Das Wichtigste in Kürze
- Cape Air ist eine US-Commuter-Airline aus Hyannis auf Cape Cod und fliegt nur Flugzeuge mit neun Passagiersitzen.
- Codes: IATA 9K, ICAO KAP, Rufzeichen „CAIR“; die Firma heißt offiziell Hyannis Air Service.
- Drei Netze: Nordosten der USA mit Boston und den Inseln vor Cape Cod, Puerto Rico und Karibik ab San Juan sowie Montana ab Billings.
- Flottenwechsel: Die Tecnam P2012 Traveller ersetzt nach und nach die Cessna 402; Cape Air war 2019 Erstkunde des Typs.
- Neu ab 2027: In Montana übernehmen acht einmotorige Cessna Grand Caravan EX die Strecken der Tecnams.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | 9K |
|---|---|
| ICAO-Code | KAP |
| Rufzeichen | CAIR |
| Drehkreuze | BOS, SJU, BIL |
| Geschäftsmodell | Commuter- und Regionalairline mit kleinen Flugzeugen (US-Vorschriften Part 135), eigene Tickets plus Partnerverbindungen |
| Firmierung | Hyannis Air Service, Inc., Markenname Cape Air; Schwestermarke Nantucket Airlines |
| Sitz | Hyannis, Massachusetts, am Flughafen Cape Cod Gateway |
| Gegründet | 1988, unter anderem von den Piloten Dan Wolf und Craig Stewart; erster Flug 1989 zwischen Boston und Provincetown |
| Wichtigste Basen | Boston (BOS), Hyannis, Martha’s Vineyard, Nantucket, San Juan (SJU) und Billings (BIL) |
| Einsatzgebiete | Nordosten der USA, Puerto Rico und Karibik, Osten von Montana |
| Flotte (laut Cape Air, Stand 2024/2026) | 98 Flugzeuge: 64 Cessna 402, 30 Tecnam P2012 Traveller, 4 Britten-Norman Islander |
| Bestellung | 8 Cessna 208B Grand Caravan EX für Montana, Einsatz ab 2027 (bestellt im September 2026) |
| Partner | Ticket- und Gepäckabkommen u. a. mit JetBlue, United, American, Delta und Alaska Airlines |
| Allianz | keine |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Cape Air?
- Sehr kleine zweimotorige Propellerflugzeuge mit Kolbenmotoren statt Jets oder Turboprops
- Cessna 402: Tiefdecker mit einziehbarem Fahrwerk und langer, spitzer Nase
- Tecnam P2012: Schulterdecker mit festem Fahrwerk und kastenförmigem Rumpf
- In der Karibik auch die Britten-Norman Islander: Hochdecker mit festem Fahrwerk und eckigem Rumpf
- Schriftzug „Cape Air“ am Rumpf; auf Nantucket-Strecken teils „Nantucket Airlines“
- Auf dem Tracker KAP als Kennung, US-Kennzeichen mit N am Heck
Wer in Boston-Logan zwischen A320, 737 und Großraumjets plötzlich ein Flugzeug mit zwei kleinen Propellern und einer Handvoll Fenster rollen sieht, hat sehr wahrscheinlich Cape Air vor der Linse. Die Airline aus Hyannis fliegt dorthin, wo große Jets nicht hinkommen oder sich nicht lohnen: auf die Inseln vor Cape Cod, zu Kleinstädten in Neuengland, zwischen den Karibikinseln und in die Weiten von Montana. Diese Seite zeigt dir, was hinter Cape Air steckt, welche Typen sie fliegt und wie du sie auseinanderhältst.
Jede Cessna 402 einzeln im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Spot fest – und siehst auf einen Blick, welche Cape-Air-Maschinen dir noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Cape Air im Überblick
Cape Air ist eine US-amerikanische Commuter-Airline mit Sitz in Hyannis, Massachusetts, direkt am Flughafen Cape Cod Gateway. Offiziell heißt die Firma Hyannis Air Service, Inc.; Cape Air ist der Name, den du am Flugzeug und im Ticket liest. Mitgegründet wurde sie 1988 von den Piloten Dan Wolf und Craig Stewart zusammen mit einem Investor, der erste Flug ging 1989 von Boston nach Provincetown an der Spitze von Cape Cod.
