Das Wichtigste in Kürze
- Die SPL ist die europäische Segelfluglizenz: Seit der Neuordnung im Regelwerk Part-SFCL ist sie die einzige Lizenz für Segelflugzeuge in der EU – die frühere LAPL(S) ist darin aufgegangen.
- Früh anfangen lohnt sich: Alleinflüge sind ab 14 Jahren erlaubt, die Lizenz selbst gibt es ab 16. Kaum ein anderer Weg ins Cockpit beginnt so jung.
- Das Minimum ist überschaubar: Mindestens 15 Stunden Flugausbildung, davon 10 mit Fluglehrer und 2 allein unter Aufsicht, dazu 45 Starts und Landungen und ein Überlandflug.
- Der Verein macht es günstig: Ehrenamtliche Fluglehrer, vereinseigene Flugzeuge und Mitarbeit statt Rechnung drücken die Kosten weit unter das Niveau des Motorflugs.
- Der Preis ist Zeit: Ausgebildet wird meist an Wochenenden und im Sommer, abhängig vom Wetter. Ein bis drei Saisons sind normal.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Segelflugschein SPL: die kurze Antwort
- 2.Was die SPL ist – und was aus den alten Scheinen wurde
- 3.Voraussetzungen: Alter, Medical und Funk
- 4.Die Ausbildung nach Part-SFCL im Detail
- 5.Die Theorie: neun Fächer
- 6.Warum der Verein den Segelflug so günstig macht
- 7.Zeitbedarf: realistisch planen
- 8.Nach der Lizenz: in Übung bleiben und erweitern
- 9.Segelflug und Spotting: mehr gemeinsam, als du denkst
- 10.Worauf du achten solltest
- 11.Fazit
Ein Seil spannt sich, die Winde heult auf, und nach wenigen Sekunden steigt ein weißer Doppelsitzer steil in den Himmel. Oben klinkt der Pilot aus, und plötzlich ist es fast still – nur noch Fahrtwind. Wer das einmal von der Startstelle aus gesehen hat, versteht, warum so viele Piloten ihre Laufbahn im Segelflug beginnen. Der Segelflugschein, offiziell die SPL (Sailplane Pilot Licence), ist der jüngste und meist günstigste Weg ins Cockpit. Dieser Guide erklärt dir, was das EU-Regelwerk verlangt, wie die Ausbildung im Verein abläuft, welche Kosten anfallen und worauf du als Spotter oder Luftfahrtfan beim Einstieg achten solltest.
Vom Zaun in die Luft – und alles festhalten
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Segelflugschein SPL: die kurze Antwort
Die SPL ist die europäische Lizenz für Segelflugzeuge. Du darfst ab 14 Jahren allein fliegen und die Lizenz ab 16 Jahren beantragen. Vorgeschrieben sind mindestens 15 Stunden Flugausbildung, davon 10 mit Fluglehrer und 2 allein unter Aufsicht, außerdem 45 Starts und Landungen, ein Überlandflug, eine Theorieprüfung in neun Fächern und eine praktische Prüfung. Medizinisch reicht ein LAPL-Tauglichkeitszeugnis. Ausgebildet wird in Deutschland überwiegend in Luftsportvereinen. Dort sind die Fluglehrer Ehrenamtliche, deshalb kostet die Ausbildung dort meist nur einen Bruchteil einer Motorflug-Lizenz. Dafür zahlst du mit Zeit: Wochenenden am Platz und Mitarbeit im Flugbetrieb gehören dazu.
Was die SPL ist – und was aus den alten Scheinen wurde
Die Regeln für Segelflugpiloten stehen seit 2020 in einem eigenen EU-Regelwerk, Part-SFCL. Vorher galten die Segelflugregeln als Teil des allgemeinen Lizenzrechts Part-FCL. Dort gab es zwei Varianten nebeneinander: die international anerkannte SPL und die nur in Europa gültige LAPL(S). Part-SFCL hat das vereinfacht: Heute gibt es für Segelflugzeuge nur noch die SPL, ältere LAPL(S) wurden in SPL umgewandelt. Wer noch länger zurückdenkt, kennt aus Deutschland die früheren nationalen Segelflugscheine, zuletzt die GPL (Glider Pilot Licence) – auch diese Lizenzen sind längst in das europäische System überführt.
