Fluglärm-Portale und WebTrak: Flugspuren als Spotter-Werkzeug nutzen

Flughäfen veröffentlichen für Anwohner Flugspuren und Lärmmesswerte. Für Spotter sind diese Portale ein unterschätztes Werkzeug: Sie zeigen echte Routen, Höhen und Pistennutzung – mit Verzögerung, aber aus Radardaten.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202611 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Anwohner gebaut, für Spotter nützlich: Fluglärm- und Flugspurportale sollen Transparenz über Lärm schaffen. Nebenbei zeigen sie dir, wo Flugzeuge rund um einen Flughafen tatsächlich entlangfliegen und wie hoch sie dabei sind.
  • Die Daten kommen oft aus dem Radar der Flugsicherung: Anders als reine ADS-B-Karten stützen sich viele dieser Portale auf Radardaten. Deshalb tauchen dort auch Flugzeuge auf, die auf Community-Karten fehlen können.
  • Verzögerung ist eingebaut: Live-Spotting ist nicht ihr Zweck. Je nach Portal hinkt die Anzeige wenige Minuten bis über zwei Stunden hinter der Realität her.
  • Die Stärke ist die Vergangenheit: Mit der Wiedergabe-Funktion schaust du dir an, wie Anflüge und Abflüge an einem bestimmten Tag gelaufen sind – ideal, um Spots unter der Route zu finden.
  • Kombinieren statt ersetzen: Erst das Lärmportal für Routen und Höhen, dann Betriebsrichtung, Licht und Live-Karte – so wird aus einem Ort ein planbarer Spot.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was Fluglärm-Portale eigentlich sind
  2. 2.Woher die Daten kommen – und warum das für Spotter wichtig ist
  3. 3.Die Verzögerung: kein Fehler, sondern Prinzip
  4. 4.Fünf Dinge, die dir ein Lärmportal verrät
  5. 5.Beispiele: Portale an bekannten Flughäfen
  6. 6.Vom Lärmportal zum Spot: Schritt für Schritt
  7. 7.Grenzen und Stolperfallen
  8. 8.Fazit

Flightradar24 kennt jeder Spotter. Weniger bekannt ist, dass viele Flughäfen selbst eine Karte betreiben, auf der jede Flugspur rund um den Platz zu sehen ist – samt Höhe, Flugzeugtyp und dem Lärmpegel, den die Maschine an der nächsten Messstelle erzeugt hat. Diese Fluglärm- und Flugspurportale, international oft unter dem Namen WebTrak zu finden, sind eigentlich für Anwohner gedacht. Für dich als Spotter sind sie ein präzises Planungswerkzeug: Sie zeigen nicht, wo Flugzeuge laut Karte fliegen sollten, sondern wo sie tatsächlich geflogen sind. Dieser Guide erklärt, wie die Portale funktionieren, wo ihre Grenzen liegen und wie du daraus bessere Spots ableitest.

Routen kennen, Spot finden

Auf der Spot-Karte von Planetrack findest du Spotterpunkte mit Anreise, bestem Licht, Bewertungen und Community-Fotos – passend zu den Routen, die du im Lärmportal entdeckt hast. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Was Fluglärm-Portale eigentlich sind

Flughäfen stehen unter Druck, ihren Nachbarn gegenüber transparent zu sein. Wer wissen will, warum um 6:05 Uhr ein Jet über das eigene Dach gedonnert ist, soll das nachvollziehen können. Daraus sind öffentliche Webanwendungen entstanden, die drei Dinge kombinieren:

  • Flugspuren: Die Positionen der An- und Abflüge im Umkreis des Flughafens, als Linie auf einer Karte und meist nach Höhe eingefärbt.
  • Flugdaten: Per Klick auf ein Flugzeug erscheinen in der Regel Rufzeichen, Flugzeugtyp, Höhe, Geschwindigkeit sowie Start- und Zielflughafen.
  • Lärmmesswerte: Feste oder mobile Messstationen in den umliegenden Gemeinden, deren Pegelverlauf du einem Überflug zuordnen kannst.