Das Besondere ist die Größe der Flugzeuge, nicht der Airline. Jede Maschine hat nur neun Passagiersitze. Damit fliegt Cape Air nach den US-Regeln für kleine Linien- und Bedarfsflüge (Part 135), die für so kleine Flugzeuge gelten. Gleichzeitig ist die Flotte mit fast 100 Flugzeugen ungewöhnlich groß – deshalb wird Cape Air oft als größte unabhängige Regionalairline der USA bezeichnet. „Unabhängig“ heißt hier: Anders als CommutAir oder SkyWest fliegt Cape Air nicht im Auftrag einer großen Airline unter deren Marke, sondern verkauft ihre Flüge selbst.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code 9K: steht in der Flugnummer, im Ticket und auf der Anzeigetafel.
- ICAO-Code KAP: steht im Flugplan der Flugsicherung und auf ADS-B-Trackern.
- Rufzeichen CAIR: so meldet sich die Besatzung im Funk.
Bei Partnerflügen kann zusätzlich die Flugnummer einer großen Airline auftauchen. Ob dahinter eine echte Codeshare-Vereinbarung oder nur ein Ticketabkommen steckt, ist für die Sichtung egal – das Flugzeug fliegt immer Cape Air selbst. Warum Flugnummer und Betreiber auseinanderfallen können, erklärt der Artikel Codeshare-Flüge erklärt.
Tracker richtig lesen
Viele Cape-Air-Flüge sind kurz und niedrig, gerade zwischen Cape Cod und den Inseln. Taucht ein Flug nur kurz auf dem Tracker auf, ist das kein Fehler. Achte auf die Kennung KAP und den Typcode. Wie du ADS-B-Daten sinnvoll liest, zeigt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Drei Netze: Neuengland, Karibik, Montana
Cape Air hat kein klassisches Drehkreuz, sondern drei weitgehend getrennte Netze, die du als Spotter auch getrennt planen solltest.
Nordosten der USA: Das Stammgebiet. Von Boston und Hyannis aus fliegt Cape Air nach Nantucket, Martha’s Vineyard, Provincetown und New Bedford, dazu zu kleineren Städten in Maine, New Hampshire, Vermont und im Bundesstaat New York. Einige dieser Verbindungen sind von der US-Regierung über das Programm Essential Air Service gefördert, das kleinen Gemeinden einen Anschluss an das Luftverkehrsnetz sichert – etwa die Flüge von Boston nach Rutland in Vermont.
Puerto Rico und Karibik: Seit 1998 hat Cape Air ein Netz mit Schwerpunkt San Juan. Von dort und von St. Thomas aus geht es zu Inseln wie Vieques, Culebra, St. Croix, Tortola, Virgin Gorda, Anguilla, St. Kitts und Nevis. Laut Cape Air sind es in der Karibik bis zu 100 Flüge am Tag.
Montana: Seit Dezember 2013 fliegt Cape Air ab Billings fünf Kleinstädte im Osten des Bundesstaats an: Glasgow, Glendive, Havre, Sidney und Wolf Point. Auch das sind Strecken im Essential-Air-Service-Programm.
Stand Oktober 2026
Das Streckennetz von Commuter-Airlines ändert sich häufig: Saisonstrecken, neue Ausschreibungen für geförderte Verbindungen oder fehlende Piloten verschieben das Bild. Prüf vor jeder Tour den aktuellen Flugplan der Airline und deines Flughafens.
Von Provincetown nach Montana: die Geschichte
Eine Strecke, die keiner mehr wollte
Den Anfang machte eine Lücke. Nach der Liberalisierung des US-Luftverkehrs hatte die Provincetown-Boston Airline ihre Strecke über die Cape Cod Bay aufgegeben. Die Piloten Dan Wolf und Craig Stewart griffen die Idee mit einem Geldgeber auf und starteten 1989 mit Flügen zwischen Boston und Provincetown. 1994 schloss sich Nantucket Airlines an, die bis heute als Schwestermarke für die kurze Verbindung zwischen Nantucket und Hyannis fliegt.
