Das Wichtigste in Kürze
- Der Cabri G2 ist ein zweisitziger Kolbenhubschrauber aus Frankreich, gebaut von Hélicoptères Guimbal am Flugplatz Aix-en-Provence.
- Er ist vor allem ein Schulhubschrauber: Der Großteil der Maschinen fliegt bei Flugschulen, viele davon in Europa.
- Schnellster Erkennungsweg: drei Rotorblätter plus Fenestron im Heck – diese Kombination hat kein anderer kleiner Kolbenhubschrauber.
- Hauptkonkurrent ist der Robinson R22: Der hat nur zwei Blätter, einen offenen Heckrotor und einen sichtbaren Rohrrahmen am Motor.
- Technik aus großen Hubschraubern: Verbundrumpf, energieabsorbierende Sitze und die Zulassung nach CS-27 machen den Cabri zu einem Sonderfall in seiner Klasse.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Guimbal Cabri G2?
- 2.Geschichte: vom Privatprojekt zum Serienhubschrauber
- 3.Technik: große Hubschrauberideen im Kleinformat
- 4.So erkennst du den Cabri G2 in drei Schritten
- 5.Cabri G2, Robinson R22 oder H120?
- 6.Verbreitung: Wo der Cabri fliegt
- 7.Cabri auf dem Flugradar finden
- 8.Fototipps für den Cabri
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Hélicoptères Guimbal, Aix-en-Provence (Les Milles, Frankreich) |
|---|---|
| Konstrukteur | Bruno Guimbal, früher Ingenieur bei Aérospatiale bzw. Eurocopter |
| Erstflug Prototyp | April 1992 |
| Erstflug Serienmaschine | März 2005 |
| EASA-Musterzulassung | Dezember 2007 (nach CS-27) |
| FAA-Musterzulassung | Februar 2015 |
| Erste Auslieferung | 19. September 2008 an die französische Flugschule iXAir |
| Triebwerk | 1 × Lycoming O-360, Vierzylinder-Boxer, gedrosselt auf rund 145 PS Dauerleistung |
| Hauptrotor | 3 Blätter aus Verbundwerkstoff, 7,20 m Durchmesser |
| Heckrotor | Fenestron (ummantelter Heckrotor) |
| Sitzplätze | 2 (nebeneinander) |
| Länge | 6,31 m |
| Höhe | 2,37 m |
| Max. Abflugmasse | 700 kg |
| Zuladung (Herstellerangabe) | 270 kg |
| Kraftstofftank | 170 l, crashresistent |
| Reisegeschwindigkeit | rund 100 kt (ca. 185 km/h) |
| Flugdauer (Herstellerangabe) | bis 4,5 Stunden |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Drei Hauptrotorblätter auf einem kurzen, verkleideten Rotorkopf – ungewöhnlich für einen kleinen Kolbenhubschrauber
- Fenestron statt offenem Heckrotor: Der Heckrotor dreht sich in einem runden Tunnel in der Seitenflosse
- Geschlossener, glatter Rumpf aus Verbundwerkstoff – kein sichtbarer Stahlrohrrahmen, kein offenes Motorabteil
- Kompakte, rundliche Kabine mit großer Verglasung und genau zwei Sitzen nebeneinander
- Kräftiger, nach hinten schmaler werdender Leitwerksträger, der in eine große Seitenflosse mit dem Fenestron übergeht
- Schlanke Kufen und insgesamt kaum größer als ein Robinson R22
Aktualisiert: Oktober 2026 – Am Rand eines kleinen Flugplatzes schwebt ein Hubschrauber knapp über dem Gras. Er ist kaum größer als ein Kleinwagen, aber irgendetwas wirkt anders als beim üblichen Schulhubschrauber: Oben drehen sich drei Blätter, und hinten sitzt kein offener Heckrotor, sondern ein runder Tunnel in der Flosse. Das ist sehr wahrscheinlich ein Guimbal Cabri G2. Der Zweisitzer aus Südfrankreich hat sich in den vergangenen Jahren an vielen europäischen Flugschulen seinen Platz neben dem Robinson R22 erobert. Hier erfährst du, wer hinter dem Cabri steckt, was ihn technisch besonders macht, warum Flugschulen ihn mögen und woran du ihn auf den ersten Blick erkennst.
Der Cabri für deinen Hangar
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Was ist der Guimbal Cabri G2?
Der Cabri G2 ist ein zweisitziger Leichthubschrauber mit Kolbenmotor. Gebaut wird er von Hélicoptères Guimbal, einem unabhängigen Familienunternehmen mit Sitz am Flugplatz Aix-en-Provence im Ortsteil Les Milles, unweit des Flughafens Marseille Provence. Der Hersteller bezeichnet sein Produkt selbstbewusst als „the little big helicopter“ – ein kleiner Hubschrauber mit der Technik der großen.
