Das Wichtigste in Kürze
- Die AS355 ist die zweimotorige Version der Ecureuil-Familie, in Nordamerika als TwinStar vermarktet, in Großbritannien oft Twin Squirrel genannt.
- Schnellster Erkennungsweg: Zwei Abgasöffnungen und eine breitere Triebwerksverkleidung trennen sie von der einmotorigen AS350/H125.
- Polizei und Medien waren ihre wichtigsten Kunden, weil eine zweite Turbine Flüge über Städten erleichterte.
- Seit 2016 nicht mehr in Produktion, die Maschinen fliegen aber weiter – vor allem bei Charter-, Arbeits- und Behördenbetreibern.
- Im Tracking läuft sie unter AS55, die H125 dagegen unter einem eigenen Code. Das Kennzeichen bestätigt die Variante.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | Aérospatiale, später Eurocopter bzw. Airbus Helicopters (Marignane) |
|---|---|
| Familie | Écureuil (AS350/AS355), militärisch AS555 Fennec |
| ICAO-Typcode | AS55 |
| Erstflug Zweimotorversion | 28. September 1979 |
| Produktion | bis 2016 (Aus im September 2015 angekündigt) |
| Triebwerke (E bis F2) | 2 × Allison 250-C20F, je 313 kW |
| Triebwerke (N und NP) | 2 × Turbomeca Arrius 1A bzw. 1A1 mit FADEC |
| Hauptrotor-Durchmesser | 10,69 m (drei Blätter, Starflex-Rotorkopf) |
| Länge bei drehendem Rotor | 12,94 m |
| Max. Abfluggewicht | 2.540 kg (F2), 2.600 kg (N), 2.800 kg (NP) |
| Reisegeschwindigkeit (F2) | 224 km/h |
| Nutzbarer Kraftstoff | 730 Liter in zwei Tanks |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Ecureuil-Silhouette: rundliche, große Glaskanzel, schlanker Leitwerksträger, Kufen
- Zwei Abgasöffnungen hinter dem Rotormast statt eines einzelnen Auspuffs wie bei AS350/H125
- Breitere, etwas massiger wirkende Triebwerksverkleidung auf dem Kabinendach
- Dreiblatt-Hauptrotor mit kompaktem Starflex-Rotorkopf
- Offener Zweiblatt-Heckrotor – kein Fenestron
- Leitwerk mit Höhenflosse und senkrechten Endscheiben sowie einer Flosse oben und unten am Heck
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein Hubschrauber mit großer Glaskanzel kreist minutenlang über einem Stadion, einem Stau oder einem Polizeieinsatz, unter dem Rumpf hängt eine Kamerakugel. Du denkst „Ecureuil“ – und liegst damit oft richtig. Aber welcher? Die AS355 Écureuil 2, in Nordamerika TwinStar genannt, ist die zweimotorige Ausführung der berühmten französischen Ecureuil-Familie. Für Behörden und Fernsehteams war sie über Jahrzehnte erste Wahl. Hier erfährst du, wie du sie von der einmotorigen H125 trennst, welche Varianten es gibt und wo du heute noch eine vor die Linse bekommst.
Twin Squirrel gesichtet?
Mit Planetrack hältst du jede Hubschrauber-Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen und Spot fest und baust dir deinen eigenen Rotor-Hangar auf. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die AS355 Écureuil 2?
Die AS355 ist ein leichter Zweimotor-Hubschrauber der Zweieinhalb-Tonnen-Klasse. Sie stammt von der AS350 Écureuil ab, die Aérospatiale Anfang der 1970er-Jahre in Marignane bei Marseille als günstigen, zivil ausgerichteten Nachfolger der Alouette II entwickelt hatte. Chefkonstrukteur René Mouille setzte dabei konsequent auf Wirtschaftlichkeit: Der Rumpf entstand aus gewalzten Blechen, eine Technik aus dem Autobau, und der Hauptrotor bekam den neuen Starflex-Rotorkopf, der mit deutlich weniger beweglichen Teilen auskommt als klassische Gelenkrotoren.
