Das Wichtigste in Kürze
- VDL2 ist digitales ACARS mit mehr Tempo: Der Datenlink arbeitet mit 31,5 kbit/s in 25-kHz-Kanälen und transportiert unter anderem ACARS-Nachrichten und im Luftraum Europas auch CPDLC.
- Eine Frequenz ist die wichtigste: 136,975 MHz ist der gemeinsame Signalisierungskanal (Common Signalling Channel). Dazu kommen je nach Region weitere Kanäle wie 136,725, 136,775 und 136,875 MHz.
- Ein Stick reicht für mehrere Kanäle: Weil die VDL2-Kanäle eng beieinanderliegen, dekodiert dumpvdl2 sie mit einem einzigen RTL-SDR-Stick gleichzeitig.
- Gain mit Maß: Für RTL-SDR-Sticks empfiehlt die dumpvdl2-Dokumentation als Startwert rund 40 dB – volle Verstärkung bringt eher Rauschen und Übersteuerung.
- Interessant für Spotter: Die Rahmen enthalten die ICAO-24-Bit-Adresse des Flugzeugs, ACARS-Nachrichten oft Kennzeichen und Flugnummer – ideal, um Sichtungen zu ergänzen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.VDL Mode 2 in einem Absatz
- 2.Die VDL-Familie: Mode 1 bis Mode 4
- 3.Die Frequenzen: Wo du VDL2 findest
- 4.Was du an Hardware brauchst
- 5.dumpvdl2 installieren und starten
- 6.Gain und Signalqualität richtig einstellen
- 7.Ausgabe: Text, JSON und Netzwerk
- 8.Was die Daten verraten
- 9.Was Spotter konkret davon haben
- 10.Rechtliches: Mitlesen ist nicht Weitergeben
- 11.Worauf du achten solltest
- 12.Fazit
Wenn du ADS-B schon auf dem Bildschirm hast, kennst du Positionen, Höhen und Geschwindigkeiten. Was die Flugzeuge mit ihrer Airline und der Flugsicherung besprechen, siehst du dort nicht. Genau das läuft zu einem großen Teil über VDL Mode 2, einen digitalen Datenlink im VHF-Band. Mit einem günstigen SDR-Stick und dem Open-Source-Decoder dumpvdl2 kannst du VDL2 selbst empfangen und dekodieren. Dieser Guide zeigt dir, welche Frequenzen du brauchst, wie du dumpvdl2 einstellst und was in den Nachrichten wirklich drinsteht.
Vom Datenlink zur eigenen Sichtung
Mit Planetrack postest du deine Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot – und sammelst sie in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
VDL Mode 2 in einem Absatz
VDL Mode 2 (VHF Data Link Mode 2, oft kurz VDL2 oder VDLM2) ist ein digitaler Funkdatenlink zwischen Flugzeugen und Bodenstationen. Er arbeitet im oberen Bereich des Flugfunkbands knapp unter 137 MHz, nutzt D8PSK-Modulation in 25 kHz breiten Kanälen und erreicht eine Rohdatenrate von 31,5 kbit/s. Zum Vergleich: Klassisches VHF-ACARS schafft 2,4 kbit/s. Über VDL2 laufen vor allem ACARS-Nachrichten zwischen Flugzeug und Airline sowie in Europa die CPDLC-Kommunikation zwischen Lotsen und Cockpit. Die Bodennetze betreiben Dienstleister wie ARINC und SITA.
Wenn dir ACARS als Begriff noch nicht ganz geläufig ist, lohnt sich vorher ein Blick in ACARS erklärt. Für das Verständnis von VDL2 reicht aber eine einfache Unterscheidung: ACARS ist das Nachrichtensystem, VDL2 einer seiner Übertragungswege.
