Das Wichtigste in Kürze
- Air Antilles war eine französische Regionalairline mit Sitz in Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe – heute ist sie Geschichte.
- Codes: bis 2023 IATA 3S und ICAO GUY, nach dem Neustart 2024 IATA 4I und ICAO KES.
- Die Flotte bestand aus Turboprops: ATR 42, ATR 72-600 und DHC-6 Twin Otter für die Kurzpiste von St. Barth.
- Zwei Leben: Zuerst gehörte Air Antilles zur Gruppe CAIRE, ab 2023 zu Saint-Martin und Edeis.
- Das Ende kam 2025/2026: Die DGAC setzte im Dezember 2025 das Betreiberzeugnis aus, im April 2026 folgte die Liquidation.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | 4I |
|---|---|
| ICAO-Code | KES |
| Rufzeichen | KARIBEES |
| Drehkreuze | PTP, FDF |
| Status | Historisch – Flugbetrieb seit 8. Dezember 2025 eingestellt, am 27. April 2026 gerichtlich liquidiert |
| Geschäftsmodell | Regionalairline für Inselverbindungen in der Karibik |
| Sitz | Pointe-à-Pitre, Guadeloupe (Frankreich) |
| Gegründet | Erstflug am 18. Dezember 2002 als Air Antilles Express, karibische Marke von Air Guyane in der Gruppe CAIRE |
| Eigentümer zuletzt | Collectivité de Saint-Martin (60 %) und die Gruppe Edeis (40 %), seit der Teilübernahme im September 2023 |
| Basen | Pointe-à-Pitre (PTP) und Fort-de-France (FDF) |
| Codes | Bis 2023 IATA 3S und ICAO GUY (gemeinsam mit Air Guyane), ab 2024 IATA 4I und ICAO KES |
| Flotte nach dem Neustart 2024 | 2 ATR 72-600, 1 ATR 42-600 und 1 DHC-6-400 Twin Otter laut Airline-Website; aktiv flog zunächst nur eine ATR 72-600 |
| Flotte 2017 | 3 ATR 42-500, 1 ATR 42-600, 2 DHC-6-300 Twin Otter und die erste ATR 72-600 |
| Ziele zuletzt | Guadeloupe, Martinique, Saint-Martin (Grand Case) und Saint-Barthélemy |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Air Antilles?
- Schriftzug „Air Antilles“ am Rumpf – je nach Epoche auch als „Air Antilles Express“
- Fast immer ein Turboprop: ATR 42, ATR 72 oder die kleine DHC-6 Twin Otter
- Kennzeichen mit F-O – dem französischen Präfix für Flugzeuge aus den Überseegebieten, z. B. F-OMYM
- Auf St. Barth kam nur die Twin Otter zum Einsatz, die ATR flogen die längeren Inselstrecken
- Auf alten Tracker-Logs steht bis 2023 GUY, nach dem Neustart KES
Wer in den vergangenen zwanzig Jahren auf Guadeloupe, Martinique oder St. Barth Urlaub gemacht hat, kennt das Bild: eine ATR mit dem Schriftzug „Air Antilles“ beim Start in Pointe-à-Pitre oder eine kleine Twin Otter, die knapp über den Hügel auf die Piste von St. Barth einschwebt. Seit April 2026 ist Air Antilles Geschichte. Diese Seite zeigt dir, wie die Regionalairline der französischen Antillen funktionierte, welche Flugzeuge sie flog und wie du Archivfotos richtig einordnest.
Karibik-Archiv im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – auch deine alten Bilder von Air-Antilles-ATR und Twin Otter bekommen so ihren Platz in der Sammlung. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Air Antilles im Überblick
Air Antilles war eine französische Regionalairline mit Sitz in Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe. Ihre Aufgabe war klar umrissen: die Inseln der französischen Antillen untereinander und mit Nachbarinseln in der Karibik verbinden. Langstrecke nach Paris gab es bei Air Antilles nie – das blieb Sache von Air France, Air Caraïbes und Corsair.
