ATPL-Ausbildung: Flugschulen, Finanzierung und Kosten

Sechsstellige Summen, Ratenpläne und Finanzierungsmodelle: Was die Verkehrspilotenausbildung kostet, welche Posten oft vergessen werden, wie du sie finanzieren kannst und woran du eine seriöse Flugschule erkennst.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Rechne mit einer sechsstelligen Summe: Die European Flight Academy der Lufthansa Group nennt für ihre Schulung in Deutschland Basiskosten von 130.000 Euro – Lebenshaltung und einige Nebenposten kommen dazu.
  • Der Preis allein sagt wenig: Vergleiche, was enthalten ist: Theorie, Unterkunft, Prüfungsgebühren, Funkzeugnis, Sprachtest, Auslandsphase, Reisen und Ausrüstung.
  • Finanzierung ist ein Baukasten: Ratenzahlung nach Ausbildungsabschnitten, einkommensabhängige Rückzahlung, Bankdarlehen mit Bürgen, BAföG und KfW-Bildungskredit lassen sich je nach Schule kombinieren.
  • Steuerlich ist die Erstausbildung begrenzt: Wer ohne abgeschlossene Erstausbildung Pilot lernt, kann die Kosten nur als Sonderausgaben bis 6.000 Euro pro Jahr ansetzen. Das hat das Bundesverfassungsgericht bestätigt.
  • Erst Tauglichkeit, dann Vertrag: Kläre das Medical Klasse 1 und lies Abbruch- und Rückzahlungsklauseln, bevor du unterschreibst.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die kurze Antwort: Was kostet die ATPL-Ausbildung?
  2. 2.Was du mit dem Geld eigentlich kaufst
  3. 3.Beispiel EFA: So setzt sich ein Airline-Preis zusammen
  4. 4.Die Posten, die in keiner Endsumme stehen
  5. 5.Flugschulen: Worauf du bei der Auswahl achtest
  6. 6.Finanzierung: die gängigen Bausteine
  7. 7.Steuern: Was das Finanzamt anerkennt
  8. 8.Integriert oder modular: was es fürs Budget bedeutet
  9. 9.Was Spotter vorab günstig ausprobieren können
  10. 10.Fazit

Wer am Zaun steht und die Crews durchs Cockpitfenster winken sieht, fragt sich irgendwann: Was kostet es eigentlich, selbst dort zu sitzen? Die ehrliche Antwort lautet: viel. Die ATPL-Ausbildung gehört zu den teuersten Berufsausbildungen, die du privat finanzieren kannst. Dieser Guide zeigt dir, womit du rechnen musst, welche Posten oft fehlen, welche Flugschulen und Wege es gibt und wie du die Kosten finanzieren kannst, ohne dich blind zu verschulden.

Dein Traumcockpit schon mal sammeln

Halte mit Planetrack die Jets fest, auf denen du eines Tages fliegen willst: Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen und Airline landen in deinem Hangar, die Wunschliste zeigt, was dir noch fehlt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Die kurze Antwort: Was kostet die ATPL-Ausbildung?

Rechne mit einem sechsstelligen Betrag. Einen konkreten, öffentlich genannten Anhaltspunkt liefert die European Flight Academy (EFA) der Lufthansa Group: Für ihre Schulung in Deutschland gibt sie Basiskosten von 130.000 Euro an, ohne eventuelle Finanzhilfen (Stand der Schulwebsite im Oktober 2026). Dazu kommen Lebenshaltung, Medical, Eignungstest und weitere Nebenposten.

Andere Flugschulen liegen darüber oder darunter, je nachdem, was im Preis steckt. Genau deshalb vergleichst du besser nie nur Endsummen, sondern immer das Leistungsverzeichnis.

130.000 €Basiskosten der EFA-Schulung in Deutschland laut Schule
6Raten, verteilt auf die Ausbildungsphasen der EFA
1.500 hFlugerfahrung, bis aus dem Frozen ATPL das volle ATPL wird

Was du mit dem Geld eigentlich kaufst

Streng genommen kaufst du nicht „das ATPL“. Die Ausbildung bringt dich zu einer Berufspilotenlizenz (CPL) mit Instrumentenflugberechtigung, Mehrmotorenberechtigung, MCC-Kurs und bestandener ATPL-Theorie. In der Szene heißt dieser Zwischenstand Frozen ATPL. Die volle Verkehrspilotenlizenz bekommst du erst mit 21 Jahren und 1.500 Stunden Flugerfahrung, davon 500 im Mehrpersonen-Cockpit. Diese Stunden sammelst du im Job, nicht an der Schule.

