Das Wichtigste in Kürze
- Air Holland ist eine historische niederländische Charterairline: gegründet 1984, Flugbetrieb ab 1985, Ende im Frühjahr 2004.
- Codes: ICAO HLN, Rufzeichen „ORANGE“. Beim IATA-Code widersprechen sich die Quellen.
- Reine Boeing-Flotte: erst 727-200, dann vor allem die 757-200, dazu 737-300 und mehrere 767.
- Unabhängiger Charterflieger neben Martinair und Transavia – mit holprigem Start und mehreren finanziellen Krisen.
- Nachfolge: 2004 übernahm HollandExel Betrieb und Flugzeuge, 2005 entstand daraus Arkefly, die heutige TUI fly Netherlands.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Air Holland im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Die Geschichte in Etappen
- 4.Ein Start gegen Widerstand
- 5.Die Flotte: ausschließlich Boeing
- 6.Krisen, Neustarts und das Aus
- 7.Von Air Holland zu TUI fly Netherlands
- 8.Woran du Air Holland erkennst
- 9.Spuren von Air Holland heute
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| ICAO-Code | HLN |
|---|---|
| Rufzeichen | ORANGE |
| Drehkreuze | AMS |
| Status | Historisch – Flugbetrieb im Februar 2004 eingestellt, Konkurs am 25. März 2004 |
| Geschäftsmodell | Passagier- und Frachtcharter, dazu Vermietung von Flugzeugen an andere Airlines (Wet- und Dry-Lease) |
| Gegründet | 1984 durch John Block (einige Quellen nennen 1981) |
| Erster Flug | 1985 |
| Sitz | Oude Meer, Gemeinde Haarlemmermeer |
| Heimatbasis | Amsterdam-Schiphol (AMS) |
| Prägende Typen | Boeing 727-200, 737-300, 757-200, 767-200ER, 767-300ER |
| Farben | Orange und Blau |
| Ende | 2004 – Betrieb, Flugzeuge und Personal gingen an HollandExel |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Air Holland?
- Bemalung in Orange und Blau, im Logo das doppelte „LL“ in beiden Farben
- Niederländisches Kennzeichen mit PH-, bei vielen eigenen Jets mit der Folge PH-AH…
- Reine Boeing-Airline: Ab Ende der 1980er-Jahre prägt die 757-200 das Bild, zuletzt kommen 767-300ER dazu
- Einzelne geleaste Maschinen mit britischem G-Kennzeichen in Air-Holland-Farben
- Heute nur noch auf historischen Fotos zu finden – meist aus Schiphol oder von Ferienflughäfen am Mittelmeer
Wer in den 1990er-Jahren in Schiphol am Zaun stand, sah zwischen dem Blau von KLM und dem Grün-Weiß von Transavia regelmäßig einen ganz anderen Farbton: das kräftige Orange von Air Holland. Die kleine Charterairline aus der Haarlemmermeer flog Urlauber ans Mittelmeer und weiter, vermietete Flugzeuge an andere Gesellschaften und setzte konsequent auf Boeing – allen voran die 757. Hier erfährst du, wie Air Holland entstand, warum sie mehrfach ins Straucheln geriet, welche Flugzeuge sie prägten und wie eine Linie von ihr bis zur heutigen TUI fly Netherlands führt.
Historische Airline
Air Holland existiert seit 2004 nicht mehr. Alle Angaben beziehen sich auf die Zeit von der Gründung 1984 bis zum Konkurs im März 2004. Der ICAO-Code HLN und das Rufzeichen ORANGE stehen hier für die historische Airline.
Air Holland im Überblick
Air Holland war eine niederländische Charterairline mit Sitz in Oude Meer und Basis am Flughafen Amsterdam-Schiphol. Gegründet wurde sie 1984 von John Block, der vorher bei den beiden etablierten Ferienfliegern Martinair und Transavia gearbeitet hatte. Einige Darstellungen datieren die Wurzeln der Firma schon auf 1981; der Flugbetrieb begann jedenfalls 1985.
