Sichtflug und Instrumentenflug: VFR und IFR einfach erklärt

Warum die Cessna bei tiefen Wolken am Boden bleibt, der A320 aber pünktlich landet: Sichtflugregeln, Instrumentenflugregeln, Wetterminima und Flughöhen verständlich erklärt – mit Blick auf das, was Spotter davon sehen und hören.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • VFR heißt sehen und gesehen werden: Beim Sichtflug navigiert die Crew nach Sicht auf Gelände und Horizont und hält selbst Abstand zu anderem Verkehr. Das funktioniert nur, solange das Wetter festgelegte Mindestwerte erfüllt.
  • IFR heißt fliegen nach Verfahren: Beim Instrumentenflug folgt das Flugzeug veröffentlichten Routen und Verfahren, im kontrollierten Luftraum mit Freigaben der Flugsicherung – auch in und über den Wolken.
  • Die Flugregel ist keine Wetterlage: VFR und IFR sind Regelwerke, VMC und IMC beschreiben das Wetter. Ein IFR-Flug kann bei strahlendem Sonnenschein stattfinden, ein VFR-Flug nie in Wolken.
  • Airliner fliegen praktisch immer IFR: Linien- und Charterflüge großer Airlines sind in aller Regel Instrumentenflüge – auch wenn sie am Ende per Sichtanflug landen.
  • Für Spotter ein Wetterindikator: Bei tiefen Wolken und schlechter Sicht verschwindet der Sichtflugverkehr von Kontrollzonen und kleinen Plätzen, der Linienverkehr läuft weiter.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.VFR und IFR: die kurze Antwort
  2. 2.Flugregel und Wetter: VFR/IFR gegen VMC/IMC
  3. 3.Die Wettergrenzen für den Sichtflug
  4. 4.Wie ein Instrumentenflug funktioniert
  5. 5.Wechsel zwischen VFR und IFR
  6. 6.Die Höhe verrät die Flugregel
  7. 7.Was du als Spotter davon mitbekommst
  8. 8.VFR-Tag oder IFR-Tag? Deine Spot-Entscheidung
  9. 9.Worauf du achten solltest
  10. 10.Fazit

Es ist ein grauer Herbstmorgen, die Wolken hängen tief über der Piste. Die Airliner kommen trotzdem im Minutentakt aus der Suppe, nur die Cessna, die du am Wochenende noch Platzrunden drehen gesehen hast, bleibt im Hangar. Der Grund ist kein Zufall, sondern ein Regelwerk: Sichtflug (VFR) und Instrumentenflug (IFR). Dieser Guide erklärt dir den Unterschied, die wichtigsten Wettergrenzen und Flughöhen – und was du davon am Zaun, auf der Live-Karte und im Flugfunk mitbekommst.

Wetter, Wind und Pisten im Blick

Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und aktive Pisten direkt am Flughafen – so weißt du vor dem Losfahren, ob heute nur Linienverkehr oder auch Sichtflieger unterwegs sind. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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VFR und IFR: die kurze Antwort

VFR (Visual Flight Rules) sind die Sichtflugregeln. Die Crew navigiert nach Sicht auf Gelände, Straßen, Flüsse und Horizont und ist selbst dafür verantwortlich, Abstand zu Wolken, Hindernissen und anderen Flugzeugen zu halten. Das Prinzip heißt „sehen und gesehen werden“. Damit es funktioniert, muss das Wetter bestimmte Mindestwerte für Sicht und Wolkenabstand erfüllen.

IFR (Instrument Flight Rules) sind die Instrumentenflugregeln. Das Flugzeug fliegt nach Instrumenten und veröffentlichten Verfahren – Abflugrouten, Luftstraßen, Anflugverfahren. Im kontrollierten Luftraum gibt die Flugsicherung Freigaben und staffelt IFR-Flüge untereinander. Dafür darf ein IFR-Flug auch in und über den Wolken fliegen. Voraussetzung sind passend ausgerüstete Flugzeuge, entsprechend qualifizierte Piloten und in den meisten Fällen ein Flugplan.

