Mil Mi-8 / Mi-17

Fünf Rotorblätter, festes Bugradfahrwerk, bauchiger Rumpf mit Heckklappe: Die Mi-8 ist der meistgebaute Transporthubschrauber der Welt. So erkennst du sie und trennst sie von der Mi-17.

Auch bekannt als: Mi-17 · Mi-8MT · Mi-171 · Mi-172 · Hip

RusslandMilHubschrauberICAO-Typcode: MI810 Min. Lesezeit

1961

Erstflug

5

Hauptrotorblätter

21,29 m

Rotordurchmesser

>12.000

gebaute Exemplare

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Mi-8 ist der meistgebaute Hubschrauber der Welt: Je nach Quelle wurden zusammen mit der Mi-17 deutlich über 12.000 Exemplare gebaut, einige Angaben nennen über 17.000.
  • Mi-17 ist keine eigene Konstruktion, sondern die Exportbezeichnung der stärker motorisierten Mi-8MT – Rumpf und Grundform sind gleich.
  • Schnellster Unterscheidungsweg: Heckrotor rechts heißt klassische Mi-8, Heckrotor links heißt Mi-8MT/Mi-17 oder jüngere Ableger wie Mi-171.
  • In der DDR war die Mi-8 der Standard-Transporthubschrauber von NVA-Luftstreitkräften, Heeresfliegern und Volksmarine; einige Maschinen flogen nach 1990 kurz in der Bundeswehr weiter.
  • In Deutschland siehst du sie heute vor allem im Museum, etwa in Berlin-Gatow und Hermeskeil. Im Flugbetrieb ist sie in Mitteleuropa selten geworden.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Mil Mi-8?
  2. 2.Die Familie: Mi-8, Mi-8MT, Mi-17 und Mi-171
  3. 3.Die Mi-8 in der NVA
  4. 4.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  5. 5.Mi-8, Mi-24, Puma oder CH-53?
  6. 6.Weltweit im Einsatz
  7. 7.Wo du die Mi-8 in Europa siehst
  8. 8.Fototipps für die Mi-8
  9. 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  10. 10.Fazit

Steckbrief

KonstrukteurKonstruktionsbüro Mil, Moskau
HerstellerHubschrauberwerke Kasan und Ulan-Ude
NATO-CodenameHip
ICAO-TypcodeMI8 (auch für Mi-17, Mi-171, Mi-172)
Erstflug24. Juni 1961 (einmotoriger Prototyp W-8); zweimotorige W-8A 1962
Serienbauab 1965 in Kasan, bis heute fortgeführt
Stückzahlje nach Zählweise über 12.000 bis über 17.000 (Mi-8 und Mi-17 zusammen)
Besatzung3 (zwei Piloten, Bordtechniker)
Hauptrotor5 Blätter, Durchmesser 21,29 m
Heckrotor3 Blätter, rund 3,9 m Durchmesser
Rumpflängerund 18,4 m
Höherund 5,5 m
TriebwerkeMi-8T: 2 × Klimow TW2-117A; Mi-8MT/Mi-17: 2 × Klimow TW3-117MT
Max. Startmasse (Mi-8MT)13.000 kg
Höchstgeschwindigkeit (Mi-8MT)rund 250 km/h
Zuladung (Mi-8T)24 Passagiere oder 12 Tragen oder bis zu 4 t Fracht innen

Erkennungsmerkmale

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  • Großer, bauchiger Rumpf mit fünfblättrigem Hauptrotor und zwei Triebwerken in einer Verkleidung auf dem Kabinendach
  • Festes Bugradfahrwerk mit Doppelrad vorn und zwei abgespreizten Hauptfahrwerksbeinen
  • Bei Transportversionen zweiteilige Heckklappe (Muschelschalentüren) am Rumpfende und runde Kabinenfenster
  • Langer, schlanker Heckausleger mit dreiblättrigem Heckrotor – rechts bei der Mi-8, links bei Mi-8MT/Mi-17
  • Mi-17: ovale Abgasdüsen und Staubfilter-Kappen vor den Lufteinläufen; klassische Mi-8: runde Düsen, offene Einläufe
  • Verglaste Nase mit großen Cockpitfenstern, darunter oft Wetterradar oder Antennen

