter Typcodes wie GLEX steckt und wie sie sich von IATA-Codes unterscheiden, steht in IATA- und ICAO-Codes erklärt.

Die Global-Familie im Überblick

Aus der Global Express ist über drei Jahrzehnte eine ganze Flugzeugfamilie gewachsen. Die Tabelle zeigt, wie die Modelle zusammenhängen.

Modell Status ICAO-Typcode Verhältnis zur Global Express
Global Express historisch, Indienststellung 1999 GLEX Ursprungsmodell
Global Express XRS historisch, ab 2003 GLEX mehr Treibstoff und Reichweite
Global 5000 Produktion beendet GL5T verkürzter Rumpf, weniger Reichweite
Global 6000 Produktion beendet GLEX XRS mit Vision-Cockpit
Global 5500 / 6500 aktuell GL5T / GLEX neue Triebwerke, überarbeiteter Flügel
Global 7500 / 8000 aktuell GL7T (8000 im Tracking meist ebenfalls) weitgehend neue, längere Konstruktion

Die Global 5000 ist die verkürzte Variante: Sie ist etwas kürzer und hat weniger Reichweite, dafür ist sie leichter und günstiger im Betrieb. Im Tracking-Dienst trennst du sie über ihren eigenen Code GL5T. Details findest du auf der Seite zur Global 5000/5500.

Die großen Schwestern Global 7500 und Global 8000 sind dagegen keine einfachen Streckungen mehr: Sie haben einen neuen Flügel, GE-Passport-Triebwerke und einen spürbar längeren Rumpf. Neben einer Global Express wirkt eine 7500 deutlich gestreckter, mit mehr Kabinenfenstern.

GLEX ist kein eindeutiger Typ

Unter GLEX laufen vier Modellbezeichnungen aus über 25 Jahren Produktion. Wenn du deine Sichtung als „Global Express“ einträgst, prüf vorher das Kennzeichen – sonst landet eine Global 6500 versehentlich unter dem falschen Typ.

Global Express, Gulfstream oder Falcon?

Die Global Express und die Gulfstream GV haben in den 1990er-Jahren das Segment der Ultralangstrecken-Businessjets praktisch gemeinsam begründet. Bis heute sind sie und ihre Nachfolger die häufigsten Verwechslungspartner. Der Finder hilft beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: großer Businessjet mit Hecktriebwerken

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Bombardier Global Express, XRS, 6000 oder 6500

Zwei Hecktriebwerke, langer Rumpf und der Code GLEX führen zur klassischen Global. Ob es das Original, die XRS oder ein jüngeres Modell ist, klärt das Kennzeichen.

Wahrscheinlich

Gulfstream GV oder G550

Die großen ovalen Fenster sind das Gulfstream-Erkennungszeichen. GV und G550 sind die direkten Zeitgenossen der Global Express.

Wahrscheinlich

Dassault Falcon 900, 7X oder 8X

Drei Triebwerke sind das klare Merkmal der großen Falcons. Jede Global hat genau zwei.

Die Gulfstream G550, die Weiterentwicklung der GV, ist in Europa nach wie vor häufig zu sehen und damit der wahrscheinlichste Verwechslungspartner. Die Dreistrahler wie die Dassault Falcon 900 schließt du dagegen schnell aus. Kleiner und kompakter ist die Challenger 604/605 aus dem eigenen Haus: Sie hat ebenfalls Hecktriebwerke und T-Leitwerk, ist aber um eine Größenklasse kleiner und wirkt deutlich kompakter. Eine ausführliche Anleitung zum Auseinanderhalten der großen Businessjet-Marken bietet der Guide Businessjet-Typen unterscheiden.

Die militärische Karriere der Global Express

Die robuste Zelle mit hoher Reichweite und großer Flughöhe machte die Global Express auch für Streitkräfte interessant.