Eines der bekanntesten Systeme heißt WebTrak und stammt vom australischen Anbieter Envirosuite. Flughäfen und Flugsicherungen binden es als Abo-Dienst in ihre Websites ein, oft mehrsprachig und mit einem Formular für Lärmbeschwerden. Daneben gibt es eigene Lösungen einzelner Flughäfen oder Umweltverbände. Wie Lärm gemessen und bewertet wird, beschreibt der Artikel Fluglärm messen – hier geht es darum, was du als Spotter aus diesen Daten herausholst.

~3 minVerzögerung der Live-Ansicht bei WebTrak von Airservices Australia
75–135 minVerzögerung beim Frankfurter Portal INAA des UNH
100 kmUmkreis um große australische Flughäfen, den WebTrak abdeckt

Woher die Daten kommen – und warum das für Spotter wichtig ist

Die meisten Flugradar-Apps leben vom Empfang der ADS-B-Signale, die Flugzeuge selbst aussenden und die ein weltweites Netz aus Freiwilligen auffängt. Wie das funktioniert, erklärt der Guide Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter. Fluglärm-Portale arbeiten häufig anders: Sie nutzen die Radardaten der Flugsicherung.

Zwei belegte Beispiele:

  • Airservices Australia speist WebTrak mit Radardaten der Flugverkehrskontrolle. Abgedeckt sind Flugzeuge im Umkreis von 100 Kilometern um die großen Flughäfen bis in rund 30.000 Fuß Höhe – darunter Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth, Adelaide und weitere Plätze.
  • In Frankfurt basiert die Anwendung INAA des Umwelt- und Nachbarschaftshauses (UNH) auf Daten aus dem System FANOMOS der Deutschen Flugsicherung. Wahlweise lassen sich Transponderdaten einblenden.

Für dich heißt das: In Lärmportalen siehst du auch Verkehr, der auf ADS-B-Karten fehlt oder nur lückenhaft auftaucht – etwa Maschinen mit älteren Transpondern, die zwar eine Kennung, aber keine eigene Position senden. Umgekehrt ist der Ausschnitt begrenzt: Die Portale zeigen nur das Umfeld eines Flughafens, nicht den Reiseflug quer über den Kontinent.

Kriterium Fluglärm-Portal (z. B. WebTrak) Flugradar-App mit ADS-B
Datenquelle meist Radar der Flugsicherung, teils Transponder ADS-B-Empfänger, ergänzt durch MLAT
Verzögerung absichtlich verzögert, Minuten bis Stunden nahezu live
Abdeckung Umkreis eines oder mehrerer Flughäfen weltweit, je nach Empfängerdichte
Historie Wiedergabe vergangener Tage, oft kostenlos in Gratisversionen meist begrenzt
Lärmdaten ja, mit Messstellen nein
Kennzeichen selten angezeigt häufig angezeigt

Die Verzögerung: kein Fehler, sondern Prinzip

Wer ein Lärmportal zum ersten Mal öffnet, wundert sich oft, warum die Flugzeuge der Realität hinterherhinken. Die Verzögerung ist gewollt und hat je nach Portal unterschiedliche Gründe. Airservices Australia zeigt laufende Flüge nach eigenen Angaben mit rund drei Minuten Abstand an. In Frankfurt liegt die Spanne bei 75 bis 135 Minuten, weil die Messwerte etwa stündlich übertragen und die Flugspuren danach erst verarbeitet werden.

Für Live-Spotting taugen diese Portale damit nur bedingt. Interessant ist ein anderer Hinweis aus Australien: Die Daten der großen Flughäfen werden über Nacht geprüft, Wiedergaben vom Vortag sind deshalb genauer als die Live-Ansicht. Genau hier liegt der Wert für dich – in der Rückschau.

Gestern ist der beste Tag für die Planung

Such dir im Portal einen vergangenen Tag mit derselben Betriebsrichtung, die für deinen Spotting-Tag erwartet wird, und spiel ihn ab. Die Routen wiederholen sich bei gleicher Betriebsrichtung erstaunlich genau – was gestern über einen Feldweg flog, fliegt dort sehr wahrscheinlich auch morgen.