In Europa sind beide Regelwerke in den Standardised European Rules of the Air (SERA) festgeschrieben, der EU-Durchführungsverordnung 923/2012. Nationale Behörden können an einzelnen Stellen abweichen oder Details ergänzen.

5 kmMindest-Flugsicht für VFR unterhalb von 10.000 Fuß (Regelfall)
1.500 ftWolkenuntergrenze für VFR-Start und -Landung in Kontrollzonen
FL 195Obergrenze für VFR-Flüge ohne Sonderregelung

Flugregel und Wetter: VFR/IFR gegen VMC/IMC

Ein häufiges Missverständnis: VFR heißt nicht „gutes Wetter“ und IFR nicht „schlechtes Wetter“. Die Fachsprache trennt das sauber.

  • VFR und IFR sind die Flugregeln, nach denen ein Flug durchgeführt wird.
  • VMC (Visual Meteorological Conditions) und IMC (Instrument Meteorological Conditions) beschreiben das Wetter: VMC liegt vor, wenn Flugsicht und Wolkenabstand die Sichtflug-Mindestwerte erreichen, IMC ist alles darunter.

Daraus folgt: Ein VFR-Flug braucht VMC. Ein IFR-Flug kann in VMC und in IMC stattfinden. Der Airbus, der bei wolkenlosem Himmel über deinen Spot zieht, fliegt trotzdem nach IFR – mit Flugplan, Freigabe und festgelegter Route. Ob ein Flugplatz an einem Tag „VMC“ oder „IMC“ hat, kannst du übrigens selbst aus der Wettermeldung ablesen; wie das geht, erklärt der Guide METAR und TAF lesen.

Sichtflug (VFR) Instrumentenflug (IFR)
Navigation nach Sicht, ergänzt durch Karte und Navigationsgeräte nach Instrumenten und veröffentlichten Verfahren
Abstand zu anderem Verkehr Crew hält ihn selbst, je nach Luftraum mit Unterstützung im kontrollierten Luftraum durch die Flugsicherung gestaffelt
Wetter nur bei Mindestsicht und Wolkenabstand (VMC) auch in Wolken und bei schlechter Sicht (IMC)
Flugplan nur in bestimmten Fällen Pflicht in der Regel Pflicht
Typische Nutzer Privat- und Schulflug, Segelflug, Rundflüge, viele Hubschrauber Linien- und Charterverkehr, Geschäftsreiseflug, Fracht
Reiseflughöhen über 3.000 ft volle Tausender plus 500 Fuß volle Tausender

Die Wettergrenzen für den Sichtflug

Die SERA legen für VFR Mindestwerte für die Flugsicht und den Abstand zu Wolken fest. Sie hängen von der Höhe und der Luftraumklasse ab. Vereinfacht sieht das so aus:

Höhenband Luftraum Flugsicht Abstand zu Wolken
ab 10.000 ft über dem Meer B bis G 8 km 1.500 m horizontal, 1.000 ft vertikal
unter 10.000 ft, oberhalb von 3.000 ft MSL bzw. 1.000 ft über Grund B bis G 5 km 1.500 m horizontal, 1.000 ft vertikal
bis 3.000 ft MSL bzw. 1.000 ft über Grund (der höhere Wert gilt) B bis E 5 km 1.500 m horizontal, 1.000 ft vertikal
bis 3.000 ft MSL bzw. 1.000 ft über Grund F und G 5 km frei von Wolken, Erdsicht

Für die bodennahen Bänder erlauben die Regeln Erleichterungen, wenn die zuständige Behörde sie zulässt: In den Lufträumen F und G kann die Flugsicht am Tag bei langsamen Flugzeugen (höchstens 140 Knoten angezeigte Fahrt) bis auf 1.500 Meter reduziert werden. Wo die Übergangshöhe unter 10.000 Fuß liegt, tritt Flugfläche 100 an die Stelle der 10.000-Fuß-Grenze. Luftraum A ist für Sichtflüge gesperrt.

