ATIS erklärt: automatische Flughafeninformationen verstehen und mitlesen

Die ATIS ist die Endlosschleife, mit der ein Flughafen Piste, Wind, Wetter und Luftdruck verkündet. Aufbau, Kennbuchstaben, Fachbegriffe und wie du als Spotter daraus deinen Standort ableitest.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • ATIS ist eine Endlosschleife: Der Flughafen sendet Piste, Wind, Sicht, Wolken, Temperatur und Luftdruck immer wieder auf einer eigenen Frequenz – Piloten hören sie, bevor sie die Flugsicherung rufen.
  • Jede Fassung hat einen Buchstaben: Information Alpha, Bravo, Charlie … Ändert sich etwas Wesentliches, springt der Kennbuchstabe weiter. Für dich ist das ein Signal, dass sich am Flughafen etwas getan hat.
  • Die Pistenangabe ist für Spotter Gold: Die ATIS nennt die Pisten in Betrieb und damit, wo gelandet und gestartet wird – die wichtigste Zutat für die Wahl deines Spots.
  • Der Wind in der ATIS ist magnetisch: Anders als im METAR bezieht sich die Windrichtung in der ATIS auf magnetisch Nord und passt damit direkt zu den Pistennummern.
  • Es gibt die ATIS auch als Text: Bei der D-ATIS holt sich das Cockpit dieselben Informationen per Datenfunk aufs Display, statt sie abzuhören.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.ATIS: die kurze Antwort
  2. 2.Der Kennbuchstabe: Information Alpha bis Zulu
  3. 3.Was in einer ATIS steht – und in welcher Reihenfolge
  4. 4.Ein Beispiel Schritt für Schritt
  5. 5.Die wichtigsten Kürzel und Begriffe
  6. 6.Getrennte ATIS und die Text-Variante D-ATIS
  7. 7.Wie oft sich die ATIS ändert
  8. 8.So nutzt du die ATIS als Spotter
  9. 9.Wo du die ATIS empfangen kannst
  10. 10.ATIS, METAR und Lotsenfunk im Vergleich
  11. 11.Worauf du achten solltest
  12. 12.Fazit

Kurz bevor eine Crew zum ersten Mal mit dem Anflug- oder Vorfeldlotsen spricht, hat sie schon eine Minute zugehört: einer ruhigen, oft synthetisch klingenden Stimme, die Piste, Wind, Wolken und Luftdruck aufsagt und danach wieder von vorn beginnt. Diese Endlosschleife ist die ATIS. Wer sie versteht, weiß in Sekunden, wie ein Flughafen gerade arbeitet – und genau das macht sie für Spotter so wertvoll. Dieser Guide zeigt dir, was in einer ATIS steckt, wie du die Fachbegriffe entschlüsselst und wie du aus der Ansage ableitest, wo du heute am besten stehst.

Piste und Wind auf einen Blick

Planetrack zeigt dir für deinen Flughafen Wetter, Wind und die Pisten in Betrieb – direkt neben der Spot-Karte mit Anreise und bestem Licht. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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ATIS: die kurze Antwort

ATIS steht für Automatic Terminal Information Service. Gemeint ist eine automatisch wiederholte Ansage, die alle Routineinformationen eines Flughafens bündelt: welche Pisten in Betrieb sind, welches Anflugverfahren zu erwarten ist, wie Wind, Sicht, Wetter und Wolken aussehen, dazu Temperatur, Taupunkt, Luftdruck und betriebliche Hinweise. Die Ansage läuft auf einer eigenen Frequenz, manchmal auch über die Sprachkennung eines Funkfeuers.

Die Idee dahinter ist simpel: Früher musste der Lotse jeder Crew diese Angaben einzeln vorlesen. An einem großen Flughafen kostet das enorm viel Funkzeit. Mit der ATIS hört sich jede Besatzung die Infos selbst ab, und auf der eigentlichen Arbeitsfrequenz bleibt Platz für Freigaben. Entwickelt wurde das Verfahren in den 1960er-Jahren in den USA; heute ist es international über die ICAO geregelt, die Inhalte und Ablauf in ihren Standards festlegt.