Fünf Dinge, die dir ein Lärmportal verrät

1. Wo Anflüge wirklich eindrehen

Auf dem Papier landen Flugzeuge entlang der verlängerten Pistenachse. In der Praxis drehen sie je nach Verkehrslage früher oder später auf den Endanflug ein, und Abflüge verlassen die Achse auf festgelegten Routen. In der Wiedergabe siehst du die Bündel aus Hunderten Spuren: Wo sie eng zusammenlaufen, stehst du mit hoher Trefferquote richtig. Die Theorie dahinter erklärt der Artikel SID und STAR, den Endanflug selbst der Guide zum ILS-Anflug.

2. Wie hoch die Maschinen an deinem Spot sind

Per Klick auf eine Spur liest du die Höhe an jedem Punkt ab. Damit planst du die Brennweite, bevor du losfährst: Ein Flugzeug in wenigen hundert Fuß über dir braucht ein anderes Objektiv als eines, das in deutlich größerer Höhe vorbeizieht. Achte in der Legende darauf, ob die Höhe über dem Meeresspiegel oder über Grund angegeben ist.

3. Welche Piste wann genutzt wurde

An Flughäfen mit mehreren Bahnen zeigt die Wiedergabe sofort, welche Piste zu welcher Tageszeit für Starts und welche für Landungen genutzt wurde. Das ergänzt die Grundregeln aus dem Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen um echte Beobachtungen vom konkreten Platz.

4. Wann der Betrieb ruht

Nachtstunden ohne Spuren sind auf der Karte sofort sichtbar. So erkennst du, wann der erste Anflug des Tages kommt und ab wann es abends ruhig wird. Die rechtlichen Hintergründe dazu stehen im Artikel zum Nachtflugverbot an deutschen Flughäfen.

5. Welche Typen über welchen Ort fliegen

Weil viele Portale den Flugzeugtyp anzeigen, kannst du nachsehen, ob Großraumflugzeuge eine andere Abflugroute nehmen als Kurzstreckenjets. Das passiert häufig, weil Langstrecken andere Ziele haben und damit andere Abflugrouten nutzen.

Die Route steht – kommt auch dein Wunschflieger?

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ, eine Airline oder eine Special Livery im Anflug ist oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Beispiele: Portale an bekannten Flughäfen

Die Landschaft ist bunt, und Namen, Adressen und Funktionen ändern sich immer wieder. Die folgenden Beispiele geben den Stand Oktober 2026 wieder, so weit er sich auf den offiziellen Seiten nachvollziehen ließ.

Frankfurt: INAA und die Betriebsrichtungs-Prognose

Rund um den Flughafen Frankfurt ist das Umwelt- und Nachbarschaftshaus (UNH) die erste Adresse. Seine Anwendung INAA zeigt An- und Abflüge auf der Karte, per Klick mit Rufzeichen, Geschwindigkeit, Höhe sowie Start- und Zielflughafen. Die Spur wird nach Höhe eingefärbt. Dazu kommen Messstationen von Fraport, Kommunen und dem UNH selbst, deren Pegelverlauf du einem Überflug zuordnen kannst. Das UNH weist ausdrücklich darauf hin, dass die Anwendung zu Demonstrationszwecken dient.

Für Spotter fast noch wertvoller ist die Prognose der Betriebsrichtung auf derselben Website. Sie zeigt, ob in Frankfurt Richtung Westen (BR 25) oder Osten (BR 07) geflogen wird, und gibt für die kommenden Tage Wahrscheinlichkeiten in Acht-Stunden-Blöcken an. Die Prognose basiert auf dem Wettermodell GFS und wird dreimal täglich aktualisiert. Die ersten drei Tage gelten laut UNH als meist sehr verlässlich, die letzten beiden als Tendenz. Damit weißt du früh, ob sich der Weg zur Aussichtsplattform Zeppelinheim oder ein Spot am anderen Ende der Bahnen lohnt.

München: Fluglärmüberwachung-Online

Der Flughafen München bietet unter dem Namen Fluglärmüberwachung-Online aktuelle Messwerte und Verkehrsdaten an. Ergänzend gibt es auf der Website ein Archiv mit Messergebnissen vergangener Jahre und einen Überblick über mobile Messstellen in der Region. Für Spotter ist vor allem interessant, welche Messstellen bei welcher Betriebsrichtung Überflüge registrieren – das zeigt dir, wo die Routen nah an öffentlichen Wegen verlaufen. Den Klassiker vor Ort, den Besucherhügel München, ersetzt das natürlich nicht, es ergänzt ihn um Spots draußen unter den Anflügen.

