Mayday und Pan-Pan: Notfall- und Dringlichkeitsmeldungen im Flugfunk

Zwei Signalwörter, zwei Dringlichkeitsstufen: Was Mayday und Pan-Pan im Flugfunk unterscheidet, wie Crews eine Notlage melden, was danach auf der Frequenz passiert und warum Zuhören hier vor allem Zurückhaltung heißt.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Stufen: Mayday meldet eine Notlage mit ernster oder unmittelbarer Gefahr, in der sofort Hilfe gebraucht wird. Pan-Pan meldet eine Dringlichkeit, die die Sicherheit betrifft, aber keine sofortige Hilfe erfordert.
  • Dreimal gesagt: Beide Signalwörter stehen am Anfang der Meldung und werden dreimal wiederholt – so sind sie auch bei schlechtem Empfang nicht zu überhören.
  • Fester Inhalt: Nach dem Signalwort folgen Rufzeichen, Art des Problems, Absicht der Crew, Position, Höhe und Kurs – soweit die Zeit es zulässt.
  • Der Lotse räumt auf: Er bestätigt, staffelt anderen Verkehr weg, ordnet bei Bedarf Funkstille an oder verlegt den Notfall auf eine eigene Frequenz.
  • Für Spotter gilt: Zuhören ja, verbreiten nein. Funkmitschnitte von Notfällen haben in sozialen Netzwerken nichts verloren.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Mayday und Pan-Pan: die kurze Antwort
  2. 2.Notlage oder Dringlichkeit: der Unterschied
  3. 3.Woher die Wörter kommen
  4. 4.So ist eine Notmeldung aufgebaut
  5. 5.Was nach dem Notruf auf der Frequenz passiert
  6. 6.Sonderfälle, die du am Funk hören kannst
  7. 7.Funk und Transponder: zwei Kanäle, eine Botschaft
  8. 8.Was das für dich als Spotter heißt
  9. 9.Fazit

Der Funk läuft wie immer: Freigaben, Frequenzwechsel, ein knappes „Roger“. Dann sagt eine Stimme dreimal hintereinander dasselbe Wort, und auf der Frequenz wird es still. Mayday und Pan-Pan sind die beiden Signalwörter, mit denen Crews im Flugfunk eine Notlage oder eine Dringlichkeit melden. Wer am Spot mit Scanner oder Webstream mithört, sollte sie einordnen können – und wissen, wie man mit dem Gehörten umgeht. Dieser Guide erklärt die beiden Stufen, den Aufbau einer Notmeldung, was der Lotse danach tut und welche Sonderfälle es gibt.

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Mayday und Pan-Pan: die kurze Antwort

Mayday ist das Signalwort für eine Notlage (englisch distress): Das Luftfahrzeug ist ernst oder unmittelbar gefährdet und braucht sofort Hilfe. Pan-Pan ist das Signalwort für eine Dringlichkeit (urgency): Es gibt ein Problem, das die Sicherheit des Flugzeugs oder einer Person an Bord betrifft, aber keine sofortige Hilfe erfordert. Beide Wörter werden zu Beginn der Meldung dreimal gesprochen und geben dem Absender Vorrang vor allem anderen Funkverkehr – Mayday dabei die höchste Priorität überhaupt.

Die Verfahren sind international einheitlich. Die ICAO beschreibt sie im Annex 10 zum Abkommen über die internationale Zivilluftfahrt, in der EU gelten sie über die Verordnung (EU) Nr. 923/2012, kurz SERA. Die allgemeinen Grundlagen der Funksprache erklärt der Artikel Sprechfunk-Phraseologie.

3×wird das Signalwort zu Beginn der Meldung gesprochen
121,5 MHzinternationale Notfrequenz im zivilen Flugfunk
7700Transpondercode für einen allgemeinen Notfall

Notlage oder Dringlichkeit: der Unterschied

Die Einstufung trifft der verantwortliche Pilot. Entscheidend ist nicht, wie dramatisch etwas klingt, sondern ob sofort Hilfe gebraucht wird. Ein Triebwerksausfall bei einem zweistrahligen Jet kann deshalb ein Pan-Pan-Fall sein, wenn die Maschine sicher weiterfliegt – oder ein Mayday-Fall, wenn zusätzlich Feuer im Spiel ist.