Die VDL-Familie: Mode 1 bis Mode 4
Der Name „Mode 2“ legt nahe, dass es weitere Varianten gibt – und die gab es tatsächlich. Durchgesetzt hat sich im Alltag aber nur eine.
| Variante | Prinzip | Status |
|---|---|---|
| VDL Mode 1 | Datenübertragung kompatibel zum analogen ACARS-Funk | nur zur Validierung gedacht, aus den ICAO-Standards entfernt |
| VDL Mode 2 | D8PSK, 31,5 kbit/s, Kanalzugriff per CSMA | im Linienbetrieb weit verbreitet |
| VDL Mode 3 | Daten und digitale Sprache in Zeitschlitzen (TDMA) | in den USA erprobt, 2004 aufgegeben |
| VDL Mode 4 | selbstorganisierende Zeitschlitze, auch Flugzeug zu Flugzeug | von der ICAO standardisiert, als ADS-B-Träger aber von Mode S auf 1090 MHz verdrängt |
Für dich als Hörer ist deshalb fast ausschließlich Mode 2 relevant. Wer sich für den ADS-B-Teil der Geschichte interessiert, findet die Hintergründe zum 1090-MHz-Verfahren in Transponder Mode A, C und S erklärt.
Die Frequenzen: Wo du VDL2 findest
VDL2 nutzt einen schmalen Abschnitt am oberen Ende des Flugfunkbands. Der zentrale Kanal ist 136,975 MHz, der sogenannte Common Signalling Channel (CSC). Hier melden sich Flugzeuge an, hier läuft in vielen Regionen der Großteil des Verkehrs. Reicht die Kapazität nicht, verteilen Netzbetreiber den Verkehr auf weitere Kanäle.
| Frequenz | Rolle |
|---|---|
| 136,975 MHz | Common Signalling Channel – immer mitlaufen lassen |
| 136,875 MHz | zusätzlicher Kanal in verkehrsreichen Regionen |
| 136,775 MHz | zusätzlicher Kanal in verkehrsreichen Regionen |
| 136,725 MHz | zusätzlicher Kanal in verkehrsreichen Regionen |
Welche Zusatzkanäle bei dir aktiv sind, hängt von Region und Netzbetreiber ab. Der praktischste Weg: Lass alle vier gleichzeitig laufen und schau nach ein paar Stunden, auf welchen Kanälen überhaupt Nachrichten ankommen. Weil die Frequenzen nur wenige hundert Kilohertz auseinanderliegen, schafft das ein einziger SDR-Stick. Das klassische analoge ACARS liegt dagegen tiefer im Band, in Europa etwa auf 131,525, 131,725 und 131,825 MHz. Wie du das empfängst, zeigt ACARS-Nachrichten mit SDR empfangen.
Mehr zum Aufbau des Flugfunkbands und zur Kanalaufteilung findest du in Flugfunk-Frequenzen verstehen.
Was du an Hardware brauchst
Die gute Nachricht: VDL2 ist kein teures Spezialhobby. Die Grundausstattung überschneidet sich stark mit einem ADS-B-Setup.
- SDR-Empfänger: Ein RTL-SDR-Stick ist der Standard. dumpvdl2 unterstützt außerdem Mirics-Sticks, SDRplay-Empfänger und über SoapySDR weitere Geräte – Voraussetzung ist dort eine Abtastrate von 2,1 Millionen Samples pro Sekunde. Geräte mit festen Abtastraten wie Airspy-Empfänger werden über SoapySDR laut Dokumentation nicht unterstützt. Welcher Stick sich wofür eignet, vergleicht SDR-Sticks für ADS-B im Vergleich.
- Antenne: Du brauchst eine Antenne für das VHF-Flugfunkband. Eine 1090-MHz-Antenne vom ADS-B-Empfänger ist dafür ungeeignet. Eine einfache Viertelwellen-Groundplane für 137 MHz hat einen Strahler von gut 50 Zentimetern Länge und lässt sich leicht selbst bauen. Eine Breitband-Scanner-Antenne fürs Flugfunkband funktioniert ebenso – mehr zu Antennen und Empfang im VHF-Band liest du in Flugfunk mit SDR-Stick empfangen.
