Das Wichtigste in Kürze
- Der R44 ist ein viersitziger Leichthubschrauber mit Kolbenmotor und gilt seit 1999 Jahr für Jahr als meistverkaufter Hubschrauber der allgemeinen Luftfahrt.
- Schnellster Erkennungsweg: zwei schmale Rotorblätter, winzige Glaskanzel, rohrdünner Heckausleger und kein Abgasrohr einer Turbine.
- Vom kleinen R22 unterscheidet ihn vor allem die Größe: vier Türen und zwei Sitzreihen statt einer engen Zweisitzer-Kabine.
- Die Varianten reichen vom ursprünglichen Astro über Raven I und Raven II bis zum zweisitzigen Schulmuster Cadet; die Clipper-Versionen tragen Schwimmer.
- Eingesetzt wird er vor allem in Flugschulen, bei Privatpiloten, für Rundflüge und für leichte Arbeitsflüge.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Robinson R44?
- 2.Vom Zweisitzer zum Familienhubschrauber
- 3.Die Varianten im Überblick
- 4.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 5.R44, R22, R66, Cabri oder Bell 206?
- 6.Wofür der R44 eingesetzt wird
- 7.Sicherheit: Was Spotter wissen sollten
- 8.Wo du den R44 heute antriffst
- 9.Fototipps speziell für den R44
- 10.Der R44 in der Hubschraubergeschichte
- 11.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 12.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Robinson Helicopter Company, Torrance (Kalifornien, USA) |
|---|---|
| Varianten | Astro, Raven I, Raven II, Clipper I/II (Schwimmer), Newscopter, Cadet |
| ICAO-Typcode | R44 |
| Erstflug | 31. März 1990 |
| FAA-Musterzulassung | Dezember 1992, Auslieferungen ab 1993 |
| Triebwerk Raven I / Cadet | 1 × Lycoming O-540, Sechszylinder-Boxer mit Vergaser |
| Triebwerk Raven II | 1 × Lycoming IO-540 mit Einspritzung, 245 hp Start-, 205 hp Dauerleistung |
| Hauptrotor | 2 Blätter, rund 10 m Durchmesser |
| Sitzplätze | 4 (Cadet: 2) |
| Max. Abfluggewicht | Raven II 1.134 kg, Raven I 1.089 kg, Cadet 998 kg |
| Reisegeschwindigkeit (Raven II) | bis 109 kn (rund 202 km/h) bei maximalem Gewicht |
| Max. Betriebshöhe | 14.000 ft (rund 4.270 m) |
| Gebaut | mehr als 6.800 Exemplare bis Ende 2023 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Zwei schmale Hauptrotorblätter auf einem kleinen Rotorkopf, darunter ein hoher, schlanker Rotormast
- Kleine, tropfenförmige Kabine mit großer, nach vorn gewölbter Verglasung und vier Türen
- Sehr dünner, rohrartiger Heckausleger, der deutlich schmaler wirkt als bei Turbinenhubschraubern
- Offener Zweiblatt-Heckrotor am Ende des Auslegers, dazu senkrechte Flossen nach oben und unten und ein kleines Höhenleitwerk
- Kolbenmotor im Rumpf hinter der Kabine – kein Turbinenauspuff wie bei R66 oder Bell 206
- Einfaches Kufenlandegestell, beim Clipper mit aufgerollten oder dauerhaft aufgeblasenen Schwimmern
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner Hubschrauber hebt auf einem Verkehrslandeplatz ab, die Kanzel ist kaum größer als ein Kleinwagen, der Heckausleger dünn wie ein Rohr, und über allem schlagen zwei schmale Rotorblätter: Die Chance ist groß, dass du gerade einen Robinson R44 siehst. Kein anderer ziviler Hubschrauber hat sich in den vergangenen Jahrzehnten so oft verkauft. Hier erfährst du, wie der R44 entstand, welche Varianten es gibt, wie du ihn von R22, R66 und Bell 206 unterscheidest und wo du ihn am besten vor die Linse bekommst.
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Was ist der Robinson R44?
