Luftverkehrsgesetz und Luftverkehrs-Ordnung: Luftrecht für Spotter erklärt

LuftVG, LuftVO, LuftSiG, SERA: Das deutsche Luftrecht wirkt wie ein Abkürzungsdschungel. Der Überblick zeigt, wie die Ebenen zusammenhängen und welche Vorschriften dich am Flughafenzaun tatsächlich betreffen.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Ebenen, ein System: Das Luftverkehrsgesetz (LuftVG) ist der gesetzliche Rahmen, die Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) die Verordnung mit den konkreten Verhaltensregeln. Darüber liegen EU-Vorschriften wie die SERA-Regeln.
  • Der Luftraum ist grundsätzlich frei: § 1 LuftVG erklärt die Benutzung des Luftraums durch Luftfahrzeuge für frei – Einschränkungen brauchen eine Rechtsgrundlage.
  • Für Spotter am Boden zählen wenige Normen: Laser, Drachen, Ballone und Himmelslaternen in Flugplatznähe (§ 19 LuftVO), Drohnen in geografischen Gebieten und der Zugang zur Luftseite (LuftSiG).
  • Fotografieren regelt das Luftrecht nicht: Ob du am Zaun oder auf der Terrasse fotografieren darfst, entscheidet sich vor allem über Hausrecht, Eigentum und Persönlichkeitsrecht.
  • Das Kennzeichen hat eine Rechtsgrundlage: Die Buchstaben nach dem D- folgen der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung – D-A steht zum Beispiel für Flugzeuge über 20 Tonnen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die kurze Antwort: Was regeln LuftVG und LuftVO?
  2. 2.Die Normenpyramide: Wer regelt was?
  3. 3.Das Luftverkehrsgesetz im Überblick
  4. 4.Die Luftverkehrs-Ordnung: Regeln für alle Teilnehmer
  5. 5.Was nicht im LuftVG oder in der LuftVO steht
  6. 6.Luftrecht, das du täglich siehst: das Kennzeichen
  7. 7.Wer kontrolliert? Die Behörden im Luftrecht
  8. 8.Drei typische Situationen eingeordnet
  9. 9.Worauf du achten solltest
  10. 10.Fazit

Wer ein paar Jahre am Zaun steht, kennt die Diskussionen: „Darf der Sicherheitsdienst das?“, „Ist das hier schon Flughafengelände?“, „Wie war das noch mal mit Drohnen?“. Die Antworten stecken in einem Geflecht aus Gesetzen und Verordnungen, an dessen Spitze zwei Regelwerke stehen: das Luftverkehrsgesetz (LuftVG) und die Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO). Dieser Guide erklärt dir die Grundzüge des deutschen Luftrechts, zeigt, wie die Ebenen zusammenspielen, und sortiert aus, welche Vorschriften dich als Spotter am Boden tatsächlich betreffen – und welche nicht.

Kein Ersatz für Rechtsberatung

Dieser Artikel gibt eine allgemeine Orientierung zum Stand Oktober 2026. Gesetze werden laufend geändert, und im Einzelfall kommt es auf die konkreten Umstände an. Maßgeblich ist immer der amtliche Gesetzestext.

Spots finden, an denen alles passt

Auf der Spot-Karte von Planetrack siehst du öffentliche Spotterpunkte mit Anreise, bestem Licht, Bewertungen und Community-Fotos. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Die kurze Antwort: Was regeln LuftVG und LuftVO?

Das Luftverkehrsgesetz ist das Grundgesetz der deutschen Luftfahrt. Es legt fest, dass der Luftraum grundsätzlich frei benutzt werden darf, wer ein Luftfahrzeug zulassen und betreiben darf, wie Flugplätze genehmigt werden, wer die Flugsicherung übernimmt, wer bei Unfällen haftet und welche Verstöße mit Bußgeld oder Strafe bedroht sind. Die Luftverkehrs-Ordnung baut darauf auf und enthält die konkreten Verhaltensregeln für alle, die am Luftverkehr teilnehmen – vom Airbus-Kapitän bis zur Hobby-Drohnenpilotin.

