Das Wichtigste in Kürze
- Die Jetstream 32 ist die leistungsgesteigerte Jetstream 31, vermarktet als Jetstream Super 31 und intern als BAe 3200 geführt.
- Stärkere TPE331-12-Triebwerke und rund 7,35 Tonnen Startgewicht machten sie fit für heiße Tage, hoch gelegene Plätze und volle Kabinen.
- Von außen gleicht sie der Jetstream 31 vollständig – Spotter trennen die beiden nur über Kennzeichen und den Typcode JS32.
- In den USA flog der Typ in großer Zahl bei Zubringern der großen Netzwerk-Airlines, heute sind die meisten aktiven Exemplare in Amerika unterwegs.
- Neben dem Linienverkehr taucht der kleine Zweimot auch in Charter-, Fracht- und Sonderrollen auf – vom Shuttle bis zur Messplattform.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die BAe Jetstream 32?
- 2.Jetstream 31 und 32 im direkten Vergleich
- 3.Jetstream 32EP: noch mehr Leistung
- 4.Woran du die Jetstream 32 erkennst
- 5.Regionalflug: Wo die Jetstream 32 zu Hause war
- 6.Kalibrier- und Sonderflug: die Jetstream als Arbeitsplattform
- 7.Sicherheitsgeschichte
- 8.Wo du die Jetstream 32 heute spottest
- 9.Fototipps für den kleinen Zweimot
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | British Aerospace (BAe), heute BAE Systems |
|---|---|
| Basis | Jetstream 31, Ursprung Handley Page Jetstream (1967) |
| ICAO-Typcode | JS32 |
| Werksbezeichnungen | BAe 3200, Jetstream Super 31 |
| Erstflug der Super-31-Ausführung | 1988 |
| Produktionsende | 1993 (gemeinsam mit der Jetstream 31) |
| Gebaute Exemplare 31/32 | 386 laut gängigen Nachschlagewerken |
| Triebwerke | 2 × Garrett (heute Honeywell) TPE331-12UAR, je rund 1.020 WPS, Vierblattpropeller |
| Länge | 14,37 m |
| Spannweite | 15,85 m |
| Höhe | rund 5,4 m |
| Max. Startgewicht | rund 7.350 kg |
| Reisegeschwindigkeit | bis rund 260 Knoten (TAS) |
| Reichweite | rund 700 nautische Meilen (Herstellerangabe, je nach Zuladung) |
| Dienstgipfelhöhe | rund 25.000 ft |
| Sitzplätze | bis 19 Passagiere, 2 Piloten |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Optisch identisch mit der Jetstream 31: kurzer, schlanker Rumpf mit runder Nase und nur wenigen Fenstern
- Tiefdecker mit geradem Flügel, die Triebwerksgondeln ragen weit vor die Flügelvorderkante
- Kreuzleitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt etwas oberhalb des Rumpfes an der Seitenflosse, kein T-Leitwerk
- Zwei TPE331-Einwellen-Turboprops mit Vierblattpropellern und dem typischen hohen Kreischen
- Die sichere Unterscheidung von der Jetstream 31 gelingt nur über Kennzeichen oder Typcode JS32
- Deutlich kürzer als die Jetstream 41 (JS41), bei der der Flügel unter dem Rumpf durchläuft
Aktualisiert: Oktober 2026 – Auf dem Papier ist sie nur ein Zusatz in der Typenliste: JS32 statt JS31. In der Praxis steckt hinter der Jetstream 32 die Version, mit der British Aerospace seinen kleinen 19-Sitzer für den harten Alltag auf Zubringerstrecken fit machte – mehr Leistung, mehr Gewicht, bessere Reserven an heißen Tagen. Von außen sieht sie aus wie jede andere Jetstream 31. Genau das macht sie für Spotter spannend: Wer sie korrekt abhaken will, muss genauer hinschauen als bei fast jedem anderen Typ.
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Was ist die BAe Jetstream 32?