Kriterium Mayday (Notlage) Pan-Pan (Dringlichkeit)
Bedeutung ernste oder unmittelbare Gefahr, sofortige Hilfe nötig sicherheitsrelevantes Problem, keine sofortige Hilfe nötig
Priorität im Funk höchste – vor allen anderen Meldungen hoch – vor normalem Verkehr, nach Mayday
Typische Auslöser Feuer, Rauch in der Kabine, Ausfall aller Triebwerke, Treibstoff reicht nicht mehr sicher Systemausfall mit Kursänderung, Orientierungsverlust, medizinischer Notfall an Bord
Herkunft des Worts französisch „m’aider“ (helfen Sie mir) französisch „panne“ (Panne, Defekt)
Funkstille möglich ja, „Stop transmitting – Mayday“ in der Regel nicht nötig

Wichtig: Eine Crew kann eine Lage jederzeit hochstufen. Wird aus einer Dringlichkeit eine Notlage, folgt ein neuer Funkspruch mit Mayday. Umgekehrt kann eine Notlage aufgehoben werden, sobald sie vorbei ist.

Woher die Wörter kommen

Das Wort Mayday wird Frederick Stanley Mockford zugeschrieben, der in den frühen 1920er-Jahren den Funkdienst am Londoner Flughafen Croydon leitete. Damals pendelten viele Flüge zwischen Croydon und Paris, und Mockford brauchte ein Notsignal für den Sprechfunk, das englische wie französische Piloten und Bodenstellen sofort verstehen. Das Morsezeichen SOS war per Sprache schwer eindeutig zu übermitteln. Er entschied sich für die englische Schreibweise des französischen „m’aider“. 1927 wurde Mayday international als Sprechfunk-Notsignal festgeschrieben.

Pan-Pan stammt vom französischen „panne“ für Defekt oder Panne. In Fliegerkreisen kursieren englische Eselsbrücken wie „Possible Assistance Needed“ – nett zum Merken, aber nachträglich erfunden.

Gleiches Wort, viele Welten

Mayday ist kein reines Fliegerwort. Auch die Seefahrt nutzt es als Sprechfunk-Notsignal und kennt dafür sogar eigene Funkstille-Kommandos, die sich von denen der Luftfahrt unterscheiden.

So ist eine Notmeldung aufgebaut

Die ICAO gibt eine feste Reihenfolge vor, damit der Lotse in wenigen Sekunden alles Wichtige erfährt. In der Praxis lassen Crews Bestandteile weg, wenn die Zeit drängt – Fliegen hat Vorrang vor Funken. Die Merkregel im Cockpit lautet dafür seit jeher: Aviate, Navigate, Communicate.

1. Signalwort, dreimal

„Mayday, Mayday, Mayday“ oder „Pan Pan, Pan Pan, Pan Pan“. Damit ist sofort klar, welche Stufe gilt.

2. Gerufene Stelle

Wer angesprochen wird, etwa die Anflugkontrolle oder der Tower – sofern Zeit und Umstände es erlauben.

3. Rufzeichen

Das Rufzeichen des Flugs, bei Linienflügen meist Airline-Rufzeichen plus Flugnummer.

4. Art des Problems

Kurz und konkret: Triebwerksausfall, Rauch an Bord, Druckverlust, medizinischer Notfall.

5. Absicht der Crew

Was die Besatzung vorhat: Rückkehr zum Startflughafen, Sinkflug, Landung am nächstgelegenen geeigneten Platz.

6. Position, Höhe, Kurs

Wo das Flugzeug gerade ist, in welcher Höhe und auf welchem Kurs. Ergänzend oft Personen an Bord und verbleibende Flugzeit mit dem Treibstoff.

