Bell Boeing V-22 Osprey

Aus Bells jahrzehntelanger Kipprotor-Forschung wurde die V-22 Osprey: senkrecht starten wie ein Hubschrauber, reisen wie ein Turboprop. So erkennst du sie, verstehst Bells Anteil daran und erwischst die CV-22B in RAF Mildenhall.

Auch bekannt als: V-22 Osprey · MV-22B · CV-22B · CMV-22B · Bell Boeing V-22 · Osprey · Tiltrotor · Kipprotor

USABellMilitärflugzeugeICAO-Typcode: V2213 Min. Lesezeit

V22

ICAO-Typcode

1989

Erstflug

25,78 m

Breite mit Rotoren

750.000+

Flugstunden laut Bell

Das Wichtigste in Kürze

  • Die V-22 Osprey ist ein Kipprotor-Flugzeug: Start, Landung und Schwebeflug wie ein Hubschrauber, Reiseflug mit nach vorn gekippten Rotoren wie ein Turboprop.
  • Bell bringt die Kipprotor-Technik ein: Flügel, Gondeln, Rotoren und Antrieb stammen von Bell, die Endmontage läuft in Amarillo; Boeing liefert Rumpf, Cockpit und Avionik.
  • Die Vorgeschichte reicht weit zurück: Bell XV-3 (Erstflug 1955) und XV-15 (Erstflug 1977) bewiesen das Prinzip.
  • In Europa fliegen CV-22B der 7th Special Operations Squadron dauerhaft von RAF Mildenhall in Suffolk.
  • Im Tracking läuft der Typ als V22 – militärische Maschinen sind aber oft gar nicht oder nur lückenhaft zu sehen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die V-22 Osprey?
  2. 2.Bells Weg zum Kipprotor
  3. 3.Die Versionen im Überblick
  4. 4.So erkennst du die Osprey
  5. 5.Osprey oder doch etwas anderes?
  6. 6.RAF Mildenhall: Ospreys in Europa
  7. 7.Ospreys außerhalb Europas
  8. 8.Sicherheit und Unfälle
  9. 9.Fototipps für die Osprey
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerBell Boeing – Gemeinschaftsprogramm von Bell (Textron) und Boeing
Bells AnteilFlügel, Triebwerksgondeln, Rotoren, Antriebsstrang, Leitwerksflächen, Heckrampe, Triebwerksintegration und Endmontage
EndmontageBell-Werk in Amarillo, Texas
ICAO-TypcodeV22
Erstflug19. März 1989 (Hubschraubermodus), 14. September 1989 (Flugzeugmodus)
Volle Serienproduktionfreigegeben am 28. September 2005
Triebwerke2 × Rolls-Royce AE1107C (T406) mit je 6.150 shp
Rotoren2 × dreiblättrig, je rund 11,6 m Durchmesser
Länge17,48 m
Breite mit drehenden Rotoren25,78 m (zusammengeklappt 5,61 m)
Höhe (Gondeln senkrecht)6,73 m
Max. Startgewicht23.859 kg senkrecht, 25.855 kg mit Kurzstart, 27.443 kg bei Überführung
Max. Reisegeschwindigkeit (Bell)266 Knoten (rund 493 km/h) in Meereshöhe
Dienstgipfelhöhe25.000 ft (rund 7.600 m)
Kapazität24 sitzende Soldaten, Außenlast am Haken bis 4.536 kg (einfach) bzw. 5.760 kg (doppelt)
Treibstoff internMV-22: 6.513 l, CV-22: 7.667 l
BetreiberUS Marine Corps, US Air Force, US Navy, Japanische Bodenselbstverteidigungsstreitkräfte

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zwei große Dreiblatt-Rotoren in Gondeln an den Flügelspitzen – die Gondeln lassen sich von senkrecht bis waagerecht schwenken
  • Kurzer, gerader Hochdecker-Flügel über einem gedrungenen Rumpf, hinten eine große Laderampe
  • H-förmiges Doppelleitwerk: zwei Seitenflossen an den Enden des Höhenleitwerks
  • Einziehbares Bugradfahrwerk, Hauptfahrwerk in seitlichen Rumpfverkleidungen
  • Am Boden häufig eingeklappte Rotorblätter und längs gedrehter Flügel – dann ist die Maschine nur gut 5,6 m breit
  • Tiefes, pulsierendes Rotorbrummen im Schwebeflug, im Reiseflug eher Turboprop-Klang