Die Jetstream 32 ist die leistungsgesteigerte Ausführung der Jetstream 31, eines zweimotorigen Turboprop-Zubringers für bis zu 19 Passagiere. British Aerospace brachte sie Ende der 1980er-Jahre unter dem Verkaufsnamen Jetstream Super 31 heraus, intern lief sie als BAe 3200. In Registern, Flugplänen und Tracking-Diensten begegnet dir meist die Kurzform Jetstream 32 oder der ICAO-Typcode JS32.
Die Grundkonstruktion stammt aus den 1960er-Jahren von Handley Page. British Aerospace hatte daraus mit neuen Garrett-Triebwerken die Jetstream 31 gemacht, die 1980 erstmals flog. Die ganze Vorgeschichte – von der Pleite bei Handley Page über Scottish Aviation bis zu den Militärversionen – findest du ausführlich auf der Seite zur Jetstream 31. Hier geht es um das, was die 32 ausmacht.
Die Idee hinter der Super 31 war einfach: Kunden wollten mehr Nutzlast und bessere Leistungen unter schwierigen Bedingungen, ohne ein neues Muster einführen zu müssen. Also bekam die bewährte Zelle stärkere Triebwerke und ein höheres zulässiges Startgewicht. Die Kabine blieb gleich, die Abmessungen auch. Gefertigt wurde die Familie bei BAe in Prestwick in Schottland, 1993 lief die Produktion der 31/32 aus. Mehr zum Konzern dahinter steht auf der Seite zu BAE Systems.
Jetstream 31 und 32 im direkten Vergleich
Der Unterschied zwischen den beiden Varianten liegt unter der Haut. Die Jetstream 32 nutzt Garrett-Turboprops der Baureihe TPE331-12 mit rund 1.020 Wellen-PS pro Seite. Für die Grundausführung der Jetstream 31 nennen Nachschlagewerke das TPE331-10 mit rund 940 Wellen-PS – die Leistungsangaben schwanken je nach Quelle und Ausstattung allerdings. Dazu kommt ein höheres maximales Startgewicht: rund 7.350 Kilogramm bei der 32 gegenüber knapp 6.950 Kilogramm bei der 31.
| Merkmal | Jetstream 31 | Jetstream 32 (Super 31) |
|---|---|---|
| ICAO-Typcode | JS31 | JS32 |
| Erstflug | 1980 | 1988 |
| Triebwerke | TPE331-10 | TPE331-12 |
| Leistung je Triebwerk | rund 940 WPS | rund 1.020 WPS |
| Max. Startgewicht | rund 6,95 t | rund 7,35 t |
| Länge / Spannweite | 14,37 m / 15,85 m | 14,37 m / 15,85 m |
| Sitzplätze | 18–19 | bis 19 |
| Äußerer Unterschied | – | praktisch keiner |
Was bringen die Mehrleistung und das höhere Gewicht im Alltag? Vor allem Reserven. An warmen Tagen, auf hoch gelegenen Plätzen oder bei kurzen Pisten sinkt die Leistung eines Turboprops, und Airlines müssen dann Passagiere oder Gepäck stehen lassen. Die Jetstream 32 konnte in solchen Situationen mehr Nutzlast mitnehmen. Für Betreiber in den USA, in Lateinamerika oder auf Inselstrecken war das ein handfestes Argument.
Die Zahlen in der Tabelle sind gerundet und stammen aus etablierten Nachschlagewerken. Einzelne Maschinen können je nach Ausstattung, Umrüstung und Zulassung abweichen – maßgeblich ist immer das Flughandbuch der jeweiligen Zelle.
Typcode schlägt Augenmaß
Wenn du eine Jetstream fotografierst, notiere dir das Kennzeichen. Im Register oder Tracking-Dienst siehst du dann, ob es eine JS31 oder JS32 ist. Wie Typcodes aufgebaut sind, erklärt der Guide ICAO-Typcodes erklärt.