- Rechner: dumpvdl2 läuft unter Linux, etwa auf einem Raspberry Pi oder einem alten PC. Meldet dumpvdl2 auf dem Pi verlorene Samples, rät die Dokumentation unter anderem dazu, weniger Kanäle gleichzeitig zu dekodieren.
- Optional ein Filter: In der Nähe starker UKW-Rundfunksender kann ein Filter gegen das Rundfunkband die Übersteuerung des Sticks verringern.
Beim Standort gelten dieselben Grundregeln wie bei ADS-B: möglichst hoch, möglichst freie Sicht, kurze Kabel. VHF verhält sich zwar etwas gutmütiger als 1090 MHz, aber auch hier bestimmt die Sichtlinie die Reichweite. Tipps dazu stehen in Den besten Antennenstandort finden.
Zwei Sticks, zwei Welten
Ein SDR-Stick deckt immer nur einen Frequenzbereich ab. Wenn dein ADS-B-Empfänger weiterlaufen soll, brauchst du für VDL2 einen zweiten Stick und eine zweite Antenne. Auf einem Raspberry Pi können beide Decoder parallel laufen, sofern Rechenleistung und USB-Stromversorgung ausreichen.
dumpvdl2 installieren und starten
dumpvdl2 ist ein Open-Source-Decoder und Protokollanalysator für VDL Mode 2, entwickelt von Tomasz Lemiech und unter der GPL-3.0 veröffentlicht. Er dekodiert mehrere Kanäle gleichzeitig und zerlegt die Nachrichten bis in die einzelnen Protokollschichten.
1. Abhängigkeiten installieren
Du brauchst unter anderem einen C-Compiler, cmake, pkg-config, git und glib2. Für RTL-SDR-Sticks kommt librtlsdr dazu. Optionale Bibliotheken wie SQLite oder ZeroMQ schalten zusätzliche Funktionen frei.
2. libacars bauen
dumpvdl2 nutzt die Bibliothek libacars desselben Entwicklers, um ACARS-Inhalte wie CPDLC, ADS-C und MIAM zu entschlüsseln. Sie wird vorab mit cmake gebaut und installiert.
3. dumpvdl2 kompilieren
Quellcode von GitHub klonen, in einem Build-Verzeichnis cmake und make ausführen, installieren. Fehlen optionale Abhängigkeiten, baut cmake einfach ohne diese Funktionen.
4. Frequenzkorrektur ermitteln
Billige Sticks weichen in der Frequenz ab. Die Dokumentation empfiehlt, mit rtl_test -p einige Minuten lang den ppm-Wert zu messen und diesen als Startwert für die Korrektur zu nehmen.
5. Erste Session starten
Stick, Gain, Korrektur und Frequenzen angeben – und zusehen, wie die ersten Rahmen hereinlaufen.
Ein typischer Start mit einem RTL-SDR-Stick sieht so aus – hier mit allen vier gängigen Kanälen:
dumpvdl2 --rtlsdr 0 --gain 40 --correction 42 136725000 136775000 136875000 136975000
Die 42 steht dabei für den ppm-Wert deines Sticks und ist nur ein Beispiel. Im Kopf jeder dekodierten Nachricht zeigt dumpvdl2 die gemessene Frequenzabweichung an. Liegt sie dauerhaft deutlich neben null, passt du die Korrektur nach.
Wenn du lieber mit Containern arbeitest: Das Projekt sdr-enthusiasts bietet ein Docker-Image für dumpvdl2 an, bei dem du Frequenzen, Gain und eine Feed-ID über Umgebungsvariablen setzt. Wie dieses Ökosystem grundsätzlich funktioniert, zeigt Mehrere Netzwerke gleichzeitig feeden mit Docker/Ultrafeeder.
Gain und Signalqualität richtig einstellen
Bei VDL2 ist weniger oft mehr. Die dumpvdl2-Dokumentation nennt für RTL-SDR-Sticks rund 40 dB als Startwert, für Mirics-Sticks rund 75 dB, und rät ausdrücklich davon ab, die Verstärkung voll aufzudrehen. Ziel ist ein Signal, das etwa 15 dB über dem Rauschen liegt. Zu viel Gain hebt das Rauschen mit an und lässt den Stick bei starken Sendern übersteuern.
