Piper PA-34 Seneca

Zwei Motoren, sechs Sitze, Propeller, die sich in entgegengesetzte Richtungen drehen: Die Piper PA-34 Seneca ist seit den 1970ern einer der bekanntesten leichten Zweimotorigen. Flugschulen bilden auf ihr Mehrmot-Piloten aus, Charterfirmen und Eigner nutzen sie als schnellen Reiseflieger.

Auch bekannt als: Seneca · Piper Seneca · PA-34-200 · PA-34-200T · PA-34-220T · Seneca I · Seneca II · Seneca III · Seneca IV · Seneca V · Embraer EMB-810 · Twin Six

USAPiper AircraftAllgemeine LuftfahrtICAO-Typcode: PA3410 Min. Lesezeit

1967

Erstflug des Prototyps

5.000+

gebaute Seneca bei Piper

PA34

ICAO-Typcode

2 × 220 PS

Seneca III bis V

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Seneca ist Pipers leichter Zweimot-Sechssitzer: entstanden aus der Cherokee Six, gebaut von 1971 bis 2019 in über 5.000 Exemplaren.
  • Ihr technisches Markenzeichen sind gegenläufige Propeller: Damit gibt es kein „kritisches Triebwerk“, ein Motorausfall ist links wie rechts gleich gut beherrschbar.
  • Fünf Generationen: Seneca I mit Saugmotoren von Lycoming, ab Seneca II Turbo-Continentals, ab Seneca III 220 PS, ab Seneca V mit Ladeluftkühlung.
  • Erkennungsformel: Tiefdecker, zwei Kolbenmotoren, normales Leitwerk, Doppeltür hinten links – so trennst du sie von Seminole, DA42 und Baron.
  • Für Spotter ist die Seneca ein Klassiker an GA-Plätzen und Regionalflughäfen, oft bei Flugschulen, Charterfirmen und Vermessungsbetrieben.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Piper Seneca?
  2. 2.Entstehung: aus der Cherokee Six wird ein Zweimot
  3. 3.Die Versionen im Überblick
  4. 4.Embraer EMB-810: die brasilianische Seneca
  5. 5.Wofür die Seneca eingesetzt wird
  6. 6.So erkennst du die Seneca
  7. 7.Seneca, Seminole, Baron oder DA42?
  8. 8.Wo du die Seneca siehst
  9. 9.Fototipps für die Seneca
  10. 10.Fazit

Steckbrief

HerstellerPiper Aircraft, Vero Beach (Florida), USA; Lizenzbau bei Embraer in Brasilien
ICAO-TypcodePA34
Erstflug25. April 1967 (Prototyp PA-34-180 Twin Six)
Zulassung7. Mai 1971 (PA-34-200 Seneca), Modelljahr 1972
Bauzeit1971 bis 2019
Stückzahlgut 5.000 bei Piper, dazu rund 680 Embraer EMB-810
StatusProduktion beendet, weltweit zahlreich im Einsatz
BauartZweimotoriger Tiefdecker aus Metall mit Einziehfahrwerk, Bugrad und Pendelhöhenruder
Sitzplätzesechs, je nach Ausstattung bis sieben, einschließlich Pilot
Triebwerke (Seneca V)2 × Continental TSIO-360-RB / LTSIO-360-RB mit Turbolader und Ladeluftkühler, je 220 PS, gegenläufig
Länge (Seneca V)8,72 m
Spannweite (Seneca V)11,86 m
Höhe (Seneca V)3,02 m
Max. Abflugmasse (Seneca III bis V)rund 2.155 kg
Dienstgipfelhöhe (Seneca V)25.000 ft (rund 7.600 m)
Reichweite (Seneca V)rund 1.600 km mit vollen Tanks im Sparflug, ohne Reserve

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Tiefdecker mit zwei Kolbenmotoren in Gondeln an den Flügeln und einer langen, spitz zulaufenden Nase
  • Konventionelles Leitwerk mit tief angesetztem Pendelhöhenruder – die kleinere PA-44 Seminole hat ein T-Leitwerk
  • Doppeltür hinten links am Rumpf für die Passagiere, dazu eine Tür vorn rechts für den Piloten und eine Gepäckklappe an der Nase
  • Kantiger Rumpf mit großen Seitenfenstern, abgeleitet von der einmotorigen Cherokee Six
  • Ab Seneca III einteilige Frontscheibe und meist Dreiblattpropeller; Seneca I und II haben eine geteilte Scheibe
  • Propeller drehen gegenläufig – von vorn betrachtet laufen sie in entgegengesetzte Richtungen