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein dumpfes, schweres Knattern, ein bauchiger Rumpf mit großen Fenstern, darüber ein riesiger Fünfblatt-Rotor: Wer in Osteuropa, Asien oder Afrika unterwegs ist, hört eine Mil Mi-8 oft, bevor er sie sieht. Kein anderer Hubschrauber wurde so oft gebaut, kaum einer fliegt in so vielen Ländern. Für deutsche Spotter ist die Mi-8 außerdem ein Stück DDR-Luftfahrtgeschichte. Auf dieser Seite erfährst du, wie du sie erkennst, wie du sie von der Mi-17 trennst und wo du sie heute noch vor die Linse bekommst.

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Was ist die Mil Mi-8?

Die Mi-8 ist ein zweimotoriger mittlerer Transporthubschrauber aus dem Moskauer Konstruktionsbüro Mil. Sie entstand Anfang der 1960er-Jahre als Turbinen-Nachfolger der Mi-4, die noch mit einem Sternmotor flog. Der erste Prototyp W-8 hob am 24. Juni 1961 ab, damals noch mit nur einem Triebwerk. Die zweimotorige Version W-8A folgte 1962 – sie wurde zum Vorbild für die Serie. Ab 1965 lief die Produktion im Hubschrauberwerk Kasan an, später kam das Werk in Ulan-Ude in Sibirien dazu. Beide Standorte bauen die Familie bis heute.

Das Grundkonzept ist bis heute unverändert: zwei Wellenturbinen oben auf dem Rumpf, ein Fünfblatt-Hauptrotor, eine geräumige Kabine mit Platz für 24 Personen oder Fracht, und bei den Transportversionen eine große Heckklappe zum Beladen. Die Besatzung besteht in der Regel aus zwei Piloten und einem Bordtechniker. Für Vergleiche: Die französische SA 330 Puma aus derselben Zeit ist deutlich kleiner und hat vier Rotorblätter.

Wie viele Mi-8 genau gebaut wurden, ist eine Frage der Zählweise. Häufig genannt werden über 12.000 Maschinen, andere Quellen kommen inklusive aller Mi-17-Ableger auf über 17.000. Einig sind sich die Quellen darin, dass die Familie der meistgebaute Hubschrauber der Welt ist. Der größte Betreiber war die Sowjetunion selbst; Nachfolgestaaten, Verbündete und Exportkunden auf allen Kontinenten kamen dazu.

MI8ICAO-Typcode für Mi-8, Mi-17, Mi-171 und Mi-172
HipNATO-Codename der ganzen Familie
24Passagiere in der klassischen Mi-8T

Die Familie: Mi-8, Mi-8MT, Mi-17 und Mi-171

Über sechs Jahrzehnte sind aus dem Grundmuster zahlreiche Versionen entstanden. Für die Bestimmung im Feld reicht es, die großen Linien zu kennen.

Mi-8T ist die klassische Transportversion mit den Triebwerken Klimow TW2-117. Sie hat runde Kabinenfenster und die Heckklappe. Daneben gab es Passagier- und VIP-Versionen (Mi-8P, Mi-8S) mit größeren, eckigen Fenstern sowie fliegende Gefechtsstände wie die Mi-9.

Mi-8MT bzw. Mi-17 ist die zweite Generation. Ab Mitte der 1970er-Jahre bekam die Zelle die stärkeren TW3-117-Triebwerke sowie Rotor und Getriebe der Marineversion Mi-14. Der Prototyp flog Mitte der 1970er-Jahre, die Exportbezeichnung Mi-17 tauchte ab Anfang der 1980er-Jahre auf. Die wichtigste äußere Änderung: Der Heckrotor wanderte von der rechten auf die linke Seite, wo er effektiver arbeitet.