Jetstream 32EP: noch mehr Leistung
In Typenlisten taucht außerdem die Bezeichnung 32EP auf, wobei EP für Enhanced Performance steht. Gemeint ist eine leistungsgesteigerte Ausführung der Jetstream 32, die weiterhin bis zu 19 Passagiere befördert. Wie genau sich die Änderungen im Detail zusammensetzen und ob sie ab Werk oder per Umrüstung kamen, ist öffentlich kaum belastbar dokumentiert. Im Tracking erscheint auch eine 32EP in der Regel unter dem Typcode JS32.
Für Spotter ist die 32EP von außen nicht zu erkennen. Ob eine Maschine das Paket hat, steht – wenn überhaupt – in Registerdetails, Verkaufsanzeigen oder Betreiberunterlagen. Wenn du deine Sammlung sehr genau führst, kannst du die Variante als Notiz zur Sichtung ergänzen. In der Typenliste bleibt es eine Jetstream 32.
Woran du die Jetstream 32 erkennst
Weil die 32 äußerlich der 31 entspricht, gelten dieselben Merkmale. Vier Blicke reichen meist, um sie von anderen kleinen Turboprops zu trennen.
Größe einordnen
Gut 14 Meter lang, kaum größer als ein Geschäftsreiseflugzeug. Neben einer ATR 42 wirkt sie winzig.
Flügel und Gondeln
Tiefdecker mit geradem Flügel, die schlanken Gondeln ragen weit nach vorn. Die Vierblattpropeller drehen deutlich vor der Flügelvorderkante.
Leitwerk
Kreuzleitwerk statt T-Leitwerk. Damit sind Beechcraft 1900D und Embraer EMB 120 Brasilia schnell aus dem Rennen.
Sound
Das hohe, metallische Kreischen der TPE331 hörst du oft, bevor du die Maschine siehst – beim Anlassen besonders deutlich.
Der Klang ist ein echter Joker. Die TPE331 ist ein Einwellen-Triebwerk, bei dem Verdichter, Turbine und Propellergetriebe auf einer gemeinsamen Welle sitzen. Das klingt ganz anders als die Freiturbinen in ATR oder Dash 8. Allerdings teilt die Jetstream diesen Sound mit anderen Typen wie der Fairchild Swearingen Metro und der Dornier Do 228. Wie du Typen nach Gehör einordnest, steht im Beitrag Flugzeugtypen am Geräusch erkennen.
Es ist sehr wahrscheinlich eine JS32, wenn …
- ein kleiner Tiefdecker mit Kreuzleitwerk und weit vorgezogenen Gondeln vor dir steht
- das Kennzeichen im Register als Jetstream 32, Super 31 oder BAe 3200 geführt wird
- der Tracking-Dienst den Typcode JS32 anzeigt
Prüf nach, wenn …
- du nur die Silhouette siehst – dann kann es genauso gut eine Jetstream 31 sein
- der Tracking-Dienst einen anderen Typ zeigt als das Register, denn Datenbanken sind nicht immer gepflegt
- du nur den Klang hörst, weil mehrere Typen TPE331-Triebwerke nutzen
Keine Jetstream 32, wenn …
- das Höhenleitwerk oben auf der Seitenflosse sitzt
- der Rumpf deutlich länger ist und viele Fenster hat – dann ist es eher eine Jetstream 41
- der Flügel oben auf dem Rumpf liegt
Weitere Abgrenzungen im 19- bis 30-Sitzer-Segment: Die Beechcraft 1900D hat ein T-Leitwerk und eine Kabine mit Stehhöhe, die Embraer EMB 120 Brasilia ist größer und hat ebenfalls ein T-Leitwerk. Die Saab 340 wirkt breiter und deutlich wuchtiger. Einen strukturierten Überblick gibt der Beitrag Turboprops unterscheiden.