Unabhängig: Deutscher Fluglärmdienst

Neben den Flughäfen gibt es den Deutschen Fluglärmdienst (DFLD), einen gemeinnützigen Verein, der Lärmmessungen und Flugspuren veröffentlicht und sein Archiv bis ins Jahr 2002 zurückführt. Das Netz umfasst Hunderte Stationen in mehreren Ländern, darunter Regionen um Frankfurt, Berlin, München, Hamburg, Köln/Bonn und Düsseldorf. Der Verein versteht sich als Interessenvertretung gegen Fluglärm – die Daten sind trotzdem für jeden einsehbar und für die Routenanalyse hilfreich.

Australien: WebTrak landesweit

Besonders weit ausgebaut ist WebTrak in Australien. Airservices Australia betreibt es für zahlreiche Flughäfen, vom Flughafen Sydney über Melbourne und Brisbane bis Perth. Neben Live-Ansicht und Wiedergabe gibt es dort sogenannte Flugspur-Schwaden: Sie zeigen typische Routen gefiltert nach Wochentag oder Wochenende und nach Tag, Abend oder Nacht, wahlweise über einen Monat, ein Quartal oder ein Jahr. Für eine Spotting-Reise nach Sydney erkennst du damit vorab, wann die Anflüge über Shep’s Mound laufen und wann eher nicht.

Weitere Flughäfen

Auch zahlreiche Flughäfen in Europa und Nordamerika setzen WebTrak oder vergleichbare Systeme ein, etwa der Flughafen London Heathrow. Am schnellsten findest du das passende Portal, wenn du auf der Website des Flughafens im Bereich Umwelt, Nachbarschaft oder Lärm suchst. Begriffe wie „Flugspuren“, „Fluglärm-Monitoring“, „flight tracking“ oder „noise“ führen meist direkt hin.

Vom Lärmportal zum Spot: Schritt für Schritt

So nutzt du ein Flugspurportal ganz konkret, um einen neuen Spot außerhalb des Flughafenzauns zu finden.

1. Betriebsrichtung festlegen

Prüfe die Windvorhersage oder, wo vorhanden, eine Betriebsrichtungs-Prognose für deinen Spotting-Tag. Davon hängt ab, welche Routen überhaupt beflogen werden.

2. Passenden Vergleichstag suchen

Such im Portal einen zurückliegenden Tag mit derselben Betriebsrichtung und ähnlicher Tageszeit. Am besten einen gewöhnlichen Wochentag ohne Sonderlagen.

3. Wiedergabe beobachten

Lass die Wiedergabe im Zeitraffer laufen und achte darauf, wo sich die Spuren bündeln. Notiere dir Straßen, Feldwege oder Ortsränder, über die viele Flüge führen.

4. Höhe und Typ prüfen

Klick einzelne Flüge an der interessanten Stelle an. Wie hoch sind sie dort, und fliegen die großen Typen dieselbe Linie wie die Kurzstreckenjets?

5. Zugang und Licht klären

Prüfe auf Karte und Satellitenbild, ob der Ort öffentlich zugänglich ist, und gleich die Lichtrichtung zur geplanten Uhrzeit ab.

6. Vor Ort live gegenchecken

Am Spot selbst übernimmt eine Live-Karte oder dein eigener Empfänger. Das Lärmportal hat seine Arbeit dann schon erledigt.

Für Schritt 5 hilft dir der Guide zum Sonnenstand am Fotospot. Für Schritt 6 findest du im Vergleich der Flugradar-Apps und bei den ungefilterten Community-Trackern passende Werkzeuge.