Die SPL berechtigt dich, Segelflugzeuge als verantwortlicher Pilot zu fliegen, und zwar nichtgewerblich und ohne Bezahlung. Wer später gegen Entgelt fliegen will, etwa Gastflüge für einen Betreiber, braucht laut Regelwerk mindestens 18 Jahre und 75 Stunden oder 200 Starts als verantwortlicher Pilot nach Lizenzerteilung. Als Fluglehrer darfst du für die Ausbildung bezahlt werden. Im Vereinsalltag spielt das kaum eine Rolle – hier fliegt fast jeder ehrenamtlich.
Wie die SPL im Vergleich zu anderen Lizenzen einzuordnen ist, zeigt dir der Überblick Wege ins Cockpit. Wenn du zwischen Segelflug, Ultraleichtschein und Privatpilotenlizenz PPL(A) schwankst, lohnt sich zusätzlich der Vergleich LAPL oder PPL.
Voraussetzungen: Alter, Medical und Funk
Alter. Ein Mindestalter für den Ausbildungsbeginn schreibt das Regelwerk nicht vor. Viele Vereine nehmen Jugendliche ab etwa 13 oder 14 Jahren auf. Den ersten Alleinflug darfst du mit 14 machen – vorausgesetzt, ein Fluglehrer gibt dich frei und beaufsichtigt den Flug. Die Lizenz kannst du ab 16 beantragen. Eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht.
Medical. Für die SPL brauchst du mindestens das LAPL-Tauglichkeitszeugnis, ein Klasse-2-Medical gilt ebenfalls. Es muss spätestens vor dem ersten Alleinflug vorliegen. Sinnvoll ist, die fliegerärztliche Untersuchung früh zu machen: Dann weißt du, ob etwas im Weg steht, bevor du Zeit und Geld investierst. Welche Klassen es gibt und wie die Untersuchung abläuft, erklärt der Artikel Fliegerärztliche Tauglichkeit.
Funk. Segelflieger sprechen über Funk mit anderen Piloten, mit Flugleitern an Flugplätzen und – je nach Luftraum – mit der Flugsicherung. In Deutschland erwerben die meisten Segelflieger dafür ein Flugfunkzeugnis, etwa das BZF II für Funk auf Deutsch oder das BZF I, das auch Englisch umfasst. Ohne ein solches Zeugnis sind die Möglichkeiten eingeschränkt, insbesondere in kontrollierten Lufträumen. Wie die Ausbildung dazu in deinem Verein organisiert ist, erfährst du am besten direkt beim Ausbildungsleiter. Einen Vorgeschmack auf Funkverkehr geben die Artikel Flugfunk-Frequenzen verstehen und Sprechfunk-Phraseologie.
Erst schnuppern, dann investieren
Fast jeder Segelflugverein bietet Gastflüge oder Schnuppertage an. Ein Wochenende an der Startstelle zeigt dir besser als jede Broschüre, ob dir Flugbetrieb, Teamarbeit und Vereinsleben liegen.
Die Ausbildung nach Part-SFCL im Detail
Ausgebildet wird an einer zugelassenen oder erklärten Ausbildungsorganisation (ATO oder DTO). Viele Luftsportvereine sind selbst als DTO gemeldet und bilden ihre Mitglieder damit eigenständig aus. Das Regelwerk legt Mindestwerte fest, keine Durchschnittswerte – die meisten Schüler brauchen mehr.
| Anforderung | Mindestwert laut Part-SFCL |
|---|---|
| Flugausbildung im Segelflugzeug gesamt | 15 Stunden |
| davon mit Fluglehrer (Doppelsitzer) | 10 Stunden |
| davon allein unter Aufsicht | 2 Stunden |
| Starts und Landungen | 45 |
| Überlandflug | allein mindestens 50 km oder mit Lehrer mindestens 100 km |
| Alleinflug | ab 14 Jahren, mit Freigabe durch den Fluglehrer |
| Lizenz | ab 16 Jahren |
Die praktische Ausbildung
Du beginnst im Doppelsitzer, vorn der Schüler, hinten der Lehrer. Die ersten Flüge drehen sich um Grundlagen: Geradeausflug, Kurven, Geschwindigkeit halten, Landeeinteilung. Weil ein Windenstart nur wenige Minuten Flugzeit bringt, sammelst du anfangs viele Starts und Landungen und vergleichsweise wenige Stunden. Genau das ist im Segelflug der Kern der Ausbildung: Start, Platzrunde und Landung müssen sitzen, denn ein Durchstarten wie im Motorflugzeug gibt es nicht.
