Boeing RC-135

Vier Triebwerke, eine KC-135-Zelle und ein Rumpf voller Antennen: Die RC-135 ist seit Jahrzehnten das fliegende Ohr der US Air Force – und seit 2014 auch der Royal Air Force. So unterscheidest du Rivet Joint, Cobra Ball, Combat Sent und die verwandten WC-135 und OC-135.

Auch bekannt als: RC-135V/W Rivet Joint · RC-135S Cobra Ball · RC-135U Combat Sent · Airseeker · WC-135 Constant Phoenix · OC-135B Open Skies · Model 739

USABoeingMilitärflugzeuge13 Min. Lesezeit

C-135

Zelle

4 × F108

Triebwerke

Offutt

Heimatbasis USAF

3

RAF Airseeker

Das Wichtigste in Kürze

  • Die RC-135 ist keine Einzelversion, sondern eine Familie: Aufklärer auf Basis der C-135-Zelle, die Boeing intern als Model 739 führt.
  • Rivet Joint (RC-135V/W) ist die mit Abstand häufigste Version und sammelt Funk- und Radarsignale.
  • Cobra Ball beobachtet Raketenstarts, Combat Sent vermisst gegnerische Radaranlagen, die WC-135 schnüffelt nach Spuren von Atomtests.
  • Die RAF fliegt drei RC-135W unter dem Projektnamen Airseeker von RAF Waddington aus.
  • In Europa siehst du RC-135 vor allem über Ostsee, Polen und Schwarzem Meer – meist live auf Tracking-Diensten, seltener am Boden.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Boeing RC-135?
  2. 2.Die Varianten im Überblick
  3. 3.Die Verwandten: WC-135 und OC-135
  4. 4.So erkennst du die RC-135
  5. 5.Einsätze in Europa
  6. 6.Spotting-Tipps: Wo und wie du die RC-135 erwischst
  7. 7.Zwischenfälle in der Geschichte
  8. 8.Fototipps für die RC-135
  9. 9.Fazit

Steckbrief

HerstellerBoeing, Umbauten heute durch L3Harris in Greenville (Texas)
BasisBoeing C-135-Familie (KC-135 Stratotanker / C-135 Stratolifter)
RolleElektronische und signalerfassende Aufklärung (SIGINT/ELINT), Raketen- und Atomtest-Überwachung
Varianten im DienstRC-135V/W Rivet Joint, RC-135S Cobra Ball, RC-135U Combat Sent, TC-135W (Schulung), WC-135R, WC-135W
BetreiberUS Air Force (55th Wing, Offutt AFB, Nebraska), Royal Air Force (No. 51 Squadron, RAF Waddington)
Triebwerke4 × CFM International F108 (militärische CFM56-Version)
Längerund 41,5 m (je nach Variante und Nasenform abweichend)
Spannweiterund 39,9 m
Höherund 12,7 m
Besatzung Combat Sent (Minimum)23: 2 Piloten, 2 Navigatoren, 3 Systemingenieure, 10 EloKa-Offiziere, 6 Spezialisten
RAF-KennzeichenZZ664, ZZ665, ZZ666

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Grundform einer KC-135: vierstrahliger Schmalrumpf, gepfeilte Flügel, hohes Seitenleitwerk – aber ohne Tankausleger unter dem Heck
  • Rivet Joint: lange, seitliche „Wangen“-Verkleidungen am vorderen Rumpf und eine verlängerte, abgerundete Nase
  • Bauchseite mit einem Wald aus Klingen- und Stabantennen
  • Cobra Ball: rechter Flügel und rechte Triebwerke schwarz lackiert, große optische Fenster an der rechten Rumpfseite
  • Combat Sent: Antennenanordnungen am Kinn, am Heckkonus und an den Flügelspitzen
  • Großer, dicker Turbofan F108 unter jedem Flügel statt der schlanken alten TF33 – wie bei der KC-135R

Aktualisiert: Oktober 2026 – Auf deiner Tracking-App zieht eine vierstrahlige Maschine stundenlang Ovale über der Ostsee oder vor der polnischen Grenze, und wenn du sie einmal am Himmel oder auf einem Foto siehst, wirkt sie wie eine KC-135 mit zu vielen Antennen. Dann hast du sehr wahrscheinlich eine Boeing RC-135 erwischt. Hinter dem Kürzel steckt eine ganze Familie von Aufklärern: Rivet Joint, Cobra Ball, Combat Sent und die engen Verwandten WC-135 und OC-135. Hier erfährst du, was sie unterscheidet, wo sie in Europa unterwegs sind und wie du sie erkennst.