Den ersten Flug unternahm die Airline am 18. Dezember 2002, damals noch unter dem Namen Air Antilles Express. Sie war die karibische Marke von Air Guyane und gehörte zur Gruppe CAIRE. Die Idee: günstige Inselverbindungen mit kleinen Turboprops, dort, wo große Jets nicht hinpassen oder sich nicht lohnen.
Wichtigste Basen waren der Flughafen Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe und Fort-de-France auf Martinique. Zuletzt flog Air Antilles nur noch vier Ziele an: Guadeloupe, Martinique, Grand Case auf der französischen Seite von Saint-Martin und Saint-Barthélemy. In besseren Zeiten reichte das Netz deutlich weiter – unter anderem nach Antigua, Barbados, Dominica, St. Lucia, Puerto Rico, in die Dominikanische Republik und nach Sint Maarten.
Codes und Rufzeichen
Bei Air Antilles musst du zwei Epochen auseinanderhalten:
- Bis 2023: IATA 3S, ICAO GUY. Als Marke von Air Guyane teilte sich Air Antilles die Codes mit der Schwester aus Französisch-Guayana. Auf alten Tracker-Aufzeichnungen erscheinen die Flüge deshalb unter GUY, auch wenn eine ATR in Guadeloupe startete.
- Ab 2024: IATA 4I, ICAO KES. Mit dem neuen Betreiberzeugnis bekam die Airline eigene Codes. Laut Nachschlagewerken meldete sie sich im Funk mit dem Rufzeichen „KARIBEES“.
Für dein Logbuch heißt das: Der Code verrät dir, aus welcher Phase eine Sichtung stammt. Wie IATA- und ICAO-Codes grundsätzlich funktionieren, erklärt der Artikel IATA- und ICAO-Codes erklärt. Warum Flugnummer und Rufzeichen nicht dasselbe sind, liest du unter Callsign und Flugnummer.
Archivfotos sauber taggen
Notiere zu jedem alten Foto das Datum. Vor Ende 2023 gehörte Air Antilles zur Gruppe CAIRE, danach zu Saint-Martin und Edeis – und die Codes änderten sich. Mit Datum und Kennzeichen bleibt die Sichtung auch Jahre später eindeutig.
Geschichte: zwei Leben unter einem Namen
Air Antilles Express in der Gruppe CAIRE (2002–2023)
Die ersten Jahre standen im Zeichen der Gruppe CAIRE, die mit Air Guyane auch die Verbindungen in Französisch-Guayana betrieb. Air Antilles Express wuchs mit ATR 42 und Twin Otter zu einem dichten Inselnetz heran. Ende Januar 2017 kam die erste ATR 72-600 mit dem Kennzeichen F-OMYM nach Guadeloupe. Mit ihr wollte die Airline Frequenzen verdichten und neue Strecken etwa nach Barbados, Antigua und Tortola eröffnen. In dieser Zeit trat die Marke zunehmend nur noch als Air Antilles auf.
Im Sommer 2023 kippte die Lage. Am 14. Juli 2023 traten die Piloten der Gruppe in den Streik, die CAIRE-Gesellschaften rutschten in die Insolvenz. Das Handelsgericht in Pointe-à-Pitre eröffnete Anfang August ein Liquidationsverfahren mit befristeter Fortführung des Betriebs.
Neustart mit Saint-Martin und Edeis (2023–2025)
Im September 2023 genehmigte das Gericht eine Teilübernahme: Die Collectivité de Saint-Martin übernahm 60 Prozent, die französische Gruppe Edeis 40 Prozent. Air Guyane war nicht Teil des Deals.
Bis zum ersten eigenen Flug dauerte es fast ein Jahr. Die Airline erhielt 2024 ein neues Betreiberzeugnis und neue Codes. Als Erstes liefen ab Anfang Juli 2024 wieder Verbindungen nach St. Barth – allerdings mit einer Twin Otter, die Air Antilles samt Besatzung bei der Schweizer Zimex Aviation angemietet hatte. Der eigene Flugbetrieb startete am 22. Juli 2024 mit der ATR 72-600 F-OMYM auf der Route Fort-de-France–Pointe-à-Pitre–Saint-Martin, eine Woche später als geplant, weil Zulassungen für Piloten fehlten.