Das Geschäftsmodell war breit angelegt: Air Holland flog Passagier- und Frachtcharter zu Zielen am Mittelmeer, in Afrika und in Asien. Daneben vermietete sie Flugzeuge an andere Airlines – mal nur die Maschine (Dry-Lease), mal mit Crew, Wartung und Versicherung (Wet-Lease). Gerade dieses Vermietungsgeschäft erklärt, warum Air-Holland-Jets auf Fotos gelegentlich an Orten auftauchen, die so gar nicht nach Urlaubsflieger aussehen.
Die Airline war nie besonders groß, aber sie war eigenständig: Sie gehörte weder zu KLM noch zu einem der großen Reisekonzerne. Das machte sie flexibel, aber auch anfällig – ein Muster, das sich durch ihre gesamte Geschichte zieht.
Codes und Rufzeichen
- ICAO-Code HLN: die Kennung gegenüber der Flugsicherung und in Flugplänen.
- Rufzeichen ORANGE: so meldeten sich die Crews im Funk – eine Anspielung auf die niederländische Nationalfarbe und die eigene Bemalung.
- IATA-Code: Hier widersprechen sich die Nachschlagewerke. Genannt werden sowohl GG als auch HD. Weil sich keine der Angaben eindeutig belegen lässt, führen wir den IATA-Code nicht als gesichert.
Wenn du alte Flugpläne oder Tickets auswertest, ist der ICAO-Code HLN deshalb der verlässlichere Anker. Wie die beiden Code-Systeme zusammenhängen und warum IATA-Codes nach dem Ende einer Airline neu vergeben werden können, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes. Weitere Geschichten hinter Funkrufnamen liest du unter Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte.
Eine kleine Pointe für Funkhörer: Auch TUI fly Netherlands, in deren Ahnenreihe Air Holland steht, meldet sich heute mit „ORANGE“. Ob das ein bewusst übernommenes Erbe ist, geben die Quellen nicht her – hörenswert ist die Parallele trotzdem.
Ferienflieger-Geschichte im eigenen Hangar
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Spot – und baust dir im Hangar eine Sammlung niederländischer Ferienflieger auf, von der 757 bis zur 767. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Geschichte in Etappen
1984–1985: schwieriger Start
John Block gründet Air Holland. Bis zur Betriebsgenehmigung dauert es, weil KLM und Transavia versuchen, die neue Konkurrenz zu verhindern. 1985 hebt die Airline schließlich mit Boeing 727-200 ab.
1988–1990: Umstieg auf die 757
Die 727 verlassen die Flotte, an ihre Stelle tritt die Boeing 757-200. Um 1990 kommt kurzzeitig eine geleaste 767-200ER von Britannia Airways dazu.
1991: Zwangspause und Neustart
Nach einem hohen Verlust für das Jahr 1990 ruht der Flugbetrieb. Unter neuer Führung startet Air Holland am 20. Dezember 1991 erneut.
1990er: Charter und Leasing
Die 757 bleibt das Rückgrat. Zwischen 1997 und 2000 ergänzen drei Boeing 737-300 die Flotte. Daneben vermietet Air Holland Maschinen an andere Airlines.
2002–2004: Großraumjets und Ende
Ab 2002 kommen Boeing 767-300ER in die Flotte. Im Februar 2004 stellt Air Holland den Betrieb ein, am 25. März 2004 folgt der Konkurs. HollandExel übernimmt Flugzeuge und Personal.
Ein Start gegen Widerstand
Die Niederlande hatten Mitte der 1980er-Jahre bereits zwei etablierte Ferienflieger: Martinair, an der KLM beteiligt war, und Transavia. Ein dritter Anbieter war nicht überall willkommen. Laut gängigen Darstellungen versuchten sowohl KLM als auch Transavia, die Betriebsgenehmigung für Air Holland zu verhindern, was den Start der neuen Airline verzögerte.
