Geozonen und dipul-Karte: So prüfst du Flugverbotszonen für Drohnen

Die dipul-Karte zeigt, wo in Deutschland Geozonen für Drohnen liegen. Der Guide erklärt die elf Gebietsarten aus § 21h LuftVO, die Bedienung des Map Tools, die neuen DFS-Zonen in Kontrollzonen und die Grenzen der Karte.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202616 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Geozonen sind gesetzlich festgelegt: § 21h Absatz 3 LuftVO zählt elf Arten geografischer Gebiete auf – von Flughäfen über Bahnanlagen und Naturschutzgebiete bis zu Wohngrundstücken und Freibädern.
  • dipul ist die offizielle Karte: Die Digitale Plattform Unbemannte Luftfahrt des Bundesverkehrsministeriums zeigt die Gebiete im Map Tool, inklusive Unter- und Obergrenzen und der jeweiligen Rechtsgrundlage.
  • Keine Zone heißt nicht automatisch frei: dipul weist selbst darauf hin, dass weitere Einschränkungen existieren können, die die Karte nicht abbildet – etwa kurzfristige Sperrungen.
  • Kontrollzonen haben jetzt vier Zonen: Seit dem 6. August 2026 teilt die DFS die Kontrollzonen ihrer 15 Flughäfen in Zonen ein. In Zone 1 rund um den Platz brauchst du immer eine individuelle Freigabe, in den Zonen 2 bis 4 gelten feste Höhengrenzen.
  • ED-R ist eine eigene Liga: Flugbeschränkungsgebiete darfst du nur mit Durchfluggenehmigung des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung befliegen – ein Verstoß ist eine Straftat.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Geozonen und dipul: die kurze Antwort
  2. 2.Die elf Geozonen aus § 21h LuftVO
  3. 3.Das dipul-Map-Tool Schritt für Schritt
  4. 4.Was das Ergebnis bedeutet
  5. 5.Kontrollzonen: die Zonen 1 bis 4 seit August 2026
  6. 6.Flugbeschränkungsgebiete ED-R
  7. 7.Temporäre Einschränkungen: der Blick am Flugtag
  8. 8.Wo du die Zonen sonst noch findest
  9. 9.Wenn ein Gebiet angezeigt wird: wer zustimmt
  10. 10.Mit der Drohne ins Ausland
  11. 11.Typische Fehler bei der Zonenprüfung
  12. 12.Spotter und Drohne: die richtige Aufgabenteilung
  13. 13.Fazit

Die neue Drohne liegt im Rucksack, der Spot an der Elbe sieht von oben bestimmt großartig aus – aber darfst du hier überhaupt starten? In Deutschland beantwortet diese Frage vor allem eine Karte: das Map Tool der Digitalen Plattform Unbemannte Luftfahrt, kurz dipul. Dort siehst du die Geozonen, in denen Drohnen nur unter Bedingungen oder gar nicht fliegen dürfen. Dieser Guide erklärt dir, welche Gebiete das Gesetz vorsieht, wie du die dipul-Karte Schritt für Schritt bedienst, was die seit August 2026 geltenden Zonen in Kontrollzonen bedeuten und wo die Karte an ihre Grenzen stößt.

Vom Boden aus perfekt vorbereitet

Die Spot-Karte von Planetrack zeigt dir öffentliche Spotterpunkte mit Anreise, bestem Licht, Bewertungen und Community-Fotos – dazu Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Geozonen und dipul: die kurze Antwort

Eine Geozone – im Gesetz „geografisches Gebiet“ – ist ein Teil des Luftraums, in dem der Drohnenbetrieb eingeschränkt oder an Bedingungen geknüpft ist. Grundsätzlich ist der Luftraum in Deutschland für Drohnen frei, solange keine Vorschrift etwas anderes bestimmt. Die wichtigste dieser Vorschriften ist § 21h Absatz 3 der Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO), der elf Gebietsarten festlegt. Sie gelten für die offene und die spezielle Kategorie, also auch für Hobbypiloten mit Mini-Drohne.