Die einmotorige AS350 flog 1974 zum ersten Mal, die zweimotorige Version folgte am 28. September 1979. Die Idee war einfach: dieselbe Zelle, dieselben Rotoren, aber zwei kleinere Turbinen statt einer großen. Damit sprach Aérospatiale Kunden an, die für Flüge über Städten, über Wasser oder bei Nacht auf eine zweite Turbine Wert legten. Je nach Markt hieß der Hubschrauber Écureuil 2 (Eichhörnchen 2), Twin Squirrel oder TwinStar.
Aus Aérospatiale wurde in den 1990er-Jahren Eurocopter, 2014 dann Airbus Helicopters. Mehr zum heutigen Hersteller findest du auf der Seite zu Airbus Helicopters und zum Mutterkonzern Airbus.
Im September 2015 kündigte Airbus Helicopters an, die AS355 auslaufen zu lassen, um sich auf stärker nachgefragte Muster zu konzentrieren. Die vorhandenen Aufträge wurden noch bis 2016 abgearbeitet. Die einmotorige Schwester lief dagegen weiter und ist heute als H125 eines der meistgebauten Hubschraubermuster überhaupt: Airbus beziffert die gesamte Ecureuil-Familie auf mehr als 7.200 ausgelieferte Maschinen.
Die Varianten im Überblick
Über fast vier Jahrzehnte Bauzeit hat sich die AS355 mehrfach verändert. Die wichtigste Trennlinie verläuft zwischen den Allison-Versionen und den späteren Arrius-Versionen.
| Variante | Triebwerke | Besonderheit | Max. Abfluggewicht |
|---|---|---|---|
| AS355 E | 2 × Allison 250-C20F | erste Serienversion, einfache Hydraulik | – |
| AS355 F | 2 × Allison 250-C20F | doppelte Hydraulik | 2.300 kg |
| AS355 F1 | 2 × Allison 250-C20F | höheres Gewicht | 2.400 kg |
| AS355 F2 | 2 × Allison 250-C20F | Gierkompensation, nochmals schwerer | 2.540 kg |
| AS355 N | 2 × Turbomeca Arrius 1A | digitale Triebwerksregelung (FADEC) | 2.600 kg |
| AS355 NP | 2 × Turbomeca Arrius 1A1 | Hauptgetriebe aus der AS350 B3, ab 2007 | 2.800 kg |
Die Allison 250 gehört heute als Rolls-Royce M250 zum Portfolio von Rolls-Royce, die Arrius-Familie zu Safran, dem Nachfolger von Turbomeca. Die AS355 NP von 2007 war die letzte große Modernisierung: stärkere Triebwerke, das robuste Getriebe der AS350 B3 und das höchste Abfluggewicht der Baureihe.
Daneben gab es militärische Ableger. Die bewaffneten AS355 M und M2 wurden von der AS555 Fennec abgelöst, der militärischen Schwester der Écureuil 2. In Brasilien montierte Helibras AS350 und AS355 aus Bausätzen aus Marignane; die Zweimotorversion heißt dort Esquilo Bi und flog unter anderem bei Marine und Luftwaffe.
So erkennst du die AS355
Die schlechte Nachricht zuerst: Von weitem sehen AS355 und AS350/H125 fast gleich aus. Kanzel, Leitwerksträger, Heck, Kufen und Rotor sind eng verwandt. Die gute Nachricht: Ein Blick auf das Dach reicht in den meisten Fällen.
Ecureuil-Grundform prüfen
Große, rundliche Glaskanzel, schlanker Leitwerksträger, Kufen und ein offener Zweiblatt-Heckrotor: Das ist die Ecureuil-Familie. Siehst du einen Fenestron im Seitenleitwerk, bist du eher bei EC130/H130 oder H135.