Der R44 ist ein viersitziger, einmotoriger Leichthubschrauber mit Kolbenmotor. Unter der Haube arbeitet ein luftgekühlter Sechszylinder-Boxermotor von Lycoming, der über Keilriemen und ein Getriebe einen Zweiblatt-Hauptrotor und einen kleinen Zweiblatt-Heckrotor antreibt. Die Kabine bietet zwei Sitzreihen mit je zwei Plätzen nebeneinander, dazu vier Türen. Das Konzept ist bewusst einfach gehalten: wenig Technik, überschaubare Wartung, Betriebskosten weit unter denen eines Turbinenhubschraubers.
Gebaut wird der R44 von der Robinson Helicopter Company in Torrance bei Los Angeles. Das Werk liegt direkt am Flugplatz Zamperini Field. Neben dem R44 umfasst die Familie den kleineren Zweisitzer Robinson R22 und den turbinengetriebenen Robinson R66. Der Motor stammt vom traditionsreichen Kolbenmotorenhersteller Lycoming, der heute zum Textron-Konzern gehört – derselben Unternehmensgruppe, zu der auch Textron Aviation mit Cessna und Beechcraft zählt.
Im Tracking und in Flugplänen erscheint der Typ als R44, egal ob Astro, Raven, Clipper oder Cadet. Laut den gängigen Nachschlagewerken ist der R44 seit 1999 in jedem Jahr der meistverkaufte Hubschrauber der allgemeinen Luftfahrt, bis Ende 2023 entstanden mehr als 6.800 Exemplare.
Vom Zweisitzer zum Familienhubschrauber
Hinter dem R44 steht Frank Robinson. Der Ingenieur hatte zuvor unter anderem bei Bell und Hughes an Hubschraubern gearbeitet und gründete 1973 sein eigenes Unternehmen, zunächst von zu Hause aus. Sein Ziel war ein kleiner, bezahlbarer Hubschrauber für Privatleute und Flugschulen. Das Ergebnis, der Zweisitzer R22, flog 1975 und erhielt 1979 die Zulassung der US-Luftfahrtbehörde FAA. Mit dem R22 wurde Robinson zum wichtigsten Anbieter für die Hubschrauber-Grundausbildung.
Viele Kunden wollten aber mehr Platz: für Familie, Fluggäste oder Ausrüstung. Robinson übertrug deshalb das R22-Konzept auf einen größeren Viersitzer mit stärkerem Motor. Der R44 flog am 31. März 1990 zum ersten Mal, im Dezember 1992 folgte die FAA-Zulassung, Anfang 1993 begannen die Auslieferungen. Schon die Grundform verrät die Verwandtschaft: Glaskanzel, Zweiblattrotor, schlanker Heckausleger – nur alles eine Nummer größer.
Der Erfolg kam schnell: Ab 1999 setzte sich der R44 an die Spitze der Verkaufszahlen ziviler Hubschrauber in der allgemeinen Luftfahrt. 2010 zog sich Frank Robinson mit 80 Jahren aus der Firmenleitung zurück; er starb im November 2022. Das Unternehmen führte seine Linie weiter und modernisiert den R44 bis heute: Im Februar 2024 genehmigte die FAA etwa ein neues Leitwerk für den Typ.
Spotter-Wissen: Auf das Heck achten
Weil Robinson das Leitwerk des R44 2024 überarbeitet hat, können ältere und neuere Maschinen am Heck leicht unterschiedlich aussehen. Wenn dir eine Form ungewohnt vorkommt, ist das kein Grund für Zweifel am Typ – das Kennzeichen bringt Klarheit.
Die Varianten im Überblick
Über die Jahre hat Robinson den R44 mehrfach weiterentwickelt. Von außen sehen sich die Versionen sehr ähnlich, die Unterschiede liegen vor allem in Motor, Steuerung und Ausstattung.
| Variante | Einführung | Kennzeichen der Version |
|---|---|---|
| Astro | 1993 | Ursprungsversion, Steuerung ohne hydraulische Unterstützung |
| Newscopter | 1998 | Ausrüstung für Fernsehen und Nachrichten, u. a. mit Kamera |
| Raven (später Raven I) | 2000 | Hydraulisch unterstützte Steuerung, verstellbare Pedale, Vergasermotor O-540 |
| Raven II | 2002 | Einspritzmotor IO-540, breitere Rotorblätter, höheres Abfluggewicht |
| Clipper I / II | – | Raven I oder II mit Schwimmern und verstärktem Korrosionsschutz |
| Cadet | ab 2016 | Zweisitzer auf Raven-I-Basis mit Laderaum und gedrosseltem Motor |
Der Raven II ist die leistungsstärkste Variante. Laut Robinson leistet sein Einspritzmotor 245 hp beim Start und 205 hp dauerhaft, das maximale Abfluggewicht liegt bei 1.134 kg, und bei vollem Gewicht erreicht er bis zu 109 Knoten Reisegeschwindigkeit. Einen Vergaser hat er nicht mehr, was im Betrieb die Vergaservorwärmung überflüssig macht.
