Englisch oder Deutsch im Flugfunk: Sprachregeln, BZF und AZF

Am großen Flughafen Englisch, am Segelfluggelände Deutsch: Welche Sprache im Funk erlaubt ist, hängt von Flugregel, Funkzeugnis und Bodenstelle ab. Die Regeln, die Zeugnisse und die Hintergründe im Überblick.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Englisch ist die Weltsprache des Funks: Seit den 1950er-Jahren empfiehlt die ICAO Englisch für den internationalen Sprechfunk. An Bodenstellen mit internationalem Verkehr muss Englisch auf Anfrage verfügbar sein.
  • Die Landessprache bleibt erlaubt: Neben Englisch darf die Sprache verwendet werden, die die Bodenstelle normalerweise spricht. Welche Sprachen eine Stelle anbietet, steht im Luftfahrthandbuch AIP.
  • In Deutschland entscheidet die Flugregel: Sichtflug ist auf Deutsch möglich, der Instrumentenflug wird grundsätzlich auf Englisch abgewickelt.
  • Das Funkzeugnis legt die Sprache fest: BZF II erlaubt nur Deutsch und nur in Deutschland, BZF I Deutsch und Englisch im Sichtflug, das AZF zusätzlich den Instrumentenflug.
  • Ohne Sprachvermerk geht es nicht: Wer auf Englisch funkt, braucht zusätzlich einen Language-Proficiency-Nachweis, mindestens Level 4 auf der ICAO-Skala.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Englisch oder Deutsch: die kurze Antwort
  2. 2.Warum Englisch die Sprache der Luftfahrt ist
  3. 3.Die Regeln in Europa
  4. 4.Die deutschen Flugfunkzeugnisse im Überblick
  5. 5.Language Proficiency: der Sprachvermerk in der Lizenz
  6. 6.Wenn Sprache zum Sicherheitsrisiko wird
  7. 7.Deutsch im Funk: wie es klingt
  8. 8.Was das für dich als Spotter bedeutet
  9. 9.Worauf du achten solltest
  10. 10.Fazit

Wer zum ersten Mal Flugfunk in einem Video aus Frankfurt hört, erwartet vielleicht Deutsch – und bekommt ein schnelles, stark verkürztes Englisch. In einer Aufnahme vom Segelfluggelände nebenan klingt es dagegen nach „Segelflugzeug im Gegenanflug“. Beides ist korrekt. Ob im Flugfunk Englisch oder Deutsch gesprochen wird, folgt klaren Regeln, die von der Bodenstelle, der Flugregel und dem Funkzeugnis der Crew abhängen. Dieser Guide erklärt dir die internationalen Vorgaben, die deutschen Zeugnisse BZF und AZF, den Sprachvermerk in der Lizenz und warum ausgerechnet Englisch zur gemeinsamen Sprache der Luftfahrt wurde.

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Englisch oder Deutsch: die kurze Antwort

Im Flugfunk darf grundsätzlich Englisch oder die Sprache verwendet werden, die die Bodenstelle normalerweise spricht. An Stellen, die internationalen Verkehr betreuen, muss Englisch auf Anfrage immer verfügbar sein. Welche Sprachen eine Stelle anbietet, ist im Luftfahrthandbuch (AIP) des jeweiligen Landes veröffentlicht.

In Deutschland kommt eine praktische Trennung dazu: Der Sichtflug (VFR) darf auf Deutsch abgewickelt werden, der Instrumentenflug (IFR) läuft grundsätzlich auf Englisch – den Unterschied der beiden Flugregeln erklärt der Artikel Sichtflug und Instrumentenflug. Weil Linienflüge fast immer nach Instrumentenflugregeln unterwegs sind, hörst du am Verkehrsflughafen überwiegend Englisch, an kleinen Flugplätzen mit Privat-, Segel- und Ultraleichtverkehr oft Deutsch. Welche Sprache eine Crew nutzen darf, legt am Ende ihr Funkzeugnis fest – zusammen mit dem Sprachvermerk in der Lizenz.