Für dich als Spotter heißt das: Solange du mit beiden Füßen auf öffentlichem Boden stehst, nichts in die Luft steigen lässt und keine Absperrung überwindest, spielt das Luftrecht im engeren Sinn kaum eine Rolle. Wichtig wird es an den Rändern – bei Drohnen, Lasern, Ballonen und beim Zugang zu Bereichen hinter dem Zaun.

1922Erstfassung des Luftverkehrsgesetzes
2015Ausfertigung der aktuellen Luftverkehrs-Ordnung
1,5 kmSchutzradius um Flugplätze für Drachen, Ballone und Laser nach § 19 LuftVO

Die Normenpyramide: Wer regelt was?

Das Luftrecht ist ein Paradebeispiel für Mehrebenen-Recht. Ganz oben stehen internationale Abkommen wie das Chicagoer Abkommen und die Standards der ICAO. Darunter liegt das EU-Recht, das heute viele Kernfragen direkt regelt. Erst dann kommen die deutschen Gesetze und Verordnungen – und ganz unten die Regeln vor Ort.

Ebene Beispiele Was dort steht
International Chicagoer Abkommen, ICAO-Standards Grundsätze der zivilen Luftfahrt, Kennzeichen-Präfixe der Staaten
EU SERA-Verordnung (EU) Nr. 923/2012, Drohnen-Verordnung (EU) 2019/947, Luftsicherheitsverordnung (EG) Nr. 300/2008 einheitliche Luftverkehrsregeln, Drohnenbetrieb, Sicherheitsstandards
Bundesgesetz Luftverkehrsgesetz (LuftVG), Luftsicherheitsgesetz (LuftSiG) Rahmen, Zuständigkeiten, Bußgelder und Strafen
Bundesverordnung Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO), Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO) Verhaltensregeln, Zulassung, Kennzeichen
Vor Ort Genehmigungen, Flughafenbenutzungsordnung, Hausordnung Betriebszeiten, Terrassenregeln, Zugangsregeln

Die LuftVO sagt das in ihrem § 1 sogar selbst: Sie regelt die Teilnahme am Luftverkehr in Deutschland, soweit die europäischen Verordnungen zu Luftverkehrsregeln und Drohnen nicht greifen oder keine Regelung enthalten. Die eigentlichen Flugregeln – etwa Mindestflughöhen oder Vorflugregeln – stehen heute größtenteils in der SERA-Verordnung der EU. Die LuftVO füllt die Lücken und ergänzt nationale Besonderheiten.

Das Luftverkehrsgesetz im Überblick

Das LuftVG wurde am 1. August 1922 ausgefertigt und gilt heute in der Neufassung vom 10. Mai 2007, die seitdem regelmäßig geändert wurde. Für Spotter lohnt ein Blick auf diese Bausteine:

§ 1: Freiheit des Luftraums

Der wohl bekannteste Satz des deutschen Luftrechts: Die Benutzung des Luftraums durch Luftfahrzeuge ist frei, soweit sie nicht durch Gesetz, Verordnung, Völkerrecht oder EU-Recht beschränkt wird. Jede Einschränkung – Sperrgebiete, Kontrollzonen, Flugbeschränkungen – braucht also eine Rechtsgrundlage. Wie diese Lufträume auf Karten aussehen, erklärt der Guide Lufträume und Kontrollzonen erkennen.

Spannend ist auch der zweite Absatz: Er zählt auf, was überhaupt als Luftfahrzeug gilt. Neben Flugzeugen, Drehflüglern, Luftschiffen, Segelflugzeugen, Motorseglern, Ballonen und Rettungsfallschirmen gehören auch Flugmodelle, Luftsportgeräte und unbemannte Luftfahrtsysteme dazu. Wer eine Drohne startet, nimmt damit rechtlich am Luftverkehr teil – mit allen Pflichten.