Welche Luftraumklassen über deinem Spot liegen und wie du sie auf der Karte erkennst, zeigt der Artikel Lufträume C, D, E, G und Kontrollzonen.

Die Sonderregel für Kontrollzonen

Rund um Flughäfen mit Instrumentenflugbetrieb liegt eine Kontrollzone (CTR). Für sie gibt es eine zusätzliche Schwelle: Ohne Sonderfreigabe darf ein VFR-Flug dort weder starten noch landen noch in Platzrunde oder Flugplatzverkehrszone einfliegen, wenn die gemeldete Wolkenuntergrenze unter 1.500 Fuß oder die Bodensicht unter 5 Kilometern liegt.

Darunter bleibt nur Special VFR (Sonder-VFR). Dafür braucht es eine Freigabe der Flugsicherung, und es gelten eigene Grenzen:

  • grundsätzlich nur am Tag, Ausnahmen etwa für Polizei-, Rettungs- und Löschhubschrauber
  • frei von Wolken und mit Erdsicht
  • mindestens 1.500 Meter Flugsicht, bei Hubschraubern 800 Meter
  • höchstens 140 Knoten angezeigte Fahrt
  • keine Start- oder Landefreigabe unter 600 Fuß Wolkenuntergrenze oder unter 1.500 Metern Bodensicht (Hubschrauber 800 Meter)

Der Wetter-Trick für Spotter

Zeigt die Wettermeldung deines Flughafens eine Wolkenuntergrenze unter 1.500 Fuß oder weniger als 5 Kilometer Sicht, kannst du mit deutlich weniger Kleinflugzeugen rechnen. Wer Cessnas, Pipers und Diamonds fotografieren will, plant lieber einen klaren Tag. Wer dagegen Airliner im Nebel oder mit Regenschleppen sucht, findet Tipps im Guide Planespotting bei schlechtem Wetter.

Sichtflug bei Nacht

Nacht-VFR ist nach SERA nur erlaubt, wenn die zuständige Behörde es zulässt. Dann gelten strengere Bedingungen: unter anderem ein Flugplan, sobald der Flug die Umgebung des Flugplatzes verlässt, Funkkontakt, wo möglich, eine Wolkenuntergrenze von mindestens 1.500 Fuß und – sofern keine Mindesthöhe festgelegt ist – deutlicher Abstand zu Hindernissen: 1.000 Fuß im Flachland, 2.000 Fuß im Gebirge. Die Erleichterungen bei der Flugsicht entfallen nachts.

Wie ein Instrumentenflug funktioniert

Ein IFR-Flug beginnt lange vor dem Rollen. Die Airline oder der Pilot gibt einen Flugplan auf. Vor dem Start erhält die Crew eine Streckenfreigabe mit Abflugroute, Anfangshöhe und Transponder-Code. Danach folgt der Flug einer Kette aus festgelegten Elementen:

1. Abflug über eine SID

Nach dem Start fliegt das Flugzeug eine Standard-Abflugroute, die es geordnet aus dem Flughafenbereich heraus- und zur Strecke hinführt.

2. Reiseflug auf Strecke

Im kontrollierten Luftraum geben Lotsen Höhen, Kurse und Direktflüge frei und sorgen für die Staffelung zu anderem IFR-Verkehr.

3. Anflug über eine STAR

Vor dem Ziel führt eine Standard-Anflugroute den Verkehr gebündelt auf den Flughafen zu – oft ergänzt durch Radarführung.

4. Endanflug nach Instrumenten oder nach Sicht

Den letzten Teil fliegt die Crew meist über ein Instrumentenlandesystem oder ein satellitengestütztes Verfahren. Bei gutem Wetter kann die Flugsicherung auch einen Sichtanflug freigeben.

