GB Airways

Historische britische Airline mit Wurzeln in Gibraltar: GB Airways flog ab 1995 als Franchise-Partner von British Airways in BA-Farben ab Gatwick ans Mittelmeer und nach Nordafrika, bis easyJet sie 2008 übernahm.

Auch bekannt als: Gibraltar Airways · GibAir · GB Airways Ltd · GT

GroßbritannienGroßbritannienNetzwerk-AirlinesIATA: GTICAO: GBL12 Min. Lesezeit

GT

IATA-Code von GB Airways

1931–2008

Jahre Firmengeschichte

LGW

Hauptbasis Gatwick

15

Airbus im Bestand zum Schluss

Das Wichtigste in Kürze

  • GB Airways war eine historische britische Airline mit Wurzeln in Gibraltar, gegründet 1931 als Gibraltar Airways.
  • Codes: IATA GT, ICAO GBL, Rufzeichen „GEEBEE AIRWAYS“ – im Franchise flog sie aber unter BA-Flugnummern.
  • Ab 1995 war GB Airways Franchise-Partner von British Airways und flog in BA-Farben ab Gatwick ans Mittelmeer und nach Nordafrika.
  • Zum Schluss bestand die Flotte aus 15 Airbus-Jets: neun A320 und sechs A321.
  • easyJet kaufte GB Airways für 103,5 Millionen Pfund, Ende März 2008 endete der Flugbetrieb.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.GB Airways im Überblick
  2. 2.Codes, Rufzeichen und Flugnummern
  3. 3.Von Gibraltar nach Gatwick: die Geschichte
  4. 4.Das Streckennetz: Sonne, Mittelmeer und Nordafrika
  5. 5.Die Flotte: vom Flugboot zum Airbus
  6. 6.Woran du GB Airways erkennst
  7. 7.Das Ende: Übernahme durch easyJet
  8. 8.GB Airways neben anderen Gatwick-Airlines
  9. 9.Spotter-Tipps für historische Aufnahmen
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeGT
ICAO-CodeGBL
RufzeichenGEEBEE AIRWAYS
DrehkreuzeLGW
StatusHistorisch – Flugbetrieb Ende März 2008 eingestellt
GeschäftsmodellLinienairline auf Kurz- und Mittelstrecke, ab 1995 Franchise-Partner von British Airways
Gegründet1931 als Gibraltar Airways, Ableger der Reederei M. H. Bland in Gibraltar
NamenGibraltar Airways, später GibAir, ab den 1980er-Jahren GB Airways
SitzZunächst Gibraltar, ab 1989 The Beehive am Flughafen London-Gatwick
BasenLondon-Gatwick (LGW) als Hauptbasis, dazu Flugzeuge in London-Heathrow und Manchester
EigentümerBland Group, bis zum Verkauf an easyJet 2007/2008
Allianzoneworld, als Affiliate über British Airways
Flotte zuletzt (März 2008)15 Flugzeuge: 9 Airbus A320-200 und 6 Airbus A321-200
EndeÜbernahme durch easyJet für 103,5 Millionen Pfund, Integration Ende März 2008

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich GB Airways?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Ab 1995 in voller British-Airways-Bemalung – auf den ersten Blick kaum von BA zu unterscheiden
  • Vor 1995: weißer Rumpf mit roten und blauen Zierstreifen, die unter der Nase als „Kinnriemen“ zusammenlaufen
  • Am Leitwerk der eigenen Bemalung ein Rautenlogo aus Streifen und rotem Pfeil
  • Britisches Kennzeichen mit G-, bei den Airbus-Jets zum Beispiel G-TTOB oder G-TTOE
  • Flugnummern im BA-Format, aus dem Bereich BA6800 bis BA6999
  • Typisch in den letzten Jahren: Airbus A320 und A321, davor Boeing 737

Ein Airbus in British-Airways-Farben rollt in Gatwick zur Piste, Ziel Malaga oder Marrakesch. Wer zwischen 1995 und 2008 so ein Foto gemacht hat, hat vielleicht gar keine BA-Maschine erwischt – sondern GB Airways. Die Airline aus Gibraltar flog über ein Jahrzehnt als Franchise-Partner von British Airways und war von außen kaum zu erkennen. Diese Seite erklärt dir, woher GB Airways kam, wie das Franchise funktionierte, welche Flugzeuge sie flog und warum easyJet sie 2008 übernahm.

