Das Wichtigste in Kürze
- Die T-6 Texan II ist der Standard-Grundtrainer der US-Streitkräfte – sie ersetzte die Cessna T-37 der Air Force und die Beechcraft T-34C der Navy.
- Ein Schweizer Kern: Basis ist die Pilatus PC-9 Mk II, die Beechcraft für den US-Wettbewerb JPATS massiv umbaute.
- Luftwaffe in Texas: Angehende Kampfjetpiloten der Bundeswehr fliegen im ENJJPT-Programm auf der Sheppard Air Force Base zuerst die T-6, dann die T-38C.
- Europäische Nutzer: Griechenland fliegt die T-6A in Kalamata, die Royal Air Force die Texan T1 in RAF Valley.
- Über 1.000 Maschinen sind ausgeliefert, mit Japan kommt ein weiterer Kunde dazu.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die T-6 Texan II?
- 2.Von der Pilatus PC-9 zur T-6
- 3.Die wichtigsten Versionen
- 4.So erkennst du die T-6 Texan II
- 5.T-6, PC-21, PC-7 oder Grob?
- 6.Die Luftwaffe in Texas: ENJJPT auf der Sheppard AFB
- 7.Die T-6 in den US-Streitkräften
- 8.Nutzer in Europa
- 9.Die T-6 im Vergleich
- 10.Fototipps für die Texan II
- 11.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 12.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Raytheon Aircraft / Beechcraft, heute Textron Aviation Defense (Wichita, USA) |
|---|---|
| Rolle | Zweisitziges Turboprop-Schulflugzeug, als AT-6 auch leichtes Erdkampfflugzeug |
| ICAO-Typcode | TEX2 |
| Basis | Pilatus PC-9 Mk II, für das US-Programm JPATS stark überarbeitet |
| Erstflug T-6A | 15. Juli 1998 in Wichita |
| Indienststellung | ab 2000/2001 bei der US Air Force |
| Ausgeliefert | über 1.000 Maschinen (1.000. Exemplar im Oktober 2022) |
| Triebwerk | 1 × Pratt & Whitney Canada PT6A-68, rund 1.100 shp (820 kW) |
| Propeller | Vierblatt |
| Länge | 10,16 m |
| Spannweite | 10,19 m |
| Höhe | 3,25 m |
| Max. Startgewicht | rund 2.950 kg (T-6A) |
| Reisegeschwindigkeit | rund 510 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | rund 9.400 m (31.000 ft) |
| Rettungssystem | 2 Martin-Baker-Schleudersitze Mk 16, Druckkabine |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vierblattpropeller vor einer langen, schlanken Nase – dahinter sitzt der Turboprop PT6A-68
- Gestufte Tandemhaube: Fluglehrer hinten deutlich höher als der Schüler vorn
- Kleine Hilfsflosse vor dem Seitenleitwerk (Rückenflosse) und ein großes, nach hinten verlaufendes Seitenruder
- Tief angesetzter, gerader Flügel mit leichter V-Stellung und Einziehfahrwerk
- Auspuffstutzen seitlich am Rumpf direkt hinter dem Propeller
- In den USA meist überwiegend weiß lackiert, mit farbigen Akzenten je nach Teilstreitkraft
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein schlanker Turboprop mit Vierblattpropeller, zwei Piloten hintereinander unter einer gestuften Glashaube und Schleudersitzen wie in einem Kampfjet: Das ist die Beechcraft T-6 Texan II. Fast jeder Militärpilot der USA beginnt seine Ausbildung auf ihr, und auch angehende Eurofighter-Piloten der Luftwaffe drehen in Texas ihre ersten Runden in diesem Muster. Hier erfährst du, woher die T-6 kommt, wie du sie erkennst, welche Versionen es gibt und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
Deine T-6 im Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Texan II fest, die du an einer Ausbildungsbasis, auf einer Airshow oder auf USA-Reise siehst – mit Foto, Kennung und Ort – und hakst den Typ in deinem Hangar ab. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die T-6 Texan II?