§§ 2 und 3: Zulassung und Luftfahrzeugrolle

Ein deutsches Luftfahrzeug darf nur fliegen, wenn es zugelassen und – soweit vorgeschrieben – in die Luftfahrzeugrolle eingetragen ist. Zur Zulassung gehören unter anderem die Musterzulassung, der Nachweis der Lufttüchtigkeit, eine Haftpflichtversicherung und die Einhaltung der Lärmvorschriften. Die Rolle ist das Register, aus dem das Kennzeichen stammt, das du auf jedem deutschen Flieger findest. Wie du es abfragst, steht im Artikel Luftfahrzeugregister abfragen.

§§ 6, 8 und 12: Flugplätze und ihr Umfeld

Flugplätze brauchen eine Genehmigung (§ 6), größere Anlagen zusätzlich ein Planfeststellungsverfahren (§ 8), in dem unter anderem Lärmschutz und Umweltverträglichkeit geprüft werden. Aus diesen Verfahren stammen viele Rahmenbedingungen, die du als Spotter kennst – etwa Betriebszeiten und Nachtflugbeschränkungen, die der Artikel Nachtflugverbot an deutschen Flughäfen zusammenfasst. Der Bauschutzbereich nach § 12 sorgt dafür, dass rund um Flughäfen nicht beliebig hoch gebaut werden darf – ein Grund, warum du in Pistennähe selten erhöhte Standpunkte findest.

§§ 27c ff. und 31b: Flugsicherung

Die Flugsicherung soll den Luftverkehr sicher, geordnet und flüssig abwickeln. Nach § 31b LuftVG übernimmt diese Aufgabe eine Flugsicherungsorganisation in Form einer GmbH, deren Anteile ausschließlich der Bund hält – in der Praxis die DFS. Mehr dazu im Porträt DFS Deutsche Flugsicherung.

§§ 33 und 43: Haftung und Versicherung

Der Halter eines Luftfahrzeugs haftet für Schäden, die beim Betrieb entstehen, auch ohne eigenes Verschulden. Zur Absicherung schreibt § 43 eine Haftpflichtversicherung vor. Das betrifft nicht nur Airlines: Auch Drohnen fallen unter die Versicherungspflicht, wie der Artikel Drohnenversicherung erklärt.

§§ 58 bis 62: Bußgelder und Strafen

Am Ende des Gesetzes stehen die Sanktionen. § 58 listet Ordnungswidrigkeiten auf, die je nach Verstoß mit Geldbußen bis zu 10.000, 30.000 oder 50.000 Euro geahndet werden können. Dazu gehören auch Verstöße gegen die EU-Drohnenregeln. Die §§ 59 bis 62 enthalten Straftatbestände, etwa für das Fliegen ohne Zulassung oder Erlaubnis oder für Verstöße gegen Luftsperrgebiete und Flugbeschränkungen.

Jede Sichtung mit Kennzeichen festhalten

In Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot und sammelst sie in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Die Luftverkehrs-Ordnung: Regeln für alle Teilnehmer

Die aktuelle LuftVO wurde am 29. Oktober 2015 ausgefertigt. Sie ersetzte die frühere Fassung und wurde dabei an die europäischen SERA-Regeln angepasst. Ein Großteil richtet sich an Piloten: Kunstflug ist etwa nur nach Sichtflugregeln erlaubt und unter 450 Metern über Grund sowie über Städten, Menschenansammlungen und Flughäfen grundsätzlich verboten. Das Abwerfen von Gegenständen aus Luftfahrzeugen ist mit wenigen Ausnahmen untersagt. Dazu kommen Regeln zu Höhenmessereinstellung, Brücken- und Leitungsunterflügen und Flugplänen.

Für Spotter wichtiger sind die Abschnitte, die Menschen am Boden betreffen.

