Ultraleichtflugschein (UL): Ausbildung, Flugzeuge und Kosten

Vom Zaun ins eigene Cockpit: Was der Ultraleichtflugschein erlaubt, wie die Ausbildung auf Dreiachser, Trike oder Tragschrauber abläuft, welche Mindeststunden gelten, welche Flugzeuge du fliegst und wie du die Kosten durchrechnest.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigene Lizenz, nationales Recht: Der UL-Schein heißt offiziell Luftfahrerschein für Luftsportgeräteführer und ist in der deutschen Verordnung über Luftfahrtpersonal (LuftPersV) geregelt – nicht im EU-Lizenzsystem wie PPL oder LAPL.
  • 30 Stunden sind das Minimum für Dreiachser: Davon mindestens fünf Stunden allein, dazu Außenlandeübungen und zwei Überlandflüge mit Fluglehrer über mindestens 200 Kilometer mit Zwischenlandung.
  • Start mit 16, Lizenz mit 17: Laut DULV kannst du die Ausbildung mit 16 Jahren beginnen, den Schein bekommst du frühestens mit 17.
  • Medical gehört dazu: Für alle UL über 120 kg Leermasse brauchst du mindestens ein fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis für die LAPL.
  • Kosten kalkulierst du selbst: Es gibt keinen Einheitspreis. Rechne Flugstunden mal Stundensatz, plus Theorie, Prüfungen, Medical und Gebühren – und plane Puffer für Zusatzstunden ein.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Ultraleichtflugschein: die kurze Antwort
  2. 2.Was zählt eigentlich als Ultraleicht?
  3. 3.Wer stellt den UL-Schein aus?
  4. 4.Voraussetzungen vor dem ersten Flug
  5. 5.So läuft die Ausbildung ab
  6. 6.Abkürzungen für Piloten mit Vorerfahrung
  7. 7.Welche Flugzeuge du in der Ausbildung fliegst
  8. 8.Was der UL-Schein kostet
  9. 9.Nach der Prüfung: Rechte und Pflichten
  10. 10.Der UL-Schein als Sprungbrett
  11. 11.Fazit

Irgendwann reicht vielen Spottern der Blick durch den Zaun nicht mehr. Der Wunsch, selbst am Steuer zu sitzen, ist da – aber eine Berufspilotenausbildung mit sechsstelligen Kosten ist für die meisten keine Option. Hier kommt der Ultraleichtflugschein ins Spiel. Er ist in Deutschland einer der zugänglichsten Wege ins eigene Cockpit: kompakte Ausbildung, vergleichsweise leichte Flugzeuge, viele Schulen auf kleinen Plätzen. Dieser Guide zeigt dir, was der UL-Schein erlaubt, wie die Ausbildung abläuft, welche Flugzeuge du dabei fliegst und wie du die Kosten realistisch kalkulierst.

Dein Weg ins Cockpit beginnt am Zaun

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Ultraleichtflugschein: die kurze Antwort

Der Ultraleichtflugschein heißt amtlich Luftfahrerschein für Luftsportgeräteführer. Er ist eine rein deutsche Lizenz, geregelt in der Verordnung über Luftfahrtpersonal (LuftPersV), und berechtigt dich, Luftsportgeräte der eingetragenen Art am Tag zu fliegen. Für die klassischen Dreiachser brauchst du mindestens 30 Flugstunden, davon mindestens fünf allein, eine theoretische Ausbildung in sieben Sachgebieten, ein LAPL-Medical und je eine bestandene Theorie- und Praxisprüfung. Beginnen kannst du mit 16, die Lizenz bekommst du frühestens mit 17.

30 hMindestflugzeit für Dreiachser nach § 42 LuftPersV
5 hdavon mindestens im Alleinflug
17Mindestalter für die Erteilung der Lizenz

Der UL-Schein steht damit neben den EU-Lizenzen, die du vielleicht schon kennst. Wie sich LAPL und PPL unterscheiden und was die Privatpilotenlizenz PPL(A) bietet, erklären eigene Guides. Der wichtigste Unterschied: UL fallen unter nationales Recht, die Ausbildung ist schlanker, dafür sind die Rechte auf die Klasse der Luftsportgeräte beschränkt.