Ganz loslassen wollte Transavia offenbar auch später nicht: Anfang der 1990er-Jahre gab es einen Versuch, Air Holland zu übernehmen, der allerdings scheiterte. Für Spotter in Schiphol hatte dieser Wettbewerb einen angenehmen Nebeneffekt – drei niederländische Ferienflieger in drei klar unterscheidbaren Farbschemen.
Welche Rolle Charterairlines im Vergleich zu klassischen Linienairlines spielten und warum gerade Reiseveranstalter ihre Sitzplätze bei solchen Gesellschaften einkauften, erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.
Die Flotte: ausschließlich Boeing
Air Holland gehörte zu den Airlines, die nie ein Flugzeug eines anderen Herstellers betrieben. Alle Typen stammten von Boeing. Die wichtigsten im Überblick – die Zahlen geben an, wie viele Exemplare über die Jahre insgesamt im Einsatz waren, nicht wie viele gleichzeitig:
| Typ | Zeitraum bei Air Holland | Anzahl insgesamt | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 727-200 | 1985–1988 | 3 | Dreistrahler der Anfangszeit, Kennzeichen PH-AH… |
| Boeing 757-200 | 1988–2004 | rund 11–12 | Rückgrat der Flotte, teils mit G-Kennzeichen geleast |
| Boeing 767-200ER | 1990–1991 | 1 | Von Britannia Airways geleast |
| Boeing 737-300 | 1997–2000 | 3 | Kennzeichen PH-OZA bis PH-OZC |
| Boeing 767-300ER | 2002–2004 | 3–4 | Gingen an HollandExel und später Arkefly |
Die Angaben zur Flotte sind in den Nachschlagewerken nicht ganz einheitlich; einzelne Quellen kommen auf etwas andere Summen. Die Reihenfolge der Typen und die grobe Zeitachse sind aber übereinstimmend belegt.
Boeing 727-200: die Anfangsjahre
Zum Start setzte Air Holland auf die Boeing 727-200, einen in den 1980er-Jahren weit verbreiteten Dreistrahler für Kurz- und Mittelstrecken. Drei Exemplare flogen bis 1988 für die Airline. Fotos aus dieser Zeit sind selten und daher für Sammler historischer Schiphol-Aufnahmen besonders reizvoll.
Boeing 757-200: das Arbeitspferd
Ab 1988 wurde die Boeing 757-200 zum prägenden Typ. Die schlanke Zweistrahlige passte ideal zum Chartergeschäft: genug Sitze für volle Urlaubsflüge, Reichweite auch für Ziele jenseits des Mittelmeers und gute Leistungen auf kürzeren Pisten an Ferienflughäfen. Die meisten eigenen Maschinen trugen niederländische Kennzeichen aus der Serie PH-AH…, dazu kamen geleaste Exemplare mit britischem G-Kennzeichen, etwa aus der Flotte der britischen Monarch Airlines.
Die 757 blieb bis zum Ende im Einsatz. Wer heute alte Schiphol-Fotos durchsieht, findet Air Holland deshalb fast immer auf einer 757. Wie du sie auf Fotos sicher von der größeren 767 unterscheidest, zeigt der Artikel Boeing 757 und 767 unterscheiden.
Boeing 737-300: kurzes Zwischenspiel
Zwischen 1997 und 2000 ergänzten drei Boeing 737-300 die Flotte. Sie trugen die Kennzeichen PH-OZA, PH-OZB und PH-OZC. Mit ihnen konnte Air Holland auch kleinere Charteraufträge wirtschaftlich bedienen, für die eine 757 zu groß gewesen wäre.
Boeing 767: Großraum für den Charter
Die erste Begegnung mit der 767 war ein Leasing: Um 1990/91 flog eine Boeing 767-200ER mit britischem Kennzeichen bei Air Holland, die von Britannia Airways stammte – jener britischen Charterairline, die den Typ als erste in Europa eingesetzt hatte.
Ab 2002 setzte Air Holland dann auf die Boeing 767-300ER. Die Großraumjets öffneten das Langstrecken-Charterfeld, kamen aber in einer Phase, in der die Airline finanziell schon unter Druck stand. Nach dem Ende 2004 übernahm HollandExel die 767-300ER. Laut niederländischen Quellen flogen zwei von ihnen – PH-AHX und PH-AHQ – später bei Arkefly und behielten dort bis 2014 beziehungsweise 2015 ihre alten Air-Holland-Kennzeichen.
