Das Wichtigste in Kürze
- Fliegender Kommandoposten: Die E-4B ist das National Airborne Operations Center der USA. Im Ernstfall sollen Präsident, Verteidigungsminister und militärische Führung von hier aus weiter führen können.
- Vier umgebaute Jumbos: Alle E-4B basieren auf der Boeing 747-200. Drei wurden als E-4A geliefert und später aufgerüstet, eine Maschine kam direkt als E-4B.
- Gebaut für den schlimmsten Fall: Abschirmung gegen elektromagnetische Impulse, Luftbetankung und eine kilometerlange Schleppantenne brachten ihr den Spitznamen „Doomsday Plane“ ein.
- Bestes Erkennungszeichen: die flache Antennenkuppel auf dem Buckel, kombiniert mit der weiß-blauen Lackierung der US Air Force.
- Nachfolger E-4C: Sierra Nevada Corporation baut im Programm SAOC fünf ehemalige Korean-Air-747-8 zu neuen Kommandoposten um (Stand Oktober 2026).
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | Boeing (Basis: 747-200) |
|---|---|
| Betreiber | US Air Force, 1st Airborne Command and Control Squadron (595th Command and Control Group), Offutt Air Force Base, Nebraska |
| Rolle | National Airborne Operations Center (NAOC), fliegender Kommandoposten der obersten Führung |
| Anzahl | 4 Maschinen (3 umgebaute E-4A, 1 als E-4B gebaut) |
| Seriennummern | 73-1676, 73-1677, 74-0787, 75-0125 |
| Erstflug | 13. Juni 1973 (E-4A) |
| Auslieferung E-4B | Dezember 1979 (75-0125); alle E-4A bis Januar 1985 auf E-4B-Stand gebracht |
| Triebwerke | 4 × General Electric F103-GE-100 (militärische Version des CF6-50E2), je rund 233 kN Schub |
| Länge | rund 70,5 m |
| Spannweite | rund 59,6 m |
| Höhe | rund 19,3 m |
| Max. Startgewicht | rund 360 bis 378 t (Angaben je nach Quelle) |
| Flugdauer | rund 12 Stunden ohne Luftbetankung; längster Testflug 35,4 Stunden |
| Besatzung | bis zu 112 Personen |
| Besonderheiten | Schutz gegen elektromagnetische Impulse, Luftbetankung, Satellitenantenne im Rückenradom, Schleppantenne von rund 8 km Länge |
| Nachfolger | E-4C Survivable Airborne Operations Center (SAOC) auf Basis der 747-8I |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Classic-747-Silhouette mit kurzem Buckel, vier Triebwerken und runden Flügelspitzen ohne Winglets
- Flache Antennenkuppel oben auf dem Buckel – das Radom für die Satellitenkommunikation ist das wichtigste Erkennungszeichen
- Weiße Grundlackierung mit blauer Zierlinie und dem Schriftzug „United States Air Force“, US-Flagge am Seitenleitwerk
- Kein Präsidentensiegel und kein Schriftzug „United States of America“ – damit grenzt du sie von der VC-25A ab
- Viele zusätzliche Antennen an Ober- und Unterseite des Rumpfs
- Aufnahme für die Luftbetankung auf dem vorderen Rumpf über dem Cockpit
Aktualisiert: Oktober 2026 – Auf den ersten Blick ein ganz normaler Classic-Jumbo in Weiß und Blau. Doch oben auf dem Buckel sitzt eine flache Kuppel, am Rumpf stehen auffällig viele Antennen, und der Schriftzug lautet „United States Air Force“: Das ist die Boeing E-4B Nightwatch, der fliegende Kommandoposten der US-Streitkräfte. Sie ist dafür gebaut, im schlimmsten denkbaren Fall – einem Atomkrieg – in der Luft zu bleiben und die Führung des Landes handlungsfähig zu halten. Hier erfährst du, was in den vier umgebauten Boeing 747-200 steckt, woran du sie erkennst, wie es um den Nachfolger E-4C steht und wie realistisch ein Foto in Europa ist.
Ein Jumbo für die Sammlung
Mit Planetrack hältst du deine Sichtung der E-4B mit Foto, Kennzeichen, Typ und Spot fest und sammelst sie in deinem Hangar – direkt neben den anderen Regierungs- und Militärjets. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Boeing E-4B?