Mi-171 und Mi-172 sind jüngere Ableger: Die Mi-171 ist die Exportversion der Mi-8AMT aus Ulan-Ude, die Mi-172 eine zivile Passagierversion aus Kasan. Die modernisierte Mi-171A2 hat Zulassungen in mehreren Ländern erhalten, darunter Indien und Südkorea. Bewaffnete Varianten wie die Mi-8AMTSh bzw. Export-Mi-171Sh tragen Raketen, Kanonen und Panzerabwehrlenkwaffen.

Merkmal Mi-8 (z. B. Mi-8T) Mi-8MT / Mi-17 und jünger
Triebwerke TW2-117 TW3-117 bzw. Nachfolger
Heckrotor-Position rechts links
Abgasdüsen rund oval
Lufteinläufe offen meist mit Staubschutz-Kappen
Triebwerksverkleidung länger kürzer

Der Heckrotor-Trick

Stell dich so, dass du die Mi-8 von der Seite siehst, und merke dir, auf welcher Seite des Heckauslegers der Heckrotor sitzt. Siehst du die Maschine von ihrer rechten Seite und den Heckrotor direkt vor dem Ausleger, ist es eine klassische Mi-8. Wird er vom Ausleger verdeckt, sitzt er links – dann hast du eine Mi-17 oder einen jüngeren Ableger vor dir. Auf Fotos hilft der Blick auf die Abgasdüsen zusätzlich.

Die Mi-8 in der NVA

Für deutsche Spotter hat die Mi-8 eine besondere Geschichte. In der DDR war sie über Jahrzehnte der Standard-Transporthubschrauber. Die Luftstreitkräfte der NVA hatten Ende der 1980er-Jahre knapp hundert Mi-8 im Bestand, dazu kamen Maschinen der Heeresflieger und der Volksmarine. Eingesetzt wurden sie für Truppentransport, Verbindungsflüge, Rettung, als Salonhubschrauber für die politische und militärische Führung und als fliegende Gefechtsstände.

Eine Besonderheit ist die Mi-8TB: eine bewaffnete und zusätzlich geschützte Ausführung der Mi-8T, die nach einigen Quellen Raketenbehälter und Bomben tragen konnte. Das Kürzel TB wird deshalb gern als „Transport-Bomber“ gelesen; zur genauen Herkunft der Version gehen die Angaben auseinander. Daneben flogen Kampfhubschrauber des Typs Mi-24, die oft zusammen mit Mi-8 in denselben Großverbänden organisiert waren.

Mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 gingen die Bestände an die Bundeswehr über. Einige Mi-8 flogen zunächst weiter, unter anderem in einer Hubschrauberstaffel des Lufttransportgeschwaders 65 in Brandenburg-Briest, die aus dem früheren Transporthubschraubergeschwader 34 hervorging. Das Geschwader bestand nur von 1991 bis 1993. Die übernommenen Hubschrauber bekamen Bundeswehr-Kennzeichen im Bereich 93+xx – wie solche Kennungen aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zu Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen. Danach verschwand der Typ aus dem deutschen Militärdienst.

Historische Einordnung

Die Mi-8 der NVA und der Bundeswehr sind Geschichte. Wer heute in Deutschland eine Mi-8 mit deutscher Militärkennung sieht, steht fast immer vor einem Museumsstück.

Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Unter den großen Transporthubschraubern ist die Mi-8 vergleichsweise leicht zu bestimmen. Drei Blicke genügen.

Rotorblätter zählen

Fünf Hauptrotorblätter bei einem mittelgroßen Hubschrauber sind schon ein starker Hinweis. Puma und Super Puma haben vier, die UH-1 nur zwei.

Fahrwerk ansehen

Die Mi-8 steht auf einem festen Bugradfahrwerk mit Doppelrad vorn. Kein Einziehfahrwerk, keine Kufen – das grenzt sie gegen NH90, Super Puma und Huey ab.

Heck prüfen

Heckklappe am Rumpfende und ein langer, schlanker Ausleger mit dreiblättrigem Heckrotor. Auf welcher Seite der sitzt, verrät dir Mi-8 oder Mi-17.