Das Ende (2025–2026)
Wirtschaftlich kam die neue Air Antilles nie richtig in Fahrt. Altlasten des Vorgängers, wenige Fluggäste und ein kleiner aktiver Flottenbestand belasteten die Bilanz. Die Collectivité de Saint-Martin steckte nach Medienberichten seit der Übernahme mehr als 20 Millionen Euro in das Unternehmen. 2024 beförderte die Airline laut Berichten nur rund 35.000 Fluggäste.
Am 8. Dezember 2025 setzte die französische Luftfahrtbehörde DGAC das Betreiberzeugnis nach einem Audit aus Sicherheitsgründen aus, weil sie erhebliche Mängel feststellte. Ab dem 18. Dezember 2025 schloss die IATA die Airline aus dem Abrechnungssystem BSP France aus, Reisebüros konnten keine Tickets mehr verkaufen. Im Januar 2026 folgte die Zahlungsunfähigkeit, am 2. Februar 2026 ein Sanierungsverfahren. Ein tragfähiger Käufer fand sich nicht: Am 27. April 2026 ordnete das Handelsgericht von Pointe-à-Pitre die Liquidation an. Betroffen waren 116 Beschäftigte, die Verbindlichkeiten lagen laut Berichten bei mehr als 56 Millionen Euro.
2002
Erster Flug als Air Antilles Express, Marke von Air Guyane in der Gruppe CAIRE.
2017
Erste ATR 72-600 (F-OMYM), geplante neue Strecken nach Barbados, Antigua und Tortola.
2023
Pilotenstreik, Insolvenz der Gruppe CAIRE, Übernahme durch Saint-Martin und Edeis.
2024–2026
Neustart mit Codes 4I/KES, Flugverbot ab Dezember 2025, Liquidation im April 2026.
Die Flotte: ATR und Twin Otter
Air Antilles war eine reine Turboprop-Airline. Die Flotte änderte sich über die Jahre, folgte aber stets demselben Prinzip: größere ATR für die Strecken zwischen den Hauptinseln, kleine Twin Otter für die Kurzpiste von St. Barth.
| Typ | Zeitraum | Sitze | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| ATR 42-500 | CAIRE-Ära | k. A. | Inselnetz | 2017 drei Exemplare in der Flotte |
| ATR 42-600 | CAIRE-Ära und Neustart | ca. 48 | Inselnetz | Glascockpit, äußerlich kaum von der -500 zu unterscheiden |
| ATR 72-600 | ab 2017 | 72 | Hauptinseln Guadeloupe, Martinique, Saint-Martin | F-OMYM als erstes Exemplar und Arbeitspferd nach dem Neustart |
| DHC-6-300 Twin Otter | CAIRE-Ära | k. A. | St. Barth | 2017 zwei Exemplare in der Flotte |
| DHC-6-400 Twin Otter | Neustart | 19 | St. Barth | Moderne Neuauflage der Twin Otter |
Die ATR 72-600 war das größte Flugzeug, das Air Antilles je betrieb. Nach dem Neustart listete die Airline auf ihrer Website zwei ATR 72-600, eine ATR 42-600 und eine Twin Otter. Laut Fachpresse war im Juli 2024 aber zunächst nur F-OMYM aktiv; die übrigen ATR standen abgestellt in Pointe-à-Pitre oder in Marokko. Hersteller der ATR-Familie ist ATR in Toulouse.
Die ATR 42-600 und ihre Vorgängerin ATR 42-500 prägten das Netz in den CAIRE-Jahren. Sie bieten weniger Plätze und passten damit gut zu den kleineren Nachbarinseln.
Die DHC-6 Twin Otter war das Spezialwerkzeug. Ursprünglich von De Havilland Canada gebaut, wird sie heute als Serie 400 neu produziert. Mit ihren 19 Sitzen, dem starren Fahrwerk und den kurzen Start- und Landestrecken ist sie wie gemacht für Plätze wie St. Barth.