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GB Airways im Überblick

GB Airways war eine historische britische Linienairline mit Wurzeln in Gibraltar. Gegründet wurde sie 1931 als Gibraltar Airways, als Ableger der Gibraltarer Reederei M. H. Bland – der heutigen Bland Group. Über Jahrzehnte war die Airline eng mit der britischen Staatsluftfahrt verbunden, zuerst mit BEA, später mit British Airways. 1989 verlegte sie ihre operative Zentrale nach Großbritannien, in das Gebäude The Beehive am Flughafen London-Gatwick.

Ab 1995 flog GB Airways als vollwertiger Franchise-Partner von British Airways: mit BA-Flugnummern, in BA-Bemalung und mit BA-Uniformen. Das Netz konzentrierte sich auf das westliche Mittelmeer, die Iberische Halbinsel und Nordafrika. Ende Oktober 2007 kündigte easyJet die Übernahme an, Ende März 2008 endete der Flugbetrieb unter dem Namen GB Airways.

GTIATA-Code von GB Airways
GBLICAO-Code
G-Kennzeichen-Präfix der Flotte

Codes, Rufzeichen und Flugnummern

  • IATA-Code GT: der eigene Airline-Code von GB Airways.
  • ICAO-Code GBL: die dreistellige Kennung für Flugsicherung und Flugpläne.
  • Rufzeichen GEEBEE AIRWAYS: eine lautmalerische Schreibweise der Buchstaben „G“ und „B“.
  • BA-Flugnummern: Im Franchise verkaufte GB Airways ihre Flüge unter dem Code von British Airways, aus dem Nummernbereich BA6800 bis BA6999.

Genau dieser letzte Punkt macht GB Airways für die Zuordnung von Fotos und Logbüchern knifflig. Eine Bordkarte mit BA-Flugnummer sagt dir nicht, dass auch British Airways geflogen ist. Wie Codeshare- und Franchise-Modelle grundsätzlich funktionieren, erklärt der Artikel Codeshare-Flüge erklärt.

Nummernbereich als Hinweis

Findest du in alten Unterlagen eine Flugnummer zwischen BA6800 und BA6999, lohnt sich der Verdacht auf GB Airways. Sicher wird die Zuordnung aber erst mit dem Kennzeichen des Flugzeugs.

Von Gibraltar nach Gatwick: die Geschichte

Flugboot und Weltwirtschaftskrise

Die Anfänge sind bescheiden. 1931, mitten in der Weltwirtschaftskrise, gründete die Reederei M. H. Bland eine eigene Fluggesellschaft: Gibraltar Airways. Sie startete mit einem einzigen Flugboot vom Typ Saunders-Roe Windhover mit bis zu sechs Plätzen und verband Gibraltar mit Tanger auf der anderen Seite der Meerenge. Der Flugbetrieb dieser ersten Phase war nach Angaben zur Geschichte des Flughafens Gibraltar allerdings nur von kurzer Dauer.

Im Zweiten Weltkrieg vertrat das Unternehmen vor Ort die britischen Airlines Imperial Airways und BOAC. Damit war früh eine Verbindung zur britischen Staatsluftfahrt geknüpft, die über Jahrzehnte halten sollte.

GibAir und die Partnerschaft mit BEA

1947 übernahm das Unternehmen die Bodenabfertigung am Flughafen Gibraltar und begann eine enge Zusammenarbeit mit British European Airways (BEA). Die britische Airline beteiligte sich an der Gesellschaft, die nun als GibAir auftrat. In den 1950er-Jahren flog GibAir mit der Douglas DC-3, dem Arbeitspferd der Nachkriegszeit. 1961 vereinbarten BEA und GibAir, die Verbindungen von Gibraltar nach London und Madrid gemeinsam zu planen und zu vermarkten.

Später kam die Vickers Viscount in die Flotte, ein britischer Turboprop mit vier Propellerturbinen und großen ovalen Fenstern. Ab den 1980er-Jahren trat die Airline als GB Airways auf, zunächst noch mit Sitz in Gibraltar.

1989: Umzug nach Gatwick

1989 folgte der entscheidende Schritt: Die operative Zentrale zog nach Großbritannien, um mehr Spielraum für Wachstum zu haben. Neue Heimat wurde das Gebäude The Beehive in Gatwick. Die Flotte bestand in dieser Zeit aus Boeing 737 in einer eigenen Bemalung mit roten und blauen Streifen.