Ein pragmatisches Vorgehen:
- Starte mit 40 dB und lass dumpvdl2 eine Weile laufen.
- Achte auf die Signal- und Rauschpegel in den Nachrichtenköpfen.
- Verändere den Gain in kleinen Schritten und vergleiche über mindestens eine halbe Stunde, wie viele Nachrichten pro Kanal hereinkommen.
- SDRplay-Empfänger kommen laut Dokumentation meist gut mit automatischer Verstärkungsregelung zurecht.
Wer ernsthaft optimieren will, schickt die Statistiken von dumpvdl2 per StatsD an einen externen Sammeldienst und wertet sie grafisch aus – ähnlich wie bei ADS-B mit den Werkzeugen aus Empfangsleistung messen.
Seltener Vogel im Datenlink entdeckt?
Mit den Sichtungs-Alarmen von Planetrack beobachtest du Kennzeichen, Typen, Airlines und Special Liveries und wirst bei Anflug oder Landung benachrichtigt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Ausgabe: Text, JSON und Netzwerk
dumpvdl2 kann deutlich mehr als Text ins Terminal schreiben. Das ist wichtig, sobald du die Daten weiterverarbeiten willst.
- Formate: lesbarer Text, JSON für eigene Auswertungen, ein einzeiliges ACARS-Format für Planeplotter und ein binäres Format für Rohrahmen.
- Ziele: Dateien mit stündlicher oder täglicher Rotation, UDP und ZeroMQ. Für zuverlässige Übertragung im Netzwerk empfiehlt die Dokumentation ZeroMQ, weil UDP keine Zustellung garantiert.
- Anreicherung: Mit einer Bodenstationsliste ordnest du Stationsadressen einem Flughafen und Standort zu. Aus einer Basestation-SQLite-Datenbank ergänzt dumpvdl2 Flugzeugdaten wie Kennzeichen und Typ.
- Filter: Über einen Nachrichtenfilter blendest du etwa Uplinks vom Boden oder leere ACARS-Nachrichten aus.
- Kennung: Mit einer Station-ID markierst du die JSON-Ausgabe, wenn du Daten mehrerer Empfänger zusammenführst.
Komfortabel wird es mit ACARS Hub aus dem sdr-enthusiasts-Projekt. Die Weboberfläche sammelt die Ausgaben externer Decoder, speichert sie in einer Datenbank, bietet Suche und Alarm-Begriffe und kann ADS-B-Ziele auf einer Karte einblenden. Die Projektseite bezeichnet dumpvdl2 dort als bevorzugten VDL2-Decoder. Neben VDL2 nimmt ACARS Hub auch klassisches ACARS, HFDL von der Kurzwelle und Satelliten-Datenlinks entgegen – einen Einstieg in die Kurzwelle bietet HFDL empfangen.
Was die Daten verraten
Jetzt wird es spannend: Was steht eigentlich in den Nachrichten? dumpvdl2 zerlegt jeden Rahmen in seine Schichten. Grob lassen sich drei Ebenen unterscheiden.
Die Verbindungsebene (AVLC)
Jeder VDL2-Rahmen trägt eine Quell- und eine Zieladresse. Bei Flugzeugen ist das die ICAO-24-Bit-Adresse – derselbe Hex-Code, den du von ADS-B kennst. Damit lässt sich jede Nachricht eindeutig einem Flugzeug zuordnen, selbst wenn im Inhalt kein Kennzeichen steht. Was hinter dieser Adresse steckt, erklärt ICAO-24-Bit-Adresse (Hex-Code). Bodenstationen haben eigene Adressen, die du mit einer Stationsliste auflöst. Dazu kommen Verwaltungsrahmen (XID), mit denen Flugzeuge Verbindungen zu Bodenstationen aufbauen und von einer Station zur nächsten wechseln.
