Das Wichtigste in Kürze
- Harbour Air ist die größte Wasserflugzeug-Airline Nordamerikas und fliegt seit 1982 an der Küste von British Columbia.
- IATA-Code YB; die Flüge verbinden vor allem die Innenstädte von Vancouver, Victoria und Nanaimo.
- Die Flotte besteht fast nur aus de-Havilland-Canada-Klassikern: Beaver, Otter und Twin Otter auf Schwimmern.
- Elektroflug-Pionier: Am 10. Dezember 2019 hob in Vancouver die elektrische Beaver von Harbour Air und magniX ab – eine Zulassung für Passagierflüge steht noch aus.
- Seattle ist das einzige Ziel in den USA: 2026 fliegt Harbour Air von Lake Union nach Vancouver und erstmals nach Victoria.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Harbour Air im Überblick
- 2.Codes und Kennzeichen
- 3.Geschichte: von zwei Flugzeugen zur größten Wasserflug-Airline
- 4.Die Flotte: Beaver, Otter und Twin Otter
- 5.Die eBeaver: Elektroflug im Liniennetz
- 6.Strecken und Ziele
- 7.Woran du Harbour Air erkennst
- 8.Harbour Air in Vancouver und Victoria spotten
- 9.Fototipps für Wasserflugzeuge
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | YB |
|---|---|
| Drehkreuze | CXH, YWH |
| Geschäftsmodell | Regionale Wasserflugzeug-Airline mit Linienflügen, Rundflügen und Charter an der Küste von British Columbia; einzelne Strecken mit Landflugzeugen |
| Sitz | Richmond, British Columbia, Kanada |
| Gegründet | 1982 als Windoak Air Service mit zwei Flugzeugen für die Forstwirtschaft; Gründer ist Greg McDougall |
| Wichtigste Basen | Vancouver Harbour Flight Centre in Coal Harbour (CXH) und Victoria Inner Harbour (YWH), dazu Nanaimo und der Wasserflughafen an der YVR-Südseite |
| Netz (Stand 2026) | laut Harbour Air 13 Ziele an der Westküste, darunter Seattle (Lake Union), teils saisonal |
| Flotte (Stand Sommer 2026) | rund 40 Flugzeuge, vor allem DHC-2 Beaver, DHC-3 Otter mit Turbine und DHC-6 Twin Otter, dazu Cessna Grand Caravan EX |
| Elektroflug | Prototyp einer elektrischen DHC-2 Beaver (eBeaver, C-FJOS), Erstflug am 10. Dezember 2019 |
| Vielfliegerprogramm | Harbour Air Club (seit August 2025), Mitglieder sammeln Aeroplan-Punkte |
| Allianz | keine |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Harbour Air?
- Wasserflugzeuge auf Schwimmern im Coal Harbour vor der Skyline von Vancouver oder im Inner Harbour von Victoria
- DHC-2 Beaver: kleiner Hochdecker, bei Kolbenmotor mit runder Motorhaube
- DHC-3 Otter: größer und länger, bei Harbour Air mit Turbine und schlanker, langer Nase
- DHC-6 Twin Otter als einziger Zweimot der Wasserflotte
- Schriftzug „Harbour Air“ am Rumpf, kanadisches Kennzeichen mit C-F oder C-G
- Die eBeaver C-FJOS fliegt ohne Auspuff und Kolbenlärm – nur Propellergeräusch
In Vancouver musst du nicht zum Flughafen fahren, um Flugzeuge zu sehen. Mitten in der Stadt, zwischen Kreuzfahrtterminal, Yachthafen und Hochhäusern, setzen Wasserflugzeuge auf und legen an schwimmenden Stegen an. Fast alle gehören zu Harbour Air. Die Airline aus British Columbia fliegt Beaver und Otter, die vor Jahrzehnten gebaut wurden, und hat trotzdem eines der ersten Elektroflugzeuge der Welt in die Luft gebracht. Hier erfährst du, wie Harbour Air aufgebaut ist, welche Typen sie fliegt und wo du sie am besten fotografierst.
