Das Wichtigste in Kürze
- Die Extra 300 ist das bekannteste deutsche Kunstflugzeug: konstruiert von Walter Extra, gebaut seit 1988 am Flugplatz Schwarze Heide in Hünxe am Niederrhein.
- Aus der 300 wurde eine ganze Familie: 300L und 300LP, später 330LX, 330SC, 330LT, 330SX und die Kohlefaser-Neuentwicklung NG.
- Schnellster Erkennungsweg: Spornrad, große Glashaube, flache Boxer-Nase mit Dreiblatt-Propeller und kurzer, kompakter Rumpf.
- Im Wettbewerb dominiert Extra seit Jahren: Laut Hersteller war die 330SC das Flugzeug der Weltmeister unter anderem 2009, 2013 bis 2017, 2019, 2022 und 2023.
- Für Spotter: Extras siehst du bei Kunstflug-Meisterschaften, auf Airshows, bei Flugplatzfesten und als Trainingsflugzeuge an kleineren Plätzen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Extra EA-300?
- 2.Von der 300 zur NG: die Familie im Überblick
- 3.Technik: Stahlrohr, Kohlefaser und Boxer-Power
- 4.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 5.Extra, Jak-52 oder Grob? Die Schnellbestimmung
- 6.Wettbewerb: das Flugzeug der Weltmeister
- 7.Airshows und Kunstflugteams
- 8.Wo du die Extra antriffst
- 9.Fototipps speziell für Kunstflug
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Extra Flugzeugproduktions- und Vertriebs-GmbH, Flugplatz Schwarze Heide, Hünxe (Nordrhein-Westfalen) |
|---|---|
| Konstrukteur | Walter Extra, selbst Wettbewerbs-Kunstflugpilot |
| Rolle | Kunstflugzeug für Wettbewerb (Unlimited), Airshow, Schulung und Training |
| Vorgänger | Extra 230 (ab 1981) und Extra 260 |
| Erstflug Extra 300 | 6. Mai 1988 |
| Musterzulassung | Extra 300: LBA am 16. Mai 1990; Extra 300L: LBA am 31. Januar 1995 |
| ICAO-Typcode | E300 (deckt nach gängigen Typenlisten auch die EA-330 ab) |
| Motor (330LX, 330SC, NG) | 1 × Lycoming AEIO-580-B1A, Sechszylinder-Boxer, 315 PS |
| Propeller (330LX, 330SC) | MT-Propeller (Mühlbauer), Dreiblatt |
| Spannweite | 330LX: 8,0 m; 330SC: 7,5 m; NG: 8,30 m |
| Länge | 330LX: 6,9 m; 330SC: 6,7 m; NG: 7,11 m |
| Leergewicht (typisch ausgerüstet) | 330LX: 660 kg; 330SC: 585 kg; NG: 635 kg |
| Lastvielfache | bis ±10 g (einsitzig im Kunstflug); 330LX zweisitzig ±8 g |
| Höchstzulässige Geschwindigkeit (VNE) | 220 kt (rund 407 km/h) |
| Bauweise | Rumpf aus Stahlrohr (300L, 330LX, 330SC), Flügel und Leitwerk aus Kohlefaser; NG mit Kohlefaser-Monocoque-Rumpf |
| Gebaute Extra-Flugzeuge | laut Hersteller über 850 (alle Typen, seit 1980) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Spornradfahrwerk mit einem durchgehenden, schlanken Federbein aus Glasfaser und kleinem, lenkbarem Spornrad am Heck
- Große, tropfenförmige Glashaube – bei den Zweisitzern (300L, 330LX, 330LT, NG) mit zwei Sitzen hintereinander
- Flache, breite Motorhaube für den Sechszylinder-Boxer statt einer runden Sternmotor-Nase – meist mit Dreiblatt-Propeller
- Tiefdecker bei 300L, 330LX, 330SC und NG; die ursprüngliche Extra 300 und die 300S haben den Flügel weiter oben am Rumpf (Mitteldecker)
- Sehr große Querruder, die fast über die ganze Flügelhinterkante laufen, oft mit Spaden (kleinen Hilfsflächen) unter dem Flügel
- Kurzer, kompakter Rumpf von rund sieben Metern Länge, hohe Seitenflosse mit großem Seitenruder
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner, bulliger Tiefdecker zieht senkrecht nach oben, bleibt kurz in der Luft stehen, kippt über die Fläche ab und rollt danach so schnell, dass du die Umdrehungen kaum zählen kannst: Sehr wahrscheinlich hast du gerade eine Extra gesehen. Die Kunstflugzeuge aus Hünxe am Niederrhein sind seit Jahrzehnten das Maß der Dinge bei Meisterschaften und auf Airshows. Diese Seite zeigt dir, woher die Extra 300 kommt, wie sich 300L, 330LX, 330SC und NG unterscheiden und wo du sie vor die Kamera bekommst.