Aktualisiert: Oktober 2026 – Über den flachen Feldern von Suffolk taucht ein graues Flugzeug auf, das irgendwie falsch aussieht: zwei riesige Rotoren an den Flügelspitzen, die Gondeln schräg nach oben gekippt, dazu ein tiefes, wummerndes Brummen. Kurz darauf steht die Maschine fast in der Luft und sinkt senkrecht hinter den Zaun. Du hast gerade eine Bell Boeing V-22 Osprey gesehen, genauer eine CV-22B aus RAF Mildenhall. Diese Seite erklärt dir das Kipprotor-Prinzip, zeigt, welchen Anteil Bell an der Osprey hat, wie du die Versionen einordnest und wie du sie in England am besten vor die Linse bekommst.

Kipprotor im Hangar

Mit Planetrack hältst du jede Osprey-Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen und Spot fest – vom Überflug in Suffolk bis zum Airshow-Exponat. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die V-22 Osprey?

Die V-22 ist ein Kipprotor-Flugzeug, im Englischen Tiltrotor. An den Enden eines kurzen, geraden Flügels sitzen zwei Gondeln mit je einem Triebwerk und einem dreiblättrigen Rotor von rund 11,6 Metern Durchmesser. Stehen die Gondeln senkrecht, startet, schwebt und landet die Osprey wie ein Hubschrauber. Für den Reiseflug schwenken sie nach vorn, die Rotoren ziehen dann wie große Propeller, und der Flügel trägt das Flugzeug. So verbindet die Osprey den Senkrechtstart mit einer Geschwindigkeit, die normale Hubschrauber nicht erreichen: Bell gibt die maximale Reisegeschwindigkeit in Meereshöhe mit 266 Knoten an, rund 493 km/h.

Angetrieben wird sie von zwei Rolls-Royce AE1107C (militärische Bezeichnung T406) mit jeweils 6.150 Wellen-PS. Eine Verbindungswelle durch den Flügel koppelt beide Rotoren, damit bei einem Triebwerksausfall beide weiterlaufen. Die Steuerung arbeitet per Fly-by-Wire. Rund 43 Prozent der Zelle bestehen aus Verbundwerkstoffen. Die Kabine ist nicht druckbelüftet; für Truppentransporte bietet sie 24 Sitzplätze, an einem oder zwei Lasthaken unter dem Rumpf kann die Osprey zusätzlich Außenlasten tragen.

Laut Bell umfasst die Flotte rund 450 Maschinen mit zusammen mehr als 750.000 Flugstunden. Betreiber sind das US Marine Corps, die US Air Force, die US Navy und – als einziger Exportkunde – Japan.

V22ICAO-Typcode in Flugplänen und Tracking-Diensten
25,78 mBreite mit drehenden Rotoren – fast eineinhalbmal die Rumpflänge
266 ktmaximale Reisegeschwindigkeit in Meereshöhe laut Bell

Bells Weg zum Kipprotor

Dass die Osprey auf dieser Seite beim Hersteller Bell steht, hat einen guten Grund: Kaum ein Unternehmen hat so lange am Kipprotor gearbeitet. Schon die Bell XV-3 flog 1955 als Versuchsflugzeug mit schwenkbaren Rotoren. Ihr Triebwerk saß noch im Rumpf, die Kraft lief über lange Wellen in die Flügelspitzen – ein technisch heikles Konzept, aber ein wichtiger Beweis, dass der Übergang vom Schwebe- in den Vorwärtsflug machbar ist.

Der eigentliche Durchbruch kam mit der Bell XV-15, die Bell gemeinsam mit der NASA erprobte. Die erste Maschine flog am 3. Mai 1977. Der entscheidende Unterschied zur XV-3: Die Triebwerke wanderten in die schwenkbaren Gondeln an den Flügelspitzen, die langen Antriebswellen entfielen. Genau dieses Layout findest du heute an der Osprey wieder. Von der XV-15 entstanden zwei Exemplare. Eines verunglückte 1992, das andere unterstützte später die Erprobung der V-22 und steht seit seiner Ausmusterung im Steven F. Udvar-Hazy Center der Smithsonian Institution.