Jede Otter einzeln im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ und Airline fest – und siehst auf einen Blick, welche Harbour-Air-Maschinen dir noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Harbour Air im Überblick
Harbour Air ist eine Regional-Airline aus British Columbia, die fast nur mit Wasserflugzeugen fliegt. Der Firmensitz liegt in Richmond bei Vancouver. Sie gilt als größte Wasserflugzeug-Airline Nordamerikas, zählt sich selbst zu den größten reinen Wasserflugzeug-Airlines der Welt und nennt bis zu 200 Flüge am Tag zu 13 Zielen an der Westküste. Die meisten Strecken sind kurz: Viele Flüge dauern nicht länger als eine halbe Stunde.
Das Geschäftsmodell heißt „Innenstadt zu Innenstadt“. Statt von einem Flughafen am Stadtrand starten die Flugzeuge direkt im Hafen. Wer von Vancouver nach Victoria will, steigt im Coal Harbour ein und im Inner Harbour von Victoria wieder aus, wenige Schritte vom Parlament entfernt. Für viele Pendler und Geschäftsreisende ist das schneller als die Fähre plus Anfahrt.
Einer Allianz gehört Harbour Air nicht an. Es gibt aber eine Partnerschaft mit Aeroplan, dem Vielfliegerprogramm von Air Canada: Über das 2025 gestartete Treueprogramm Harbour Air Club sammeln Mitglieder in vielen Tarifen Aeroplan-Punkte. Chef der Airline ist Bert van der Stege; Gründer Greg McDougall wurde vor allem als Pilot des ersten Elektroflugs bekannt.
Codes und Kennzeichen
- IATA-Code YB: steht in den Flugnummern und im Buchungssystem.
- Wasserflughäfen mit eigenen Codes: Vancouver Harbour Flight Centre hat den IATA-Code CXH (ICAO CYHC), Victoria Inner Harbour den IATA-Code YWH (ICAO CYWH).
- Kennzeichen: Alle Flugzeuge sind in Kanada registriert und tragen ein Kennzeichen, das mit C-F oder C-G beginnt.
Wie bei allen kleinen Wasserflugzeug-Airlines gilt: Verlass dich nicht allein auf den Flugtracker. Die Maschinen fliegen niedrig über Wasser und zwischen Inseln, und nicht jeder Flug erscheint lückenlos auf der Karte. Eine Beaver mit Sternmotor hörst du ohnehin, bevor du sie siehst.
Kennzeichen richtig lesen
Kanadische Kennzeichen bestehen aus dem Präfix C und vier Buchstaben, bei Harbour Air meist C-F… oder C-G…. Wie Kennzeichen weltweit aufgebaut sind, erklärt der Artikel Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Geschichte: von zwei Flugzeugen zur größten Wasserflug-Airline
Harbour Air begann 1982 unter dem Namen Windoak Air Service. Mit zwei Wasserflugzeugen und zwei Piloten flog das junge Unternehmen Charter für die Forstwirtschaft an der Küste von British Columbia. Gründer ist Greg McDougall, selbst ein erfahrener Beaver-Pilot.
Schon 1984 kam der Linienverkehr dazu, die Flotte wuchs auf acht Flugzeuge. 1986 stieß die Twin Otter dazu, und Anfang der 1990er-Jahre baute Harbour Air die einmotorige Otter grundlegend um – die Grundlage der heutigen Turbo-Otter-Flotte. Nachschlagewerke nennen außerdem die Übernahme von Trans-Provincial Airlines im Jahr 1993.
Die heute wichtigste Strecke, Vancouver–Victoria, startete 1996. Zwei Jahre später kam Nanaimo auf Vancouver Island dazu. In den 2010er-Jahren kaufte Harbour Air mehrere Konkurrenten:
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1982 | Gründung als Windoak Air Service mit zwei Flugzeugen |
| 1984 | Beginn des Linienverkehrs, acht Flugzeuge |
| 1986 | Erste Twin Otter |
| 1996 | Start der Strecke Vancouver–Victoria |
| 1998 | Erste Flüge nach Nanaimo |
| 2004 | Harbour Air Aerospace Services, die eigene Technik-Sparte, kommt dazu |
| 2007 | Laut Airline erste klimaneutrale Airline Nordamerikas (per Emissionsausgleich) |
| 2010 | Übernahme von West Coast Air |
| 2012 | Übernahme von Whistler Air |
| 2015 | Übernahme von Salt Spring Air |
| 2018 | Erste Linienflüge nach Seattle und nach Tofino |
| 2019 | Erstflug der elektrischen Beaver |
| 2025 | Start des Treueprogramms Harbour Air Club, später mit Aeroplan-Punkten |
| 2026 | Neue Strecken nach Ucluelet, Campbell River und Victoria–Seattle |
Ein kurioses Kapitel: 2007 gründete Harbour Air laut Nachschlagewerken einen Ableger auf Malta, der mit einer Turbo Otter flog. Zur Gruppe gehört außerdem Tantalus Air mit einer eigenen Betriebsgenehmigung.