ACARS über VDL2
Der größte Teil des Verkehrs sind ACARS-Nachrichten, die über VDL2 transportiert werden. Sie enthalten in der Regel das Kennzeichen und oft die Flugnummer, dazu ein Label, das den Nachrichtentyp kennzeichnet. Typische Inhalte:
- OOOI-Meldungen: Out (Parkposition verlassen), Off (abgehoben), On (gelandet), In (an der Parkposition) – die Zeitstempel, aus denen Airlines Block- und Flugzeiten ableiten.
- Wetter und Betrieb: Wetterabfragen, Hinweise zur Beladung, Treibstoff- und Leistungsdaten.
- Technische Meldungen: Wartungs- und Triebwerksdaten, oft kryptisch kodiert.
- Freitext: Nachrichten zwischen Crew und Betriebszentrale, etwa an Flugdienstberater.
Über libacars dekodiert dumpvdl2 zusätzlich eingebettete Anwendungen: FANS-1/A-CPDLC und ADS-C, MIAM für größere Datenübertragungen und Media-Advisory-Meldungen, die verraten, welche Datenlinks (VDL2, HF, Satcom, VHF-ACARS) gerade verfügbar sind.
ATN und CPDLC
Die dritte Ebene ist das Aeronautical Telecommunication Network (ATN). Über VDL2 laufen in Europa die CPDLC-Dienste der Flugsicherung: Lotsen schicken Freigaben, Frequenzwechsel oder Direktanweisungen als Textnachricht ins Cockpit, die Crew bestätigt per Knopfdruck. Die Maastricht Upper Area Control betreibt ATN-CPDLC bereits seit 2003, das Eurocontrol-Programm Link 2000+ hat den Dienst in viele weitere Fluginformationsgebiete gebracht. dumpvdl2 dekodiert die dafür nötigen Protokolle von X.25 über CLNP bis zu ATN-B1-CPDLC. Was CPDLC im Betrieb bedeutet, zeigt CPDLC erklärt; die Rolle von Eurocontrol und der DFS beleuchten eigene Artikel.
Was Spotter konkret davon haben
Für Planespotter ist VDL2 vor allem eine Ergänzung zu ADS-B. Ein paar Einsatzfälle aus der Praxis:
- Kennzeichen bestätigen: Die ACARS-Nachrichten tragen das Kennzeichen im Klartext. Wenn dein Foto unscharf ist oder das Kennzeichen verdeckt war, hilft ein Abgleich über Uhrzeit und Hex-Code – mehr dazu in Unlesbares Kennzeichen ermitteln.
- Sichtungen vervollständigen: OOOI-Zeiten und Flugnummern helfen, deine Notizen nachträglich zu ergänzen, ähnlich wie beim Abgleich mit ADS-B-Logs.
- Flugzeuge ohne Positionsdaten: Nicht jede Maschine taucht vollständig auf öffentlichen Karten auf. Ein Datenlink-Kontakt zeigt dir zumindest, dass ein bestimmtes Kennzeichen in Reichweite deines Empfängers aktiv war.
- Den Betrieb verstehen: Wer eine Weile mitliest, bekommt ein Gefühl dafür, wie viel Kommunikation hinter jedem Umlauf steckt – von der Wetterabfrage bis zur Ankunftsmeldung.
Für die Suche nach einem bestimmten Flugzeug bleibt ADS-B das Werkzeug der Wahl; Ein Flugzeug per Kennzeichen oder Hex-Code verfolgen zeigt, wie das geht.
