Lufträume C, D, E, G und Kontrollzonen: So erkennst du sie auf Karten

Kontrollzone, E-Untergrenze, RMZ und Luftraum C: Wer die Luftraumstruktur auf Karten lesen kann, versteht, warum Flugzeuge dort fliegen, wo sie fliegen – und findet bessere Spots.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202614 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschland nutzt vier Klassen: Im deutschen Luftraum gibt es die Klassen C, D, E und G. A und B kommen nicht vor, Klasse F wurde im Dezember 2014 abgeschafft.
  • Die Kontrollzone ist Luftraum D am Boden: Rund um Verkehrsflughäfen reicht eine Kontrollzone (CTR) vom Boden bis zu einer festgelegten Höhe. Wer dort nach Sicht fliegt, braucht eine Freigabe vom Tower.
  • Luftraum E beginnt nicht überall gleich hoch: Grundsätzlich ab 2500 Fuß über Grund, in der Umgebung von Kontrollzonen abgesenkt auf 1700 oder 1000 Fuß über Grund.
  • Klasse G ist der Luftraum ganz unten: Dort ist keine Freigabe nötig. Hier bewegen sich Segelflieger, Ultraleichte und viele Kleinflugzeuge.
  • Die Form verrät den Verkehr: Wie eine Kontrollzone auf der Karte geschnitten ist, folgt den Pisten und An- und Abflugwegen. Damit wird die Karte zum Werkzeug für die Spot-Suche.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Lufträume in Deutschland: die kurze Antwort
  2. 2.Die vier Klassen im Detail
  3. 3.Die Kontrollzone: das Herzstück rund um den Flughafen
  4. 4.Sonderbereiche: RMZ, TMZ und Flugbeschränkungsgebiete
  5. 5.So liest du Lufträume auf der ICAO-Karte
  6. 6.Digitale Karten und Flugradar: Lufträume am Bildschirm
  7. 7.Was die Luftraumstruktur dir als Spotter bringt
  8. 8.Fazit

Du stehst am Zaun, und eine Cessna zieht in niedriger Höhe quer zur Anflugachse vorbei, während der Airbus dahinter stur auf dem Gleitpfad bleibt. Zufall ist das nicht. Beide bewegen sich in klar abgegrenzten Lufträumen mit eigenen Regeln. Wer Lufträume auf Karten erkennen kann, versteht diese Ordnung. Er sieht auf einen Blick, wo eine Kontrollzone endet, wo Kleinflugzeuge frei unterwegs sind und warum sich der Verkehr an bestimmten Stellen bündelt. Dieser Guide erklärt die Klassen C, D, E und G, die Kontrollzone und die wichtigsten Sonderbereiche. Außerdem zeigt er, wie du all das auf der ICAO-Karte und in digitalen Kartendiensten liest.

Vom Kartenverständnis zum passenden Spot

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Lufträume in Deutschland: die kurze Antwort

Der Luftraum über Deutschland ist in vier Klassen aufgeteilt: C, D, E und G. Jede Klasse legt drei Dinge fest. Erstens, ob Piloten eine Freigabe der Flugsicherung brauchen. Zweitens, welcher Verkehr voneinander gestaffelt wird. Drittens, welche Mindestsicht und welcher Wolkenabstand für Sichtflüge gelten. Die Klassen A und B kommen in Deutschland nicht vor. Die frühere Klasse F wurde im Dezember 2014 mit der Umstellung auf die europäischen SERA-Regeln abgeschafft.

Vereinfacht gesagt, wird es von unten nach oben immer strenger kontrolliert:

  • Klasse G liegt ganz unten, direkt über dem Gelände. Hier ist keine Freigabe nötig.
  • Klasse E schließt darüber an und reicht in der Regel bis Flugfläche 100. Nur Instrumentenflüge brauchen hier eine Freigabe.
  • Klasse C beginnt meist ab Flugfläche 100 und reicht bis Flugfläche 660. Über großen Verkehrsflughäfen setzt C deutlich tiefer an.
  • Klasse D findest du vor allem als Kontrollzone (CTR) rund um Flughäfen mit Instrumentenverkehr, vom Boden bis zu einer festen Obergrenze.