Wie du solche Merkmale systematisch für alle Hubschrauber nutzt, erklärt der Guide Hubschraubertypen erkennen.

Mi-8, Mi-24, Puma oder CH-53?

Die häufigsten Verwechslungen passieren mit anderen Hubschraubern ähnlicher Größe. Der Finder hilft beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: großer Transporthubschrauber

Drei Fragen, eine Einschätzung. Kennzeichen oder Museumstafel bleiben die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Mil Mi-8 / Mi-17

Fünf Blätter, breite Kabine und festes Fahrwerk sind das Mi-8-Bild. Prüfe jetzt die Heckrotor-Seite: rechts heißt Mi-8, links Mi-17 oder jünger.

Wahrscheinlich

Mil Mi-24

Gestaffelte Cockpits und Stummelflügel sprechen für die Mi-24. Sie nutzt viel Mi-8-Technik, ist aber ein Kampfhubschrauber mit Einziehfahrwerk.

Wahrscheinlich

Puma, Super Puma oder NH90

Vier Blätter und einziehbare Räder deuten auf die französische Linie mit Puma und Super Puma oder auf den NH90.

Wahrscheinlich

Sikorsky CH-53

Viele Rotorblätter und Fahrwerksgondeln seitlich am Rumpf sprechen für die CH-53, den schweren Transporthubschrauber der Bundeswehr.

Ein Sonderfall ist die riesige Mi-26: Sie stammt ebenfalls von Mil, hat aber acht Rotorblätter und ist deutlich größer. Und die CH-47 Chinook mit ihren zwei Tandemrotoren verwechselst du ohnehin nicht.

Weltweit im Einsatz

Die Stärke der Mi-8 ist ihre Robustheit. Sie gilt als einfach zu warten, verzeiht raue Bedingungen und fliegt von unbefestigten Plätzen. Das erklärt, warum sie in so vielen Ländern zu finden ist – von Vietnam über Zentralasien bis Lateinamerika. Die Mi-8/17 gilt als einer der am weitesten verbreiteten Hubschrauber überhaupt.

Militärisch fliegt sie als Truppentransporter, Sanitätshubschrauber, Waffenträger, Gefechtsstand und Plattform für elektronische Kampfführung. Zivil transportiert sie Personal und Fracht in Regionen ohne Straßen, versorgt Bohrinseln und Forschungsstationen, trägt Außenlasten am Haken und löscht Waldbrände mit Wasserbehältern. Auch die USA kauften Mi-17 – nicht für die eigenen Streitkräfte, sondern für die afghanische Armee, deren Besatzungen den Typ bereits kannten.

Im Krieg in der Ukraine setzen beide Seiten die Mi-8 in großer Zahl ein. Für Spotter bedeutet das vor allem eines: In Russland und Belarus ist das Fotografieren militärischer Luftfahrzeuge streng geregelt und kann ernste Folgen haben. Lies vor einer Reise unbedingt den Beitrag zu Fotografierverboten in Russland und Belarus.

Bestände ändern sich laufend

Welche Länder die Mi-8 noch fliegen und wie viele Maschinen im Einsatz sind, verschiebt sich durch Ausmusterungen, Verkäufe und Verluste ständig. Verlass dich nicht auf ältere Listen, sondern prüf den aktuellen Stand, bevor du eine Reise planst.

Wo du die Mi-8 in Europa siehst

Im Flugbetrieb ist die Mi-8 über Deutschland selten geworden. Ab und zu tauchen Mi-17 osteuropäischer NATO-Partner bei Übungen oder Flugtagen auf – wann und wo, lässt sich kaum vorhersagen. Wie du militärische Bewegungen online verfolgst und warum viele Hubschrauber dort gar nicht auftauchen, erklärt der Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen.