Die E-4B ist das National Airborne Operations Center (NAOC) der Vereinigten Staaten, also ein Kommandoposten in der Luft. Im Krisenfall sollen von hier aus der Präsident, der Verteidigungsminister und ihre Stellvertreter die Streitkräfte führen können, auch wenn Kommandozentralen am Boden ausgefallen sind. Bis 1994 hieß die Aufgabe National Emergency Airborne Command Post (NEACP), im Jargon „Kneecap“ ausgesprochen.
Das „E“ steht im US-Bezeichnungssystem für Flugzeuge mit spezieller Elektronik, ähnlich wie bei der E-3 Sentry oder der E-6 Mercury. Gebaut wurden die Zellen bei Boeing als 747-200, ausgerüstet und umgebaut wurden sie anschließend für ihre militärische Rolle.
Betreiber ist die 1st Airborne Command and Control Squadron, Teil der 595th Command and Control Group. Die Einsätze koordiniert das US Strategic Command. Heimatbasis ist die Offutt Air Force Base in Nebraska. Ursprünglich stand die Flotte auf der Andrews Air Force Base bei Washington, wurde aber aus Sicherheitsgründen ins Landesinnere verlegt – eine Maschine blieb noch bis 1994 dauerhaft in Andrews.
Geschichte: vom Airline-Jumbo zum Kommandoposten
In den frühen Siebzigerjahren suchte die US Air Force einen Nachfolger für ihre Kommandoposten auf Basis der EC-135, einer Variante der Boeing-707-Familie. Boeing bot dafür zwei 747-200-Zellen an, die ursprünglich für eine Airline gedacht waren, deren Bestellung nicht zustande kam. Im Februar 1973 erhielt Boeing den Auftrag über zwei zunächst unausgerüstete E-4A, wenig später kam eine dritte dazu.
Der Erstflug einer E-4A fand am 13. Juni 1973 statt. Die drei A-Modelle waren im Kern noch mit der Elektronik der Vorgänger ausgestattet und dienten als Übergangslösung. Die ersten beiden flogen anfangs mit Triebwerken von Pratt & Whitney (JT9D); später erhielten alle Maschinen die General-Electric-Triebwerke, die heute Standard sind.
Im Dezember 1973 bestellte die Air Force eine vierte Maschine mit deutlich modernerer Ausrüstung – die erste E-4B mit der Seriennummer 75-0125. Sie wurde im Dezember 1979 ausgeliefert und brachte als sichtbarstes neues Merkmal das Radom auf dem Buckel mit, in dem die Antenne für Satellitenkommunikation sitzt. Bis Januar 1985 wurden alle drei E-4A auf denselben Stand gebracht. Ursprünglich waren sogar sechs einsatzfähige Maschinen plus ein Erprobungsflugzeug vorgesehen, die letzten drei wurden aber nie gebaut.
Die vier Seriennummern
Die Flotte besteht aus 73-1676, 73-1677, 74-0787 und 75-0125. Die ersten beiden Ziffern stehen für das Haushaltsjahr der Bestellung. Wie das System der US-Militärkennzeichen funktioniert und wie die Nummer am Leitwerk verkürzt wird, erklärt der Beitrag US-Militärkennzeichen.
Mehrfach stand die Flotte vor dem Aus. 2006 plante der damalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld die schrittweise Ausmusterung ab 2009, 2007 sollte zunächst nur eine Maschine gehen – im Mai 2007 nahm sein Nachfolger Robert Gates die Entscheidung zurück. Parallel dazu lief bereits seit 2005 ein mehrjähriger Modernisierungsvertrag mit Boeing. Die Lebensdauer der Zellen ist mit 115.000 Flugstunden und 30.000 Zyklen angegeben; wann diese Grenze erreicht wird, schätzen Quellen unterschiedlich ein.