Seltene Gäste festhalten

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Was ist die Boeing RC-135?

Die RC-135 ist ein Aufklärungsflugzeug auf Basis der C-135-Zelle – also derselben Grundkonstruktion, aus der auch der KC-135 Stratotanker hervorgegangen ist. Die Tankerversion flog 1956 zum ersten Mal, und schon in den 1960er-Jahren begann die US Air Force, einzelne Maschinen zu fliegenden Horchposten umzubauen. Boeing führt die meisten heutigen Exemplare intern als Model 739. Mit der zivilen Boeing 707 – mehr zu deren Entwicklung in der Geschichte der Boeing 707 – ist die C-135 eng verwandt, aber nicht identisch: Rumpf und Flügel der 135er sind eine eigene Entwicklung, die sich optisch nur wenig von der 707 unterscheidet.

Der Buchstabe R steht für Reconnaissance, also Aufklärung. Genauer gesagt geht es um SIGINT – das Sammeln von Signalen. Die Maschinen erfassen elektronische Emissionen wie Funkverkehr und Radarstrahlung, orten deren Quellen und werten sie an Bord aus. Andere Varianten messen mit optischen Sensoren Raketenstarts oder nehmen Luftproben. Gemeinsam ist allen: Sie fliegen lange, ruhige Muster, meist im internationalen Luftraum, und liefern ihre Erkenntnisse an Lagezentren und andere Flugzeuge.

Seit 1992 gehört die gesamte US-Flotte zum Air Combat Command und ist beim 55th Wing auf der Offutt Air Force Base in Nebraska stationiert. Von dort aus werden die Maschinen weltweit an vorgeschobene Basen verlegt. In Europa war und ist RAF Mildenhall in Ostengland ein wichtiger Standort; historisch nutzte die Flotte unter anderem auch RAF Upper Heyford und Hellinikon bei Athen. Mehr zum Hersteller findest du auf der Seite zu Boeing.

Model 739Boeing-interne Bezeichnung der meisten RC-135
55th WingHeimatverband aller US-Maschinen auf der Offutt AFB
ZZ664–666Die drei RC-135W der Royal Air Force

Die Varianten im Überblick

Die Familie ist über Jahrzehnte gewachsen, viele Unterversionen sind längst verschwunden oder in andere umgebaut worden. Für Spotter zählen heute vor allem diese Typen.

Variante Spitzname Aufgabe Status (Stand Oktober 2026)
RC-135V/W Rivet Joint Erfassung und Ortung von Funk- und Radarsignalen Größte Teilflotte, USAF und RAF
RC-135S Cobra Ball Optische und elektronische Vermessung ballistischer Raketen Drei Maschinen bei der USAF
RC-135U Combat Sent Technische Analyse gegnerischer Radaranlagen Kleine Teilflotte, USAF
TC-135W – Schulungsflugzeug für Rivet-Joint-Besatzungen USAF
WC-135R Constant Phoenix Luftproben zur Atomtest-Überwachung Drei Maschinen, ausgeliefert 2022–2023
OC-135B Open Skies Beobachtungsflüge nach dem Vertrag über den Offenen Himmel Historisch, seit dem US-Ausstieg außer Dienst

RC-135V/W Rivet Joint

Die Rivet Joint ist das Arbeitspferd der Familie und die Version, die du am ehesten siehst. Sie ist das Standardflugzeug der US Air Force für signalerfassende Aufklärung aus der Luft. Die Besatzung im Rumpf arbeitet an Konsolen, ortet Sender, hört Funkverkehr mit und baut daraus ein elektronisches Lagebild. Ein Teil der heutigen Rivet Joints entstand aus älteren RC-135M, die bis Anfang der 1980er-Jahre auf den neuen Standard gebracht wurden.