5Varianten des deutschen Flugfunkzeugnisses: BZF I, BZF II, BZF E, AZF, AZF E
Level 4Mindeststufe der ICAO-Sprachskala für Englisch im Funk
15 / 18Mindestalter in Jahren für BZF beziehungsweise AZF

Warum Englisch die Sprache der Luftfahrt ist

Ein Flugzeug überquert in wenigen Stunden mehrere Länder. Würde jede Kontrollstelle nur ihre eigene Sprache sprechen, müssten Crews auf einem Flug von Frankfurt nach Lissabon Deutsch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch beherrschen. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO hat deshalb schon Anfang der 1950er-Jahre in Annex 10 zum Chicagoer Abkommen empfohlen, Englisch für den internationalen Sprechfunk zu verwenden. Es war zunächst nur eine Empfehlung, setzte sich aber weltweit durch.

Das bedeutet nicht, dass jeder Pilot und jede Lotsin fließend Englisch sprach. Erst Anfang der 2000er-Jahre verschärfte die ICAO die Anforderungen und führte verbindliche Language Proficiency Requirements ein: Wer international funkt, muss ein definiertes Sprachniveau nachweisen. Auslöser waren auch Unfälle, bei denen Missverständnisse im Funk eine Rolle spielten – mehr dazu weiter unten.

Wichtig für das Verständnis: Funk-Englisch ist nicht Alltagsenglisch. Der Kern ist die Standard-Phraseologie, ein festes Vokabular mit festen Satzmustern. „Cleared to land“, „hold short“, „line up and wait“ – jede Formel hat genau eine Bedeutung. Wie diese Sprache aufgebaut ist, erklärt der Artikel Sprechfunk-Phraseologie. Buchstaben und Zahlen werden nach einem eigenen System ausgesprochen, das du im Beitrag zum ICAO-Buchstabieralphabet findest.

Die Regeln in Europa

In der EU regeln die einheitlichen Luftverkehrsregeln, kurz SERA (Standardised European Rules of the Air), die Sprache im Funk. Sie greifen die ICAO-Vorgaben auf und lassen sich auf drei Grundsätze herunterbrechen:

  • Englisch oder Landessprache: Funkverkehr findet auf Englisch oder in der Sprache statt, die die Bodenstelle normalerweise verwendet.
  • Englisch auf Anfrage: Bodenstellen, die Flugplätze und Strecken des internationalen Luftverkehrs betreuen, müssen auf Anfrage eines Luftfahrzeugs Englisch anbieten.
  • Transparenz: Welche Sprachen an einer Stelle verfügbar sind, wird im AIP veröffentlicht.

Daraus erklärt sich die Vielfalt, die du in Videos aus verschiedenen Ländern hörst. Viele Staaten nutzen den Spielraum vor allem im Sichtflug und bei einheimischen Crews. In Aufnahmen aus Frankreich, Spanien oder Italien hörst du deshalb oft die Landessprache, sobald ein inländischer Privatpilot auf der Frequenz ist, und Englisch, sobald eine internationale Crew dazukommt. Ein Nachteil dieser Mischung: Wer die Landessprache nicht versteht, verliert einen Teil des Lagebilds auf der Frequenz – das sogenannte Party-Line-Prinzip, bei dem alle mitbekommen, was die anderen tun, funktioniert dann nur noch eingeschränkt.

Situation Typische Sprache in Deutschland Warum
Linienflug an Großflughäfen wie Frankfurt oder München Englisch Instrumentenflug, internationale Crews
Sichtflug an kontrolliertem Flugplatz Deutsch oder Englisch VFR erlaubt Deutsch, wenn Zeugnis und Bodenstelle passen
Unkontrollierter Flugplatz mit „Radio“-Funkstelle meist Deutsch Privat-, Segel- und UL-Verkehr, oft BZF II
Ausländische Crew im Sichtflug Englisch Englisch muss auf Anfrage verfügbar sein
Instrumentenflug, egal wo Englisch IFR wird in Deutschland grundsätzlich englisch abgewickelt

Die Tabelle beschreibt typische Fälle, keine verbindliche Liste. Welche Sprachen eine einzelne Funkstelle anbietet, steht im AIP – und an manchen kleinen Plätzen ist Englisch nur eingeschränkt oder auf Voranmeldung möglich.