Regionalflug: Wo die Jetstream 32 zu Hause war
Die Jetstream 31/32 war von Anfang an stark auf den US-Markt zugeschnitten. Nach der Deregulierung des amerikanischen Luftverkehrs entstanden zahlreiche Zubringer, die unter den Marken der großen Netzwerk-Airlines kleine Städte an die Drehkreuze anbanden. Unfallberichte und Nachschlagewerke nennen Jetstreams unter anderem bei Betreibern im Auftrag von American Eagle, United Express, Northwest Airlink und USAir Express. Die Zubringerwelt von American lebt heute in der Regionaltochter Envoy Air weiter, die längst mit Jets fliegt.
Für den Typ sprach das Paket aus Größe und Vorschriften: Mit höchstens 19 Sitzen fiel die Maschine in den USA wie in vielen anderen Ländern in eine Klasse mit vereinfachten Regeln, etwa ohne Pflicht zu Flugbegleitern. Mit der Zeit verdrängten Regionaljets und größere Turboprops die kleinen Zubringer jedoch von vielen Strecken. Wer die Ablösung nachvollziehen will, findet im Beitrag Regionaljets erkennen die Typen, die danach kamen.
In Großbritannien gehört die Jetstream 32 zur Gründungsgeschichte von Eastern Airways: Mit der Übernahme des Linienbetriebs von Air Kilroe kamen 1999 zwei Jetstream 32 in die Flotte. Später setzte die Airline vor allem auf die größere Jetstream 41. Eastern Airways hat den Flugbetrieb im Oktober 2025 eingestellt und ist damit Geschichte.
Weltweit sank die Zahl aktiver Jetstreams über die Jahre deutlich. Branchendaten zufolge waren im Juli 2019 noch rund 70 Jetstream 31/32 im Airline-Einsatz, davon 49 in Nord- und Südamerika, 15 in Europa, 5 im asiatisch-pazifischen Raum und eine in Afrika. Zu den Betreibern mit fünf oder mehr Maschinen zählten damals unter anderem Northwestern Air und Pascan Aviation in Kanada, SARPA in Kolumbien, Transmandu in Venezuela, FlyPelican in Australien und AIS Airlines in den Niederlanden. Ob diese Gesellschaften im Oktober 2026 noch Jetstreams fliegen, solltest du vor einer Reise selbst prüfen – kleine Flotten ändern sich schnell.
Alarm für seltene Turboprops
Setz die Jetstream 32 auf deine Wunschliste: Planetrack benachrichtigt dich per Sichtungs-Alarm, wenn ein gesuchter Typ oder ein bestimmtes Kennzeichen an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Kalibrier- und Sonderflug: die Jetstream als Arbeitsplattform
Nicht jede Jetstream transportiert Passagiere. Kleine Zweimots dieser Größe sind auch für Sondermissionen gefragt: Messflüge, Fracht im Quick-Change-Betrieb, Firmenshuttles oder Ausbildung. Ein Spezialgebiet, das Spotter oft übersehen, ist die Flugvermessung, auch Kalibrierflug oder Flight Inspection genannt.
Bei der Flugvermessung prüft ein speziell ausgerüstetes Flugzeug regelmäßig, ob die Navigationsanlagen eines Flughafens korrekt arbeiten. Dazu gehören etwa das Instrumentenlandesystem, Drehfunkfeuer und Entfernungsmessanlagen, aber auch Anflugbefeuerung und veröffentlichte Verfahren. Die Messtechnik an Bord vergleicht die empfangenen Signale mit der exakt bestimmten Position des Flugzeugs. Die Standards dafür setzen die ICAO und nationale Behörden. Wie ein ILS-Anflug grundsätzlich funktioniert, erklärt der Beitrag ILS-Anflug erklärt; welche Rolle die Flugsicherung spielt, steht unter DFS Deutsche Flugsicherung.
Warum passt ein Flugzeug wie die Jetstream in dieses Profil?
Platz für Technik
Die Kabine eines 19-Sitzers bietet genug Raum für Geräteracks und einen Arbeitsplatz für den Messingenieur.
Zwei Triebwerke
Messflüge führen oft tief und wiederholt durch Anflugsektoren, auch bei Instrumentenwetter. Zwei Motoren bringen hier Sicherheitsreserven.