Florida, Karibik und der Pazifik
Schon 1993 ging Cape Air nach Florida und verband Key West mit Naples, später kamen Fort Lauderdale und Fort Myers dazu. Die Florida-Strecken innerhalb des Bundesstaats endeten 2013. Wichtiger und dauerhafter wurde die Karibik: 1998 begann der Aufbau des Netzes ab San Juan.
Ein ungewöhnliches Kapitel war der Pazifik. 2004 startete Cape Air auf Guam mit Turboprops vom Typ ATR 42 und flog als Continental Connection nach Saipan und Rota in den Nördlichen Marianen. Nach der Fusion von Continental und United liefen die Flüge als United Express weiter. 2018 beendete United diese Partnerschaft. Die ATR 42 waren damit die größten Flugzeuge, die Cape Air je betrieben hat – und sie gehören heute zur Geschichte der Airline.
Neuengland, New York und Montana
In den Jahren 2007 und 2008 wuchs das Netz im Nordosten: 2007 kam Rutland in Vermont dazu, Anfang 2008 folgten Ziele im Bundesstaat New York, nachdem die Regionalairline Big Sky aufgegeben hatte, und im November 2008 Rockland in Maine sowie Lebanon in New Hampshire. Im Dezember 2013 kam Montana dazu. Zeitweise flog Cape Air auch im Mittleren Westen, zum Beispiel ab St. Louis und Chicago-O’Hare; diese Verbindungen endeten bis 2023.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1988/1989 | Gründung durch Dan Wolf und Craig Stewart, erster Flug Boston–Provincetown |
| 1994 | Zusammenschluss mit Nantucket Airlines |
| 1998 | Beginn des Karibik-Netzes ab San Juan |
| 2004 | ATR 42 auf Guam für Continental Connection |
| 2013 | Erste Flüge in Montana ab Billings |
| 2018 | Ende des United-Express-Betriebs auf Guam |
| 2019 | Erste Tecnam P2012 Traveller übernommen |
| 2026 | Bestellung von acht Cessna Grand Caravan EX für Montana |
Die Flotte: neun Sitze, drei Typen
Laut Cape Air umfasst die Flotte 98 Flugzeuge. Das klingt viel, aber jedes einzelne ist kleiner als mancher Businessjet.
| Typ | Anzahl | Sitze | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Cessna 402 (vor allem 402C) | 64 | 9 | Neuengland, Karibik | Tiefdecker, einziehbares Fahrwerk, wird schrittweise ersetzt |
| Tecnam P2012 Traveller | 30 | 9 | u. a. Montana und Nordosten | Schulterdecker mit festem Fahrwerk |
| Britten-Norman Islander | 4 | 9 | Karibik | Hochdecker für kurze Inselpisten |
| Cessna 208B Grand Caravan EX | 8 bestellt | – | ab 2027 in Montana | Einmotoriger Turboprop |
| ATR 42 | historisch | – | Guam bis 2018 | Größter Typ der Firmengeschichte |
Cessna 402: das Arbeitspferd
Die Cessna 402 ist ein zweimotoriges Kolbenmotorflugzeug aus den USA, das seit Jahrzehnten nicht mehr gebaut wird. Cape Air hat sie über Jahrzehnte zum Rückgrat gemacht. Die Maschinen haben neun Passagiersitze und werden von einem Piloten geflogen. Für Spotter ist die 402 bei Cape Air einer der letzten Orte, an denen der Typ noch im täglichen Linienbetrieb zu sehen ist.
Tecnam P2012 Traveller: der Nachfolger
Die Tecnam P2012 Traveller des italienischen Herstellers Tecnam ist gezielt als Ersatz für Flugzeuge wie die 402 entstanden – mit Cape Air als wichtigstem Partner. Tecnam stellte das Projekt im April 2011 öffentlich vor, der Erstflug folgte im Juli 2016. Die europäische Zulassung kam im Dezember 2018, die US-Zulassung 2019. Im März 2019 ging die erste Maschine an Cape Air, im Februar 2020 begann der Linienbetrieb zwischen Hyannis und Nantucket.