Auspuff zählen
Die AS355 hat zwei Abgasöffnungen hinter dem Rotormast, für jede Turbine eine. Die einmotorige AS350/H125 hat nur einen Auspuff. Am besten gelingt der Blick von der Seite oder schräg von hinten.
Triebwerksverkleidung vergleichen
Die Haube über den Triebwerken ist bei der AS355 breiter und wirkt kastiger. Hast du schon ein paar H125-Fotos im Archiv, fällt der Unterschied im direkten Vergleich schnell auf.
Kennzeichen prüfen
Das Register verrät den genauen Typ, oft sogar die Variante. Deutsche Hubschrauber tragen Kennzeichen mit D-H, österreichische mit OE-X, Schweizer meist mit HB-X oder HB-Z, britische mit G-.
Wie Kennzeichen aufgebaut sind und wo du die Register findest, erklärt der Beitrag Flugzeug-Kennzeichen verstehen. Für ältere Maschinen lohnt sich außerdem ein Blick auf das Baujahr – wie du es herausfindest, steht im Guide Flugzeugalter herausfinden.
Praxis-Tipp: Am Boden ist es am leichtesten
Steht die Maschine auf dem Vorfeld oder am Hubschrauberlandeplatz, siehst du die Triebwerksverkleidung von oben und von der Seite. Ein Foto von schräg hinten mit beiden Abgasöffnungen im Bild ist der eindeutigste Beleg für eine AS355.
AS355 oder H125? Die Abgrenzung im Detail
Die Verwechslung mit der H125 ist der Klassiker. Kein Wunder: Die H125 ist die heutige Bezeichnung der einmotorigen AS350 B3e, in Nordamerika als AStar verkauft. Den Namen H125 trägt sie seit 2016. Sie fliegt mit einer einzelnen Safran Arriel 2D und ist vor allem für Leistung in großer Höhe und Lastenflüge bekannt. Ausführlich vorgestellt wird sie auf der Seite zur Airbus H125.
| Merkmal | AS355 Écureuil 2 | AS350 / H125 |
|---|---|---|
| Turbinen | zwei | eine |
| Abgasöffnungen | zwei | eine |
| Triebwerksverkleidung | breiter, kastiger | schmaler |
| Hauptrotor | drei Blätter, Starflex | drei Blätter, Starflex |
| Heckrotor | offen, zwei Blätter | offen, zwei Blätter |
| ICAO-Code | AS55 | AS50 |
| Produktion | bis 2016 | läuft weiter |
Ein Unterschied liegt eher im Einsatzprofil als im Aussehen: Die H125 ist der Arbeitshubschrauber für Gebirge, Außenlasten und Rundflüge, die AS355 war der Zweimotorer für Stadt, Behörden und Medien. Wenn du also über einer Innenstadt einen Ecureuil mit Kamerakugel siehst, lohnt sich ein zweiter Blick aufs Dach besonders.
Schnellbestimmung: Ecureuil und Verwandte
AS355 Écureuil 2 / TwinStar
Ecureuil-Silhouette mit zwei Auspuffrohren und breiter Triebwerkshaube: ein Zweimotorer der Familie. Das Kennzeichen verrät, ob es eine Allison-Version (E bis F2) oder eine Arrius-Version (N, NP) ist.
AS350 Écureuil / Airbus H125
Ein Auspuff, schlanke Haube, offener Heckrotor: die einmotorige Ecureuil. Sie ist weltweit weit verbreitet und im Gebirge praktisch überall unterwegs.
EC130 / Airbus H130
Ein Fenestron und eine breitere Kabine deuten auf die Weiterentwicklung der Ecureuil für Rundflüge. Mehr dazu auf der Seite zur H130.
Die H130 ist übrigens aus der AS350 hervorgegangen und trägt ebenfalls Ecureuil-Gene, unterscheidet sich aber durch den ummantelten Heckrotor deutlich. Einen allgemeinen Leitfaden für alle gängigen Muster bietet der Beitrag Hubschraubertypen erkennen.