Was zählt eigentlich als Ultraleicht?

„Ultraleicht“ ist kein Marketingbegriff, sondern eine eigene Klasse von Luftfahrzeugen. In Deutschland gehören Ultraleichtflugzeuge zu den Luftsportgeräten und sind höchstens zweisitzig. Für zweisitzige Dreiachser liegt die Grenze der Abflugmasse heute bei 600 kg – deutlich mehr als in den Anfangsjahren der Klasse. Viele aktuelle UL wirken deshalb auf den ersten Blick wie ein normales Kleinflugzeug.

Innerhalb der Klasse unterscheidet das Recht mehrere Gerätearten, für die du jeweils eine eigene Berechtigung brauchst:

Geräteart Steuerung Typisches Bild am Platz Mindestflugzeit nach LuftPersV
Dreiachser (aerodynamisch gesteuert) Knüppel oder Horn, Seitenruder, Querruder sieht aus wie ein kleines Flugzeug mit Cockpithaube 30 h, davon 5 h allein
Trike (gewichtskraftgesteuert) Gewichtsverlagerung am Flügel offenes Fahrwerk mit Sitz und Motor unter einem Drachenflügel 25 h, davon 10 h mit Lehrer und 5 h allein
Tragschrauber (Gyrocopter) freidrehender Rotor, Propeller schiebt kleiner Rotorflieger, oft mit Tandemsitzen nach DULV-Ausbildung 30 h für Einsteiger
UL-Hubschrauber angetriebener Rotor sehr kleiner, leichter Helikopter 40 h, davon 10 h allein

Dazu kommen motorisierte Gleitschirme und Hängegleiter sowie eine Sonderklasse: UL mit höchstens 120 kg Leermasse. Diese Geräte sind von der Musterzulassung befreit, und für sie gilt die Medical-Pflicht nicht. Für die meisten Einsteiger spielt die 120-kg-Klasse aber eine Nebenrolle, weil die üblichen Schulflugzeuge deutlich schwerer sind.

Spotter-Tipp: D-M erkennen

Deutsche Ultraleichtflugzeuge tragen Kennzeichen, die mit D-M beginnen, gefolgt von drei weiteren Buchstaben. Wer an kleinen Plätzen spottet, erkennt UL so schon am Kennzeichen. Mehr zur Bestimmung kleiner Muster liest du im Guide Kleinflugzeuge erkennen.

Wer stellt den UL-Schein aus?

Anders als bei EU-Lizenzen ist für Ultraleicht nicht das Luftfahrt-Bundesamt die erste Anlaufstelle. Das Luftverkehrsgesetz erlaubt in § 31c, Aufgaben an Beauftragte zu übertragen. Für Ultraleicht sind das in der Praxis zwei Verbände: der Deutsche Ultraleichtflugverband (DULV) und der Deutsche Aero Club (DAeC). Sie legen Inhalt und Ablauf der Ausbildung fest, organisieren die Prüfungen und stellen die Lizenzen aus.

Wichtig für die Schulwahl: Der DULV weist darauf hin, dass er nur Lizenzen an Flugschüler ausstellt, die an einer in seiner Datenbank gelisteten Flugschule ausgebildet wurden. Prüf also vor Vertragsabschluss, bei welchem Verband deine Schule gemeldet ist, und frag im Zweifel direkt nach.