Die 757 im Blick behalten
Die Boeing 757 wird an vielen Flughäfen seltener. Setz sie auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn eine in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Krisen, Neustarts und das Aus
Air Holland lebte über weite Strecken auf finanziell dünnem Eis. Ende 1990 stand ein Verlust von rund 30 Millionen Gulden in den Büchern, 1991 musste der Flugbetrieb ruhen. Gründer John Block verließ die Firma, ein neues Management übernahm, und am 20. Dezember 1991 flog Air Holland wieder. Niederländische Darstellungen sprechen davon, dass die Airline im Laufe ihrer Geschichte mehrfach in die Insolvenz rutschte und jedes Mal mit einem Neustart weitermachte.
Anfang 2004 ging das nicht mehr gut. Im Februar beantragte Air Holland Zahlungsaufschub, kurz darauf ruhte der Flugbetrieb. Flugzeuge, Personal, Flüge und Verpflichtungen übernahm HollandExel, eine neue Charterairline der Amsterdamer Exel Aviation Group. Am 25. März 2004 erklärte das Gericht in Haarlem Air Holland schließlich für bankrott – einen echten Neustart unter dem alten Namen gab es diesmal nicht.
Auch nach dem Ende sorgte Air Holland noch für Schlagzeilen: Ende 2004 berichteten niederländische Medien über den Verdacht, dass in den letzten Jahren Geld zweifelhafter Herkunft in die Airline geflossen sei. Zwei frühere Führungskräfte wurden in erster Instanz wegen Geldwäsche verurteilt, in der Berufung jedoch freigesprochen, weil eine legale Herkunft des Geldes nicht auszuschließen war. Für die Luftfahrtgeschichte bleibt das eine Randnotiz – erklärt aber, warum der Name in den Niederlanden bis heute nicht nur mit Urlaubsflügen verbunden wird.
Air Holland steht damit in einer Reihe mit vielen europäischen Charterairlines, die zwischen Preiskampf, Saisongeschäft und dünner Kapitaldecke zerrieben wurden. Im selben Jahr verschwand etwa auch die belgische Sobelair. Einen Überblick über die großen Zusammenbrüche gibt der Artikel zu Airline-Pleiten in Europa.
Alte Fotos richtig datieren
Ein und dasselbe Kennzeichen kann auf Fotos in Air-Holland-, HollandExel- oder Arkefly-Farben auftauchen. Prüf deshalb immer Datum und Bemalung zusammen. Wie du die Geschichte einer Maschine über ihr Kennzeichen nachverfolgst, erklärt der Artikel Flugzeugkennzeichen verstehen; Mischformen nach Airline-Wechseln zeigt Hybrid-Lackierungen erkennen.
Von Air Holland zu TUI fly Netherlands
Die Geschichte endete 2004 nicht ganz. HollandExel flog mit Boeing 767-300ER weiter, vor allem für Reiseveranstalter zu Fernreisezielen wie Kuba, Mexiko und der Dominikanischen Republik. Doch auch die Exel-Gruppe hielt nicht lange durch: Im Februar 2005 beantragte HollandExel Zahlungsaufschub, im Mai 2005 folgte der Konkurs.
Den Flugbetrieb übernahm der Reisekonzern TUI. Unter dem Namen Arkefly, benannt nach dem niederländischen Veranstalter Arke, ging es ab April 2005 weiter. Seit 2015 trägt die Airline den TUI-Namen und fliegt heute als TUI fly Netherlands innerhalb der TUI-Airlines. Ganz geradlinig ist die Abstammung nicht – Air Holland ging bankrott, und HollandExel war rechtlich eine neue Gesellschaft. Über Flugzeuge, Personal und Kennzeichen zieht sich aber ein roter Faden von der orangefarbenen Charterairline bis zum heutigen Ferienflieger.
