Lockheed Martin F-22 Raptor

Kantige Tarnkappen-Silhouette, zwei schräg gestellte Seitenleitwerke, flache Schubvektordüsen: Die F-22 Raptor ist der Luftüberlegenheitsjäger der US Air Force und in Europa eine echte Rarität. So erkennst du sie und weißt, wann du eine Chance hast.

Auch bekannt als: F-22 · F-22A · Raptor · YF-22 · Advanced Tactical Fighter · ATF

USALockheed MartinMilitärflugzeugeICAO-Typcode: F2213 Min. Lesezeit

1997

Erstflug der F-22

195

gebaute Maschinen

Mach 2+

Höchstgeschwindigkeit

18,92 m

Länge

Das Wichtigste in Kürze

  • Die F-22 Raptor ist der Luftüberlegenheitsjäger der US Air Force: Erstflug 1997, Dienstbeginn Ende 2005, nur 195 gebaute Maschinen.
  • Schnellster Erkennungsweg: zwei Triebwerke mit flachen, rechteckigen Düsen plus zwei gekippte Seitenleitwerke – die F-35 hat nur eine runde Düse.
  • Export gab es nie: Der US-Kongress verbietet seit dem Haushaltsjahr 1998 den Verkauf an andere Staaten, alle Raptors fliegen für die USA.
  • In Europa ist die Raptor selten: Sie kommt nur bei befristeten Verlegungen, NATO-Übungen oder vereinzelt zu Airshows – 2015 etwa nach Spangdahlem, Łask und Ämari.
  • Heimatbasen in den USA: Langley in Virginia, Elmendorf in Alaska und Hickam auf Hawaii, dazu Test- und Waffenschul-Einheiten in Nellis und Edwards.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die F-22 Raptor?
  2. 2.Warum es nur 195 Raptors gibt
  3. 3.Die Technik: Tarnkappe, Supercruise, Schubvektor
  4. 4.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  5. 5.F-22, F-35 oder doch ein anderer Jet?
  6. 6.Einsatzgeschichte: von Kadena bis Syrien
  7. 7.Die seltenen Auftritte in Europa
  8. 8.Wo die F-22 heute stationiert ist
  9. 9.Die Raptor im Museum und auf Airshows
  10. 10.Fototipps speziell für die F-22
  11. 11.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  12. 12.Fazit

Steckbrief

HerstellerLockheed Martin (Endmontage in Marietta, Georgia), Boeing als Partner
RolleLuftüberlegenheitsjäger mit Tarnkappeneigenschaften, sekundär Bodenangriff
Erstflug YF-2229. September 1990
Erstflug F-227. September 1997
DienstbeginnDezember 2005 bei der US Air Force
Gebaut195 Maschinen (8 Test- und 187 Serienflugzeuge), Produktion bis Ende 2011
Besatzungeins
Triebwerke2 × Pratt & Whitney F119, je rund 156 kN Schub mit Nachbrenner, zweidimensionale Schubvektordüsen
Länge18,92 m
Spannweite13,56 m
Höhe5,08 m
Max. Startgewichtrund 38 t
Höchstgeschwindigkeitüber Mach 2 in großer Höhe
SupercruiseÜberschallflug ohne Nachbrenner, rund Mach 1,7 bis 1,8
Dienstgipfelhöherund 20.000 m
Bewaffnung20-mm-Kanone M61A2 (480 Schuss), intern bis zu sechs AIM-120 und zwei AIM-9 oder Präzisionsbomben

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zwei schräg nach außen gekippte Seitenleitwerke mit kantigem Umriss, weit auseinander am Heck
  • Rautenförmiger Flügel mit gerader, stark gepfeilter Vorderkante und ebenfalls gepfeilter Hinterkante
  • Flache, rechteckige Düsen statt runder Triebwerksöffnungen – sie schwenken beim Manövrieren sichtbar auf und ab
  • Schräg geschnittene, kantige Lufteinläufe seitlich unter dem Cockpit
  • Rahmenlose Glashaube, die im Licht oft golden oder bräunlich schimmert
  • Glatte Unterseite ohne Außenlasten – Raketen und Bomben stecken in internen Waffenschächten

