Das Wichtigste in Kürze
- Die Super Cub ist die stärkere, modernere Weiterentwicklung der J-3 Cub: Erstflug 1949, 10.326 gebaute Exemplare bis 1994.
- Schnellster Erkennungsweg: Spornrad, Hochdecker mit V-Streben, Tandemsitze und eine Klapptür auf der rechten Seite.
- In Deutschland triffst du sie vor allem beim Segelflugschlepp an Vereinsplätzen – kurze Startstrecke und viel Leistung machen sie dafür ideal.
- Die Luftwaffe flog rund 40 L-18C ab 1956 als Schulflugzeug; ein Exemplar hängt heute unter der Hallendecke im Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow.
- Weltweit ist sie das Buschflugzeug schlechthin, vor allem in Alaska und Kanada – auf Schwimmern, Kufen oder Ballonreifen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Piper Super Cub?
- 2.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 3.Die Versionen im Überblick
- 4.Die Super Cub als Schleppflugzeug
- 5.Das Buschflugzeug schlechthin
- 6.Die Super Cub bei der Bundeswehr: die L-18C
- 7.Super Cub, J-3 Cub, Cessna oder Do 27?
- 8.Wo du die Super Cub antriffst
- 9.Fototipps speziell für die Super Cub
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Piper Aircraft (USA) |
|---|---|
| ICAO-Typcode | PA18 |
| Erstflug | 23. November 1949 |
| Produktion | 1949–1983 und 1988–1994 |
| Gebaute Exemplare | 10.326 |
| Bauweise | Stahlrohrrumpf und Flügel mit Stoffbespannung, Spornradfahrwerk |
| Triebwerk (PA-18-150) | 1 × Lycoming O-320, Vierzylinder-Boxer, 150 PS |
| Sitzplätze | 2, hintereinander (Tandem) |
| Länge | rund 6,9 m |
| Spannweite | rund 10,7 m |
| Höhe | rund 2,05 m |
| Leergewicht (PA-18-150) | rund 420 kg |
| Max. Startgewicht (PA-18-150) | rund 794 kg |
| Reisegeschwindigkeit (75 % Leistung) | rund 185 km/h |
| Überziehgeschwindigkeit (mit Klappen) | rund 69 km/h |
| Reichweite | rund 740 km |
| Startstrecke über 15-m-Hindernis | rund 150 m |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Spornradfahrwerk: zwei Haupträder vorn, ein kleines Rad ganz hinten unter dem Heck – am Boden steht die Nase hoch
- Hochdecker mit V-Streben: pro Seite zwei Streben, die sich am Rumpf treffen und den Flügel abstützen
- Schmaler Rumpf mit zwei Sitzen hintereinander und einer zweigeteilten Tür rechts: Fenster klappt nach oben, Unterteil nach unten
- Bespannte Stoffhaut mit sichtbaren Rippen auf Flügeln und Leitwerk, dazu verspannte Höhenflosse
- Geschlossene Motorhaube mit Zweiblattpropeller; bei der PA-18-150 Landeklappen an der Flügelhinterkante
- Häufig mit dicken Tundra-Reifen, Schwimmern oder Kufen – und am Heck oft eine Schleppkupplung
Aktualisiert: Oktober 2026 – Am Segelfluggelände heult ein Motor auf, ein kleiner, oft gelber Hochdecker mit hochgestellter Nase rollt an, hinter ihm strafft sich ein Seil, und wenige Sekunden später hängen Schleppmaschine und Segelflugzeug in der Luft. Sehr oft ist das Zugpferd eine Piper PA-18 Super Cub. Außerhalb Europas ist sie das Buschflugzeug schlechthin, in Deutschland hat sie zudem eine Bundeswehr-Vergangenheit. Hier erfährst du, wie du sie sicher erkennst, welche Versionen es gibt und wo du sie vor die Kamera bekommst.
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Was ist die Piper Super Cub?