Die T-6 Texan II ist ein zweisitziges Turboprop-Schulflugzeug für die Grundausbildung von Militärpiloten. Gebaut wird sie in Wichita, Kansas, der Heimat von Beechcraft. Hinter dem Namen stehen mehrere Eigentümerwechsel: Als die T-6 entwickelt wurde, gehörte Beechcraft zu Raytheon, später firmierte das Werk als Hawker Beechcraft, und seit 2014 ist Beechcraft Teil von Textron Aviation. Das Militärgeschäft läuft heute unter Textron Aviation Defense.
Den Namen hat die Maschine von einer Legende geliehen: Die North American T-6 Texan war das Schulflugzeug, auf dem im Zweiten Weltkrieg und danach unzählige Piloten das Fliegen lernten. Mit der Kolbenmotor-Maschine hat die Texan II technisch aber nichts zu tun. Ihr Ursprung liegt in der Schweiz.
Von der Pilatus PC-9 zur T-6
Anfang der 1990er-Jahre suchten US Air Force und US Navy gemeinsam einen Nachfolger für zwei ältere Trainer: die zweistrahlige Cessna T-37 der Air Force und die Beechcraft T-34C der Navy. Das Programm hieß JPATS (Joint Primary Aircraft Training System). Beechcraft trat mit einer Version der Pilatus PC-9 an, die es zusammen mit dem Schweizer Hersteller Pilatus für die US-Anforderungen umbaute. 1995 fiel die Entscheidung zugunsten dieses Entwurfs.
Was am Ende in Serie ging, war allerdings weit mehr als eine PC-9 mit amerikanischem Typenschild. Die wichtigsten Änderungen:
- Druckkabine, damit Schüler auch in großer Höhe ohne Belastung trainieren können
- Martin-Baker-Schleudersitze für Lehrer und Schüler
- ein auf rund 1.100 shp ausgelegtes Triebwerk PT6A-68 statt des schwächeren PT6A-62 der PC-9
- eine verstärkte Struktur und eine Haube, die Vogelschlag besser standhält
Die erste T-6A flog am 15. Juli 1998 in Wichita. Ab 2000 und 2001 kamen die ersten Exemplare zu den Ausbildungseinheiten der Air Force, kurz danach folgte die Navy. Im Oktober 2022 meldete Textron die Auslieferung der 1.000. T-6 – sie ging an die kolumbianische Luftwaffe. Damit ist die Texan II einer der meistgebauten militärischen Trainer der Gegenwart.
Die wichtigsten Versionen
Über die Jahre ist aus der T-6 eine ganze Familie geworden. Für Spotter ist die Version von außen oft schwer zu bestimmen – trotzdem lohnt der Überblick, weil die Bezeichnungen in Datenbanken und Airshow-Programmen auftauchen.
| Version | Nutzer | Was sie ausmacht |
|---|---|---|
| T-6A | US Air Force, US Navy, Griechenland, Israel, Irak | Ursprüngliche Serienversion mit analogem Cockpit |
| T-6A NTA | Griechenland | Bewaffnungsfähige Ausführung für die Waffenausbildung |
| CT-156 Harvard II | Kanada | Kanadische Version der T-6A, Ausbildung in Moose Jaw |
| T-6B | US Navy, Marine Corps, Coast Guard | Glascockpit mit Head-up-Display und HOTAS |
| T-6C | Exportkunden, u. a. Großbritannien, Marokko, Neuseeland | Glascockpit, Aufhängepunkte unter den Flügeln |
| T-6D | US Army | Kleine Flotte für Sonderaufgaben |
| AT-6 Wolverine | US Air Force, Exportkunden | Bewaffnete Version für leichte Erdkampf- und Waffenausbildung |
| T-6JP | Japan | Version für die japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte |
Die T-6A stellt den Großteil der Flotte der US Air Force. Die Navy setzt dagegen überwiegend auf die T-6B mit modernem Glascockpit, das Schüler besser auf die digitalen Anzeigen moderner Kampfjets vorbereitet. Die britische Texan T1 basiert auf der T-6C.