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein dunkelgrauer Jet zieht fast senkrecht nach oben, bleibt scheinbar in der Luft stehen und dreht sich dann um die eigene Achse, während die flachen Düsen am Heck sichtbar auf und ab schwenken: Das ist die F-22 Raptor. Sie ist der Luftüberlegenheitsjäger der US Air Force, das erste einsatzbereite Kampfflugzeug mit Tarnkappen-Konstruktion in dieser Rolle und für europäische Spotter eine der seltensten Sichtungen überhaupt. Hier erfährst du, wie die Raptor entstanden ist, welche Technik sie ausmacht, woran du sie sofort erkennst und wann sie überhaupt einmal über Europa auftaucht.

Raptor im Hangar

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Was ist die F-22 Raptor?

Die F-22 ist ein einsitziger, zweistrahliger Jäger, der drei Eigenschaften in einem Flugzeug zusammenführt: eine Form, die für Radar schwer zu erfassen ist, Überschallflug ohne Nachbrenner und extreme Wendigkeit durch Schubvektorsteuerung. Ihre Hauptaufgabe ist es, den Luftraum zu beherrschen. Daneben kann sie Präzisionsbomben aus ihren internen Schächten abwerfen.

Ihre Geschichte beginnt 1981 mit dem Advanced Tactical Fighter (ATF), einem Programm der US Air Force für einen Nachfolger der F-15 Eagle. Im Oktober 1986 kamen zwei Teams in die Endrunde: Lockheed mit Boeing und General Dynamics auf der einen, Northrop mit McDonnell Douglas auf der anderen Seite. Beide bauten Prototypen. Die YF-22 flog am 29. September 1990 zum ersten Mal, und am 23. April 1991 gab die Air Force bekannt, dass das Lockheed-Team gewonnen hatte. Auch beim Triebwerk setzte sich Pratt & Whitney mit dem späteren F119 durch.

Die Arbeit war aufgeteilt: Lockheed baute den vorderen Rumpf und die Steuerflächen, der Mittelrumpf kam aus Fort Worth, und Boeing steuerte Tragflächen, hinteren Rumpf sowie die Avionik-Integration bei. Endmontiert wurde in Marietta im US-Bundesstaat Georgia. Am 7. September 1997 startete dort die erste F-22 zum Erstflug. Im Dezember 2005 erklärte die Air Force die Raptor für einsatzbereit, zuerst beim 1st Fighter Wing in Langley, Virginia. Mehr zum Konzern dahinter steht auf der Seite zu Lockheed Martin.

195gebaute F-22, davon 187 Serienflugzeuge – geplant waren anfangs 750
2 × 156 kNSchub der beiden F119-Triebwerke mit Nachbrenner
0Exportkunden – der Verkauf ins Ausland ist per Gesetz untersagt

Warum es nur 195 Raptors gibt

Ursprünglich wollte die Air Force rund 750 Maschinen. Mit dem Ende des Kalten Krieges und steigenden Kosten wurde die Zahl in mehreren Schritten gekürzt, bis 2009 die endgültige Obergrenze von 187 Serienflugzeugen feststand – zusammen mit den Testmaschinen ergibt das 195. Die letzte Raptor verließ das Werk im Dezember 2011 und wurde am 2. Mai 2012 übergeben. Rechnet man die gesamten Programmkosten von rund 67 Milliarden US-Dollar auf die Serienflugzeuge um, kommt jede Maschine auf etwa 360 Millionen US-Dollar.