§ 19: Was im Umkreis von Flugplätzen verboten ist

In einem Abstand von weniger als 1,5 Kilometern von der Begrenzung eines Flugplatzes untersagt die LuftVO unter anderem:

  • das Steigenlassen von Drachen und Kinderballonen sowie den Betrieb von Schirmdrachen,
  • das Abbrennen bestimmter Feuerwerkskörper – Kategorie F2 ist nur vom 2. Januar bis 30. Dezember tabu, die stärkeren Kategorien ganzjährig,
  • den Aufstieg von Himmelslaternen und ähnlichen ballonartigen Leuchtkörpern während der Betriebszeit,
  • den Betrieb von Scheinwerfern und Lasern, wenn sie den Flugbetrieb stören können.

Die Landesluftfahrtbehörde kann Ausnahmen zulassen. Für Spotter ist das vor allem ein Thema bei Treffen und Events am Zaun: Der Geburtstagsballon fürs Gruppenfoto oder ein Lenkdrachen auf der Wiese neben dem Anflug sind keine gute Idee.

Laser sind kein Kavaliersdelikt

Wer ein Cockpit mit einem Laser blendet, verstößt nicht nur gegen die LuftVO. Wird dadurch Leib oder Leben gefährdet, kommt der gefährliche Eingriff in den Luftverkehr nach § 315 StGB in Betracht – im Grundfall mit sechs Monaten bis zehn Jahren Freiheitsstrafe. Details im Artikel Laserpointer auf Flugzeuge.

§ 20 und § 21: Erlaubnis und Freigabe

Bestimmte Aktivitäten sind auch außerhalb der Flugplatznähe erlaubnispflichtig, etwa Drachen an mehr als 100 Meter langen Seilen, Feuerwerk mit großer Steighöhe, Fesselballone mit langem Haltseil oder Laser und Scheinwerfer, die Piloten im An- und Abflug blenden könnten. Im kontrollierten Luftraum brauchen manche Aufstiege zusätzlich eine Freigabe der Flugverkehrskontrolle.

§§ 21h ff.: Drohnen in geografischen Gebieten

Ergänzend zur EU-Drohnenverordnung legt die LuftVO fest, wo Drohnen nur unter besonderen Bedingungen fliegen dürfen – unter anderem in Mindestabständen zu Flugplätzen, Kontrollzonen, Industrieanlagen, Bundesfernstraßen, Krankenhäusern, Wohngrundstücken und Naturschutzgebieten. Welche Zonen wo liegen, zeigt die dipul-Karte, die der Guide Geozonen und dipul-Karte erklärt. Speziell zum Flughafen-Umfeld lies den Artikel Drohnen am Flughafen – für Spotter ist das der häufigste Berührungspunkt mit der LuftVO.

Was nicht im LuftVG oder in der LuftVO steht

Viele Fragen, die Spotter umtreiben, beantwortet das Luftrecht im engeren Sinn gar nicht. Die wichtigsten Nachbargebiete:

Luftsicherheitsgesetz (LuftSiG)

Es schützt die zivile Luftfahrt vor Angriffen. Flughafenbetreiber müssen die Luftseite gegen unberechtigten Zugang sichern. Wer sich unbefugt Zugang verschafft, riskiert bis zu 10.000 Euro Bußgeld und bei vorsätzlicher Beeinträchtigung der Sicherheit ein Strafverfahren. Ausführlich im Artikel Luftsicherheitsgesetz erklärt.

Hausrecht des Betreibers

Terminals, Parkhäuser und Besucherterrassen gehören dem Flughafenbetreiber. Er bestimmt, wer sich dort wie aufhält und ob Stative oder Leitern erlaubt sind. Mehr dazu unter Hausrecht des Flughafenbetreibers.

Persönlichkeitsrecht und Urheberrecht

Wann du Personen zeigen und deine Bilder verkaufen darfst, regeln Kunsturhebergesetz, Datenschutz und Urheberrecht – nicht das Luftrecht.

Telekommunikationsrecht

Ob du Flugfunk hören oder ADS-B-Daten empfangen und teilen darfst, ist eine Frage des Telekommunikations- und Datenschutzrechts. Siehe Flugfunk hören: Rechtslage und ADS-B-Daten empfangen.