Die bekannteste Militärversion ist die Sentinel R1 der britischen Royal Air Force. Unter dem Rumpf trug sie in einer langen, kanuförmigen Verkleidung ein großes Radar zur Bodenaufklärung; das Programm lief ursprünglich unter dem Namen ASTOR. Fünf Maschinen flogen bei der No. 5 Squadron in Waddington, ab 2008 auch im Einsatz über Afghanistan. Im Februar 2021 fand der letzte Einsatzflug statt, danach wurde die Sentinel ausgemustert und an ein Konsortium in den USA verkauft. Als britischer Typ ist sie damit Geschichte; Fotos aus der aktiven Zeit sind heute begehrte Sammlerstücke.

Die US Air Force nutzt unter der Bezeichnung E-11A Global-Jets als fliegende Kommunikationsknoten, die Funk- und Datenverbindungen zwischen Einheiten am Boden und in der Luft herstellen. Spätere Global-Modelle bilden zudem die Basis für Frühwarnsysteme wie den GlobalEye von Saab. Im deutschsprachigen Raum fliegt die Flugbereitschaft des BMVg übrigens die jüngeren Global 5000 und 6000, nicht die ursprüngliche Global Express – ein typischer Fall für Verwechslungen. Tipps rund um Staats- und Militärmaschinen findest du im Beitrag Regierungsflugzeuge spotten.

Wo du die Global Express antriffst

Businessjets fliegen keine festen Linien. Eine Global Express taucht dort auf, wo ihr Betreiber gerade hinwill: zu Geschäftsterminen, Messen, Gipfeltreffen, in Skigebiete oder an die Mittelmeerküste. Viele frühe Exemplare sind inzwischen bei Zweit- oder Drittbesitzern, bei Charteranbietern oder in Firmenflotten unterwegs. Weil die Produktion als „Global Express“ seit über einem Jahrzehnt beendet ist, wird der Anteil der Originale am Global-Verkehr mit der Zeit kleiner – umso schöner ist ein bewusster Fang.

Schweiz: Der Flughafen Genf ist dank internationaler Organisationen und vieler Privatkunden ganzjährig einer der besten Businessjet-Flughäfen Europas. Am Flughafen Zürich lohnt sich vor allem der Januar, wenn rund um das Weltwirtschaftsforum in Davos zahlreiche große Businessjets landen. Einen Überblick über die Zürcher Standorte gibt der Guide Planespotting in Zürich.

Deutschland: Am Flughafen München sorgen Messen und die Sicherheitskonferenz im Februar regelmäßig für zusätzlichen Businessjet-Verkehr. Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg sehen große Globals eher verteilt über das Jahr.

Österreich: In Salzburg und Wien lohnen sich die Festspielzeit im Sommer und die Wintersaison, wenn Privatreisende in die Alpen fliegen. Am Flughafen Wien kommen Konferenzen und internationale Organisationen hinzu.

Ort Trefferchance Warum
Genf mittel bis hoch ganzjährig starker Businessjet-Verkehr
Zürich (Januar, WEF) hoch viele Langstrecken-Businessjets in kurzer Zeit
München mittel Messen, Sicherheitskonferenz, Geschäftsverkehr
Salzburg, Wien mittel saisonal, je nach Veranstaltungen
Paris-Le Bourget hoch einer der großen Businessjet-Flughäfen Europas

Wer einen Ausflug nach Frankreich plant: Der Flughafen Paris-Le Bourget ist fast ausschließlich der allgemeinen Luftfahrt und Businessjets vorbehalten – dort ist die Dichte an großen Globals besonders hoch.

Keine Flugpläne, viele Überraschungen

Businessjets stehen nicht im veröffentlichten Flugplan, und manche Betreiber lassen ihre Daten in Tracking-Diensten ausblenden. Plane mit Wahrscheinlichkeiten statt mit festen Zeiten und schau während deiner Session immer wieder nach dem Code GLEX.

Wie du Flüge live verfolgst und was ADS-B-Daten verraten, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B. Allgemeine Tipps für Businessjet-Sessions findest du im Beitrag Businessjets spotten.