Polizei- und Medienhubschrauber
Die Stärken der AS355 passen genau zu den Anforderungen von Polizei und Fernsehen: zwei Turbinen für mehr Sicherheit über bebautem Gebiet, eine große Kanzel mit freier Sicht nach vorn und unten, eine handliche Größe und vergleichsweise niedrige Betriebskosten für einen Zweimotorer.
Polizei: Polizeieinheiten in vielen Ländern haben die AS355 eingesetzt, etwa in Großbritannien, in Kanada bei der Ontario Provincial Police oder bei der Royal Malaysian Police. Auch das österreichische Innenministerium hatte die AS355 in seiner Flotte. Typisch sind eine Wärmebild- und Kamerakugel am Bug, ein Suchscheinwerfer und Funkantennen am Rumpf. Viele Behörden haben ihre AS355 inzwischen durch neuere Muster wie die H135 oder die H145 ersetzt, die Ontario Provincial Police etwa durch die EC135 – Sichtungen von Polizei-Ecureuils werden also seltener.
Medien: Fernsehsender setzten die AS355 gern als Kamerahubschrauber für Nachrichten, Sportübertragungen und Verkehrsberichte ein; in Australien flog etwa der Sender ABC eine AS355 als Nachrichtenhubschrauber. Die stabilisierten Kamerasysteme hängen meist am Bug oder seitlich am Rumpf.
Charter und Arbeitsflug: Daneben sind viele AS355 bei Charter-, Schulungs- und Arbeitsflugbetrieben unterwegs, etwa für Foto- und Vermessungsflüge, Leitungsinspektionen oder Firmenflüge. Gerade gebrauchte Allison-Maschinen haben mehrfach den Besitzer gewechselt.
Flotten ändern sich laufend
Viele Behörden haben ihre AS355 bereits ausgemustert oder verkauft, andere Maschinen wandern in den Charter- und Privatmarkt. Prüf vor einer gezielten Suche die aktuellen Angaben der Betreiber oder das Luftfahrzeugregister und verlass dich nicht auf alte Flottenlisten.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Hubschrauberlandeplätze und Heliports | mittel | Charter- und Arbeitsflugbetriebe haben hier ihre Basis |
| Großereignisse, Stadien, Innenstädte | mittel | Kamera- und Polizeiflüge |
| Regionalflughäfen und Verkehrslandeplätze | mittel | Wartung, Tankstopps, Überführungen |
| Große Verkehrsflughäfen | niedrig | Hubschrauber nutzen meist eigene Plätze |
| Flugtage und Militärveranstaltungen | niedrig bis mittel | statisch ausgestellte Maschinen, Fennec-Versionen |
Viele Hubschrauber senden ADS-B-Daten und tauchen in Flugradar-Diensten unter dem Code AS55 auf. Polizeiflüge werden allerdings oft gefiltert – warum, erklärt der Beitrag Warum ein Flugzeug nicht auf Flightradar erscheint. Wie du Rettungs-, Polizei- und Arbeitshubschrauber trotzdem aufspürst, erklärt der Beitrag Hubschrauber auf dem Flugradar verfolgen.
AS55 auf die Wunschliste
Setz in Planetrack die AS355 oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Warum die AS355 verschwindet
Das Ende der AS355 hat mehrere Gründe. Zum einen kamen ab den 1990er-Jahren moderne Leichtzweimotorer mit größeren Kabinen auf den Markt, allen voran die EC135, die heute als H135 fliegt. Sie bietet Fenestron, Hecktüren für Tragen und eine modernere Auslegung – Eigenschaften, die für Luftrettung und Polizei wichtiger wurden. Zum anderen wurden Einmotorer wie die AS350 B3 immer leistungsfähiger, sodass für viele Arbeitsflüge eine Turbine genügt.