Technik: gebaut für den Ernstfall
Von außen ein Jumbo, innen ein Gefechtsstand auf drei Ebenen. Das Herzstück ist die Kommunikation: Die E-4B kann über nahezu alle Frequenzbereiche mit Bodenstellen, anderen Flugzeugen und über Satelliten in Verbindung bleiben.
| Bereich | Was dort ist |
|---|---|
| Hauptdeck | Arbeitsbereich für die Führung, Konferenzraum, Briefingraum, Einsatzzentrale mit Dutzenden Arbeitsplätzen, Kommunikationsbereich, Ruhezonen |
| Bordküche | ausgelegt für mehr als 100 warme Mahlzeiten |
| Unterdeck | Stromversorgung und Technik, dazu die Trommel für die Schleppantenne |
| Rückenradom | Antenne für die Satellitenkommunikation |
| Cockpit | bewusst teils analoge Instrumente, die gegen elektromagnetische Impulse weniger empfindlich sind |
Besonders ist die Härtung gegen elektromagnetische Impulse (EMP), wie sie bei einer Atomexplosion entstehen. Elektronik und Verkabelung sind abgeschirmt, damit die Systeme weiterarbeiten. Für Verbindungen im Langwellenbereich trägt die E-4B eine Schleppantenne von rund acht Kilometern Länge, die im Flug ausgefahren wird.
Dazu kommt die Luftbetankung. Ohne Tanken bleibt die E-4B etwa zwölf Stunden in der Luft, mit Luftbetankung ist sie nach gängigen Angaben für Einsätze von mehreren Tagen ausgelegt. Der längste dokumentierte Testflug dauerte 35,4 Stunden. Um eine leere E-4B vollständig zu betanken, braucht es nach Angaben in Nachschlagewerken zwei voll beladene KC-135 Stratotanker. Wie Tanker aussehen und wie du sie unterscheidest, zeigt der Beitrag Tankflugzeuge erkennen.
Warum ein Jumbo?
Die 747 bot schon in den Siebzigern genug Platz, Tragfähigkeit und Reichweite für eine große Besatzung samt Technik. Die E-4B hat nach gängigen Angaben die größte Besatzung aller Flugzeuge der US Air Force – bis zu 112 Personen.
Aufgaben im Alltag
Der eigentliche Zweck der E-4B ist ein Szenario, das hoffentlich nie eintritt. Im Alltag ist sie trotzdem regelmäßig unterwegs.
Bereitschaft rund um die Uhr
Die Flotte wird in hoher Bereitschaft gehalten, um im Krisenfall schnell abheben zu können. Übungsflüge halten Besatzungen und Systeme in Form.
Reisen des Verteidigungsministers
Für Auslandsreisen nutzt der US-Verteidigungsminister bevorzugt die E-4B. So bleibt er auch unterwegs voll mit der militärischen Führung verbunden.
Begleitung von Präsidentenreisen
Fliegt der Präsident mit der Air Force One ins Ausland, wird häufig eine E-4B an einen Flughafen in der Nähe verlegt – als Rückfalloption für den Ernstfall.
Katastrophenhilfe
Seit 1994 gehört auch Unterstützung bei Naturkatastrophen zu den Aufgaben, etwa der Transport von Einsatzkräften der US-Katastrophenschutzbehörde FEMA.
Für Spotter sind vor allem die Ministerreisen interessant: Sie werden in der Regel öffentlich angekündigt, und die E-4B landet dann an Flughäfen, die sonst nie einen Militär-Jumbo sehen. Mehr über solche Gäste liest du im Beitrag Regierungsflugzeuge spotten.
Juni 2017: Tornado auf der Offutt AFB
Wie verwundbar selbst das „Doomsday Plane“ am Boden ist, zeigte der Juni 2017: Ein Tornado traf die Offutt Air Force Base und beschädigte einen Hangar, in dem zwei E-4B standen; Trümmer trafen die Maschinen. Beide Maschinen fielen rund elf Wochen aus.
Woran du die E-4B erkennst
Die Grundform ist eine Classic-747 der zweiten Generation. Was sie zur E-4B macht, sind wenige, aber eindeutige Details.
Silhouette prüfen
Vier Triebwerke, kurzer Buckel, runde Flügelspitzen ohne Winglets: eine 747-100 oder -200. Ist der Buckel lang, bist du bei einer 747-300 oder neuer.
Kuppel auf dem Buckel
Das flache Radom oben auf dem Oberdeck ist das Markenzeichen der E-4B. Die VC-25A trägt keine solche Kuppel.