Keine Global mehr verpassen

Richte für den Typ oder einzelne Kennzeichen einen Sichtungs-Alarm ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn sie anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Spotting in Genf, Zürich und Salzburg

In Genf ist die Aussichtsterrasse der naheliegende Startpunkt. Der Flughafen hat eine große Hauptpiste, jeder Businessjet kommt also zwangsläufig an denselben Stellen vorbei. In Zürich bietet der Butzenbüel gute Sicht auf Pistenbewegungen. In München ist der Besucherhügel der Klassiker, in Salzburg die Besucherterrasse, von der aus du das Vorfeld mit seinem saisonal starken Privatverkehr gut im Blick hast.

Welche Piste gerade in Betrieb ist, hängt vom Wind ab. Wie du die Betriebsrichtung vorab einschätzt, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.

Bereit für die Global-Jagd?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe geprüft, ob am Zielflughafen gerade eine Messe, ein Gipfel oder eine Saison-Spitze ansteht.
  • Ich habe einen Tracking-Dienst mit Filter auf GLEX offen.
  • Ich kenne die voraussichtliche Betriebsrichtung.
  • Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
  • Ich habe genug Brennweite für Maschinen auf entfernten Vorfeldern dabei.

Ob dein Standpunkt rechtlich unproblematisch ist, klärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.

Fototipps für die Global Express

Die Global Express ist für einen Businessjet groß, aber deutlich kleiner als jeder Langstrecken-Airliner. Mit ein paar Kniffen holst du mehr aus der Begegnung heraus.

Brennweite einplanen

Bei rund 30 Metern Länge brauchst du für formatfüllende Bilder mehr Brennweite als bei Linienjets, vor allem auf entlegenen GA-Vorfeldern. Welche Objektive sich eignen, steht im Guide Brennweite fürs Planespotting.

Kennzeichen zuerst

Weil GLEX mehrere Modelle umfasst, ist ein lesbares Kennzeichen am Heck Gold wert. Mach zuerst ein Belegfoto, dann das schöne Bild.

Seitenprofil zeigen

Die lange Fensterreihe, die Hecktriebwerke und das T-Leitwerk kommen im sauberen Seitenprofil beim Rollen am besten zur Geltung.

Weiß braucht Licht im Rücken

Viele Globals sind nahezu komplett weiß. Im Gegenlicht verlieren sie jede Zeichnung, mit der Sonne im Rücken bleiben Fenster und Linien sichtbar. Belichte eher etwas knapper.

Wann das Licht an deinem Spot passt, kannst du vorab berechnen – der Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot zeigt, wie. Welche Ausrüstung du wirklich brauchst, steht in der Planespotting-Ausrüstung-Checkliste. Und wer gezielt nach selteneren Maschinen sucht, findet Anregungen im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die Global Express, wenn …

  • zwei Triebwerke am Heck und ein T-Leitwerk zu sehen sind
  • der Rumpf lang wirkt, etwa so lang wie die Spannweite
  • im Tracking-Dienst GLEX als Typ steht
  • die Datenbank zum Kennzeichen ein Baujahr zwischen 1999 und Anfang der 2010er-Jahre zeigt

Sieh genauer hin, wenn …

  • GLEX angezeigt wird, das Kennzeichen aber zu einer Global 6000 oder 6500 gehört
  • die Maschine etwas kompakter wirkt – dann kann es eine Global 5000/5500 sein
  • die Fenster auffällig groß und oval sind – dann eher eine Gulfstream

Es ist keine Global Express, wenn …

  • du drei Triebwerke siehst – dann ist es eine Falcon
  • die Triebwerke unter den Flügeln hängen – dann ist es ein Airliner
  • der Typcode GL7T oder GL5T lautet
  • der Rumpf spürbar länger wirkt und mehr Kabinenfenster zeigt – typisch für die Global 7500

Fazit

Die Global Express ist mehr als ein weiterer Businessjet: Mit ihr hat Bombardier ab 1999 den Grundstein für eine der erfolgreichsten Businessjet-Familien gelegt. Fast alles, was heute unter dem Namen Global fliegt, geht auf ihre Konstruktion zurück. Die Originale und die XRS sind inzwischen historische Produktionsvarianten, fliegen aber weiterhin – oft unbemerkt zwischen jüngeren Schwestern mit demselben Typcode. Wer genau hinsieht und das Kennzeichen prüft, kann sie gezielt in seine Sammlung aufnehmen.