Dazu kommen Notfallübungen. Ein Seilriss beim Windenstart wird geübt, bis die Reaktion automatisch kommt. Außerdem lernst du, Strömungsabrisse und Trudeln zu erkennen und zu beenden und eine Außenlandung auf einem Feld vorzubereiten. Irgendwann sagt dein Lehrer nach der Landung, dass er aussteigt. Der erste Alleinflug bleibt für die meisten Piloten der Moment, an den sie sich ein Leben lang erinnern.
Danach geht es um Thermik, also aufsteigende Warmluft, die Segelflugzeuge zum Steigen nutzen. Du lernst, Aufwinde zu finden, zu zentrieren und die Höhe für längere Flüge zu nutzen. Am Ende steht der vorgeschriebene Überlandflug, also ein Flug, bei dem du den Gleitbereich deines Flugplatzes verlässt.
Die Startarten
Jede Startart wird in Part-SFCL einzeln ausgebildet und in die Lizenz eingetragen. Für den Windenstart und den heute seltenen Autoschlepp verlangt das Regelwerk mindestens 10 Starts mit Lehrer und 5 Starts allein unter Aufsicht. Für Flugzeugschlepp und Eigenstart (bei Segelflugzeugen mit Klapptriebwerk) sind es mindestens 5 Starts mit Lehrer und 5 allein unter Aufsicht.
Windenstart
- Standard in den meisten Vereinen
- pro Start am günstigsten
- steiler Steigflug auf einige hundert Meter Höhe
Flugzeugschlepp
- ein Motorflugzeug zieht dich am Seil hoch
- Ausklinkhöhe frei wählbar, deshalb ideal für Überlandflüge
- deutlich teurer pro Start
Eigenstart
- Segelflugzeug mit eigenem Klapptriebwerk
- unabhängig von Winde und Schleppflugzeug
- in der Grundausbildung eher die Ausnahme
Die Theorie: neun Fächer
Die Theorieprüfung legst du bei der zuständigen Luftfahrtbehörde ab, in Deutschland in der Regel bei der Landesluftfahrtbehörde deines Bundeslands. Part-SFCL teilt den Stoff in vier gemeinsame und fünf segelflugspezifische Fächer:
- Gemeinsame Fächer: Luftrecht, menschliches Leistungsvermögen, Meteorologie, Kommunikation
- Segelflugspezifisch: Grundlagen des Fliegens (Aerodynamik), betriebliche Verfahren, Flugleistung und Flugplanung, allgemeine Luftfahrzeugkunde, Navigation
Gelernt wird meist im Winterhalbjahr, wenn kaum geflogen wird. Viele Vereine bieten Theorieabende an, dazu kommen Lehrbücher und Lernprogramme. Für Spotter ist die Theorie oft der überraschend vertraute Teil: Wer weiß, wie man Luftraumklassen liest oder Wetter-Apps interpretiert, startet mit einem Vorsprung. Meteorologie bekommt im Segelflug aber eine ganz neue Tiefe: Wolkenbasis, Thermikstärke und Windscherung entscheiden hier darüber, ob du oben bleibst.
Wetter und Wind immer im Blick
Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen – praktisch für Spotter-Tage und genauso für den Blick auf die Bedingungen vor dem Flugtag. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Warum der Verein den Segelflug so günstig macht
Eine feste Preisliste für den Segelflugschein gibt es nicht. Jeder Verein legt Aufnahmegebühr, Jahresbeitrag und Fluggebühren selbst fest, und die Unterschiede sind groß. Trotzdem gilt der Segelflug zu Recht als günstigster Weg in die Luft. Drei Gründe stecken dahinter:
- Ehrenamtliche Fluglehrer. Im Verein bezahlst du keine Lehrerstunden. Die Ausbilder sind Mitglieder, die ihre Freizeit investieren – genau wie du später vielleicht.
- Vereinseigene Flugzeuge. Doppelsitzer, Einsitzer und Winde gehören dem Verein. Du zahlst Gebühren pro Start und Flugzeit, die vor allem die laufenden Kosten decken.
- Kein Treibstoff im Flug. Der teuerste Faktor im Motorflug fällt beim Segelflug weg. Energie kostet nur der Start – und der Windenstart ist dabei die günstigste Variante.