Grenzen und Stolperfallen

Dafür spricht

  • Echte, beflogene Routen statt Theorie aus Karten
  • Häufig Radardaten der Flugsicherung als Grundlage
  • Wiedergabe vergangener Tage meist kostenlos
  • Höhenangaben für die Wahl der Brennweite
  • Teils Prognosen zur Betriebsrichtung

Dagegen spricht

  • Bewusste Verzögerung, kein echtes Live-Spotting
  • Nur das Umfeld eines Flughafens sichtbar
  • Kennzeichen werden selten angezeigt
  • Bedienung und Funktionsumfang je Portal sehr unterschiedlich
  • Einzelne Portale werden umgebaut oder abgeschaltet

Ein paar Punkte solltest du zusätzlich im Kopf behalten:

  • Nicht jeder Flug ist sichtbar. Je nach Portal und Datenquelle können einzelne Flüge fehlen oder unvollständig sein. Airservices Australia etwa blendet Polizei-, Rettungs- und Militärflüge aus Sicherheits- und Betriebsgründen aus. Was nicht auftaucht, kann trotzdem geflogen sein.
  • Rufzeichen ist nicht Kennzeichen. Für die Zuordnung zu einer konkreten Maschine gleichst du die Uhrzeit mit einer Flugradar-Historie ab. Wie das geht, erklärt der Artikel Sichtungen mit ADS-B abgleichen.
  • Unter der Route ist nicht automatisch ein Spot. Viele Flächen unter Anflügen sind Privatgelände, Naturschutzgebiet oder Sperrbereich. Was erlaubt ist, steht im Artikel Ist Planespotting erlaubt?, worauf du direkt unter dem Anflug achten musst, im Guide Spotten unter der Anflugschneise.
  • Lärm ist für andere Alltag. Die Portale existieren, weil Menschen unter diesen Routen wohnen. Park nicht vor Einfahrten, sei leise in Wohngebieten und schütze auch dein eigenes Gehör – mehr dazu unter Fluglärm und Gehör.

Hast du das Lärmportal richtig genutzt?

Hak ab, was du vor dem Losfahren geprüft hast.

  • Ich kenne die erwartete Betriebsrichtung für meinen Spotting-Tag.
  • Ich habe einen Vergleichstag mit gleicher Betriebsrichtung abgespielt.
  • Ich weiß, in welcher Höhe die Flugzeuge an meinem Wunschort vorbeikommen.
  • Ich habe geprüft, ob der Ort öffentlich zugänglich ist.
  • Ich habe die Lichtrichtung zur geplanten Uhrzeit abgeschätzt.
  • Ich habe eine Live-Karte für den Tag vor Ort parat.

Deine Sichtungen an einem Ort

Poste deine Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot, sammle sie im Hangar und behalte mit Wetter, Wind und Pisten im Blick, wie am Flughafen gerade geflogen wird. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Fluglärm- und Flugspurportale wie WebTrak sind für Anwohner gemacht, aber für Spotter ein kleiner Schatz. Sie zeigen auf Basis von Radar- oder Transponderdaten, wo Flugzeuge rund um einen Flughafen tatsächlich fliegen, wie hoch sie dabei sind und welche Pisten zu welcher Zeit genutzt werden. Live-Spotting ersetzen sie wegen der eingebauten Verzögerung nicht. In der Rückschau sind sie aber ideal, um neue Spots unter An- und Abflugrouten zu finden und die Brennweite vorab zu planen. Kombiniert mit Betriebsrichtung, Lichtplanung und Live-Karte wird daraus eine Vorbereitung, die nur noch wenig dem Zufall überlässt.

Kurzfazit

Nutze Lärmportale für die Planung, nicht für den Moment: Spiel einen Tag mit passender Betriebsrichtung ab, lies Routen und Höhen ab und prüfe dann Zugang und Licht. Am Spot selbst übernimmt die Live-Karte.

Zusammenfassung

  • Viele Flughäfen und Flugsicherungen betreiben öffentliche Portale, auf denen Flugspuren und Lärmmesswerte rund um den Platz zu sehen sind. Das bekannteste System heißt WebTrak.
  • Spotter nutzen diese Portale vor allem rückblickend: Sie zeigen, wo die Routen genau verlaufen, wie hoch die Maschinen an einem bestimmten Punkt sind und welche Piste zu welcher Zeit genutzt wurde.
  • Die Anzeige ist absichtlich verzögert und ersetzt keine Live-Karte. Im Zusammenspiel mit Betriebsrichtungs-Prognose, Sonnenstand und ADS-B entsteht daraus aber eine sehr präzise Spot-Planung.
  • Die Portale dienen der Lärmtransparenz für Anwohner. Wer sie zum Spotten nutzt, bleibt trotzdem auf öffentlichen Wegen und respektiert die Menschen, die unter den Routen wohnen.