Eine zweisitzige Trainerversion F-22B war zwar vorgesehen, wurde aber schon 1996 gestrichen. Das heißt für dich: Jede F-22, die du siehst, ist ein Einsitzer. Unterscheiden lassen sich die Maschinen vor allem nach ihrem Ausrüstungsstand. Ältere Flugzeuge im Block-20-Standard dienen vor allem der Ausbildung, die moderneren Block-30/35-Maschinen bilden die Kampfflotte. Von außen siehst du den Unterschied praktisch nicht.

Hinzu kommt das Exportverbot: Seit dem Haushaltsjahr 1998 verbieten die US-Verteidigungshaushalte, Mittel für den Verkauf der F-22 an andere Regierungen einzusetzen. Interessierte Länder wie Japan oder Australien bekamen deshalb nie eine Raptor. Beide setzen stattdessen auf die F-35 Lightning II.

Die Technik: Tarnkappe, Supercruise, Schubvektor

Tarnkappen-Form: Die gesamte Zelle ist so gestaltet, dass möglichst wenig Radarenergie zum Sender zurückkehrt. Kanten verlaufen parallel zueinander, Klappen und Wartungsöffnungen haben gezackte Ränder, die Seitenleitwerke sind schräg gestellt. Die Lufteinläufe führen in S-förmigen Kanälen zu den Triebwerken, sodass die Verdichterschaufeln von vorn nicht zu sehen sind. Dazu kommt radarabsorbierendes Material.

Interne Waffenschächte: Damit Außenlasten die Form nicht stören, trägt die Raptor ihre Bewaffnung im Rumpf. In der Jägerkonfiguration sind das bis zu sechs AIM-120 AMRAAM im großen Bauchschacht und je eine AIM-9 Sidewinder in den beiden seitlichen Schächten. Für Bodenziele passen etwa zwei 1.000-Pfund-JDAM oder bis zu acht kleine Gleitbomben GBU-39 hinein. Eine 20-mm-Kanone M61A2 mit 480 Schuss sitzt hinter einer Klappe oben an der rechten Flügelwurzel. Für Überführungsflüge kann die F-22 Zusatztanks unter den Flügeln tragen – dann ist sie allerdings nicht mehr getarnt.

Supercruise: Die beiden F119-Triebwerke liefern so viel Schub, dass die Raptor ohne Nachbrenner im Überschall fliegen kann, und zwar mit rund Mach 1,7 bis 1,8. Mit Nachbrenner erreicht sie in großer Höhe mehr als Mach 2.

Schubvektorsteuerung: Die flachen, rechteckigen Düsen lassen sich um bis zu 20 Grad nach oben und unten schwenken. Das erlaubt Manöver bei sehr niedriger Geschwindigkeit und hohem Anstellwinkel, die du sonst kaum siehst – genau die Figuren, die das Vorführteam auf Airshows zeigt. Nebenbei mischen die flachen Düsen den heißen Abgasstrahl schneller mit Umgebungsluft und verringern so die Infrarotsignatur.

Achte auf die Düsen

Beim Rollen und im Landeanflug bewegen sich die Klappen der Schubvektordüsen oft sichtbar mit den Steuereingaben. Ein Teleobjektiv und eine Serienaufnahme lohnen sich: Kein anderer Jet im westlichen Dienst zeigt dieses Detail so deutlich.

Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Die Raptor hat eine sehr eigene Silhouette. Drei Blicke genügen, um sie von fast allem anderen am Himmel zu trennen.

Heck ansehen

Zwei Triebwerke mit flachen, rechteckigen Düsen dicht nebeneinander, darüber zwei deutlich nach außen gekippte Seitenleitwerke. Rund ist an diesem Heck nichts.

Flügel prüfen

Der Flügel ist eine große Raute mit gerader, stark gepfeilter Vorderkante. Die Höhenleitwerke dahinter folgen exakt demselben Winkel – typisch für Tarnkappen-Design.

Unterseite und Haube

Keine Raketen, keine Tanks unter den Flügeln, dafür eine rahmenlose Haube mit goldbraunem Schimmer. Bei geöffneten Schächten siehst du die Raketen tief im Rumpf.