Die Kernfrage „Darf ich hier stehen und fotografieren?“ ist damit keine luftrechtliche. Sie hängt davon ab, wem der Boden gehört, ob ein Bereich zur Landseite oder Luftseite zählt und welche Hausordnung gilt. Die Grenzen erklärt der Guide Landseite, Luftseite, Sicherheitsbereich, den Gesamtüberblick liefert Ist Planespotting erlaubt?. Eine Sonderrolle spielen militärische Anlagen, für die eigene Schutzvorschriften gelten – siehe Militärflugplätze fotografieren.

Luftrecht, das du täglich siehst: das Kennzeichen

Ein Stück Luftrecht hast du bei jeder Sichtung vor der Linse. Die Systematik der deutschen Kennzeichen steht in der Anlage 1 zur Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Der erste Buchstabe nach dem D- verrät die Klasse:

Buchstabe Luftfahrzeugklasse
D-A Flugzeuge über 20 t Höchstabflugmasse
D-B Flugzeuge von 14 bis 20 t
D-C Flugzeuge von 5,7 bis 14 t
D-E / D-F einmotorige Flugzeuge bis 2 t bzw. 2 bis 5,7 t
D-G / D-I mehrmotorige Flugzeuge bis 2 t bzw. 2 bis 5,7 t
D-H Drehflügler
D-K Motorsegler
D-L Luftschiffe
D-M / D-N Luftsportgeräte mit bzw. ohne Motor
D-O bemannte Ballone

Segelflugzeuge tragen statt Buchstaben Ziffern nach dem D. Am Flughafen begegnen dir deshalb fast nur D-A-Kennzeichen bei Airlinern, während an kleineren Plätzen die bunte Mischung aus D-E, D-K und D-M dominiert. Die Details erklärt Deutsche Luftfahrzeugkennzeichen, wo das Kennzeichen am Flugzeug stehen muss, steht unter Kennzeichen-Position.

Wer kontrolliert? Die Behörden im Luftrecht

Das LuftVG verteilt die Aufgaben zwischen Bund und Ländern. Bundesaufgaben erledigen das Bundesverkehrsministerium und von ihm bestimmte Stellen wie das Luftfahrt-Bundesamt, das unter anderem die Luftfahrzeugrolle führt und bei dem Drohnenbetreiber sich registrieren – siehe Drohne registrieren. Viele andere Aufgaben übernehmen die Landesluftfahrtbehörden im Auftrag des Bundes, etwa die Genehmigung von Flugplätzen, Ausnahmen nach der LuftVO und Teile der Luftaufsicht. Für Sicherheitsfragen am Flughafen kommen Bundespolizei und Landespolizei hinzu; wie eine Kontrolle am Zaun abläuft, beschreibt Polizeikontrolle beim Spotten.

Kurzfristige Einschränkungen im Luftraum, etwa Flugbeschränkungsgebiete bei Großereignissen, werden über NOTAMs veröffentlicht. Für Drohnenpiloten unter den Spottern lohnt sich deshalb der Guide NOTAMs lesen.

Drei typische Situationen eingeordnet

Unproblematisch

  • vom öffentlichen Weg außerhalb des Zauns fotografieren, etwa am Affenfelsen in Hamburg
  • auf der Besucherterrasse nach Hausordnung spotten
  • Kennzeichen notieren und Sichtungen teilen

Vorher prüfen

  • Drohne in Flughafennähe – meist Geozone, oft gar nicht erlaubt
  • Leiter oder Stativ am Zaun – Hausrecht und Verkehrssicherheit
  • Flugfunk mitschneiden und veröffentlichen

Tabu

  • Laser, Drachen, Ballone oder Himmelslaternen in Flugplatznähe
  • Zaun überwinden oder Tore nutzen, um auf die Luftseite zu kommen
  • Absperrungen ignorieren, um näher an die Piste zu gelangen