Mit der Operation Desert Shield 1990 begann eine lange, durchgehende Präsenz im Nahen Osten. Im August 2010 feierte das Programm 20 Jahre durchgehenden Einsatz in der Region und mehr als 8.000 Kampfeinsätze. Zur Schulung der Besatzungen dienen zwei TC-135W, die äußerlich an die Rivet Joint erinnern, aber ohne die vollständige Missionsausrüstung fliegen.

RC-135S Cobra Ball

Die Cobra Ball ist auf ein einziges Thema spezialisiert: ballistische Raketen. Mit elektrooptischen Instrumenten, einer Infrarot-Sensorik und einem Allwetter-Verfolgungsradar beobachtet sie Raketenstarts und Wiedereintritte und liefert Messdaten, mit denen sich Flugbahnen und Eigenschaften der Raketen bestimmen lassen. Die USAF betreibt drei Maschinen bei der 45th Reconnaissance Squadron in Offutt, dazu kommt ein Schulungsflugzeug TC-135S.

Das Erkennungszeichen ist unverwechselbar: rechter Flügel und rechte Triebwerke sind schwarz lackiert. Der dunkle Anstrich verringert Reflexionen und Blendung, weil die Kameras durch große Fenster auf der rechten Rumpfseite nach draußen schauen.

RC-135U Combat Sent

Die Combat Sent ist die Spezialistin für Radaranlagen. Sie sammelt technische Daten über gegnerische Radarsender, damit eigene Systeme, Warnempfänger und Störsender darauf abgestimmt werden können. Anfang der 1970er-Jahre entstanden drei Combat Sent; eine davon wurde später zur Rivet Joint umgebaut, sodass die Teilflotte heute sehr klein ist. Die Mindestbesatzung zeigt, wie personalintensiv die Aufgabe ist: zwei Piloten, zwei Navigatoren, drei Systemingenieure, zehn Offiziere für elektronische Kampfführung und sechs weitere Spezialisten.

Äußerlich fällt die Combat Sent durch Antennenanordnungen am Kinn, am verlängerten Heckkonus und an den Flügelspitzen auf. Damit ist sie gut von der Rivet Joint zu trennen, wenn du nah genug dran bist oder ein scharfes Foto hast.

RAF Airseeker: die britischen Rivet Joints

Großbritannien betrieb jahrzehntelang die Nimrod R1 als elektronischen Aufklärer. Als die letzten beiden Nimrod R1 im Juni 2011 ausgemustert wurden, hatte die Royal Air Force bereits Ersatz bestellt: Unter dem Projektnamen Airseeker baute L-3 Communications drei ehemalige KC-135R der USAF zu RC-135W im Rivet-Joint-Standard um.

Die Übergabe lief schrittweise:

Kennzeichen Auslieferung
ZZ664 12. November 2013
ZZ665 September 2015
ZZ666 Juni 2017, operativ ab Dezember 2017

Die Maschinen fliegen bei der No. 51 Squadron auf RAF Waddington in Lincolnshire. Damit die Lücke nach der Nimrod klein blieb, trainierten britische Besatzungen ab Januar 2011 in Offutt gemeinsam mit dem 55th Wing. Den ersten Einsatz flogen die britischen Rivet Joints ab Juli 2014 im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat im Irak.

Eine Besonderheit: Die RC-135 wird per Tankausleger betankt. Die britischen Tanker vom Typ Voyager – eine Version des Airbus A330 MRTT –, betrieben im Rahmen einer Partnerschaft mit AirTanker, arbeiten aber mit Schlauch und Trichter. Die RAF-Maschinen sind in der Luft deshalb auf Tanker der US Air Force angewiesen.

Britische oder amerikanische Rivet Joint?