Woran du Air Holland erkennst
Auf Fotos aus den 1980er- bis frühen 2000er-Jahren ist Air Holland gut zuzuordnen. Die Bemalung setzte auf Orange und Blau; im Logo standen die beiden „L“ von „Holland“ in genau diesen Farben übereinander. Damit hob sich die Airline deutlich vom KLM-Blau und von den Farben von Transavia und Martinair ab. Details zu einzelnen Lackierungsvarianten prüfst du am besten anhand datierter Fotos, denn über zwei Jahrzehnte änderte sich das Erscheinungsbild.
Spricht für Air Holland
- Orange-blaue Bemalung mit „Air Holland“-Schriftzug
- PH-Kennzeichen an 727, 737-300, 757 oder 767
- Aufnahme aus Schiphol oder von einem Ferienflughafen
- Foto aus der Zeit zwischen 1985 und 2004
Spricht dagegen
- Schriftzug „HollandExel“, „Arkefly“ oder „TUI“ – dann Nachfolgezeit
- Airbus-Jet – Air Holland flog ausschließlich Boeing
- Foto nach Frühjahr 2004
Spuren von Air Holland heute
Air Holland selbst kannst du nicht mehr spotten. Ihre Nachfahrin aber schon – und auch die Typen, die sie prägten, sind noch nicht ganz verschwunden. Die 757 fliegt heute vor allem noch als Frachter, die 767-300ER bei einigen Charter- und Frachtbetreibern.
In Schiphol spotten
- TUI fly Netherlands als Nachfolgerin in der Linie
- Klassische Plätze wie die Polderbaan oder die Buitenveldertbaan
- Überblick im Schiphol-Spotting-Guide
Air-Holland-Spuren suchen
- Alte Flugpläne und Fotos mit HLN-Kennung durchsehen
- Kennzeichen wie PH-AHX oder PH-OZA in Datenbanken verfolgen
- Niederländische Luftfahrtgeschichte im Aviodrome Lelystad erleben
Wer zum ersten Mal am Flughafen Amsterdam-Schiphol spottet, findet auf der Panoramaterras einen bequemen Einstieg. Dort, wo früher die orange-blauen 757 von Air Holland abrollten, siehst du heute die Flotten von KLM, Transavia und TUI fly Netherlands.
Häufige Verwechslungen
- Air Holland mit KLM verwechseln – Air Holland war eine unabhängige Charterairline und gehörte nie zu KLM.
- Air Holland für eine Vorgängerin von Martinair halten – Martinair ist deutlich älter und war ein Konkurrent; der Gründer von Air Holland hatte dort lediglich gearbeitet.
- HollandExel und Air Holland gleichsetzen – HollandExel übernahm 2004 Betrieb und Flugzeuge, war aber eine eigene Gesellschaft.
- Den IATA-Code ungeprüft übernehmen – die Quellen nennen unterschiedliche Codes; HLN als ICAO-Code ist die sichere Angabe.
- Das Rufzeichen ORANGE immer Air Holland zuordnen – heute nutzt es TUI fly Netherlands, auf aktuellen Aufnahmen aus dem Funk ist also die Nachfolgerin gemeint.
Ferienflieger von heute festhalten
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Fazit
Air Holland war der orange-blaue Außenseiter der niederländischen Ferienluftfahrt. Sie musste sich ihren Platz gegen KLM und Transavia erkämpfen, setzte konsequent auf Boeing und machte die 757 in Schiphol zu einem vertrauten Anblick. Finanziell stand die Airline nie auf festem Boden, 2004 kam das endgültige Aus. Über HollandExel und Arkefly führt dennoch ein Faden bis zu TUI fly Netherlands. Für Spotter ist Air Holland damit ein Stück Schiphol-Geschichte, das auf alten Fotos sofort ins Auge springt.
Kurzfazit
Air Holland (ICAO HLN, Rufzeichen ORANGE) war eine historische niederländische Charterairline mit Basis Amsterdam-Schiphol und Flugbetrieb von 1985 bis 2004. Bekannt ist sie für ihre orange-blaue Bemalung und eine reine Boeing-Flotte mit der 757-200 als Rückgrat. Betrieb und Flugzeuge gingen 2004 an HollandExel, deren Nachfolgerin heute TUI fly Netherlands ist.