Die PA-18 Super Cub ist ein zweisitziges, einmotoriges Leichtflugzeug mit Spornradfahrwerk und abgestrebtem Hochdeckerflügel. Pilot und Passagier sitzen hintereinander in einer schmalen Kabine. Gebaut ist sie in klassischer Mischbauweise: ein geschweißter Stahlrohrrumpf, Flügel mit Holmen und Rippen, alles mit Stoff bespannt. Spötter nennen das „Rag and Tube“, Fans schätzen genau diese Bauweise, weil sie leicht, robust und reparaturfreundlich ist.
Hersteller ist Piper Aircraft, ursprünglich in Lock Haven im US-Bundesstaat Pennsylvania zu Hause. Die Super Cub ist ein direkter Nachfahre der berühmten Piper J-3 Cub: Über die PA-11 Cub Special entwickelte Piper ein deutlich stärkeres Flugzeug, das zunächst als militärischer Entwurf PA-19 entstand. Davon wurden nur drei Exemplare gebaut, in Serie ging der Entwurf dann als PA-18. Der Erstflug war am 23. November 1949.
Piper baute die Super Cub von 1949 bis 1983 und nach einer Pause noch einmal von 1988 bis 1994. Insgesamt entstanden 10.326 Exemplare. Mehr zur Firmengeschichte findest du auf der Seite zu Piper Aircraft.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Bei Kleinflugzeugen bestimmst du den Typ über Flügel, Fahrwerk und Kabine. Bei der Super Cub sind alle drei markant – du erkennst sie auch dann, wenn sie im Schlepp über dem Platz kreist.
Spornrad statt Bugrad
Zwei kräftige Haupträder sitzen vorn unter dem Rumpf, ein kleines Rad ganz hinten unter dem Heck. Am Boden steht die Super Cub deshalb mit erhobener Nase da – ein Bild, das moderne Schulflugzeuge nicht mehr bieten.
Hochdecker mit V-Streben
Der Flügel liegt auf der Kabine. Pro Seite stützen ihn zwei Streben, die vom Flügel schräg zum unteren Rumpf laufen und dort zusammenkommen. Eine Cessna hat dagegen nur eine Strebe pro Seite.
Schmale Tandemkabine
Die Kabine ist sehr schmal, die beiden Sitze stehen hintereinander. Auf der rechten Seite siehst du die typische Cub-Tür: Das obere Fenster klappt nach oben, das Unterteil nach unten.
Passen Spornrad, V-Streben und Tandemkabine, bist du sehr wahrscheinlich bei einer Cub. Ob es eine Super Cub oder ein anderes Familienmitglied ist, klärst du über Motorhaube, Landeklappen und am Ende über das Kennzeichen. Bei Kleinflugzeugen steht es groß auf der Rumpfseite. In Deutschland beginnen einmotorige Flugzeuge dieser Gewichtsklasse mit D-E – mehr dazu im Beitrag Deutsche Luftfahrzeugkennzeichen und Gewichtsklassen.
Praxis-Tipp für den Flugplatzzaun
Schau dir eine Super Cub am Boden einmal von schräg vorn an: Wegen des Spornrads sieht der Pilot beim Rollen kaum über die Nase. Deshalb fahren viele Super Cubs am Boden leichte Schlangenlinien. Siehst du so ein „Zickzack-Rollen“, ist das ein sehr guter Hinweis auf ein Spornradflugzeug.
Die Versionen im Überblick
Über die lange Bauzeit bot Piper die Super Cub mit verschiedenen Motoren an. Die Zahl hinter dem Bindestrich steht für die Motorleistung in PS.