26Kennbuchstaben von Alpha bis Zulu, dann geht es von vorn los
2Varianten: Sprach-ATIS per Funk und D-ATIS als Text per Datenfunk
1Buchstabe, den die Crew beim Erstanruf meldet

Der Kennbuchstabe: Information Alpha bis Zulu

Jede Fassung der ATIS trägt einen Kennbuchstaben, gesprochen im ICAO-Buchstabieralphabet. Die erste Ausgabe heißt etwa „Information Alpha“, die nächste „Bravo“, dann „Charlie“ und so weiter. Nach Zulu beginnt der Zyklus wieder bei Alpha.

Der Buchstabe hat eine klare Funktion: Beim ersten Kontakt mit der Flugsicherung meldet die Crew, welche Fassung sie gehört hat – etwa mit „information Kilo received“ oder schlicht „with Kilo“. Passt der Buchstabe zur aktuellen Ausgabe, muss der Lotse nichts wiederholen. Nennt die Crew einen veralteten Buchstaben, gibt er die Änderungen durch oder schickt sie noch einmal zum Abhören. Gerade bei Wechseln sagt der Lotse auf seiner Frequenz oft selbst an, dass eine neue Information gilt.

Für dich als Mithörer ist der Buchstabe ein praktischer Indikator. Springt er außerhalb des üblichen Takts weiter, hat sich etwas geändert, das wichtig genug für eine neue Ausgabe war – sehr oft die Betriebsrichtung, eine Sichtverschlechterung oder ein Gewitter in der Nähe.

Was in einer ATIS steht – und in welcher Reihenfolge

Die ICAO gibt eine feste Reihenfolge vor. Nicht jede ATIS enthält jedes Element, aber das Grundgerüst ist überall gleich. Wer es kennt, findet sich auch in einer schnell gesprochenen Ansage zurecht.

Element Beispiel in der Ansage Was es bedeutet Nutzen für Spotter
Flughafen und Art „Hamburg Information …“ Name des Flughafens, ggf. getrennt für Anflug oder Abflug bestätigt, dass du die richtige Frequenz hast
Kennbuchstabe „… Kilo“ aktuelle Fassung Wechsel deutet auf Änderungen hin
Beobachtungszeit „time 1420“ Zeit der Wetterbeobachtung in UTC zeigt, wie frisch die Daten sind
Anflug und Pisten „expect ILS approach runway 23, departure runway 33“ erwartetes Verfahren, Pisten in Betrieb entscheidend für die Spot-Wahl
Betriebshinweise Pistenzustand, Bauarbeiten, Transition Level Infos für die Crew Hinweise auf Sperrungen und Sonderbetrieb
Wind „wind 240 degrees, 12 knots, gusts 25“ Richtung (magnetisch) und Stärke Böen und Seitenwind ankündigen
Sicht und Wetter „visibility 10 kilometers, light rain“ Sichtweite, ggf. Pistensichtweite, aktuelles Wetter Dunst, Nebel, Niederschlag
Wolken „broken 1800 feet“ Bedeckungsgrad und Untergrenze Sind Anflüge unter der Decke sichtbar?
Temperatur, Taupunkt „temperature 14, dew point 11“ Werte in Grad Celsius Nebelrisiko, Kondensation an den Flügeln
Luftdruck „QNH 1009“ Höhenmessereinstellung für dich nebensächlich, für Piloten Pflicht
Trend und Zusätze „no significant change“, Windscherung Kurzfristprognose und Warnungen Wetteränderung in den nächsten Stunden

Am Ende steht meist eine Aufforderung wie „advise on initial contact you have information Kilo“. Danach beginnt die Schleife von vorn.

Ein Beispiel Schritt für Schritt

So kann eine ATIS klingen. Die folgende Ansage ist ein konstruiertes Beispiel für den Flughafen Hamburg und keine echte Aufzeichnung, entspricht aber dem typischen Aufbau:

Hamburg Information Kilo, time one four two zero. Expect ILS approach runway two three. Departure runway three three. Transition level seven zero. Wind two four zero degrees, one two knots, gusts two five knots. Visibility one zero kilometers, light rain. Broken one thousand eight hundred feet. Temperature one four, dew point one one. QNH one zero zero niner. No significant change. Advise on initial contact you have information Kilo.