Airbus Helicopters zog 2015 die Konsequenz und kündigte das Ende an, 2016 lief die Fertigung aus. Für Spotter heißt das: Jede AS355 ist mindestens rund zehn Jahre alt, viele Maschinen haben drei oder vier Jahrzehnte auf dem Buckel. Die Flotte schrumpft langsam, und mit jeder Ausmusterung wird die Twin Squirrel ein bisschen mehr zum Sammlerstück für deinen Hangar. Ideen, wie du solche Raritäten gezielt findest, liefert der Beitrag Seltene Flugzeuge spotten; wie besonders deine Sichtung ist, hilft dir Wie selten ist meine Sichtung? einzuordnen.
Fototipps für die Twin Squirrel
Bei Hubschraubern entscheidet die Verschlusszeit über die Bildwirkung. Mit sehr kurzer Belichtung stehen die drei Rotorblätter still, und der Hubschrauber wirkt wie ein Modell. Mit längerer Belichtung verwischen sie zu einer Scheibe, und das Bild bekommt Dynamik.
Rotor verwischen lassen
Starte bei etwa 1/125 s und taste dich nach unten. Sauberes Mitziehen und ein Bildstabilisator halten den Rumpf scharf.
Das Dach ins Bild holen
Für die Dokumentation brauchst du die Triebwerkspartie. Ein leicht erhöhter Standpunkt oder ein Foto im Kurvenflug zeigt die zwei Auspuffrohre am besten.
Kreisflüge nutzen
Polizei- und Kamerahubschrauber kreisen oft lange über einem Punkt. Warte, bis die Maschine im besten Licht seitlich zu dir steht, statt sofort loszufeuern.
Serien schießen
Bei langen Zeiten sitzt nicht jedes Bild. Mach Serien und sortiere später aus.
Mehr zur Technik steht im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit, der sich eins zu eins auf Rotoren übertragen lässt. Allgemeine Tipps rund um Drehflügler sammelt der Beitrag Hubschrauber spotten. Wann das Licht an deinem Standort passt, findest du mit dem Planetrack-Sonnenstand-Planer heraus; die Grundlagen dazu erklärt der Guide Sonnenstand planen.
Respekt bei Einsätzen
Kreist eine Polizeimaschine über einem Einsatz, hat die Arbeit der Einsatzkräfte Vorrang. Fotografiere von öffentlichem Grund, halte Absperrungen ein und lichte keine Personen im Einsatzgeschehen ab. Ob dein Standort grundsätzlich in Ordnung ist, klärt der Beitrag Ist Planespotting erlaubt?
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die AS355, wenn …
- du die Ecureuil-Kanzel mit offenem Zweiblatt-Heckrotor siehst
- zwei Abgasöffnungen hinter dem Rotormast sitzen
- die Triebwerkshaube breit und kastig wirkt
- im Tracking-Dienst AS55 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du den Hubschrauber nur von vorn oder von unten siehst – dann ist die Triebwerkspartie verdeckt
- eine Militärmaschine in Ecureuil-Form auftaucht – das kann eine einmotorige AS550/H125M oder eine zweimotorige AS555 Fennec sein
- du einen kleinen Zweimotorer mit großer Kanzel siehst, der eine MBB Bo 105 sein könnte – die hat aber vier Blätter und Hecktüren
Es ist keine AS355, wenn …
- ein Fenestron im Seitenleitwerk sitzt (H130, H135, H145, Dauphin)
- nur ein Auspuff zu sehen ist – dann ist es eine AS350/H125
- der Hauptrotor nur zwei Blätter hat, wie bei der Bell 206 JetRanger
- vier oder mehr Hauptrotorblätter drehen
Fazit
Die AS355 Écureuil 2 ist der Ecureuil für Spotter mit geschultem Blick: Von unten sieht sie aus wie jede H125, erst die zwei Auspuffrohre und die breite Triebwerkshaube verraten den Zweimotorer. Jahrzehntelang war sie das Arbeitstier von Polizei und Fernsehen, seit 2016 wird sie nicht mehr gebaut, und mit jeder Ausmusterung wird sie seltener. Wenn du eine erwischst, lohnt sich ein sauberes Foto von schräg hinten und ein Blick ins Register – dann weißt du auch, ob du eine klassische Allison-F2 oder eine späte Arrius-NP vor der Linse hattest. Wer neu im Hobby ist, findet im Einstieg Planespotting für Einsteiger den passenden Startpunkt.