Die Extra in deinen Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Extra-Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Flugplatz und Spot fest und sammelst die Varianten von 300L bis NG in deinem Hangar. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Extra EA-300?
Die Extra 300 ist ein Kunstflugzeug für den Wettbewerb in der höchsten Klasse, der sogenannten Unlimited-Kategorie. Konstruiert hat sie Walter Extra, der selbst seit Ende der 1970er-Jahre Kunstflug-Wettbewerbe flog. Bevor er eigene Flugzeuge entwarf, baute er sich nach Angaben seines Unternehmens eine Pitts S-1, den damals typischen Kunstflug-Doppeldecker. Um 1980 gründete er seine eigene Firma, ein Jahr später stand die erste Extra 230 fertig: ein einsitziger Mitteldecker mit Holzflügel, der ab 1983 bei Europa- und ab 1984 bei Weltmeisterschaften antrat.
Ab 1987 arbeitete Extra an einem Nachfolger. Parallel entstanden die einsitzige Extra 260 und der Prototyp der zweisitzigen Extra 300. Die 300 flog erstmals am 6. Mai 1988 und erhielt am 16. Mai 1990 die Musterzulassung des Luftfahrt-Bundesamts. Entscheidende Neuerungen gegenüber der 230 waren ein Flügel aus Verbundwerkstoff statt Holz und der stärkere, einspritzende Lycoming AEIO-540 mit rund 300 PS. Der Flügel hat ein symmetrisches Profil: Die Maschine fliegt in Normal- und Rückenlage praktisch gleich – genau das, was Wettbewerbspiloten wollen.
Gebaut werden alle Extras am Flugplatz Schwarze Heide in Hünxe, direkt an der Stadtgrenze zu Dinslaken im Kreis Wesel. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen in über vierzig Jahren mehr als 850 Flugzeuge ausgeliefert; das 800. lief im Dezember 2021 vom Band. 2003 übernahmen laut Firmengeschichte neue, US-amerikanische Eigentümer und ein neues Management das Unternehmen.
Von der 300 zur NG: die Familie im Überblick
Aus dem ersten Zweisitzer ist eine ganze Typfamilie geworden. Die Bezeichnungen wirken auf den ersten Blick verwirrend, folgen aber einem einfachen Muster: S steht für Single, also einsitzig, L für die Varianten mit tiefer gesetztem Flügel (Low Wing), und die Zahl 330 für den stärkeren Motor.
| Variante | Sitze | Merkmale | Meilenstein |
|---|---|---|---|
| Extra 300 | 2 | Ursprünglicher Zweisitzer, Mitteldecker, AEIO-540 | Erstflug 6. Mai 1988 |
| Extra 300S | 1 | Einsitzer mit kürzerer Spannweite | Erstflug 1992 |
| Extra 300L | 2 | Tiefdecker, weit verbreiteter Zweisitzer | LBA-Zulassung 31. Januar 1995 |
| Extra 300LP | 2 | Gewichtsreduzierte 300L für Wettbewerb und Airshow | Beliebt bei Display-Teams |
| Extra 330SC | 1 | Unlimited-Wettbewerbsflugzeug, AEIO-580 mit 315 PS | EASA-Zulassung 17. Juli 2008 |
| Extra 330LT | 2 | Zweisitzer mit AEIO-580 | Vorgestellt im April 2010 auf der AERO |
| Extra 330LX | 2 | Hochleistungs-Zweisitzer für Wettbewerb und Schulung | Zulassung Ende 2010 angekündigt, EASA-Datenblatt: April 2011 |
| Extra 330LE | 1 | Elektrischer Erprobungsträger mit Siemens-Motor | Erstflug 4. Juli 2016 |
| Extra NG | 2 | Neuentwicklung mit Kohlefaser-Rumpf | Erstflug 2018, EASA-Zulassung Oktober 2019 |
| Extra 330SX | 1 | Weiterentwicklung der 330SC | Erstflug 2023, EASA-Zulassung Anfang 2024 |
Daneben gibt es Sonderversionen wie die 300SR, einen Einsitzer mit eigens entworfenem Flügel für das Red Bull Air Race. Im Musterdatenblatt laufen alle diese Varianten übrigens als Untertypen der EA 300 – die 330LX etwa heißt dort EA 300/LC. Mit der kleineren Extra 200 als günstigerem Trainer und den Reiseflugzeugen EA-400 und EA-500 hat das Werk auch ganz andere Wege beschritten – die haben mit der Kunstflugfamilie aber nur den Namen gemeinsam.