1995: Franchise mit British Airways

1995 wurde GB Airways vollwertiger Franchise-Partner von British Airways. British Airways gab dabei ihre finanzielle Beteiligung auf, Eigentümer blieb die Bland Group. Von nun an flogen alle Maschinen in BA-Farben, die Crews trugen BA-Uniformen, und die Flüge liefen unter BA-Flugnummern. Der Franchise-Vertrag war bis 2010 angelegt.

Über British Airways war GB Airways auch mit der Allianz oneworld verbunden, als sogenanntes Affiliate-Mitglied. Ihre Passagiere sammelten also Meilen und nutzten Vorteile im oneworld-Netz, ohne dass die Airline selbst Vollmitglied war.

Klassiker auf der Wunschliste

Setz Typen wie die Boeing 737-400 oder Airbus A321 auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn eine Maschine in deiner Nähe landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Das Streckennetz: Sonne, Mittelmeer und Nordafrika

Das Netz von GB Airways war klar auf Ziele im Süden ausgerichtet. 2001 flog die Airline 21 Ziele im westlichen Mittelmeerraum und in Nordafrika an, später wuchs das Angebot weiter. Typische Verbindungen ab den drei britischen Standorten:

Basis Rolle Beispielziele
London-Gatwick (LGW) Hauptbasis, größter Teil des Netzes Malaga, Palma, Faro, Tunis, Marrakesch
London-Heathrow (LHR) Einige stationierte Flugzeuge Casablanca, Faro, Malaga, Marrakesch, Tanger
Manchester (MAN) Kleine Basis, Flüge als „BA Connect“ vermarktet Heraklion, Innsbruck, Malta, Paphos, Salzburg

Auffällig ist der Schwerpunkt auf Marokko und der Iberischen Halbinsel – ein Erbe der Herkunft aus Gibraltar. Tanger, wohin schon das Flugboot von 1931 flog, blieb bis zuletzt im Netz. Auch Ziele wie Malaga, Faro und Palma de Mallorca gehörten zum Kern.

Eine kurze Episode ist die Verbindung Madrid–Gibraltar: GB Airways nahm sie im Mai 2007 als BA-Franchise auf, stellte sie aber schon am 30. September 2007 wieder ein. Wer sich für den besonderen Flughafen interessiert, bei dem früher eine Hauptstraße die Piste kreuzte, findet im Guide Planespotting in Gibraltar die passenden Standorte.

Die Flotte: vom Flugboot zum Airbus

Über ihre lange Geschichte flog die Airline sehr unterschiedliche Typen. Belegt sind vor allem diese Stationen:

Typ Zeitraum (soweit belegt) Spotter-Hinweis
Saunders-Roe Windhover 1931 Kleines Flugboot mit bis zu sechs Plätzen, Strecke Gibraltar–Tanger
Douglas DC-3 1950er-Jahre Klassischer Kolbenmotor-Zweimot mit Spornrad
Vickers Viscount unter anderem 1980er-Jahre Turboprop mit vier Propellerturbinen und großen ovalen Fenstern
Boeing 737-200 späte 1980er- und frühe 1990er-Jahre Schlanke, lange Triebwerke direkt unter dem Flügel
Boeing 737-300/-400 1990er-Jahre bis Anfang der 2000er CFM-Triebwerke mit abgeflachter Unterseite
Airbus A320-200 2000er-Jahre bis 2008 Zuletzt neun Exemplare im Bestand
Airbus A321-200 2000er-Jahre bis 2008 Zuletzt sechs Exemplare, weitere bestellt

2001 betrieb GB Airways sieben Boeing 737-300 und 737-400, die nach und nach durch Airbus A321 ersetzt wurden. Im März 2008 bestand die Flotte dann ausschließlich aus Airbus-Jets der ersten Generation: neun Airbus A320 und sechs Airbus A321. Weitere Maschinen waren bestellt. Das Durchschnittsalter der Flotte lag Anfang 2008 bei knapp fünf Jahren – eine junge Flotte, die für easyJet entsprechend attraktiv war.

Die ältere Boeing 737-200 erkennst du an den langen, schmalen Triebwerken, die eng unter dem Flügel hängen. Die 737-300 und -400 haben dagegen die dickeren CFM56-Triebwerke mit der typisch abgeflachten Unterseite. Wie du die Generationen sicher auseinanderhältst, zeigt der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden. Für die Airbus-Zeit hilft A318, A319, A320 und A321 auseinanderhalten: Die A321 ist deutlich länger und hat vor und hinter dem Flügel je zwei große Türen.