Den Anstoß für ein Serienflugzeug gab ein Fehlschlag: Die gescheiterte Geiselbefreiung im Iran 1980 (Operation Eagle Claw) zeigte, wie sehr den US-Streitkräften ein schnelles, senkrechtstartfähiges Transportmittel fehlte. 1981 startete das Programm JVX. Bell tat sich mit der Hubschraubersparte Boeing Vertol zusammen, am 17. Februar 1983 reichten beide ein vergrößertes XV-15-Konzept ein – es blieb der einzige Vorschlag. Am 15. Januar 1985 erhielt das Projekt den Namen V-22 Osprey, nach dem englischen Wort für den Fischadler.

Wer baut was?

Die Arbeit ist klar aufgeteilt. Bell verantwortet Flügel, Gondeln, Rotoren, Antriebsstrang, Leitwerksflächen, die Heckrampe und die Integration der Rolls-Royce-Triebwerke. Die Endmontage findet im Bell-Werk in Amarillo, Texas, statt, gleich neben dem dortigen Flughafen. Boeing liefert Rumpf, Cockpit, Avionik und Flugsteuerung. Mehr zum Partner liest du auf der Seite zu Boeing, zum Triebwerkshersteller bei Rolls-Royce. Wer die Osprey aus Boeing-Perspektive vertiefen will, inklusive ausführlicher Unfallchronik, findet das auf der Boeing-Seite zur V-22.

1955Erstflug der Bell XV-3, Bells erstes Kipprotor-Versuchsflugzeug
1977Erstflug der Bell XV-15 mit Triebwerken in den Schwenkgondeln
1983Bell und Boeing Vertol reichen ihr JVX-Konzept ein
1989Erstflug der V-22 im Hubschraubermodus (19. März), im Flugzeugmodus am 14. September
2005Freigabe der vollen Serienproduktion am 28. September
2007Einsatzbereitschaft der MV-22B beim Marine Corps, erste Kampfeinsätze
2013Die 7th Special Operations Squadron in RAF Mildenhall stellt auf die CV-22B um
2020Erste Auslieferungen an Japan und an die US Navy (CMV-22B)

Der Weg zur Serie war lang und teuer: Die US Army stieg 1988 aus, mehrere Prototypen gingen in der Erprobung verloren, und Anfang der 1990er-Jahre wurde die Konstruktion zur leichteren V-22B überarbeitet. Erst im September 2005 gab das Pentagon die volle Serienproduktion frei. Das Kipprotor-Thema hat Bell danach nicht losgelassen: Mit der V-280 Valor gewann Bell im Dezember 2022 den Wettbewerb der US Army um einen neuen Langstrecken-Angriffs- und Transport-Drehflügler.

Die Versionen im Überblick

Alle Ospreys teilen dieselbe Grundform. Die Unterschiede stecken in Ausrüstung, Tanks und Einsatzrolle – von außen sind sie oft nur im Detail zu sehen.

Version Betreiber Rolle Was sie auszeichnet
MV-22B US Marine Corps Truppen- und Materialtransport häufigste Version, ersetzte die CH-46 Sea Knight
CV-22B US Air Force (AFSOC) Spezialoperationen, Langstrecken-Einsätze Zusatztanks im Flügel, Geländefolgeradar, erweiterter Selbstschutz
CMV-22B US Navy Versorgung von Flugzeugträgern vergrößerte Tanks für rund 1.150 Seemeilen Reichweite ohne Nachtanken
MV-22 (Japan) Japanische Bodenselbstverteidigungsstreitkräfte Transport, Unterstützung der amphibischen Brigade einziger Exportbetreiber, Stationierung am Flughafen Saga ab 2025 vorgesehen

Die MV-22B ersetzte beim Marine Corps die Boeing Vertol CH-46 Sea Knight, die 2015 endgültig ausgemustert wurde. Bell nennt den Juni 2007 als Datum der ersten Einsatzbereitschaft. Die CV-22B übernahm bei den Spezialkräften der Air Force die Aufgaben des MH-53 Pave Low. Sie trägt laut Bell intern rund 7.667 Liter Treibstoff, die MV-22 rund 6.513 Liter. Die CMV-22B löste bei der Navy die C-2 Greyhound als Versorger der Flugzeugträger ab; die ersten Maschinen kamen 2020 zur Flotte, im Dezember 2021 meldete die Navy die Einsatzbereitschaft.