Wo genau diese Gebiete liegen, zeigt das dipul-Map-Tool des Bundesverkehrsministeriums. Du setzt einen Punkt oder ziehst einen Kreis um deinen Startplatz, und die Karte listet dir alle Gebiete auf, die dort greifen – mit Höhengrenzen und Rechtsgrundlage. Zusätzlich musst du Kontrollzonen, Flugbeschränkungsgebiete (ED-R) und temporäre Sperrungen im Blick haben.

11Gebietsarten in § 21h Absatz 3 LuftVO
10 kmMaßstab, ab dem das Map Tool Geozonen einblendet
4Zonen in den Kontrollzonen der DFS-Flughäfen seit August 2026
3.000 mmaximaler Radius für die Kreisabfrage im Map Tool

Keine Rechtsberatung

Dieser Artikel ordnet die Rechtslage allgemeinverständlich ein, Stand Oktober 2026. Verbindlich sind der Gesetzestext, die Allgemeinverfügungen der Flugsicherung und die Angaben der zuständigen Behörden. Zonen und Regeln ändern sich, temporäre Beschränkungen kommen kurzfristig dazu.

Die elf Geozonen aus § 21h LuftVO

Die EU-Durchführungsverordnung 2019/947 erlaubt jedem Mitgliedstaat, geografische Gebiete festzulegen. Deutschland hat das in § 21h LuftVO getan. Die Bedingungen unterscheiden sich stark: Manche Gebiete sind mit Zustimmung des Betreibers oder Eigentümers zugänglich, andere nur in der Kategorie „speziell“ oder mit einer Freigabe der Flugsicherung.

Nr. Gebiet Seitlicher Abstand Wann ein Flug zulässig ist (vereinfacht)
1 Flugplätze, die keine Flughäfen sind 1,5 km um die Begrenzung Kategorie „speziell“ oder Zustimmung von Luftaufsicht, Flugleitung oder Betreiber
2 Flughäfen 1.000 m um die Begrenzung plus Korridor 5 km über die Bahnenden hinaus nur Kategorie „speziell“
3 Industrieanlagen, Justizvollzug, militärische Anlagen, zentrale Energieanlagen, Labore der Schutzstufe 4 100 m ausdrückliche Zustimmung der zuständigen Stelle oder des Betreibers
4 Verfassungsorgane, Bundes- und Landesbehörden, Botschaften, internationale Organisationen, Polizei und Sicherheitsbehörden 100 m ausdrückliche Zustimmung
5 Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen, Bahnanlagen 100 m u. a. mit Zustimmung oder wenn die Flughöhe stets kleiner ist als der seitliche Abstand (mindestens 10 m)
6 Naturschutzgebiete, Nationalparks, bestimmte Natura-2000-Gebiete Gebietsgrenze Zustimmung der Naturschutzbehörde oder abweichendes Landesrecht; Freizeitflüge sind ohne Zustimmung ausgeschlossen
7 Wohngrundstücke Grundstück Zustimmung des Eigentümers oder Nutzers, Ausnahme für Geräte bis 250 g ohne Aufzeichnungs- und Sendefunktion
8 Freibäder, Badestrände und ähnliche Einrichtungen Gelände nur außerhalb der Betriebs- oder Badezeiten
9 Kontrollzonen gesamte Zone nur mit Flugverkehrskontrollfreigabe
10 Krankenhäuser 100 m ausdrückliche Zustimmung des Betreibers
11 Unfall- und Einsatzorte, angemeldete Übungen der Streitkräfte 100 m Zustimmung des Einsatzleiters

Für Spotter sind vor allem die Nummern 1, 2 und 9 entscheidend: Flugplätze, Flughäfen und Kontrollzonen. Was rund um die großen Verkehrsflughäfen konkret gilt, liest du ausführlich im Guide Drohnen in Flughafennähe. Aber auch abseits des Zauns lauern Zonen: Wer an einer Autobahnbrücke, über einem Bahnhof oder am Badesee starten will, landet schnell in einem der anderen Gebiete. Die Details zu Wohngebieten und Schutzgebieten findest du im Artikel Drohne über Wohngebieten, Menschenansammlungen und Naturschutzgebieten.