Die P2012 hat zwei turbogeladene Lycoming-Kolbenmotoren, einen hoch am Rumpf sitzenden Flügel und ein festes Fahrwerk. Das macht sie robust und einfach zu warten, ideal für kurze Flüge mit vielen Landungen. 30 Exemplare fliegen bei Cape Air; weitere Auslieferungen aus dem ursprünglichen Auftrag liegen nach verfügbaren Angaben auf Eis.
Britten-Norman Islander: für kurze Pisten
In der Karibik setzt Cape Air einige Britten-Norman Islander ein. Der britische Hochdecker mit festem Fahrwerk ist für sehr kurze Pisten gemacht und passt damit gut zu den kleinen Inselflughäfen der Region.
Neu ab 2027: Cessna Grand Caravan EX
Im September 2026 hat Cape Air acht Cessna 208B Grand Caravan EX beim Hersteller Textron Aviation bestellt. Sie lösen in Montana die Tecnam P2012 ab: Die erste Maschine fliegt dort ab 2027, bis Ende 2027 will Cape Air den Wechsel abschließen. Die Caravan ist ein einmotoriger Turboprop mit Frachtbehälter unter dem Rumpf – laut Cape Air ein Vorteil für Gepäck, Sportausrüstung und Arbeitsgerät, das in Montana häufig mitreist. Was mit den freiwerdenden Tecnams passiert, hat die Airline nicht im Detail mitgeteilt.
Die Islander fehlt dir noch?
Setz Typen oder Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn sie in der Nähe anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du Cape Air erkennst
Bei Cape Air ist die Größe das erste Merkmal. Zwischen Linienjets wirken die Maschinen winzig, und sie stehen oft auf eigenen Positionen nah am Terminal, wo Passagiere zu Fuß über das Vorfeld einsteigen. Am Rumpf steht der Schriftzug „Cape Air“; auf der Strecke zwischen Nantucket und Hyannis sind einige Cessna 402 als „Nantucket Airlines“ unterwegs.
Die eigentliche Herausforderung ist der Typ. Hier helfen dir zwei Fragen: Wo sitzt der Flügel, und lässt sich das Fahrwerk einziehen?
Flügel ansehen
Flügel unten am Rumpf: Cessna 402. Flügel oben: Tecnam P2012 oder Islander.
Fahrwerk prüfen
Im Flug kein Fahrwerk sichtbar: 402. Festes Fahrwerk, das immer heraushängt: Tecnam oder Islander.
Ort einbeziehen
Islander gibt es bei Cape Air nur in der Karibik. In Montana dominiert die Tecnam, ab 2027 die Caravan mit nur einem Propeller.
Kennzeichen notieren
Das N-Kennzeichen macht die Sichtung eindeutig – bei so ähnlichen Kleinflugzeugen ist es wichtiger als jede Flugnummer.
Das spricht für die Cessna 402
- Tiefdecker: Flügel sitzt unten am Rumpf
- Fahrwerk wird im Flug eingezogen
- Lange, spitz zulaufende Nase
- Motoren in schlanken Gondeln vor dem Flügel
Das spricht für die Tecnam P2012
- Schulterdecker: Flügel sitzt hoch am Rumpf
- Festes Fahrwerk, auch im Flug sichtbar
- Kastenförmiger, relativ hoher Rumpf
- Deutlich modernere Optik mit großen Fenstern
Allgemeine Hilfe für solche Fälle gibt der Guide Kleinflugzeuge erkennen. Wie die US-Kennzeichen mit N aufgebaut sind, erklärt der Artikel US-amerikanische N-Nummern. Und weil du bei Cape Air fast immer Propeller fotografierst, lohnt der Blick in Propellerflugzeuge fotografieren: Mit zu kurzer Verschlusszeit stehen die Propeller sonst still auf dem Bild.
Partner statt Allianz
Cape Air gehört keiner Allianz an, ist aber eng mit den großen Airlines verzahnt. Laut eigener Website bestehen Ticket- und Gepäckabkommen unter anderem mit JetBlue, United Airlines, American Airlines, Delta und Alaska Airlines. Besonders eng ist die Verbindung zu JetBlue: Seit 2007 gibt es ein Abkommen, das Umsteigen in Boston und San Juan erleichtert; in Boston liegen beide Airlines im selben Terminal.