Ein vereinfachtes Beispiel mit erfundenem Rufzeichen, Zahlen und Ort zeigt, wie das klingt:

„Mayday, Mayday, Mayday, Langen Radar, Spotair 123, engine fire, engine shut down, request immediate return to Frankfurt, position 20 miles west of the field, descending flight level 120, heading 090.“

Zahlen, Buchstaben und Kennzeichen werden dabei nach dem ICAO-Buchstabieralphabet gesprochen. Welche Sprache auf welcher Frequenz gilt, beschreibt der Artikel Englisch oder Deutsch im Flugfunk.

Welche Frequenz?

Die Crew bleibt in aller Regel auf der Frequenz, auf der sie gerade mit der Flugsicherung arbeitet. Dort hört der zuständige Lotse ohnehin zu und hat den Verkehr im Blick. 121,5 MHz ist die internationale Notfrequenz, auch „Guard“ genannt. Sie dient als Rückfallebene, wenn kein Kontakt zur zuständigen Stelle besteht, und darf nur für echte Notfälle genutzt werden. Viele Verkehrsflugzeuge hören sie auf einem zweiten Funkgerät dauerhaft mit. Das militärische Gegenstück liegt auf 243,0 MHz im UHF-Band. Wie der Flugfunk-Bereich insgesamt aufgeteilt ist, steht im Artikel Flugfunk-Frequenzen verstehen.

Der Flieger, auf den du wartest

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Was nach dem Notruf auf der Frequenz passiert

Sobald ein Mayday eingeht, ändert sich die Rolle des Lotsen. Er ist jetzt vor allem dafür da, der Crew Zeit, Luftraum und Ruhe zu verschaffen. In der Ausbildung von Fluglotsen wird dafür oft die Merkhilfe ASSIST genutzt:

  • Acknowledge: Der Notruf wird bestätigt, damit die Crew weiß, dass sie gehört wurde.
  • Separate: Anderer Verkehr wird weggestaffelt, die Notlage bekommt Platz in Luftraum und Anflugfolge.
  • Silence: Wenn nötig, wird Funkstille angeordnet, damit die Crew nicht gestört wird.
  • Inform: Die zuständigen Stellen werden informiert, etwa Tower, Flughafen und Flughafenfeuerwehr.
  • Support: Die Crew bekommt, was sie anfragt – Wetter, Pisteninfos, Kurse zum Ausweichflughafen.
  • Time: Der Crew wird Zeit gelassen. Fragen werden knapp gehalten, weil im Cockpit gerade Checklisten abgearbeitet werden.

Als Mithörer erkennst du das an typischen Sätzen. Mit „Stop transmitting – Mayday“ fordert der Lotse alle anderen Stationen auf, die Frequenz freizuhalten. Häufig werden die übrigen Flugzeuge auch auf eine andere Frequenz geschickt, oder die Notlage bekommt einen eigenen Kanal. Ist die Lage überstanden, gibt der Lotse die Frequenz mit „Distress traffic ended“ wieder frei. Am Boden wird die Flughafenfeuerwehr je nach Lage in Bereitschaft versetzt; oft stehen die Fahrzeuge dann schon an der Piste, wenn das Flugzeug landet.

Nicht dazwischenfunken – auch nicht im übertragenen Sinn

Funkstille gilt für Sender auf der Frequenz. Für dich als Zuhörer heißt die Entsprechung: keine Live-Ticker, keine Spekulation, kein Weiterleiten von Mitschnitten. Die Crew hat genug zu tun, und Angehörige sollen solche Nachrichten nicht aus sozialen Netzwerken erfahren.

Sonderfälle, die du am Funk hören kannst

Neben dem klassischen Mayday und Pan-Pan gibt es einige Varianten und Begriffe, die Mithörer gern verwechseln.

Mayday Relay

Kann ein Flugzeug in Not selbst niemanden erreichen, darf eine andere Station die Notmeldung weitergeben. Sie beginnt dann mit „Mayday Relay“ und gibt die Angaben des Betroffenen so genau wie möglich wieder. In der Luftfahrt kommt das etwa vor, wenn ein tief fliegendes Kleinflugzeug außerhalb der Funkreichweite der Bodenstelle ist, ein höher fliegender Jet den Notruf aber empfängt.