Die Flotte: Beaver, Otter und Twin Otter
Die Flotte ist der Grund, warum Spotter nach Vancouver reisen. Harbour Air selbst spricht von über 40 Flugzeugen aus vier Typen. Nachschlagewerke geben die Flottenseite der Airline im Sommer 2026 mit 37 Flugzeugen wieder. Nimm die Zahlen als Momentaufnahme – Flugzeuge wechseln für Überholungen regelmäßig in die Werft.
| Typ | Anzahl (ca.) | Passagiere | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| DHC-2 Beaver | 9 | bis 6 | Der Klassiker mit Sternmotor, darunter die eBeaver |
| DHC-3 Otter (Turbo Otter) | 22 | bis 14 | Häufigster Typ, Turbine mit langer Nase |
| DHC-6 Twin Otter | 4 | bis 19 | Einziger Zweimot auf Schwimmern |
| Cessna 208B Grand Caravan EX | 2 | 9 | Auf Rädern, für Strecken zwischen Flughäfen |
Die DHC-2 Beaver ist das Symbol der Airline. Der robuste Hochdecker wurde für den kanadischen Busch gebaut und ist längst ein Oldtimer. Harbour Air fliegt sie trotzdem täglich im Liniendienst, gewartet in der eigenen Technik-Sparte.
Das eigentliche Arbeitspferd ist die DHC-3 Otter. Bei Harbour Air fliegt sie mit Turbine statt Kolbenmotor und ist deshalb an der langen, schlanken Nase zu erkennen. Sie trägt deutlich mehr Passagiere als die Beaver und bedient die gefragten Strecken zwischen Vancouver, Victoria und Nanaimo.
Für größere Gruppen setzt Harbour Air die DHC-6 Twin Otter ein. Alle drei Typen stammen von De Havilland Canada. Auf Rädern siehst du die Cessna Grand Caravan des Herstellers Textron Aviation, etwa auf der Verbindung zwischen den Flughäfen Vancouver und Victoria.
Die Twin Otter fehlt dir noch?
Setz Typen auf deine Wunschliste und leg Sichtungs-Alarme für Typen oder Kennzeichen an – Planetrack benachrichtigt dich bei Anflug oder Landung. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Die eBeaver: Elektroflug im Liniennetz
Am 10. Dezember 2019 schrieb Harbour Air Luftfahrtgeschichte. Am Wasserflughafen an der Südseite des Flughafens Vancouver startete eine über 60 Jahre alte Beaver, deren Sternmotor gegen einen Elektromotor des US-Unternehmens magniX getauscht worden war. Am Steuer saß Gründer Greg McDougall, der Flug dauerte rund vier Minuten.
Das Testflugzeug trägt das Kennzeichen C-FJOS. Im August 2022 flog es erstmals von Punkt zu Punkt: vom Terminal bei YVR bis zur Patricia Bay nahe dem Flughafen Victoria, rund 45 Meilen in 24 Minuten. Im Juli 2024 zeigte Harbour Air die eBeaver auf der EAA AirVenture in Oshkosh einem internationalen Publikum.
Der Weg zur Zulassung erwies sich als länger als erwartet. Ursprünglich hoffte Harbour Air auf Passagierflüge in den frühen 2020er-Jahren. 2023 wurde klar, dass die Behörden für elektrische Antriebe eigene Sicherheitsnachweise verlangen. Harbour Air wechselte deshalb auf den stärkeren Motor magni650 und plante einen zweiten Prototyp. Laut Fachpresse peilt die Airline nun eine Zulassung des Umbaus durch Transport Canada um 2027 an. Offene Baustelle war 2025 vor allem die Kühlung der Batterien zwischen zwei Flügen.