Der Cadet ist eine spannende Ergänzung für die Ausbildung. Robinson baut dabei die Rücksitze aus, drosselt den Motor auf 210 hp Startleistung und begrenzt das Abfluggewicht auf 998 kg. Das bringt mehr Leistungsreserve, besonders in großer Höhe, und längere Intervalle bis zur Motorüberholung. Für Flugschulen ist der Cadet damit eine Zwischenstufe zwischen dem kleinen R22 und dem vollwertigen Viersitzer.
Die Clipper-Modelle erkennst du am leichtesten: Entweder sitzen dicke, dauerhaft aufgeblasene Schwimmer an den Kufen, oder du siehst schmale Hüllen entlang der Kufen, in denen die Notschwimmer zusammengerollt liegen. Diese blasen sich laut Hersteller innerhalb von zwei bis drei Sekunden auf. Ein Clipper mit festen Schwimmern ist auf jeden Fall ein lohnendes Motiv.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Der R44 ist klein, aber unverwechselbar, wenn du weißt, worauf du achten musst. Drei Blicke reichen meist.
Rotor und Mast ansehen
Zwei schmale, lange Rotorblätter sitzen auf einem kleinen Rotorkopf über einem hohen, schlanken Mast. Drei oder vier Blätter schließen den R44 sofort aus.
Kabine und Türen zählen
Die Kanzel ist rundlich und stark verglast. Zählst du zwei Türen pro Seite und siehst zwei Sitzreihen, ist es ein R44 oder R66. Nur eine Tür pro Seite spricht für den R22.
Nach dem Auspuff suchen
Ragt hinter dem Mast ein Turbinen-Abgasrohr heraus, hast du einen R66 vor dir. Fehlt es, spricht das bei dieser Form für den Kolbenmotor des R44.
Dazu kommt der auffallend dünne Heckausleger, der am Ende den offenen Zweiblatt-Heckrotor, eine senkrechte Flosse nach oben und unten sowie ein kleines Höhenleitwerk trägt. Im Flug hörst du den R44 oft, bevor du ihn siehst: Der Kolbenmotor klingt eher nach einem Sportflugzeug als nach dem Pfeifen einer Turbine. Die Variante liefert dann das Kennzeichen. In Deutschland beginnen Hubschrauberkennzeichen mit D-H, was der Beitrag Deutsche Luftfahrzeugkennzeichen genauer erklärt. Viele R44 fliegen mit US-Registrierung, deren Logik du im Beitrag US-N-Nummern erklärt findest. Schweizer Maschinen tragen HB-Kennzeichen, dazu mehr unter Schweizer HB-Kennzeichen.
R44, R22, R66, Cabri oder Bell 206?
Bei den leichten Hubschraubern liegen die Verwechslungen nah. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: kleine Hubschrauber mit Zweiblatt- oder Dreiblattrotor
Robinson R44
Vier Türen, Zweiblattrotor, dünner Heckausleger und kein Turbinenauspuff ergeben das typische R44-Bild. Sind statt der Rücksitze Ladeflächen zu sehen, kann es ein Cadet sein.
Robinson R22
Der kleine Bruder hat nur zwei Sitze und eine Tür pro Seite. Er ist das klassische Schulmuster und wirkt neben dem R44 fast zierlich.
Robinson R66
Die Form erinnert stark an den R44, doch das Abgasrohr der Turbine verrät den R66. Seine Kabine ist zudem etwas größer.
Guimbal Cabri G2
Der französische Zweisitzer hat einen Dreiblattrotor und einen ummantelten Heckrotor. Er ist in europäischen Flugschulen ein häufiger Konkurrent der Robinsons.
Bell 206 JetRanger
Ebenfalls zwei Rotorblätter, aber eine größere, kantigere Kabine und eine Turbine mit markantem Abgasrohr.