Minimum Fuel und Mayday Fuel

Treibstoff ist ein eigenes Kapitel. „Minimum Fuel“ ist ausdrücklich keine Notlage: Die Crew teilt mit, dass sie auf einen bestimmten Flughafen festgelegt ist und keine weitere Verzögerung mehr hinnehmen kann. Der Lotse weiß dann, dass jede weitere Warteschleife oder jeder Umweg zum Problem werden kann. „Mayday Fuel“ erklärt die Crew, wenn absehbar ist, dass am nächstgelegenen geeigneten Flughafen weniger als die geplante Endreserve (final reserve fuel) im Tank wäre. Dann bekommt der Flug Vorrang. Wenn ein Flugzeug deswegen einen anderen Platz anfliegt, landet es oft an einem Ausweichflughafen.

Medizinischer Notfall und „Pan Pan Medical“

Ein Passagier mit Herzproblemen ist ein häufiger Grund für einen Pan-Pan-Ruf – oder bei akuter Lebensgefahr für ein Mayday. Der Ausdruck „Pan Pan Medical“ ist dagegen international für etwas anderes reserviert: die Ankündigung geschützter Sanitätstransporte. Eine Bitte um medizinische Unterstützung läuft als normales Pan-Pan mit entsprechendem Hinweis.

Aufheben und herunterstufen

Ist die Gefahr vorbei, meldet die Crew das. Typisch ist etwa ein Druckverlust mit Notsinkflug, nach dem die Maschine in sicherer Höhe stabil weiterfliegt. Die Crew kann die Notlage aufheben oder herunterstufen. Für Mithörer klingt das undramatisch – und genau das ist der Normalfall.

Begriff Status Was er bedeutet
Mayday Notlage sofortige Hilfe nötig, höchste Priorität
Pan-Pan Dringlichkeit Problem ohne akute Gefahr, Vorrang vor normalem Verkehr
Mayday Relay Notlage, weitergeleitet eine andere Station meldet den Notfall eines Dritten
Minimum Fuel keine Notlage keine weitere Verzögerung mehr möglich, Lotse ist vorgewarnt
Mayday Fuel Notlage bei der Landung bliebe weniger als die geplante Endreserve
Pan Pan Medical Sonderfall Ankündigung geschützter Sanitätstransporte, nicht für Kranke an Bord

Funk und Transponder: zwei Kanäle, eine Botschaft

Parallel zum Funkspruch kann die Crew den Transponder auf 7700 stellen. Dann erscheint der Notfall auf dem Radarschirm des Lotsen und auf öffentlichen Flugradar-Karten, wo viele Spotter ihn zuerst bemerken. Crews, die schon mit einem Lotsen in Kontakt sind, behalten aber häufig ihren zugewiesenen Code und melden die Lage nur per Funk. Umgekehrt steckt hinter einem 7700 auf der Karte oft ein Fall, der im Funk als Pan-Pan läuft. Wie die Codes 7500, 7600 und 7700 zusammenhängen, erklärt der Artikel Squawk-Codes 7500, 7600 und 7700, die Technik dahinter Transponder Mode A, C und S.

Ein bekanntes Beispiel für einen echten Mayday-Ruf ist die Notwasserung von US Airways Flug 1549 am 15. Januar 2009. Kurz nach dem Start in New York fielen beim Airbus A320 nach einem Vogelschlag beide Triebwerke aus. Der Kapitän meldete den Notfall per Mayday an die Anflugkontrolle, berichtete knapp von den Vögeln und dem Schubverlust und landete die Maschine wenige Minuten später auf dem Hudson River. Alle Menschen an Bord überlebten. Der Funkverkehr dieses Flugs zeigt bis heute, wie kurz und sachlich eine Notmeldung unter Höchstbelastung sein kann.

Was das für dich als Spotter heißt

Wer am Zaun mit Scanner oder App mithört, bekommt Notfälle manchmal früher mit als die Öffentlichkeit. Das ist eine Verantwortung. Drei Dinge solltest du klar trennen: was du hören darfst, was du weitergeben darfst und wie du dich vor Ort verhältst.