Die Gegenleistung ist Mitarbeit. Am Flugtag hilft jeder mit: Flugzeuge aus der Halle holen, Seile auslegen, die Winde bedienen, Startleitung übernehmen, gelandete Flugzeuge zurückholen. Im Winter werden Flugzeuge gewartet und Gelände gepflegt. Die meisten Vereine verlangen eine feste Zahl an Arbeitsstunden pro Jahr. Wie das Vereinsleben im Detail aussieht, beschreibt der Artikel Mitglied im Luftsportverein werden.
Typische Posten auf deiner Rechnung, nach denen du beim Verein fragen solltest:
- Aufnahmegebühr und Jahresbeitrag (für Schüler und Studierende oft ermäßigt)
- Gebühren pro Windenstart bzw. Flugzeugschlepp
- Flugzeitgebühren für Vereinsflugzeuge
- Medical, Lehrbücher und Lernsoftware
- Gebühren für Theorie- und Praxisprüfung sowie Lizenzausstellung
- gegebenenfalls Flugfunkzeugnis
Zum Vergleich: Wie viel eine Berufspilotenausbildung kostet, zeigt der Artikel ATPL-Ausbildung und Kosten – da wird schnell klar, warum viele Luftfahrtbegeisterte im Segelflug anfangen.
Zeitbedarf: realistisch planen
Das Minimum von 15 Stunden klingt nach wenigen Wochen. In der Realität dauert die Vereinsausbildung meist ein bis drei Saisons. Geflogen wird vor allem an Wochenenden, Feiertagen und in Fluglagern im Sommer. Regen, starker Wind oder tiefe Wolken streichen Flugtage. Wer regelmäßig am Platz ist und ein Fluglager mitnimmt, kommt deutlich schneller voran als jemand, der nur jedes zweite Wochenende vorbeischaut.
1. Verein finden und schnuppern
Suche Segelfluggelände in deiner Nähe, besuche einen Flugtag und mach einen Gastflug. Der Artikel Flugplätze auf Karten finden hilft bei der Suche.
2. Medical machen
Vereinbare früh einen Termin beim Fliegerarzt. Ohne Tauglichkeitszeugnis kein Alleinflug.
3. Doppelsitzer-Schulung
Starts, Platzrunden, Landungen, Notverfahren – bis dein Lehrer dich freigibt.
4. Alleinflüge und Thermik
Allein Erfahrung sammeln, Thermikflug lernen, den Überlandflug vorbereiten.
5. Theorie im Winter
Neun Fächer lernen und die Prüfung bei der Behörde ablegen.
6. Praktische Prüfung
Prüfungsflüge mit einem Prüfer, danach beantragst du die Lizenz.
Nach der Lizenz: in Übung bleiben und erweitern
Die SPL hat kein klassisches Ablaufdatum wie manche Berechtigungen im Motorflug. Du darfst ihre Rechte aber nur nutzen, wenn du in Übung bist. Für Segelflugzeuge verlangt Part-SFCL in den letzten 24 Monaten vor einem Flug mindestens 5 Stunden Flugzeit, 15 Starts und zwei Übungsflüge mit Fluglehrer. Alternativ legst du eine Befähigungsüberprüfung bei einem Prüfer ab. Und dein Medical muss gültig sein.
Passagiere. Willst du Freunde oder Familie mitnehmen, brauchst du nach der Lizenz mindestens 10 Stunden oder 30 Starts als verantwortlicher Pilot und einen Übungsflug, bei dem du einem Lehrer zeigst, dass du Passagiere sicher befördern kannst. Zusätzlich müssen in den letzten 90 Tagen mindestens drei Starts als verantwortlicher Pilot im Flugbuch stehen.
Erweiterungen. Mit der SPL bist du nicht festgelegt:
- Reisemotorsegler (TMG): mindestens sechs Stunden Zusatzausbildung, davon vier mit Lehrer, ein Allein-Überlandflug über mindestens 150 Kilometer mit Landung auf einem anderen Flugplatz und eine eigene Prüfung.
- Kunstflug: Die Grundberechtigung setzt mindestens 30 Stunden oder 120 Starts als verantwortlicher Pilot nach Lizenzerteilung und einen eigenen Lehrgang voraus.
- Wolkenflug: Mindestens 30 Stunden als verantwortlicher Pilot nach Lizenzerteilung, Theorie und Instrumentenflugausbildung mit Lehrer.
- Fluglehrer: Wer lange genug dabei ist, kann selbst Fluglehrer werden und gibt weiter, was er im Verein bekommen hat.