Technik: Stahlrohr, Kohlefaser und Boxer-Power
Die klassische Extra kombiniert zwei Bauweisen. Der Rumpf von 300L, 330LX und 330SC ist ein geschweißtes Stahlrohrgerüst – robust, reparaturfreundlich und bewährt. Flügel und Leitwerk bestehen aus Kohlefaser, der Flügel trägt einen integrierten Tank. Dazu kommen ein Brandschott aus Titan und ein federndes Hauptfahrwerk aus Verbundwerkstoff. Die NG geht einen Schritt weiter: Ihr Rumpf ist ein Kohlefaser-Monocoque, die gesamte Grundstruktur besteht aus Verbundwerkstoff.
Angetrieben werden die aktuellen Modelle vom Lycoming AEIO-580-B1A, einem luftgekühlten Sechszylinder-Boxermotor mit 315 PS. Das „AE“ steht für die Kunstflug-Ausführung: Öl- und Kraftstoffsystem funktionieren auch in Rückenlage. Die Kraft geht auf einen Dreiblatt-Verstellpropeller des bayerischen Herstellers MT-Propeller. Die Höchstzulässige Geschwindigkeit liegt bei 220 Knoten, rund 407 km/h.
Die Zahlen aus den Herstellerangaben zeigen, wie leicht diese Flugzeuge sind:
| Kennwert | 330LX | 330SC | NG |
|---|---|---|---|
| Sitze | 2 | 1 | 2 |
| Spannweite | 8,0 m | 7,5 m | 8,30 m |
| Länge | 6,9 m | 6,7 m | 7,11 m |
| Leergewicht (typisch) | 660 kg | 585 kg | 635 kg |
| Max. Abflugmasse Kunstflug | 820 kg (einsitzig) | 780 kg | 820 kg |
| Lastvielfache Kunstflug | ±10 g einsitzig, ±8 g zu zweit | ±10 g | ±10 g |
| Treibstoff gesamt | 189 l | 224 l | 196 l |
Für den Kunstflug nutzen die Piloten nur einen kleineren Tank, damit das Flugzeug leicht und der Schwerpunkt stabil bleibt. Bei der 330SC sind das laut Hersteller rund 101 Liter, bei der 330LX 67 Liter.
Hören statt sehen
Der Sechszylinder-Boxer klingt heller und kerniger als der tiefe Brummton eines Sternmotors. Wer beide schon gehört hat, unterscheidet Extra und Jak-52 oft schon, bevor sie über der Baumkante auftauchen. Mehr dazu steht im Beitrag Flugzeugtypen am Geräusch erkennen.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Kunstflugzeuge sehen sich auf den ersten Blick ähnlich: klein, kurz, Spornrad, große Haube. Mit drei Beobachtungen grenzt du die Extra trotzdem zuverlässig ein.
Nase ansehen
Eine flache, breite Motorhaube mit Boxermotor und meist drei Propellerblättern spricht für Extra. Eine dicke, runde Nase mit Sternmotor deutet dagegen auf Jak-52, Su-26 oder Su-29.
Fahrwerk prüfen
Extras haben immer ein Spornrad und ein durchgehendes, schlankes Hauptfahrwerk aus Glasfaser. Ein Bugrad schließt die Kunstflugfamilie praktisch aus.
Haube und Sitze zählen
Eine lange Haube über zwei Sitzen hintereinander bedeutet einen Zweisitzer wie 300L, 330LX oder NG. Eine kurze Blase über einem Sitz spricht für 330SC oder 330SX.
Die genaue Variante zeigt dir am Ende das Kennzeichen. Gerade 300L und 330LX oder 330SC und 330SX unterscheiden sich von außen kaum – Datenbanken und Register schaffen hier Klarheit. Wie du Fahrwerkskonfigurationen allgemein liest, erklärt der Guide Fahrwerkskonfigurationen als Erkennungsmerkmal.