| Version | Motor | Besonderheiten |
|---|---|---|
| PA-18-95 | Continental C-90, 90–95 PS | Leichteste Version, militärisch als L-18C |
| PA-18-105 | Lycoming O-235, 105 PS | Größeres Höhenleitwerk, auch als Schulflugzeug für die Civil Air Patrol |
| PA-18-125 | Lycoming O-290, 125 PS | Mit Landeklappen, militärisch als L-21A |
| PA-18-135 | Lycoming O-290, 135 PS | Serienmäßig zwei Flügeltanks, militärisch als L-21B |
| PA-18-150 | Lycoming O-320, 150 PS | Ab 1954, die bekannteste und häufigste Version |
| PA-18A | je nach Motor | Agrarversion mit Sprüh- oder Streuanlage |
| PA-18S | je nach Motor | Wasserflugzeug auf Schwimmern |
Die Grundversion mit 95 PS hatte noch keine Landeklappen, ab der PA-18-125 gehörten Landeklappen dazu. Das ist auch für dich als Spotter nützlich: Siehst du an der Flügelhinterkante innen Klappen, steht vor dir mit hoher Wahrscheinlichkeit eine der stärkeren Super Cubs. Viele Maschinen wurden später umgerüstet und fliegen heute mit 160 oder 180 PS – die Typbezeichnung im Register verrät dann nicht mehr alles über den Ist-Zustand.
Die Schleppmaschine deines Vereins im Blick
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Die Super Cub als Schleppflugzeug
Für Segelflugvereine ist die Super Cub seit Jahrzehnten eine erste Wahl im Flugzeugschlepp. Die Gründe liegen auf der Hand: Ein kräftiger Motor trifft auf ein leichtes Flugzeug mit einem Flügel, der viel Auftrieb liefert. Dadurch beschleunigt sie mit dem Segelflugzeug am Seil zügig, hebt nach kurzer Strecke ab und steigt ordentlich – ohne lange Asphaltpiste, auf ganz normalem Gras. Nach dem Ausklinken geht es zügig zurück zum Platz, damit der nächste Schlepp starten kann.
Typisch für Schlepp-Cubs ist eine Schleppkupplung am Heck, bei manchen auch eine Vorrichtung, mit der das Seil vor der Landung eingezogen wird. An großen Fluggeländen mit Wettbewerben oder Lehrgängen sind teils mehrere Schleppmaschinen gleichzeitig im Einsatz, und die Super Cub teilt sich die Arbeit dort oft mit Motorseglern oder der Robin DR400, die als Tiefdecker leicht zu unterscheiden ist.
Wenn du dich selbst für den Segelflug interessierst, ist die Super Cub vielleicht das erste Motorflugzeug, an dessen Seil du hängst. Wie der Weg zur Lizenz aussieht, liest du unter Segelflugschein (SPL). Die Geschichte des Segelflugs in Deutschland zeigt das Deutsche Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe.
Das Buschflugzeug schlechthin
Weltweit hat die Super Cub ihren Ruf vor allem als Buschflugzeug erworben. In Alaska, Kanada und anderen Regionen mit wenig Straßen und vielen Seen ist sie seit Jahrzehnten unterwegs – auf Schwimmern, Kufen oder mit großen, weichen Ballonreifen, die Spotter oft „Tundra Tires“ nennen. Damit landet sie auf Sandbänken, Kiesstränden und Schneefeldern, wo andere Flugzeuge keine Chance hätten. Die Buschflieger-Szene pflegt eine regelrechte Super-Cub-Kultur, mit Wettbewerben im Kurzstart und Kurzlandung.
In den USA flogen auch Behörden wie die Alaska State Troopers, der US Fish and Wildlife Service in Alaska und die US Border Patrol Super Cubs. Dazu kommt der Bannerschlepp: An Stränden ziehen Super Cubs Werbebanner hinter sich her, und auch hier zählt die Kombination aus Leistung und gutmütigem Langsamflug.
Die Beliebtheit hat eine ganze Branche hervorgebracht. Es gibt zahlreiche Umbauten mit stärkeren Motoren, verstärktem Fahrwerk und größeren Tanks. Der US-Hersteller CubCrafters bietet mit der Top Cub eine modernisierte, zugelassene Weiterentwicklung an, und mehrere Firmen bauen Super-Cub-ähnliche Flugzeuge als Neukonstruktion oder Bausatz. Für dich heißt das: Nicht jede „Cub“ am Flugplatz ist eine originale Piper – das Register gibt die Antwort.