Viele Piloten wechseln später zusätzlich in den Motorflug. Die Erfahrung aus dem Segelflug – Gefühl für Fahrt, Wetter und Landeeinteilung – nehmen sie dabei mit. Wer langfristig ins Airline-Cockpit will, findet im Artikel DLR-Test und Pilotenauswahl den nächsten Schritt.
Segelflug und Spotting: mehr gemeinsam, als du denkst
Wenn du sonst am Zaun eines Großflughafens stehst, öffnet dir der Segelflug eine neue Perspektive. Am Segelfluggelände kommst du nah an die Flugzeuge, siehst Technik von innen und lernst, wie Wetter und Luftraum wirklich funktionieren. Gleichzeitig ist das Gelände selbst ein dankbares Fotomotiv: Windenstarts mit steilem Steigwinkel, Schleppzüge, Landungen auf Gras im Abendlicht.
Auch digital überschneiden sich die Welten. Viele Segelflugzeuge senden FLARM-Signale, die über das Open Glider Network sichtbar werden – wie das funktioniert, erklärt der Guide FLARM und Open Glider Network. Wer Kleinflugzeuge allgemein bestimmen will, findet Hilfe in Kleinflugzeuge erkennen und General Aviation spotten. Die schönsten Gelegenheiten, Vereine kennenzulernen, sind übrigens Flugplatzfeste.
Und wer verstehen will, woher die Begeisterung kommt: Das Deutsche Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe steht an dem Berg in der Rhön, an dem in den 1920er-Jahren die Rhön-Wettbewerbe den Segelflug in Deutschland populär machten. Bis heute wird dort geflogen.
Bist du bereit für den Einstieg?
- Ich bin mindestens 13 oder 14 Jahre alt (oder werde es in Kürze).
- Ich habe einen Verein in erreichbarer Nähe gefunden.
- Ich kann regelmäßig Wochenenden am Flugplatz verbringen.
- Ich habe Lust auf Teamarbeit und Mitarbeit im Flugbetrieb.
- Ich habe mich nach Beiträgen und Fluggebühren erkundigt.
- Ich plane, das Medical früh zu machen.
Worauf du achten solltest
- Wartezeiten erfragen. In manchen Vereinen gibt es mehr Flugschüler als Lehrer. Frag, wie viele Schüler gerade ausgebildet werden und wie oft du realistisch fliegen kannst.
- Beitragsordnung offenlegen lassen. Seriöse Vereine zeigen dir Beiträge, Fluggebühren und Arbeitsstunden schwarz auf weiß.
- Medical vor großen Ausgaben. Kläre die Tauglichkeit, bevor du dich langfristig bindest.
- Fluglager mitnehmen. Ein bis zwei Wochen am Stück bringen oft mehr Fortschritt als ein halbes Jahr einzelner Wochenenden.
- Geduld mit dem Wetter. Gestrichene Flugtage gehören dazu. Nutze sie für Theorie und Werkstatt.
Deine Flieger, deine Sammlung
Im Hangar von Planetrack sammelst du jede Sichtung, führst eine Wunschliste und teilst Fotos mit einer Community, die Likes, Kommentare und ein Foto der Woche bietet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Der Segelflugschein SPL ist der klassische Einstieg ins Fliegen: früh möglich, im Verein bezahlbar und fliegerisch eine hervorragende Schule. Das Regelwerk Part-SFCL setzt klare Mindestwerte – 15 Stunden Ausbildung, 45 Starts, ein Überlandflug, neun Theoriefächer und eine praktische Prüfung. Den eigentlichen Preis zahlst du mit Zeit und Mitarbeit am Platz. Wer das mitbringt, bekommt dafür nicht nur eine Lizenz, sondern einen Zugang zur Luftfahrt, den kein Zaun bietet.
Kurzfazit
Alleinflug ab 14, Lizenz ab 16, LAPL-Medical genügt: Die SPL ist der günstigste und jüngste Weg ins Cockpit. Such dir einen Verein, mach früh das Medical, plane ein bis drei Saisons ein und bring Lust auf Teamarbeit mit – dann wird aus dem Zuschauen am Zaun eigenes Fliegen.
Zusammenfassung
- Die SPL (Sailplane Pilot Licence) regelt das EU-Recht im Anhang Part-SFCL. Sie berechtigt zum nichtgewerblichen Fliegen von Segelflugzeugen und lässt sich auf Reisemotorsegler (TMG) erweitern.