Langsame, stabile Anflüge
Ein Turboprop fliegt gleichmäßige Muster bei moderater Geschwindigkeit – ideal, um Signale entlang der Anfluggrundlinie sauber aufzuzeichnen.
Günstiger Betrieb
Im Vergleich zu Jets sind Verbrauch und Kosten pro Flugstunde gering, was bei vielen Messstunden zählt.
Welche Organisation welches Muster für Kalibrierflüge einsetzt, ändert sich mit der Zeit und ist oft nur aus Betreiberangaben oder Registereinträgen ersichtlich. Wenn dir eine Jetstream mit ungewöhnlichen Antennen am Rumpf, einer Behördenbeschriftung oder ohne Airline-Livery auffällt, lohnt sich ein Blick ins Register. Für Spotter erkennbar wird ein Messflug außerdem am Flugmuster: wiederholte Anflüge ohne Landung, Kreise um ein Funkfeuer oder auffällig lange Aufenthalte im Platzbereich. Solche Flüge zeigen Tracking-Dienste oft als dichte Muster über dem Flughafen.
Messflüge nicht stören
Kalibrierflüge laufen häufig tief über den Anflugsektoren. Bleib an öffentlich zugänglichen Standpunkten und halte dich an die Regeln vor Ort – Hinweise dazu findest du im Beitrag Spotten unter der Anflugschneise.
Sicherheitsgeschichte
Wie viele Zubringer der 1980er- und 1990er-Jahre hat auch die Jetstream 32 eine Unfallgeschichte, die Spotter kennen sollten, weil sie den Typ und die Branche geprägt hat. Am 13. Dezember 1994 verunglückte eine Jetstream 32 von Flagship Airlines, die im Auftrag von American Eagle flog, im Anflug auf Raleigh-Durham; 15 Menschen kamen ums Leben. Am 17. März 2025 stürzte eine Jetstream 32 der honduranischen Lanhsa beim Abflug von Roatán unweit der Piste ins Meer, 13 der 18 Insassen starben.
Solche Ereignisse wurden von den zuständigen Untersuchungsstellen ausgewertet und flossen in Ausbildung und Vorschriften ein. Wenn du Fotos von Unfällen oder Notlandungen machst, beachte die Rechtslage – mehr dazu im Beitrag Fotos von Flugunfällen und Notlandungen.
Wo du die Jetstream 32 heute spottest
Die Chancen hängen stark von deiner Region ab. In Mitteleuropa ist der Typ zur echten Rarität geworden.
| Region | Trefferchance | Hinweis |
|---|---|---|
| Kanada und USA | mittel | Kleinere Betreiber, oft im Norden und auf dünnen Strecken |
| Lateinamerika und Karibik | mittel | 2019 einer der Schwerpunkte des aktiven Bestands |
| Großbritannien | niedrig | Nach dem Aus von Eastern Airways kaum noch Linienbetrieb |
| Kontinentaleuropa | niedrig | Einzelne Betreiber, Charter, Überführungen, Wartung |
| DACH-Raum | sehr niedrig | Allenfalls Einzelflüge an Regionalplätzen |
Wer gezielt sucht, setzt in Tracking-Diensten einen Filter auf JS32 und am besten zusätzlich auf JS31, weil Datenbanken die Varianten nicht immer sauber trennen. Kleine Turboprops landen oft an Regional- und Geschäftsreiseflughäfen statt an großen Drehkreuzen. Tipps dazu findest du im Guide Spotting an kleinen Regionalflughäfen. Wenn du für Raritäten reist, hilft der Beitrag Planespotting-Reise in die USA bei der Vorbereitung; allgemeine Strategien stehen unter seltene Flugzeuge spotten.
Bereit für die JS32-Jagd?
- Ich habe einen Filter auf JS32 und JS31 gesetzt.
- Ich kenne den erwarteten Flughafen und die ungefähre Ankunftszeit.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Ich habe genug Brennweite für ein sehr kleines Flugzeug dabei.