Die deutschen Flugfunkzeugnisse im Überblick

Wer in Deutschland selbst funken will, braucht ein Flugfunkzeugnis. Die Pflicht geht auf internationale Abkommen zurück; die ICAO erlaubt zwar, die Funkberechtigung direkt in die Pilotenlizenz zu integrieren, wie es die USA tun, Deutschland setzt aber auf eigene Zeugnisse. Sie unterscheiden sich vor allem nach Flugregel und Sprache.

Zeugnis Flugregel Sprache Geltungsbereich
BZF II nur Sichtflug nur Deutsch nur Deutschland
BZF I nur Sichtflug Deutsch und Englisch auch im Ausland
BZF E nur Sichtflug nur Englisch wie BZF I, ohne deutschen Teil
AZF Sicht- und Instrumentenflug Deutsch und Englisch weltweit
AZF E Sicht- und Instrumentenflug nur Englisch weltweit

BZF steht für Beschränkt gültiges Flugfunkzeugnis, AZF für Allgemeines Flugfunkzeugnis. Das Mindestalter liegt beim BZF bei 15 Jahren, beim AZF bei 18 Jahren. Das AZF setzt in der Regel ein BZF voraus und ist Pflicht, wer eine Instrumentenflugberechtigung oder die Ausbildung zum Verkehrspiloten anstrebt – die Kosten und Stationen dieses Wegs fasst der Artikel zur ATPL-Ausbildung zusammen.

BZF II reicht oft für den Einstieg – aber nicht lange

Für Sichtflüge rund um den Heimatflugplatz genügt das BZF II. Sobald du über die Grenze fliegen willst, brauchst du Englisch im Funk und damit mindestens das BZF I. Viele Flugschulen empfehlen deshalb gleich das BZF I, um später keine zweite Prüfung ablegen zu müssen.

Was in der Prüfung passiert

Die Prüfungen für BZF und AZF laufen über die Bundesnetzagentur an deren Außenstellen; als Beisitzer wirkt häufig ein Fluglotse der DFS Deutsche Flugsicherung mit. Das BZF lässt sich alternativ zusammen mit der Theorieprüfung für die Pilotenlizenz beim Luftamt ablegen – das Zeugnis ist gleichwertig.

Bei der BZF-Prüfung an der Bundesnetzagentur gibt es einen Theorieteil mit Multiple-Choice-Fragen zu Verfahren, Luftrecht und Funktechnik, praktische Fragen zur Flugvorbereitung und einen simulierten Funkverkehr, bei dem der Prüfer die Flugsicherung spielt. Für das BZF I kommt ein Englischteil dazu: Ein luftfahrtbezogener Text wird vorgelesen und mündlich übersetzt, und im praktischen Teil wird mindestens ein Verfahren auf Englisch durchgespielt. Bewertet werden Phraseologie, Funkdisziplin, vollständige Pflichtmeldungen und kurze, klare Meldungen. Auch Not- und Dringlichkeitsmeldungen können drankommen – wie die klingen, zeigt der Artikel Mayday und Pan-Pan.

Das AZF prüft den Theorieteil auf Englisch und simuliert im praktischen Teil einen Instrumentenflug einschließlich Flugplan. Inhalte und Abläufe können sich ändern; maßgeblich sind die aktuellen Angaben der Bundesnetzagentur.

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Language Proficiency: der Sprachvermerk in der Lizenz

Ein Funkzeugnis allein reicht nicht, um auf Englisch zu funken. Zusätzlich verlangt die ICAO einen Nachweis über die Sprachkenntnisse, der als Language Proficiency in die Lizenz eingetragen wird. Die Skala hat sechs Stufen, bewertet werden sechs Kriterien:

  • Aussprache – verständlich auch für Nicht-Muttersprachler
  • Struktur – Grammatik und Satzbau
  • Wortschatz – Fachvokabular und allgemeine Begriffe
  • Flüssigkeit – Sprechtempo und Pausen
  • Verständnis – auch bei ungewohnten Situationen
  • Interaktion – Rückfragen, Bestätigungen, Missverständnisse auflösen

Das Endergebnis ist immer die niedrigste der sechs Teilnoten. Wer bei der Aussprache Level 6 erreicht, beim Verständnis aber nur Level 3, hat Level 3 – und darf damit nicht international funken.