Worauf du achten solltest

  • Gesetzestext statt Forenweisheit. LuftVG, LuftVO und LuftSiG stehen kostenlos auf gesetze-im-internet.de. Wer eine Regel zitiert, sollte sie dort nachlesen – Fassungen ändern sich, gerade bei Drohnen.
  • EU-Recht mitdenken. Viele Flugregeln und fast das gesamte Drohnenrecht kommen aus Brüssel. Die LuftVO ergänzt nur.
  • Ausland ist anders. Österreich und die Schweiz haben eigene Regelwerke; Überblicke findest du unter Spotten in Österreich, Spotten in der Schweiz und Spotten im Ausland.
  • Anweisungen befolgen. Auch wenn du in der Sache recht hast: Am Zaun diskutierst du nicht über Paragrafen, sondern klärst Fragen später in Ruhe.

Bist du luftrechtlich auf der sicheren Seite?

Hak ab, was auf dich zutrifft.

  • Ich stehe auf öffentlichem Grund oder auf einer Fläche, deren Hausordnung ich kenne.
  • Ich überwinde keine Zäune, Tore oder Absperrungen.
  • Ich lasse in Flugplatznähe keine Drachen, Ballone oder Laternen steigen.
  • Ich habe keinen Laserpointer dabei oder nutze ihn nie in Richtung Himmel.
  • Meine Drohne bleibt zu Hause, wenn ich die Geozonen nicht geprüft habe.
  • Ich folge Anweisungen von Polizei und Sicherheitsdienst ruhig und sachlich.

Sichtungs-Alarme statt Zaun-Rätselraten

Planetrack benachrichtigt dich, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ, eine Airline oder eine Special Livery anfliegt oder landet – und zeigt dir Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Fazit

Das deutsche Luftrecht ruht auf zwei Säulen: Das Luftverkehrsgesetz setzt den Rahmen von der Freiheit des Luftraums über Zulassung und Flugplätze bis zu Haftung und Strafen, die Luftverkehrs-Ordnung liefert die Verhaltensregeln und ergänzt die europäischen SERA- und Drohnenvorschriften. Für Spotter am Boden ist der direkte Kontakt überschaubar – er beschränkt sich im Wesentlichen auf das, was du in die Luft schickst: Drohnen, Laserlicht, Drachen und Ballone. Die Fragen rund um Standort und Fotografie entscheiden Luftsicherheitsgesetz, Hausrecht und Persönlichkeitsrecht. Wer das auseinanderhält, versteht auch die Diskussionen am Zaun besser – zum Beispiel am Flughafen Frankfurt oder am Besucherhügel München.

Kurzfazit

LuftVG ist der Rahmen, LuftVO das Regelbuch, EU-Recht oft die eigentliche Quelle. Für dich als Spotter gilt: am Boden bleiben, nichts in Flugplatznähe steigen lassen, Drohnen nur nach Geozonen-Check, Absperrungen respektieren – dann bleibt das Luftrecht Hintergrundwissen statt Problem.

Zusammenfassung

  • Das LuftVG stammt ursprünglich von 1922 und gilt heute in der Neufassung von 2007. Es regelt Zulassung, Flugplätze, Flugsicherung, Haftung sowie Bußgeld- und Strafvorschriften.
  • Die LuftVO von 2015 ergänzt die europäischen Luftverkehrsregeln (SERA) und enthält unter anderem die Regeln zu Lasern, Drachen, Feuerwerk und Drohnen im Umfeld von Flugplätzen.
  • Für Spotter sind Luftsicherheitsgesetz, Hausrecht des Betreibers und Strafrecht oft relevanter als die Flugregeln selbst.
  • Wer am Boden bleibt, nichts steigen lässt und keine Absperrungen überwindet, kommt mit dem Luftrecht praktisch nie in Konflikt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen LuftVG und LuftVO?