VDL2 lohnt sich, wenn …
- du schon ADS-B empfängst und mehr Hintergrund willst
- ein zweiter SDR-Stick und eine VHF-Antenne verfügbar sind
- du gern in Protokolle und Datenformate eintauchst
Bedingt sinnvoll, wenn …
- dein Standort tief liegt und kaum Sicht nach außen hat
- du nur gelegentlich Kennzeichen nachschlagen willst
- dein Raspberry Pi bereits stark ausgelastet ist
Eher nicht, wenn …
- du Positionen auf einer Karte suchst – dafür ist ADS-B gemacht
- du die Inhalte öffentlich teilen willst, ohne die Rechtslage zu kennen
- du keine Lust auf Kommandozeile und Linux hast
Rechtliches: Mitlesen ist nicht Weitergeben
Datenlink-Nachrichten richten sich an Airlines und Flugsicherung, nicht an die Allgemeinheit. Viele Länder, auch Deutschland, haben Regeln für Funkinhalte, die nicht für dich bestimmt sind – insbesondere, was die Weitergabe und Veröffentlichung angeht. Teile deshalb keine Inhalte, Screenshots oder Logs, bevor du die Rechtslage für dein Land geprüft hast. Einen Einstieg bieten Flugfunk hören: die Rechtslage und Ist der Empfang und das Teilen von ADS-B-Daten erlaubt?. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.
Worauf du achten solltest
- Immer 136,975 MHz mitnehmen. Ohne den Common Signalling Channel entgeht dir ein großer Teil des Verkehrs.
- Frequenzkorrektur prüfen. Ein falscher ppm-Wert kostet bei digitalen Verfahren schnell viele Nachrichten.
- Gain nicht maximieren. 40 dB beim RTL-SDR sind ein guter Start, nicht das Maximum.
- Antenne passend wählen. Eine 1090-MHz-Antenne empfängt im VHF-Band schlecht. Eine einfache Groundplane für 137 MHz bringt deutlich mehr.
- Uplinks und Downlinks unterscheiden. Bodenstationen senden oft stärker als Flugzeuge in großer Entfernung. Wenn du überwiegend Uplinks siehst, kann der Standort für den Luftverkehr ungünstig sein.
- Erst lesen, dann teilen. Veröffentliche nichts, ohne die Rechtslage zu kennen.
Bereit für deine erste VDL2-Session?
- Ich habe einen SDR-Stick, der nicht schon für ADS-B belegt ist.
- Ich habe eine Antenne für das Flugfunkband um 137 MHz.
- libacars und dumpvdl2 sind installiert.
- Ich kenne den ppm-Wert meines Sticks.
- Ich lasse 136,975 MHz und die Zusatzkanäle gleichzeitig laufen.
- Ich weiß, was ich mit den Daten machen darf und was nicht.
Vom Empfänger an den Zaun
Finde auf der Spot-Karte von Planetrack die passenden Spots mit Anreise und bestem Licht, prüf Wetter, Wind und Pisten am Flughafen und teil deine Fotos mit der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
VDL Mode 2 öffnet dir den Blick auf den Teil der Luftfahrt, den ADS-B nicht zeigt: die digitale Kommunikation zwischen Flugzeug, Airline und Flugsicherung. Mit einem zweiten SDR-Stick, einer einfachen VHF-Antenne und dumpvdl2 empfängst du die gängigen Kanäle rund um 136,975 MHz gleichzeitig. Die Nachrichten sind oft kryptisch, liefern aber Hex-Codes, Kennzeichen, Flugnummern und Betriebszeiten – wertvolle Bausteine, um Sichtungen zu bestätigen und den Flugbetrieb besser zu verstehen. Wer den nächsten Schritt gehen will, ergänzt das Setup um klassisches ACARS und HFDL.
Kurzfazit
Für VDL2 brauchst du einen eigenen SDR-Stick, eine Antenne fürs 137-MHz-Band und dumpvdl2. Lass 136,975 MHz plus die Zusatzkanäle 136,725, 136,775 und 136,875 MHz gleichzeitig laufen, starte beim RTL-SDR mit rund 40 dB Gain und korrigiere die Frequenzabweichung. Nutze die Daten zum Lernen und zum Ergänzen deiner Sichtungen – und teile Inhalte erst, wenn du die Rechtslage kennst.
Zusammenfassung
- VDL Mode 2 ist ein digitaler VHF-Datenlink zwischen Flugzeugen und Bodenstationen im Band knapp unterhalb von 137 MHz.