Auch beim Personal geht Cape Air eigene Wege: Weil die Airline nach den Regeln für kleine Flugzeuge fliegt, stellt sie auch erfahrene Piloten über 65 ein, die bei großen Linienairlines wegen der Altersgrenze nicht mehr fliegen dürfen.
Cape Air spotten
Nach Europa fliegt Cape Air nicht. Die Airline gehört auf die Liste für deine nächste Spotting-Reise in die USA. Die besten Chancen hast du an diesen Orten:
Boston-Logan: Der wichtigste Flughafen für Cape Air. Zwischen den großen Jets starten und landen die kleinen Zweimots in dichter Folge, vor allem im Sommer, wenn die Inseln vor Cape Cod Hochsaison haben. Ein beliebter Platz ist Castle Island in South Boston, von wo du den Anflug über das Wasser gut beobachten kannst.
Hyannis, Nantucket und Martha’s Vineyard: Hier ist Cape Air Alltag. An den kleinen Inselflughäfen kommst du oft näher an die Flugzeuge als in Boston, und mit etwas Glück erwischst du die Cessna 402 in Nantucket-Airlines-Farben. Tipps für solche Plätze findest du im Artikel Spotting an kleinen Regionalflughäfen.
San Juan: Am Luis Muñoz Marín International Airport startet das Karibik-Netz. Hier siehst du Cessna 402 und mit Glück eine Islander.
Billings: Der Ausgangspunkt für Montana. Bis Ende 2027 fliegt hier die Tecnam P2012, danach übernimmt die Caravan. Wer die Tecnam in Montana dokumentieren will, hat also nur noch ein begrenztes Zeitfenster.
Gute Chancen auf Cape Air, wenn …
- du im Sommer in Boston-Logan oder auf Cape Cod spottest
- du in San Juan oder auf den Jungferninseln unterwegs bist
- du per Tracker vorab nach KAP-Flügen an deinem Flughafen suchst
Prüf es vorher, wenn …
- du nach älteren Berichten planst – Florida, Guam und viele Midwest-Strecken gibt es nicht mehr
- du gezielt die Tecnam in Montana sehen willst, die dort ab 2027 abgelöst wird
Eher kein Cape-Air-Tag, wenn …
- du in Europa spottest – die Airline fliegt nur in Nordamerika und der Karibik
Sicherheit und Regeln
Auch an kleinen Inselflughäfen gilt: Nur von öffentlich zugänglichen Bereichen fotografieren, Zäune respektieren und keine Drohnen in Flughafennähe. Was in den USA erlaubt ist, erklärt der Artikel Planespotting in den USA.
Unfälle und Zwischenfälle
Wie bei jeder Airline mit vielen täglichen Flügen gehören auch Unfälle zur Geschichte. Im September 2008 stürzte eine Cessna 402C auf einem Überführungsflug kurz nach dem Start in Martha’s Vineyard ab, der Pilot kam ums Leben; die US-Unfallbehörde NTSB nannte räumliche Desorientierung als Ursache. Es war der erste tödliche Unfall der Airline seit ihrer Gründung. Im September 2021 streifte eine Cessna 402 beim Durchstartversuch vor Provincetown Bäume und stürzte ab; alle Insassen überlebten, einige wurden schwer verletzt.
Häufige Verwechslungen
- Cape Air für einen United- oder JetBlue-Ableger halten – Cape Air ist unabhängig und fliegt unter eigener Marke, mit Partnerabkommen.
- Cessna 402 und Tecnam P2012 verwechseln – Tiefdecker mit einziehbarem Fahrwerk ist die 402, Schulterdecker mit festem Fahrwerk die Tecnam.
- Tecnam und Islander verwechseln – beide sind Hochdecker mit festem Fahrwerk; die Islander fliegt bei Cape Air aber nur in der Karibik und hat einen eckigeren, schlichteren Rumpf.
- Nantucket Airlines für eine eigene Airline halten – sie gehört seit 1994 zu Cape Air.
- Die Grand Caravan für eine Kolbenmotor-Maschine halten – sie hat nur einen Propeller und eine Turbine.
- Cape Air im Pazifik suchen – die Flüge auf Guam für United Express endeten 2018.