Wie Abflug- und Anflugrouten aufgebaut sind, erklärt der Guide SID und STAR, die Technik hinter dem Präzisionsanflug der Artikel ILS-Anflug erklärt.

Für die Höhe gibt es eine einfache Grundregel: Außer bei Start und Landung muss ein IFR-Flug mindestens die vom überflogenen Staat festgelegte Mindesthöhe einhalten. Gibt es keine, gelten 1.000 Fuß über dem höchsten Hindernis im Umkreis von 8 Kilometern, über hohem Gelände oder im Gebirge 2.000 Fuß.

Der Sichtanflug ist kein Sichtflug

Am Spot siehst du manchmal einen Airliner, der statt eines langen, geraden Endanflugs eine Kurve direkt auf die Piste fliegt. Das ist oft ein Sichtanflug (Visual Approach). Die Crew hat den Flughafen in Sicht und darf den Anflug ohne Instrumentenverfahren beenden. Der Flug bleibt dabei aber ein IFR-Flug unter Kontrolle der Flugsicherung – er wechselt nicht auf VFR.

Der Sonderanflug kommt – und du bist da

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Wechsel zwischen VFR und IFR

Ein Flug muss nicht durchgehend nach einer Regel stattfinden. Im Flugplan legt das Feld für die Flugregeln fest, was geplant ist:

  • I – der gesamte Flug nach IFR
  • V – der gesamte Flug nach VFR
  • Y – Start nach IFR, später Wechsel auf VFR
  • Z – Start nach VFR, später Wechsel auf IFR

Typisch für Z ist ein Kleinflugzeug, das von einem Flugplatz ohne Instrumentenverfahren nach Sicht startet und erst in der Luft in das IFR-System einsteigt. Umgekehrt kann ein IFR-Flug unterwegs beendet werden, etwa wenn das Ziel ein kleiner Platz ohne Anflugverfahren ist. Dafür muss der Pilot der Flugsicherung ausdrücklich mitteilen, dass er seinen IFR-Flug beendet – die vorgeschriebene Formulierung im englischen Sprechfunk lautet „cancelling my IFR flight“. Die Flugsicherung darf den Wechsel nicht von sich aus anregen.

Die Höhe verrät die Flugregel

Oberhalb von 3.000 Fuß über Grund nutzen Flugzeuge im Reiseflug festgelegte Höhen, die sich nach dem Kurs richten (Halbkreisflughöhen). Das System trennt IFR- und VFR-Verkehr schon durch die Zahl:

Kurs (missweisend) IFR-Reiseflughöhen VFR-Reiseflughöhen
000 bis 179 Grad (grob Richtung Osten) ungerade Tausender, z. B. FL 50, FL 70, FL 90 ungerade Tausender plus 500, z. B. FL 35, FL 55, FL 75
180 bis 359 Grad (grob Richtung Westen) gerade Tausender, z. B. FL 60, FL 80, FL 100 gerade Tausender plus 500, z. B. FL 45, FL 65, FL 85

Die Flugsicherung kann davon abweichende Höhen zuweisen, und bis 3.000 Fuß über Grund gilt das Schema nicht. Als Faustregel funktioniert es trotzdem gut: Siehst du auf deiner Tracking-App ein Kleinflugzeug konstant auf 5.500 Fuß, ist es sehr wahrscheinlich nach Sicht unterwegs. Wie du solche Daten selbst empfängst, erklärt der Guide Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter.

Nach oben ist für VFR ebenfalls Schluss: Oberhalb von Flugfläche 195 sind Sichtflüge nur in reservierten Lufträumen oder nach besonderen Verfahren erlaubt, oberhalb von Flugfläche 285 werden sie dort, wo die verringerte Höhenstaffelung von 1.000 Fuß gilt, nicht genehmigt. Auch Flüge mit schallnaher oder Überschallgeschwindigkeit sind nach VFR ohne Genehmigung der Behörde untersagt.