Das ist in Ordnung …

  • ruhig weiter beobachten, ohne Wege zu blockieren
  • für dich einordnen, was du hörst – Mayday oder Pan-Pan
  • später seriöse Quellen und offizielle Berichte nachlesen

Gut überlegen …

  • Fotos einer Landung mit Feuerwehr-Begleitung veröffentlichen
  • Beobachtungen mit anderen Spottern teilen, solange nichts klar ist
  • an einen anderen Spot fahren, um die Landung zu sehen

Lass es sein …

  • Funkmitschnitte eines Notfalls posten oder streamen
  • über Ursachen oder Opfer spekulieren
  • Zufahrten für Rettungskräfte zuparken oder Absperrungen ignorieren

Was beim Mithören rechtlich gilt, fasst der Artikel Flugfunk hören: die Rechtslage zusammen; zur Veröffentlichung in Videos gibt es einen eigenen Beitrag über Flugfunk in YouTube-Videos. Kommt es tatsächlich zu einer Notlandung, hilft dir der Guide Notlandung oder Zwischenfall beobachtet. Bei Fotos von Unfällen und Verletzten setzt das Strafrecht enge Grenzen, mehr dazu unter Fotos von Flugunfällen und Notlandungen.

Ganz klar ist eine Sache: Selbst senden darfst du als Spotter ohnehin nicht. Scanner und SDR-Sticks sind reine Empfänger. Wer ein Notsignal missbraucht, kann sich in Deutschland strafbar machen – der Missbrauch von Notrufen und Notzeichen ist in § 145 StGB geregelt.

So klingt ein Notfall am Flughafen

Am Spot bemerkst du einen Notfall oft schon vor dem Funk: Feuerwehrfahrzeuge rücken aus und stellen sich entlang der Piste auf, startbereite Flugzeuge warten länger als sonst am Rollhalt. Auf Besucherflächen wie dem Besucherhügel München oder der Plattform Zeppelinheim in Frankfurt gilt dann: Abstand halten und Anweisungen des Personals folgen.

Bist du auf einen Notfall am Funk vorbereitet?

Hak ab, was du sicher weißt – am Ende siehst du, ob du gut aufgestellt bist.

  • Ich kann Mayday und Pan-Pan sicher unterscheiden.
  • Ich weiß, dass die Crew meist auf der laufenden Frequenz funkt und 121,5 MHz die Notfrequenz ist.
  • Ich erkenne „Stop transmitting – Mayday“ und „Distress traffic ended“.
  • Ich weiß, dass Minimum Fuel keine Notlage ist.
  • Ich poste keine Funkmitschnitte und spekuliere nicht öffentlich.
  • Ich halte Zufahrten frei und folge Anweisungen vor Ort.

Sichtungen festhalten, sachlich teilen

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Fazit

Mayday und Pan-Pan sind die beiden Stufen, mit denen Crews im Flugfunk um Hilfe bitten. Mayday bedeutet sofortige Gefahr und höchste Priorität, Pan-Pan ein ernstes, aber beherrschbares Problem. Beide folgen einem festen Schema aus Signalwort, Rufzeichen, Problem, Absicht und Position. Der Lotse sorgt danach für Luftraum, Ruhe und Unterstützung. Für Spotter ist das Wissen darum vor allem eines: eine Hilfe, das Gehörte richtig einzuordnen und Ruhe zu bewahren. Was du am Funk mitbekommst, bleibt bei dir. Wer tiefer einsteigen will, findet die Grundlagen in Sprechfunk-Phraseologie und zur Aufsicht im deutschen Luftraum im Artikel über die DFS Deutsche Flugsicherung.

Kurzfazit

Mayday heißt sofortige Gefahr, Pan-Pan heißt dringlich, aber nicht akut – beide werden dreimal gesprochen und haben Vorrang vor allem anderen Funkverkehr. Als Spotter hörst du zu, ordnest ein und behältst es für dich: keine Mitschnitte, keine Spekulation, freie Wege für die Rettungskräfte.