Was für die eBeaver spricht
- Kurze Strecken von oft unter 30 Minuten passen zur Batteriereichweite
- Kein Kraftstoff, deutlich leiser im Stadtgebiet
- Die Beaver-Zelle ist bewährt und robust
- Harbour Air hat eine Absichtserklärung für 50 Motoren unterzeichnet
Was noch bremst
- Zulassungsweg für elektrische Antriebe ist neu und aufwendig
- Batterien brauchen zwischen den Flügen lange zum Abkühlen
- Reichweite und Nutzlast sind begrenzt
- Bisher nur Testflüge ohne Passagiere
Für dich als Spotter ist C-FJOS ein Einzelstück mit Seltenheitswert. Weil sie nicht nach Flugplan fliegt, brauchst du Geduld und Glück. Am besten beobachtest du das Kennzeichen über einen Alarm: Mit Planetrack legst du einen Sichtungs-Alarm für ein Kennzeichen an und wirst bei Anflug oder Landung benachrichtigt. Wie solche Alarme bei Trackern funktionieren, erklärt auch der Guide Benachrichtigungen einrichten.
Strecken und Ziele
Harbour Air nennt 13 Ziele, manche nur saisonal. Das Herz des Netzes ist der Raum Vancouver mit zwei Wasserflughäfen: Coal Harbour in der Innenstadt und der Terminal an der Südseite des Flughafens YVR am Fraser River.
- Vancouver Island: Victoria Inner Harbour, Nanaimo, Comox, Campbell River (neu seit Juli 2026), Ucluelet (neu seit Juni 2026) und Tofino
- Gulf Islands: Salt Spring Island mit dem Hafen Ganges
- Sunshine Coast: Sechelt und Powell River
- Whistler: Green Lake, laut Nachschlagewerken saisonal
- USA: Seattle mit dem Lake Union
Die Verbindung nach Seattle läuft seit 2018 saisonal; am Lake Union ist auch Kenmore Air zu Hause. 2026 ist sie seit dem 13. April mit zwei täglichen Flügen ab Coal Harbour zurück, dazu kam am 11. Juni erstmals eine tägliche Verbindung von Victoria zum Lake Union. Ergänzend fliegt Harbour Air mit Landflugzeugen zwischen den Flughäfen von Vancouver und Victoria sowie nach Tofino-Long Beach.
Saison beachten
Der Flugplan ist stark saisonal. Seattle, Whistler und einige neue Ziele laufen nur im Sommerhalbjahr, im Winter wird es an den Wasserflughäfen ruhiger. Prüf vor deiner Tour den aktuellen Flugplan von Harbour Air.
Woran du Harbour Air erkennst
In Vancouver ist die Sache meist einfach: Ein Wasserflugzeug im Coal Harbour gehört mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Harbour Air. Ganz sicher ist das aber nicht. Am Vancouver Harbour Flight Centre legen auch kleinere Betreiber wie Seair Seaplanes an, im Sommer kommt Kenmore Air aus Seattle dazu. Achte deshalb auf den Schriftzug „Harbour Air“ am Rumpf und auf das kanadische Kennzeichen.
Beim Typ hilft dir die Größe. Die Beaver ist kompakt, die Otter deutlich länger, und die Twin Otter hat als einzige zwei Triebwerke. Knifflig wird es nur bei Beaver mit Turbinen-Umbau, die manche andere Betreiber fliegen – die lange Nase erinnert dann an eine Otter, der kurze Rumpf aber nicht. Mehr zum Unterscheiden von Propellerflugzeugen liefert der Guide Turboprops unterscheiden, und für klassische Muster lohnt der Blick in Oldtimer am Himmel erkennen.
Typ bestimmen
Beaver, Otter oder Twin Otter? Länge, Nase und Zahl der Triebwerke geben die Richtung vor.
Schriftzug prüfen
Am Coal Harbour fliegen mehrere Betreiber. Der Name am Rumpf zeigt dir, wer es ist.