Twin Otter auf der Wunschliste?
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ATR 42 oder ATR 72? So unterscheidest du sie
Auf Fotos aus Pointe-à-Pitre stehen beide ATR-Größen oft nebeneinander. Mit ein paar Merkmalen ordnest du sie zu.
Das spricht für eine ATR 72
- Deutlich gestreckter Rumpf mit mehr Fenstern
- Rumpf wirkt im Verhältnis zum Flügel lang und schlank
- Auf Trackern als AT76 (72-600) geführt
Das spricht für eine ATR 42
- Kurzer, gedrungener Rumpf
- Weniger Fensterreihen zwischen Tür und Flügel
- Auf Trackern als AT45 oder AT46 geführt
Zwischen -500 und -600 bei der ATR 42 hilft dir von außen wenig – der wichtigste Unterschied steckt im Cockpit. Kennzeichen und Datum sind hier dein sicherster Weg. Grundlagen zum Unterscheiden von Flugzeugtypen bekommst du im Guide Flugzeugtypen erkennen, speziell zu Propellermaschinen im Artikel Turboprops unterscheiden. Und weil Turboprops ihre eigenen Regeln beim Fotografieren haben: Der Artikel Propeller fotografieren zeigt dir, mit welcher Verschlusszeit die Propeller sichtbar drehen.
Woran du Air Antilles erkennst
Auf Fotos erkennst du Air Antilles in erster Linie am Schriftzug am Rumpf. In den frühen Jahren lief die Airline als „Air Antilles Express“, später nur noch als „Air Antilles“ – der Name hilft dir bei der zeitlichen Einordnung. Hinzu kommt das Kennzeichen: Flugzeuge, die in Frankreichs Überseegebieten zu Hause sind, tragen meist ein F-O-Kennzeichen, etwa F-OMYM oder F-OMYS. Was hinter den Präfixen steckt, erklären die Artikel Flugzeug-Kennzeichen verstehen und Länderkennungen an Flugzeugen.
Das dritte Merkmal ist der Typ: Jets hatte Air Antilles nie. Siehst du in Guadeloupe oder Martinique einen Jet mit französischem Kennzeichen, ist es eine andere Airline.
Achtung Verwechslung
Auch Air Caraïbes fliegt die ATR 72-600 zwischen den Inseln, ebenfalls mit F-O-Kennzeichen und ab Pointe-à-Pitre. Wer nur Fahrwerk oder Propeller fotografiert, kann die beiden kaum trennen. Achte deshalb auf Schriftzug und Kennzeichen – oder notier dir bei neueren Aufnahmen den ICAO-Code aus dem Tracker.
Air Antilles auf St. Barth
Die Verbindung nach Saint-Barthélemy war das Aushängeschild der Airline – und für Spotter der spannendste Teil. Der Flughafen Gustaf III hat eine sehr kurze Piste, eingeklemmt zwischen einem Hügel und dem Strand von Saint-Jean. Im Anflug auf Piste 10 überfliegen die Maschinen die Straße am Col de la Tourmente nur knapp und gehen danach steil hinunter auf die Piste. Wer dort steht, hat einen der bekanntesten Fotospots der Karibik vor sich – mehr dazu auf der Seite zum Col de la Tourmente auf St. Barth und im Artikel Planespotting auf St. Barth.
Für diesen Platz eignen sich nur kleine, kurzstartfähige Flugzeuge. Air Antilles setzte deshalb die Twin Otter ein, während die ATR die längeren Strecken übernahmen. Die Insel gehört nicht umsonst zu den spektakulärsten Flughäfen der Welt.