So erkennst du die T-6 Texan II
Auf den ersten Blick sieht die T-6 aus wie viele moderne Turboprop-Trainer. Drei Merkmale helfen dir, sie sicher einzuordnen.
Den Propeller zählen
Vorn dreht ein Vierblattpropeller. Die Pilatus PC-21 hat fünf Blätter, die PC-7 und die alte T-34C kommen mit drei Blättern aus.
Die Haube ansehen
Die Glashaube ist lang und deutlich gestuft: Der Lehrer hinten sitzt höher als der Schüler vorn. Durch die Scheibe erkennst du oft die Köpfe der Schleudersitze.
Aufs Leitwerk achten
Vor dem Seitenleitwerk sitzt eine kleine Rückenflosse, die nahtlos in die Seitenflosse übergeht. Zusammen mit dem geraden Tiefdecker-Flügel ergibt das die typische PC-9-Silhouette.
Dazu kommen die beiden kurzen Auspuffstutzen seitlich hinter dem Propeller und das einziehbare Bugradfahrwerk. Die Lackierung hilft in den USA ebenfalls: Die Trainer von Air Force und Navy sind überwiegend weiß lackiert, die Akzente unterscheiden sich je nach Teilstreitkraft und Einheit.
Praxis-Tipp: Erst die Kennung, dann die Version
Ob T-6A, T-6B oder T-6C, siehst du von außen kaum. Fotografier deshalb die Seriennummer am Leitwerk oder am Rumpf. Wie US-Militärkennungen aufgebaut sind, erklärt der Artikel US-Militärkennzeichen.
T-6, PC-21, PC-7 oder Grob?
In Europa begegnen dir mehrere Turboprop-Trainer, die sich auf Distanz ähneln. Dieser Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Turboprop-Trainer
Beechcraft T-6 Texan II
Vierblattpropeller und gestufte Tandemhaube mit Schleudersitzen sind das typische Texan-II-Bild.
Pilatus PC-21
Fünf Blätter und eine wuchtige, jetartige Kabine sprechen für den moderneren Schweizer Trainer. Mehr dazu bei der Pilatus PC-21.
Pilatus PC-7
Drei Blätter, eine schlankere Zelle und keine Schleudersitze: Das ist eher die ältere Pilatus PC-7.
Grob-Trainer
Eine kurze Haube ohne Stufe passt eher zu den Kolbenmotor-Trainern von Grob, etwa der Grob G 115.
Die Luftwaffe in Texas: ENJJPT auf der Sheppard AFB
Für deutsche Luftfahrtfans ist die T-6 vor allem wegen einer Basis im Norden von Texas interessant. Auf der Sheppard Air Force Base bei Wichita Falls läuft seit Jahrzehnten das Euro-NATO Joint Jet Pilot Training, kurz ENJJPT. Die deutsche Verbindung reicht bis in die 1960er-Jahre zurück, als die damalige westdeutsche Luftwaffe Trainingsjets für die Ausbildung in Texas beschaffte – das stabile Wetter erlaubt dort fast ganzjährig Flugbetrieb. 1978 beschloss die NATO, daraus ein gemeinsames Programm zu machen, das 1981 startete und bis heute besteht.
Nach Angaben der Bundeswehr kommen jährlich rund 250 Flugschüler aus 14 NATO-Staaten nach Sheppard, darunter etwa 24 Deutsche. Die Luftwaffe schickt dorthin nur Kandidaten, die für Kampfjets vorgesehen sind, derzeit den Eurofighter oder den Tornado. Mit der F-35, die Deutschland beschafft hat, kommt ein weiteres Muster hinzu.