Aktualisiert: Oktober 2026 – Auf dem Vorfeld eines Regionalflughafens steht ein weißer Tiefdecker mit zwei Propellern, die hintere Doppeltür offen, daneben wird Gepäck in die Nase geladen. Ein paar Minuten später rollt er zur Piste, die beiden Motoren brummen tief und satt. Sehr oft ist so ein Flugzeug eine Piper PA-34 Seneca – einer der meistgebauten leichten Zweimotorigen der Welt und für viele Berufspiloten das erste Flugzeug mit zwei Motoren.

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Was ist die Piper Seneca?

Die PA-34 Seneca ist ein zweimotoriger Tiefdecker aus Metall mit Einziehfahrwerk, Bugrad und sechs, je nach Ausstattung bis sieben Sitzen, den Pilotensitz eingeschlossen. Zwei Kolbenmotoren hängen in Gondeln an den Flügeln, die Kabine erreichen Passagiere über eine große Doppeltür hinten links, der Pilot steigt meist über die rechte Flügelwurzel vorn ein. Gepäck passt in ein Abteil in der Nase und in einen Bereich hinter den Sitzen.

Gebaut wurde das Muster von der Piper Aircraft Corporation, deren Flugzeuge traditionell Namen indigener Völker Nordamerikas tragen – Cherokee, Navajo, Seminole und eben Seneca. Die Seneca füllte bei Piper die Lücke zwischen den einmotorigen Reiseflugzeugen und den größeren Zweimots der Navajo-Familie.

Ihr wichtigstes technisches Merkmal sind die gegenläufigen Propeller. Ein Motor dreht rechts herum, der andere links herum. Das klingt nach einem Detail, ist für die Sicherheit aber entscheidend: Bei herkömmlichen Zweimotorigen mit gleicher Drehrichtung wirkt sich der Ausfall eines bestimmten Motors stärker aus als der des anderen. Diesen „kritischen Motor“ gibt es bei der Seneca nicht. Die Motoren mit umgekehrter Drehrichtung tragen ein L im Namen, etwa LTSIO-360.

1971Zulassung der ersten Serienversion PA-34-200
5.000+Seneca bei Piper bis 2019, dazu Embraer-Lizenzbauten
5Generationen von Seneca I bis Seneca V

Entstehung: aus der Cherokee Six wird ein Zweimot

Ausgangspunkt war die einmotorige PA-32 Cherokee Six, ein Sechssitzer mit kantigem Rumpf. Piper setzte ihr für erste Versuche zusätzlich zwei Motoren an die Flügel und behielt den Bugmotor zunächst bei – diese dreimotorige Erprobung wurde aber zugunsten eines reinen Zweimots aufgegeben. Der erste Prototyp PA-34-180 Twin Six flog am 25. April 1967 mit zwei Lycoming O-360 zu je 180 PS, noch mit festem Fahrwerk und dem Leitwerk der Cherokee Six.

Ein zweiter Prototyp folgte im August 1968, nun mit Einziehfahrwerk und höherem Seitenleitwerk. Die Spannweite wuchs während der Entwicklung um rund 60 Zentimeter. Der dritte Prototyp flog im Oktober 1969 mit Einspritzmotoren von 200 PS und kam der Serienversion schon nahe. Zugelassen wurde die PA-34-200 Seneca schließlich am 7. Mai 1971, auf den Markt kam sie als Modell 1972.

Die erste Seneca kam gut an, erntete aber auch Kritik: Die Steuerkräfte galten als schwer und das Flugzeug als wenig leistungsstark in großer Höhe. Piper reagierte mit der Seneca II – und legte damit den Grundstein für eine Modellreihe, die fast fünf Jahrzehnte lang gebaut wurde.