Kurzfazit
Ecureuil-Kanzel, Starflex-Dreiblattrotor, offener Zweiblatt-Heckrotor und zwei Auspuffrohre: Das ist die AS355. Ein Auspuff bedeutet H125, ein Fenestron eine ganz andere Airbus-Familie. Notier das Kennzeichen, dann ist jede Twin-Squirrel-Sichtung ein sauberer Eintrag in deinem Hangar.
Zusammenfassung
- Die AS355 entstand aus der einmotorigen AS350 Écureuil und flog am 28. September 1979 erstmals.
- Varianten von E bis F2 tragen Allison-250-Turbinen, die N- und NP-Versionen moderne Arrius-Triebwerke mit FADEC.
- Airbus Helicopters stellte die Produktion 2016 ein, um sich auf gefragtere Muster zu konzentrieren; viele Betreiber wechselten auf modernere Zweimotorer wie die EC135/H135.
- Von der H125 unterscheidest du sie an den zwei Auspuffrohren und der breiteren Triebwerksverkleidung, nicht an Rotor oder Heck.
Häufige Fragen
Ist die AS355 einfach eine zweimotorige H125?
Im Kern ja, aber mit Einschränkungen. Die AS355 basiert auf der AS350 Écureuil, aus der später die H125 hervorging. Sie bekam zwei kleinere Turbinen, ein angepasstes Triebwerksdeck und mehr Abfluggewicht. Die H125 selbst ist die heutige Bezeichnung der einmotorigen AS350 B3e und fliegt mit einer einzelnen Safran Arriel 2D. Eine zweimotorige H125 gibt es nicht.
Welchen ICAO-Typcode hat die AS355?
Die AS355 Écureuil 2 wird unter AS55 geführt. Der Code unterscheidet nicht zwischen F2, N oder NP – dafür brauchst du das Kennzeichen und ein Register oder eine gute Datenbank.
Was bedeutet TwinStar?
TwinStar ist der Verkaufsname der AS355 in Nordamerika, analog zur AStar für die einmotorige AS350. In Großbritannien hat sich Twin Squirrel eingebürgert, in Brasilien heißt die dort montierte Version Esquilo Bi. Gemeint ist immer derselbe Hubschrauber.
Woran erkenne ich, ob eine AS355 Allison- oder Arrius-Triebwerke hat?
Von außen ist das schwer. Faustregel: Die Varianten E, F, F1 und F2 haben Allison-250-Turbinen, die N- und NP-Versionen Turbomeca Arrius mit digitaler Regelung. Die genaue Variante steht im Luftfahrzeugregister zum Kennzeichen.
Wird die AS355 noch gebaut?
Nein. Airbus Helicopters kündigte das Produktionsende im September 2015 an, die letzten Auftragsmaschinen liefen 2016 vom Band. Im Einsatz bleibt der Typ trotzdem, Ersatzteile und Wartung laufen weiter.
Was ist die AS555 Fennec?
Die militärische Schwester der AS355. Sie löste die bewaffneten Versionen AS355 M und M2 ab. Die einmotorige Militärversion heißt AS550 Fennec, heute H125M. Fennec-Maschinen siehst du am ehesten bei Streitkräften, auf Flugtagen oder Tagen der offenen Tür.
Warum flogen so viele Polizei- und Medienteams die AS355?
Zwei Turbinen bieten Reserve, wenn ein Triebwerk ausfällt – ein Vorteil bei Flügen über dicht bebautem Gebiet, wo es kaum Notlandeflächen gibt. Dazu kam die große Kanzel mit sehr guter Sicht nach vorn und unten, ideal für Kameras und Beobachter.
Aérospatiale/Eurocopter AS355 Écureuil 2 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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