Optisch sind die RC-135W von RAF und USAF sehr ähnlich. Am schnellsten trennst du sie über das Kennzeichen: Die Briten tragen die Serials ZZ664 bis ZZ666 und RAF-Kokarden, die US-Maschinen ein USAF-Serial am Seitenleitwerk. Mit Planetrack setzt du alle drei britischen Kennzeichen auf deine Wunschliste und bekommst einen Sichtungs-Alarm, wenn eine davon anfliegt.

Die Verwandten: WC-135 und OC-135

WC-135 Constant Phoenix – der „Schnüffler“

Die WC-135 hat eine ganz eigene Aufgabe: Sie sammelt Luftproben, um radioaktive Spuren von Atomexplosionen nachzuweisen. Außen angebrachte Sammelbehälter fangen Partikel auf Filterpapier ein, ein Kompressor füllt Druckbehälter mit Luftproben. Die Auswertung übernimmt das Air Force Technical Applications Center. So trägt das Flugzeug zur Überwachung des Teststopp-Abkommens von 1963 bei. Informell heißt es „Sniffer“, also Schnüffler.

Seit Dezember 1965 im Dienst, war die WC-135 bei vielen bekannten Ereignissen vor Ort: Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 flog sie in Europa und Alaska Messeinsätze, nach Fukushima 2011 von Alaska aus. Bei nordkoreanischen Atomtests wurde sie mehrfach nach Okinawa verlegt. 2017 war sie auf RAF Mildenhall, als in Europa erhöhte Werte von radioaktivem Iod gemessen wurden, und 2021 flog sie Messungen über Ostsee und Schweden.

Die Flotte wird inzwischen erneuert: Die letzte WC-135C wurde im November 2020 in Offutt nach rund 56 Dienstjahren verabschiedet. Als Nachfolger baute L3 drei KC-135R zur WC-135R um; die erste Maschine wurde im Juli 2022 übergeben, die beiden anderen im Mai und Dezember 2023.

OC-135B Open Skies – historisch

Die OC-135B war das US-Flugzeug für den Vertrag über den Offenen Himmel. Dieser erlaubte den Mitgliedsstaaten unbewaffnete Beobachtungsflüge über dem Gebiet der anderen Vertragspartner, um militärische Aktivitäten transparent zu machen. Drei ehemalige WC-135B wurden dafür umgerüstet, zwei davon flogen tatsächlich Einsätze; die erste einsatzfähige Maschine kam im Oktober 1993 nach Offutt. Im Heck saßen Kameras, an der großen Frachttür blieb ein Fenster aus der Zeit als Wetterflugzeug erhalten.

Im Mai 2020 kündigte die US-Regierung den Ausstieg aus dem Vertrag an, im November 2020 folgte die Ankündigung, die beiden Flugzeuge abzugeben. Sie stehen heute auf der Davis-Monthan Air Force Base in Arizona. Die OC-135B gehört damit klar in die Kategorie historischer Typen – Fotos davon sind inzwischen echte Archivschätze.

So erkennst du die RC-135

Die Grundform ist immer dieselbe: ein vierstrahliger Jet mit gepfeilten Flügeln, schmalem Rumpf und hohem Seitenleitwerk, im typischen Grau der US Air Force. Die Unterschiede liegen in den Anbauten.

Heck prüfen

Hängt unter dem Heck ein Tankausleger, ist es eine KC-135. Fehlt er und der Rumpf trägt auffällig viele Antennen, bist du bei der RC-135-Familie.

Vorderrumpf ansehen

Lange, flache Wangen-Verkleidungen links und rechts hinter dem Cockpit plus eine verlängerte Nase sprechen für die Rivet Joint.

Rechten Flügel suchen

Ist der rechte Flügel samt Triebwerken schwarz, hast du eine Cobra Ball vor dir. Das klappt sogar auf größere Entfernung.

Flügelspitzen und Heckkonus

Antennen an den Flügelspitzen und ein verlängerter Heckkonus deuten auf die Combat Sent.