Die letzte Sicherheit bringen Seriennummer und Heckcode am Seitenleitwerk. Hilfreich zum Abgleich ist die Datenbank Scramble.

F-22, F-35 oder doch ein anderer Jet?

Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit der kleineren Schwester F-35 und, aus der Ferne, mit anderen Jets mit Doppelleitwerk. Der Finder grenzt in drei Schritten ein.

Schnellbestimmung: grauer Jet mit zwei Seitenleitwerken

Drei Fragen, eine Einschätzung. Die Seriennummer bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

F-22 Raptor

Zwei flache Düsen, gekippte Flossen und eine glatte Unterseite: Das ist die Raptor. In Europa lohnt sich dann sofort ein Blick auf den Heckcode.

Wahrscheinlich

F-35 Lightning II

Eine runde Düse und ein kurzer, kräftiger Rumpf sprechen für die F-35, die in Europa viel häufiger fliegt.

Wahrscheinlich

F-15 oder ein anderer Jet der vierten Generation

Runde Düsen, senkrechte Flossen und Außenlasten deuten auf die F-15E oder einen ähnlichen Zweistrahler – kein Tarnkappenjet.

Merkmal F-22 Raptor F-35A Lightning II F-15E Strike Eagle
Triebwerke 2 1 2
Düsen flach, rechteckig, schwenkbar rund rund
Seitenleitwerke 2, nach außen gekippt 2, nach außen gekippt 2, senkrecht
Sitze 1 1 2
Außenlasten im Normalbetrieb keine meist keine Tanks, Bomben, Raketen
In Europa nur auf Besuch stationiert und bei vielen Luftwaffen stationiert in Lakenheath

Auch die russische Suchoi Su-27 hat zwei Triebwerke und zwei Seitenleitwerke, aber runde Düsen weit auseinander, senkrechte Flossen und einen langen Heckstachel. Einen breiteren Überblick gibt der Guide Kampfjets in Europa erkennen.

Einsatzgeschichte: von Kadena bis Syrien

Die erste Verlegung ins Ausland führte im Februar 2007 nach Kadena auf Okinawa. Auf dem Weg dorthin sorgte ein Softwarefehler beim Überqueren der Datumsgrenze dafür, dass sechs Maschinen Navigations- und Kommunikationssysteme verloren; sie kehrten mit ihren Tankflugzeugen nach Hawaii zurück, der Fehler war binnen zwei Tagen behoben. In den folgenden Jahren wurde Kadena ein regelmäßiges Ziel für Raptor-Rotationen, 2009 kam der erste Einsatz in der Golfregion hinzu.

Ihren ersten Kampfeinsatz flog die F-22 am 22. September 2014 gegen Stellungen des sogenannten Islamischen Staats in Syrien. In den folgenden Monaten warf die Raptor dort vor allem GPS-gelenkte Bomben ab und unterstützte andere Flugzeuge mit ihren Sensoren.

Den ersten Luftsieg erzielte eine in Langley gestartete F-22 am 4. Februar 2023: Vor der Küste von South Carolina schoss sie mit einer AIM-9X einen chinesischen Höhenballon ab. Wenige Tage später holten Raptors noch zwei weitere unbekannte Flugobjekte über Alaska und dem kanadischen Yukon vom Himmel.

Die seltenen Auftritte in Europa

Für Spotter in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Raptor ein echtes Glückslos. Stationiert ist sie hier nicht, und auch ihre Besuche sind kurz und oft kurzfristig angekündigt.

Einzelne Raptors zeigten sich schon 2008 bei Airshows in Großbritannien. Der bekannteste Auftritt war aber die erste Europa-Verlegung im August und September 2015. Vier F-22 kamen damals nach Spangdahlem in der Eifel und flogen von dort aus kurze Abstecher nach Łask in Polen und Ämari in Estland. Hintergrund waren die Spannungen nach der russischen Annexion der Krim: Die Air Force wollte zeigen, dass sie ihre Raptors schnell nach Europa bringen und mit NATO-Partnern trainieren kann. Für viele Spotter in Rheinland-Pfalz war das eine seltene Gelegenheit, die F-22 direkt vor der Haustür zu fotografieren.