Die Super Cub bei der Bundeswehr: die L-18C
Militärisch bekam die Super Cub die Bezeichnungen L-18C (mit 95-PS-Motor) und L-21 (mit 125 oder 135 PS). Die US Army erhielt 838 L-18C, ein Teil davon ging über Militärhilfeprogramme an verbündete Staaten. Die L-21B wurde 1962 in U-7A umbenannt. Zahlreiche Luftstreitkräfte in Europa und darüber hinaus flogen Super Cubs, darunter Belgien, die Niederlande, Norwegen, Österreich, die Schweiz, Italien und Israel.
Auch die junge Luftwaffe der Bundeswehr setzte die L-18C ein. Ab 1956 übernahm sie Maschinen aus amerikanischen Beständen, insgesamt waren es 39 flugfähige Exemplare plus eine beschädigte Zelle. Die Super Cubs dienten der fliegerischen Grundausbildung, also den ersten Stunden angehender Militärpiloten. Sie waren mit Kupplungen für den Segelflugschlepp ausgerüstet. Ausgemustert wurde die L-18C Ende der 1970er-Jahre; die Angaben schwanken zwischen 1978 und 1980.
Die frühen Maschinen trugen Kennungen aus Buchstaben und Zahlen, etwa AS+525, später wechselten sie auf das Nummernsystem mit 96+xx – das Museumsexemplar in Gatow lief zuletzt als 96+20. Wie das System der Bundeswehr-Kennungen funktioniert, erklärt der Beitrag Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen.
Bundeswehr-Cub im Museum
Eine L-18C mit der historischen Kennung AS+525 ist im Militärhistorischen Museum Flugplatz Berlin-Gatow ausgestellt. Wie du den Besuch planst und was es dort sonst zu sehen gibt, steht auf der Spot-Seite Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow.
Die Super Cub war bei der Bundeswehr nicht das einzige leichte Flugzeug der Anfangsjahre. Für Verbindungs- und Beobachtungsaufgaben setzten Heer und Luftwaffe vor allem die in Deutschland gebaute Dornier Do 27 ein – ebenfalls ein Hochdecker mit Spornrad, aber deutlich größer und mit freitragendem Flügel ohne Streben.
Super Cub, J-3 Cub, Cessna oder Do 27?
Spornrad-Hochdecker gibt es mehr, als man denkt, vor allem auf Oldtimer-Treffen. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: kleiner Hochdecker
Piper PA-18 Super Cub
Spornrad, V-Streben, schmale Tandemkabine und geschlossene Haube sprechen klar für die Super Cub. Nachbauten und Weiterentwicklungen sehen ähnlich aus – das Kennzeichen bringt Gewissheit.
Piper J-3 Cub
Offene Zylinderköpfe und fehlende Landeklappen deuten auf den leichteren Vorgänger, die J-3 Cub. Oft trägt sie das klassische Cub-Gelb.
Cessna-Hochdecker
Bugrad oder eine einzelne Strebe pro Seite sprechen für eine Cessna, etwa die 150 oder 172. Eine Super Cub ist es dann nicht.
Dornier Do 27
Ein großer Spornrad-Hochdecker ohne Flügelstreben ist ein starker Hinweis auf die Do 27, die du vor allem bei Oldtimer-Veranstaltungen siehst.
Die schwierigste Unterscheidung bleibt die zur J-3 Cub. Beide teilen die Grundform, die Klapptür und oft auch die gelbe Lackierung. Achte auf die Motorhaube: Bei vielen J-3 ragen die Zylinderköpfe seitlich aus der Verkleidung, bei der Super Cub ist der Motor komplett verkleidet. Landeklappen sind ein zweites Indiz, weil die J-3 keine hat. Allerdings gibt es auch Super Cubs mit Kleinmotor ohne Klappen und J-3, die im Lauf der Jahrzehnte umgebaut wurden – am Ende entscheidet das Register.