Zusammenfassung
- Air Holland war zwei Jahrzehnte lang der orange-blaue Außenseiter unter den niederländischen Ferienfliegern, mit Basis in Schiphol und einer Flotte ausschließlich aus Boeing-Jets.
- Die Boeing 757-200 war das Rückgrat der Airline, gegen Ende ergänzt um 767-300ER für längere Strecken.
- Nach mehreren Finanzkrisen kam 2004 das endgültige Aus; Flugzeuge und Personal wanderten zu HollandExel und weiter zu Arkefly.
- Live spotten kannst du Air Holland nicht mehr – auf alten Schiphol-Fotos der 1990er-Jahre ist sie aber ein echter Farbtupfer.
Häufige Fragen
Gibt es Air Holland heute noch?
Nein. Air Holland stellte im Februar 2004 den Flugbetrieb ein, am 25. März 2004 wurde die Gesellschaft vom Gericht in Haarlem für bankrott erklärt. Betrieb, Flugzeuge und Personal übernahm HollandExel. Nach deren Insolvenz 2005 ging der Flugbetrieb an TUI und hieß fortan Arkefly – heute TUI fly Netherlands.
Welche Codes hatte Air Holland?
Gesichert sind der ICAO-Code HLN und das Rufzeichen „ORANGE“. Beim zweistelligen IATA-Code nennen Nachschlagewerke unterschiedliche Angaben (GG bzw. HD), deshalb führen wir ihn hier nicht als gesichert auf.
Welche Flugzeuge flog Air Holland?
Ausschließlich Boeing: Mitte der 1980er-Jahre drei 727-200, ab Ende der 1980er-Jahre die 757-200 als wichtigsten Typ, Ende der 1990er-Jahre drei 737-300, um 1990/91 eine von Britannia Airways geleaste 767-200ER und ab 2002 mehrere 767-300ER.
Wer hat Air Holland gegründet?
Gründer und erster Chef war John Block, der zuvor bei Martinair und Transavia gearbeitet hatte. Er führte die Airline bis 1991. Danach übernahm ein neues Management, das die Airline nach einer Zwangspause Ende 1991 wieder in die Luft brachte.
Warum heißt das Rufzeichen „ORANGE“?
Orange ist die Nationalfarbe der Niederlande und war zugleich Hauptfarbe der Air-Holland-Bemalung. Ein kurzes, im Funk gut verständliches Wort passt dazu ideal. Übrigens meldet sich heute auch TUI fly Netherlands mit „ORANGE“ – ob das bewusst als Erbe gedacht ist, lässt sich aus den Quellen nicht sicher sagen.
Was wurde aus den Flugzeugen von Air Holland?
Die 757 wanderten nach dem Ende zu verschiedenen anderen Betreibern. Die 767-300ER gingen über HollandExel an Arkefly; zwei davon flogen laut niederländischen Quellen noch bis 2014 bzw. 2015 mit ihren alten Air-Holland-Kennzeichen PH-AHX und PH-AHQ.
Air Holland im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypBoeing 767-200/-200ER
Die erste 767 überhaupt: kurz, schlank, zweistrahlig. Die 767-200 und ihre Langstreckenversion -200ER haben ETOPS möglich gemacht und mit dem Gimli Glider Geschichte geschrieben. Heute siehst du sie fast nur noch als Frachter oder in Uniform.
FlugzeugtypBoeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
Weitere Airlines
TUI fly Netherlands
Der niederländische Ferienflieger der TUI Group: früher Arkefly, Heimat Amsterdam-Schiphol, kleine Flotte aus Boeing 737 MAX 8 und 787-8 – und ein Rufzeichen, das du im Funk sofort wiedererkennst.