Voraussetzungen vor dem ersten Flug

Bevor du ins Cockpit steigst, solltest du ein paar Punkte klären:

  • Alter: Ausbildungsbeginn mit 16 Jahren, Lizenz frühestens mit 17.
  • Medical: Ein fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis mindestens für die LAPL. Was bei der Untersuchung passiert und wie sich die Klassen unterscheiden, steht im Guide zur fliegerärztlichen Tauglichkeit. Lass das Medical früh machen – es wäre ärgerlich, erst nach zehn Flugstunden auf ein Problem zu stoßen.
  • Ausbildungsmeldung: Die Flugschule meldet dich beim Verband an. Beim DULV muss die Meldung spätestens acht Tage nach Ausbildungsbeginn eingehen.
  • Dokumente: Ausweiskopie, gegebenenfalls Nachweise über vorhandene Lizenzen oder ein Sprechfunkzeugnis.

Bist du bereit für die UL-Ausbildung?

Hak ab, was auf dich zutrifft – am Ende siehst du, ob du loslegen kannst.

  • Ich bin mindestens 16 Jahre alt.
  • Ich habe einen Termin beim Fliegerarzt für das LAPL-Medical.
  • Ich weiß, bei welchem Verband meine Flugschule gemeldet ist.
  • Ich habe eine Preisliste mit allen Einzelposten vorliegen.
  • Ich kann regelmäßig zum Platz fahren, auch kurzfristig bei gutem Wetter.
  • Ich habe einen finanziellen Puffer für Zusatzstunden eingeplant.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung besteht aus zwei Teilen, die meist parallel laufen: Theorie und Praxis. Wie schnell du vorankommst, hängt vor allem vom Wetter, deiner Verfügbarkeit und der Auslastung von Schule und Flugzeugen ab.

Die Theorie

§ 42 LuftPersV gibt sieben Sachgebiete vor:

  1. Luftrecht und Funkverkehr
  2. Navigation
  3. Meteorologie
  4. Aerodynamik
  5. Luftfahrzeugkunde und Technik
  6. Verhalten in besonderen Fällen
  7. Menschliches Leistungsvermögen

Beim DULV sind die Inhalte in zwei Module gegliedert: Modul I mit Luftrecht, Navigation, Flugfunk und Meteorologie, Modul II mit Technik und Verhalten in besonderen Fällen. Für Einsteiger ohne fliegerische Vorbildung sieht der DULV 60 Stunden Theorieunterricht an der Flugschule vor.

Als Spotter hast du hier einen echten Vorsprung. Wer schon METAR und TAF lesen kann, die Luftraumklassen kennt und mit der Sprechfunk-Phraseologie vertraut ist, hat einen guten Teil von Meteorologie, Luftrecht und Funk schon im Kopf. Auch AIP-Flugplatzkarten sind für dich dann kein Neuland mehr.

Die Praxis

Für Dreiachser schreibt die LuftPersV neben den 30 Stunden Gesamtflugzeit mit mindestens fünf Stunden allein unter anderem vor:

  • Starts und Landungen auf verschiedenen Flugplätzen
  • Außenlandeübungen mit Fluglehrer
  • mindestens zwei Überlandflüge mit Fluglehrer über jeweils mindestens 200 Kilometer mit Zwischenlandung
  • Einweisungen in besondere Flugzustände und das Verhalten in Notfällen

Der DULV verlangt zusätzlich mindestens drei Alleinüberlandflüge über 50 Kilometer mit Zwischenlandung. In der Praxis beginnt die Ausbildung mit Platzrunden: Starten, Steigen, Kurven, Anflug, Landen – immer wieder, bis die Abläufe sitzen. Dann kommt der erste Alleinflug, für viele der emotionalste Moment der ganzen Ausbildung. Danach geht es an Navigation, Überlandflüge und Notverfahren.

1. Schnupperflug und Schulwahl

Flieg vorab mit, schau dir Flugzeuge, Platz und Lehrer an und lass dir die Preisliste erklären.

2. Medical und Anmeldung

LAPL-Medical beim Fliegerarzt, Ausbildungsmeldung durch die Schule beim Verband.

3. Platzrunden und Alleinflug

Grundlagen mit Fluglehrer, bis du sicher startest und landest – dann die ersten Flüge allein.