Die Triebwerke helfen bei der Einordnung des Baujahrs kaum noch: Die frühen Versionen flogen mit J57-Strahltriebwerken und später mit TF33-Turbofans. Seit der Neumotorisierung ab Mitte der 2000er-Jahre hat die Flotte die dicken CFM F108 der KC-135R, und mit dem Avionik-Modernisierungsprogramm zog ein Glascockpit ein. Am Ende entscheidet ohnehin das Serial am Seitenleitwerk. Wie du US-Kennzeichen liest und daraus Baujahr und Seriennummer ableitest, erklärt der Guide zu US-Militärkennzeichen.

Es spricht für eine RC-135, wenn …

  • du eine C-135-Silhouette ohne Tankausleger siehst
  • der Vorderrumpf seitliche Wangen-Verkleidungen trägt
  • unter dem Rumpf viele Klingenantennen sitzen
  • die Maschine stundenlang Ovale fliegt

Sieh genauer hin, wenn …

  • du eine graue C-135 ohne Boom, aber mit wenigen Antennen siehst – das kann eine WC-135 oder ein Schulungsflugzeug sein
  • die Maschine einen Radarteller trägt – dann ist es die E-3 Sentry
  • das Flugzeug weiß-blau lackiert ist – dann denk an die VC-137

Es ist keine RC-135, wenn …

  • du zwei statt vier Triebwerke zählst – dann eher eine P-8 Poseidon oder KC-46
  • ein Tankausleger unter dem Heck hängt
  • die Maschine Kennzeichen der US Navy trägt – dann ist es eher eine E-6 Mercury auf Basis der 707

Einen breiteren Überblick über fliegende Augen und Ohren – von AWACS über Seefernaufklärer bis zu Signalaufklärern – bietet der Artikel AWACS, Seeaufklärer und Aufklärungsflugzeuge erkennen.

Einsätze in Europa

Schon im Kalten Krieg flogen RC-135 entlang der sowjetischen Grenzen, teils mit Zwischenstopps in RAF Upper Heyford und RAF Mildenhall. Seit 2014 und erst recht seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 sind sie über Europa wieder sehr präsent. Amerikanische und britische Rivet Joints fliegen Aufklärungsmuster entlang der NATO-Ostflanke, etwa rund um Polen und die russische Exklave Kaliningrad, über der Ostsee und über dem Schwarzen Meer.

Diese Flüge sind nicht ohne Risiko. Am 29. September 2022 feuerte nach britischen Angaben einer von zwei russischen Su-27-Jägern in der Nähe einer RAF-Rivet-Joint über dem Schwarzen Meer eine Rakete ab, die nicht ordnungsgemäß startete. Die Maschine flog im internationalen Luftraum; Moskau sprach anschließend von einer technischen Fehlfunktion. Der Vorfall zeigt, wie nah diese Einsätze am Spannungsfeld der aktuellen Lage stattfinden.

Einsatzorte ändern sich ständig

Wo RC-135 gerade fliegen und von welchen Basen sie starten, hängt von der politischen Lage ab und wird nicht im Voraus veröffentlicht. Alle Angaben auf dieser Seite beschreiben den Stand vom Oktober 2026 und typische Muster der vergangenen Jahre.

Spotting-Tipps: Wo und wie du die RC-135 erwischst

Die RC-135 ist kein Flugzeug, das du nach Flugplan fotografierst. Für Spotter in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es drei realistische Wege.

1. Live auf Tracking-Diensten. Viele Einsätze über Ostsee, Polen und Schwarzem Meer sind über Transponderdaten öffentlich sichtbar. Wer regelmäßig schaut, sieht dort die typischen Rennbahn-Muster. Wie du Militärflüge online findest und welche Grenzen das hat, erklärt der Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen. Für die Recherche einzelner Serials und Einheiten lohnt außerdem ein Blick in die Militär-Datenbank Scramble.

2. In Großbritannien. RAF Waddington ist die Heimat der britischen Rivet Joints, RAF Mildenhall ein langjähriger Standort für US-Maschinen auf Europa-Einsatz. Wer ohnehin nach England reist, kann beides mit einem Besuch beim Royal International Air Tattoo in Fairford verbinden, wo große Militärtypen regelmäßig zu sehen sind – ob eine RC-135 dabei ist, wechselt von Jahr zu Jahr.