Den Überblick über alle Lizenzstufen und Wege findest du im Artikel Pilot werden: Die Wege ins Cockpit. Hier geht es ums Geld.

Die ATPL-Theorie umfasst 13 Prüfungsfächer, von Luftrecht über Meteorologie und Navigation bis zu Flugleistung und menschlichem Leistungsvermögen. Für die Praxis fliegst du typischerweise erst einmotorige Schulflugzeuge wie die Cessna 172, die Piper PA-28 oder die Diamond DA40, später eine Zweimot wie die Diamond DA42. Welche Muster eine Schule einsetzt, steht in ihren Unterlagen.

Beispiel EFA: So setzt sich ein Airline-Preis zusammen

Die EFA gehört zu den bekanntesten Airline-Flugschulen im deutschsprachigen Raum und legt ihre Konditionen vergleichsweise offen. Sie zeigt gut, wie ein integrierter Preis aufgebaut ist. Laut Schulwebsite wird die Schulung in Deutschland in sechs Raten fällig, jeweils vor oder während eines Ausbildungsabschnitts:

Rate Fälligkeit Betrag
1 30 Tage vor Beginn der Theoriephase 10.000 €
2 60 Tage nach Beginn der Theoriephase 10.000 €
3 30 Tage vor der Single-Engine-Phase 15.000 €
4 45 Tage nach Beginn der Single-Engine-Phase 35.000 €
5 30 Tage vor der Multi-Engine-Phase 45.000 €
6 30 Tage vor der MCC-Phase 15.000 €

Im Preis enthalten sind laut EFA unter anderem rund zwölf Monate Theorie, Theorieprüfungen und Lizenzierung bei der Behörde, Lernmaterial, die Praxisphase in Phoenix (USA) mit Unterkunft, Flüge und Transfers in die USA, die Praxisphase in Deutschland, das Assessment Center der Lufthansa Group als zweiter Auswahlschritt, das Flugfunkzeugnis, die ICAO-Sprachtests und die Uniformen für die Flugphasen.

Nicht enthalten sind laut Schule das DLR-Zertifikat aus dem ersten Auswahlschritt, die Tauglichkeitsuntersuchung (je nach Land der Lizenzerteilung EASA Medical Klasse 1 oder ein FAA-Medical), das US-Visum, die Unterkunft während Theorie- und Deutschland-Praxisphase sowie ein vorgeschriebenes iPad samt Stift.

Eine Besonderheit ist das sogenannte Take-off-Promise: Bekommst du innerhalb von 24 Monaten nach Lizenzerhalt kein konkretes Arbeitsvertragsangebot für ein Cockpit der Lufthansa Group, erstattet die Schule nach eigenen Angaben 50 Prozent des Schulungspreises. Die genauen Bedingungen stehen im Vertrag – lies sie, bevor du dich darauf verlässt. Wo die Absolventen landen können, reicht von Lufthansa über Swiss bis Eurowings, abhängig vom Bedarf.

Phasenweise zahlen ist auch Risikomanagement

Ein Ratenplan nach Ausbildungsabschnitten verteilt nicht nur die Last. Er begrenzt auch, wie viel Geld du im Voraus überwiesen hast, falls du die Ausbildung abbrechen musst – etwa weil die Tauglichkeit verloren geht.

Die Posten, die in keiner Endsumme stehen

Egal welche Schule: Diese Kosten planst du am besten gesondert ein und lässt dir im Zweifel schriftlich bestätigen, ob sie enthalten sind.

  • Tauglichkeit Klasse 1: Die Erstuntersuchung findet in einem flugmedizinischen Zentrum statt und muss vor Vertragsschluss bestehen. Mehr dazu im Artikel Fliegerärztliche Tauglichkeit.
  • Eignungstest: Viele Schulen setzen einen Test beim DLR oder ein eigenes Auswahlverfahren voraus. Wie das abläuft, steht unter DLR-Test und Pilotenauswahl.
  • Lebenshaltung: Miete, Essen, Versicherung und Fahrten über rund zwei Jahre Vollzeitausbildung, in der du kaum etwas verdienst.
  • Ausland: Visum, Reisen, eventuell zusätzliche Lizenzen oder Medicals, wenn ein Teil der Praxis im Ausland stattfindet.
  • Wiederholungen: Durchgefallene Prüfungen, zusätzliche Flugstunden oder Simulatorsessions können extra kosten.
  • Ausrüstung: Headset, Tablet, Kartenmaterial und Software.
  • Musterberechtigung: Das Type Rating auf dem ersten Jet, etwa der Familie des Airbus A320neo oder der Boeing 737-800, übernehmen manche Arbeitgeber, andere beteiligen dich daran oder binden dich vertraglich.