Dass die Bedingungen anspruchsvoll sind, zeigte der 24. August 2023: Die Twin Otter F-OMYS kam bei der Landung auf Piste 28 nach links von der Piste ab und prallte gegen einen abgestellten, leeren Hubschrauber. Todesopfer gab es keine, das Flugzeug wurde schwer beschädigt. Laut Abschlussbericht der Untersuchungsbehörde BEA vom März 2026 war die Seilspannung der Bugradsteuerung zu gering, sodass sich das Bugrad im Flug verdrehen konnte. Zudem kannte die Besatzung geänderte Prüfabläufe des Herstellers für die Bugradsteuerung nicht.
Gute Chancen auf Air-Antilles-Spuren, wenn …
- du Archivfotos aus Pointe-à-Pitre, Fort-de-France oder St. Barth durchsiehst
- du in Spotter-Datenbanken nach F-OMYM oder anderen F-O-Kennzeichen suchst
Prüf es vorher, wenn …
- du hoffst, ehemalige Air-Antilles-Maschinen bei neuen Betreibern zu finden – Verbleib und Bemalung ändern sich
Keine Chance auf einen Live-Flug, weil …
- Air Antilles seit Dezember 2025 nicht mehr fliegt und im April 2026 liquidiert wurde
Die Antillen heute spotten
Auch ohne Air Antilles lohnt sich eine Spotter-Reise in die Region. Zwischen Guadeloupe, Martinique und Saint-Martin fliegt vor allem Air Caraïbes mit ATR 72-600, dazu kommen auf der Langstrecke Air France, Air Caraïbes und Corsair aus Paris. Nach St. Barth sind weiter kleine Turboprops anderer Anbieter unterwegs, etwa von Winair aus Sint Maarten.
Auf Sint Maarten wartet außerdem Maho Beach, wo große Jets im Anflug nur knapp über den Strand gehen. Eine Kombination aus Maho Beach und St. Barth gehört für viele Spotter zu den Traumtouren. Im Tropenlicht steht die Sonne mittags sehr hoch – plan deine Fotos lieber für den Vormittag oder späten Nachmittag. Wie das geht, zeigt der Artikel Sonnenstand planen.
Sicherheit und Regeln
Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. Am Col de la Tourmente fließt Straßenverkehr, an Maho Beach ist der Triebwerksstrahl startender Jets gefährlich. Drohnen haben in der Nähe von Flughäfen nichts verloren. Was rechtlich gilt, erklärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.
Häufige Verwechslungen
- Air Antilles mit Air Caraïbes verwechseln – beide stammen aus Guadeloupe und flogen ATR 72-600, Air Caraïbes betreibt aber auch Langstrecken-Airbus nach Paris.
- Air Antilles für eine aktive Airline halten – seit Dezember 2025 fliegt sie nicht mehr, im April 2026 wurde sie liquidiert.
- Alte Fotos unter 4I/KES ablegen – vor 2024 flog Air Antilles unter 3S/GUY.
- Air Antilles mit Air Guyane gleichsetzen – die Schwester aus Französisch-Guayana teilte bis 2023 die Codes, wurde aber nicht mit übernommen.
- Die Twin Otter für eine eigene Maschine halten – zum Neustart 2024 flog auf St. Barth zunächst eine bei Zimex Aviation angemietete Twin Otter.
- ATR 42-500 und -600 nach Optik trennen – außen sind sie kaum zu unterscheiden, das Kennzeichen ist sicherer.
Archivfunde mit der Community teilen
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Fazit
Air Antilles war über zwei Jahrzehnte das Bindeglied zwischen den französischen Antillen – unspektakulär mit der ATR zwischen Guadeloupe und Martinique, spektakulär mit der Twin Otter über dem Col de la Tourmente. Nach der Insolvenz der Gruppe CAIRE gab es mit Saint-Martin und Edeis eine zweite Chance, doch Sicherheitsmängel, Schulden und zu wenige Fluggäste beendeten auch diesen Anlauf. Für Spotter bleibt die Airline ein Kapitel im Archiv, bei dem Datum, Code und Kennzeichen über die richtige Einordnung entscheiden.