3. Durchreisen und Zwischenlandungen. Gelegentlich tauchen C-135-Varianten auf Militärflugplätzen in Mitteleuropa auf. Am NATO-Flugplatz Geilenkirchen konzentriert sich der Betrieb zwar auf AWACS, der Spotterhügel Teveren ist aber ein guter Ort, um große Boeing-Militärjets überhaupt vor die Linse zu bekommen – Hintergründe findest du im Geilenkirchen-Guide. Auch an der Ramstein Air Base lohnt der Blick auf ungewöhnliche Gäste.

Bereit für die Jagd auf einen Aufklärer?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich kenne die Unterschiede zwischen KC-135 und RC-135.
  • Ich beobachte regelmäßig Tracking-Dienste auf Militärverkehr.
  • Ich weiß, welche Regeln an Militärflugplätzen für Fotografen gelten.
  • Ich habe die RAF-Kennzeichen ZZ664 bis ZZ666 parat.
  • Ich plane genug Zeit ein – Aufklärer kommen selten pünktlich zum Wunschtermin.

An Militärflugplätzen gelten eigene Regeln. Bevor du das Teleobjektiv auspackst, lies den Beitrag Militärflugplätze fotografieren: Regeln – dort steht, was erlaubt ist und wo du besser Abstand hältst.

Kein Aufklärer mehr verpassen

Setz Kennzeichen wie ZZ664 oder ganze Typen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Zwischenfälle in der Geschichte

Die RC-135-Flotte fliegt seit Jahrzehnten unter schwierigen Bedingungen, oft in Grenznähe und in rauem Klima. Einige Ereignisse prägen ihre Geschichte:

Datum Ereignis
5. Juni 1969 Eine RC-135E verschwindet auf einem Überführungsflug von Shemya nach Eielson (Alaska); Wrack und Besatzung werden nie gefunden
15. März 1981 Eine Cobra Ball verunglückt im Anflug auf Shemya, sechs der 24 Insassen sterben
25. Februar 1985 Eine RC-135T stürzt bei Valdez in Alaska ab, drei Besatzungsmitglieder kommen ums Leben
3. März 2003 Nordkoreanische MiG-29 und MiG-23 fangen eine Cobra Ball über dem Japanischen Meer ab
30. April 2015 Brand im hinteren Bordküchenbereich einer RC-135V auf der Offutt AFB, schwere Schäden am Flugzeug
29. September 2022 Russische Su-27 feuert Rakete in der Nähe einer RAF-Rivet-Joint über dem Schwarzen Meer ab

Auch die Heimatbasis hatte ihre Probleme: Im Frühjahr 2019 setzte ein Hochwasser des Missouri große Teile der Offutt AFB und zeitweise fast die Hälfte der Piste unter Wasser, Flugzeuge wurden ausgeflogen. Während der Reparaturen und geplanter Bauarbeiten wich der Flugbetrieb vorübergehend auf den Standort der Air National Guard in Lincoln aus.

Fototipps für die RC-135

Seitenprofil zuerst

Die Wangen-Verkleidungen und Antennen kommen im Seitenprofil am besten zur Geltung. Ein Bild von schräg unten zeigt zusätzlich den Antennenwald am Bauch.

Cobra Ball von rechts

Den schwarzen Flügel siehst du nur von der rechten Seite. Plane deinen Standpunkt so, dass die Maschine dir ihre rechte Seite zeigt.

Grau braucht Licht

Das matte Grau wirkt bei trübem Wetter flach. Mit der Sonne im Rücken und etwas Belichtungskorrektur holst du Details aus der Lackierung.

Ob dein Licht passt, kannst du mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack vorab prüfen. Wer RC-135 und andere C-135-Varianten in Ruhe aus der Nähe sehen will, findet im National Museum of the US Air Force in Dayton eine große Sammlung amerikanischer Militärflugzeuge – welche Exponate gerade ausgestellt sind, prüfst du am besten vor dem Besuch.