Den systematischen Überblick über alle Klassen von A bis G, also auch die international genutzten, findest du im Artikel Luftraumklassen A bis G. Hier geht es um die Klassen, die in Deutschland tatsächlich vorkommen, und darum, wie sie auf der Karte aussehen.

4Luftraumklassen im deutschen Luftraum: C, D, E und G
2500 ftreguläre Untergrenze von Luftraum E über Grund
FL 100übliche Untergrenze von Luftraum C außerhalb der Flughafenbereiche

Die vier Klassen im Detail

Luftraum G: unten und unkontrolliert

Klasse G ist der unkontrollierte Luftraum direkt über dem Boden. Seine Obergrenze wird immer über Grund angegeben und hängt davon ab, wie nah eine Kontrollzone oder RMZ liegt: 2500, 1700 oder 1000 Fuß über Grund. Eine Freigabe braucht hier niemand, gestaffelt wird nicht. Instrumentenflüge sind in G nur in Verbindung mit einer RMZ vorgesehen.

Für Sichtflüge gelten in G gelockerte Bedingungen, solange das Flugzeug tief und langsam unterwegs ist. Unterhalb von 3000 Fuß über dem Meeresspiegel oder 1000 Fuß über Grund reicht bei Geschwindigkeiten bis 140 Knoten eine Flugsicht von 1,5 Kilometern. Das Flugzeug muss frei von Wolken bleiben und Erdsicht haben. Darüber gelten 5 Kilometer Flugsicht sowie ein Wolkenabstand von 1,5 Kilometern horizontal und 1000 Fuß vertikal.

Für dich als Spotter ist G der Luftraum der Segelflieger, Ultraleichtflugzeuge, Motorsegler und vieler Rundflüge. Wer an kleinen Plätzen spottet, hat es fast immer mit diesem Luftraum zu tun. Wie du solche Plätze überhaupt findest, steht im Guide Kleine Flugplätze auf Karten finden, Tipps zur Szene liefert General Aviation spotten.

Luftraum E: der große kontrollierte Mittelbau

Über G liegt Luftraum E. Er beginnt grundsätzlich bei 2500 Fuß über Grund. Rund um Kontrollzonen wird die Untergrenze auf 1700 oder 1000 Fuß über Grund abgesenkt. So befinden sich Instrumentenanflüge schon früh im kontrollierten Luftraum. Nach oben reicht E in der Regel bis Flugfläche 100.

In E brauchen nur Instrumentenflüge eine Freigabe. Sie werden untereinander gestaffelt. Sichtflieger dürfen ohne Freigabe einfliegen und bekommen, soweit möglich, Verkehrsinformationen. Unterhalb von Flugfläche 100 gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 250 Knoten. Für Sichtflüge sind bis Flugfläche 100 eine Flugsicht von 5 Kilometern und ein Wolkenabstand von 1,5 Kilometern horizontal und 1000 Fuß vertikal gefordert, darüber 8 Kilometer Flugsicht.

Luftraum C: die oberen Etagen und die großen Flughäfen

Klasse C beginnt meist bei Flugfläche 100, in Alpennähe erst bei Flugfläche 130, und reicht bis Flugfläche 660. Darüber liegt wieder Klasse G. Über den großen Verkehrsflughäfen greift C allerdings weit nach unten und setzt direkt oberhalb der Kontrollzone an. Diese Bereiche zeigen sich auf der Karte als gestufte Gebilde. Je weiter vom Flughafen entfernt, desto höher liegt die Untergrenze.

In C braucht jeder eine Freigabe. Die Flugsicherung staffelt Instrumentenflüge zu allen anderen Flügen, also auch zu Sichtfliegern. Sichtflüge sind dort nur als kontrollierter Sichtflug (CVFR) möglich, also mit Freigabe, Funkkontakt und genauer Führung durch die Flugsicherung.

Luftraum D: Kontrollzone und D-Bereiche

Klasse D begegnet dir in zwei Formen. Am häufigsten als Kontrollzone um einen Flughafen. Daneben gibt es über manchen Kontrollzonen kleinerer Verkehrsflughäfen Lufträume der Klasse D, die nicht am Boden beginnen. Sie übernehmen dort die Rolle, die an großen Flughäfen Luftraum C spielt, aber ohne CVFR-Pflicht.