Der Weg dorthin läuft in Etappen:
Grundschulung
Vor Sheppard steht eine fliegerische Grundausbildung auf der einmotorigen Grob G 120A in Goodyear, Arizona.
T-6 Texan II
In Sheppard beginnt die eigentliche Militärpilotenausbildung auf der T-6: Kunstflug, Formation, Instrumentenflug und Notverfahren.
T-38C Talon
Danach wechseln die Schüler auf den Überschalltrainer Northrop T-38C, der bis Mach 1,2 erreicht.
Introduction to Fighter Fundamentals
Nach der Verleihung der Schwingen folgen rund zweieinhalb Monate mit etwa 30 Flügen, die auf den Kampfjet vorbereiten.
Laut Bundeswehr stehen in Sheppard rund 80 T-6 und 110 T-38C im Einsatz, an einem normalen Tag laufen dort etwa 250 Trainingsmissionen mit rund 1.250 Starts und Landungen. Für den deutschen Leutnant, den die Bundeswehr in ihrer Artikelserie begleitet hat, dauerte der Aufenthalt in Texas insgesamt 65 Wochen. Wie der Weg ins Cockpit in Deutschland beginnt, liest du im Ratgeber Pilot bei der Bundeswehr.
Kein Spotting-Ausflug auf die Basis
Sheppard ist ein aktiver Militärflugplatz. Fotografier nur von öffentlichem Grund aus und halte dich an die Regeln vor Ort. Was in den USA erlaubt ist, erklärt der Artikel Planespotting in den USA.
Die T-6 in den US-Streitkräften
In den USA ist die T-6 allgegenwärtig. Die US Air Force nutzt die T-6A an ihren Ausbildungsbasen, darunter Sheppard und Laughlin in Texas sowie Vance in Oklahoma. Die US Navy und das Marine Corps fliegen vor allem die T-6B, die auch angehende Waffensystemoffiziere ausbildet. Selbst die Coast Guard und die US Army haben Texan-II-Maschinen in ihren Beständen.
Ganz ohne Rückschläge verlief die Karriere nicht. Im Juli 2022 legten die US-Streitkräfte vorübergehend Hunderte T-6 still, weil pyrotechnische Bauteile im Rettungssystem der Schleudersitze überprüft werden mussten. Nach dem Austausch betroffener Teile kehrten die Maschinen schrittweise in den Flugbetrieb zurück.
Parallel entwickelte Beechcraft mit der AT-6 Wolverine eine bewaffnete Version für leichte Erdkampfeinsätze. Die Air Force testete sie 2017 im Rahmen eines Light-Attack-Experiments und bestellte 2020 zwei AT-6E für weitere Erprobungen. Exportkunden wie Thailand fliegen bewaffnete Versionen inzwischen im Truppendienst.
Für eine USA-Reise mit Spotting-Fokus ist die T-6 ein dankbares Ziel: Viele Maschinen senden ADS-B-Daten und sind im Training-Umfeld mehrerer Bundesstaaten ständig in der Luft. Wie du eine solche Reise planst, zeigt der Guide Planespotting-Reise in die USA. Wer ohnehin am Flughafen Dallas/Fort Worth landet, hat bis Wichita Falls und Sheppard rund zwei Autostunden vor sich – vorher lohnt ein Stopp am Founders’ Plaza.