Im Juli 2016 reiste eine Raptor zum Royal International Air Tattoo in Fairford, einer der großen Militär-Airshows Europas. In den Jahren danach tauchten F-22 immer wieder bei Rotationen an der NATO-Ostflanke auf. Konkrete Termine werden aus Sicherheitsgründen selten im Voraus bekannt gegeben.

Militärflugplätze sind kein Spotterhügel

Wenn eine Raptor in Europa landet, dann fast immer auf einer Militärbasis. Bleib auf öffentlich zugänglichen Flächen, halte dich an örtliche Regeln und informiere dich vorher, was im jeweiligen Land erlaubt ist. Die wichtigsten Punkte stehen im Beitrag Militärflugplätze fotografieren: die Regeln.

Keine Raptor mehr verpassen

Setz die F-22 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, sobald eine Maschine im Anflug auf einen Flugplatz in deiner Nähe gemeldet wird. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Wie du Militärverkehr über ADS-B verfolgst und warum Kampfjets dort oft fehlen, erklärt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen. Tankflugzeuge und Transporter, die eine Verlegung begleiten, sind oft der bessere Hinweis als die Jets selbst.

Wo die F-22 heute stationiert ist

Alle Raptors fliegen für die US Air Force. Nach den verfügbaren Angaben sah die Verteilung zuletzt so aus; Verlegungen und Umstrukturierungen kommen regelmäßig vor, prüf also vor einer Reise den aktuellen Stand.

Standort Einheiten Heckcode
Joint Base Langley-Eustis, Virginia 1st Fighter Wing (27th, 94th und 71st Fighter Squadron), dazu die Nationalgarde FF
Joint Base Elmendorf-Richardson, Alaska 3rd Wing (90th und 525th Fighter Squadron), Reserve-Staffel AK
Joint Base Pearl Harbor-Hickam, Hawaii Nationalgarde Hawaii mit aktiver Partnerstaffel HH
Nellis AFB, Nevada Waffenschule und Testeinheit WA, OT
Edwards AFB, Kalifornien Flugerprobung ED

Früher war auch die Tyndall Air Force Base in Florida ein wichtiger Raptor-Standort mit der Ausbildungsstaffel. Nach schweren Schäden durch Hurrikan Michael 2018 verließen die F-22 die Basis; die Maschinen wurden auf andere Standorte verteilt, die Ausbildungsstaffel zog zunächst nach Eglin in Florida.

Um 2020 standen rund 150 Maschinen im Block-30/35-Standard und 37 ältere Block-20-Flugzeuge für die Ausbildung im Dienst. Über deren Zukunft wird seit Jahren gestritten: Die Air Force wollte sie abgeben, der Kongress hat das bislang nicht freigegeben. Lockheed Martin hatte schon 2017 vorgeschlagen, sie auf den Kampfstandard zu bringen, umgesetzt wurde das damals nicht. Die Raptor wird also noch eine Weile fliegen – wie genau die Flotte im Herbst 2026 aussieht, solltest du aktuell nachlesen.

Die Raptor im Museum und auf Airshows

Weil der Typ im aktiven Dienst steht, gibt es nur wenige ausgestellte Exemplare. Das National Museum of the US Air Force in Dayton hat eine frühe Raptor in seiner Sammlung; prüf vor dem Besuch, ob sie gerade ausgestellt ist. Der erste Prototyp YF-22 war dort früher als Leihgabe zu sehen und steht heute im Flugtestmuseum der Edwards Air Force Base in Kalifornien. Tipps zum Besuch in Dayton findest du auf der Spot-Seite National Museum of the U.S. Air Force. Wer dort ist, kann die Raptor direkt mit ihren Vorgängern vergleichen, von der F-15 bis zur SR-71 Blackbird.