In D brauchen alle eine Freigabe. Gestaffelt werden Instrumentenflüge untereinander, Sichtflieger erhalten Verkehrsinformationen. Für Sichtflüge gelten 5 Kilometer Flugsicht sowie 1,5 Kilometer horizontaler und 1000 Fuß vertikaler Wolkenabstand.

Klasse Typische Lage in Deutschland Freigabe nötig Gestaffelt wird Typischer Verkehr aus Spottersicht
C ab FL 100 bis FL 660, über großen Flughäfen tiefer für alle IFR zu IFR und VFR Airliner im Reiseflug und im Anflugbereich großer Flughäfen
D (CTR) vom Boden bis zur Obergrenze um Flughäfen für alle IFR zu IFR Airliner im End- und Steigflug, Sichtflieger auf festen Routen
D (nicht CTR) über Kontrollzonen kleinerer Flughäfen für alle IFR zu IFR Anflugverkehr regionaler Flughäfen
E ab 2500, 1700 oder 1000 ft über Grund bis FL 100 nur IFR IFR zu IFR Instrumentenanflüge, Geschäftsreiseflieger, Reiseflüge der Kleinflugzeuge
G vom Boden bis zur E-Untergrenze keine niemand Segelflug, UL, Platzrunden, Rundflüge

Den richtigen Flieger nicht verpassen

Sichtungs-Alarme in Planetrack melden dir, wenn ein Kennzeichen, Typ, eine Airline oder eine Special Livery auf deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Die Kontrollzone: das Herzstück rund um den Flughafen

Die Kontrollzone, international CTR für Control Zone, ist für Spotter der wichtigste Luftraum. Sie beginnt am Boden und reicht bis zu einer festen Obergrenze, die in Fuß über dem Meeresspiegel angegeben wird. In Deutschland sind Kontrollzonen Luftraum der Klasse D. Der Tower steuert darin alle Starts, Landungen und Durchflüge.

Für Sichtflieger gelten in der CTR strengere Bedingungen als in der Umgebung. Die Wolkenuntergrenze muss bei mindestens 1500 Fuß über Grund liegen, Boden- und Flugsicht müssen jeweils mindestens 5 Kilometer betragen. Wer einfliegen will, braucht eine Freigabe und muss die Tower-Frequenz abhören. Liegt das Wetter unter diesen Werten, sind einzelne Flüge nach Sonderflugregeln (Special VFR) mit Zustimmung der Flugsicherung möglich. Fluggeräte ohne Funk, etwa Gleitschirme und Hängegleiter, bleiben in der Regel draußen.

Woran du die Form einer CTR erkennst

Die Form einer Kontrollzone ist kein Zufall. Sie folgt den Pisten und den An- und Abflugwegen. Viele Kontrollzonen sind langgezogene Rechtecke, die sich entlang der Anflugachse in beide Richtungen strecken. Es gibt aber auch runde, zusammengesetzte und unregelmäßige Formen. Ein bekanntes Beispiel ist der Flughafen Köln/Bonn. Weil sich dort die Pisten kreuzen, hat auch die Kontrollzone eine Kreuzform.

Für die Spot-Planung ist das ein praktischer Hinweis. Die langen Ausläufer einer CTR zeigen dir, entlang welcher Linien die Airliner im End- und Steigflug unterwegs sind. Dort sind sie tief genug für Fotos aus Anflugschneisen. Welche Richtung an einem Tag aktiv ist, entscheidet der Wind. Das erklärt der Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Wie der Anflug selbst technisch abläuft, liest du in ILS-Anflug erklärt.

Pflichtmeldepunkte und HX-Zonen

Auf Sichtflugkarten sind am Rand vieler Kontrollzonen Pflichtmeldepunkte eingetragen. Über diese markanten Geländepunkte, etwa Autobahnkreuze, fliegen Sichtflieger in die CTR ein und aus. Ihre Namen folgen meist der Himmelsrichtung vom Flugplatz aus, zum Beispiel WHISKEY für einen Punkt im Westen. Wer den Flugfunk mithört, begegnet diesen Namen ständig. Mit der Karte daneben kannst du dann nachvollziehen, aus welcher Richtung die nächste Cessna kommt. Die Buchstaben sprechen Piloten nach dem ICAO-Buchstabieralphabet aus.