Was kostet dich die Ausbildung wirklich?

Trag die Zahlen aus deinem Angebot ein – der Rechner addiert Schulungspreis, Nebenkosten und Lebenshaltung.

Die Vorbelegung ist nur ein Beispiel. Setz deine eigenen Werte aus Angebot und Budget ein.

Flugschulen: Worauf du bei der Auswahl achtest

Für die Berufspilotenausbildung brauchst du eine zugelassene Ausbildungsorganisation (ATO). Erklärte Ausbildungsorganisationen (DTO) bilden nur für Privat- und Sportlizenzen aus. Neben der EFA gibt es in Deutschland weitere Anbieter mit ATPL- und MPL-Programmen, etwa TFC Käufer aus Essen. Die Bandbreite reicht von Airline-nahen Schulen mit eigenem Auswahlverfahren bis zu kleinen Betrieben, die einzelne Module anbieten.

Kriterium Airline-Schule (integriert) Unabhängige ATO (integriert) Modular, mehrere Schulen
Zahlungsweise Raten je Phase, Gesamtpreis meist Raten je Phase pro Modul, flexibel
Auswahl mehrstufig, oft DLR-Test schuleigen, unterschiedlich streng kaum formale Auswahl
Arbeitgeberbezug Draht zur eigenen Airline-Gruppe Kooperationen möglich eigene Bewerbung nötig
Nebenher arbeiten kaum möglich kaum möglich möglich
Kostenrisiko hoch, aber planbar hoch, Leistungsumfang prüfen gestreckt, schwer kalkulierbar

Prüfe vor der Unterschrift diese Punkte:

1. Zulassung

Lass dir die ATO-Zulassung der zuständigen Behörde zeigen. In Deutschland ist für Berufspiloten das Luftfahrt-Bundesamt zuständig.

2. Leistungsverzeichnis

Welche Phasen, Stunden, Prüfungen, Gebühren und Unterkünfte sind enthalten? Was kostet jede zusätzliche Stunde?

3. Zahlungsplan

Zahlst du vorab alles oder phasenweise? Vorauszahlungen in großen Summen sind ein Risiko, falls die Schule in Schwierigkeiten gerät.

4. Abbruchregeln

Was passiert bei Verlust der Tauglichkeit, nicht bestandenen Prüfungen oder Kündigung? Welche Beträge werden erstattet?

5. Absolventen fragen

Sprich mit aktuellen Flugschülern und Absolventen über Wartezeiten, Flottenzustand und Jobchancen. Das ersetzt keine Werbebroschüre – es ist besser.

Schulflugzeuge vom Zaun aus

Auf der Spot-Karte von Planetrack findest du Spots mit Anreise, bestem Licht, Bewertungen und Community-Fotos – auch an Plätzen, an denen Flugschüler ihre Platzrunden drehen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Finanzierung: die gängigen Bausteine

Kaum jemand bezahlt eine ATPL-Ausbildung aus der Portokasse. Die EFA listet auf ihrer Website gleich mehrere Modelle, die sich teilweise kombinieren lassen. Sie zeigen gut, welche Wege es grundsätzlich gibt.

Einkommensabhängige Rückzahlung

Beim Modell des EFA-Partners Brain Capital bringst du laut Schule 10.000 Euro Eigenanteil mit, den Rest des Schulungspreises stellt die Fördergesellschaft bereit. Sicherheiten sind nicht nötig, der Schulungsvertrag reicht. Zurückgezahlt wird erst ab einem Bruttojahreseinkommen von 30.000 Euro, und zwar elf Jahre lang ein fester Prozentsatz des Bruttoeinkommens – bei Maximalförderung 12 Prozent. Spätestens nach 20 Jahren endet jede Verpflichtung. Wer einen Cockpitjob in der Lufthansa Group annimmt, zahlt laut EFA effektiv höchstens so viel, wie es einem Kreditzins von 8,0 Prozent entspricht.