Kennzeichen lesen
C-F oder C-G am Rumpf. Bei Wasserflugzeugen weit draußen brauchst du dafür ein Teleobjektiv.
Sauber notieren
Halte Kennzeichen, Typ und Spot fest. Bei rund 40 Flugzeugen ist jede Maschine ein eigenes Sammelziel.
Harbour Air in Vancouver und Victoria spotten
Vancouver Coal Harbour ist einer der schönsten Stadt-Spots Nordamerikas. Die Wasserflugzeuge starten und landen im Burrard Inlet westlich von Canada Place, mit den North Shore Mountains und dem Stanley Park im Hintergrund. Vom öffentlichen Uferweg am Coal Harbour und vom Gelände rund um Canada Place hast du freien Blick aufs Wasser. Die Andockzone selbst ist Sperrbereich. Ein Hingucker in der Nähe: Die Vancouver Harbour Control Tower sitzt auf einem Hochhaus und gilt als höchster Kontrollturm der Welt.
Die Startrichtung hängt vom Wind ab. Wie du Wind und Lage vorab einschätzt, zeigt der Artikel zu Windy und Wetterkarten. In Planetrack siehst du Wetter, Wind und Pisten am Flughafen und planst mit dem Sonnenstand-Planer, wann das Licht auf das Wasser fällt.
In Victoria landen die Wasserflugzeuge im Inner Harbour direkt vor dem Parlament und dem Hotel Empress. Die Uferpromenade ist öffentlich, das Hafenbecken eng – du kommst sehr nah an die Flugzeuge heran. Laut Nachschlagewerken zählte der Wasserflughafen schon 2015 fast 200.000 Passagiere.
Wer klassische Airliner dazu will, fährt zum Flughafen Vancouver. Dort liegt nicht nur der Harbour-Air-Terminal am Fraser River, sondern auch der Larry Berg Flight Path Park, ein beliebter Spot für die Jets von Air Canada und WestJet.
Gute Chancen auf Harbour Air, wenn …
- du im Sommer am Coal Harbour stehst, wenn alle saisonalen Strecken laufen
- das Wetter ruhig ist und gute Sicht herrscht
- du tagsüber mehrere Stunden einplanst
Prüf es vorher, wenn …
- du im Winter unterwegs bist und der Flugplan dünner ist
- Nebel oder tiefe Wolken angesagt sind – Wasserflugzeuge fliegen nach Sicht
Eher kein Harbour-Air-Tag, wenn …
- Sturm und starker Wellengang angesagt sind
Sicherheit am Wasser
Im Hafen sind auch Boote, Kajaks und Fähren unterwegs. Halte dich aus Lande- und Andockzonen fern, wenn du selbst auf dem Wasser bist. Fotografiere vom Ufer und von öffentlichen Bereichen aus und respektiere die Absperrungen an den Terminals.
Fototipps für Wasserflugzeuge
Wasserflugzeuge sind dankbare, aber eigene Motive. Beim Start ziehen die Schwimmer eine Gischtspur, die du mit kurzer Verschlusszeit einfrierst. Den Propeller willst du dagegen nicht ganz einfrieren, sonst wirkt das Flugzeug wie abgestellt. Der Mittelweg aus beidem ist eine Frage der Übung; die Grundlagen erklärt der Artikel Propeller fotografieren.
Am Steg wiederum lohnt das Detail: Schwimmer, Leitern, Taue und das Kennzeichen am Rumpf erzählen mehr als ein Bild aus der Ferne. Poste deine Sichtung in Planetrack mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Spot – so siehst du später, welche Beaver und Otter dir schon gelungen sind.
Häufige Verwechslungen
- Jedes Wasserflugzeug in Vancouver für Harbour Air halten – am Coal Harbour fliegen auch andere Betreiber.
- Harbour Air mit Kenmore Air verwechseln – beide fliegen Beaver und Otter, Kenmore Air kommt aber aus Seattle und trägt US-Kennzeichen mit N.
- Die eBeaver im Linienbetrieb erwarten – C-FJOS ist ein Testflugzeug ohne Passagiere.