Nicht jede Kontrollzone ist rund um die Uhr aktiv. An großen Flughäfen schon. Viele kleinere und militärische Kontrollzonen sind dagegen nur bei Bedarf eingeschaltet. Auf der Karte tragen sie den Zusatz HX, also keine festen Betriebszeiten. Ist eine solche CTR nicht aktiv, gilt dort die umgebende Luftraumstruktur.

Obergrenze immer über Meeresspiegel

Die Obergrenze einer Kontrollzone steht auf der Karte als Höhe über dem Meeresspiegel, nicht über Grund. Bei einem hoch gelegenen Flughafen bleibt über dem Gelände also weniger Raum, als die Zahl vermuten lässt. Wer Höhenangaben auf Flugradar-Karten mit Luftraumgrenzen vergleicht, sollte das im Kopf behalten.

Sonderbereiche: RMZ, TMZ und Flugbeschränkungsgebiete

Neben den Klassen findest du auf jeder Luftfahrtkarte weitere Bereiche, die eigene Pflichten auslösen.

  • RMZ (Radio Mandatory Zone): In einer RMZ ist Funkkontakt Pflicht, auch für Sichtflieger. Eine Freigabe ist nicht nötig, gestaffelt wird nicht. RMZ liegen um unkontrollierte Flugplätze, an denen Instrumentenflüge zugelassen sind, und reichen typischerweise vom Boden bis etwa 1000 Fuß über Grund, wo Luftraum E beginnt. In Deutschland ersetzten sie 2014 die früheren F-Lufträume. Ein bekanntes Beispiel ist der Verkehrslandeplatz Egelsbach südlich von Frankfurt.
  • TMZ (Transponder Mandatory Zone): Hier ist ein eingeschalteter Transponder Pflicht. So bleiben auch Flugzeuge ohne Funkkontakt auf dem Radar sichtbar. Was Mode A, C und S unterscheidet, erklärt Transponder Mode A, C und S.
  • Flugbeschränkungsgebiete (ED-R): Das Kürzel setzt sich aus der ICAO-Region E, dem Länderkennzeichen D für Deutschland und R für restricted zusammen. Solche Gebiete schützen zum Beispiel Regierungsviertel, Kraftwerke oder Truppenübungsplätze. ED-R146 liegt über der Berliner Innenstadt. Manche Gebiete sind dauerhaft aktiv, andere nur zu bestimmten Zeiten oder nach Ankündigung per NOTAM.

Temporäre Einschränkungen, etwa bei Großveranstaltungen oder Staatsbesuchen, stehen nicht auf der gedruckten Karte. Sie werden über NOTAMs veröffentlicht. Wie du die liest, zeigt NOTAMs lesen und verstehen.

So liest du Lufträume auf der ICAO-Karte

Die amtliche Sichtflugkarte in Deutschland ist die ICAO-Karte 1:500.000. Ein Zentimeter auf der Karte entspricht fünf Kilometern. Herausgeber ist die DFS Deutsche Flugsicherung. Die Karte erscheint jährlich, in der Regel Ende März. Luftraumgrenzen, Höhenangaben, Flugplätze, Funkfeuer und Hindernisse stehen im blauen Flugsicherungsaufdruck über der topografischen Karte. Kontrollzonen, die am Boden beginnen, sind innerhalb ihrer blauen Grenze zusätzlich flächig eingefärbt. So springen sie sofort ins Auge. Die Grundlagen zu Maßstab, Gelände und Symbolen erklärt ICAO-Karte lesen: Grundlagen.

Die meisten Luftraumgrenzen tragen ein Höhenetikett mit zwei Werten: oben die Obergrenze, unten die Untergrenze. Dabei musst du drei Bezugsgrößen unterscheiden.