Extra, Jak-52 oder Grob? Die Schnellbestimmung
Auf Flugplatzfesten stehen Extras oft neben anderen kunstflugtauglichen Kleinflugzeugen. Der Finder hilft bei den häufigsten Kandidaten.
Schnellbestimmung: kunstflugtaugliches Kleinflugzeug
Extra 300 / 330
Boxer-Nase, Spornrad und große Blasenhaube sind das typische Extra-Bild. Zähl die Sitze: einer heißt 330SC oder 330SX, zwei heißt 300L, 330LX, 330LT oder NG.
Jakowlew Jak-52
Sternmotor plus Bugrad, dessen Räder eingefahren sichtbar bleiben: Das ist der sowjetische Trainer aus rumänischer Produktion. Mehr auf der Seite zur Jak-52.
Grob G 115 oder ein anderer Trainer
Bugrad und Sitze nebeneinander sprechen für einen Schul- und Kunstflugtrainer wie die Grob G 115, nicht für eine Extra.
Schwieriger wird es bei anderen modernen Einsitzern mit Boxermotor und Spornrad, wie sie in der Unlimited-Klasse und bei Airshow-Piloten verbreitet sind. Die Grundform ist bei diesen Flugzeugen sehr ähnlich. Achte auf Haubenform, Leitwerk und Fahrwerksbein – und schau im Zweifel nach dem Kennzeichen.
Wettbewerb: das Flugzeug der Weltmeister
Seinen Ruf hat Extra auf den Wettbewerbsplätzen erarbeitet. Schon 1989 flogen bei der Europameisterschaft sieben Piloten eine Extra, zwei Jahre später elf. Mit der 330SC wurde die Marke in der Unlimited-Klasse endgültig zum Standard: Laut Hersteller gewannen Piloten auf diesem Typ die Weltmeistertitel unter anderem 2009, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2019, 2022 und 2023. Nach Angaben von Extra flog bei der jüngsten Weltmeisterschaft ein Großteil des Starterfelds ein Flugzeug aus Hünxe.
Für den Wettbewerb zählt mehr als nur Kraft. Die Piloten fliegen Pflicht- und Kürprogramme in einer festgelegten Box, die Kampfrichter bewerten Präzision, Linien und Positionierung. Die Extra punktet mit hoher Rollrate, symmetrischem Flugverhalten und Lastvielfachen bis ±10 g. Die zweisitzige 330LX bringt diese Eigenschaften in die Ausbildung: Fluglehrer und Schüler erleben die Figuren gemeinsam, und der Schüler kann später ohne großen Umstieg auf einen Einsitzer wechseln.
Auch außerhalb der Wettbewerbe ist die Extra gefragt. In den USA nutzen Trainingsanbieter die 300L für Upset-Recovery-Training, also das Abfangen ungewöhnlicher Fluglagen – ein Thema, das auch Verkehrspiloten betrifft.
Airshows und Kunstflugteams
Auf Airshows sind Extras Dauergäste, als Solo-Display oder im Verband. Mehrere Teams setzen den Typ ein:
- Royal Jordanian Falcons – das jordanische Display-Team fliegt Extra 300.
- Halcones – die Kunstflugstaffel der chilenischen Luftwaffe nutzt seit 2003 die Extra 300L.
- Hawks of Romania – das Team des rumänischen Aeroclubs fliegt laut gängigen Übersichten Extra 300L und 330SC.
- The Blades (historisch) – das britische Team mit ehemaligen Piloten der Red Arrows flog von Sywell aus Extra 300LP und eine 330SC; 2022 war nach eigener Ankündigung die letzte volle Saison.
Wann und wo welches Team auftritt, ändert sich jedes Jahr. Einen Überblick über Teams und Events bekommst du unter Kunstflugstaffeln Europas im Überblick und Airshows in Europa für Planespotter. Die Einschränkungen, die nach dem Unglück von 1988 für Flugtage in Deutschland gelten, erklärt der Beitrag zum Flugtagunglück von Ramstein.