Auch 249 Gramm schützen nicht

Die Geozonen gelten unabhängig vom Gewicht der Drohne. Eine Erleichterung gibt es bei Wohngrundstücken für Geräte bis 250 Gramm, die weder Bild und Ton aufzeichnen noch Funksignale aufzeichnen oder übertragen können – für Kameradrohnen also nicht. Mehr dazu im Guide Drohnen unter 250 Gramm.

Das dipul-Map-Tool Schritt für Schritt

Das Map Tool erreichst du über dipul.bund.de oder direkt unter maptool-dipul.dfs.de; verantwortet wird die Plattform vom Bundesverkehrsministerium. Du brauchst kein Konto, um die Karte zu nutzen. So prüfst du einen Startplatz:

1. Ort suchen

Gib im Feld „Adresse oder Ort finden“ eine Stadt, Postleitzahl, Straße mit Hausnummer oder Koordinaten im WGS84-Format ein. Die Karte springt an die Stelle und setzt eine Markierung.

2. Hineinzoomen

Geozonen erscheinen erst ab einem Maßstab von 10 Kilometern oder kleiner. Sind die Kartenebenen im Menü grau, bist du zu weit herausgezoomt.

3. Punkt setzen oder Kreis ziehen

Im Standardmodus „Punkt setzen“ klickst du auf deinen Startplatz. Mit „Kreis zeichnen“ legst du einen Radius von bis zu 3.000 Metern und eine Flughöhe über Grund fest – die Abfrage prüft dann einen ganzen Zylinder.

4. Überschneidungen lesen

Unter „Überschneidende geografische Gebiete“ steht entweder „Keine Einschränkungen“ oder eine Liste nach Gruppen. Ein Klick auf ein Gebiet zeigt Unter- und Obergrenze und die Rechtsgrundlage.

5. Wetter und Distanzen prüfen

Für den gesetzten Punkt zeigt das Tool eine Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes für die nächsten 24 Stunden. Mit dem Messwerkzeug bestimmst du Abstände, etwa zur Grenze einer Zone.

Kartenebenen gezielt nutzen

Im Menü „Kartenebenen“ sind die Gebiete in Gruppen und Untergruppen sortiert, die du einzeln oder gesammelt ein- und ausblenden kannst. Das ist praktisch, wenn die Karte in Ballungsräumen vor lauter Flächen unübersichtlich wird. Wichtig zu wissen: Die Abfrage über einen gesetzten Punkt oder Kreis listet auch Gebiete auf, die du gerade ausgeblendet hast. Du übersiehst also nichts, nur weil eine Ebene aus ist. Als Hintergrund stehen unter anderem eine Graustufen-, eine Nacht- und eine Satellitenansicht zur Verfügung.

Wetter im Map Tool

Die Wettervorhersage basiert laut dipul auf dem Modell ICON-D2 des Deutschen Wetterdienstes, das alle drei Stunden aktualisiert wird. Angezeigt werden unter anderem Temperatur, Wind in Metern pro Sekunde, Niederschlag, Bewölkung und Luftfeuchte; über ein Auswahlfeld kannst du die Höhe in 50-Meter-Schritten ändern. Kritische Werte hebt das Tool farbig hervor – dipul betont aber, dass das nur eine Orientierung ist. Wie du Wind und Wolken generell für die Spotting-Planung liest, zeigt der Guide Windy und andere Wetterkarten nutzen.

Was das Ergebnis bedeutet

Die Liste der überschneidenden Gebiete ist der Kern der Abfrage. Drei Fälle sind möglich:

  • „Keine Einschränkungen“: An diesem Punkt liegt kein in dipul erfasstes Gebiet. Das ist eine gute Nachricht, aber keine Erlaubnis. dipul weist ausdrücklich darauf hin, dass es weitere einschränkende Faktoren geben kann, die die Plattform nicht abbildet.
  • Ein Gebiet: Du darfst nur fliegen, wenn du die Bedingungen dieses Gebiets erfüllst – etwa die Zustimmung des Betreibers hast, unter einer Höhengrenze bleibst oder eine Freigabe besitzt.
  • Mehrere Gebiete: Überlagern sich Zonen, brauchst du die Erlaubnis aller beteiligten Stellen. Ein typisches Beispiel ist ein Spot an einem Flughafen, an dem Flughafengebiet, Kontrollzone, Bundesstraße und vielleicht ein Naturschutzgebiet zusammenkommen.