Angabe Bedeutung Beispiel Worauf du achten musst
GND Erdoberfläche, also der Boden Kontrollzone ab GND Untergrenze am Boden, typisch für CTR und RMZ
ft GND / AGL Fuß über Grund E ab 1000 ft GND Folgt dem Gelände, über Hügeln liegt die Grenze höher
ft MSL Fuß über mittlerem Meeresspiegel CTR bis 2500 ft MSL Feste Höhe, unabhängig vom Gelände darunter
FL Flugfläche, bezogen auf Standard-Luftdruck C ab FL 100 Gilt in der Höhe, FL 100 entspricht grob 10.000 Fuß

Auch abgesenkte E-Untergrenzen sind auf der Karte als eigene Bereiche mit Höhenangabe eingetragen. Rund um viele Kontrollzonen siehst du so eine Art Zwiebel: innen die CTR am Boden, darum ein Ring mit E ab 1000 Fuß über Grund, weiter außen E ab 1700 Fuß. Und erst in der Fläche gilt E ab 2500 Fuß. Wie Farben und Linien im Detail aussehen, regelt die Legende der jeweiligen Kartenausgabe. Ein Blick hinein lohnt sich vor jeder neuen Saison.

1. Flughafen und CTR finden

Such den Flughafen und die farbig hinterlegte Fläche darum. Ihr Etikett nennt Name, Klasse D und die Obergrenze über Meeresspiegel.

2. Ausrichtung ablesen

Prüf, in welche Richtungen sich die CTR streckt. Die langen Ausläufer zeigen dir die Anflugachsen, also deine Kandidaten für Spots in der Anflugschneise.

3. Luftraum darüber prüfen

Schau nach, ob über der CTR Luftraum C oder D anschließt und wo die abgesenkten E-Untergrenzen liegen. So erkennst du, wie groß der Bereich ist, in dem der Anflugverkehr geführt wird.

4. Pflichtmeldepunkte und Sichtflugrouten suchen

Die eingetragenen Meldepunkte verraten, wo Kleinflugzeuge ein- und ausfliegen. Dort kommen sie oft tief und nah vorbei.

5. Sonderbereiche abklopfen

RMZ, TMZ und ED-R in der Nähe zeigen dir weitere Plätze, Militärgebiete oder gesperrte Zonen. Für aktuelle Einschränkungen gleichst du die NOTAMs ab.

Digitale Karten und Flugradar: Lufträume am Bildschirm

Die gedruckte ICAO-Karte ist die amtliche Referenz. Für die Recherche am Rechner gibt es aber digitale Alternativen. Offene Datenprojekte wie openAIP stellen Lufträume, Flugplätze und Navigationshilfen auf einer frei zoombaren Karte dar. Für Spotter ist das oft der bequemste Weg, um die Form einer Kontrollzone über ein Satellitenbild zu legen. Wie du ein Flughafengelände vorab am Bildschirm erkundest, zeigt Flughäfen mit Google Maps und Google Earth erkunden. Für Details auf dem Flughafengelände selbst, also Rollwege, Vorfelder und Pisten, ist die Flugplatzkarte aus dem Luftfahrthandbuch die richtige Quelle. Mehr dazu liest du in AIP-Flugplatzkarten lesen.

Spannend wird es, wenn du Luftraumkarte und Live-Daten kombinierst. Auf Flugradar-Diensten siehst du Höhe und Kurs der Flugzeuge. Mit der Luftraumstruktur im Kopf erkennst du, wann ein Airliner in die Kontrollzone einfliegt, wo er die E-Untergrenze unterschreitet und warum Kleinflugzeuge außen herum fliegen. Die Datenfelder auf diesen Karten erklärt Flugradar-Symbole und Farben. Die Technik hinter den Positionen beschreibt Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter.

Nur Karten mit amtlichem Aufdruck sind für die Navigation gültig

Für Piloten gelten ausschließlich die aktuellen amtlichen Unterlagen. Als Spotter nutzt du Karten zur Orientierung und Planung. Für die Flugvorbereitung sind private Kartendienste und ältere Ausgaben kein Ersatz.

Was die Luftraumstruktur dir als Spotter bringt

Pilotenwissen wird die Luftraumkunde für dich nicht. Sie ist aber ein sehr nützliches Werkzeug, und zwar in mehreren Situationen.