Woran du GB Airways erkennst

Bei GB Airways musst du zwei Epochen unterscheiden.

Die eigene Bemalung bis 1995: Die Boeing 737 der späten 1980er-Jahre trugen einen überwiegend weißen Rumpf mit roten und blauen Zierstreifen. Diese liefen am Bug nach unten und bildeten unter der Nase eine Art „Kinnriemen“. Am Leitwerk setzten sich die Streifen fort, ein roter Pfeil formte dort ein Rautenlogo.

Die BA-Bemalung ab 1995: Danach flogen alle Maschinen in voller British-Airways-Bemalung. Von außen gab es keinen auffälligen Hinweis auf GB Airways – du brauchst das Kennzeichen.

Bemalung prüfen

Rot-blaue Streifen mit Raute am Leitwerk: eigene GB-Airways-Optik vor 1995. BA-Farben: Franchise-Zeit oder echte BA.

Typ bestimmen

Airbus A320 oder A321 in BA-Farben auf Strecken nach Südeuropa oder Marokko ab Gatwick – das passt gut zu GB Airways.

Kennzeichen lesen

Das G-Kennzeichen entscheidet. Die Airbus-Flotte von GB Airways trug unter anderem Kennzeichen wie G-TTOB und G-TTOE.

Datum einordnen

Nach Ende März 2008 gibt es keine GB-Airways-Flüge mehr. Spätere Aufnahmen derselben Kennzeichen gehören zu BA oder easyJet.

Wie das britische Kennzeichensystem aufgebaut ist und wie du alte Registrierungen nachschlägst, erklärt der Guide zu britischen G-Kennzeichen.

Achtung Verwechslung

Ein BA-Airbus aus Gatwick zwischen 1995 und 2008 kann sowohl British Airways als auch GB Airways sein. Notiere bei solchen Fotos immer das Kennzeichen, sonst lässt sich die Sichtung später kaum noch korrekt zuordnen.

Das Ende: Übernahme durch easyJet

Druck von allen Seiten

In den 2000er-Jahren geriet GB Airways unter Druck. Auf vielen Strecken ans Mittelmeer flogen inzwischen Low-Cost-Airlines mit deutlich niedrigeren Preisen. Gleichzeitig stieß die Airline an die Grenzen des Franchise-Modells. 2006 schrieb GB Airways Verluste. Die Eigentümer holten mit Kevin Hatton einen früheren BA-Manager an die Spitze, der Optionen für die Zukunft ausloten sollte. Gespräche mit British Airways im Jahr 2007 brachten kein Ergebnis, und BA nutzte ihre im Franchise-Vertrag verankerte Kaufoption nicht.

Der Verkauf an easyJet

Am 25. Oktober 2007 wurde bekannt, dass easyJet GB Airways von der Bland Group kauft. Der Preis lag bei 103,5 Millionen Pfund. easyJet hatte bereits seit 2002 eine Basis in Gatwick und nutzte die Übernahme, um dort und in Manchester zu wachsen. Am 18. Januar 2008 gab die britische Wettbewerbsbehörde grünes Licht.

Einige Teile waren ausdrücklich nicht Teil des Geschäfts:

  • Die Heathrow-Slots: Sie wurden separat an andere Airlines verkauft.
  • Die Zentrale The Beehive: Das Gebäude blieb außen vor, in der Verwaltung fielen Stellen weg.
  • Zwei Airbus-Jets: G-TTOB und G-TTOE gingen an British Airways.

Ende März 2008 flog GB Airways zum letzten Mal unter eigenem Betrieb. Die meisten Flugzeuge und ein großer Teil des Personals wechselten zu easyJet, einzelne Maschinen gingen an andere Betreiber. Spannend für Spotter: Ein Teil der Airbus-Jets flog danach für easyJet weiter – dieselben Flugzeuge unter neuem Betreiber. Die größeren A321 gab easyJet später wieder ab. British Airways verlegte ihre Gibraltar-Flüge 2009 von Gatwick nach Heathrow.