Was zeigt dir die dipul-Karte an deinem Startplatz?

Drei Fragen – am Ende weißt du, wie es weitergeht.

Empfehlung

Startklar – nach dem letzten Check

Prüfe noch temporäre Beschränkungen und NOTAMs für den Tag, halte die Regeln deiner Unterkategorie ein und bleib unter 120 Metern.

Empfehlung

Bedingungen klären

Lies im Map Tool die Details des Gebiets. Oft hilft eine Zustimmung des Betreibers oder Eigentümers oder eine passende Flughöhe – sonst wähle einen anderen Startplatz.

Empfehlung

Zone und Höhe bestimmen

Ermittle, in welcher Zone der Kontrollzone du stehst, und rechne mit Flugplatzhöhe und Geländehöhe die maximale Flughöhe aus. In Zone 1 brauchst du immer eine individuelle Freigabe.

Empfehlung

Drohne bleibt im Rucksack

Flughafengebiet und Anflugkorridor sind Hobbypiloten verschlossen, ED-R nur mit Genehmigung zugänglich. Nimm das Teleobjektiv und such dir einen legalen Spot am Boden.

Kontrollzonen: die Zonen 1 bis 4 seit August 2026

Kontrollzonen sind kontrollierter Luftraum, der am Boden beginnt und einen Flugplatz mit Flugverkehrskontrolle umschließt. Wie du sie auf Luftfahrtkarten erkennst, erklärt der Artikel Lufträume C, D, E, G und Kontrollzonen. Für Drohnen brauchst du dort nach § 21 LuftVO eine Flugverkehrskontrollfreigabe. Für bestimmte Flüge gilt sie automatisch als erteilt – das nennt die Flugsicherung „allgemeine Freigabe“.

Zum 6. August 2026 hat die DFS Deutsche Flugsicherung diese Regeln für die Kontrollzonen der 15 Flughäfen, an denen sie die Flugplatzkontrolle erbringt, neu gefasst. Grundlage ist die Allgemeinverfügung NfL 2026-1-3960, die die bisherige Regelung ablöst. Betroffen sind Berlin Brandenburg, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Erfurt-Weimar, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, München, Münster/Osnabrück, Nürnberg, Saarbrücken und Stuttgart. Jede dieser Kontrollzonen ist jetzt in einen Innen- und einen Außenbereich mit vier Zonen geteilt:

Zone Lage Maximale Höhe mit allgemeiner Freigabe
Zone 1 (Innenbereich) Flughafen plus 1 km Abstand und die 5-km-Korridore entlang der Bahnen – deckungsgleich mit dem Gebiet Nr. 2 aus § 21h keine – immer individuelle Freigabe nötig
Zone 2 innerhalb von 4 km um den Flugplatzbezugspunkt, außerhalb Zone 1 25 m über Flugplatzhöhe oder über Grund, der kleinere Wert zählt
Zone 3 innerhalb von 6 km, außerhalb der Zonen 1 und 2 45 m über Flugplatzhöhe oder über Grund, der kleinere Wert zählt
Zone 4 restliche Kontrollzone 100 m über Flugplatzhöhe oder 50 m über Grund, der größere Wert zählt; liegt der Startplatz unter Flugplatzhöhe, 100 m über Grund

Die Höhenangaben bedeuten, dass du die Geländehöhe deines Startplatzes und die Flugplatzhöhe kennen musst. Die DFS rechnet selbst ein Beispiel vor: Liegt der Flugplatz auf 48 Metern über dem Meer und dein Startplatz in Zone 4 auf 55 Metern, darfst du bis 93 Meter über Grund steigen. Steht der Startplatz auf 105 Metern, wären es rechnerisch nur 43 Meter – dann gilt der größere Wert von 50 Metern über Grund. Die Zonen und Flugplatzhöhen veröffentlicht die DFS als Ergänzung im Luftfahrthandbuch AIP und auf dipul; für die Geländehöhe empfiehlt sie das dipul-Map-Tool.