  • Anflugschneisen finden: Die Kontrollzone zeigt die Achsen, auf denen Airliner tief unterwegs sind. Kombiniert mit der Betriebsrichtung weißt du, an welchem Ende der Piste du stehen solltest.
  • Kleinflugzeuge einschätzen: Pflichtmeldepunkte und Platzrunden in Luftraum G erklären, wo die General Aviation entlangfliegt. Passend dazu hilft dir Kleinflugzeuge erkennen bei der Bestimmung.
  • Hubschrauber verstehen: Rettungs- und Polizeihubschrauber fliegen oft tief und quer durch Kontrollzonen, mit Freigabe des Towers. Wie du sie live verfolgst, zeigt Hubschrauber auf dem Flugradar finden.
  • Funk einordnen: Wenn der Tower eine Freigabe „bis Pflichtmeldepunkt“ oder „Verlassen der Kontrollzone“ erteilt, weißt du mit der Karte genau, wo das Flugzeug gerade ist. Ob und wie du mithören darfst, klärt Flugfunk hören: die Rechtslage.
  • Drohne am Spot: Kontrollzonen und die Umgebung von Flugplätzen sind für Drohnen geregelte Gebiete. Bevor du die Drohne am Flughafen startest, lies Drohnen am Flughafen: die Regeln und prüf die Zonen in der dipul-Karte.

Ein Beispiel: Der Flughafen Stuttgart liegt auf der Filderebene knapp 390 Meter, also rund 1300 Fuß, über dem Meeresspiegel. Von der Obergrenze seiner Kontrollzone, die auf der Karte in Fuß über Meeresspiegel steht, musst du diese Platzhöhe abziehen. Über dem Gelände bleibt also spürbar weniger Raum, als die Zahl auf den ersten Blick nahelegt. Solche Werte können sich mit einer neuen Kartenausgabe ändern. Prüf deshalb immer die aktuelle Ausgabe.

Kannst du die Luftraumstruktur an deinem Flughafen lesen?

Hak ab, was du für deinen Stammflughafen schon weißt – am Ende siehst du, wie sattelfest du bist.

  • Ich weiß, wie die Kontrollzone geformt ist und wie hoch sie reicht.
  • Ich kenne die Luftraumklasse, die über der Kontrollzone anschließt.
  • Ich weiß, wo die E-Untergrenze auf 1000 oder 1700 Fuß abgesenkt ist.
  • Ich kenne die Pflichtmeldepunkte rund um den Flughafen.
  • Ich weiß, ob in der Nähe RMZ, TMZ oder Flugbeschränkungsgebiete liegen.
  • Ich unterscheide GND, MSL und FL sicher.

Karte, Spot und Sichtung an einem Ort

Mit Planetrack postest du deine Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot und sammelst sie in deinem Hangar. Die Spot-Karte zeigt dir bewährte Spots mit Bewertungen und Community-Fotos. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Die Luftraumstruktur in Deutschland ist überschaubarer, als die vielen Linien auf der Karte vermuten lassen. Ganz unten liegt der freie Luftraum G. Darüber schließt E an, der für Instrumentenflüge kontrolliert ist. Oben und rund um große Flughäfen gilt C. Dazu kommen die Kontrollzonen der Klasse D, die vom Boden aus den Verkehr am Flughafen schützen. Auf der ICAO-Karte erkennst du sie am blauen Aufdruck, an den Höhenetiketten und an den farbig hinterlegten Kontrollzonen. Wer GND, MSL und FL auseinanderhält, liest jede Grenze richtig. Für Spotter ist das mehr als Theorie. Die Form der Lufträume erklärt Anflugachsen, Sichtflugrouten und Funkverkehr und macht die Spot-Suche gezielter.

Kurzfazit

In Deutschland gibt es die Luftraumklassen C, D, E und G, und die Kontrollzone um den Flughafen ist Luftraum D vom Boden an. Lies auf der Karte zuerst die Form der Kontrollzone, dann die Höhenetiketten und die Sonderbereiche. So weißt du, wo Airliner tief anfliegen und wo Kleinflugzeuge unterwegs sind.