Das L im Motornamen

Schau dir bei Gelegenheit die Typenschilder oder Unterlagen einer Seneca an: Ein Motor heißt etwa TSIO-360, der andere LTSIO-360. Das L steht für die umgekehrte Drehrichtung. Beide Motoren sind sonst baugleich, aber nicht einfach gegeneinander austauschbar.

Die Versionen im Überblick

Version Bezeichnung Zulassung Motoren Besonderheit
Seneca I PA-34-200 1971 2 × Lycoming IO-360 / LIO-360, je 200 PS Saugmotoren, rund 930 Exemplare
Seneca II PA-34-200T 1974 2 × Continental TSIO-360 / LTSIO-360, je 200 PS, Turbo bessere Querruder, leichtere Steuerung, rund 2.600 Exemplare
Seneca III PA-34-220T 1980 2 × Continental TSIO-360-KB, 220 PS einteilige Frontscheibe, neues Panel, höhere Abflugmasse
Seneca IV PA-34-220T 1993 wie Seneca III stromlinienförmigere Motorverkleidungen, nur rund 70 Exemplare
Seneca V PA-34-220T 1996 2 × Continental TSIO-360-RB, 220 PS, mit Ladeluftkühler neue Verkleidungen, überarbeitetes Cockpit

Die Seneca II war der größte Sprung. Mit größeren, ausgeglichenen Querrudern, einer zusätzlichen Trimmhilfe am Seitenruder und einem Gewicht im Höhenrudersystem ließ sie sich deutlich angenehmer fliegen. Die Turbolader der Continental-Motoren hielten die Leistung bis in größere Höhen. Gleichzeitig bot Piper eine Club-Bestuhlung an, bei der sich die mittleren Sitze gegenüberstehen. Mit rund 2.600 Exemplaren ist die Seneca II die meistgebaute Version.

Die Seneca III von 1981 bekam 220 PS Startleistung, eine einteilige Frontscheibe, ein neues Instrumentenbrett und eine höhere zulässige Abflugmasse. Sie gilt als die Version mit der größten Zuladung. Die Seneca IV kam 1994 auf den Markt und blieb mit rund 70 Exemplaren eine Randerscheinung. Die Seneca V folgte als Modell 1997 mit Ladeluftkühlung, neu gestalteten Motorhauben und umgeordneten Schaltern im Cockpit. Weil das Leergewicht stieg, die zulässige Abflugmasse aber gleich blieb, sank die Zuladung gegenüber der Seneca III spürbar. Spätere Seneca V flogen mit modernen Glascockpits.

Embraer EMB-810: die brasilianische Seneca

Ab 1975 baute Embraer die Seneca in Lizenz in Brasilien. Die EMB-810C basierte auf der Seneca II, die EMB-810D auf der Seneca III. Zusammen entstanden rund 680 Exemplare. Die brasilianische Luftwaffe setzte die EMB-810C unter der Bezeichnung U-7 als Verbindungsflugzeug ein. Die Lizenzfertigung leichter Piper-Muster gehörte damals zu den Programmen, mit denen Embraer seine Produktion breiter aufstellte – parallel zu eigenen Mustern wie der EMB 110 Bandeirante.

Auch mehrere andere Streitkräfte und Behörden nutzten die Seneca als Verbindungs- oder Schulflugzeug, darunter in Lateinamerika, in Indonesien und in Serbien. In Europa sind militärische Seneca allerdings selten; die große Mehrheit fliegt zivil.

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Wofür die Seneca eingesetzt wird

Die Seneca ist ein Allrounder der allgemeinen Luftfahrt. Typische Rollen sind:

  • Mehrmotorenausbildung: Wer Berufspilot werden will, braucht Erfahrung auf mehrmotorigen Flugzeugen. Die Seneca war über Jahrzehnte eines der Standardmuster dafür, heute teilt sie sich diese Rolle mit der Seminole und der Diamond DA42.
  • Reise- und Geschäftsflug: Mit Turbo-Motoren, Instrumentenausrüstung und je nach Ausstattung Enteisung ist die Seneca auch bei mäßigem Wetter unterwegs. Wie Sicht- und Instrumentenflug sich unterscheiden, erklärt Sichtflug und Instrumentenflug.
  • Taxi- und Charterflug: Kleine Betriebe fliegen Geschäftsleute, Fracht oder Inselgäste. An der Nordseeküste setzte etwa die Ostfriesische Lufttransport über Jahrzehnte kleine Zweimots im Inselverkehr ein.
  • Spezialaufgaben: Einzelne Seneca fliegen für Luftbild-, Mess- oder Überwachungsaufgaben; Umbauten erkennst du an Antennen oder Anbauten, die eine normale Reise-Seneca nicht hat.