Wenn du dich für andere kleine US-Airlines interessierst: Southern Airways Express fliegt ein ähnliches Commuter-Modell mit Cessna Caravan, Silver Airways bedient ab Florida die Bahamas und die Karibik, und bei Kenmore Air in Seattle landen die Flugzeuge sogar auf dem Wasser.
Kleine Propeller im Blick behalten
Beobachte Kennzeichen, Typen oder Airlines und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Cape Air ist das Gegenmodell zur großen Netzwerk-Airline: neun Sitze statt Hunderte, Inselhüpfen statt Langstrecke, Kolbenmotoren statt Turbofans. Gerade das macht sie für Spotter reizvoll. Mit der Cessna 402 fliegt hier ein Klassiker, der im Linienverkehr selten geworden ist, mit der Tecnam P2012 ein Typ, den Cape Air selbst mit angestoßen hat – und ab 2027 kommt in Montana die Grand Caravan dazu. Wer Flügelposition, Fahrwerk und Kennzeichen notiert, ordnet jede Sichtung sauber zu.
Kurzfazit
Cape Air (IATA 9K, ICAO KAP) ist eine unabhängige US-Commuter-Airline aus Hyannis mit rund 100 neunsitzigen Flugzeugen. Die Cessna 402 wird schrittweise durch die Tecnam P2012 ersetzt, in Montana ab 2027 durch die Cessna Grand Caravan EX.
Zusammenfassung
- Cape Air begann 1989 mit einer einzigen Strecke von Boston nach Provincetown und gilt heute als eine der größten unabhängigen Regionalairlines der USA.
- Die Flotte besteht aus kleinen Kolbenmotor-Zweimots: Cessna 402, Tecnam P2012 und in der Karibik einige Britten-Norman Islander.
- Die Typen unterscheidest du über die Flügelposition und das Fahrwerk – tief und einziehbar bei der 402, hoch und fest bei Tecnam und Islander.
- Cape Air ist eine der wenigen Gelegenheiten, die Cessna 402 noch im Linienbetrieb zu sehen; wer sie fotografieren will, sollte nicht zu lange warten.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hat Cape Air?
Der IATA-Code ist 9K, der ICAO-Code KAP, das Rufzeichen im Funk „CAIR“. Offiziell fliegt die Airline als Hyannis Air Service, Inc.; Cape Air ist der Markenname.
Welche Flugzeuge fliegt Cape Air?
Laut Cape Air besteht die Flotte aus 98 Flugzeugen: 64 Cessna 402, 30 Tecnam P2012 Traveller und 4 Britten-Norman Islander. Alle haben neun Passagiersitze. Im September 2026 hat die Airline außerdem acht Cessna 208B Grand Caravan EX für Montana bestellt, die ab 2027 fliegen.
Ist Cape Air wirklich die größte Commuter-Airline der USA?
Cape Air wird häufig als größte unabhängige Regionalairline der USA bezeichnet, weil sie mit rund 100 kleinen Flugzeugen und vielen täglichen Flügen deutlich größer ist als die meisten Commuter-Betriebe. Eine amtliche Rangliste dafür gibt es nicht; die Einordnung hängt davon ab, ob man Flugzeuge, Flüge oder Passagiere zählt.
Warum ersetzt Cape Air die Cessna 402?
Die Cessna 402 wird seit Jahrzehnten nicht mehr gebaut, die Maschinen bei Cape Air sind entsprechend alt. Als Nachfolger hat die Airline gemeinsam mit Tecnam die P2012 Traveller unterstützt und 2019 die erste Maschine übernommen. Der Austausch läuft schrittweise; 2024 waren laut Cape Air noch 64 Cessna 402 im Bestand.
Wo kann ich Cape Air spotten?
Am einfachsten in Boston-Logan, wo Cape Air viele Flüge zu den Inseln und nach Neuengland anbietet, sowie in Hyannis, Nantucket, Martha’s Vineyard, San Juan und Billings. Ein guter Platz in Boston ist Castle Island in South Boston. Das Netz ändert sich mit den Jahreszeiten, prüf den Flugplan vorher.
Fliegt Cape Air nach Europa?
Nein. Die Flugzeuge sind für kurze Strecken mit neun Passagieren gebaut. Nach Europa kommst du von Boston aus mit Partnern wie JetBlue oder United – Cape Air bringt dich höchstens bis zum großen Flughafen.