Die Rolle ist klar: Der Cabri ist in erster Linie ein Ausbildungshubschrauber. Ein Bericht von 2015 nannte einen Anteil von rund 70 Prozent der verkauften Maschinen, die an die Schulung gingen; die französischsprachige Wikipedia spricht für 2019 von etwa drei Vierteln Flugschulen unter den Käufern. Daneben fliegen Cabris bei Privatpiloten, bei kleineren Charter- und Arbeitsbetrieben und in einigen Fällen bei staatlichen Stellen, die damit ihre Grundausbildung abwickeln.
Technisch fällt der Cabri aus der Reihe. Während der klassische Konkurrent, der Robinson R22, auf einen leichten Zweiblattrotor und einen offenen Rohrrahmen setzt, kombiniert der Cabri einen Dreiblatt-Hauptrotor, einen Fenestron-Heckrotor und einen Rumpf aus Verbundwerkstoff. Zugelassen ist er nach der Bauvorschrift CS-27, die für kleine Drehflügler gilt und strenge Anforderungen etwa an die Crashsicherheit stellt.
Geschichte: vom Privatprojekt zum Serienhubschrauber
Hinter dem Cabri steht Bruno Guimbal, ein Ingenieur, der bei Aérospatiale und später bei Eurocopter – dem heutigen Airbus Helicopters – an Hubschraubern arbeitete. In den 1980er-Jahren begann er privat mit dem Entwurf eines kleinen Zweisitzers. Laut Hersteller sollte das Projekt zeigen, dass sich Lösungen aus der nächsten Generation großer Hubschrauber auch im kleinsten Format umsetzen lassen.
Der erste Prototyp flog im April 1992. Aérospatiale bzw. Eurocopter unterstützte die Entwicklung zeitweise, entschied sich aber gegen eine eigene Zulassung und Serienfertigung. Also nahm Guimbal die Sache selbst in die Hand: Im Jahr 2000 gründete er Hélicoptères Guimbal, um das Muster zur Serienreife zu bringen. An der Firma hält er laut Unternehmensangaben bis heute die Mehrheit.
In den Folgejahren machte der Cabri mit Rekorden auf sich aufmerksam. Schon 1996 stellte der Prototyp einen Streckenrekord für Hubschrauber unter 500 Kilogramm auf. Im Jahr 2005 kamen nach Herstellerangaben drei Weltrekorde in seiner Klasse hinzu, darunter Höhen- und Steigrekorde. Im März 2005 flog außerdem die erste Maschine in Serienkonfiguration.
Der entscheidende Schritt folgte im Dezember 2007: Die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA erteilte die Musterzulassung. Für einen kleinen Kolbenhubschrauber war die Zulassung nach den anspruchsvollen CS-27-Regeln ein Novum. Am 19. September 2008 ging die erste Serienmaschine an die französische Flugschule iXAir, im selben Jahr eröffnete Guimbal eine neue Fertigungshalle. Die US-Behörde FAA zog im Februar 2015 nach und öffnete damit den wichtigen nordamerikanischen Ausbildungsmarkt.
Erstflug des Prototyps, damals noch ein Privatprojekt von Bruno Guimbal.
Gründung von Hélicoptères Guimbal in Aix-en-Provence.
Erstflug in Serienkonfiguration und mehrere Klassen-Weltrekorde.
EASA-Musterzulassung nach CS-27.
Erste Auslieferung an die Flugschule iXAir.
FAA-Zulassung für die USA.
Der 200. Cabri G2 wird ausgeliefert.
Auslieferung des 300. Cabri G2.
Ein Seitenzweig der Geschichte führt in die unbemannte Luftfahrt. Aus der Cabri-Zelle entstanden Drohnenprojekte, zunächst mit Eurocopter bzw. EADS, später mit Airbus Helicopters und Naval Group. Das bekannteste Ergebnis ist die VSR700, eine unbemannte Marinedrohne, deren erster autonomer Flug laut Guimbal 2018 stattfand.
Technik: große Hubschrauberideen im Kleinformat
Dreiblattrotor für ruhiges Fliegen und Autorotation
Der Hauptrotor hat drei Blätter aus Verbundwerkstoff und misst 7,20 Meter im Durchmesser. Guimbal betont, dass der Rotor gezielt für die Ausbildung ausgelegt wurde: Er speichert viel Schwung, was Autorotationen – den antriebslosen Sinkflug, den jeder Hubschrauberpilot üben muss – berechenbarer machen soll. Zugleich verzichtet der Hersteller auf kalenderbegrenzte Bauteile im Rotor, was die Wartung vereinfacht.