- Ich halte das Kennzeichen lesbar fest, um 31 und 32 sicher zu trennen.
Fototipps für den kleinen Zweimot
Die Jetstream 32 ist kompakt, und das hat Folgen für die Fotografie. Am Pistenrand brauchst du oft mehr Brennweite als bei einem A320, damit sie das Bild füllt. Gleichzeitig ist sie bei Start und Landung relativ langsam, was dir Zeit für mehrere Aufnahmen gibt.
Bei Propellerflugzeugen entscheidet die Verschlusszeit über die Bildwirkung. Sehr kurze Zeiten frieren die Propeller ein, sodass die Maschine wie geparkt wirkt. Mit etwas längeren Zeiten und Mitziehen bekommst du verwischte Propellerkreise, die Bewegung zeigen. Wie du das angehst, erklärt der Beitrag Propeller fotografieren.
Achte außerdem auf das Seitenprofil: Dort kommen die weit vorgezogenen Gondeln und der kurze Rumpf am besten zur Geltung. Und weil 31 und 32 gleich aussehen, ist ein lesbares Kennzeichen auf mindestens einem Bild Pflicht, wenn du die Sichtung korrekt einordnen willst. Für deine Typenliste hilft der Beitrag Alle Flugzeugtypen sammeln.
Fazit
Die BAe Jetstream 32 ist die Antwort von British Aerospace auf Kunden, die mehr wollten, als die Jetstream 31 bieten konnte: stärkere TPE331-12-Triebwerke, ein höheres Startgewicht und bessere Reserven bei Hitze, Höhe und kurzen Pisten. Sie prägte die Zubringerära in den USA, flog auf britischen und europäischen Regionalstrecken und taucht bis heute in Charter- und Sonderrollen auf. Für Spotter ist sie eine Detektivaufgabe, denn die Silhouette verrät nichts – erst Kennzeichen und Typcode machen aus einer Jetstream eine JS32.
Kurzfazit
Gleiche Silhouette wie die Jetstream 31, aber mehr Leistung und Gewicht: Das ist die Jetstream 32 alias Super 31. Erkennen lässt sie sich nur über Kennzeichen oder Typcode JS32. Wer sie sucht, filtert nach JS32 und JS31 und schaut vor allem nach Amerika.
Zusammenfassung
- Die Jetstream 32 flog 1988 erstmals als Super 31; gemeinsam mit der Jetstream 31 entstanden bis 1993 rund 386 Maschinen.
- Gegenüber der 31 bringt sie stärkere TPE331-12-Triebwerke, ein höheres Startgewicht und bessere Leistungen bei Hitze und Höhe; unter der Bezeichnung 32EP gibt es zudem eine nochmals leistungsgesteigerte Ausführung.
- Typische Einsatzfelder waren US-Zubringerstrecken, europäische Regional- und Inselverbindungen sowie Charter und Sondermissionen.
- Heute ist der JS32 selten; wer ihn sucht, filtert in Tracking-Diensten nach dem Typcode und prüft das Kennzeichen im Register.
Häufige Fragen
Ist die Jetstream 32 dasselbe wie die Jetstream Super 31?
Ja. British Aerospace vermarktete die leistungsgesteigerte Version der Jetstream 31 als Jetstream Super 31, in Registern und Typenlisten steht sie meist als Jetstream 32 oder BAe 3200. Der ICAO-Typcode lautet JS32.
Wie unterscheide ich Jetstream 31 und Jetstream 32 von außen?
Praktisch gar nicht. Rumpf, Flügel, Leitwerk und Abmessungen sind gleich. Die Unterschiede stecken in Triebwerken, Gewichten und Leistungsdaten. Sicher wird es erst, wenn du das Kennzeichen im Register oder in einem Tracking-Dienst nachschlägst.
Was ist die Jetstream 32EP?