Höher hinaus geht es mit allgemeiner Freigabe nur hindernisnah, also höchstens 30 Meter seitlich und 15 Meter oberhalb eines Hindernisses. Dazu kommen Bedingungen, die die DFS in ihrer Information zusammenfasst: mindestens 800 Meter Bodensicht, kein autonomer Betrieb, keine Verkehrsinformationen durch den Tower und die volle Verantwortung des Fernpiloten, bemannten Luftfahrzeugen auszuweichen. Wer die Höhen überschreiten will oder in Zone 1 fliegen möchte, beantragt eine individuelle Freigabe über ais.dfs.de – mit in der Regel 14 Tagen Vorlauf und ohne Anspruch auf Erteilung. Verbindlich ist allein der Text der NfL.

Was das für Spotter heißt

Die Spotterpunkte an Verkehrsflughäfen liegen fast immer in Zone 1: am Zaun, auf Besucherhügeln, unter dem Anflug. Am Besucherhügel München oder am Affenfelsen in Hamburg ist die Drohne damit ohne individuelle Freigabe und Betrieb in der Kategorie „speziell“ keine Option. Die neue Zoneneinteilung öffnet eher den Außenbereich der Kontrollzonen, etwa für Landschaftsbilder in Orten, die mehrere Kilometer vom Platz entfernt liegen.

An Flugplätzen außerhalb dieser 15 Flughäfen, die ebenfalls eine Kontrollzone haben, ist die jeweilige örtliche Flugplatzkontrollstelle zuständig. Auch dort gibt es Allgemeinverfügungen, etwa der DFS Aviation Services, die eine Freigabe unter Bedingungen als erteilt gelten lassen. Die Übersicht dazu stellt dipul auf der Seite zur Flugverkehrskontrollfreigabe bereit. Kleine Flugplätze ohne Kontrollzone sind über das Gebiet Nr. 1 mit seinen 1,5 Kilometern geschützt – wie du sie auf Karten findest, steht im Guide Kleine Flugplätze und Segelfluggelände auf Karten finden.

Wind, Wetter und Pisten im Blick

Planetrack zeigt dir am Flughafen Wetter, Wind und aktive Pisten – und schickt dir Sichtungs-Alarme, wenn ein gesuchtes Kennzeichen oder eine Special Livery im Anflug ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Flugbeschränkungsgebiete ED-R

Neben den Geozonen aus § 21h gibt es Flugbeschränkungsgebiete, im Luftfahrtjargon ED-R (ED ist das ICAO-Kennzeichen für Deutschland, R steht für „Restricted“). Sie liegen zum Beispiel über militärischen Übungsplätzen, Regierungsgebäuden oder kerntechnischen Anlagen. Das Map Tool zeigt sie ebenfalls an. Für Drohnen gilt dort: Einflug nur mit Durchfluggenehmigung des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung (BAF). Der Antrag läuft über ein Formular des BAF, und dipul rät, mindestens vier Wochen Bearbeitungszeit einzuplanen. Wer ohne Genehmigung einfliegt, macht sich nach § 62 LuftVG strafbar – das ist eine andere Kategorie als ein Bußgeld.

Rund um Fliegerhorste kommen oft mehrere Ebenen zusammen: militärische Anlage mit 100-Meter-Abstand, eigene Kontrollzone und manchmal ein ED-R. Was am Boden vor militärischen Flugplätzen gilt, liest du im Artikel Militärflugplatz fotografieren: die Regeln.

Temporäre Einschränkungen: der Blick am Flugtag

Die Karte zeigt die dauerhaften Gebiete. Daneben gibt es zeitlich begrenzte Sperrungen, etwa für Polizeieinsätze, Großveranstaltungen oder militärische Zwecke. dipul listet solche temporären Betriebseinschränkungen auf einer eigenen Seite; veröffentlicht werden sie häufig per NOTAM, manche auch über die Nachrichten für Luftfahrer (NfL). Wie du NOTAMs liest und welche für dich relevant sind, erklärt der Guide NOTAMs lesen und verstehen.

Prüfe diese Liste am Tag des Fluges, nicht am Vorabend. Gerade Polizeieinsätze tauchen kurzfristig auf und gelten oft nur wenige Tage.