- Mit dumpvdl2, einem RTL-SDR-Stick und einer Flugfunk-Antenne empfängst du mehrere VDL2-Kanäle gleichzeitig und bekommst die Inhalte als Text, JSON oder über das Netzwerk ausgegeben.
- Die Inhalte reichen von Wetter- und Betriebsmeldungen über Positionsberichte bis zu Freigaben per CPDLC. Vieles ist kryptisch, manches für Spotter sehr nützlich.
- Empfangene Inhalte sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Wer sie veröffentlichen oder weitergeben will, sollte vorher die Rechtslage im eigenen Land prüfen.
Häufige Fragen
Was ist VDL Mode 2?
VDL Mode 2 (VHF Data Link Mode 2, kurz VDL2) ist ein digitaler Datenlink zwischen Flugzeugen und Bodenstationen im VHF-Flugfunkband. Er nutzt D8PSK-Modulation in 25-kHz-Kanälen und kommt auf eine Rohdatenrate von 31,5 kbit/s – deutlich mehr als die 2,4 kbit/s des klassischen VHF-ACARS. Über VDL2 laufen ACARS-Nachrichten und in Europa auch CPDLC-Nachrichten zwischen Lotsen und Cockpit.
Auf welchen Frequenzen sendet VDL Mode 2?
Der wichtigste Kanal ist 136,975 MHz, der Common Signalling Channel. Wo dieser Kanal nicht genug Kapazität hat, kommen weitere Kanäle im Bereich ab 136,700 MHz dazu, typischerweise 136,725, 136,775 und 136,875 MHz. Welche davon in deiner Region aktiv sind, findest du am besten heraus, indem du alle gleichzeitig mitlaufen lässt und die Statistik vergleichst.
Welche Hardware brauche ich für dumpvdl2?
Ein RTL-SDR-Stick reicht für den Einstieg. dumpvdl2 unterstützt außerdem Mirics-Sticks, SDRplay-Empfänger und über SoapySDR weitere Geräte, sofern sie eine Abtastrate von 2,1 Millionen Samples pro Sekunde beherrschen. Dazu kommen eine Antenne für das Flugfunkband um 137 MHz und ein Rechner, etwa ein Raspberry Pi oder ein Linux-PC.
Kann ich mit meinem ADS-B-Stick auch VDL2 empfangen?
Technisch ja, aber nicht gleichzeitig. Ein SDR-Stick kann immer nur einen Frequenzbereich abdecken. Für ADS-B auf 1090 MHz und VDL2 um 137 MHz brauchst du parallel zwei Sticks – und idealerweise zwei Antennen, denn eine auf 1090 MHz abgestimmte Antenne ist für das VHF-Band ungeeignet.
Was ist der Unterschied zwischen VDL2 und ACARS?
ACARS ist ein Nachrichtensystem, VDL2 ein Übertragungsweg. Klassisches ACARS läuft analog-moduliert auf eigenen VHF-Frequenzen. Über VDL2 werden ACARS-Nachrichten digital und schneller übertragen. Daneben transportiert VDL2 Protokolle des Aeronautical Telecommunication Network (ATN), etwa CPDLC. dumpvdl2 dekodiert beides.
Welche Gain-Einstellung ist richtig?
Für RTL-SDR-Sticks nennt die dumpvdl2-Dokumentation rund 40 dB als Startwert. Ziel ist ein Signal, das etwa 15 dB über dem Rauschen liegt. Die maximale Verstärkung ist selten sinnvoll, weil damit auch Rauschen und Übersteuerung durch starke Sender zunehmen.
Darf ich VDL2-Nachrichten empfangen und veröffentlichen?
Der Empfang ist ein Thema für sich, das Veröffentlichen ein anderes. Datenlink-Nachrichten richten sich nicht an die Allgemeinheit; in Deutschland und anderen Ländern gelten Regeln für nicht für dich bestimmte Funkinhalte. Bevor du Inhalte weitergibst, teilst oder in sozialen Medien zeigst, solltest du die Rechtslage prüfen. Einen Überblick bieten unsere Artikel zur Rechtslage beim Flugfunk und bei ADS-B-Daten.
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