Kurzfazit
Air Antilles (zuletzt IATA 4I, ICAO KES; bis 2023 3S/GUY) war eine Regionalairline aus Guadeloupe mit ATR 42, ATR 72-600 und Twin Otter. Bekannt wurde sie vor allem durch die Flüge nach St. Barth. Seit der Liquidation im April 2026 ist sie Geschichte.
Zusammenfassung
- Air Antilles verband mehr als 20 Jahre lang die französischen Antillen mit Turboprops, zuletzt Guadeloupe, Martinique, Saint-Martin und St. Barth.
- Für Spotter bleibt vor allem die Twin Otter im Anflug über den Col de la Tourmente auf St. Barth in Erinnerung.
- Codes, Kennzeichen und Schriftzug helfen dir, Archivfotos sauber der richtigen Epoche zuzuordnen.
- Heute fliegen andere Airlines die Inselstrecken – Air Antilles siehst du nur noch auf alten Fotos.
Häufige Fragen
Fliegt Air Antilles noch?
Nein. Die französische Luftfahrtbehörde DGAC hat am 8. Dezember 2025 das Luftverkehrsbetreiberzeugnis ausgesetzt, seitdem standen die Flugzeuge am Boden. Am 27. April 2026 ordnete das Handelsgericht von Pointe-à-Pitre die Liquidation mit sofortigem Ende des Betriebs an. Kein Übernahmeangebot wurde angenommen.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Air Antilles?
Das hängt von der Epoche ab. Bis 2023 flog Air Antilles als karibische Marke von Air Guyane unter IATA 3S und ICAO GUY. Nach dem Neustart 2024 nutzte die Airline IATA 4I und ICAO KES, laut Nachschlagewerken mit dem Rufzeichen „KARIBEES“.
Welche Flugzeuge flog Air Antilles?
Ausschließlich Turboprops. 2017 bestand die Flotte aus drei ATR 42-500, einer ATR 42-600, zwei DHC-6-300 Twin Otter und der ersten ATR 72-600. Nach dem Neustart 2024 nannte die Airline zwei ATR 72-600, eine ATR 42-600 und eine DHC-6-400 Twin Otter – tatsächlich aktiv war anfangs nur eine ATR 72-600.
Warum flog Air Antilles mit der Twin Otter nach St. Barth?
Der Flughafen Gustaf III auf Saint-Barthélemy hat eine sehr kurze Piste, und der Anflug führt steil über einen Hügel. Dafür eignen sich nur kleine, kurzstartfähige Flugzeuge wie die DHC-6 Twin Otter. Die ATR flogen deshalb die längeren Verbindungen zwischen Guadeloupe, Martinique und Saint-Martin.
Was ist mit Air Antilles 2023 passiert?
Im Juli 2023 streikten die Piloten der Gruppe CAIRE, die Muttergesellschaft geriet in die Insolvenz. Im September 2023 genehmigte das Gericht die Teilübernahme von Air Antilles durch die Collectivité de Saint-Martin (60 %) und die Gruppe Edeis (40 %). Air Guyane wurde nicht übernommen. Eigene Flüge nahm Air Antilles erst am 22. Juli 2024 wieder auf.
Gab es einen Unfall bei Air Antilles?
Ja, ohne Todesopfer. Am 24. August 2023 kam eine Twin Otter (F-OMYS) bei der Landung auf St. Barth von der Piste ab und stieß gegen einen abgestellten Hubschrauber. Laut Abschlussbericht der französischen Untersuchungsbehörde BEA vom März 2026 konnte sich das Bugrad wegen zu geringer Seilspannung der Steuerung im Flug verdrehen.
Wer fliegt heute zwischen den französischen Antillen?
Nach dem Aus von Air Antilles ist vor allem Air Caraïbes mit ihren ATR 72-600 auf den Inselstrecken zwischen Guadeloupe, Martinique und Saint-Martin unterwegs. Nach St. Barth fliegen weiterhin kleine Turboprops anderer Anbieter, etwa von Winair aus Sint Maarten. Prüf vor einer Reise den aktuellen Flugplan.