Den Vergleich zu den Cessna-Schulflugzeugen Cessna 150 und Cessna 172 gewinnst du dagegen leicht: Bugrad, eine Strebe pro Seite und Sitze nebeneinander passen nicht zur Cub. Auch Tiefdecker wie die Piper PA-28 Cherokee scheiden sofort aus. Einen breiteren Überblick gibt dir Kleinflugzeuge erkennen.
Wo du die Super Cub antriffst
Die Super Cub ist ein Flugzeug der Graspisten. An großen Verkehrsflughäfen siehst du sie praktisch nie, an kleinen Plätzen dafür umso öfter.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Segelfluggelände und Vereinsplätze mit Segelflug | sehr hoch | Klassische Schleppmaschine, an Wochenenden im Dauereinsatz |
| Oldtimer-Treffen und Fliegertreffen | hoch | Viele liebevoll restaurierte Cubs, auch in Militärfarben |
| Flugplatzfeste | mittel | Oft Schleppvorführungen oder statische Ausstellung |
| Verkehrslandeplätze mit Flugschule | mittel | Einige Schulen bieten Spornradeinweisungen an |
| Museen | gezielt | Etwa die L-18C im Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow |
| Große Drehkreuze | sehr niedrig | Kein Platz für Kleinflugverkehr ohne Funk und Transponder |
Die besten Tage sind thermisch gute Wochenenden im Frühling und Sommer, wenn die Segelflieger früh aufbauen und die Schleppmaschine eine Runde nach der anderen dreht. Wie du solche Plätze überhaupt findest, erklärt Kleine Flugplätze und Segelfluggelände auf Karten finden. Termine für Veranstaltungen sammelt der Beitrag Flugplatzfeste in Deutschland, und beim Oldtimer-Fliegertreffen Hahnweide stehen Cubs aller Generationen nebeneinander.
In Tracking-Apps oft unsichtbar
Viele Super Cubs fliegen nach Sichtflugregeln ohne Flugplan, und nicht jede hat einen Transponder mit Positionsdaten an Bord. Schleppflüge bleiben zudem in Platznähe. Rechne also nicht damit, eine Super Cub zuverlässig im Tracking-Dienst zu finden – der Blick zum Himmel und das Gehör sind hier die besseren Werkzeuge.
Fototipps speziell für die Super Cub
Die Super Cub ist langsam, klein und kommt dir an Vereinsplätzen oft sehr nah. Das eröffnet Perspektiven, die du mit Airlinern nie bekommst.
Propeller drehen lassen
Mit sehr kurzer Belichtungszeit steht der Zweiblattpropeller still, und das Bild wirkt leblos. Geh beim Mitziehen auf deutlich längere Zeiten. Wie das funktioniert, steht in Propeller fotografieren.
Gespann im Bild
Das Motiv schlechthin ist der Schlepp: Super Cub und Segelflugzeug am Seil, kurz nach dem Abheben. Wähle eine Brennweite, die beide Flugzeuge erfasst – das Seil ist länger, als du denkst.
Spornrad zeigen
Am Boden lohnt eine tiefe Perspektive von der Seite: So kommt die typische Haltung mit erhobener Nase am besten zur Geltung. Achte darauf, dass das Kennzeichen lesbar bleibt.
Licht auf Stoff
Flach einfallendes Licht am Morgen oder Abend lässt die Rippen der Stoffbespannung plastisch hervortreten. Den richtigen Zeitpunkt berechnest du mit einem Sonnenstand-Planer.
Bevor du dich an einen Vereinsplatz stellst, frag im Zweifel kurz am Flugleiterturm oder bei den Segelfliegern nach, wo du stehen darfst. An Segelfluggeländen sind Startstelle, Windenseil und Landebahn Gefahrenbereiche – die meisten Vereine freuen sich aber über interessierte Besucher. Allgemeine Tipps zur kleinen Fliegerei findest du unter General Aviation spotten.
Bereit für deinen Schlepptag?
- Ich habe ein Segelfluggelände oder einen Vereinsplatz in meiner Nähe gefunden.