EP steht für Enhanced Performance. Nachschlagewerke führen die 32EP als leistungsgesteigerte 19-sitzige Ausführung der Jetstream 32; Details zu Umfang und Umrüstung sind öffentlich nur spärlich dokumentiert. Im Tracking erscheint sie in der Regel ebenfalls unter dem Typcode JS32.
Welche Triebwerke hat die Jetstream 32?
Zwei Garrett-Turboprops vom Typ TPE331-12, heute unter dem Namen Honeywell geführt. Sie leisten je rund 1.020 Wellen-PS und treiben Vierblattpropeller an. Weil Kompressor, Turbine und Getriebe auf einer Welle laufen, klingt die Maschine hoch und kreischend.
Wo kann ich eine Jetstream 32 heute noch sehen?
Am ehesten in Nord-, Mittel- und Südamerika, wo 2019 der größte Teil der aktiven Jetstream-Flotte flog. In Europa sind es nur noch Einzelstücke bei kleineren Betreibern, im Charter oder bei Überführungen. Aktuelle Betreiber prüfst du am besten selbst über den Typcode JS32.
Wofür werden kleine Turboprops wie die Jetstream im Kalibrierflug genutzt?
Bei der Flugvermessung überprüfen speziell ausgerüstete Flugzeuge, ob Navigationsanlagen wie ILS oder Drehfunkfeuer korrekt arbeiten und ob veröffentlichte Verfahren sicher fliegbar sind. Dafür braucht es ein Flugzeug mit Platz für Messtechnik, ausreichender Ausdauer und zwei Triebwerken – ein Profil, in das kleine Zweimots dieser Klasse gut passen. Welcher Betreiber welche Maschine nutzt, ändert sich und sollte im Einzelfall geprüft werden.
Wie viele Jetstream 31/32 wurden gebaut?
Gängige Nachschlagewerke nennen 386 Exemplare der Jetstream 31 und 32 zusammen, gebaut bis 1993. Eine belastbare Aufteilung zwischen 31 und 32 ist öffentlich kaum dokumentiert.
BAe Jetstream 32 (Super 31) sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
BAe Jetstream 31/32
Klein, schlank, tiefer Flügel und ein unverwechselbar kreischender Garrett-Sound: Die Jetstream 31/32 war jahrzehntelang der Zubringer auf Britanniens Regionalstrecken – und ist heute ein seltener Fang.
TurbopropBAe Jetstream 41
Ein schlanker Tiefdecker mit Fünfblatt-Propellern, kreuzförmigem Leitwerk und einem Flügel, der unter dem Rumpf durchläuft: Die Jetstream 41 ist die gestreckte 29-Sitzer-Version der Jetstream 31. So erkennst du sie und weißt, wo sie heute noch fliegt.
TurbopropBAe ATP
Tiefdecker, zwei Turboprops mit sechs Blättern, gepfeiltes Seitenleitwerk: Die BAe ATP war Großbritanniens letzter eigener Regional-Turboprop. Ihre längste Karriere erlebte sie als Nachtfrachter bei West Atlantic in Skandinavien.
TurbopropBeechcraft 1900D
19 Sitze, zwei PT6A, ein Buckel über der Kabine und kleine Flossen überall am Heck: Die Beechcraft 1900D ist der Zubringer-Turboprop, der Kanada, die USA und viele Inselnetze geprägt hat. So erkennst du sie.
TurbopropFairchild Swearingen Metro
Lang, dünn, laut und erstaunlich zäh: Die Swearingen Metro aus San Antonio war der Zubringer-Turboprop der 1970er- und 80er-Jahre und fliegt heute vor allem Fracht. So erkennst du Metro, Merlin und Expediter.
TurbopropEmbraer EMB 120 Brasilia
Tiefdecker, T-Leitwerk, zwei Vierblatt-Propeller und rund 30 Sitze: Die EMB 120 Brasilia war in den 1980er- und 1990er-Jahren ein Arbeitstier der US-Regionalairlines. Heute ist sie vor allem als Frachter und Exot unterwegs.
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