Was du als Spotter davon mitbekommst

Im Flugfunk

Wer Flugfunk hört, erkennt die beiden Welten schnell. IFR-Flüge melden sich mit Callsign, Höhe und Freigaben für Abflug- oder Anflugrouten, die Lotsen geben Kurse und Höhen vor. Sichtflieger an einer Kontrollzone melden sich dagegen häufig an Pflichtmeldepunkten am Rand der CTR, fragen nach Ein- oder Durchflug und bekommen Sichtflugstrecken zugewiesen. An kleinen Flugplätzen ohne Flugsicherung hörst du die Flugleitung oder Selbstmeldungen in der Platzrunde – oft auf Deutsch, denn im Sichtflug ist in Deutschland neben Englisch auch Deutsch zulässig. Mehr dazu in Englisch oder Deutsch im Flugfunk und Sprechfunk-Phraseologie erklärt. Bevor du einschaltest: Was beim Mithören rechtlich gilt, fasst Flugfunk hören: die Rechtslage zusammen.

Am Transponder

Der Transponder-Code liefert einen weiteren Hinweis. IFR-Flüge bekommen ihren Code meist schon mit der Streckenfreigabe. Flugzeuge, die keinen Flugverkehrsdienst in Anspruch nehmen, setzen in Europa nach SERA in der Regel 7000 – das sind fast immer Sichtflüge. Was die Notfall-Codes bedeuten, steht im Artikel Squawk 7500, 7600, 7700, die Technik dahinter in Mode-S-Transponder erklärt.

Am Zaun und auf dem Vorfeld

An Drehkreuzen wie dem Flughafen Frankfurt dominiert IFR-Verkehr fast vollständig. An Flughäfen mit nennenswertem Allgemeinverkehr wie dem Flughafen Hamburg mischen sich an guten Tagen auch Sichtflieger in den Betrieb. Und an kleinen Plätzen ist VFR der Normalfall: Schulflugzeuge wie die Cessna 172 drehen dort Platzrunden, und an Wochenenden mit Hochdruckwetter herrscht Hochbetrieb. Wie du solche Plätze findest, zeigt Kleine Flugplätze auf Karten finden, beim Bestimmen der Maschinen hilft Kleinflugzeuge erkennen.

Spannend sind die Grenzfälle: Ein Turboprop wie die Pilatus PC-12 ist für Instrumentenflug ausgerüstet und kann je nach Mission nach IFR oder VFR fliegen. Ob das kleine Flugzeug am Morgen trotz tiefer Wolken landet, verrät dir also oft schon der Typ.

VFR-Tag oder IFR-Tag? Deine Spot-Entscheidung

Kleiner Flugplatz lohnt sich, wenn …

  • die Wolkenuntergrenze deutlich über 1.500 Fuß liegt
  • die Sicht weit über 5 Kilometer reicht
  • Wochenende und Hochdruckwetter zusammenfallen

Gemischtes Programm, wenn …

  • die Wolken zwischen 1.000 und 2.000 Fuß hängen
  • Schauer durchziehen und das Wetter schnell wechselt
  • dein Flughafen sowohl Linien- als auch Allgemeinverkehr hat

Reiner Airliner-Tag, wenn …

  • Nebel oder tiefe Bewölkung die Kontrollzone schließen
  • die Sicht unter 5 Kilometern liegt
  • es nach Sonnenuntergang ist und am Platz kein Nacht-VFR stattfindet