Lackierung lesen
Weißer Rumpf, blaue Zierlinie, „United States Air Force“ in großen Buchstaben, US-Flagge am Seitenleitwerk. Präsidentensiegel und Hellblau fehlen.
Antennen und Seriennummer
Zahlreiche zusätzliche Antennen am Rumpf und die verkürzte Seriennummer am Leitwerk bestätigen die Bestimmung.
| Merkmal | E-4B | VC-25A | E-4C (SAOC) |
|---|---|---|---|
| Basis | 747-200 | 747-200B | 747-8I |
| Aufgabe | Kommandoposten | Präsidententransport | Kommandoposten (Nachfolger) |
| Buckel | kurz, mit Radom | kurz, ohne Radom | lang |
| Flügelspitzen | rund | rund | gepfeilt (Raked Wingtips) |
| Lackierung | Weiß-Blau, „United States Air Force“ | Hellblau-Weiß, „United States of America“ | noch nicht im Einsatz |
| Anzahl | 4 | 2 | 5 bestellt |
Wenn du die 747-Generationen sicher auseinanderhalten willst, hilft der Beitrag Boeing 747-100 bis 747-8. Die Geschichte des Jumbos insgesamt erzählt Geschichte der Boeing 747.
Schnellbestimmung: Classic-747 mit US-Flagge
Boeing E-4B Nightwatch
Weiß-blaue Air-Force-Lackierung und Radom auf dem Buckel sind das typische Bild. Prüf jetzt die Seriennummer am Leitwerk.
Boeing VC-25A
Hellblau-weiß mit „United States of America“ ist die Air Force One. Am Leitwerk steht 28000 oder 29000.
Zivile 747-100 oder -200
Classic-Jumbos im Airline-Dienst sind selten geworden. Ein Blick auf das Kennzeichen klärt, ob es ein Frachter oder ein Sonderflugzeug ist.
Der Nachfolger: SAOC und E-4C
Die E-4B fliegt seit mehr als vier Jahrzehnten, Ersatzteile und Wartung werden aufwendiger. Deshalb startete die US Air Force um 2019 das Programm Survivable Airborne Operations Center (SAOC). Erste Entwicklungsgelder flossen ab dem Haushaltsjahr 2021.
Im Wettbewerb blieb am Ende nur ein Anbieter übrig: Boeing zog sich im Dezember 2023 zurück, weil das Unternehmen keinen Festpreisvertrag eingehen wollte. 2024 erhielt die Sierra Nevada Corporation (SNC) den Auftrag über rund 13 Milliarden US-Dollar für fünf Flugzeuge, mit einer Laufzeit bis 2036. SNC hatte schon 2023 angekündigt, in Dayton (Ohio) Hangars für Wartung und Umbau zu errichten.
Als Grundlage dienen keine Neubauten, sondern gebrauchte Jumbos: SNC kaufte fünf Boeing 747-8I von Korean Air. Im August 2024 bekam das Programm die Bezeichnung E-4C. Inzwischen läuft der Umbau der ersten Maschinen. Die Nachfolger setzen damit auf die gleiche Basis wie die künftigen Präsidentenflugzeuge VC-25B – die Boeing 747-8.
Stand Oktober 2026
Die E-4C ist noch nicht im Einsatz, die vier E-4B fliegen weiter. Termine für Erprobung und Indienststellung haben sich in der Vergangenheit verschoben. Wenn du eine E-4C vor die Linse bekommen willst, verfolge aktuelle Meldungen der US Air Force und von SNC.
Spotting: wie du eine E-4B erwischst
Die E-4B fliegt nach keinem Flugplan, und ihre Heimat liegt mitten in den USA. Trotzdem kommt sie regelmäßig in die Welt hinaus – und damit auch nach Europa.
Ministerreisen verfolgen
Reisen des US-Verteidigungsministers zu NATO-Treffen, Konferenzen oder Truppenbesuchen werden meist vorher angekündigt. Das ist die beste Chance, die E-4B in Europa zu sehen.
Präsidentenbesuche im Blick behalten
Reist der Präsident ins Ausland, kann eine E-4B an einem Flughafen in der Region bereitstehen – nicht zwingend am selben Ort wie die Air Force One.