Keine Display-Extra verpassen
Richte Sichtungs-Alarme für Typen oder Kennzeichen ein, und Planetrack benachrichtigt dich, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wo du die Extra antriffst
Anders als Airliner folgen Extras keinem Flugplan. Deine besten Chancen hast du dort, wo Kunstflug stattfindet:
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Flugplatzfeste und Airshows | hoch | Solo-Displays und Teams, oft mit Extras im Programm |
| Kunstflug-Meisterschaften | sehr hoch | In der Unlimited-Klasse fliegt ein Großteil des Felds Extra |
| Kleinere Flugplätze mit Kunstflugschulen | mittel | Zweisitzer wie 300L oder 330LX im Trainingsbetrieb |
| Umgebung von Hünxe / Schwarze Heide | mittel | Werksflugplatz mit Erprobungs- und Überführungsflügen |
| Verkehrsflughäfen | niedrig | Höchstens Überführungen oder Anreisen zu Airshows |
Rund um den Niederrhein liegen der Flughafen Düsseldorf und der Flughafen Weeze; dort sind Extras aber eher Zufallstreffer. Wie du kleine Plätze und Segelfluggelände überhaupt findest, zeigt der Guide Flugplätze auf Karten finden. Termine für Flugtage sammelt der Artikel Flugplatzfeste in Deutschland, und allgemeine Tipps für die Kleinfliegerei stehen unter General Aviation spotten.
Rücksicht am Werksflugplatz
Der Flugplatz Schwarze Heide ist kein Besucherpark. Bleib auf öffentlichen Wegen, halte Abstand zu Zäunen und Betriebsflächen und frag im Zweifel vor Ort nach, wo du stehen darfst.
Fototipps speziell für Kunstflug
Eine Extra im Display ist schnell, klein und ändert ständig die Fluglage. Das macht sie anspruchsvoll – und genau deshalb lohnend.
Verschlusszeit bewusst wählen
Für eine eingefrorene Maschine mit weichem Propellerkreis brauchst du einen Kompromiss. Zu kurze Zeiten lassen den Dreiblatt-Propeller stehen, zu lange verwackeln das ganze Flugzeug.
Rauch einplanen
Display-Extras ziehen oft Rauch. Lass im Bildausschnitt Platz in Flugrichtung und hinter der Maschine, damit die Rauchspur die Figur zeigt.
Auf die Oberseite warten
In Rollen und Steilkurven zeigt die Extra Ober- und Unterseite. Viele Lackierungen sind auf beiden Seiten unterschiedlich – Serienbilder helfen, den besten Moment zu erwischen.
Am Boden die Details holen
Im Static Display oder an der Tankstelle siehst du Spaden, Fahrwerk und Cockpit aus der Nähe. Genau diese Details helfen später bei der Bestimmung.
Wie du die richtige Verschlusszeit für Propellerflugzeuge findest, erklärt Propeller fotografieren. Alles Weitere für den Tag auf dem Flugfeld steht in Airshows fotografieren.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für eine Extra, wenn …
- eine flache Boxer-Nase mit meist drei Propellerblättern vorn sitzt
- das Flugzeug ein Spornrad und ein schlankes, durchgehendes Hauptfahrwerk hat
- eine große Blasenhaube einen oder zwei Sitze hintereinander abdeckt
- im Tracking-Dienst oder Register E300 bzw. ein Extra-Muster steht
Sieh genauer hin, wenn …
- ein anderer moderner Einsitzer mit Boxermotor im Programm steht
- die Maschine nur im Display aus großer Entfernung zu sehen ist
- du zwischen 300L und 330LX oder 330SC und 330SX unterscheiden willst – das klärt nur das Kennzeichen
Es ist keine Extra, wenn …
- ein runder Sternmotor die Nase bildet – dann eher Jak-52 oder ein Suchoi-Kunstflugzeug
- das Flugzeug ein Bugrad hat, etwa bei der Grob G 115
- zwei Flügel übereinander sitzen – dann bist du bei einem Doppeldecker wie Pitts oder der Tiger Moth
- die Insassen nebeneinander sitzen
Für einen breiteren Überblick über Kleinflugzeuge lohnt der Guide Kleinflugzeuge erkennen. Und wer selbst einmal mitfliegen will: Ideen dafür findest du unter Rundflug verschenken.
Fazit
Die Extra 300 und ihre Nachfolger sind eine der großen Erfolgsgeschichten der deutschen Luftfahrt, auch wenn sie abseits der großen Flughäfen spielt. Was 1988 als Zweisitzer eines Kunstflugpiloten am Niederrhein begann, ist heute eine Familie vom Trainer 330LX über den Weltmeister-Einsitzer 330SC bis zur Kohlefaser-NG. Für Spotter ist die Extra ein Pflichttyp auf jedem Flugplatzfest – und eine schöne Herausforderung, weil sich die Varianten oft erst über das Kennzeichen sicher trennen lassen.