- Das Wetter passt: Thermik und Sichtflugwetter heißen Flugbetrieb.
- Ich weiß, wo die Sonne zu meiner Wunsch-Uhrzeit steht.
- Ich bleibe außerhalb von Startstelle, Seilbereich und Piste.
- Ich habe eine längere Belichtungszeit für Propellerbewegung eingestellt.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Super Cub, wenn …
- das Flugzeug ein Spornrad hat und am Boden mit erhobener Nase steht
- der Flügel oben sitzt und von zwei V-förmigen Streben pro Seite gehalten wird
- die Kabine schmal ist und zwei Sitze hintereinander hat
- die Motorhaube geschlossen ist und Landeklappen sichtbar sind
- im Register PA-18 oder L-18C als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- Zylinderköpfe aus der Haube ragen – dann kann es eine J-3 Cub sein
- die Maschine sehr neu wirkt und modernes Avionik-Design zeigt – dann kann es eine Weiterentwicklung oder ein Nachbau sein
- sie in Militärfarben auftritt – das kann eine Ex-Bundeswehr- oder Ex-US-Army-Maschine sein, aber auch eine reine Lackierung
Es ist keine Super Cub, wenn …
- das Flugzeug ein Bugrad hat
- der Flügel unten am Rumpf sitzt
- die Sitze nebeneinander angeordnet sind
- der Flügel ganz ohne Streben auskommt
Fazit
Die Piper Super Cub ist ein Flugzeug mit zwei Gesichtern: in Alaska das robuste Buschflugzeug auf Ballonreifen und Schwimmern, in Deutschland der zuverlässige Schlepper am Segelfluggelände – mit einem Kapitel Bundeswehr-Geschichte als L-18C. Spornrad, V-Streben und Tandemkabine liefern dir den Typ, Haube und Klappen grenzen sie von der J-3 ab, das Kennzeichen bestätigt. Wer Super Cubs sammeln will, fährt an einem warmen Wochenende an einen Vereinsplatz statt an ein Drehkreuz. Weitere Klassiker der kleinen Fliegerei erkennst du mit dem Guide Oldtimer am Himmel erkennen.
Kurzfazit
Nase hoch, Spornrad hinten, zwei Streben pro Flügel und zwei Sitze hintereinander: Das ist die Super Cub. Am sichersten triffst du sie dort, wo Segelflugzeuge in die Luft gezogen werden – und mit etwas Glück eine der ehemaligen Bundeswehr-Maschinen in historischer Lackierung.
Zusammenfassung
- Piper entwickelte die PA-18 aus der PA-11 Cub Special und damit aus der Linie der J-3 Cub; der Erstflug war am 23. November 1949.
- Die meistverbreitete Version ist die PA-18-150 mit 150-PS-Lycoming und Landeklappen; dazu kamen schwächere Versionen sowie Agrar- und Wasserflugzeugvarianten.
- Militärisch lief sie als L-18C und L-21, in Deutschland nutzte die Luftwaffe rund 40 L-18C von 1956 bis Ende der 1970er-Jahre.
- Zum Spotten fährst du an Segelfluggelände und kleine Vereinsplätze; Spornrad, V-Streben und Tandemkabine trennen sie von Cessna-Hochdeckern.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Piper Super Cub?
Die PA-18 läuft unter dem Typcode PA18, auch die militärischen L-18C und L-21. In Tracking-Diensten taucht sie aber nur auf, wenn die Maschine einen Transponder mit Positionsdaten an Bord hat – bei alten Schleppmaschinen ist das nicht selbstverständlich.
Was ist der Unterschied zwischen J-3 Cub und Super Cub?
Die J-3 ist das leichte Original aus den 1930er-Jahren mit kleinem Motor, ohne Landeklappen und oft mit herausstehenden Zylinderköpfen. Die Super Cub hat einen stärkeren, vollständig verkleideten Motor und ab der PA-18-125 Landeklappen. Von Weitem sehen sich beide sehr ähnlich, das Kennzeichen schafft Klarheit.