Übersetzt heißt das:

  • Information Kilo, 14:20 UTC – die aktuelle Fassung, Wetter beobachtet um 14:20 Weltzeit. In der Sommerzeit entspricht das 16:20 Uhr Ortszeit.
  • ILS approach runway 23 – gelandet wird auf Piste 23 per Instrumentenlandesystem. Wie das ILS funktioniert, erklärt der Guide zum ILS-Anflug.
  • Departure runway 33 – gestartet wird auf einer anderen Bahn. Getrennte Lande- und Startbahnen kommen an Flughäfen mit kreuzenden Pisten häufig vor.
  • Transition level 70 – ab Flugfläche 70 fliegt man mit der Standard-Höhenmessereinstellung 1013,25 hPa, unterhalb der Übergangshöhe mit QNH. Der Wert hängt vom aktuellen Luftdruck ab.
  • Wind 240 Grad, 12 Knoten, Böen 25 – der Wind kommt fast genau gegen Landerichtung 23, ist aber böig. Rechne mit unruhigen Anflügen.
  • 10 Kilometer Sicht, leichter Regen, durchbrochene Bewölkung (5 bis 7 Achtel) in 1.800 Fuß – Flugzeuge tauchen bei rund 550 Metern über Grund aus der Wolke auf.
  • 14 Grad, Taupunkt 11 – Temperatur und Taupunkt liegen nah beieinander; bei feuchter Luft entstehen an Flügeln und Klappen gern Kondensfahnen.
  • QNH 1009 – Luftdruck in Hektopascal, reduziert auf Meereshöhe.

Zahlen werden im Flugfunk einzeln gesprochen, die Neun klingt als „niner“. Mehr zu Aussprache und Standardformulierungen findest du unter Sprechfunk-Phraseologie.

Achtung bei der Windrichtung

In der ATIS bezieht sich die Windrichtung auf magnetisch Nord, im METAR auf geografisch Nord. In Mitteleuropa liegen beide nur wenige Grad auseinander, aber der Grund ist praktisch: Die [Pistennummern](/blog/flughafen-pisten-bezeichnungen) sind ebenfalls magnetisch, Wind und Piste lassen sich in der ATIS also direkt vergleichen.

Die wichtigsten Kürzel und Begriffe

Viele Begriffe aus der ATIS kennst du schon, wenn du METAR und TAF lesen kannst. Einige tauchen aber vor allem in der Sprachansage auf:

  • CAVOK („cav-o-kay“): Sicht mindestens 10 Kilometer, keine Wolken unterhalb der betrieblich relevanten Höhe, keine Gewitterwolken, kein signifikantes Wetter. Für Spotter meist ein sehr guter Tag.
  • RVR (Runway Visual Range): die gemessene Pistensichtweite, angegeben bei schlechter Sicht. Taucht sie auf, ist es neblig oder diesig.
  • Low Visibility Procedures: Verfahren bei sehr schlechter Sicht. Der Flughafen arbeitet dann mit größeren Abständen und weniger Bewegungen.
  • Transition Level: die unterste Flugfläche, in der mit Standarddruck geflogen wird.
  • Braking action / runway condition: Bremswirkung und Pistenzustand, vor allem im Winter bei Schnee und Eis.
  • Wind shear: Windscherung im An- oder Abflugbereich, eine Warnung vor plötzlichen Windänderungen.
  • Bird activity / work in progress: Vogelschlaggefahr oder Bauarbeiten am Flughafen.

Getrennte ATIS und die Text-Variante D-ATIS

An großen Drehkreuzen gibt es teils getrennte Ansagen für Ankünfte und Abflüge. Das hält jede einzelne Schleife kurz und liefert jeder Crew nur das, was sie braucht. Die landende Besatzung hört Anflugverfahren und Landepiste, die startende die Abflugbahn.

Daneben existiert die D-ATIS (Data Link ATIS). Sie überträgt dieselben Informationen als Text über eine Datenverbindung wie ACARS. Die Crew ruft die aktuelle Fassung ab und liest sie auf einem Bildschirm im Cockpit, statt sie über Kopfhörer mitzuschreiben. Das spart Zeit und vermeidet Hörfehler. Wie du ACARS-Datenfunk selbst empfangen und dekodieren kannst, zeigt der Artikel ACARS-Nachrichten empfangen.