Zum Vertiefen lohnen sich die Seiten zum Robinson R22, zum Robinson R66, zum Guimbal Cabri G2 und zum Bell 206 JetRanger. Wer bei den Turbinen-Einmotorern weitersuchen will, findet den Airbus H125 mit Dreiblattrotor und den Airbus H120 mit Fenestron. Einen Überblick über alle gängigen Drehflügler gibt dir der Guide Hubschraubertypen erkennen.
Wofür der R44 eingesetzt wird
Der R44 ist ein echter Allrounder der kleinen Klasse. Die wichtigsten Einsatzfelder:
- Ausbildung: Viele Flugschulen nutzen den R44 – oder den Cadet – nach der Grundschulung auf dem R22 oder direkt als Schulhubschrauber. Gerade in den USA ist er in der Ausbildung stark verbreitet, auch an Hochschulen mit Flugprogrammen.
- Privatfliegerei: Für Privatpiloten ist der R44 oft der Einstieg in den eigenen Hubschrauber. Vier Sitze reichen für Familie oder Freunde, die Betriebskosten bleiben überschaubar.
- Rundflüge und Charter: Kleine Betriebe bieten mit dem R44 Rundflüge über Städte, Küsten und Berge an.
- Arbeitsflüge: Fotoflüge, Leitungs- und Pipelinekontrollen, Viehtrieb auf großen Farmen und Vermessung gehören ebenfalls zum Repertoire.
- Behörden und Medien: Mit dem Newscopter gab es eine eigene Version für Nachrichtensender, außerdem fliegen Polizeibehörden und die Streitkräfte einiger Länder den Typ.
Wie der Weg ins Hubschraubercockpit aussieht, erklärt der Beitrag Hubschrauberpilot werden. Wer erst einmal mitfliegen möchte, findet Ideen im Artikel Rundflug verschenken.
Sicherheit: Was Spotter wissen sollten
Der R44 ist einfach aufgebaut, verlangt aber eine sorgfältige Ausbildung. Zweiblatt-Rotorsysteme dieser Bauart reagieren empfindlich auf bestimmte Flugzustände, etwa wenn der Rotor durch abruptes Nachdrücken entlastet wird. Die FAA hat deshalb seit Mitte der 1990er-Jahre mit der Sonderregel SFAR 73 zusätzliche Schulungs- und Erfahrungsanforderungen für Piloten von R22 und R44 eingeführt.
Ein zweites Thema waren die Kraftstofftanks. Die ursprünglichen Aluminiumtanks neigten nach Unfällen zu Lecks. Robinson baute deshalb ab 2009 in neue Maschinen flexible Innentanks (Bladder Tanks) ein und forderte Ende 2010 per Service Bulletin die Nachrüstung älterer Hubschrauber; die Frist dafür lief bis April 2013. Neue Maschinen verlassen das Werk seitdem mit dem überarbeiteten Tanksystem.
Respekt vor drehenden Rotoren
Kleine Hubschrauber landen oft dicht an Zuschauerbereichen, etwa auf Flugplatzfesten. Halte Abstand zu Start- und Landeflächen, folge den Anweisungen der Veranstalter und geh nie ungefragt an einen Hubschrauber mit laufendem Rotor heran. Der Heckrotor ist im Betrieb kaum zu sehen.
Wo du den R44 heute antriffst
Wegen der großen Stückzahl ist der R44 einer der Hubschrauber, die dir am häufigsten begegnen – allerdings selten an den großen Verkehrsflughäfen. Er ist vor allem dort zu Hause, wo die allgemeine Luftfahrt fliegt.
Deutschland, Österreich, Schweiz: Typische Orte sind Verkehrslandeplätze mit Hubschrauberflugschulen, Sonderlandeplätze von Rundflug- und Charterbetrieben und private Landeplätze. Auf Flugplatzfesten und Fly-ins sind R44 regelmäßig dabei; Termine sammelt der Beitrag Flugplatzfeste in Deutschland. Wie du dich an kleinen Plätzen am besten verhältst, steht im Guide General Aviation spotten.
USA: Im Heimatland des R44 ist die Dichte am höchsten. Flugschulen, Tour-Anbieter und Privatbesitzer prägen das Bild, rund um Los Angeles kommen viele Maschinen direkt aus der Fabrik in Torrance. Tipps für die Region findest du im Planespotting-Guide für Los Angeles.