Praxis-Tipp: Kontext schlägt Details

MV-22B und CV-22B auf einem Foto zu unterscheiden, ist selbst für erfahrene Militärspotter knifflig. Achte zuerst auf Ort und Betreiber: Rund um Mildenhall fliegen CV-22B der Air Force. Die Seriennummer am Leitwerk liefert dann die Bestätigung – wie du sie liest, erklärt der Beitrag US-Militärkennzeichen.

So erkennst du die Osprey

Hast du einmal eine Osprey gesehen, verwechselst du sie kaum noch. Diese vier Schritte reichen auch auf Distanz.

Rotoren an den Flügelspitzen

Zwei große Rotoren in Gondeln am Ende eines kurzen Flügels – das gibt es bei keinem anderen Flugzeug im Truppendienst. Hubschrauber tragen ihre Rotoren über dem Rumpf.

Gondelstellung lesen

Senkrecht beim Schweben und Landen, waagerecht im Reiseflug, schräg im Übergang. Der Schwenk der Gondeln geht zügig – halte die Kamera schussbereit.

Heck prüfen

Von hinten bildet das Doppelleitwerk ein H. Darunter liegt die große Laderampe.

Am Boden: Falt-Konfiguration

Abgestellte Ospreys haben oft eingeklappte Rotorblätter und einen längs gedrehten Flügel. So passen sie in Hangars und auf Schiffe.

Wichtig für Fotografen und Schaulustige: Der Abwind im Schwebeflug ist enorm. Gras, Staub und kleine Steine fliegen weit. Bei Vorführungen und Landungen in der Nähe hältst du also großzügig Abstand und schützt deine Ausrüstung.

Osprey oder doch etwas anderes?

Aus der Ferne, im Dunst oder ohne klaren Blick auf die Gondeln kann die Osprey anderen Militärtransportern ähneln. Der Finder grenzt das ein.

Schnellbestimmung: Kipprotor oder nicht?

Drei Fragen, eine Einschätzung. Seriennummer und Betreiber bleiben die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Bell Boeing V-22 Osprey

Schwenkbare Rotorgondeln an den Flügelspitzen und ein H-Leitwerk – das ist die Osprey.

Wahrscheinlich

Boeing CH-47 Chinook

Zwei Rotoren vorn und hinten über einem langen, kastenförmigen Rumpf, kein Flügel.

Wahrscheinlich

Sikorsky CH-53

Großer Transporthubschrauber mit einem Hauptrotor und Heckrotor.

Wahrscheinlich

Lockheed C-130 Hercules

Vier Propellerturbinen an einem langen Flügel. In Mildenhall fliegt die Spezialversion MC-130J direkt neben den Ospreys.

Die Drehflügler vergleichst du am besten mit der Boeing CH-47 Chinook und der Sikorsky CH-53, die Starrflügler mit der Lockheed C-130 Hercules. Einen breiteren Überblick geben die Guides Hubschraubertypen erkennen und Militärtransporter erkennen. Aus Bells eigener Hubschrauber-Linie lohnt der Blick auf die UH-1 Iroquois und die AH-1 Cobra, die beim Marine Corps oft gemeinsam mit Ospreys im Einsatz sind.

RAF Mildenhall: Ospreys in Europa

RAF Mildenhall liegt in der Grafschaft Suffolk im Osten Englands. Trotz des RAF-Namens wird die Basis vor allem von der US Air Force genutzt. Die Start- und Landebahn 10/28 ist rund 2,8 Kilometer lang, ganz in der Nähe liegt die Schwesterbasis RAF Lakenheath. Rund um beide Plätze ist US-Militärverkehr in East Anglia besonders dicht.