Die Piste stimmt – jetzt fehlt nur noch der Flieger

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery im Anflug ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Wie oft sich die ATIS ändert

Eine neue Fassung entsteht aus zwei Gründen:

  1. Routinemäßig mit dem Wetterbericht. An deutschen Flughäfen erscheint das METAR in der Regel halbstündlich, und mit ihm eine neue ATIS. Wer regelmäßig zuhört, merkt schnell, dass die Buchstaben in einem festen Rhythmus weiterwandern.
  2. Außerplanmäßig bei wichtigen Änderungen. Wechselt die Betriebsrichtung, dreht der Wind deutlich, sinkt die Sicht, zieht ein Gewitter heran oder wird eine Piste gesperrt, gibt es sofort eine neue Ausgabe mit dem nächsten Buchstaben.

Gerade der zweite Fall ist für dich spannend. Ein außerplanmäßiger Wechsel des Kennbuchstabens kann bedeuten, dass gleich auf der anderen Seite des Flughafens gelandet wird. Wann und warum Flughäfen die Richtung wechseln, erklärt der Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.

So nutzt du die ATIS als Spotter

Die ATIS beantwortet die drei Fragen, die über jeden Spotting-Tag entscheiden: Wo wird gelandet, wo gestartet, und lohnt sich das Wetter? Der Ablauf ist an jedem Flughafen gleich.

1. Pisten in Betrieb notieren

Lande- und Startbahn aus der Ansage übernehmen. Damit weißt du, auf welcher Seite des Flughafens die Anflüge reinkommen und wo gerollt wird.

2. Passenden Spot wählen

Gleiche die Pisten mit deinen Spots ab: Landen sie auf 23, stehst du anders als bei Betrieb auf 05. Prüf dabei auch die Lichtrichtung.

3. Wind auf Stabilität prüfen

Liegt der Wind deutlich in Landerichtung, bleibt die Betriebsrichtung wahrscheinlich stabil. Ist er schwach oder dreht er, kann sie bald wechseln.

4. Wolkenuntergrenze ansehen

Hängen die Wolken tief, siehst du Anflüge erst kurz vor der Schwelle. Spots nah an der Piste funktionieren dann besser als weit draußen im Anflug.

5. Auf Buchstabenwechsel achten

Springt die Information außer der Reihe weiter, hör genau hin: Oft hat sich die Betriebsrichtung geändert – Zeit, den Standort zu wechseln.

Ein Beispiel aus der Praxis: Am Flughafen Hamburg gibt es Spots für verschiedene Pisten, etwa den Affenfelsen oder die Besucherterrasse. Welcher heute der richtige ist, sagt dir die ATIS bereits vor der Abfahrt – mehr Spots findest du im Guide Planespotting in Hamburg. Ähnlich am Flughafen Frankfurt: Ob Anflüge über die Aussichtsplattform Zeppelinheim hinwegziehen, hängt an der aktuellen Betriebsrichtung.

Auch für Videografen ist die ATIS nützlich: Böige Winde quer zur Landebahn kündigen spektakuläre Anflüge an. Was dabei passiert, erklärt der Artikel über Seitenwindlandungen.

Losfahren, wenn …

  • die ATIS CAVOK oder hohe Wolken meldet
  • der Wind kräftig in Landerichtung steht und die Betriebsrichtung stabil ist
  • dein Lieblingsspot zur angesagten Piste passt

Flexibel bleiben, wenn …

  • der Wind schwach ist oder dreht
  • die Ansage einen Trend mit Wetteränderung nennt
  • getrennte Lande- und Startbahnen in Betrieb sind

Lieber umplanen, wenn …

  • RVR und Low Visibility Procedures angesagt werden
  • die Wolkenuntergrenze sehr tief liegt und dein Spot weit draußen im Anflug ist
  • Gewitter oder Windscherung gemeldet werden

Wo du die ATIS empfangen kannst

Die ATIS sendet meist auf einer eigenen Frequenz im Flugfunkband zwischen 118 und 137 MHz, an manchen Flughäfen auch auf der Frequenz eines Funkfeuers. Die jeweilige Frequenz steht in den offiziellen Luftfahrthandbüchern und auf den Anflugkarten des Flughafens. Wie Flugfunk-Frequenzen aufgebaut sind und warum manche Kanäle krumme Nachkommastellen haben, erklären die Artikel Flugfunk-Frequenzen verstehen und 8,33-kHz-Kanalraster.