- Twin Otter für eine größere Otter halten – die Twin Otter hat zwei Triebwerke unter den Flügeln, die Otter nur eins in der Nase.
- Klimaneutral mit emissionsfrei gleichsetzen – die Klimaneutralität seit 2007 beruht auf Emissionsausgleich.
Wasserflugzeuge im Blick behalten
Beobachte einzelne Kennzeichen wie die eBeaver, werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt und finde auf der Spot-Karte die besten Plätze mit Anreise und bestem Licht. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Harbour Air verbindet zwei Welten: eine Flotte aus kanadischen Buschflugzeugen, die teils über 60 Jahre alt sind, und eines der bekanntesten Elektroflug-Projekte der Welt. Für Spotter ist die Airline ein Glücksfall, weil sie mitten in der Stadt fliegt – vor Bergen, Skyline und Wasser. Wer Typ, Kennzeichen und Spot sauber notiert, hat schnell eine besondere Sammlung beisammen. Und wer Kanada weiter erkunden will, findet bei Porter Airlines oder Jazz Aviation die nächsten Propeller-Motive.
Kurzfazit
Harbour Air (IATA YB) ist die größte Wasserflugzeug-Airline Nordamerikas mit Beaver, Otter und Twin Otter auf Schwimmern. Am besten erlebst du sie am Coal Harbour in Vancouver – und mit Glück die elektrische Beaver C-FJOS.
Zusammenfassung
- Harbour Air erkennst du an Wasserflugzeugen, die mitten in Vancouver im Coal Harbour und in Victoria im Inner Harbour starten und landen.
- Die Flotte ist ein lebendes Museum kanadischer Buschflugzeuge: Beaver, Turbo-Otter und Twin Otter, gepflegt in der eigenen Werft.
- Die eBeaver C-FJOS ist das wohl bekannteste Einzelflugzeug der Airline; sie fliegt als Testflugzeug, nicht im Liniendienst.
- Viele Strecken sind saisonal, im Sommer ist an den Wasserflughäfen deutlich mehr los.
Häufige Fragen
Welchen IATA-Code hat Harbour Air?
Der IATA-Code von Harbour Air ist YB. Er steht in den Flugnummern und Buchungssystemen. Viele Flüge sind kurz und niedrig, deshalb tauchen sie auf Flugtrackern nicht immer lückenlos auf.
Ist Harbour Air wirklich die größte Wasserflugzeug-Airline?
Harbour Air gilt als größte Wasserflugzeug-Airline Nordamerikas und zählt nach eigenen Angaben zu den größten reinen Wasserflugzeug-Airlines der Welt. Die Airline nennt bis zu 200 Flüge am Tag zu 13 Zielen.
Welche Flugzeuge fliegt Harbour Air?
Fast ausschließlich Typen von de Havilland Canada: die DHC-2 Beaver, die DHC-3 Otter mit Turbine und die DHC-6 Twin Otter, alle auf Schwimmern. Dazu kommen wenige Cessna Grand Caravan EX für Strecken auf Rädern. Nach den Flottenangaben der Airline, wie sie Nachschlagewerke im Sommer 2026 wiedergeben, sind es rund 37 bis 40 Flugzeuge; die Otter ist der häufigste Typ.
Was ist die eBeaver von Harbour Air?
Die eBeaver ist eine DHC-2 Beaver mit dem Kennzeichen C-FJOS, deren Sternmotor gegen einen Elektromotor von magniX getauscht wurde. Sie flog erstmals am 10. Dezember 2019 in Vancouver, gesteuert von Firmengründer Greg McDougall. Im August 2022 flog sie von Vancouver bis in die Nähe von Victoria. Passagiere befördert sie bislang nicht; Harbour Air arbeitet laut Fachpresse auf eine Zulassung um 2027 hin.
Fliegt Harbour Air nach Seattle?
Ja, saisonal. 2026 fliegt Harbour Air ab dem 13. April zweimal täglich vom Lake Union in Seattle nach Vancouver Coal Harbour. Ab dem 11. Juni kam erstmals eine tägliche Verbindung vom Lake Union nach Victoria Inner Harbour dazu. Prüf vor deiner Tour, ob die Strecke noch läuft – die Saisonzeiten können sich ändern.