Der Charme: Das Risiko schlechter Jobaussichten trägt teilweise der Finanzierer. Der Haken: Verdienst du gut, zahlst du unter Umständen deutlich mehr zurück als geliehen.

Was zahlst du bei einkommensabhängiger Rückzahlung?

Vereinfachte Beispielrechnung mit einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt. Die echten Konditionen stehen in deinem Vertrag.

Ignoriert Einkommensgrenzen, Pausen und Vertragsdetails. Welches Gehalt realistisch ist, beschreibt der Artikel über Pilotengehälter.

Mit welchen Gehältern du in den ersten Jahren realistisch rechnen kannst, hängt von Airline und Tarifvertrag ab. Hintergründe dazu liefert Was verdienen Piloten?.

Bankdarlehen mit Bürgen

Als zweite Option nennt die EFA Darlehen über den Vermittler Albatros: Privatdarlehen von 2.000 bis 100.000 Euro mit maximal zehn Jahren Laufzeit oder Immobiliendarlehen ab 50.000 Euro. Voraussetzung ist, dass du oder ein Bürge ein festes Einkommen und einen Wohnsitz in Deutschland habt. Hier trägst du das volle Risiko: Die Raten laufen, egal ob du fliegst oder nicht.

BAföG

Laut EFA ist ihre ATPL-Schulung seit dem 1. Oktober 2019 aufgrund einer Gleichwertigkeitsanerkennung BAföG-förderfähig. Den Antrag stellst du nach Unterzeichnung des Schulungsvertrags. Ob und in welcher Höhe du Förderung bekommst, entscheidet das BAföG-Amt nach den üblichen Regeln. Bei anderen Schulen fragst du gezielt nach, ob deren Programm förderfähig ist.

KfW-Bildungskredit

Für die Lebenshaltung nennt die EFA den einkommensunabhängigen Bildungskredit der KfW: monatlich 100, 200 oder 300 Euro für maximal zwei Jahre, höchstens 7.200 Euro, wahlweise mit einer Einmalzahlung von bis zu 3.600 Euro. Der Zins orientiert sich am EURIBOR und wird halbjährlich angepasst. Für den Schulungspreis selbst reicht das bei Weitem nicht, als Baustein für Miete und Alltag aber schon.

Stipendien und Eigenkapital

Teilstipendien sind selten und an enge Bedingungen geknüpft. Die EFA nennt etwa eine Kooperation mit AFS, die nur für Alumni bestimmter Austauschprogramme gilt. Realistischer ist ein Mix aus Erspartem, Familie und einem der Modelle oben.

Einkommensabhängig passt, wenn …

  • du kein Eigenkapital und keinen Bürgen hast
  • du das Risiko einer Jobflaute abfedern willst

Darlehen passt, wenn …

  • ein Bürge oder eine Immobilie vorhanden ist
  • du die Gesamtkosten fest kalkulieren willst

Finger weg, wenn …

  • man dich ohne bestandenes Medical unterschreiben lässt
  • Abbruch- und Rückzahlungsregeln unklar bleiben

Steuern: Was das Finanzamt anerkennt

Ein Punkt, über den viele Flugschüler stolpern: Ist die Pilotenausbildung deine erste Berufsausbildung, kannst du die Kosten nach § 9 Abs. 6 EStG nicht als Werbungskosten absetzen, sondern nur als Sonderausgaben bis zu 6.000 Euro pro Jahr. Ein Verlustvortrag in spätere Jahre mit Pilotengehalt ist damit nicht möglich.

Das Bundesverfassungsgericht hat diese Regel mit Beschluss vom 19. November 2019 (2 BvL 22/14 u. a.) für verfassungsgemäß erklärt. Eines der Ausgangsverfahren betraf ausdrücklich die Ausbildung zum Flugzeugführer. Das Gericht sah den Berufsbezug dort zwar als besonders eng an, hielt die typisierende Regel aber trotzdem für zulässig.

Hast du vorher schon eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen, gilt die Pilotenausbildung als Zweitausbildung, und die Kosten können als Werbungskosten zählen. Wie das in deinem Fall aussieht, klärst du mit einer Steuerberatung.

Zahlen verändern sich

Preise, Ratenpläne und Finanzierungskonditionen in diesem Artikel stammen von der Website der jeweiligen Schule und können sich jederzeit ändern. Verbindlich ist nur das aktuelle Angebot, das du schriftlich bekommst.