4. Überland und Theorieprüfung

Navigation, Überlandflüge mit und ohne Lehrer, parallel die theoretische Prüfung.

5. Praktische Prüfung

Prüfungsflug mit einem externen Prüfer, danach beantragt die Schule deinen Luftfahrerschein.

Die Prüfung

Nach § 43 LuftPersV weist du in einer theoretischen und einer praktischen Prüfung nach, dass du das nötige Wissen und Können besitzt. Geprüft werden die sieben Sachgebiete, das Führen und Bedienen der jeweiligen Geräteart und das Verhalten in besonderen Flugzuständen und Notfällen. Beim DULV nehmen in den meisten Fällen externe Prüfungsräte die Prüfungen ab, die nicht an deiner Flugschule tätig sein dürfen.

Abkürzungen für Piloten mit Vorerfahrung

Fliegst du schon Segelflugzeug, Motorflugzeug oder ein anderes Luftsportgerät, verkürzt sich die Ausbildung teils deutlich:

  • Segelflieger und Hubschrauberpiloten können sich bis zu 20 Stunden als verantwortliche Piloten auf die 30 Stunden für Dreiachser anrechnen lassen. Wie der Weg in den Segelflug aussieht, steht im Guide zum Segelflugschein SPL.
  • Trike-Piloten bekommen beim Umstieg auf den Dreiachser höchstens fünf Stunden angerechnet.
  • Inhaber einer Flugzeuglizenz oder einer Segelfluglizenz mit Reisemotorsegler-Berechtigung müssen laut LuftPersV zusätzlich an einer genehmigten Einrichtung ausgebildet werden; der DULV nennt für sie keine feste Mindeststundenzahl, alle Abschnitte des Ausbildungsnachweises müssen aber dokumentiert sein.
  • Tragschrauber-Umsteiger mit Dreiachs- oder PPL-Lizenz brauchen beim DULV nur Modul II der Theorie und keine feste Mindeststundenzahl.

Welche Flugzeuge du in der Ausbildung fliegst

Die meisten Schulen bilden auf Dreiachsern aus, oft Hochdecker oder Tiefdecker mit zwei Sitzen nebeneinander. Weit verbreitet sind Muster wie die Comco Ikarus C42, die Flight-Design-CT-Familie oder der Eurostar EV97. Daneben siehst du an vielen Plätzen modernere Tiefdecker aus Verbundwerkstoff, die mit Glascockpit und Einziehfahrwerk eher an Reiseflugzeuge erinnern. Dreiachser haben in Deutschland in aller Regel ein Gesamtrettungssystem an Bord – einen Fallschirm, der das ganze Flugzeug abfängt. Für Tragschrauber ist ein solches System nicht vorgeschrieben.

Wer lieber offen fliegt, landet beim Trike, und wer das besondere Flugbild sucht, beim Tragschrauber. Tragschrauber haben in Deutschland eine feste Fangemeinde und eigene Flugschulen; ihr Rotor dreht sich durch den Fahrtwind, ein Propeller sorgt für den Vortrieb.

Für Spotter ist die UL-Szene ein dankbares Revier. Viele Muster sind nur in kleinen Stückzahlen unterwegs, und an Flugplatzfesten stehen sie dicht an dicht. Wie du die Unterschiede zu klassischen Echo-Klasse-Flugzeugen wie der Cessna 172, der Piper PA-28 oder der Diamond DA40 erkennst, zeigt der Guide Kleinflugzeuge erkennen. Einen Überblick über neue Muster bietet die Messe AERO Friedrichshafen, auf der Ultraleichtflug traditionell eine große Rolle spielt.