Texan II auf der Wunschliste
Setz die T-6 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Texan II an einem Flughafen in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Nutzer in Europa
Auch wenn die T-6 in Europa nicht die Verbreitung der Pilatus-Trainer erreicht, fliegt sie bei zwei Luftwaffen im regulären Dienst.
| Land | Version | Standort | Bestand laut gängigen Angaben |
|---|---|---|---|
| Griechenland | T-6A und T-6A NTA | Kalamata, 120. Ausbildungsgeschwader | 45 Maschinen beschafft |
| Großbritannien | Texan T1 (T-6C) | RAF Valley, Anglesey (Wales) | 14 Maschinen bei der No. 72 Squadron |
Griechenland: Texan II in Kalamata
Die griechische Luftwaffe beschaffte insgesamt 45 T-6A, davon 25 reine Trainer und 20 bewaffnungsfähige T-6A NTA. Stationiert sind sie beim 120. Ausbildungsgeschwader in Kalamata auf der Peloponnes, wo der zivile Flughafen und der Militärplatz dieselbe Piste nutzen. Seit 2005 stellt das Geschwader außerdem das Solo-Displayteam Daedalus, das mit einer T-6A auf griechischen Airshows wie der Athens Flying Week und auch im Ausland auftritt.
Gerade Kalamata ist für Spotter ein sensibler Ort: Dort wurden 2001 mehrere britische und niederländische Spotter festgenommen, der Fall machte international Schlagzeilen. Die Hintergründe erklärt der Artikel Der Kalamata-Fall 2001, was heute gilt, steht im Beitrag Planespotting in Griechenland heute.
Großbritannien: Texan T1 bei der RAF
Die Royal Air Force fliegt die T-6C unter der Bezeichnung Texan T1. Sie gehört zum britischen Ausbildungssystem UKMFTS und ersetzte die Short Tucano. Seit Ende 2019 fliegt die No. 72 Squadron in RAF Valley auf Anglesey den Typ, anfangs mit zehn, seit Ende 2020 mit 14 Maschinen. Dort lernen angehende Jetpiloten von RAF und Royal Navy die Grundlagen, bevor sie auf den BAE Systems Hawk T2 wechseln.
Wer in Wales unterwegs ist, kann das mit einem Besuch am Mach Loop verbinden, dem bekanntesten Low-Level-Spot Großbritanniens. Hintergründe zu Ablauf und Wartezeiten liefert der Guide Mach Loop in Wales. Ob eine Texan II auf dem Royal International Air Tattoo in Fairford dabei ist, verrät die jeweilige Teilnehmerliste – auch die griechische Daedalus tritt im Ausland auf.
Und der Rest der Welt
Außerhalb Europas und der USA ist die Liste lang. Israel fliegt die T-6A seit 2009 unter dem Namen Efroni an der Flugschule in Hatzerim, inklusive des Kunstflugteams der israelischen Luftwaffe. Kanada nutzt die CT-156 Harvard II in Moose Jaw für die Pilotenausbildung, die über Jahre auch Schüler verbündeter Luftwaffen aufnahm. Dazu kommen unter anderem Mexiko, Marokko, Tunesien, der Irak, Argentinien, Kolumbien, Thailand, Neuseeland und Vietnam. Ende 2025 kam mit Japan ein weiterer Kunde dazu, der die Version T-6JP für seine Luftselbstverteidigungsstreitkräfte erhält.
Die T-6 im Vergleich
Wie ordnet sich die Texan II gegenüber anderen Trainern ein? Die folgende Übersicht hilft beim Einsortieren.
| Typ | Antrieb | Rolle | Typischer Nutzer in Europa |
|---|---|---|---|
| T-6 Texan II | Turboprop, 4 Blätter | Grundausbildung | Griechenland, Großbritannien |
| Pilatus PC-7 | Turboprop, 3 Blätter | Grundausbildung | Schweiz, Österreich |
| Pilatus PC-21 | Turboprop, 5 Blätter | Grund- bis Fortgeschrittenenausbildung | Schweiz, Frankreich, Spanien |
| Boeing T-7A Red Hawk | Jet | Fortgeschrittenenausbildung | (USA, Nachfolger der T-38) |
| Leonardo M-346 | Zwei Jets | Fortgeschrittenenausbildung | Italien, Polen |
Die T-6 sitzt damit am Anfang der Kette. In den USA folgt auf sie derzeit die T-38, die schrittweise von der Boeing T-7A Red Hawk abgelöst wird. In Europa führt der Weg nach der Texan oft auf Jettrainer wie den Hawk oder die Leonardo M-346. Eine Generation früher hätte an dieser Stelle in vielen Ländern die Aero L-39 Albatros gestanden.