Für Osprey-Fans ist Mildenhall der wichtigste Ort Europas. Hier ist der 352nd Special Operations Wing zu Hause, dessen 752nd Special Operations Group zwei Flugstaffeln führt: die 7th Special Operations Squadron mit der CV-22B und die 67th Special Operations Squadron mit der MC-130J Commando II. Die 7th SOS hat eine lange Europa-Geschichte: Sie wurde 1964 in Sembach in Westdeutschland aufgestellt und war danach unter anderem in Ramstein und Rhein-Main stationiert, bevor sie über RAF Alconbury 1995 nach Mildenhall kam. 2013 begann die Umstellung von der MC-130H Combat Talon II auf die Osprey, die letzte MC-130H verließ die Basis im Januar 2015. Im März 2015 wurde die bisherige 352nd Special Operations Group zum Wing aufgewertet.

Daneben fliegt in Mildenhall das 100th Air Refueling Wing mit der Boeing KC-135 Stratotanker. Für Militärspotter ergibt das eine reizvolle Mischung: Tanker, Spezial-Hercules und Kipprotoren an einem Platz.

Die Basis stand schon vor dem Aus

Im Januar 2015 kündigte das US-Verteidigungsministerium den Abzug aus Mildenhall an. Im Juli 2020 wurde entschieden, dass Tanker und Spezialkräfte bleiben. Stand Oktober 2026 ist Mildenhall aktiv – Verlegungen und Umstrukturierungen können das aber ändern. Prüf vor einer Reise aktuelle Informationen.

Spotting rund um Mildenhall

Mildenhall ist eine Militärbasis, kein Verkehrsflughafen – es gibt weder Besucherterrasse noch offizielle Spotterplätze. Fotografiert wird von öffentlichen Straßen und Wegen außerhalb des Zauns. Halte dich strikt an diese Grundregeln:

Bereit für Mildenhall?

Hak ab, was du vor deinem Besuch geklärt hast.

  • Ich bleibe auf öffentlichem Grund und betrete kein Basisgelände.
  • Ich parke nicht in Zufahrten, Toren oder auf Feldwegen von Landwirten.
  • Ich folge Anweisungen von Polizei und Sicherheitspersonal ohne Diskussion.
  • Ich habe die aktuelle Windrichtung geprüft, um die Anflugseite zu kennen.
  • Ich rechne damit, dass an Wochenenden und Feiertagen wenig fliegt.

Die Ospreys fliegen nicht nach festem Flugplan. Übungsflüge, Platzrunden und Verlegungen wechseln sich ab, oft verschwinden die Maschinen für Tage zu Übungen auf dem Kontinent. Rechne also mit Wartezeiten. Wie du Militärverkehr online im Blick behältst und wo die Grenzen der Ortung liegen, zeigt der Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen. Allgemeine Regeln zum Fotografieren an Militärplätzen findest du unter Militärflugplatz fotografieren: Regeln.

Die Betriebsrichtung hängt wie überall am Wind. Planetrack zeigt dir am Flughafen Wetter, Wind und aktive Pisten an und berechnet mit dem Sonnenstand-Planer, wann das Licht an deinem Standpunkt passt – bei einer Ost-West-Piste wie in Mildenhall ein wichtiger Faktor für Gegenlicht oder Seitenlicht.

Die V-22 auf die Wunschliste

Setz die Osprey in Planetrack auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein passender Typ an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Ospreys auf Airshows

Die einfachste Chance auf eine Osprey aus der Nähe sind Airshows. Beim Royal International Air Tattoo in Fairford waren Ospreys in der Vergangenheit immer wieder zu Gast, ob im Static Display oder in der Flugvorführung. Eine Garantie gibt es dafür nie, die Teilnehmerlisten ändern sich jedes Jahr. Welche Veranstaltungen sich für Militärfans lohnen, zeigt Airshows in Europa. Wer ohnehin in East Anglia unterwegs ist, kann den Besuch mit dem Imperial War Museum Duxford verbinden.

Ospreys außerhalb Europas

USA: Die meisten Ospreys fliegen beim Marine Corps an der Ost- und Westküste der USA, die CV-22B bei mehreren Special Operations Squadrons der Air Force. Wer eine Osprey garantiert sehen will, geht ins Museum: Das National Museum of the U.S. Air Force in Dayton zeigt eine CV-22B. Bells XV-15, der direkte Vorfahr, steht im Steven F. Udvar-Hazy Center am Flughafen Washington Dulles.