Seltene UL nicht verpassen

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Was der UL-Schein kostet

Einen einheitlichen Preis für den Ultraleichtflugschein gibt es nicht. Stundensätze, Theoriepakete und Gebühren unterscheiden sich von Schule zu Schule, von Region zu Region und je nach Flugzeug. Statt dich auf Pauschalbeträge aus Foren zu verlassen, rechnest du besser mit der Preisliste deiner Wunschschule. Diese Posten gehören in die Kalkulation:

Posten Was dahintersteckt Worauf du achten solltest
Flugstunden Charter des Flugzeugs, oft inklusive Fluglehrer Wird nach Motorlaufzeit oder Flugzeit abgerechnet? Ist der Lehrer extra?
Theorie Unterricht, Lernmaterial, Online-Zugang Pauschale oder pro Stunde? Wiederholung inklusive?
Prüfungen Theorie- und Praxisprüfung, Prüferhonorar Wer zahlt Anreise und Flugzeit des Prüfers?
Medical Untersuchung beim Fliegerarzt Läuft regelmäßig ab und muss verlängert werden
Gebühren Ausbildungsmeldung, Lizenzerteilung beim Verband Aktuelle Gebührenordnung des Verbands ansehen
Lande- und Platzgebühren bei Überlandflügen auf fremden Plätzen Sind sie im Stundenpreis enthalten?
Puffer Zusatzstunden über das Minimum hinaus Viele Schüler brauchen mehr als 30 Stunden

Mit diesem Rechner schätzt du deine Kosten selbst ab. Die vorbelegten Zahlen sind reine Platzhalter – ersetze sie durch die Preise deiner Flugschule.

Was kostet dein UL-Schein?

Trag die Werte aus der Preisliste deiner Flugschule ein. Plane bei den Flugstunden lieber etwas mehr als das gesetzliche Minimum ein.

Die Startwerte sind Platzhalter und keine Marktpreise. Maßgeblich ist allein die Preisliste deiner Flugschule.

Nach der Ausbildung kommen laufende Kosten dazu: Charter oder ein eigenes Flugzeug, Medical-Verlängerungen und die Flugstunden, die du für deine Lizenz in Übung halten musst. Wer langfristig viel fliegen will, schaut sich auch Vereine an, die Flugzeuge gemeinsam betreiben.

Was für den UL-Schein spricht

  • kompakte Ausbildung mit 30 Mindeststunden auf dem Dreiachser
  • moderne, sparsame Flugzeuge mit Rettungssystem
  • viele Schulen auf kleinen Plätzen
  • Lizenz unbefristet, Erhalt über Flugpraxis

Was du wissen solltest

  • nationale Lizenz, Auslandsflüge erfordern Recherche
  • nur Tagflug, höchstens ein Passagier
  • Passagierberechtigung erst nach weiteren Überlandflügen
  • Funk in Lufträumen B, C und D braucht ein eigenes Zeugnis

Nach der Prüfung: Rechte und Pflichten

Mit dem Schein darfst du Luftsportgeräte der eingetragenen Art am Tag fliegen. Nach § 44 LuftPersV umfasst er auch den Flugfunk außerhalb der Lufträume B, C und D, sofern die Funkausbildung Teil deiner Ausbildung war. Für kontrollierte Lufträume rund um größere Flughäfen brauchst du ein separates Flugfunkzeugnis. Wie Frequenzen organisiert sind, erklärt der Guide Flugfunk-Frequenzen verstehen.

Für Passagiere brauchst du auf dem Dreiachser eine eigene Berechtigung. Der DULV verlangt dafür nach dem Lizenzerwerb fünf Überlandflüge über mindestens 50 Kilometer mit Zwischenlandung, davon zwei mit Fluglehrer über zusammen mindestens 200 Kilometer, und eine praktische Prüfung. Außerdem gilt: In den letzten 90 Tagen musst du mindestens drei Starts und drei Landungen auf einem vergleichbaren Muster gemacht haben, bevor du jemanden mitnimmst.