Militärflugplätze kennen
Bei Besuchen von US-Einrichtungen kommen Stützpunkte wie die Ramstein Air Base infrage. Wie du dort legal spottest, zeigt Planespotting an der Ramstein Air Base.
Abflug statt Ankunft
Ankunftszeiten sind oft schwer vorherzusagen. Der Rückflug nach einem angekündigten Termin lässt sich meist besser planen.
Landet die E-4B an einem großen Verkehrsflughafen, sind die bekannten Besucherflächen oft dein bester Platz – in Frankfurt etwa die Aussichtsplattform Zeppelinheim, in München der Besucherhügel. Bei Sicherheitslagen können Polizei und Flughafen Bereiche aber kurzfristig sperren. Was beim Fotografieren rund um militärische Anlagen erlaubt ist, steht im Beitrag Militärflugplätze fotografieren.
Gute Chancen, wenn …
- eine Reise des US-Verteidigungsministers offiziell angekündigt ist
- der Abflug tagsüber stattfindet
- dein Standort öffentlich zugänglich ist und zur Betriebsrichtung passt
Schwierig, wenn …
- die Maschine auf einem abgeschirmten Militärvorfeld steht
- nur Gerüchte und keine offizielle Ankündigung vorliegen
- die Ankunft in der Nacht liegt
Lass es, wenn …
- du dafür Zäune übersteigen oder Sperrzonen betreten müsstest
- du eine Drohne starten willst
- Sicherheitskräfte dich auffordern, den Ort zu verlassen
Alarm, wenn ein Classic-Jumbo kommt
Mit Planetrack legst du Sichtungs-Alarme für Kennzeichen und Typen an und wirst benachrichtigt, wenn eine passende Maschine deinen Flughafen anfliegt. Wetter, Wind und Pisten am Platz siehst du gleich mit. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Tracking: Doomsday Plane auf dem Radar?
Die E-4B ist kein Geheimflugzeug, aber auch kein Gast, der sich ankündigt. In kommerziellen Flugradar-Diensten erscheinen Militärflüge oft gefiltert oder gar nicht. Ungefilterte Community-Tracker zeigen mehr, doch die E-4B kann ihre Transponder-Aussendungen je nach Einsatz einschränken. Wie du solche Flüge grundsätzlich verfolgst, erklärt der Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen; für die Suche nach einem bestimmten Flugzeug hilft Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.
Typcode im Tracking
Weil die E-4B auf der 747-200 basiert, wird sie in Trackern in der Regel unter dem ICAO-Typcode B742 geführt – denselben Code nutzt auch die VC-25A. In Europa ist ein Filter auf B742 deshalb ergiebig: Zivile 747-200 sind hier praktisch verschwunden. Die Rufzeichen wechseln dagegen; früher flog die E-4B unter dem festen Rufzeichen „Silver Dollar“.
Wichtig ist auch der Unterschied zwischen Rufzeichen und Kennung: Die Seriennummer am Leitwerk bleibt gleich, das Rufzeichen im Funk ändert sich je nach Mission. Mehr dazu im Beitrag Callsign und Flugnummer.
Verwandte Typen
Die nächste Verwandte der E-4B ist die VC-25A: ebenfalls eine 747-200 der US Air Force, aber als Präsidentenflugzeug ausgebaut. Eine ähnliche Aufgabe wie die E-4B hat die E-6 Mercury der US Navy, die auf der Boeing 707 basiert und unter anderem die Verbindung zu den strategischen U-Booten sichert. Aus der 707-Familie stammt auch die E-3 Sentry mit ihrem markanten Rotodom, die du in Europa über den NATO-Verband kennst. Einen Überblick über solche Spezialisten gibt der Beitrag AWACS, Seeaufklärer und Aufklärungsflugzeuge.
Die Triebwerke der E-4B stammen von General Electric; mehr zum Hersteller findest du auf der Seite zu GE Aerospace. Wer die Geschichte amerikanischer Militär- und Regierungsflugzeuge vertiefen will, findet im National Museum of the US Air Force in Dayton eine große Sammlung – darunter frühere Präsidentenflugzeuge. Weitere Ideen für Raritäten liefert Seltene Flugzeuge spotten.