Stufe Bezeichnung Gültigkeit
Level 4 Operational 4 Jahre, dann erneute Prüfung
Level 5 Extended 6 Jahre
Level 6 Expert unbefristet

Level 4 ist das Minimum für den internationalen Funkverkehr. Interessant: Auch Muttersprachler können im Funk Probleme machen, wenn sie zu schnell sprechen, Umgangssprache einstreuen oder von der Phraseologie abweichen. Gute Funkkommunikation ist deshalb weniger eine Frage der Muttersprache als der Disziplin. Abgenommen werden die Sprachprüfungen in Deutschland nur von Stellen, die das Luftfahrt-Bundesamt anerkannt hat. Für Führer von Luftsportgeräten gelten in Deutschland Sonderregeln beim Sprachnachweis, im Ausland meist nicht – wer mit dem UL über die Grenze will, sollte das vorab klären.

Wenn Sprache zum Sicherheitsrisiko wird

Die strengeren Sprachregeln haben einen ernsten Hintergrund. Mehrere schwere Unfälle zeigen, wie schnell Missverständnisse im Funk gefährlich werden:

  • Teneriffa 1977: Bei der Kollision zweier Boeing 747 auf dem Flughafen Los Rodeos starben 583 Menschen. Mehrdeutige Formulierungen rund um den Start trugen zum Unglück bei. In der Folge wurde die Phraseologie geschärft, das Wort „take-off“ ist seitdem der eigentlichen Startfreigabe vorbehalten. Die Hintergründe erklärt der Artikel zum Unglück von Teneriffa 1977.
  • Avianca-Flug 52 (1990): Die Crew einer Boeing 707 im Anflug auf New York meldete ihre kritische Treibstofflage nicht mit der eindeutigen Notfall-Formulierung. Die Maschine stürzte nach Treibstoffmangel ab, 73 Menschen starben.
  • Charkhi Dadri (1996): Bei der Kollision zweier Flugzeuge nahe Delhi starben 349 Menschen. Sprachliche Verständigungsprobleme gelten als einer der Faktoren.

Diese Fälle sind der Grund, warum Phraseologie und Sprachnachweise heute so streng gehandhabt werden. Klare Standardformeln lassen wenig Raum für Interpretation – egal, welche Muttersprache auf beiden Seiten der Frequenz gesprochen wird.

Deutsch im Funk: wie es klingt

Der deutsche Sprechfunk folgt derselben Logik wie der englische, nur mit deutschen Standardformeln. Freigaben wie „Start frei“ oder „Landung frei“ sind feste Begriffe, Höhen werden auch auf Deutsch in Fuß und Geschwindigkeiten in Knoten angegeben. Kennzeichen werden mit dem ICAO-Alphabet buchstabiert, also „Delta Echo Alpha Bravo Charlie“ – auch im deutschen Funk.

Die Funkstellen unterscheiden sich am Rufnamen: Kontrollierte Plätze melden sich als „Turm“ beziehungsweise „Tower“, an unkontrollierten Flugplätzen heißt die Bodenfunkstelle in Deutschland „Radio“. Welche Stelle wofür zuständig ist, erklärt der Artikel Delivery, Ground, Tower, Approach, Center. Und wo die kleinen Plätze mit deutschem Funkverkehr liegen, zeigt der Guide Kleine Flugplätze auf Karten finden.

Ein Sonderfall ist die Flugfunkerlaubnis für Luftsportgeräte wie Ultraleichtflugzeuge: eine vereinfachte nationale Berechtigung, die mit der Lizenz verbunden ist und nur in bestimmten Lufträumen genutzt werden darf. Wer über den UL-Schein in die Fliegerei einsteigt, findet die Details im Artikel zum Ultraleichtflugschein. Für Segelflieger lohnt der Blick in den Beitrag zum Segelflugschein (SPL), für Motorflieger der zur Privatpilotenlizenz PPL(A). Welche Lufträume dabei eine Rolle spielen, erklärt Lufträume C, D, E und G.