Der Schein selbst ist unbefristet. Um ihn zu nutzen, musst du aber in Übung bleiben: Auf Dreiachsern verlangt § 45 LuftPersV in den letzten 24 Monaten mindestens zwölf Flugstunden, davon sechs als verantwortlicher Pilot, zwölf Starts und zwölf Landungen sowie einen einstündigen Übungsflug mit Fluglehrer. Alternativ legst du eine Befähigungsüberprüfung bei einem anerkannten Prüfer ab. Alles wird im Flugbuch dokumentiert.

Der UL-Schein als Sprungbrett

Für viele ist der Ultraleichtflugschein das Ziel: Wochenendflüge, Ausflüge zu anderen Plätzen, Fliegen als Hobby. Für andere ist er ein Einstieg, um herauszufinden, ob Fliegen wirklich das Richtige ist, bevor sie größere Summen in eine Privatpilotenlizenz oder gar eine Berufslaufbahn investieren. Welche Wege ins Cockpit es insgesamt gibt, zeigt der Überblick Pilot werden. Wer eher an Rotoren denkt, findet im Guide Hubschrauberpilot werden die Alternative.

Eine gute Gelegenheit, die Szene kennenzulernen, sind Flugplatzfeste in Deutschland: Dort kannst du mit Schulen und Vereinen ins Gespräch kommen und oft einen Rundflug machen. Wo die kleinen Plätze und UL-Gelände in deiner Nähe liegen, zeigt der Guide Kleine Flugplätze auf Karten finden, und wie du dort fotografierst, erklärt General Aviation spotten. Für die Geschichte des leichten, motorlosen Fliegens lohnt ein Besuch im Deutschen Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe.

Fliegen, spotten, teilen

Poste deine Sichtungen vom Flugplatz mit Foto, Typ und Kennzeichen, sammle Muster im Hangar und tausch dich in der Planetrack-Community mit anderen Fliegern und Spottern aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Der Ultraleichtflugschein ist in Deutschland ein vergleichsweise direkter Weg ins eigene Cockpit. Die Regeln sind klar: mindestens 30 Flugstunden auf dem Dreiachser, davon fünf allein, sieben Theoriefächer, LAPL-Medical und zwei Prüfungen. Ausgestellt wird der Schein von den beauftragten Verbänden, nicht vom Luftfahrt-Bundesamt. Die Kosten hängen stark von deiner Schule und deinem Lerntempo ab – deshalb lohnt der genaue Blick in die Preisliste mehr als jede Pauschalzahl. Als Spotter bringst du mit Wetter-, Funk- und Luftraumwissen einen echten Vorsprung mit.

Kurzfazit

Kläre zuerst Medical und Schule, rechne die Kosten mit der echten Preisliste und plane mehr als das Stundenminimum ein. Dann bringt dich der UL-Schein vom Zaun ins Cockpit – mit einer unbefristeten Lizenz, die du durch regelmäßiges Fliegen in Übung hältst.

Zusammenfassung

  • Der Ultraleichtflugschein berechtigt zum Führen von Luftsportgeräten der eingetragenen Art am Tag, etwa Dreiachser, Trikes, Tragschrauber oder UL-Hubschrauber.
  • Ausgestellt wird er von den nach § 31c Luftverkehrsgesetz Beauftragten, in der Praxis vom Deutschen Ultraleichtflugverband (DULV) und vom Deutschen Aero Club (DAeC).
  • Die Theorie umfasst sieben Sachgebiete von Luftrecht und Funk bis zum menschlichen Leistungsvermögen; Theorie- und Praxisprüfung nehmen meist externe Prüfer ab.
  • Der Schein ist unbefristet, für das Fliegen musst du aber Flugpraxis nachweisen: zwölf Stunden in 24 Monaten samt Übungsflug mit Fluglehrer oder eine Befähigungsüberprüfung.

Häufige Fragen

Wie viele Flugstunden brauche ich für den UL-Schein?