Wo du die Zonen sonst noch findest

dipul bietet die Geodaten auch als Download und über standardisierte Kartendienste (WFS und WMS) an. Darauf greifen viele Drittanbieter-Apps und auch Drohnenhersteller zurück. Das ist bequem, hat aber einen Haken: Du weißt nicht immer, wie aktuell der Datenstand ist und ob alle Gebietsarten übernommen wurden. Die Hersteller-Geofencing-Funktion deiner Drohne ersetzt die Prüfung ebenfalls nicht – sie bildet nicht zwingend alle deutschen Gebiete ab und weiß nichts von Zustimmungen oder Freigaben.

Stärken der dipul-Karte

  • Offizielle Quelle des Bundes für ganz Deutschland
  • Höhengrenzen und Rechtsgrundlage je Gebiet
  • Kreisabfrage mit Radius und Flughöhe
  • DWD-Wetter direkt am Startplatz
  • Kostenlos und ohne Konto nutzbar

Grenzen der Karte

  • „Keine Einschränkung“ ist keine Fluggenehmigung
  • Kurzfristige Sperrungen stehen separat
  • Nur Deutschland, keine Nachbarländer
  • Kontrollzonen-Höhen musst du selbst ausrechnen
  • Zustimmungen und Freigaben holst du außerhalb der Karte ein

Wenn ein Gebiet angezeigt wird: wer zustimmt

Die meisten Geozonen sind keine absoluten Verbote. Je nach Gebiet brauchst du die Zustimmung des Betreibers (Industrieanlage, Krankenhaus, Bahnanlage), des Eigentümers (Wohngrundstück), der Naturschutzbehörde oder der Flugsicherung. Wer in einem Gebiet fliegen will, dessen Bedingungen er nicht erfüllen kann, wendet sich laut dipul an die Luftfahrtbehörde des Bundeslandes, in dem der Flug stattfindet. Einige Länder erteilen Allgemeinerlaubnisse, die meist rund zwei Jahre gelten, oder haben Allgemeinverfügungen veröffentlicht; für alles darüber hinaus gibt es Einzelerlaubnisse, die auf Ort, Zweck und Zeit begrenzt sind. In Bayern teilen sich die Luftämter Nord- und Südbayern die Zuständigkeit, in Hessen und Nordrhein-Westfalen die Bezirksregierungen.

Unabhängig davon müssen deine Grundlagen stimmen: Betreiberregistrierung beim LBA, Drohnen-Haftpflicht, der passende Kompetenznachweis A1/A3 und bei Klassendrohnen die richtige Einordnung nach C0 bis C6. Ob deine Drohne eine Fernidentifizierung aussenden muss, steht im Guide Remote ID bei Drohnen.

Mit der Drohne ins Ausland

Das Map Tool endet an der Grenze. Auf einer eigenen Seite verlinkt dipul aber die offiziellen Drohnenkarten vieler europäischer Staaten, darunter Dronespace für Österreich, die Karte auf geo.admin.ch für die Schweiz, GoDrone für die Niederlande und das Géoportail für Frankreich. Die Grundregeln der EU gelten überall gleich, die Zonen legt jedes Land selbst fest. Mehr dazu in den Guides Mit der Drohne in den Urlaub, Drohne fliegen in Österreich und Drohne fliegen in der Schweiz.

Typische Fehler bei der Zonenprüfung

  • Nur den Startpunkt prüfen: Entscheidend ist der gesamte Bereich, in dem die Drohne unterwegs ist. Nutz die Kreisabfrage mit realistischem Radius und der vorgesehenen Flughöhe.
  • Zu weit herausgezoomt: Wer auf einer Übersichtskarte keine Flächen sieht, hält das Gebiet schnell für frei. Die Zonen erscheinen erst ab 10 Kilometern Maßstab.
  • Kontrollzone mit Flughafengebiet verwechseln: Die Kontrollzone reicht viel weiter als die 1.000-Meter-Zone. Außerhalb von Zone 1 darfst du mit allgemeiner Freigabe fliegen, aber nur bis zur Höhe deiner Zone.
  • Höhe falsch bezogen: In Kontrollzonen zählt teils die Flugplatzhöhe, nicht nur die Höhe über Grund. Auf einem Hügel neben dem Flughafen schrumpft die erlaubte Höhe schnell.
  • Temporäre Sperrungen vergessen: Die Liste der aktuellen Einschränkungen und die NOTAMs gehören zu jedem Flugtag.
  • Drittanbieter-App als letzte Instanz: Sie kann helfen, verbindlich sind die offiziellen Quellen.