Warum ist die Super Cub so beliebt als Schleppflugzeug?
Sie kombiniert viel Motorleistung mit geringem Gewicht und einem Flügel, der viel Auftrieb erzeugt. Damit kommt sie mit Segelflugzeug am Seil schnell in die Luft und steigt gut. Dazu ist sie robust, einfach zu warten und kommt mit Graspisten problemlos zurecht.
Hatte die Bundeswehr Super Cubs?
Ja. Die Luftwaffe übernahm ab 1956 rund 40 Piper L-18C aus US-Beständen und nutzte sie für die fliegerische Grundausbildung. Die Maschinen hatten eine Schleppkupplung. Ausgemustert wurden sie Ende der 1970er-Jahre, je nach Quelle 1978 oder 1980.
Wo sehe ich eine Super Cub der Bundeswehr?
Im Militärhistorischen Museum Flugplatz Berlin-Gatow ist eine L-18C mit der historischen Kennung AS+525 ausgestellt. Ob sie gerade zugänglich ist, prüfst du vor dem Besuch auf der Museumsseite.
Wird die Super Cub noch gebaut?
Nein, Piper beendete die Produktion 1994. Der US-Hersteller CubCrafters bietet mit der Top Cub eine zugelassene, modernisierte Weiterentwicklung an, und mehrere Firmen bauen Super-Cub-ähnliche Flugzeuge als Bausatz oder Neukonstruktion.
Piper PA-18 Super Cub sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Piper J-3 Cub
Gelber Rumpf, schwarzer Blitz, Hochdecker mit Streben und Spornrad: Die Piper J-3 Cub ist das Leichtflugzeug schlechthin. Auf ihr lernte eine ganze Pilotengeneration das Fliegen, als L-4 Grasshopper flog sie über den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs – und heute tuckert sie über Oldtimer-Treffen und Vereinsplätze.
GACessna 172 Skyhawk
Hochdecker, eine Strebe pro Flügel, starres Fahrwerk und ein Zweiblattpropeller: Die Cessna 172 ist das meistgebaute Flugzeug der Welt. So erkennst du sie und ihre Varianten sicher.
GACessna 150
Klein, zweisitzig, Flügel oben mit Strebe: Die Cessna 150 hat Generationen von Piloten ausgebildet. So erkennst du sie, ihre Baujahre und die in Frankreich gebauten Reims-F150.
HistorischDornier Do 27
Freitragender Hochdeckerflügel, Spornrad und riesige Kabinenfenster: Die Do 27 war das erste Serienflugzeug aus Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und flog bei der Bundeswehr in großer Zahl. Heute triffst du sie an Vereinsflugplätzen und Oldtimertreffen.
GAPiper PA-28 Cherokee
Tiefdecker aus Metall, eine Tür rechts, Bugrad und ein Pendelhöhenruder: Die Piper PA-28 ist seit 1960 eines der wichtigsten Schulflugzeuge der Welt. Hier erfährst du, wie du Cherokee, Warrior, Archer und Arrow auseinanderhältst und wo du sie siehst.
HistorischBücker Bü 131 Jungmann
Klein, wendig und mit leicht gepfeilten Flügeln: Die Bücker Bü 131 Jungmann war ab 1934 das Schulflugzeug einer ganzen Pilotengeneration. Heute ist sie einer der beliebtesten Oldtimer-Doppeldecker. So erkennst du sie, so hältst du CASA, Aero und Nachbauten auseinander.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Piper Aircraft
Gelber Hochdecker mit Spornrad, Tiefdecker-Schulflugzeug mit einer Tür rechts, Turboprop mit Druckkabine: Hinter all diesen Mustern steht Piper Aircraft aus Vero Beach in Florida. Hier erfährst du, wie aus der Cub eine ganze Flugzeugfamilie wurde, wie du Cherokee, Seminole und M-Klasse auseinanderhältst und wo du Piper-Flugzeuge vor die Linse bekommst.
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