Zum Vergleich mit einmotorigen Piper-Mustern lohnt sich ein Blick auf die PA-28 Cherokee, die oft auf denselben Flugschulplätzen fliegt, und die größere PA-46 Malibu mit Druckkabine.

So erkennst du die Seneca

Leichte Zweimots sehen auf den ersten Blick ähnlich aus. Mit vier Beobachtungen grenzt du die Seneca sicher ein.

Flügelposition prüfen

Die Seneca ist ein Tiefdecker. Sitzt der Flügel oben, hast du eher eine Tecnam P2006T oder eine Britten-Norman Islander vor dir.

Leitwerk ansehen

Normales Leitwerk mit tief angesetztem Höhenruder spricht für Seneca oder Baron. Ein T-Leitwerk deutet auf Seminole oder Diamond DA42/DA62.

Türen suchen

Die große Doppeltür hinten links ist typisch für die Seneca. Dazu kommt eine Gepäckklappe an der Nase und die Pilotentür vorn rechts.

Frontscheibe und Hauben

Geteilte Scheibe mit Mittelsteg: Seneca I oder II. Einteilige Scheibe: Seneca III und jünger. Glatte, schlanke Hauben ohne Lufteinlässe für den Turbo deuten auf eine Seneca I.

Der Rumpf der Seneca wirkt kantig und hoch, mit großen, fast rechteckigen Seitenfenstern – ein Erbe der Cherokee Six. Die Beechcraft Baron ist dagegen schlanker und eleganter gezeichnet. Die Diamond-Muster erkennst du an glatten Verbundwerkstoff-Oberflächen und schlanken Flügeln. Mehr allgemeine Tipps sammelt der Guide Kleinflugzeuge erkennen.

Seneca, Seminole, Baron oder DA42?

Der Finder hilft dir, wenn ein leichter Zweimot vor dir steht.

Schnellbestimmung: leichter Zweimot

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Piper PA-34 Seneca

Tiefdecker, normales Leitwerk, kantiger Sechssitzer-Rumpf mit Doppeltür hinten links: Das ist die Seneca. Die Version klärst du über das Kennzeichen.

Wahrscheinlich

Beechcraft Baron

Ein schlanker, eleganter Tiefdecker mit normalem Leitwerk spricht für die Beechcraft Baron, den klassischen Gegenspieler der Seneca.

Wahrscheinlich

Piper Seminole oder Diamond DA42/DA62

T-Leitwerk und Metallrumpf mit vier Sitzen: eher eine PA-44 Seminole. Glatte Verbundwerkstoff-Zelle mit langen, schlanken Flügeln: eine DA42 oder die größere DA62.

Wahrscheinlich

Tecnam P2006T

Ein Schulterdecker mit zwei kleinen Motoren ist eher die Tecnam P2006T, die in der Ausbildung ebenfalls verbreitet ist.

Es spricht für die Seneca, wenn …

  • ein Tiefdecker mit zwei Kolbenmotoren und normalem Leitwerk vor dir steht
  • hinten links eine große Doppeltür sitzt
  • der Rumpf kantig und hoch wirkt
  • die Nase lang ist und eine Gepäckklappe hat

Sieh genauer hin, wenn …

  • der Rumpf schlanker und runder wirkt – das kann eine Baron sein
  • das Flugzeug deutlich größer ist und mehr Fenster hat – Hinweis auf eine Piper Navajo
  • ein Turboprop statt Kolbenmotor zu hören ist – dann ist es keine Serien-Seneca

Es ist keine Seneca, wenn …

  • das Höhenruder oben auf der Seitenflosse sitzt
  • der Flügel oben am Rumpf angebracht ist
  • nur ein Motor in der Nase sitzt
  • die Zelle aus glattem Verbundwerkstoff besteht

Wo du die Seneca siehst

Die Seneca ist ein typisches Flugzeug für Verkehrslandeplätze und Regionalflughäfen. Am meisten Betrieb siehst du dort, wo Flugschulen Berufspiloten ausbilden: Werktags fliegen sie Platzrunden, Anflugübungen und simulierte Motorausfälle. An großen Drehkreuzen ist sie dagegen selten zu sehen.