Fenestron im Heck
Das auffälligste Detail sitzt hinten: Statt eines offenen Heckrotors arbeitet ein Fenestron, also ein mehrblättriger Rotor in einem runden Tunnel der Seitenflosse. Diese Bauweise ist von Airbus-Helicopters-Mustern wie dem H120 bekannt. Der Fenestron ist besser vor Berührungen geschützt und gilt als leiser als ein frei drehender Heckrotor – zwei Pluspunkte für einen Hubschrauber, um den am Boden ständig Flugschüler und Lehrer herumlaufen.
Rumpf und Crashsicherheit
Der Rumpf ist eine Schale aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff. Die Sitze sind energieabsorbierend ausgelegt; laut Hersteller überstehen Insassen in zertifizierten Tests einen senkrechten Aufprall mit rund 2.000 Fuß pro Minute, was etwa einem freien Fall aus fünf Metern entspricht. Der 170-Liter-Tank ist crashresistent ausgeführt. Guimbal stellt den Cabri als einzigen Kolbenhubschrauber dar, der nach CS-27 und dem US-Pendant FAR 27 zugelassen ist – das ist eine Herstelleraussage, sie wird aber häufig als zentrales Verkaufsargument genannt.
Motor und Leistung
Angetrieben wird der Cabri von einem Lycoming O-360, einem luftgekühlten Vierzylinder-Boxer, den viele aus Kleinflugzeugen kennen. Im Cabri ist der Motor gedrosselt und liefert rund 145 PS Dauerleistung. Laut Guimbal reicht das für eine Reisegeschwindigkeit von etwa 100 Knoten, bis zu 4,5 Stunden Flugdauer und eine Zuladung von 270 Kilogramm. Als Kraftstoff nennt der Hersteller Avgas 100LL, UL91 und in Europa hochwertiges Autobenzin.
Im Cockpit sitzen Lehrer und Schüler nebeneinander mit Doppelsteuerung. Statt einer Wand aus Rundinstrumenten nutzt der Cabri ein elektronisches Anzeigesystem, das die wichtigsten Motor- und Rotordaten bündelt und den Piloten entlasten soll. Wer selbst einmal ins Hubschraubercockpit will, findet im Guide Hubschrauberpilot werden den Weg zur Lizenz.
So erkennst du den Cabri G2 in drei Schritten
Für die Bestimmung brauchst du kein langes Teleobjektiv. Drei Beobachtungen reichen, und die erste funktioniert schon, wenn der Hubschrauber noch weit weg ist.
Blätter zählen
Schau auf den stehenden oder langsam drehenden Rotor. Drei Blätter bei einem so kleinen Hubschrauber sind ein sehr starkes Indiz für den Cabri. Robinson R22 und R44 haben nur zwei.
Heck prüfen
Sitzt der Heckrotor in einem runden Tunnel der Seitenflosse, ist es ein Fenestron. Bei einem Zweisitzer mit Kolbenmotor ist das praktisch die Unterschrift des Cabri.
Rumpf ansehen
Der Cabri hat einen geschlossenen, glatten Rumpf ohne sichtbaren Rohrrahmen. Bei den Robinsons erkennst du hinter der Kabine Motor und Gestänge.
Die letzte Bestätigung liefert wie immer das Kennzeichen. Mit ihm schlägst du die Maschine im Luftfahrzeugregister oder in einem Tracking-Dienst nach. Wie die Kennzeichen in Deutschland aufgebaut sind und warum Hubschrauber mit D-H beginnen, erklärt der Beitrag zu deutschen Kennzeichen und Gewichtsklassen; für Großbritannien, wo besonders viele Cabris fliegen, hilft der Guide zu britischen G-Kennzeichen.
Praxis-Tipp für den ersten Blick
Am Boden mit stehendem Rotor sind die drei Blätter am einfachsten zu zählen. Im Schwebeflug von der Seite fällt dagegen der Fenestron sofort auf – such dir also einen Standpunkt, der beide Perspektiven erlaubt.
Cabri G2, Robinson R22 oder H120?
Die meisten Verwechslungen passieren mit den Robinsons und – wegen des Fenestrons – mit dem Turbinenhubschrauber H120. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: kleiner Hubschrauber
Guimbal Cabri G2
Drei Blätter, Fenestron und nur zwei Sitze in einer kompakten Verbundkabine – das ist das typische Cabri-Bild. Prüf zur Sicherheit noch das Kennzeichen.
Robinson R22 oder R44
Zwei Blätter und ein offener Heckrotor sprechen für Robinson. Zwei Sitze bedeuten R22, vier Sitze und zwei Türen pro Seite den R44.