Air Antilles im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
ATR 72-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypATR 42-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei Sechsblatt-Propeller und ein kurzer, kompakter Rumpf: Die ATR 42-600 ist der kleinste Turboprop von ATR. So erkennst du sie und trennst sie von der größeren ATR 72.
FlugzeugtypATR 42-500
Mit der ATR 42-500 bekam der kleine ATR-Turboprop Mitte der Neunziger Sechsblatt-Propeller, stärkere Triebwerke und eine neue Kabine. So erkennst du sie und trennst sie von älteren und jüngeren ATR 42.
FlugzeugtypDe Havilland Canada DHC-6 Twin Otter
Hochdecker mit Flügelstreben, starres Fahrwerk, zwei schlanke PT6-Turboprops: Die Twin Otter landet auf Strand, Wasser, Schnee und Schotter. So erkennst du den kanadischen Klassiker.
Weitere Airlines
Air Caraïbes
Die Airline der französischen Antillen: Sitz auf Guadeloupe, Langstrecke ab Paris-Orly mit Airbus A350 und A330, ein ATR-Netz zwischen den Inseln – und French Bee als Schwester im selben Konzern.
RegionalWinair
Die Inselairline von Sint Maarten: Twin Otter und ATR 42-500 ab Princess Juliana Airport, ein dichtes Netz in der Ostkaribik und planmäßige Landungen auf der extrem kurzen Piste von Saba.
NetzwerkAir France
Frankreichs Netzwerk-Airline mit dem Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle: Gründungsmitglied von SkyTeam, Teil der Air France-KLM-Gruppe und mit einer Langstreckenflotte aus Airbus A350 und Boeing 777.
FerienfliegerCorsair
Französische Langstrecken-Airline mit Basis Paris-Orly: Corsair fliegt mit einer einheitlichen Airbus-A330neo-Flotte in die Antillen, in den Indischen Ozean und nach Westafrika.
NetzwerkCayman Airways
Die staatliche Airline der Kaimaninseln: vier Boeing 737-8 für die Strecken in die USA und die Karibik, dazu Twin Otter und Saab 340 von Cayman Airways Express für die Flüge zu den Schwesterinseln.
RegionalBrit Air
Historische Regionalairline aus Morlaix in der Bretagne. Brit Air startete 1973 als Lufttaxi, flog ATR, Saab 340 und Fokker 100, brachte CRJ700 und CRJ1000 als Erstkunde in den Liniendienst und ging ab 2013 in HOP! auf.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
ATR
Der französisch-italienische Hersteller ATR baut seit den 1980er-Jahren nur zwei Flugzeuge – die ATR 42 und die ATR 72. Hochdecker, T-Leitwerk, Propeller: Wer die Familie einmal verstanden hat, erkennt sie überall, von Lanzarote bis zu den griechischen Inseln.
HerstellerDe Havilland Canada
Vom Buschflugzeug Beaver über die Twin Otter bis zur Dash 8 und dem Löschflugzeug DHC-515: De Havilland Canada steht für robuste Kurzstart-Flugzeuge. Hier erfährst du, wie das Unternehmen entstand, wem es gehörte und wo du seine Typen heute vor die Linse bekommst.
Wo du Air Antilles vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Col de la Tourmente am Flughafen St. Barth
Ein Kreisverkehr auf einer Hügelkuppe, direkt dahinter eine der kürzesten Linienpisten der Karibik: Am Col de la Tourmente ziehen Twin Otter, Caravan und Islander knapp über die Autos hinweg und stürzen sich steil auf die Piste 10 des Flughafens St. Barth. Was dich dort erwartet und wie du sicher und respektvoll spottest.
AnflugschneiseMaho Beach am Princess Juliana International Airport
Der wohl berühmteste Spotting-Spot der Welt: Am Maho Beach ziehen landende Flugzeuge in weniger als 30 Metern Höhe über den Badestrand auf die Piste 10 des Princess Juliana Airport. Was dich dort wirklich erwartet, wann sich die Jets zeigen und warum du dich nie hinter ein startendes Flugzeug stellst.
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