Kurzfazit

Zwei Hecktriebwerke, T-Leitwerk, rund 30 Meter Länge und der Code GLEX: Das ist die klassische Global. Ob Original, XRS oder Global 6000, verrät nur das Kennzeichen – die besten Chancen hast du an Businessjet-Flughäfen wie Genf, Zürich, München oder Paris-Le Bourget.

Zusammenfassung

  • Bombardier stellte die Global Express 1991 vor, startete das Programm 1993 und brachte sie nach dem Erstflug 1996 im Jahr 1999 in den Dienst.
  • Sie war Bombardiers direkte Antwort auf die Gulfstream V im neuen Segment der Ultralangstrecken-Businessjets.
  • Die 2003 angekündigte XRS brachte mehr Treibstoff und Reichweite und wurde 2012 mit dem Vision-Cockpit zur Global 6000.
  • Hecktriebwerke, T-Leitwerk, langer Rumpf und der Code GLEX führen dich zum Typ; die genaue Variante klärt das Kennzeichen.

Häufige Fragen

Welchen ICAO-Typcode hat die Global Express?

Die Global Express und die XRS laufen unter GLEX. Denselben Code tragen auch die Nachfolger Global 6000 und 6500. Die kürzeren Global 5000 und 5500 erscheinen als GL5T, die große Global 7500 als GL7T.

Was bedeutet XRS?

XRS ist die Bezeichnung der reichweitenstärkeren Weiterentwicklung der Global Express. Sie bekam unter anderem einen zusätzlichen Tank im Übergang zwischen Flügel und Rumpf und ein Enhanced Vision System als Serienausstattung.

Wie unterscheide ich Global Express, XRS und Global 6000?

Von außen praktisch gar nicht. Die drei Varianten teilen Rumpf, Flügel und Triebwerksanordnung. Die Global 6000 ist im Kern eine XRS mit dem neuen Bombardier-Vision-Cockpit. Sicher bist du nur über das Kennzeichen und den Eintrag in einer Datenbank.

Wie unterscheide ich die Global Express von der Gulfstream GV?

Beide haben Hecktriebwerke und T-Leitwerk und entstanden zur selben Zeit als Konkurrenten. Die Gulfstream GV zeigt die typischen, sehr großen ovalen Gulfstream-Fenster und eine charakteristische Gulfstream-Nase. Die Global wirkt mit ihren kleineren Fenstern und dem längeren Rumpf gestreckter. Letzte Instanz bleibt der Typcode: GLF5 statt GLEX.

Welche Triebwerke hat die Global Express?

Zwei Mantelstromtriebwerke der Familie BR710, ursprünglich von BMW Rolls-Royce entwickelt und heute bei Rolls-Royce. Jedes Triebwerk liefert rund 65 Kilonewton Schub.

Wird die Global Express noch gebaut?

Nein, nicht unter diesem Namen. Die ursprüngliche Global Express wurde von der XRS abgelöst, die XRS ab 2012 als Global 6000 weitergeführt. Heute baut Bombardier die Global 5500, 6500, 7500 und 8000. Die Global Express und XRS sind damit historische Produktionsvarianten, viele Exemplare fliegen aber weiterhin.

Was ist die Sentinel R1?

Ein Aufklärungsflugzeug der Royal Air Force auf Basis der Global Express, mit einem großen Radar in einer kanuförmigen Verkleidung unter dem Rumpf. Fünf Maschinen flogen bei der No. 5 Squadron in Waddington; der letzte Einsatzflug fand im Februar 2021 statt, danach wurde der Typ ausgemustert.

Bombardier Global Express / XRS sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

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