Fototipps für die Texan II
Propeller einfrieren – oder nicht
Bei sehr kurzen Belichtungszeiten steht der Propeller still, das wirkt unnatürlich. Mit 1/250 bis 1/500 Sekunde bekommst du eine leichte Propellerscheibe und trotzdem eine scharfe Zelle.
Auf Platzrunden setzen
Ausbildungsbasen haben viel Verkehr in der Platzrunde. Statt auf den einen spektakulären Überflug zu warten, bekommst du dort zahlreiche Anflüge in Serie.
Topside-Pass im Display
Bei Solo-Displays wie dem der griechischen Daedalus zeigt die Maschine in Kurven ihre Oberseite. Dann kommen Haube und Lackierung am besten zur Geltung.
Brennweite einplanen
Mit gut zehn Metern Spannweite ist die T-6 klein. Für Displays bist du mit 400 bis 600 mm gut aufgestellt.
Welche Technik bei Flugvorführungen funktioniert, zeigt der Guide Airshows fotografieren. Welche Events in Europa sich lohnen, listet Airshows in Europa für Planespotter. Wie du militärische Trainer auch abseits von Shows aufspürst, erklärt Militärflugzeuge online verfolgen.
Bereit für deine Texan-II-Sichtung?
- Ich weiß, ob ich in Griechenland, Großbritannien oder den USA auf die Suche gehe.
- Ich habe die lokalen Regeln für Fotos an Militärflugplätzen geprüft.
- Ich habe nachgesehen, ob eine T-6 im Airshow-Programm steht.
- Ich kenne den Typcode TEX2 für die Suche im Tracking-Dienst.
- Ich notiere Kennung und Ort jeder Sichtung.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die T-6, wenn …
- vorn ein Vierblattpropeller dreht
- die Tandemhaube deutlich gestuft ist und Schleudersitze erkennbar sind
- eine kleine Rückenflosse vor dem Seitenleitwerk sitzt
- im Tracking-Dienst TEX2 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- die Maschine sehr ähnlich aussieht, aber mit Schweizer oder irischer Kennung fliegt – dann kann es eine PC-9 sein
- die Kabine auffällig wuchtig und jetartig wirkt – das spricht eher für die PC-21
- ein Sternmotor vorn sitzt – dann ist es die historische T-6 Texan
Es ist keine T-6 Texan II, wenn …
- ein Strahltriebwerk statt eines Propellers arbeitet
- Schüler und Lehrer nebeneinander sitzen
- der Propeller drei oder fünf Blätter hat
Fazit
Die Beechcraft T-6 Texan II ist das Arbeitspferd der militärischen Grundausbildung in den USA und weit darüber hinaus. Aus einem Schweizer Grundentwurf entstand mit Druckkabine, Schleudersitzen und kräftigem PT6A ein Trainer, auf dem heute auch die Kampfjetpiloten der Luftwaffe in Texas ihre Laufbahn beginnen. In Europa fliegt sie in Griechenland und Großbritannien, auf Airshows ist sie ein gern gesehener Gast.
Kurzfazit
Vierblattpropeller, gestufte Tandemhaube und Rückenflosse vor dem Leitwerk: Das ist die T-6 Texan II. In Europa findest du sie in Kalamata und RAF Valley, in den USA an fast jeder Ausbildungsbasis – unter anderem dort, wo deutsche Eurofighter-Piloten das Fliegen lernen.
Zusammenfassung
- Beechcraft (damals Raytheon) gewann 1995 mit einer stark überarbeiteten Pilatus PC-9 Mk II das US-Programm JPATS; der Serien-Erstflug der T-6A fand am 15. Juli 1998 statt.