Was nach GB Airways blieb

  • Flugzeuge und Personal bei easyJet in Gatwick
  • Ein stärkerer easyJet-Standort in Gatwick und Manchester
  • Zwei Airbus-Jets bei British Airways
  • Die Bland Group als Unternehmen in Gibraltar

Was mit GB Airways verschwand

  • Die BA-Franchise-Flüge ans Mittelmeer und nach Marokko
  • Der IATA-Code GT als aktiver Airline-Code von GB Airways
  • Das Rautenlogo der eigenen Firmenidentität
  • Die Zentrale im Beehive in Gatwick

GB Airways neben anderen Gatwick-Airlines

Gatwick war über Jahrzehnte die Heimat mehrerer unabhängiger britischer Airlines. GB Airways reiht sich hier ein, unterscheidet sich aber durch ihr Franchise-Modell:

Airline Zeitraum Modell
British Caledonian 1970–1988 Private Linienairline mit eigenem Langstreckennetz
Dan-Air 1953–1992 Charter und Linie, später von British Airways übernommen
Air Europe 1978–1991 Ferien- und Linienairline, Konkurs 1991
GB Airways bis 2008 BA-Franchise mit Wurzeln in Gibraltar

Das Franchise-Prinzip nutzten auch andere britische Airlines, etwa die schottische Loganair, die ebenfalls lange für größere Partner flog. Wenn du heute selbst nach Gatwick fährst, hilft dir der Gatwick-Spotterguide bei der Wahl des Standorts.

Sehr wahrscheinlich GB Airways, wenn …

  • eine Boeing 737 mit rot-blauen Streifen und Rautenlogo zu sehen ist
  • das Kennzeichen eines BA-Airbus zur GB-Airways-Flotte gehört
  • die Flugnummer zwischen BA6800 und BA6999 liegt

Genauer prüfen, wenn …

  • ein BA-Airbus in Gatwick ohne lesbares Kennzeichen zu sehen ist
  • das Foto aus Gibraltar oder Marokko stammt, aber kein Datum hat

Eher nicht GB Airways, wenn …

  • das Foto nach Ende März 2008 entstanden ist
  • ein Großraumflugzeug oder Langstreckenjet in BA-Farben zu sehen ist

Spotter-Tipps für historische Aufnahmen

Im Linienbetrieb wirst du GB Airways nicht mehr sehen. Spannend ist die Airline trotzdem – gerade weil sie sich so gut versteckt hat. In vielen Sammlungen aus Gatwick, Heathrow, Manchester oder Gibraltar stecken GB-Airways-Flugzeuge, die als British Airways einsortiert sind. Wer seine alten Fotos durchgeht, entdeckt so manchmal eine Airline, die er nie bewusst gesehen hat.

Gehe beim Digitalisieren systematisch vor: Kennzeichen, Typ, Ort und Datum festhalten, dann mit Registerdaten abgleichen. Bei Aufnahmen aus der Zeit vor 1995 hilft die eigene Bemalung, bei späteren nur das Kennzeichen. Allgemeine Tipps für alte Motive findest du im Guide Oldtimer am Himmel erkennen.

Quellen kritisch prüfen

Zu GB Airways kursieren widersprüchliche Angaben, etwa zur Höhe der früheren BEA-Beteiligung, zum genauen Jahr der Umbenennung oder zu einzelnen Flottendaten. Gleiche Kennzeichen und Daten möglichst mit mehreren Quellen ab, bevor du eine Sichtung endgültig zuordnest.

Häufige Verwechslungen

  • Jeden BA-Airbus aus Gatwick für British Airways halten – zwischen 1995 und 2008 kann es auch GB Airways sein.
  • GB Airways für eine BA-Tochter halten – British Airways hielt nach 1995 keine Anteile; die Airline gehörte der Bland Group.
  • GT für einen aktuellen Code halten – bei alten Belegen zählt das Datum, GB Airways fliegt seit 2008 nicht mehr.
  • BA-Flugnummer mit durchführender Airline gleichsetzen – im Franchise flog GB Airways unter BA-Nummern.
  • A321 als A320 notieren – die A321 ist deutlich länger und hat zusätzliche große Türen.
  • Die Übernahme British Airways zuschreiben – gekauft hat easyJet, BA verzichtete auf ihre Option.

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Fazit

GB Airways hat einen weiten Weg hinter sich: vom einzelnen Flugboot zwischen Gibraltar und Tanger 1931 über GibAir und die Partnerschaft mit BEA bis zur Franchise-Airline von British Airways mit moderner Airbus-Flotte in Gatwick. Gerade das Franchise machte die Airline unsichtbar – Fluggäste und viele Spotter hielten ihre Flugzeuge für British Airways. 2008 endete die Geschichte mit der Übernahme durch easyJet. Wer heute alte Aufnahmen sortiert, findet GB Airways nur über Kennzeichen, Bemalung und Datum.