Zusammenfassung

  • Die Luftraumklasse legt fest, ob eine Freigabe nötig ist, welcher Verkehr gestaffelt wird und welche Sichtbedingungen für Sichtflüge gelten.
  • Auf der ICAO-Karte 1:500.000 der DFS stehen Luftraumgrenzen samt Höhenangaben im blauen Flugsicherungsaufdruck. Kontrollzonen, die am Boden beginnen, sind zusätzlich flächig hinterlegt.
  • Höhenangaben auf Karten folgen festen Bezugsgrößen: GND für Grund, Fuß über Meeresspiegel für feste Höhen und FL für Flugflächen. Wer diese drei auseinanderhält, liest jede Luftraumgrenze richtig.
  • Für Spotter ist die Luftraumstruktur kein Pilotenwissen für sich, sondern eine Erklärung für Anflugachsen, Platzrunden und Sichtflugrouten. Sie zeigt, wo tief geflogen wird und wo nicht.

Häufige Fragen

Welche Luftraumklassen gibt es in Deutschland?

In Deutschland werden die Klassen C, D, E und G verwendet. Die Klassen A und B kommen nicht vor. Klasse F wurde im Dezember 2014 abgeschafft und durch Luftraum E beziehungsweise Radio Mandatory Zones (RMZ) ersetzt. Daneben gibt es Sonderbereiche wie Flugbeschränkungsgebiete (ED-R) und Transponder Mandatory Zones (TMZ), die keine eigene Luftraumklasse sind.

Was ist eine Kontrollzone?

Eine Kontrollzone, kurz CTR, ist ein kontrollierter Luftraum, der am Boden beginnt und bis zu einer festgelegten Obergrenze reicht. In Deutschland sind Kontrollzonen Luftraum der Klasse D. Sie liegen um Flugplätze mit Instrumentenflugverkehr und schützen An- und Abflüge. Sichtflieger brauchen für den Einflug eine Freigabe der Flugsicherung und müssen die Tower-Frequenz hören.

Wie erkenne ich eine Kontrollzone auf der ICAO-Karte?

Auf der amtlichen ICAO-Karte 1:500.000 der DFS sind Kontrollzonen, die am Boden beginnen, innerhalb ihrer blauen Begrenzung flächig farbig hinterlegt. Daneben stehen Name, Luftraumklasse und die Obergrenze. Die Form folgt meist den Pisten: oft rechteckig entlang der Anflugachse, bei sich kreuzenden Bahnen wie in Köln/Bonn auch kreuzförmig.

Ab welcher Höhe beginnt Luftraum E?

Grundsätzlich ab 2500 Fuß über Grund. In der Umgebung von Kontrollzonen und RMZ wird die Untergrenze auf 1700 oder 1000 Fuß über Grund abgesenkt, damit Instrumentenanflüge früher im kontrollierten Luftraum liegen. Nach oben reicht E in der Regel bis Flugfläche 100, wo Luftraum C beginnt.

Was ist der Unterschied zwischen Luftraum C und D?

Für beide Klassen brauchen Piloten eine Freigabe der Flugsicherung. In Luftraum C werden auch Sichtflüge zu Instrumentenflügen gestaffelt, Sichtflüge finden dort als kontrollierter Sichtflug (CVFR) statt. In Luftraum D werden nur Instrumentenflüge untereinander gestaffelt, Sichtflieger bekommen Verkehrsinformationen.

Was bedeuten GND, MSL und FL auf der Karte?

GND steht für Grund, eine Angabe wie 1000 ft GND meint also 1000 Fuß über dem Gelände. Feste Höhen über dem mittleren Meeresspiegel stehen als Fußwert, oft mit dem Zusatz MSL. FL steht für Flugfläche: FL 100 entspricht grob 10.000 Fuß, bezogen auf einen Standard-Luftdruck statt auf den aktuellen Wert vor Ort.

Darf ich in einer Kontrollzone eine Drohne fliegen?

Nicht ohne Weiteres. Kontrollzonen und die Umgebung von Flugplätzen gehören zu den Gebieten, in denen für Drohnen besondere Regeln und Genehmigungspflichten gelten. Welche Zonen an deinem Standort betroffen sind, zeigt die offizielle dipul-Karte. Prüf die Regeln vor jedem Flug neu.

PT

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