Zusammenfassung

  • Mayday steht für die höchste Stufe, die Notlage (distress). Pan-Pan steht für die Dringlichkeit (urgency). Beide Begriffe sind international einheitlich und gehen auf französische Wörter zurück.
  • Eine Notmeldung folgt einem festen Schema, das ICAO und in Europa die SERA-Verordnung vorgeben. Die Crew sendet in der Regel auf der Frequenz, auf der sie gerade arbeitet; 121,5 MHz ist die internationale Notfrequenz.
  • Funk und Transponder ergänzen sich: Squawk 7700 zeigt den Notfall auf dem Radar an, der Funkspruch liefert die Details.
  • Wer als Spotter einen Notfall mithört, behält ihn für sich, hält Rettungswege frei und überlässt die Einordnung den offiziellen Stellen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Mayday und Pan-Pan?

Mayday meldet eine Notlage: Das Flugzeug oder die Menschen an Bord sind ernst oder unmittelbar gefährdet und brauchen sofort Hilfe – etwa bei Feuer, Ausfall aller Triebwerke oder zu wenig Treibstoff für eine sichere Landung. Pan-Pan meldet eine Dringlichkeit: Es gibt ein sicherheitsrelevantes Problem, aber keine akute Lebensgefahr, zum Beispiel ein Triebwerksausfall bei einem zweistrahligen Jet, der die Höhe halten kann, oder ein Passagier, der ärztliche Hilfe braucht.

Warum wird Mayday dreimal gesagt?

Die Wiederholung macht das Signalwort unverwechselbar. Funk ist störanfällig, Sendungen überlagern sich, und ein einzelnes Wort kann im Rauschen untergehen. Dreimal hintereinander erkennt jeder auf der Frequenz sofort, dass jetzt eine Notmeldung kommt und alle anderen Sendungen Vorrang verlieren.

Woher kommt das Wort Mayday?

Es geht auf das französische „m’aider“ (helfen Sie mir) zurück. Zugeschrieben wird es Frederick Stanley Mockford, einem Funkoffizier am Londoner Flughafen Croydon, Anfang der 1920er-Jahre. Er suchte ein Wort, das englische und französische Piloten auf den Kanalflügen gleichermaßen verstehen. Pan-Pan leitet sich vom französischen „panne“ (Panne, Defekt) ab.

Auf welcher Frequenz wird ein Notruf gesendet?

Normalerweise auf der Frequenz, auf der die Crew gerade mit der Flugsicherung spricht – dort hört der zuständige Lotse ohnehin zu. Die internationale Notfrequenz 121,5 MHz ist eine Ausweichmöglichkeit, etwa wenn kein Kontakt zur zuständigen Stelle besteht. Viele Verkehrsflugzeuge hören 121,5 MHz zusätzlich auf einem zweiten Funkgerät mit.

Was hat Squawk 7700 mit Mayday zu tun?

Beides meldet einen Notfall, aber auf verschiedenen Kanälen. Der Transpondercode 7700 erscheint auf dem Radarschirm und auf Flugradar-Karten, der Funkspruch liefert die Details. Crews, die bereits mit einem Lotsen sprechen, behalten oft ihren zugewiesenen Code und melden den Notfall nur per Funk. Mehr dazu im Artikel über Squawk-Codes.

Darf ich Notrufe im Flugfunk mithören und weitergeben?

Das Mithören und vor allem das Weitergeben von Funkverkehr ist rechtlich heikel. Bei Notfällen kommt eine menschliche Komponente dazu: Mitschnitte oder Live-Kommentare in sozialen Netzwerken können Angehörige verunsichern und Spekulationen anheizen. Die Details zur Rechtslage findest du im Artikel „Flugfunk hören: die Rechtslage“.

Ist jeder Mayday-Fall ein Absturz-Szenario?

Nein. Viele Notlagen enden mit einer normalen Landung. Crews sind gehalten, eine Notlage früh zu erklären, damit sie Priorität und Unterstützung bekommen. Das Signalwort sagt nur, dass die Crew sofortige Hilfe braucht – nicht, wie die Sache ausgeht.

PT

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