Integriert oder modular: was es fürs Budget bedeutet

Der modulare Weg verteilt die Kosten über Jahre: erst die Privatpilotenlizenz, dann Stunden sammeln, ATPL-Theorie, Nachtflug, Instrumentenflug, Mehrmotorenberechtigung, CPL und MCC. Du kannst weiterarbeiten und Schulen frei wählen. Dafür verlangt Part-FCL für die modulare Berufspilotenlizenz 200 Stunden Gesamtflugzeit, während die integrierten Kurse mit einem geringeren Mindestumfang auskommen. Für die Theorieprüfungen gilt auf beiden Wegen eine feste Frist von 18 Monaten, die du bei Pausen im Blick behalten musst.

Der integrierte Weg ist kompakter, planbarer und für Airline-Auswahlverfahren oft der Standard, kostet aber viel auf einmal. Eine Alternative ohne eigenes Geld bietet die Bundeswehr – mit langer Verpflichtungszeit als Preis.

Pro modular

  • Kosten über Jahre verteilt, nebenher arbeiten möglich
  • kein Klumpenrisiko bei einer einzigen Schule
  • jederzeit pausieren, wenn Geld oder Zeit fehlt

Contra modular

  • mehr vorgeschriebene Flugstunden für die CPL
  • Fristen für Theorieprüfungen und Berechtigungen im Blick behalten
  • Organisation, Schulwechsel und Wartezeiten liegen bei dir

Was Spotter vorab günstig ausprobieren können

Bevor du sechsstellig investierst, kannst du mit kleinem Budget testen, wie ernst es dir ist. Ein Schnupperflug an einer Flugschule kostet einen Bruchteil, ebenso der Einstieg in die Flugsimulation, mit dem du Verfahren und Instrumentenflug kennenlernst. Wer METAR und TAF lesen kann und den ILS-Anflug versteht, hat schon Theoriestoff im Kopf.

Und am Zaun lernst du mehr, als du denkst: Am Besucherhügel München – am Flughafen München hat die EFA auch ihren Firmensitz – oder an der Aussichtsplattform Zeppelinheim in Frankfurt siehst du Anflugverfahren und Staffelung live. Am Flughafen Bremen war über Jahrzehnte die Verkehrsfliegerschule der Lufthansa zu Hause.

Bist du bereit für den Vertrag?

Hak ab, was du geklärt hast – am Ende siehst du, ob du unterschreiben kannst.

  • Mein Medical Klasse 1 ist bestanden.
  • Ich habe mindestens zwei Angebote mit Leistungsverzeichnis verglichen.
  • Ich kenne alle Posten, die nicht im Preis enthalten sind.
  • Die Finanzierung für Schulungspreis und Lebenshaltung steht.
  • Ich habe Abbruch- und Erstattungsregeln gelesen.
  • Ich weiß, ob ich BAföG oder Bildungskredit beantragen kann.
  • Ich habe die steuerliche Seite geklärt.

Bleib nah dran am Cockpit

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn dein Lieblingstyp, eine Airline oder ein Kennzeichen zur Landung ansetzt. Poste deine Sichtungen und tausch dich in der Community mit anderen Luftfahrtfans aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Fazit

Die ATPL-Ausbildung ist teuer, aber nicht undurchschaubar. Ein öffentlich genannter Richtwert wie die 130.000 Euro der EFA zeigt die Größenordnung, entscheidend sind aber Leistungsumfang, Zahlungsplan und Abbruchregeln. Wer Medical und Eignung zuerst klärt, Angebote sauber vergleicht und Finanzierungsbausteine wie einkommensabhängige Rückzahlung, Darlehen, BAföG und Bildungskredit bewusst kombiniert, startet nicht blind in die Schulden, sondern mit einem Plan.

Kurzfazit

Plane mit einer sechsstelligen Summe plus Lebenshaltung und Nebenkosten. Vergleiche Leistungsverzeichnisse statt Endpreise, zahle möglichst phasenweise und unterschreib erst mit bestandenem Medical und klarer Finanzierung. Steuerlich hilft dir eine abgeschlossene Erstausbildung deutlich.