Häufige Fragen

Was ist WebTrak?

WebTrak ist ein webbasiertes Werkzeug des australischen Anbieters Envirosuite, das Flughäfen und Flugsicherungen in ihre Websites einbinden. Es zeigt Flugspuren rund um einen Flughafen auf einer Karte, dazu Lärmmessstellen mit ihren Pegelverläufen. Gedacht ist es für Anwohner, die nachvollziehen wollen, welches Flugzeug wann und wie hoch über ihr Haus geflogen ist. Über ein Formular lassen sich bei vielen Installationen auch Beschwerden einreichen.

Kann ich WebTrak zum Live-Spotten verwenden?

Nur eingeschränkt. Die Daten werden absichtlich verzögert angezeigt. Bei Airservices Australia sind es nach eigenen Angaben rund drei Minuten, beim Frankfurter Portal INAA des Umwelt- und Nachbarschaftshauses liegt die Verzögerung bei 75 bis 135 Minuten. Für den Moment am Zaun ist eine Live-Karte oder ein eigener ADS-B-Empfänger besser. Die Stärke der Lärmportale liegt in der Rückschau und in der Planung.

Warum sehe ich auf Fluglärm-Portalen Flugzeuge, die auf Flightradar24 fehlen?

Weil viele dieser Portale nicht auf ADS-B-Empfang durch Freiwillige angewiesen sind, sondern Radardaten der Flugsicherung verwenden. Airservices Australia speist WebTrak beispielsweise mit Radardaten der Flugverkehrskontrolle, in Frankfurt basieren die Spuren auf dem DFS-System FANOMOS. Dadurch erscheinen auch Flugzeuge, die nur einen älteren Transponder ohne Positionsdaten haben.

Welche Flughäfen in Deutschland haben solche Portale?

In Frankfurt betreibt das Umwelt- und Nachbarschaftshaus (UNH) mit INAA eine Anwendung, die Flugspuren und Lärmmesswerte kombiniert, dazu eine Prognose der Betriebsrichtung. Der Flughafen München bietet unter dem Namen Fluglärmüberwachung-Online aktuelle Messwerte und Verkehrsdaten an. Ergänzend gibt es mit dem Deutschen Fluglärmdienst (DFLD) einen Verein, der Messstationen an vielen Flughäfen auswertet und Flugspuren veröffentlicht. Angebot und Funktionsumfang ändern sich, prüfe deshalb immer die Seite des jeweiligen Flughafens.

Wie finde ich mit einem Lärmportal einen guten Anflug-Spot?

Spiel im Portal einen Tag mit der gewünschten Betriebsrichtung ab und beobachte, wo die Anflüge auf der verlängerten Pistenachse eindrehen und in welcher Höhe sie über bestimmte Straßen, Felder oder Ortsränder fliegen. Klick einzelne Flüge an, um die Höhe abzulesen. Suche dir dann einen öffentlich zugänglichen Ort unter dieser Linie und prüfe mit Karte und Sonnenstand, ob Sicht und Licht passen.

Sind die Höhenangaben in Lärmportalen genau?

Sie sind gut genug für die Planung, aber kein Messwert für den Zentimeter. Die Spuren werden aus Radar- oder Transponderdaten berechnet und teils geglättet. Ob die Höhe über dem Meeresspiegel oder über Grund angegeben ist, steht meist in der Legende – das macht in hügeligem Gelände einen deutlichen Unterschied. Airservices Australia weist außerdem darauf hin, dass die Daten großer Flughäfen über Nacht geprüft werden und Wiedergaben vom Vortag deshalb zuverlässiger sind als die Live-Anzeige.

Darf ich mit Lärmportal-Daten Kennzeichen identifizieren?

Die meisten Portale zeigen Rufzeichen, Flugzeugtyp sowie Start- und Zielflughafen, aber selten das Kennzeichen. Für die Zuordnung zu einer konkreten Maschine gleichst du die Uhrzeit mit einer Flugradar-Historie oder deinen eigenen ADS-B-Logs ab. Die Daten sind öffentlich einsehbar; für eigene Veröffentlichungen gelten trotzdem die Nutzungsbedingungen des jeweiligen Portals.

PT

Planetrack Redaktion

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