Weltweit: Von Australien und Neuseeland über Südamerika bis nach Asien ist der R44 auf Farmen, bei Tourbetrieben und in der Ausbildung im Einsatz.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Verkehrslandeplätze mit Hubschrauberschule | hoch | Ausbildung und Vercharterung |
| Flugplatzfeste und Fly-ins | mittel bis hoch | Privatbesitzer und Rundflüge |
| Flugplätze rund um Los Angeles | hoch | Nähe zum Werk, große Flotte |
| Große Verkehrsflughäfen in Mitteleuropa | niedrig | Kaum Kolbenhubschrauber im Linienbetrieb |
Viele R44 senden ADS-B oder zumindest Mode-S-Daten, im Tiefflug ist der Empfang aber oft lückenhaft. Wie du kleine Hubschrauber trotzdem auf der Karte findest, erklärt der Beitrag Hubschrauber auf dem Flugradar verfolgen. Benachrichtigungen für bestimmte Typen oder Kennzeichen richtest du mit dem Guide Flugverfolgungs-Alarme einrichten ein.
Typ R44 auf die Wunschliste
Setz in Planetrack den R44 oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Fototipps speziell für den R44
Beim R44 hast du es mit einem kleinen Motiv und einem Zweiblattrotor zu tun. Beides verlangt etwas Planung.
Rotor in Bewegung zeigen
Zwei schmale Blätter frieren bei kurzer Belichtung zu einem steifen Strich ein. Starte um 1/125 s und geh mit Stabilisator und ruhiger Hand weiter runter, damit eine Rotorscheibe entsteht.
Nah ran, wo erlaubt
Der R44 ist klein. An Flugplätzen kommst du oft näher heran als an großen Airports – nutze die Chance für Details wie Kanzel, Motor und Heck.
Seitenprofil wählen
Von der Seite siehst du die vier Türen, den dünnen Ausleger und das Leitwerk. So lässt sich der Typ auch auf dem Foto eindeutig bestimmen.
Serien schießen
Bei langen Verschlusszeiten sitzt nicht jedes Bild. Fotografiere Serien und wähle später das schärfste aus.
Die Technik ähnelt der bei Propellermaschinen; Details findest du im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. Wann das Licht an deinem Standort passt, berechnest du mit dem Sonnenstand-Planer-Guide; in Planetrack zeigt dir der Sonnenstand-Planer direkt für deinen Spot, wann Gegenlicht droht. Allgemeine Tipps rund um Drehflügler sammelt der Beitrag Hubschrauber spotten, und für die kleinen Flächenflugzeuge am selben Platz hilft dir Kleinflugzeuge erkennen.
Der R44 in der Hubschraubergeschichte
Der R44 steht für die Demokratisierung des Hubschraubers. Was mit dem Bell 47 als ziviler Pionier begann, machte Robinson mit R22 und R44 für viele Privatpiloten und Flugschulen erschwinglich. Der R44 ist dabei das, was im Flächenflug ein viersitziges Reiseflugzeug wie die Cirrus SR22 ist: ein Fluggerät, mit dem man nicht nur fliegen lernt, sondern auch privat unterwegs ist. Hubschraubergeschichte zum Anfassen bietet das Hubschraubermuseum Bückeburg. Und wenn du wissen willst, wie besonders eine Sichtung ist, hilft dir der Beitrag Wie selten ist meine Sichtung? – beim R44 lohnt sich vor allem die Jagd nach Clipper, Cadet und ungewöhnlichen Lackierungen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den R44, wenn …
- du zwei schmale Hauptrotorblätter zählst
- die Kabine vier Türen und zwei Sitzreihen hat
- der Heckausleger rohrdünn ist und einen offenen Heckrotor trägt
- im Tracking-Dienst R44 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- die Kabine sehr klein wirkt – dann könnte es ein R22 sein
- hinten nur Ladefläche statt Sitzen zu sehen ist – das spricht für einen Cadet
- Schwimmer an den Kufen sitzen – dann ist es ein Clipper
Fazit
Der Robinson R44 ist kein spektakulärer Hubschrauber, aber ein äußerst erfolgreicher. Er hat Generationen von Hubschrauberpiloten ausgebildet, Privatleuten den eigenen Hubschrauber ermöglicht und fliegt heute auf allen Kontinenten. Für Spotter ist er ein dankbarer Typ: häufig genug, um ihn regelmäßig zu sehen, und vielfältig genug, um bei Varianten, Kennzeichen und Lackierungen auf Sammeljagd zu gehen. Falls du gerade erst einsteigst, bringt dich der Guide Planespotting für Einsteiger schnell auf Kurs.