Worauf du achten solltest

  • VFR heißt nicht ohne Funk. Auch Sichtflieger haben je nach Luftraum Funk- und Transponderpflicht, in Kontrollzonen brauchen sie eine Freigabe.
  • IFR heißt nicht schlechtes Wetter. Fast der gesamte Linienverkehr fliegt immer nach IFR, auch bei bestem Sonnenschein.
  • Regeln können national abweichen. Die SERA sind die gemeinsame Basis in Europa, Behörden können aber Erleichterungen und Zusatzregeln festlegen. Für Details gilt immer die jeweilige Luftfahrtveröffentlichung.
  • Sicht ist nicht gleich Sicht. Die Wettermeldung nennt die Bodensicht am Flughafen. Die Flugsicht, die der Pilot im Cockpit hat, kann davon abweichen.
  • Kein Pilotenwissen für die Praxis. Dieser Artikel erklärt die Grundzüge für Spotter. Wer selbst fliegen will, lernt die Regeln vollständig in der Ausbildung – einen Überblick bietet Pilot werden: die Wege.

Hast du VFR und IFR verstanden?

Hak ab, was du sicher erklären kannst – am Ende siehst du, ob du fit für den nächsten Funk-Nachmittag am Zaun bist.

  • Ich kann VFR und IFR sowie VMC und IMC auseinanderhalten.
  • Ich weiß, ab welcher Wolkenuntergrenze und Sicht in einer Kontrollzone kein normaler Sichtflug mehr startet.
  • Ich weiß, was Special VFR ist.
  • Ich erkenne VFR-Reiseflughöhen an der 500 am Ende.
  • Ich weiß, wofür der Transponder-Code 7000 steht.
  • Ich weiß, dass ein Sichtanflug eines Airliners trotzdem ein IFR-Flug ist.

Jeder Flieger ein Eintrag im Hangar

Ob A320 im IFR-Anflug oder Cessna in der Platzrunde: Mit Planetrack postest du deine Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot und sammelst sie in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Sichtflug und Instrumentenflug sind zwei Regelwerke für denselben Himmel. VFR setzt auf Sicht und Eigenverantwortung und ist an klare Wettergrenzen gebunden: in der Regel 5 Kilometer Sicht, ausreichender Wolkenabstand und in Kontrollzonen mindestens 1.500 Fuß Wolkenuntergrenze. IFR setzt auf Verfahren, Ausrüstung und Flugsicherung und funktioniert auch in den Wolken – deshalb fliegt der Linienverkehr praktisch immer danach. Für dich als Spotter ist der Unterschied ein praktisches Werkzeug: Er erklärt, was du im Funk hörst, welche Flughöhen du auf der Live-Karte siehst und ob sich der Ausflug zum kleinen Flugplatz heute lohnt.

Kurzfazit

VFR heißt sehen und gesehen werden und braucht gutes Wetter, IFR heißt fliegen nach Verfahren und Freigaben, auch in Wolken. Schau vor dem Spotten auf Wolkenuntergrenze und Sicht: Unter 1.500 Fuß und 5 Kilometern bleiben die Sichtflieger an Kontrollzonen meist am Boden, die Airliner kommen trotzdem.

Zusammenfassung

  • In Europa regeln die Standardised European Rules of the Air (SERA) sowohl die Sichtflug- als auch die Instrumentenflugregeln, ergänzt durch nationale Bestimmungen.
  • Für VFR gelten Mindestwerte für Flugsicht und Wolkenabstand, die je nach Höhe und Luftraumklasse variieren – oberhalb von 10.000 Fuß etwa 8 Kilometer Sicht und deutlicher Abstand zu Wolken.
  • In Kontrollzonen ist VFR-Start und -Landung ohne Sonderfreigabe nur ab 1.500 Fuß Wolkenuntergrenze und 5 Kilometern Bodensicht erlaubt; darunter hilft nur Special VFR mit eigenen, niedrigeren Grenzen.
  • Am Funk, am Transponder-Code und an der Flughöhe kannst du oft erkennen, ob ein Flugzeug nach Sicht- oder Instrumentenflugregeln unterwegs ist.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen VFR und IFR?