Was ist Nantucket Airlines?
Nantucket Airlines gehört seit 1994 zu Cape Air und ist heute eine Schwestermarke für die kurzen Flüge zwischen Nantucket und Hyannis. Dafür nutzt sie einige Cessna 402C in eigener Bemalung.
Gehört Cape Air zu einer Allianz?
Nein. Cape Air ist in keiner Allianz, hat aber Ticket- und Gepäckabkommen mit mehreren großen US-Airlines, darunter JetBlue, United, American, Delta und Alaska Airlines. So kannst du etwa einen JetBlue-Flug nach Boston mit dem Weiterflug nach Nantucket auf einem Ticket kombinieren.
Cape Air im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Tecnam P2012 Traveller
Hoher Flügel, festes Fahrwerk, zwei Kolbenmotoren und neun Passagiere: Die Tecnam P2012 Traveller ist der Nachfolger der Cessna 402 bei Cape Air. So erkennst du sie und ihre STOL-Version.
FlugzeugtypCessna 208 Caravan
Ein einzelner Turboprop in der langen Nase, Flügel oben mit Strebe, starres Fahrwerk und oft eine Frachtgondel unter dem Bauch: Die Cessna 208 Caravan ist Frachter, Zubringer, Absetzmaschine und Wasserflugzeug in einem. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypATR 42-300/320
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 42-300 und -320 sind die erste Generation des ATR-Turboprops. Heute triffst du sie vor allem als Frachter. So erkennst du sie.
Weitere Airlines
Southern Airways Express
US-Commuter-Airline aus der Surf-Air-Mobility-Gruppe: 2013 bei Memphis gestartet, heute mit Cessna Grand Caravan auf kurzen Zubringerstrecken unterwegs – viele davon im staatlich geförderten Essential Air Service.
RegionalSilver Airways
Historische US-Regionalairline aus Fort Lauderdale: aus Gulfstream International hervorgegangen, mit Saab 340 und später ATR-Turboprops auf Florida-, Bahamas- und Karibikstrecken unterwegs – bis zur Einstellung im Juni 2025.
Low-CostJetBlue Airways
Die New Yorker Airline zwischen Low-Cost und Netzwerk: reine Airbus-Flotte, bunte Leitwerksmuster in Blautönen, die Mint-Kabine – und seit 2021 Schmalrumpf-Transatlantikflüge nach London, Paris, Amsterdam, Dublin und Edinburgh.
NetzwerkUnited Airlines
Die US-Netzwerk-Airline mit dem Globus am Leitwerk: Wurzeln bis 1926, Sitz in Chicago, Gründungsmitglied der Star Alliance und in Europa vor allem mit 767, 777 und 787 unterwegs.
NetzwerkAmerican Airlines
Eine der größten Airlines der Welt aus Fort Worth, Texas: zehn Drehkreuze in den USA, Gründungsmitglied von oneworld, rund 1.000 Mainline-Flugzeuge und seit 2013 die silberne Lackierung mit Flaggen-Leitwerk.
RegionalKenmore Air
Seit 1946 starten Kenmore-Air-Wasserflugzeuge mitten in Seattle: Beaver und Turbine Otter vom Lake Union zu den San Juan Islands und nach British Columbia, dazu Caravans ab Boeing Field. Für Spotter eine der schönsten Airlines Nordamerikas.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Wo du Cape Air vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Passende Guides aus dem Blog
- Kleinflugzeuge erkennen: Cessna, Piper, Diamond, Cirrus, Robin und Co.
- US-amerikanische N-Nummern: Aufbau, Vergabe und FAA-Registerabfrage
- Planespotting in den USA: First Amendment, Flughafenpolizei und Verhalten bei Kontrollen
- Planespotting-Reise in die USA: Regeln, Mietwagen, Ausrüstung und lohnende Ziele
- Spotting an Regionalflughäfen: Warum kleine Airports oft die besseren Spots sind
- Propellerflugzeuge fotografieren: Verschlusszeit und Mitzieher richtig wählen
- Codeshare-Flüge erklärt: warum ein Flug mehrere Flugnummern hat