Empfangen kannst du die Ansage auf mehreren Wegen:

Weil die ATIS meist recht nah am Flughafen ausgestrahlt wird, ist sie in der Umgebung oft gut zu hören. Bevor du loslegst, kläre aber, was in deinem Land erlaubt ist: Die Regeln für das Mithören von Flugfunk sind nicht überall gleich. Einen Überblick bietet der Artikel Ist Flugfunk hören erlaubt?.

ATIS, METAR und Lotsenfunk im Vergleich

Die ATIS ist eine von mehreren Quellen, aus denen du den Zustand eines Flughafens ablesen kannst. Jede hat ihre Stärken.

Quelle Form Inhalt Stärke für Spotter
ATIS Sprachschleife, als D-ATIS auch Text Pisten, Verfahren, Wetter, Hinweise Betriebsrichtung direkt vom Flughafen
METAR codierte Textmeldung aktuelles Wetter gut online abrufbar, auch rückwirkend
TAF codierte Prognose erwartetes Wetter für viele Stunden Planung für den nächsten Tag
Lotsenfrequenzen Live-Funk Freigaben, Anweisungen, Sonderfälle zeigt, welcher Flieger gleich kommt

Wer Tower, Ground und Approach unterscheiden will, findet die Erklärung im Artikel Delivery, Ground, Tower, Approach, Center. Die ATIS ist dabei der ruhige Gegenpol: keine Hektik, keine Rückfragen, nur der Stand der Dinge.

Worauf du achten solltest

  • Zeiten sind UTC. Die Beobachtungszeit in der ATIS ist Weltzeit. In Deutschland musst du im Winter eine Stunde, im Sommer zwei Stunden addieren.
  • Höhen sind in Fuß, Sicht in Metern oder Kilometern. Wolkenuntergrenzen werden in Fuß über Grund angegeben, ein Fuß sind gut 30 Zentimeter.
  • Die ATIS ist eine Momentaufnahme. Zwischen zwei Fassungen kann sich die Lage ändern. Für kurzfristige Wechsel ist der Lotsenfunk schneller, für die Planung im Voraus helfen Wetterkarten wie Windy.
  • Nicht jeder Flugplatz hat eine ATIS. Vor allem größere Flughäfen mit Instrumentenflugbetrieb senden sie. Kleine Plätze geben Infos oft direkt auf der Platzfrequenz.
  • Englisch ist Standard. An internationalen Flughäfen läuft die ATIS meist auf Englisch, an manchen Plätzen zusätzlich in der Landessprache. Mehr dazu im Artikel Englisch oder Deutsch im Flugfunk.

Verstehst du deine Haus-ATIS?

Hak ab, was du nach dem Abhören sicher beantworten kannst.

  • Ich kenne den aktuellen Kennbuchstaben.
  • Ich weiß, auf welcher Piste gelandet und auf welcher gestartet wird.
  • Ich kann Windrichtung und Böen der Landepiste zuordnen.
  • Ich weiß, wie tief die Wolken hängen.
  • Ich habe die Beobachtungszeit in Ortszeit umgerechnet.
  • Ich weiß, welcher meiner Spots zur Betriebsrichtung passt.

Vom Abhören zur Sichtung

Finde auf der Spot-Karte den Standort zur aktuellen Piste, poste deine Sichtungen mit Typ, Kennzeichen und Airline und sammle sie im Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Die ATIS ist die Visitenkarte eines Flughafens im Funk: kurz, immer gleich aufgebaut und ständig aktuell. Für Piloten ist sie Pflichtlektüre vor dem Erstanruf, für Spotter die schnellste Antwort auf die Frage, wo heute gelandet wird. Wer Kennbuchstabe, Pisten, Wind und Wolken heraushören kann, plant seinen Spot gezielter und merkt am Buchstabenwechsel früh, wenn sich die Lage dreht.