VFR (Visual Flight Rules) sind die Sichtflugregeln: Die Crew orientiert sich nach Sicht und ist selbst dafür verantwortlich, Abstand zu Gelände, Wolken und anderem Verkehr zu halten. IFR (Instrument Flight Rules) sind die Instrumentenflugregeln: Das Flugzeug fliegt nach Instrumenten und veröffentlichten Verfahren, im kontrollierten Luftraum mit Freigaben der Flugsicherung, und darf dabei auch durch Wolken fliegen. VFR setzt Mindestwetter voraus, IFR setzt Ausrüstung, Qualifikation und in vielen Fällen einen Flugplan voraus.

Was bedeuten VMC und IMC?

VMC (Visual Meteorological Conditions) sind Wetterbedingungen, bei denen Flugsicht und Wolkenabstand mindestens die für den Sichtflug festgelegten Werte erreichen. IMC (Instrument Meteorological Conditions) sind alle Bedingungen darunter. VMC und IMC beschreiben also das Wetter, VFR und IFR das Regelwerk, nach dem geflogen wird.

Welche Mindestsicht gilt für Sichtflüge?

Nach den europäischen SERA-Regeln braucht ein Sichtflug unterhalb von 10.000 Fuß in der Regel mindestens 5 Kilometer Flugsicht und 1.500 Meter horizontalen sowie 1.000 Fuß vertikalen Abstand zu Wolken, ab 10.000 Fuß mindestens 8 Kilometer Flugsicht. In Bodennähe in den unkontrollierten Lufträumen F und G reicht frei von Wolken mit Erdsicht; dort können Behörden die Flugsicht unter Bedingungen bis auf 1.500 Meter herabsetzen.

Fliegen Verkehrsflugzeuge immer nach Instrumentenflugregeln?

Linien- und Charterflüge großer Airlines finden in aller Regel nach IFR statt. Auch wenn ein Airliner am Ende einen Sichtanflug fliegt, bleibt es ein IFR-Flug: Die Crew bekommt nur die Freigabe, den letzten Teil des Anflugs nach Sicht zu fliegen. Nach VFR siehst du vor allem Privat- und Schulflugzeuge, Segelflieger, Hubschrauber und Rundflüge.

Was ist Special VFR?

Special VFR (Sonder-VFR) ist ein Sichtflug innerhalb einer Kontrollzone bei Wetter unterhalb der normalen VFR-Werte. Er braucht eine Freigabe der Flugsicherung, findet grundsätzlich nur am Tag statt und verlangt unter anderem mindestens 1.500 Meter Flugsicht (Hubschrauber 800 Meter), Wolkenfreiheit, Erdsicht und höchstens 140 Knoten. Unter 600 Fuß Wolkenuntergrenze oder 1.500 Metern Bodensicht gibt es keine Freigabe für Start oder Landung.

Kann ein Flug von VFR auf IFR wechseln?

Ja. Im Flugplan steht dafür ein eigener Kennbuchstabe: I für einen reinen Instrumentenflug, V für einen reinen Sichtflug, Y für einen Flug, der nach IFR beginnt und auf VFR wechselt, und Z für den umgekehrten Fall. Wer einen IFR-Flug unterwegs beenden will, muss das der Flugsicherung ausdrücklich mitteilen – international mit der Formulierung „cancelling my IFR flight“.

Woran erkenne ich als Spotter, ob ein Flugzeug VFR oder IFR fliegt?

Hinweise geben Funk, Transponder und Flughöhe. Im Funk melden sich Sichtflieger an Kontrollzonen typischerweise über Pflichtmeldepunkte an, IFR-Flüge erhalten Freigaben für Abflug- und Anflugverfahren. Ein Code 7000 deutet in Europa auf einen Flug ohne Flugverkehrsdienst hin, meist VFR. Und VFR-Reiseflughöhen enden auf 500, also etwa 3.500 oder 5.500 Fuß, IFR-Reiseflughöhen liegen auf vollen Tausendern.

PT

Planetrack Redaktion

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