FrachtMartinair
Die Frachtairline von Air France-KLM: gegründet 1958 als Martin's Air Charter, seit 2011 reiner Frachtbetrieb ab Amsterdam-Schiphol, heute mit einer kleinen Flotte Boeing 747-400-Frachter – teils in Martinair-, teils in KLM-Cargo-Farben.
Low-CostTransavia
Die Low-Cost-Tochter von KLM aus den Niederlanden: Basen in Amsterdam, Rotterdam, Eindhoven und Brüssel, eine Flotte im Umbruch von der Boeing 737-800 zum Airbus A321neo und eine französische Schwester unter gleichem Namen.
NetzwerkKLM Royal Dutch Airlines
Die niederländische Netzwerk-Airline mit dem hellblauen Rumpf: 1919 gegründet, Drehkreuz Amsterdam-Schiphol, Teil von Air France-KLM und Mitglied von SkyTeam – mitten im Umbau von Boeing zu Airbus.
FerienfliegerBritannia Airways
Historische britische Charterairline mit Sitz in Luton (Flugbetrieb 1962–2005): Aus Euravia wurde 1964 Britannia Airways, die Hausairline des Reiseveranstalters Thomson. Sie flog früh die Boeing 737-200, brachte die Boeing 767 nach Europa und ging 2005 in Thomsonfly auf – der Vorläuferin der heutigen TUI Airways.
FerienfliegerSobelair
Historische belgische Charterairline (1946–2004) mit Basis Brüssel: Vom Kongo-Verkehr mit DC-3 und DC-4 über Sabena-Caravelles bis zu Boeing 737 und 767 für Ferienflüge ans Mittelmeer und in die Karibik. Nach dem Ende der Mutter Sabena hielt sie sich noch gut zwei Jahre, im Januar 2004 kam das Aus.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Amsterdam Schiphol
Sechs Start- und Landebahnen, ein einziges Terminal und das Heimatdrehkreuz der KLM: Schiphol ist einer der größten Flughäfen Europas – und mit offiziellen Spotterplätzen wie an der Polderbaan einer der spotterfreundlichsten.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
Airline-GruppeTUI-Airlines
Fünf Airlines, ein Design: Unter dem TUI-Lächeln fliegen deutsche, britische, belgische, niederländische und schwedische Ferienflieger. Wer am Zaun nur „TUI“ notiert, verschenkt die halbe Sichtung.
MuseumAviodrome Lelystad
Das Aviodrome in Lelystad ist das große Luftfahrtmuseum der Niederlande. Draußen steht mit der PH-BUK „Louis Blériot“ der letzte Klassik-Jumbo von KLM, den das Museum 2004 für einen symbolischen Euro kaufte und den du heute von innen besichtigen kannst. Drinnen warten eine Lockheed Constellation, eine flugfähige DC-2 in den Farben der legendären Uiver und eine dichte Fokker-Sammlung – direkt neben dem Flughafen Lelystad.
Wo du Air Holland vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Spotterplaats Polderbaan am Flughafen Amsterdam Schiphol
Der offizielle Spotterplatz an Schiphols längster Piste: Auf der Westseite der Polderbaan siehst du Landungen auf der 18R und Starts auf der 36L ohne Zaun im Bild – mit großem Gratisparkplatz, Toiletten und der Sonne am Nachmittag im Rücken.
BesucherterrassePanoramaterras am Flughafen Amsterdam Schiphol
Die kostenlose Dachterrasse über dem Terminal von Schiphol ist der Spot für Vorfeld, Gates und lesbare Kennzeichen: ohne Sicherheitskontrolle, ohne Glas vor der Linse, mit einer ausgemusterten Fokker 100 der KLM als Bonus – und nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt.
AnflugschneiseSpotterplaats Buitenveldertbaan am Flughafen Amsterdam Schiphol
Der zweite offizielle Spotterplatz Schiphols liegt nördlich der Buitenveldertbaan nahe der Schwelle 27, direkt am McDonald's. Er ist mit dem Bus leicht erreichbar und hat Essen und Toiletten nebenan – lohnt sich aber nur, wenn die 09/27 wirklich in Betrieb ist.
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