Das Luftverkehrsgesetz (LuftVG) ist ein Parlamentsgesetz und setzt den Rahmen: Freiheit des Luftraums, Zulassung von Luftfahrzeugen, Genehmigung von Flugplätzen, Flugsicherung, Haftung, Bußgelder und Strafen. Die Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) ist eine Rechtsverordnung, die auf dem Gesetz aufbaut und konkrete Verhaltensregeln für die Teilnahme am Luftverkehr enthält – etwa zu Kunstflug, Abwürfen, Lasern in Flugplatznähe oder Drohnen.

Gilt die Luftverkehrs-Ordnung auch für Spotter am Boden?

Teilweise. Die meisten Vorschriften richten sich an Piloten und Betreiber von Luftfahrzeugen. Einige Regeln betreffen aber ausdrücklich Menschen am Boden: Im Umkreis von 1,5 Kilometern um einen Flugplatz sind zum Beispiel Drachen, Kinderballone, bestimmte Feuerwerkskörper und Laser, die den Flugbetrieb stören können, verboten. Und wer eine Drohne steigen lässt, ist selbst Teilnehmer am Luftverkehr.

Steht im Luftrecht, dass ich Flugzeuge fotografieren darf?

Nein. Das Luftrecht enthält kein allgemeines Fotografierverbot und keine ausdrückliche Erlaubnis für Planespotting. Ob du an einer Stelle fotografieren darfst, ergibt sich aus anderen Regeln: dem Hausrecht des Flughafenbetreibers, dem Eigentum an Grundstücken, dem Persönlichkeitsrecht abgebildeter Personen und bei militärischen Anlagen aus besonderen Schutzvorschriften.

Was passiert, wenn ich unbefugt auf die Luftseite gelange?

Das Luftsicherheitsgesetz verpflichtet Flughafenbetreiber, die Luftseite gegen unberechtigten Zugang zu sichern. Wer sich unbefugt Zugang verschafft, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 10.000 Euro Geldbuße geahndet werden kann. Wird dadurch vorsätzlich die Sicherheit des Luftverkehrs beeinträchtigt, ist es eine Straftat mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe.

Ist ein Laserpointer auf ein Flugzeug nur eine Ordnungswidrigkeit?

Nein, das kann deutlich schwerer wiegen. Der Betrieb von Lasern in Flugplatznähe, der den Flugbetrieb stören kann, ist nach der LuftVO verboten. Gefährdet eine Blendung Leib oder Leben, kommt zusätzlich der gefährliche Eingriff in den Luftverkehr nach § 315 StGB in Betracht – mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren im Grundfall.

Wer ist in Deutschland für die Luftaufsicht zuständig?

Die Aufgaben sind verteilt. Das Bundesverkehrsministerium und das Luftfahrt-Bundesamt nehmen Bundesaufgaben wahr, etwa die Führung der Luftfahrzeugrolle. Viele Aufgaben wie die Genehmigung von Flugplätzen und Teile der Luftaufsicht erledigen die Landesluftfahrtbehörden im Auftrag des Bundes. Die Flugsicherung liegt bei einem bundeseigenen Unternehmen, der DFS.

Was bedeuten die Buchstaben im deutschen Kennzeichen?

Der erste Buchstabe nach dem D- verrät die Luftfahrzeugklasse. D-A steht für Flugzeuge mit mehr als 20 Tonnen Höchstabflugmasse, D-E für einmotorige Flugzeuge bis 2 Tonnen, D-H für Drehflügler, D-K für Motorsegler. Segelflugzeuge tragen statt eines Buchstabens Ziffern. Die Systematik steht in der Anlage 1 zur Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung.

PT

Planetrack Redaktion

Wir bauen die Planetrack App und spotten selbst – auf Besucherterrassen, an Anflugschneisen und am Zaun. Alle Guides entstehen aus eigener Praxis und werden regelmäßig aktualisiert.

Mehr Artikel aus Recht am Flughafen →

Weiterlesen in Recht am Flughafen

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Passende Spotting-Spots

Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

← Zurück zum Blog