Am spektakulärsten erlebst du die F-22 aber fliegend. Die Air Force unterhält ein eigenes F-22 Demonstration Team aus Langley, das vor allem auf Airshows in den USA auftritt und dort die Schubvektor-Manöver zeigt. Für Spotter aus Europa heißt das: Wer die Raptor sicher sehen will, plant eine Airshow-Reise in die USA ein oder hält Ausschau nach Ankündigungen großer europäischer Militär-Airshows. Wie du solche Events angehst, steht im Beitrag Airshows fotografieren.

Fototipps speziell für die F-22

Die Raptor ist dunkelgrau, schnell und macht Manöver, die kaum ein anderer Jet fliegt. Ein paar Kniffe helfen.

Licht von vorn

Das dunkle Grau schluckt Kontraste. Mit der Sonne im Rücken bekommen Kanten, Paneele und die golden schimmernde Haube Struktur. Wann das Licht passt, rechnest du vorab aus – mehr dazu unter Sonnenstand planen.

Kondensstreifen an den Flügeln

Bei feuchter Luft bilden sich in engen Kurven weiße Dampfwolken über dem Flügel. Gerade beim Vorführprogramm lohnt sich Dauerfeuer.

Mitziehen bei Vorbeiflügen

Schnelle Überflüge wirken mit leicht verwischtem Hintergrund am dynamischsten. Wie das klappt, erklärt der Guide Mitzieher-Technik.

Schächte im Blick

Bei Vorführungen öffnet die Raptor manchmal ihre Waffenschächte. Ein Bild von unten mit offenem Schacht gehört zu den begehrtesten F-22-Motiven.

Bereit für deine Raptor-Jagd?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich kann F-22 und F-35 am Heck sicher unterscheiden.
  • Ich verfolge Ankündigungen von Airshows und NATO-Übungen.
  • Ich kenne die Regeln für Fotos an Militärflugplätzen vor Ort.
  • Meine Kamera ist auf schnelle Jets und Serienbilder eingestellt.
  • Gehörschutz ist eingepackt – zwei F119 im Nachbrenner sind laut.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für eine F-22, wenn …

  • zwei flache, rechteckige Düsen nebeneinander am Heck sitzen
  • beide Seitenleitwerke deutlich nach außen kippen
  • Flügel und Höhenleitwerke dieselbe gerade Pfeilung zeigen
  • unter Flügeln und Rumpf keinerlei Außenlasten hängen

Sieh genauer hin, wenn …

  • du die Maschine nur von vorn oder im Gegenlicht siehst – dann ähneln sich F-22 und F-35 stark
  • Zusatztanks unter den Flügeln hängen, etwa bei einer Überführung
  • der Jet weit entfernt ist und du die Zahl der Düsen nicht erkennst

Es ist keine F-22, wenn …

  • nur eine runde Düse zu sehen ist – dann ist es eine F-35
  • die Seitenleitwerke senkrecht stehen und runde Düsen sitzen darunter
  • nur ein Seitenleitwerk mit Canards vor dem Flügel zu sehen ist – dann ist es etwa ein Eurofighter
  • zwei Personen im Cockpit sitzen

Wenn du die Raptor als besondere Sichtung einordnen willst, hilft der Guide Seltene Flugzeuge spotten.

Fazit

Die F-22 Raptor ist ein Flugzeug der Superlative mit sehr kleiner Stückzahl: nur 195 gebaut, nie exportiert, bis heute der Maßstab für Luftüberlegenheitsjäger. Für dich als Spotter macht sie das zu einem der begehrtesten Einträge überhaupt. Flache Düsen, zwei Triebwerke und gekippte Seitenleitwerke liefern den Typ, Heckcode und Seriennummer die Herkunft. In Europa bleibt sie ein Ausnahmegast – wer sie sicher sehen will, reist zu einer Airshow in den USA.