Was das für dich als Spotter bedeutet

Für Spotter hat das Sprachthema vor allem eine praktische Seite: Es hilft dir, Funkaufnahmen einzuordnen, die du legal hörst – etwa in Dokumentationen, in Lernmaterial oder in Webstreams aus Ländern, in denen das erlaubt ist. In Deutschland ist das Mithören des Flugfunks ohne Berechtigung rechtlich nicht gedeckt, und das Weitergeben des Gehörten ist verboten. Bevor du dich mit Scanner oder App beschäftigst, lies unbedingt den Artikel Flugfunk hören: Technik und Rechtslage; wie es im Ausland aussieht, beschreibt Flugfunk online hören.

Ein paar Muster helfen beim Zuhören:

  • Rufzeichen statt Airline-Namen: Linienflüge melden sich mit dem Funkrufzeichen der Airline plus Flugnummer. Bei Lufthansa ist das Rufzeichen identisch mit dem Namen, bei anderen Airlines weicht es deutlich ab. Hintergründe zu Codes und Rufzeichen stehen im Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.
  • Sprachwechsel als Hinweis: Wechselt eine Bodenstelle in Videos aus dem Ausland plötzlich in die Landessprache, ist meist ein einheimischer Sichtflieger auf der Frequenz.
  • Kürze ist Absicht: Funkverkehr verzichtet auf Höflichkeitsfloskeln. Was knapp klingt, ist schlicht effizient.

Wer den Funk wirklich verstehen und selbst nutzen will, geht den sauberen Weg über ein Funkzeugnis. Ein Einstieg ohne Pilotenambitionen ist eher selten, aber viele Spotter kommen über die Leidenschaft fürs Fliegen irgendwann selbst ins Cockpit – oder in den Tower, wie der Beitrag Fluglotse werden zeigt.

BZF II genügt, wenn …

  • du nur im Sichtflug unterwegs bist
  • du Deutschland nicht verlassen willst
  • du vor allem Segel- oder UL-Plätze anfliegst

BZF I ist sinnvoll, wenn …

  • du auch ins Ausland fliegen willst
  • du an Plätzen mit internationalem Verkehr funkst
  • du dir eine spätere Zusatzprüfung sparen willst

Ohne AZF geht es nicht, wenn …

  • du eine Instrumentenflugberechtigung anstrebst
  • du Verkehrspilot werden willst
  • du nach Instrumentenflugregeln funken musst

Worauf du achten solltest

  • Funkzeugnis und Sprachvermerk gehören zusammen. Das BZF I erlaubt Englisch nur, wenn auch die Language Proficiency gültig eingetragen ist.
  • Level 4 läuft ab. Wer nur Level 4 hat, muss nach vier Jahren erneut prüfen lassen – sonst fehlt die Berechtigung für Englisch im Funk.
  • AIP prüfen. Nicht jede kleine Funkstelle bietet Englisch uneingeschränkt an. Im Zweifel klärt das AIP, welche Sprachen verfügbar sind.
  • Phraseologie schlägt Sprachgefühl. Wer sauber in Standardformeln funkt, wird verstanden – auch mit Akzent.
  • Mithören ist kein Recht. Ein Funkzeugnis ist keine Erlaubnis, am Zaun den Funk mitzuhören oder Aufnahmen zu veröffentlichen.

Kennst du die Sprachregeln im Flugfunk?

Hak ab, was du nach dem Lesen sicher erklären kannst.

  • Ich weiß, warum Englisch die Standardsprache im internationalen Funk ist.
  • Ich kann erklären, wann in Deutschland Deutsch im Funk erlaubt ist.
  • Ich kenne den Unterschied zwischen BZF I, BZF II und AZF.
  • Ich weiß, was Language Proficiency bedeutet und wie lange Level 4 gilt.
  • Ich weiß, wo die verfügbaren Sprachen einer Funkstelle veröffentlicht sind.

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Fazit

Englisch ist die gemeinsame Sprache der Luftfahrt, aber nicht die einzige. Die internationalen Regeln erlauben neben Englisch die Landessprache der Bodenstelle, solange Englisch für internationale Crews verfügbar bleibt. In Deutschland läuft der Instrumentenflug grundsätzlich auf Englisch, im Sichtflug ist Deutsch möglich. Welche Sprache eine Crew nutzen darf, bestimmen ihr Funkzeugnis – BZF II, BZF I oder AZF – und der Sprachvermerk in der Lizenz. Für dich als Spotter erklärt das, warum der Großflughafen englisch und der Segelflugplatz deutsch klingt.