Kurzfazit

ATIS bündelt Pisten, Verfahren und Wetter in einer Endlosschleife mit Kennbuchstaben. Achte auf die Pisten in Betrieb, prüfe Wind und Wolkenuntergrenze und reagiere, wenn der Buchstabe außer der Reihe springt – dann stehst du meist an der richtigen Stelle.

Zusammenfassung

  • ATIS steht für Automatic Terminal Information Service und entlastet den Funk: Routineinfos kommen einmal zentral, statt jeder Crew einzeln vorgelesen zu werden.
  • Inhalt und Reihenfolge folgen einem festen Schema nach ICAO-Vorgaben – wer das Schema kennt, versteht auch eine schnell gesprochene Ansage.
  • Neue Fassungen gibt es regelmäßig mit dem Wetterbericht und zusätzlich, sobald sich etwas Wichtiges ändert, etwa die Betriebsrichtung.
  • Für Spotter liefert die ATIS in einer Minute Pisten, Wind, Sicht und Wolken – genug, um zu entscheiden, an welche Seite des Flughafens es heute geht.

Häufige Fragen

Was bedeutet ATIS?

ATIS steht für Automatic Terminal Information Service. Es ist eine automatisch wiederholte Ansage mit aktuellen Routineinformationen für einen Flughafen: Pisten in Betrieb, Anflugverfahren, Wind, Sicht, Wetter, Wolken, Temperatur, Taupunkt und Luftdruck (QNH), dazu betriebliche Hinweise. Piloten hören die ATIS ab, bevor sie zum ersten Mal mit der Flugsicherung sprechen.

Was bedeutet „Information Bravo“?

Das ist der Kennbuchstabe der aktuellen ATIS-Fassung. Jede neue Ausgabe bekommt den nächsten Buchstaben des ICAO-Buchstabieralphabets. Piloten nennen beim Erstanruf den Buchstaben, den sie gehört haben. So weiß der Lotse sofort, ob die Crew den aktuellen Stand kennt – oder ob er ihr Änderungen noch mitteilen muss.

Wie oft wird die ATIS aktualisiert?

Regelmäßig und zusätzlich bei Bedarf. An vielen Flughäfen erscheint eine neue Fassung mit jedem routinemäßigen Wetterbericht, in Deutschland in der Regel halbstündlich. Ändert sich zwischendurch etwas Wichtiges – Pisten, deutlich anderer Wind, Sichtverschlechterung, ein Gewitter –, wird außerplanmäßig eine neue Fassung mit neuem Buchstaben veröffentlicht.

Was ist der Unterschied zwischen ATIS und METAR?

Das METAR ist eine reine, codierte Wettermeldung. Die ATIS ist eine Betriebsansage, die das aktuelle Wetter enthält, aber zusätzlich Pisten in Betrieb, Anflugverfahren, Übergangsfläche und Hinweise der Flugsicherung nennt. Außerdem gibt die ATIS die Windrichtung bezogen auf magnetisch Nord an, das METAR bezogen auf geografisch Nord.

Was ist D-ATIS?

D-ATIS ist die Datenfunk-Variante der ATIS. Statt die Sprachansage abzuhören, ruft die Crew den Text über eine Datenverbindung wie ACARS ab und liest ihn auf einem Display im Cockpit. Der Inhalt entspricht der Sprach-ATIS desselben Flughafens.

Wie kann ich als Spotter die ATIS mithören?

Die ATIS läuft auf einer eigenen Frequenz im Flugfunkband, die in den offiziellen Luftfahrthandbüchern und auf Anflugkarten steht. Empfangen kannst du sie mit einem Scanner oder SDR-Empfänger, teils auch über Online-Streams. Welche Regeln für das Mithören von Flugfunk gelten, hängt vom Land ab – informiere dich vorher über die Rechtslage.

Warum hilft mir die ATIS bei der Spot-Wahl?

Weil sie die Pisten in Betrieb nennt. Damit weißt du, auf welcher Bahn gelandet und gestartet wird und aus welcher Richtung die Flugzeuge kommen. Zusammen mit Wind und Wolkenuntergrenze kannst du abschätzen, ob die Betriebsrichtung stabil bleibt und ob Anflüge überhaupt unter der Wolkendecke sichtbar sind.

PT

Planetrack Redaktion

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