Fazit
Die Boeing E-4B Nightwatch ist eines der ungewöhnlichsten Flugzeuge der Welt: ein Jumbo der Siebzigerjahre, gebaut für ein Szenario, das niemand erleben will, und bis heute im Dienst. Vier Maschinen stehen in Nebraska bereit, fliegen den US-Verteidigungsminister um die Welt und begleiten Präsidentenreisen. Mit dem E-4C auf Basis der 747-8 ist die Ablösung in Arbeit – noch aber gehört der Himmel der alten Garde.
Kurzfazit
Classic-747 in Weiß-Blau, „United States Air Force“ am Rumpf und eine flache Kuppel auf dem Buckel: Das ist die E-4B. In Europa siehst du sie fast nur bei Reisen des US-Verteidigungsministers oder als Begleitung von Präsidentenbesuchen. Wer sie fotografieren will, verfolgt Ankündigungen, plant den Abflug bei Tageslicht ein und bleibt immer außerhalb der Sperrzonen.
Zusammenfassung
- Die Boeing E-4B Nightwatch ist der fliegende Kommandoposten der US-Streitkräfte und basiert auf der Boeing 747-200.
- Vier Maschinen sind bei der 1st Airborne Command and Control Squadron auf der Offutt Air Force Base in Nebraska stationiert.
- Sie ist gegen nukleare Effekte gehärtet, in der Luft betankbar und dient im Alltag oft als Reiseflugzeug des US-Verteidigungsministers.
- Als Nachfolger baut die Sierra Nevada Corporation im Programm Survivable Airborne Operations Center gebrauchte 747-8I von Korean Air zur E-4C um.
Häufige Fragen
Warum heißt die E-4B „Doomsday Plane“?
Der Spitzname – auf Deutsch etwa „Weltuntergangsflugzeug“ – stammt aus ihrer Aufgabe: Die E-4B ist dafür ausgelegt, auch nach einem Atomangriff weiterzufliegen und die Führung der US-Streitkräfte aus der Luft zu ermöglichen. Abschirmung gegen elektromagnetische Impulse, Luftbetankung und eigene Kommunikationswege gehören deshalb zur Grundausstattung.
Woher kommt der Name „Nightwatch“?
Der Name geht auf Rembrandts Gemälde „Die Nachtwache“ zurück. Ausgewählt hat ihn nach gängigen Darstellungen der erste Kommandeur der Staffel, die die Maschinen betreibt.
Wie viele E-4B gibt es?
Es gibt vier Maschinen mit den Seriennummern 73-1676, 73-1677, 74-0787 und 75-0125. Die ersten drei wurden als E-4A geliefert und bis 1985 auf E-4B-Stand gebracht, die 75-0125 war von Anfang an eine E-4B.
Was ist der Unterschied zwischen E-4B und VC-25A?
Beide basieren auf der Boeing 747-200, haben aber völlig verschiedene Aufgaben. Die VC-25A transportiert als Air Force One den Präsidenten, die E-4B ist ein Kommandoposten. Äußerlich erkennst du die E-4B an der Antennenkuppel auf dem Buckel und an der Lackierung ohne Präsidentensiegel und ohne „United States of America“-Schriftzug.
Wo ist die E-4B stationiert?
Heimatbasis ist die Offutt Air Force Base in Nebraska. Betrieben werden die Maschinen von der 1st Airborne Command and Control Squadron, die zur 595th Command and Control Group gehört. Früher war die Flotte auf der Andrews Air Force Base bei Washington stationiert.
Wer ersetzt die E-4B?
Nachfolger ist die E-4C aus dem Programm Survivable Airborne Operations Center (SAOC). Den Auftrag über rund 13 Milliarden US-Dollar erhielt 2024 die Sierra Nevada Corporation. Grundlage sind fünf gebrauchte Boeing 747-8I von Korean Air. Das Programm läuft laut Vertrag bis in die Mitte der 2030er-Jahre.
Kann ich die E-4B im Flugradar sehen?
Gelegentlich, aber nicht verlässlich. Kommerzielle Dienste filtern Militärflüge oft heraus. In ungefilterten Community-Trackern taucht die E-4B manchmal auf, häufig aber auch nicht. Rechne damit, dass du sie eher über Reiseankündigungen des US-Verteidigungsministeriums findest als über ein Live-Radar.
Boeing E-4B Nightwatch sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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