- Voraussetzungen sind ein flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis (mindestens LAPL-Medical), eine Theorieprüfung in neun Fächern und eine praktische Prüfung mit einem Prüfer.
- Jede Startart – Winde, Flugzeugschlepp, Eigenstart – wird einzeln ausgebildet und eingetragen. Im Verein ist der Windenstart der Standard, weil er pro Start am günstigsten ist.
- Wer die Lizenz hat, muss in Übung bleiben: Innerhalb von 24 Monaten verlangt das Regelwerk Flugzeit, Starts und Übungsflüge mit Lehrer, für Passagierflüge zusätzlich frische Starts in den letzten 90 Tagen.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter kann ich den Segelflugschein machen?
Mit der Ausbildung kannst du anfangen, sobald dein Verein dich aufnimmt – viele nehmen Jugendliche ab 13 oder 14 Jahren. Allein fliegen darfst du laut Part-SFCL ab 14 Jahren, wenn ein Fluglehrer dich dafür freigibt und beaufsichtigt. Die Lizenz selbst beantragen kannst du ab 16.
Wie viele Flugstunden brauche ich für die SPL?
Das Regelwerk verlangt mindestens 15 Stunden Flugausbildung in Segelflugzeugen. Davon müssen mindestens 10 Stunden mit Fluglehrer und 2 Stunden allein unter Aufsicht geflogen werden. Dazu kommen mindestens 45 Starts und Landungen sowie entweder ein Allein-Überlandflug über mindestens 50 Kilometer oder ein Überlandflug mit Lehrer über mindestens 100 Kilometer. In der Praxis fliegen die meisten Schüler mehr als das Minimum.
Welches Medical brauche ich für den Segelflug?
Für die SPL reicht das LAPL-Tauglichkeitszeugnis, ein Klasse-2-Medical deckt sie ebenfalls ab. Spätestens vor dem ersten Alleinflug muss es vorliegen. Wie lange es gilt, hängt von deinem Alter ab. Mehr dazu steht im Artikel zur fliegerärztlichen Tauglichkeit.
Welche Fächer hat die Theorieprüfung?
Neun Fächer: Luftrecht, menschliches Leistungsvermögen, Meteorologie und Kommunikation als gemeinsame Fächer, dazu die segelflugspezifischen Fächer Grundlagen des Fliegens, betriebliche Verfahren, Flugleistung und Flugplanung, allgemeine Luftfahrzeugkunde und Navigation.
Was kostet der Segelflugschein im Verein?
Eine feste Summe gibt es nicht, weil jeder Verein eigene Beiträge und Fluggebühren hat. Typische Posten sind Aufnahmegebühr, Jahresbeitrag, Gebühren pro Windenstart oder Schlepp, Flugminuten im Vereinsflugzeug, Medical, Lernmaterial, Prüfungsgebühren und die Lizenzausstellung. Durch ehrenamtliche Fluglehrer liegt die Vereinsausbildung meist deutlich unter dem, was eine Motorflug-Lizenz an einer kommerziellen Flugschule kostet.
Darf ich mit der SPL Passagiere mitnehmen?
Ja, aber nicht sofort. Nach Erhalt der Lizenz brauchst du mindestens 10 Stunden oder 30 Starts als verantwortlicher Pilot und einen Übungsflug, in dem du einem Fluglehrer zeigst, dass du Passagiere sicher befördern kannst. Außerdem musst du in den letzten 90 Tagen mindestens drei Starts als verantwortlicher Pilot gemacht haben.
Kann ich mit der SPL auch Motorsegler fliegen?
Mit einer Erweiterung ja. Für Reisemotorsegler (TMG) verlangt Part-SFCL zusätzliche Ausbildung von mindestens sechs Stunden, davon vier mit Lehrer, einen Allein-Überlandflug über mindestens 150 Kilometer mit Landung auf einem anderen Flugplatz und eine eigene praktische Prüfung.
Muss die Lizenz regelmäßig verlängert werden?
Die SPL wird nicht klassisch verlängert, du musst aber in Übung bleiben. Für Segelflugzeuge heißt das: in den letzten 24 Monaten mindestens 5 Stunden Flugzeit, 15 Starts und zwei Übungsflüge mit Fluglehrer – oder alternativ eine Befähigungsüberprüfung bei einem Prüfer. Gültig sein muss außerdem dein Medical.
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