Wo kann ich Harbour Air am besten spotten?
Am einfachsten in Vancouver rund um Coal Harbour und Canada Place, wo die Wasserflugzeuge vor der Skyline und den Bergen starten. In Victoria liegt der Inner Harbour direkt vor dem Parlament. Im Sommer siehst du Harbour Air zudem auf dem Lake Union in Seattle.
Gehört Harbour Air zu einer Allianz?
Nein. Harbour Air ist keiner Allianz beigetreten. Über das hauseigene Treueprogramm Harbour Air Club können Mitglieder von Aeroplan, dem Vielfliegerprogramm von Air Canada, aber in vielen Tarifen Punkte sammeln.
Ist Harbour Air klimaneutral?
Harbour Air gibt an, 2007 die erste klimaneutrale Airline Nordamerikas geworden zu sein. Das beruhte damals auf dem Ausgleich von Emissionen, nicht auf emissionsfreien Flügen. Der elektrische Antrieb ist der Versuch, den Betrieb tatsächlich umzustellen.
Harbour Air im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
De Havilland Canada DHC-2 Beaver
Dicker Sternmotor, Hochdecker mit Streben, Schwimmer statt Räder: Die DHC-2 Beaver ist seit 1947 das Sinnbild des Buschflugzeugs. So erkennst du den kanadischen Klassiker und findest ihn vor der Linse.
FlugzeugtypDe Havilland Canada DHC-3 Otter
Der „King Beaver“ aus Kanada: Die DHC-3 Otter trägt rund zehn Fluggäste auf Schwimmern, Ski oder Rädern – heute meist mit Turbine statt Sternmotor. So erkennst du den großen Buschflieger.
FlugzeugtypDe Havilland Canada DHC-6 Twin Otter
Hochdecker mit Flügelstreben, starres Fahrwerk, zwei schlanke PT6-Turboprops: Die Twin Otter landet auf Strand, Wasser, Schnee und Schotter. So erkennst du den kanadischen Klassiker.
FlugzeugtypCessna 208 Caravan
Ein einzelner Turboprop in der langen Nase, Flügel oben mit Strebe, starres Fahrwerk und oft eine Frachtgondel unter dem Bauch: Die Cessna 208 Caravan ist Frachter, Zubringer, Absetzmaschine und Wasserflugzeug in einem. So erkennst du sie und ihre Varianten.
Weitere Airlines
Kenmore Air
Seit 1946 starten Kenmore-Air-Wasserflugzeuge mitten in Seattle: Beaver und Turbine Otter vom Lake Union zu den San Juan Islands und nach British Columbia, dazu Caravans ab Boeing Field. Für Spotter eine der schönsten Airlines Nordamerikas.
NetzwerkAir Canada
Kanadas größte Airline und Gründungsmitglied der Star Alliance: Drehkreuze in Toronto, Montréal und Vancouver, eine gemischte Airbus-Boeing-Flotte und ein auffälliges schwarzes Leitwerk mit rotem Ahornblatt.
NetzwerkWestJet
Kanadas zweitgrößte Airline aus Calgary: als Low-Cost-Airline gestartet, heute mit Boeing 787-9 auf der Langstrecke, großer 737-Flotte und Dash-8-Turboprops bei WestJet Encore.
NetzwerkPorter Airlines
Kanadas drittgrößte Airline: gestartet 2006 mit Turboprops auf der Toronto-Insel, heute mit einer der größten Embraer-E195-E2-Flotten der Welt und Strecken bis in die USA, nach Mexiko und in die Karibik.
RegionalJazz Aviation
Kanadas größte Regionalairline fliegt fast ausschließlich als Air Canada Express: Dash 8-400, CRJ900 und Embraer 175 im Air-Canada-Look, eigene Codes QK und JZA und eine Geschichte, die auf vier Regionalairlines zurückgeht.
RegionalWestJet Encore
Die Regionaltochter von WestJet fliegt seit 2013 ausschließlich De Havilland Canada Dash 8-400 – in WestJet-Farben, aber mit eigenem ICAO-Code WEN. Hier erfährst du, wie du die Turboprops aus Calgary sicher zuordnest.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
De Havilland Canada
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