Kurzfazit
Zwei schmale Rotorblätter, kleine Glaskanzel mit vier Türen, rohrdünner Heckausleger und kein Turbinenauspuff: Das ist der R44. Fehlen die Rücksitze, ist es ein Cadet, tragen die Kufen Schwimmer, ein Clipper. Belichte für den Rotor eher lang und notier das Kennzeichen – dann wird jede Sichtung zum sauberen Eintrag.
Zusammenfassung
- Frank Robinson entwickelte den R44 als größeren Bruder des Zweisitzers R22; Erstflug war 1990, die FAA-Zulassung folgte Ende 1992.
- Mit Raven (2000) und Raven II (2002) kamen hydraulisch unterstützte Steuerung und ein stärkerer Einspritzmotor, der Cadet ergänzte die Familie ab 2016 als Zweisitzer.
- Bis Ende 2023 entstanden mehr als 6.800 Exemplare – damit ist der R44 einer der häufigsten Hubschrauber überhaupt.
- Erkennbar ist er an Zweiblattrotor, kleiner Glaskanzel, dünnem Heckausleger und dem Fehlen eines Turbinenauspuffs; die genaue Variante klärt das Kennzeichen.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat der Robinson R44?
Der R44 läuft unter dem Code R44. Alle Varianten von Astro bis Cadet teilen sich diesen Code. Welche Version vor dir steht, findest du über das Kennzeichen im Luftfahrzeugregister heraus.
Wie unterscheide ich R22, R44 und R66?
Der R22 ist der kleinste: zwei Sitze nebeneinander, nur zwei Türen, eine winzige Kabine. Der R44 hat vier Sitze in zwei Reihen und vier Türen. Der R66 sieht dem R44 ähnlich, hat aber eine Turbine, deren Abgasrohr hinter dem Rotormast herausragt, und eine etwas größere Kabine. R22 und R44 fliegen mit Kolbenmotor.
Was ist der Unterschied zwischen Raven I und Raven II?
Beide haben hydraulisch unterstützte Steuerung. Der Raven I fliegt mit dem Vergasermotor Lycoming O-540 und einem maximalen Abfluggewicht von 1.089 kg. Der Raven II bekam 2002 den Einspritzmotor IO-540, breitere Rotorblätter und darf mit 1.134 kg starten, was vor allem in großer Höhe und bei Hitze mehr Reserven bringt. Von außen sind die beiden kaum zu unterscheiden.
Was ist der R44 Cadet?
Eine zweisitzige Ausführung auf Basis des Raven I, die Robinson Ende 2015 vorstellte. Statt der Rücksitze gibt es einen Laderaum, der Motor ist auf 210 hp Startleistung gedrosselt und das Abfluggewicht auf 998 kg begrenzt. Gedacht ist der Cadet vor allem für Flugschulen, die mehr Leistungsreserve als beim R22 wollen.
Warum ist der R44 so verbreitet?
Er bietet vier Sitze zu Kosten, die deutlich unter denen von Turbinenhubschraubern liegen. Kolbenmotor, einfache Technik und ein dichtes Händler- und Servicenetz machen ihn für Privatleute, Flugschulen und kleine Betriebe attraktiv. Seit 1999 führt er Jahr für Jahr die Verkaufszahlen der Hubschrauber in der allgemeinen Luftfahrt an.
Was ist ein Clipper?
Die Clipper-Versionen von Raven I und Raven II sind für Einsätze über Wasser ausgerüstet. Sie tragen entweder Notschwimmer, die zusammengerollt an den Kufen sitzen und sich in wenigen Sekunden aufblasen, oder dauerhaft aufgeblasene Schwimmer. Dazu kommt ein verstärkter Korrosionsschutz.
Wo sehe ich in Deutschland einen R44?
Am ehesten an Verkehrslandeplätzen und Sonderlandeplätzen mit Hubschrauberbetrieb, bei Flugschulen, Rundflugbetrieben und auf Flugplatzfesten. Deutsche Hubschrauber tragen Kennzeichen, die mit D-H beginnen. An großen Verkehrsflughäfen ist der R44 dagegen ein eher seltener Gast.
Robinson R44 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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