Japan: Japan entschied sich 2014 für die Beschaffung von 17 Ospreys, die erste Maschine wurde laut Bell im Juli 2020 übergeben. Zunächst waren die Maschinen in Kisarazu bei Tokio untergebracht; als dauerhafte Basis ist ab 2025 ein Standort am Flughafen Saga auf Kyushu vorgesehen. Zusätzlich sind in Japan Ospreys der US-Streitkräfte stationiert. Für eine Spotting-Reise lohnt ein Blick in den Beitrag Planespotting in Tokio.

Sicherheit und Unfälle

Die Osprey hat eine bewegte Unfallgeschichte, die ihren Ruf bis heute prägt. In der Erprobungsphase gingen mehrere Prototypen verloren, im Jahr 2000 starben bei zwei Abstürzen 23 Marines, worauf die Flotte lange am Boden blieb und Teile neu konstruiert wurden. Am 29. November 2023 stürzte eine CV-22B der Air Force vor der japanischen Insel Yakushima ab, alle acht Soldaten an Bord kamen ums Leben. Daraufhin blieben die Ospreys der US-Streitkräfte und Japans bis März 2024 am Boden. Nach einem Zwischenfall im Dezember 2024 folgte eine weitere vorsorgliche Flugpause.

Was das für Spotter bedeutet

Nach Unfällen oder technischen Befunden kann der Flugbetrieb für Wochen bis Monate ruhen – auch in Mildenhall. Prüf deshalb vor einer gezielten Tour die aktuelle Lage. Die ausführliche Unfallchronik findest du auf der Boeing-Seite zur V-22.

Fototipps für die Osprey

Rotoren verwischen

Bei sehr kurzer Verschlusszeit stehen die Rotoren eingefroren still. Beginne bei etwa 1/125 s und arbeite dich mit sauberem Mitziehen nach unten.

Den Übergang erwischen

Das spannendste Motiv sind schräg gestellte Gondeln im Anflug oder kurz nach dem Start. Arbeite mit Serienbildern.

Grau braucht Licht

Die dunkelgraue Tarnlackierung schluckt Details. Weiches Seitenlicht oder Sonne im Rücken holen Gondeln und Rumpfkonturen heraus.

Seriennummer mitnehmen

Fotografiere das Leitwerk mit, damit du die Maschine später sicher zuordnen kannst.

Mehr zur Technik steht im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. Und falls dich seltene Typen generell reizen, findest du weitere Ideen unter Seltene Flugzeuge spotten.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die Osprey, wenn …

  • zwei große Rotoren an den Enden eines kurzen Flügels sitzen
  • die Gondeln senkrecht, schräg oder waagerecht stehen
  • das Heck von hinten wie ein H aussieht
  • du im Umfeld von RAF Mildenhall unterwegs bist

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Gondeln waagerecht stehen – dann wirkt sie wie ein kleiner Turboprop-Transporter
  • du nur ein frontales Bild aus großer Entfernung hast
  • du die Version bestimmen willst – dann helfen Betreiber und Seriennummer

Es ist keine Osprey, wenn …

  • zwei Rotoren hintereinander über dem Rumpf drehen – dann ist es eine Chinook
  • ein Hauptrotor mit Heckrotor arbeitet – dann eher ein UH-60 Black Hawk, eine CH-53 oder eine Bell 412
  • vier Propeller am Flügel hängen – dann eher eine C-130 oder ein Airbus A400M

Fazit

Die V-22 Osprey ist Bells Kipprotor-Idee in Serie: Was mit der XV-3 in den 1950er-Jahren begann und mit der XV-15 ausgereift wurde, fliegt heute als Truppentransporter, Spezialkräfte-Flugzeug und Trägerversorger. In Europa ist RAF Mildenhall der Ort, an dem du die CV-22B regelmäßig siehst – mit Geduld, Rücksicht am Zaun und einem Blick auf Wind und Licht. Airshows und Museen ergänzen die Jagd.

Kurzfazit

Rotoren an den Flügelspitzen, schwenkbare Gondeln, H-Leitwerk: Das ist die Osprey. Bell liefert die Kipprotor-Technik und montiert in Amarillo, Boeing den Rumpf. In Europa fliegt die CV-22B der 7th SOS von RAF Mildenhall – fotografiere nur von öffentlichem Grund und belichte lang genug, damit die Rotoren drehen.