Hast du deinen Startplatz richtig geprüft?

Hak ab, was du vor dem Start geklärt hast – am Ende siehst du, ob du bereit bist.

  • Ich habe im dipul-Map-Tool weit genug hineingezoomt und einen Kreis mit Radius und Flughöhe abgefragt.
  • Ich kenne alle angezeigten Gebiete und erfülle ihre Bedingungen oder habe die nötigen Zustimmungen.
  • Liegt mein Flug in einer Kontrollzone, kenne ich meine Zone und die maximale Höhe.
  • Ich habe ED-R und die aktuellen temporären Betriebseinschränkungen geprüft.
  • Registrierung, Versicherung und Kompetenznachweis sind gültig.
  • Ich habe das Wetter am Startplatz gecheckt, insbesondere den Wind.

Spotter und Drohne: die richtige Aufgabenteilung

Für Planespotter ist die dipul-Karte vor allem ein Werkzeug, um zu verstehen, warum die Drohne am Flughafen München, am Flughafen Hamburg oder am Flughafen Frankfurt keine Rolle spielt: Zone 1, Anflugkorridore und Kontrollzonen überdecken genau die Bereiche, in denen Flugzeuge tief und gut zu fotografieren sind. Abseits davon kann die Drohne trotzdem eine Bereicherung sein – für Landschaftsbilder, Reisevideos oder einen Flugplatzbesuch mit Zustimmung des Betreibers. Für die Bilder am Zaun bleibt das Teleobjektiv das Werkzeug der Wahl.

Deine Sichtungen, deine Sammlung

Poste deine Bilder vom Spot mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot, sammle sie im Hangar und tausch dich mit der Community aus – vielleicht wird dein Anflugbild Foto der Woche. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Geozonen sind in Deutschland klar geregelt: § 21h LuftVO legt elf Gebietsarten fest, die dipul-Karte zeigt, wo sie liegen. Mit Suche, Punkt- und Kreisabfrage, Höhenangaben und Wettervorhersage beantwortet das Map Tool in wenigen Minuten, welche Bedingungen an deinem Startplatz gelten. Seit August 2026 kommt in den Kontrollzonen der 15 DFS-Flughäfen eine feste Zoneneinteilung mit Höhengrenzen dazu. Die Karte ist aber nur der erste Schritt: Temporäre Sperrungen, ED-R, Zustimmungen und die allgemeinen Betriebsregeln musst du zusätzlich im Blick haben.

Kurzfazit

Vor jedem Drohnenflug gehört der Blick ins dipul-Map-Tool dazu – mit Kreisabfrage, passender Höhe und genug Zoom. „Keine Einschränkungen“ ist eine gute Ausgangslage, aber keine Erlaubnis: Prüf am Flugtag auch temporäre Sperrungen und NOTAMs. Rund um Verkehrsflughäfen bleibt die Drohne für Spotter am Boden.

Zusammenfassung

  • Geografische Gebiete gelten in Deutschland für die offene und die spezielle Kategorie. Welche Bedingungen dort gelten, regelt § 21h LuftVO je Gebietsart unterschiedlich.
  • Das dipul-Map-Tool beantwortet die Frage, welche Gebiete an einem Punkt oder in einem Kreis um deinen Startplatz liegen, und liefert dazu Höhenangaben, Rechtsgrundlage und eine Wettervorhersage des DWD.
  • In den Kontrollzonen der DFS-Flughäfen gilt eine allgemeine Flugverkehrskontrollfreigabe nur außerhalb von Zone 1 und nur bis zu festgelegten Höhen – oder bei hindernisnahen Flügen; die Zonen stehen in der AIP und auf dipul.
  • Für Planespotter bleibt die Botschaft klar: Rund um Verkehrsflughäfen ist die Drohne praktisch keine Option – die dipul-Karte zeigt dir aber, wo du außerhalb der Zonen legal Landschafts- oder Reisebilder machen kannst.