Verlässlich ist dagegen das Museum. Gleich mehrere Häuser in Deutschland und den Nachbarländern zeigen Mi-8 aus verschiedenen Epochen:

Ort Was du siehst Warum sich der Besuch lohnt
Berlin-Gatow Mi-8T (93+14), Mi-8S (93+51) und Mi-9 im Freigelände NVA-Geschichte mit späteren Bundeswehr-Kennungen
Hermeskeil Mi-8 neben Mi-2, Mi-4, Mi-14, Mi-24 und der riesigen Mi-6A Fast die ganze Mil-Familie an einem Ort
Krakau VIP-Mi-8, mit der laut Museum Papst Johannes Paul II. flog Ein Stück polnischer Zeitgeschichte im Freigelände
Helsinki-Vantaa Mi-8 und Mi-4 der finnischen Streitkräfte Kombinierbar mit Spotting am Flughafen

Für Gatow gibt es auch einen eigenen Spot-Eintrag: Luftwaffenmuseum Flugplatz Berlin-Gatow. Und wer schon in Krakau ist, findet am Muzeum Lotnictwa Polskiego eine der größten Ostblock-Sammlungen Europas.

Keine Hip verpassen

Setz Mi-8 und Mi-17 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Bereit für deinen Museumstag?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe Öffnungszeiten und eventuelle Schließtage des Museums geprüft.
  • Ich weiß, ob die Mi-8 drinnen oder im Freigelände steht.
  • Ich habe eine kurze Brennweite oder ein Weitwinkel dabei.
  • Für Außenaufnahmen kenne ich den Sonnenstand zur Besuchszeit.
  • Ich notiere Kennung und Version direkt vor Ort.

Fototipps für die Mi-8

Die Mi-8 ist mit über 21 Metern Rotordurchmesser groß, und im Museum stehst du oft nah dran. Ein paar Punkte helfen.

Rotor ganz drauf

Die fünf langen, oft herabhängenden Blätter sind das Markenzeichen. Geh weit genug zurück oder nutze ein Weitwinkel, damit sie nicht angeschnitten werden.

Dreiviertelansicht von vorn

Schräg von vorn zeigst du verglaste Nase, Bugrad, Triebwerksverkleidung und die Fensterreihe gleichzeitig.

Heck nicht vergessen

Ein zweites Bild vom Heck mit Heckrotor und Klappe dokumentiert die Version. Gerade bei Museumsstücken ist das später Gold wert.

Im Flug: Rotor einfrieren oder drehen lassen

Bei kurzen Verschlusszeiten stehen die Blätter still und der Hubschrauber wirkt wie geparkt. Etwas längere Zeiten lassen den Rotor sichtbar drehen.

Wann das Licht im Freigelände passt, berechnest du vorab; wie das geht, steht im Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Allgemeine Tipps zum Fotografieren von Drehflüglern findest du im Beitrag Hubschrauber spotten.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für eine Mi-8 / Mi-17, wenn …

  • du fünf Hauptrotorblätter zählst
  • der Hubschrauber auf einem festen Bugradfahrwerk steht
  • am Rumpfende eine zweiteilige Heckklappe sitzt
  • zwei Triebwerke in einer gemeinsamen Verkleidung über der Kabine liegen

Sieh genauer hin, wenn …

  • der Rumpf eckige große Fenster statt runder hat – dann ist es eine Passagier- oder Salonversion
  • der Rumpf schwimmerartig wirkt und keine Heckklappe hat – dann könnte es eine Mi-14 sein
  • du die Heckrotor-Seite nicht sicher erkennst

Es ist keine Mi-8, wenn …

  • der Hubschrauber Kufen statt Rädern hat, wie die UH-1
  • du vier Rotorblätter zählst, wie bei der UH-60 Black Hawk
  • zwei gestaffelte Cockpits und Stummelflügel zu sehen sind – dann ist es eine Mi-24
  • zwei Rotoren hintereinander sitzen

Fazit

Die Mi-8 ist der Arbeitsesel unter den Hubschraubern: robust, geräumig und in unzähligen Versionen gebaut. Für die Bestimmung reichen fünf Rotorblätter, festes Bugradfahrwerk und die Heckklappe; die Seite des Heckrotors trennt dann Mi-8 und Mi-17. In Deutschland ist sie vor allem ein Stück NVA-Geschichte, das du in Gatow und Hermeskeil aus nächster Nähe erleben kannst, während sie weltweit weiter in großer Zahl im Einsatz ist.