Zusammenfassung

  • Nach dem gescheiterten Befreiungsversuch im Iran 1980 startete das US-Verteidigungsministerium 1981 das Programm JVX; Bell und Boeing Vertol reichten 1983 ein vergrößertes XV-15-Konzept ein.
  • Die V-22 flog erstmals am 19. März 1989; nach Rückschlägen und Überarbeitungen wurde die volle Serienproduktion im September 2005 freigegeben.
  • Das Marine Corps fliegt die MV-22B, die Air Force die CV-22B für Spezialkräfte, die Navy die CMV-22B für die Versorgung von Flugzeugträgern; Japan ist der einzige Exportkunde.
  • In RAF Mildenhall ersetzte die CV-22B ab 2013 die MC-130H Combat Talon II der 7th SOS; die angekündigte Schließung der Basis wurde 2020 zurückgenommen.

Häufige Fragen

Warum steht die Osprey bei Bell und nicht nur bei Boeing?

Weil die V-22 ein echtes Gemeinschaftsprogramm ist. Bell hat das Kipprotor-Know-how aus XV-3 und XV-15 eingebracht und baut Flügel, Gondeln, Rotoren und den Antriebsstrang, die Endmontage findet im Bell-Werk in Amarillo statt. Boeing ist für Rumpf, Cockpit, Avionik und Flugsteuerung zuständig. Die Seite zur V-22 aus Boeing-Sicht ergänzt diesen Artikel.

Ist die V-22 ein Hubschrauber?

Nein. Sie ist ein Kipprotor-Flugzeug (Tiltrotor). Beim Starten und Landen tragen die senkrecht stehenden Rotoren die Maschine wie bei einem Hubschrauber. Im Reiseflug sind die Gondeln nach vorn geschwenkt, die Rotoren ziehen wie Propeller, und der Flügel erzeugt den Auftrieb. Deshalb führen wir sie bei den Militärflugzeugen.

Welchen ICAO-Typcode hat die Osprey?

Die V-22 läuft unter V22. Der Code unterscheidet nicht zwischen MV-22B, CV-22B und CMV-22B. Militärische Maschinen senden zudem nicht immer verwertbare Positionsdaten – plane also nicht nur mit dem Flugradar.

Welche Ospreys fliegen in RAF Mildenhall?

Dort ist die 7th Special Operations Squadron der US Air Force mit CV-22B stationiert. Sie gehört über die 752nd Special Operations Group zum 352nd Special Operations Wing. Die Staffel stellte 2013 von der MC-130H auf die Osprey um.

Wird RAF Mildenhall geschlossen?

Das war geplant: Im Januar 2015 kündigte das US-Verteidigungsministerium den Rückzug aus Mildenhall an. Im Juli 2020 wurde diese Entscheidung zurückgenommen, das Tankergeschwader und der 352nd Special Operations Wing bleiben vor Ort. Stand Oktober 2026 ist Mildenhall weiter in Betrieb – Stationierungen können sich aber jederzeit ändern.

Wie unterscheide ich CV-22B und MV-22B?

Von außen ist das schwierig. Die CV-22B hat zusätzliche Flügeltanks, ein Geländefolgeradar und umfangreichere Selbstschutzsysteme, die vor allem an Nase und Rumpf zusätzliche Antennen und Sensoren zeigen. Sicherer ist der Kontext: Rund um Mildenhall sind es CV-22B, MV-22B kommen in Europa vor allem bei Übungen und Airshows vor. Die Seriennummer am Leitwerk bestätigt die Version.

Wo sehe ich eine Osprey sicher?

Im Museum. Das National Museum of the U.S. Air Force in Dayton zeigt eine CV-22B. Bells Versuchsflugzeug XV-15 steht im Steven F. Udvar-Hazy Center bei Washington.

Bell Boeing V-22 Osprey sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Bell Boeing V-22 Osprey

Startet wie ein Hubschrauber, fliegt wie ein Flugzeug: Die V-22 Osprey ist das einzige Kipprotor-Flugzeug im Truppendienst. So erkennst du sie, hältst die Versionen auseinander und weißt, wo du sie in Europa und Japan siehst.

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TT

Planetrack Redaktion

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