Fazit

Die RC-135 ist eines der spannendsten Ziele für Militär-Spotter: selten am Boden, oft am Himmel über der NATO-Ostflanke und in vielen Varianten unterwegs. Fehlender Tankausleger, Wangen am Vorderrumpf und ein Bauch voller Antennen verraten die Rivet Joint, der schwarze rechte Flügel die Cobra Ball. Für den Abschluss sorgt das Serial – und mit den drei britischen ZZ-Kennzeichen hast du ein überschaubares, aber lohnendes Sammelziel.

Kurzfazit

C-135-Zelle ohne Boom, viele Antennen, oft stundenlange Ovale über Ostsee oder Schwarzem Meer: Das ist die RC-135. Rivet Joint ist die häufigste Version, Cobra Ball erkennst du am schwarzen Flügel, die WC-135 sammelt Luftproben und die OC-135B ist Geschichte.

Zusammenfassung

  • Die RC-135-Familie basiert auf der C-135, deren Tankerversion KC-135 1956 erstmals flog; Aufklärungsumbauten gibt es seit den 1960er-Jahren.
  • Alle US-Maschinen gehören zum 55th Wing auf der Offutt Air Force Base in Nebraska und fliegen von dort aus weltweit, in Europa traditionell auch von RAF Mildenhall.
  • Großbritannien musterte 2011 die Nimrod R1 aus, fliegt seit 2014 Einsätze mit der RC-135W und betreibt heute drei Maschinen bei der No. 51 Squadron.
  • WC-135 und OC-135B sind enge Verwandte; die OC-135B ist seit dem US-Ausstieg aus dem Open-Skies-Vertrag Geschichte.

Häufige Fragen

Was macht eine RC-135 Rivet Joint?

Sie ist ein fliegendes Abhör- und Ortungssystem. Die Besatzung erfasst, ortet und analysiert elektronische Signale – etwa Funkverkehr und Radaremissionen – und gibt die Lagebilder nahezu in Echtzeit an Kommandostellen und andere Flugzeuge weiter. Die Maschine fliegt dabei in der Regel außerhalb des fremden Luftraums.

Wie unterscheide ich eine RC-135 von einer KC-135?

Der schnellste Weg: Der KC-135 hängt ein Tankausleger unter dem Heck, der RC-135 nicht. Dazu kommen bei der Rivet Joint die seitlichen Wangen-Verkleidungen am Vorderrumpf, eine verlängerte Nase und viele Antennen unter dem Rumpf.

Warum ist bei der Cobra Ball ein Flügel schwarz?

Die Cobra Ball beobachtet Raketen mit optischen Sensoren durch Fenster auf der rechten Rumpfseite. Der schwarze Anstrich auf rechtem Flügel und rechten Triebwerken verringert Reflexionen und Sonnenblendung, die die Messungen stören würden.

Wie viele RC-135 hat die Royal Air Force?

Drei. Die RC-135W tragen die Kennzeichen ZZ664, ZZ665 und ZZ666, gehören zur No. 51 Squadron und sind auf RAF Waddington in Lincolnshire stationiert. Die erste kam im November 2013, die dritte ging Ende 2017 in den Einsatz.

Was ist die WC-135 Constant Phoenix?

Ein Messflugzeug, das Luftproben sammelt, um Hinweise auf Atomexplosionen zu finden. Es überwacht damit die Einhaltung von Teststopp-Abkommen. Die aktuellen Maschinen sind drei WC-135R, umgebaut aus KC-135R und zwischen 2022 und 2023 ausgeliefert.

Gibt es die OC-135B Open Skies noch?

Nicht mehr im Einsatz. Die USA traten 2020 aus dem Vertrag über den Offenen Himmel aus, die beiden genutzten OC-135B wurden danach außer Dienst gestellt und auf die Davis-Monthan Air Force Base in Arizona gebracht. Sie zählen heute als historisch.

Kann ich RC-135 auf Flugtracking-Seiten verfolgen?

Oft ja. Viele Einsätze über Ostsee, Polen oder Schwarzem Meer sind über Transponderdaten auf öffentlichen Tracking-Diensten sichtbar. Garantiert ist das aber nicht – militärische Flüge können ihre Sendungen jederzeit einschränken.

Boeing RC-135 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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