Kurzfazit
Boxer-Nase, Spornrad, große Glashaube und ein kurzer, kompakter Rumpf: Das ist eine Extra. Einsitzig heißt meist 330SC oder 330SX, zweisitzig 300L, 330LX oder NG. Die besten Chancen hast du bei Kunstflug-Meisterschaften, Airshows und Flugplatzfesten.
Zusammenfassung
- Walter Extra gründete sein Unternehmen 1980, baute zunächst die einsitzige Extra 230 und entwickelte ab 1987 die zweisitzige Extra 300, die am 6. Mai 1988 erstmals flog.
- Die Extra 300L mit tiefer gesetztem Flügel kam 1993 und wurde zu einem weit verbreiteten Zweisitzer; die 330er-Reihe mit 315-PS-Lycoming löste sie im Programm weitgehend ab.
- Die einsitzige 330SC ist seit 2008 zugelassen und gilt als Standardflugzeug der Unlimited-Klasse; die 330SX ist ihre 2024 zugelassene Weiterentwicklung.
- Die NG mit Kohlefaserrumpf flog 2018 und erhielt 2019 die EASA-Zulassung; die elektrische 330LE flog 2016 mit einem Siemens-Elektromotor.
Häufige Fragen
Wo wird die Extra 300 gebaut?
Im Werk von Extra am Flugplatz Schwarze Heide in Hünxe, an der Grenze zu Dinslaken im Kreis Wesel (Nordrhein-Westfalen). Dort sitzt das Unternehmen seit seinen Anfängen, und dort entstehen auch die aktuellen Modelle 330LX, 330SC, 330SX, 330LT und NG.
Was ist der Unterschied zwischen Extra 300 und Extra 330?
Die Zahl stand ursprünglich für die Motorleistung: Die 300er fliegen mit einem Lycoming AEIO-540 mit rund 300 PS, die 330er mit dem stärkeren AEIO-580 mit 315 PS. Dazu kommen Weiterentwicklungen bei Flügel, Gewicht und Ausrüstung. Von außen sind sich 300L und 330LX sehr ähnlich – sicher bestimmst du die Variante über das Kennzeichen.
Welche Extra ist einsitzig, welche zweisitzig?
Einsitzig sind 300S, 300SR, 330SC und 330SX. Zweisitzig sind die ursprüngliche 300, die 300L und 300LP, 330LX, 330LT und die NG. Bei den Zweisitzern sitzen beide Insassen hintereinander unter einer gemeinsamen Haube.
Wie viel g hält eine Extra aus?
Die aktuellen Modelle sind laut Hersteller für ±10 g zugelassen, wenn sie einsitzig im Kunstflug-Gewicht geflogen werden. Die zweisitzige 330LX ist mit zwei Personen für ±8 g zugelassen, in der Normalkategorie mit vollem Abfluggewicht für +6 und −3 g.
Welche Kunstflugteams fliegen Extra?
Bekannt sind die Royal Jordanian Falcons aus Jordanien und die chilenische Luftwaffenstaffel Halcones, die seit 2003 die Extra 300L fliegt. Die britischen Blades mit ehemaligen Red-Arrows-Piloten flogen Extra 300LP und 330SC; das Team hat 2022 seine letzte volle Saison bestritten. Einen Überblick über Teams findest du unter Kunstflugstaffeln Europas.
Kann ich in einer Extra mitfliegen?
An mehreren Flugplätzen bieten Kunstflugschulen und Anbieter Kunstflug-Mitflüge in zweisitzigen Extras an. Angebote, Preise und Voraussetzungen wechseln, frag direkt beim Anbieter oder Flugplatz nach. Ideen für Geschenkflüge stehen unter Rundflug verschenken.
Welches Kennzeichen tragen deutsche Extras?
Als einmotorige Flugzeuge unter zwei Tonnen tragen in Deutschland zugelassene Extras Kennzeichen mit D-E. Der Prototyp der NG flog zum Beispiel als D-EXNG. Die Systematik erklärt der Beitrag Deutsche Luftfahrzeugkennzeichen.
Extra EA-300 / EA-330 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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