Für aerodynamisch gesteuerte Ultraleichtflugzeuge, also Dreiachser, verlangt § 42 LuftPersV mindestens 30 Stunden Gesamtflugzeit, davon mindestens fünf Stunden im Alleinflug. Für gewichtskraftgesteuerte UL wie Trikes sind es mindestens 25 Stunden, für Ultraleichthubschrauber 40 Stunden. Vorhandene Flugerfahrung, etwa aus dem Segelflug, kann teilweise angerechnet werden. Viele Flugschüler brauchen mehr als das Minimum, bis sie prüfungsreif sind.

Ab welchem Alter kann ich den Ultraleichtflugschein machen?

Laut DULV darfst du die Ausbildung mit 16 Jahren beginnen. Die Lizenz wird frühestens mit 17 Jahren erteilt. Bist du minderjährig, brauchst du für Ausbildungsvertrag und Anmeldung in der Regel die Zustimmung deiner Erziehungsberechtigten – das klärst du mit der Flugschule.

Brauche ich für den UL-Schein ein Medical?

Ja, sobald das Luftsportgerät mehr als 120 kg Leermasse hat – und das gilt für fast alle gängigen Dreiachser, Trikes und Tragschrauber. Nach § 45 LuftPersV gilt der Schein dann nur zusammen mit einem gültigen Tauglichkeitszeugnis nach EU-Recht. Der DULV verlangt mindestens das fliegerärztliche Tauglichkeitszeugnis für die LAPL. Für die 120-kg-Klasse entfällt diese Pflicht.

Darf ich mit dem UL-Schein Passagiere mitnehmen?

Nicht sofort. Für die Passagierberechtigung auf Dreiachsern verlangt der DULV nach dem Lizenzerwerb fünf Überlandflüge mit je mindestens 50 Kilometern und Zwischenlandung, davon mindestens zwei mit Fluglehrer über zusammen mindestens 200 Kilometer, sowie eine praktische Prüfung. Zusätzlich brauchst du drei Starts und Landungen in den letzten 90 Tagen. Wer bereits eine Pilotenlizenz mit Passagierberechtigung besitzt, bekommt sie bei der UL-Lizenz ohne weiteren Nachweis eingetragen.

Ist der UL-Schein in anderen Ländern gültig?

Der Schein ist eine nationale Lizenz. Ultraleichtflugzeuge sind in Europa nicht einheitlich geregelt, jedes Land setzt eigene Grenzen und Regeln. Wer mit einem deutschen UL ins Ausland fliegen will, muss die Einflugbedingungen des jeweiligen Landes prüfen. Ob und wie sich eine ausländische UL-Lizenz in Deutschland anerkennen lässt, klärst du direkt mit dem zuständigen Verband.

Darf ich mit dem UL-Schein funken?

Ja, mit Einschränkung. Nach § 44 LuftPersV umfasst der Schein den Flugfunk außerhalb der Lufträume B, C und D, wenn die Funkausbildung Teil deiner Ausbildung war. Für Flüge in diese kontrollierten Lufträume brauchst du ein eigenes Flugfunkzeugnis.

Was kostet der Ultraleichtflugschein?

Einen festen Preis gibt es nicht. Die Kosten setzen sich aus den Flugstunden mal Stundensatz der Schule, Theorieunterricht, Prüfungsgebühren, Medical, Lehrmaterial und Lizenzgebühr zusammen. Weil viele Schüler mehr als 30 Stunden brauchen, solltest du einen Puffer einplanen. Seriöse Flugschulen legen eine Preisliste vor, aus der hervorgeht, was enthalten ist.

Wie lange bleibt der UL-Schein gültig?

Er wird unbefristet erteilt. Um ihn auf Dreiachsern nutzen zu dürfen, musst du aber in den letzten 24 Monaten mindestens zwölf Flugstunden nachweisen, davon sechs als verantwortlicher Pilot, mit zwölf Starts und Landungen und einem einstündigen Übungsflug mit Fluglehrer. Alternativ legst du eine Befähigungsüberprüfung bei einem anerkannten Prüfer ab. Dazu muss dein Medical gültig sein.

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