Kurzfazit

Linienverkehr und Instrumentenflug funken auf Englisch, der Sichtflug in Deutschland darf auch Deutsch. BZF II heißt nur Deutsch und nur Deutschland, BZF I bringt Englisch im Sichtflug, das AZF den Instrumentenflug. Ohne gültige Language Proficiency – mindestens Level 4 – gibt es kein Englisch im Funk.

Zusammenfassung

  • Ob im Flugfunk Englisch oder Deutsch gesprochen wird, hängt von drei Dingen ab: der Bodenstelle, der Flugregel (VFR oder IFR) und dem Funkzeugnis der Crew.
  • In Deutschland gibt es BZF II (Deutsch, nur Sichtflug in Deutschland), BZF I (Deutsch und Englisch, Sichtflug), AZF (Deutsch und Englisch, auch Instrumentenflug) sowie die rein englischen Varianten BZF E und AZF E.
  • Für Englisch im Funk verlangt die ICAO einen Sprachnachweis: Level 4 gilt vier Jahre, Level 5 sechs Jahre, Level 6 unbefristet.
  • Für Spotter erklärt das, warum in Aufnahmen vom Großflughafen fast nur Englisch und vom kleinen Flugplatz oft Deutsch zu hören ist.

Häufige Fragen

Wird im Flugfunk in Deutschland Englisch oder Deutsch gesprochen?

Beides. Im Sichtflug (VFR) darfst du mit dem passenden Funkzeugnis auf Deutsch funken, sofern die Bodenstelle Deutsch spricht – an kleinen Flugplätzen ist das der Normalfall. Der Instrumentenflug (IFR) und damit fast der gesamte Linienverkehr läuft grundsätzlich auf Englisch. Am großen Verkehrsflughafen hörst du deshalb überwiegend Englisch.

Was ist der Unterschied zwischen BZF I, BZF II und AZF?

Das BZF II berechtigt zum Sprechfunk im Sichtflug nur auf Deutsch und nur innerhalb Deutschlands. Das BZF I erlaubt Sichtflugfunk auf Deutsch und Englisch, also auch im Ausland. Das AZF umfasst zusätzlich den Instrumentenflug und gilt weltweit. Dazu gibt es BZF E und AZF E, die rein auf Englisch geprüft werden.

Braucht man für das AZF vorher ein BZF?

Ja. Zur AZF-Prüfung wird in der Regel nur zugelassen, wer bereits ein BZF besitzt. Das AZF ist Pflicht für die Ausbildung zur Instrumentenflugberechtigung und zum Verkehrspiloten.

Wer nimmt die Prüfungen für BZF und AZF ab?

Die Prüfungen laufen über die Bundesnetzagentur an ihren Außenstellen. Das BZF kann alternativ zusammen mit der Theorieprüfung für die Pilotenlizenz beim zuständigen Luftamt abgelegt werden; das Zeugnis ist dann gleichwertig.

Reicht das BZF I, um auf Englisch zu funken?

Nicht allein. Neben dem Funkzeugnis brauchst du einen Sprachvermerk in der Lizenz, die sogenannte Language Proficiency. Für Englisch ist mindestens Level 4 der ICAO-Skala nötig. Level 4 muss nach vier Jahren erneuert werden, Level 5 nach sechs Jahren, Level 6 gilt unbefristet.

Warum hört man in Videos aus Frankreich oder Spanien oft die Landessprache?

Die internationalen Regeln erlauben neben Englisch die Sprache, die die Bodenstelle normalerweise verwendet. Viele Länder nutzen das, vor allem im Sichtflug und bei inländischen Crews. Wer auf Englisch anfragt, bekommt an Stellen mit internationalem Verkehr trotzdem eine englische Antwort.

Darf ich als Spotter mit einem BZF den Flugfunk am Zaun mithören?

Das Funkzeugnis berechtigt zur Teilnahme am Funkverkehr im Rahmen des Flugbetriebs und verpflichtet zur Verschwiegenheit. Ein Freibrief zum Mithören am Spot ist es nicht. Die Details erklärt der Artikel zur Rechtslage beim Flugfunk-Hören.

PT

Planetrack Redaktion

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