Ort Was dich erwartet Hinweis
Verkehrslandeplätze mit Flugschulen Platzrunden, Instrumentenanflüge, Trainingsflüge Werktags meist mehr Betrieb als am Wochenende
Regionalflughäfen Taxi- und Charterflüge, Geschäftsreisen Oft am GA-Terminal abgestellt
Flugplatzfeste Seneca im Static Display oder bei Rundflügen Programm wechselt jedes Jahr
Nordseeinseln und Küstenplätze Taxiflug-Verkehr mit kleinen Zweimots Typenmix ändert sich mit den Betrieben

Wie du kleine Plätze findest und worauf du dort achtest, steht im Beitrag General Aviation spotten und im Ratgeber Kleine Flugplätze finden. Weil viele Seneca nach Instrumentenflugregeln unterwegs sind, tauchen sie anders als manche Oldtimer in Tracking-Diensten auf – der Code PA34 hilft beim Filtern.

Kennzeichen im Blick behalten

In Deutschland trägt eine Seneca je nach eingetragener Höchstmasse ein D-G- oder D-I-Kennzeichen. Viele Maschinen kommen außerdem aus dem Ausland, etwa mit N-Kennzeichen aus den USA. Notier dir das Kennzeichen, dann findest du über das Register auch Baujahr und Version heraus.

Bereit für deine Seneca-Session?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe einen Platz mit Flugschul- oder Charterbetrieb gefunden.
  • Ich kenne Betriebsrichtung und Wind für den Tag.
  • Ich habe eine Verschlusszeit für sichtbare Propellerscheiben im Kopf.
  • Ich weiß, wo die Sonne über der Piste steht.
  • Ich notiere Kennzeichen, um später die Version zu prüfen.

Fototipps für die Seneca

Die Seneca ist ein dankbares Motiv: Sie fliegt Platzrunden in überschaubarer Höhe, landet mit moderater Geschwindigkeit und rollt an kleinen Plätzen oft nah am Zaun vorbei.

Zwei Propellerscheiben

Mit einer längeren Verschlusszeit drehen beide Propeller sichtbar. Weil sie gegenläufig laufen, wirken die Scheiben im Bild leicht unterschiedlich. Wie du die Zeit wählst, erklärt Propeller fotografieren.

Fahrwerk in Bewegung

Kurz nach dem Abheben fährt die Seneca ihr Fahrwerk ein. Eine Serienaufnahme zeigt die Räder auf halbem Weg in Gondeln und Rumpf.

Linke Seite fürs Vorfeld

Am Boden ist die linke Seite mit offener Doppeltür und Passagieren beim Einsteigen die erzählerisch stärkere Perspektive.

Auf den Klang achten

Das tiefe Brummen zweier Boxermotoren verrät eine Seneca oft schon, bevor du sie siehst. Mehr dazu im Beitrag Flugzeugtypen am Geräusch erkennen.

Wer selbst einmal hinter den Steuerknüppel will, findet den Einstieg im Beitrag Privatpilotenlizenz PPL(A). Der Weg zum Mehrmot-Cockpit führt danach über weitere Berechtigungen – die Seneca ist dafür seit Jahrzehnten ein typisches Ausbildungsflugzeug.

Fazit

Die Piper PA-34 Seneca ist ein Arbeitstier der allgemeinen Luftfahrt: aus der Cherokee Six entwickelt, fast fünf Jahrzehnte lang gebaut und mit gegenläufigen Propellern technisch klüger gelöst als viele Konkurrenten ihrer Zeit. Von der Seneca I mit Saugmotoren bis zur Seneca V mit Ladeluftkühlung hat Piper das Grundkonzept nur behutsam weiterentwickelt, und genau deshalb begegnet dir das Muster bis heute auf Flugschul- und Regionalplätzen in ganz Europa.