Kurzfazit

GB Airways (IATA GT, ICAO GBL) war eine historische britische Airline mit Wurzeln in Gibraltar. Ab 1995 flog sie als BA-Franchise in British-Airways-Farben ab Gatwick, zuletzt mit A320 und A321 – bis easyJet sie 2008 übernahm.

Zusammenfassung

  • GB Airways ist das Paradebeispiel einer Franchise-Airline: eigene Gesellschaft, eigene Crews und Kennzeichen – aber Flugnummern, Uniformen und Bemalung von British Airways.
  • Die Geschichte reicht vom Flugboot zwischen Gibraltar und Tanger 1931 bis zu modernen Airbus-Jets ab Gatwick.
  • Mit der Übernahme durch easyJet bekam die Low-Cost-Airline Flugzeuge, Personal und Slots in Gatwick; die Heathrow-Slots waren nicht Teil des Deals.
  • Für Spotter ist GB Airways ein Archiv-Thema: Eine „BA“-Aufnahme aus Gatwick zwischen 1995 und 2008 kann in Wahrheit eine GB-Airways-Maschine zeigen.

Häufige Fragen

Wann gab es GB Airways?

Die Geschichte beginnt 1931 mit der Gründung von Gibraltar Airways durch die Reederei M. H. Bland. Später trat die Airline als GibAir auf, ab den 1980er-Jahren als GB Airways. Der Flugbetrieb endete Ende März 2008, nachdem easyJet die Gesellschaft gekauft hatte.

Welche Codes hatte GB Airways?

GB Airways hatte den IATA-Code GT, den ICAO-Code GBL und das Rufzeichen „GEEBEE AIRWAYS“. Als Franchise-Partner verkaufte sie ihre Flüge ab 1995 aber unter British-Airways-Flugnummern, aus dem Bereich BA6800 bis BA6999.

Was bedeutet Franchise bei GB Airways?

GB Airways blieb eine eigenständige Firma mit eigener Betriebsgenehmigung, eigenen Flugzeugen und eigenen Crews. Nach außen trat sie aber wie British Airways auf: BA-Flugnummern, BA-Bemalung, BA-Uniformen und BA-Service an Bord. British Airways hielt nach 1995 keine Beteiligung mehr an der Airline; Eigentümer blieb die Bland Group.

Welche Flugzeuge flog GB Airways?

In der Frühzeit ein Flugboot vom Typ Saunders-Roe Windhover, in den 1950er-Jahren Douglas DC-3, später unter anderem Vickers Viscount und Boeing 737 verschiedener Generationen. In den 2000er-Jahren ersetzten Airbus A320 und A321 die Boeing 737-300 und 737-400. Im März 2008 bestand die Flotte aus neun A320-200 und sechs A321-200.

Warum hat easyJet GB Airways gekauft?

easyJet wollte in Gatwick wachsen, wo die Airline seit 2002 eine Basis betrieb. Mit GB Airways bekam sie Flugzeuge, Personal und Start- und Landerechte. Die Übernahme wurde am 25. Oktober 2007 angekündigt, der Preis lag bei 103,5 Millionen Pfund. Die britische Wettbewerbsbehörde gab im Januar 2008 grünes Licht.

Warum hat nicht British Airways GB Airways übernommen?

British Airways hatte laut Franchise-Vertrag eine Kaufoption, nutzte sie aber nicht. Gespräche zwischen beiden Seiten im Jahr 2007 führten zu keinem Ergebnis. GB Airways hatte 2006 Verlust gemacht und stand unter Druck durch Low-Cost-Konkurrenz und die Grenzen des Franchise-Modells.

Was passierte mit den Flugzeugen von GB Airways?

Der Großteil der Flotte und des Personals ging zu easyJet. Zwei Airbus-Jets, G-TTOB und G-TTOE, übernahm British Airways, einzelne Maschinen gingen an andere Betreiber. Die Heathrow-Slots waren nicht Teil des Verkaufs und wurden separat veräußert.

Hatte GB Airways Unfälle?

Bekannt ist ein Unfall: Am 23. November 1988 kam eine Vickers Viscount mit dem Kennzeichen G-BBVH bei der Landung in Tanger von der Piste ab und wurde so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr repariert wurde. Alle Menschen an Bord überlebten.

GB Airways im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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