Kurzfazit

Fünf Blätter, festes Fahrwerk, Heckklappe: Das ist die Mi-8. Heckrotor rechts heißt klassische Mi-8, links heißt Mi-17 oder jünger. Wer sie in Deutschland sucht, plant einen Museumstag in Berlin-Gatow oder Hermeskeil ein.

Zusammenfassung

  • Die Mi-8 entstand Anfang der 1960er-Jahre als Nachfolger der kolbenmotorgetriebenen Mi-4 und ging 1965 in Serie.
  • Mit der Mi-8MT bzw. Mi-17 kamen ab Mitte der 1970er-Jahre stärkere Triebwerke und der nach links verlegte Heckrotor.
  • Die NVA setzte den Typ als Transport-, Kampfzonen-, Salon- und Führungshubschrauber ein; Bundeswehr-Kennzeichen lagen nach 1990 im Bereich 93+xx.
  • Weltweit fliegt die Familie in Dutzenden Ländern bei Militär, Behörden und zivilen Betreibern – von Feuerlöscheinsätzen bis zu Versorgungsflügen in entlegene Regionen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Mi-8 und Mi-17?

Die Mi-17 ist die Exportbezeichnung der Mi-8MT, einer weiterentwickelten Mi-8 mit stärkeren TW3-117-Triebwerken. Von außen erkennst du sie am Heckrotor auf der linken Seite, an ovalen statt runden Abgasdüsen und an Staubschutz-Kappen vor den Lufteinläufen. Die klassische Mi-8 hat den Heckrotor rechts.

Wie viele Mi-8 wurden gebaut?

Die Angaben schwanken je nach Quelle und Zählweise. Häufig genannt werden über 12.000 Mi-8 und Mi-17, andere Quellen kommen auf über 17.000. Einig sind sich alle darin, dass die Familie der meistgebaute Hubschrauber überhaupt ist. Gebaut wird in Kasan und Ulan-Ude.

Welchen ICAO-Typcode hat die Mi-8?

Im ICAO-Verzeichnis der Typcodes läuft die Familie unter MI8. Darunter fallen auch Mi-17, Mi-171 und Mi-172. In Tracking-Diensten tauchen militärische Maschinen allerdings oft gar nicht oder ohne Typangabe auf.

Was bedeutet „Hip“?

Hip ist der NATO-Codename der Mi-8-Familie. Die NATO vergab sowjetischen Hubschraubern Namen mit dem Anfangsbuchstaben H; einzelne Versionen wurden mit Zusatzbuchstaben unterschieden.

Flog die Mi-8 bei der Bundeswehr?

Ja, kurz. Mit der Wiedervereinigung übernahm die Bundeswehr 1990 die Bestände der NVA. Einige Mi-8 flogen noch Anfang der 1990er-Jahre, etwa in einer Staffel des Lufttransportgeschwaders 65 in Brandenburg-Briest, bevor der Typ ausgesondert wurde. Zwei ehemalige Maschinen mit Kennungen 93+14 und 93+51 stehen heute in Berlin-Gatow.

Wo kann ich in Deutschland eine Mi-8 sehen?

Am verlässlichsten im Museum: Im Militärhistorischen Museum Berlin-Gatow stehen eine Mi-8T, eine Mi-8S und eine Mi-9 im Freigelände, auch die Flugausstellung Hermeskeil zeigt eine Mi-8. Im Flugbetrieb sind Mi-8 und Mi-17 über Deutschland selten.

Was war die Mi-8TB?

Eine bewaffnete und zusätzlich geschützte Ausführung der Mi-8T, die nach einigen Quellen Raketenbehälter und Bomben tragen konnte. Das „TB“ wird im Spotter-Jargon gern als „Transport-Bomber“ gedeutet. Zur genauen Herkunft der Version gehen die Quellen auseinander.

Mil Mi-8 / Mi-17 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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TT

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