Kurzfazit

Tiefdecker mit zwei Kolbenmotoren, normales Leitwerk, kantiger Rumpf und große Doppeltür hinten links: Das ist die Seneca. Geteilte Frontscheibe heißt Seneca I oder II, einteilige Scheibe Seneca III oder jünger.

Zusammenfassung

  • Die Seneca geht auf die Cherokee Six zurück, Piper erprobte zunächst sogar eine dreimotorige Variante; zugelassen wurde die PA-34-200 im Mai 1971.
  • Seneca II brachte 1975 Turbolader und bessere Steuerbarkeit, Seneca III 1981 mehr Leistung und höhere Abflugmasse, Seneca IV und V verfeinerten Verkleidung, Cockpit und Motoren.
  • Embraer baute ab 1975 in Lizenz die EMB-810, die in Brasilien auch bei der Luftwaffe flog.
  • In Europa begegnet dir die Seneca vor allem in der Mehrmotorenausbildung, bei Taxiflug- und Charterbetrieben und bei Privateignern.

Häufige Fragen

Welchen ICAO-Typcode hat die Piper Seneca?

Alle Versionen von Seneca I bis V laufen unter PA34. Die Version selbst siehst du am Code nicht – dafür brauchst du das Kennzeichen und einen Blick ins Luftfahrzeugregister. Wie solche Codes aufgebaut sind, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.

Was bedeutet „gegenläufige Propeller“ bei der Seneca?

Bei den meisten älteren Zweimotorigen drehen beide Propeller in dieselbe Richtung. Fällt dann ein bestimmter Motor aus, ist das Flugzeug schwerer zu kontrollieren – man spricht vom kritischen Triebwerk. Die Seneca nutzt einen Motor mit umgekehrter Drehrichtung (erkennbar am „L“ im Motornamen, etwa LTSIO-360). So sind die Kräfte bei einem Ausfall auf beiden Seiten gleich.

Wie unterscheide ich Seneca I, II, III, IV und V?

Von außen ist das schwierig. Grobe Faustregeln: Die Seneca I hat glatte, schlanke Motorhauben ohne Turbolader-Einlässe. Ab der Seneca II fallen die Hauben durch die Turbolader etwas voller aus. Die Seneca III erkennst du an der einteiligen Frontscheibe, IV und V an stromlinienförmiger überarbeiteten Motorverkleidungen. Sicher bist du erst mit dem Register.

Wie unterscheide ich Seneca und Seminole?

Die PA-44 Seminole ist kleiner, hat vier Sitze und ein T-Leitwerk mit dem Höhenruder oben auf der Seitenflosse. Die Seneca hat ein normales Leitwerk mit tief sitzendem Höhenruder, einen längeren Rumpf und die große Doppeltür hinten links. Beide Muster nutzen gegenläufige Propeller.

Warum ist die Seneca bei Flugschulen so beliebt?

Sie ist robust, verbreitet und vergleichsweise gutmütig. Durch die gegenläufigen Propeller lässt sich der Motorausfall gut trainieren, dazu kommen Einziehfahrwerk, Verstellpropeller und je nach Version Turbolader – alles Systeme, die angehende Berufspiloten beherrschen müssen. Mehr zur Ausbildung findest du im Beitrag Verkehrspilotenausbildung ATPL.

Wird die Seneca noch gebaut?

Nein. Piper beendete die Produktion der Seneca V um 2019, die Gesamtzahl liegt bei gut 5.000 Flugzeugen. Als zweimotoriges Schulflugzeug bietet Piper heute die kleinere Seminole an. Gebrauchte Seneca sind aber weiterhin in großer Zahl unterwegs.

Welches Kennzeichen trägt eine Seneca in Deutschland?

Das hängt von der eingetragenen Höchstmasse ab. Mehrmotorige Flugzeuge bis 2 t bekommen Kennzeichen der Gruppe D-G, schwerere bis 5,7 t D-I. Frühe Seneca I liegen knapp unter der Grenze, spätere Versionen darüber. Details stehen im Beitrag Deutsche Luftfahrzeugkennzeichen.

Piper PA-34 Seneca sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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