Häufige Fragen

Was ist dipul?

dipul steht für Digitale Plattform Unbemannte Luftfahrt. Das Angebot des Bundesverkehrsministeriums bündelt Informationen zum Drohnenbetrieb in Deutschland: eine interaktive Karte der geografischen Gebiete (das Map Tool), Hinweise zu Flugbeschränkungsgebieten und temporären Einschränkungen sowie Zugänge zu Anträgen, Registrierung und Kompetenznachweisen.

Welche Geozonen gibt es in Deutschland?

§ 21h Absatz 3 LuftVO nennt elf Gebietsarten: sonstige Flugplätze, Flughäfen samt Anflugkorridoren, Industrie-, Energie-, Militär- und Justizanlagen, Sitze von Verfassungsorganen und Behörden, Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen, Naturschutzgebiete und Nationalparks, Wohngrundstücke, Freibäder und Badestrände, Kontrollzonen, Krankenhäuser sowie Unfall- und Einsatzorte. Für jede Art gelten eigene Abstände und Bedingungen.

Darf ich überall fliegen, wo die dipul-Karte nichts anzeigt?

Nein. dipul selbst stellt klar, dass eine fehlende Anzeige nicht bedeutet, dass der Flug erlaubt ist, weil weitere Einschränkungen bestehen können, die die Plattform nicht erfasst. Dazu kommen die allgemeinen Betriebsregeln der offenen Kategorie, temporäre Beschränkungen und NOTAMs.

Warum sehe ich auf der dipul-Karte keine Zonen?

Das Map Tool blendet die geografischen Gebiete erst ab einem Maßstab von 10 Kilometern oder kleiner ein. Sind die Ebenen im Menü ausgegraut, musst du weiter hineinzoomen. Außerdem lassen sich einzelne Ebenen ein- und ausschalten – die Abfrage über einen gesetzten Punkt berücksichtigt aber auch ausgeblendete Gebiete.

Wie funktioniert die neue Regel für Drohnen in Kontrollzonen?

Seit dem 6. August 2026 gliedert die DFS die Kontrollzonen ihrer 15 internationalen Flughäfen in vier Zonen. Zone 1 entspricht dem Flughafengebiet samt 5-Kilometer-Korridoren; dort brauchst du immer eine individuelle Freigabe. In Zone 2 (4-Kilometer-Kreis) gelten 25 Meter, in Zone 3 (6-Kilometer-Kreis) 45 Meter, jeweils über Flugplatzhöhe oder Grund, der kleinere Wert zählt. In Zone 4 gelten 100 Meter über Flugplatzhöhe oder 50 Meter über Grund, der größere Wert zählt. Dazu kommen Bedingungen wie mindestens 800 Meter Bodensicht. Verbindlich ist die Allgemeinverfügung NfL 2026-1-3960.

Wie beantrage ich eine individuelle Freigabe in der Kontrollzone?

An den 15 DFS-Flughäfen über das Online-Formular auf ais.dfs.de, laut DFS mit einer Vorlaufzeit von in der Regel 14 Tagen. An anderen Flugplätzen mit Kontrollzone ist die örtliche Flugplatzkontrollstelle zuständig. Einen Anspruch auf die Freigabe gibt es nicht.

Was ist ein ED-R und darf ich dort fliegen?

ED-R steht für ein Flugbeschränkungsgebiet, etwa über militärischen Übungsplätzen, Regierungsgebäuden oder kerntechnischen Anlagen. Drohnen dürfen dort nur mit Durchfluggenehmigung des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung (BAF) fliegen. dipul empfiehlt, mindestens vier Wochen Bearbeitungszeit einzuplanen. Ein Einflug ohne Genehmigung ist nach § 62 LuftVG strafbar.

Gilt die dipul-Karte auch im Ausland?

Nein, das Map Tool deckt nur Deutschland ab. dipul verlinkt aber eine Übersicht mit den offiziellen Drohnenkarten anderer europäischer Staaten, etwa Dronespace für Österreich oder die Karte auf geo.admin.ch für die Schweiz.

PT

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