- Druckkabine, Schleudersitze und ein auf rund 1.100 shp ausgelegtes PT6A-68 machen die T-6 zum Turboprop, der Schülern ein jetähnliches Flugerlebnis bietet.
- Neben US Air Force, Navy, Marine Corps, Army und Coast Guard nutzen unter anderem Griechenland, Großbritannien, Israel, Kanada, Mexiko, Marokko und Neuseeland den Typ.
- Für deutsche Spotter ist die T-6 vor allem über die Pilotenausbildung der Luftwaffe in Texas und über Airshows ein Thema.
Häufige Fragen
Ist die T-6 Texan II mit der alten T-6 Texan verwandt?
Nur dem Namen nach. Die Texan II erinnert bewusst an die North American T-6 Texan, auf der im Zweiten Weltkrieg und danach Generationen von Piloten das Fliegen lernten. Technisch hat der moderne Turboprop mit dem Kolbenmotor-Klassiker nichts gemeinsam – seine Wurzeln liegen bei der Schweizer Pilatus PC-9.
Welchen ICAO-Typcode hat die T-6 Texan II?
Die T-6 läuft unter TEX2. Viele Militärmaschinen senden in den USA ADS-B-Daten, sodass du sie in Tracking-Diensten mit diesem Code finden kannst – rund um die Ausbildungsbasen in Texas, Oklahoma, Mississippi und Florida ist das Aufkommen hoch.
Fliegt die Bundeswehr eigene T-6?
Nein, in Deutschland ist keine T-6 stationiert. Angehende Kampfjetpiloten der Luftwaffe fliegen die T-6 aber im Rahmen der Euro-NATO Joint Jet Pilot Training (ENJJPT) auf der Sheppard Air Force Base in Texas. Laut Bundeswehr kommen dort jährlich rund 250 Flugschüler aus 14 NATO-Staaten an, darunter etwa 24 Deutsche.
Was ist der Unterschied zwischen T-6A, T-6B und T-6C?
Die T-6A ist die ursprüngliche Version mit analogem Cockpit für Air Force und Navy. Die T-6B der US Navy bekam ein Glascockpit mit Head-up-Display und HOTAS-Bedienung. Die T-6C ist die Exportversion mit Glascockpit und Aufhängepunkten unter den Flügeln. Von außen erkennst du die Versionen kaum, die Kennung verrät mehr.
Wo sehe ich eine T-6 Texan II in Europa?
Am ehesten in Griechenland, wo die Luftwaffe den Typ in Kalamata betreibt, und in Großbritannien, wo die RAF die Texan T1 in Valley auf Anglesey fliegt. Auf großen Airshows wie dem Royal International Air Tattoo lohnt ein Blick in die Teilnehmerliste.
Hat die T-6 einen Schleudersitz?
Ja, beide Plätze haben Martin-Baker-Schleudersitze. Das unterscheidet die T-6 von vielen zivilen Turboprops und war eine Kernforderung im JPATS-Programm. 2022 legten die US-Streitkräfte vorübergehend Hunderte T-6 still, weil Bauteile im Rettungssystem überprüft werden mussten.
Beechcraft T-6 Texan II sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
North American T-6 Texan / Harvard
Über 15.000 Exemplare, Schulflugzeug für Generationen von Piloten und erstes Trainingsflugzeug der neuen Luftwaffe: Die T-6 Texan, im Commonwealth Harvard genannt, ist heute einer der häufigsten Warbirds auf Flugtagen. So erkennst du den Klassiker und findest ihn am Himmel.
MilitärPilatus PC-7
Ein schlanker Turboprop mit Dreiblattpropeller, zwei Sitzen hintereinander und einer großen Glaskanzel: Die Pilatus PC-7 bildet seit Ende der 1970er-Jahre Militärpiloten aus und fliegt beim PC-7 Team der Schweizer Luftwaffe Kunstflug. So erkennst du sie.