Kurzfazit

Zwei flache Schubvektordüsen, zwei gekippte Seitenleitwerke, Rautenflügel und keine Außenlasten: Das ist die F-22. Eine runde Düse heißt F-35. In Europa erscheint die Raptor nur bei Verlegungen oder seltenen Airshow-Besuchen, deshalb lohnt sich ein Sichtungs-Alarm.

Zusammenfassung

  • Die F-22 entstand im Advanced-Tactical-Fighter-Programm der 1980er-Jahre als Nachfolger der F-15 Eagle; 1991 setzte sich das Lockheed-Team gegen Northrops YF-23 durch.
  • Statt der ursprünglich geplanten 750 Maschinen wurden nur 195 gebaut, die letzte ging im Mai 2012 an die Air Force.
  • Ihren ersten Kampfeinsatz flog die Raptor im September 2014 über Syrien, den ersten Luftsieg erzielte sie im Februar 2023 gegen einen Ballon vor South Carolina.
  • Für Spotter in Europa bleibt die F-22 ein Ausnahmegast – wer sie sicher sehen will, plant Airshows, NATO-Verlegungen oder eine Reise in die USA ein.

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich die F-22 von der F-35?

Am einfachsten über die Düsen: Die F-22 hat zwei Triebwerke mit flachen, rechteckigen Düsen nebeneinander, die F-35 nur ein Triebwerk mit einer runden Düse. Die Raptor ist außerdem länger, flacher und hat einen schlankeren Rumpf, während die F-35 einen sichtbar dickeren, bauchigen Rumpf besitzt.

Hat Deutschland oder ein anderes Land F-22?

Nein. Seit dem Haushaltsjahr 1998 untersagen die US-Verteidigungshaushalte den Export der F-22. Alle Maschinen gehören der US Air Force. Wer in Europa eine Raptor sieht, sieht also immer eine amerikanische Maschine auf Verlegung oder Besuch.

Welchen Typcode hat die F-22 in Tracking-Diensten?

In Typdatenbanken läuft die Raptor unter F22. Taktische Kampfjets senden aber oft gar keine oder nur lückenhafte Daten. Wie du Militärverkehr trotzdem im Blick behältst, steht im Guide Militärflugzeuge online verfolgen.

Was bedeutet „Supercruise“?

So nennt man dauerhaften Überschallflug ohne Nachbrenner. Die F119-Triebwerke der F-22 schaffen das bei rund Mach 1,7 bis 1,8 ohne Außenlasten. Das spart Treibstoff und verringert die Wärmesignatur – einer der Gründe, warum die Raptor in ihrer Generation als Maßstab gilt.

Woran erkenne ich, von welcher Basis eine Raptor kommt?

Am Zwei-Buchstaben-Code auf dem Seitenleitwerk. Gängig sind FF für Langley, AK für Elmendorf, HH für Hickam sowie WA und OT für Einheiten in Nellis. Die Seriennummer darunter liefert die eindeutige Zuordnung; wie das System funktioniert, erklärt der Guide US-Militärkennzeichen.

Wo sehe ich eine F-22 im Museum?

Ausgestellte Raptors sind selten, weil der Typ noch im Dienst ist. Das National Museum of the US Air Force in Dayton hat eine frühe F-22 in der Sammlung, der erste Prototyp YF-22 steht im Flugtestmuseum der Edwards Air Force Base. In Europa gibt es nach unserem Kenntnisstand keine ausgestellte F-22.

Wie lange fliegt die F-22 noch?

Die Air Force möchte seit einigen Jahren die ältesten Trainingsmaschinen im Block-20-Standard abgeben, der Kongress hat das bislang nicht freigegeben. Die Kampfflotte im Block-30/35-Standard ist davon nicht betroffen. Den aktuellen Stand prüfst du am besten kurz vor deiner Planung.

Lockheed Martin F-22 Raptor sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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