Zusammenfassung

  • Die ATPL-Ausbildung führt integriert oder modular zur Berufspilotenlizenz mit Instrumentenflug und ATPL-Theorie, dem sogenannten Frozen ATPL; das volle ATPL folgt mit 1.500 Flugstunden.
  • Integrierte Airline-Schulen verlangen hohe Gesamtpreise, verteilen die Zahlung aber auf Raten vor den einzelnen Ausbildungsphasen.
  • Neben dem Schulungspreis fallen Medical, Eignungstest, Lebenshaltung, Visum, Ausrüstung und je nach Arbeitgeber die Musterberechtigung an.
  • Finanzierungsmodelle reichen von einkommensabhängiger Rückzahlung über Darlehen bis zu BAföG; seriöse Schulen legen Konditionen und Abbruchregeln transparent offen.

Häufige Fragen

Was kostet eine ATPL-Ausbildung in Deutschland?

Das hängt stark von Schule und Ausbildungsweg ab. Ein konkreter Anhaltspunkt: Die European Flight Academy nennt für ihre Schulung in Deutschland Basiskosten von 130.000 Euro ohne Finanzhilfen. Darin sind laut Schule unter anderem Theorie, Prüfungen, Lernmaterial und die Praxisphase in den USA mit Unterkunft enthalten. Andere Schulen kalkulieren anders, deshalb lohnt der Blick ins Leistungsverzeichnis mehr als der Vergleich der Endsumme.

Ist der modulare Weg günstiger?

Er kann es sein, muss aber nicht. Beim modularen Weg zahlst du Etappe für Etappe, kannst nebenher arbeiten und Schulen frei kombinieren. Dafür verlangt Part-FCL für die modulare Berufspilotenlizenz mehr Gesamtflugzeit, und Wartezeiten, Wiederholungen oder Schulwechsel können die Rechnung erhöhen. Ein seriöser Vergleich gelingt nur mit konkreten Angeboten.

Gibt es BAföG für die Pilotenausbildung?

Für bestimmte ATPL-Schulungen ja. Die European Flight Academy gibt an, dass ihre ATPL-Schulung seit dem 1. Oktober 2019 aufgrund einer Gleichwertigkeitsanerkennung BAföG-förderfähig ist. Ob das für deine Schule gilt und wie hoch die Förderung ausfällt, klärst du beim zuständigen BAföG-Amt.

Kann ich die Ausbildungskosten von der Steuer absetzen?

Ist die Pilotenausbildung deine erste Berufsausbildung, gelten die Kosten nach § 9 Abs. 6 EStG nicht als Werbungskosten. Du kannst sie nur als Sonderausgaben bis zu 6.000 Euro pro Jahr ansetzen. Das Bundesverfassungsgericht hat diese Regel 2019 bestätigt, ausdrücklich auch für einen Fall aus der Pilotenausbildung. Hast du schon eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen, sieht es anders aus. Lass dich im Einzelfall steuerlich beraten.

Was bedeutet einkommensabhängige Rückzahlung?

Ein Finanzierer übernimmt einen Teil des Schulungspreises, und du zahlst später einen festen Prozentsatz deines Einkommens zurück, oft über viele Jahre und erst ab einer Mindestgrenze. Bei der European Flight Academy bietet das der Partner Brain Capital an. Laut Schule beginnt die Rückzahlung ab 30.000 Euro Bruttojahreseinkommen und läuft über elf Jahre. Die genauen Konditionen vereinbarst du direkt mit dem Finanzierer.

Muss ich die Musterberechtigung selbst bezahlen?

Das ist je nach Airline unterschiedlich. Manche Arbeitgeber übernehmen das Type Rating, andere verlangen eine Beteiligung oder binden dich vertraglich für eine bestimmte Zeit. Frag im Bewerbungsprozess gezielt nach, wer die Kosten trägt und was bei einer Kündigung passiert.

Was passiert, wenn ich die Ausbildung abbrechen muss?

Das regelt dein Schulungsvertrag. Wichtig ist, wofür du schon bezahlt hast: Wer nach Ausbildungsabschnitten zahlt, hat bei einem Abbruch meist weniger im Voraus überwiesen als bei einer Gesamtzahlung. Lies Kündigungs-, Erstattungs- und Darlehensklauseln vor der Unterschrift und denk an Fälle wie den Verlust der Tauglichkeit.

PT

Planetrack Redaktion

Wir bauen die Planetrack App und spotten selbst – auf Besucherterrassen, an Anflugschneisen und am Zaun. Alle Guides entstehen aus eigener Praxis und werden regelmäßig aktualisiert.

Mehr Artikel aus Karriere in der Luftfahrt →

Weiterlesen in Karriere in der Luftfahrt

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Passende Spotting-Spots

Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

← Zurück zum Blog