MilitärPilatus PC-21
Ein Propellerflugzeug, das sich wie ein Jet fliegt: Der Pilatus PC-21 aus Stans bildet in der Schweiz, in Frankreich, Spanien, Australien und am Golf angehende Kampfpiloten aus. So erkennst du ihn am Fünfblattpropeller und der gestuften Haube.
MilitärBoeing T-7A Red Hawk
Ein Triebwerk, zwei Seitenleitwerke, ein erhöhter Hintersitz: Die T-7A Red Hawk von Boeing und Saab löst die betagte T-38 als Fortgeschrittenen-Trainer der US Air Force ab. So erkennst du sie – und so steht es um das Programm.
MilitärBAE Systems Hawk
Tief angesetzter Flügel, seitliche Lufteinläufe, ein Triebwerk und eine gestufte Tandemkanzel: Die Hawk ist seit fünf Jahrzehnten der Jettrainer der Royal Air Force, das Flugzeug der Red Arrows und einer der erfolgreichsten Exporttrainer überhaupt.
MilitärGrob G 115
Kleiner Tiefdecker aus Faserverbund, starres Bugradfahrwerk mit Radverkleidungen, Pilot und Schüler nebeneinander: Die Grob G 115 aus dem Unterallgäu hat als Tutor T1 Generationen britischer Militärpiloten in die Luft gebracht. So erkennst du sie und ihre Varianten.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Textron Aviation
Skyhawk auf dem Flugplatz, Citation am Businessjet-Terminal, King Air beim Rettungsdienst, Caravan im Frachtnetz von FedEx: Hinter all diesen Mustern steht Textron Aviation aus Wichita. Hier erfährst du, wie Cessna, Beechcraft und Hawker unter ein Dach kamen, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
HerstellerPilatus Aircraft
Pilatus aus Stans baut seit 1939 Flugzeuge in der Zentralschweiz – vom Buschflieger PC-6 Porter über die Trainer PC-7, PC-9 und PC-21 bis zum Einmotorer PC-12 und dem Businessjet PC-24. Wer die Familien an Propeller, Cockpit und Leitwerk unterscheiden kann, hat an jedem Business-Aviation-Vorfeld einen Vorsprung.
Wo du die Beechcraft T-6 Texan II siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Mach Loop bei Machynlleth in Wales
Im Mach Loop zwischen Dolgellau und Machynlleth jagen Militärjets im Tiefflug durch die Täler – oft auf Augenhöhe oder sogar unter dir. Hier erfährst du, welche Hänge du legal nutzt, wann geflogen wird und warum Geduld hier die wichtigste Ausrüstung ist.
SpotterhügelFounders' Plaza am Flughafen Dallas/Fort Worth
Der offizielle Aussichtspunkt des Flughafens Dallas/Fort Worth: Von der Founders' Plaza im Norden des Geländes siehst du den Verkehr auf den westlichen Parallelpisten, hörst den Tower über Lautsprecher mit und hast kostenlose Parkplätze, Picknicktische und Fernrohre direkt vor Ort.
Passende Guides aus dem Blog
- Pilot bei der Bundeswehr: Laufbahn, Auswahl und Ausbildung
- Kampfjets in Europa erkennen: Eurofighter, F-35, F-16, Rafale, Gripen und Tornado
- Royal International Air Tattoo in Fairford: die größte Militärairshow der Welt
- US-Militärkennzeichen: USAF-Serials, Tail Codes und Navy-BuNos lesen
- Militärflugzeuge online verfolgen: was du sehen kannst und wo Schluss ist
- Planespotting-Reise in die USA: Regeln, Mietwagen, Ausrüstung und lohnende Ziele
- Der Kalamata-Fall 2001: Als Planespotter in Griechenland als Spione galten
- Airshows in Europa: Der Guide für Planespotter