Airbus Helicopters H120
Fenestron und drei Blätter, aber eine größere Kabine und ein Turbinenauspuff deuten auf den H120 (früher EC120 Colibri) hin.
| Merkmal | Cabri G2 | Robinson R22 | Robinson R44 |
|---|---|---|---|
| Hauptrotorblätter | 3 | 2 | 2 |
| Heckrotor | Fenestron | offen, 2 Blätter | offen, 2 Blätter |
| Sitze | 2 | 2 | 4 |
| Rumpf | Verbundschale, geschlossen | Kabine plus sichtbarer Rohrrahmen | Kabine plus teils sichtbarer Rahmen |
| Antrieb | Lycoming O-360 | Lycoming O-360 | Lycoming O-540 |
Mehr zu den Robinsons findest du auf den Seiten zum R44 und zum turbinengetriebenen R66. Wer tiefer in die Bestimmung von Drehflüglern einsteigen will, liest den Guide Hubschraubertypen erkennen.
Verbreitung: Wo der Cabri fliegt
Der Cabri ist ein europäisches Produkt und in Europa entsprechend stark vertreten. Großbritannien gehört zu den wichtigsten Märkten; im Mai 2017 hatte das Land mit 28 Maschinen die größte nationale Cabri-Flotte. Auch in Frankreich, der Heimat des Herstellers, fliegen zahlreiche Exemplare bei Flugschulen und Privatbetreibern.
Guimbal unterhält für Wartung und Schulung ein Netz aus Partnerbetrieben in zahlreichen europäischen Ländern, auch im deutschsprachigen Raum. Außerhalb Europas hat der Cabri seit der FAA-Zulassung auch in Nordamerika und in Asien Kunden gefunden, darunter Ausbildungsbetriebe, einzelne Airlines für die Pilotenschulung und einige Streitkräfte.
In Deutschland ist der Cabri vor allem an Verkehrslandeplätzen mit Hubschrauberschulen zu sehen. Dort fliegen die Maschinen typischerweise Platzrunden, üben Schwebeflug über einer markierten Fläche oder trainieren Autorotationen bis kurz über den Boden. Welche Schulen gerade Cabris einsetzen, ändert sich – ein Blick auf die Websites regionaler Hubschrauberschulen oder ins Kennzeichenregister lohnt sich vor einer Tour.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Verkehrslandeplätze mit Hubschrauberschule | hoch | Typischer Einsatzort für Schulungsflüge |
| Flugplatzfeste und Fly-ins | mittel | Private Halter und Schulen zeigen ihre Maschinen |
| Große Verkehrsflughäfen | niedrig | Schulungsbetrieb findet meist an kleineren Plätzen statt |
| Großbritannien und Frankreich | hoch | Besonders große Cabri-Bestände |
Bestände ändern sich
Schulflotten werden verkauft, verleast oder ausgetauscht. Verlass dich nicht auf alte Listen, sondern prüf vor deiner Tour, welche Maschinen an einem Platz aktuell registriert sind und ob dort gerade geschult wird.
Feste Spotterplätze gibt es für Hubschrauberschulen selten. Viele Plätze haben aber Terrassen, Restaurants oder öffentliche Wege am Zaun, von denen aus du den Schulbetrieb gut beobachten kannst. Gute Gelegenheiten bieten außerdem Flugplatzfeste in Deutschland, bei denen Schulhubschrauber oft am Boden ausgestellt werden. Wie du überhaupt an Hubschrauber herankommst, steht im Guide Hubschrauber spotten.
Kein Cabri mehr verpassen
Setz den Cabri auf die Wunschliste in deinem Hangar und richte Sichtungs-Alarme für Kennzeichen oder Typen ein – Planetrack benachrichtigt dich bei Anflug und Landung. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Cabri auf dem Flugradar finden
Kleine Schulhubschrauber sind auf Tracking-Diensten nicht immer zu sehen. Ob ein Cabri auftaucht, hängt davon ab, ob er mit einem passenden Transponder fliegt und ob in der Gegend Empfänger stehen, die tief fliegende Luftfahrzeuge erfassen. Platzrunden in geringer Höhe fallen oft durchs Raster. Hast du das Kennzeichen, lohnt sich trotzdem eine gezielte Suche – Tipps dazu liefert der Beitrag Hubschrauber auf dem Flugradar finden.
Hilfreich ist auch, die Flugschulen selbst im Blick zu behalten. Viele veröffentlichen Schnupperflüge, Ausbildungsstarts oder Veranstaltungen. Gerade an Wochenenden mit gutem Wetter ist an Schulplätzen oft viel los.
Bereit für deine Cabri-Session?
- Ich kenne einen Flugplatz, an dem mit dem Cabri geschult wird.
- Ich habe geprüft, ob dort am geplanten Tag Flugbetrieb ist.
- Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Ich habe eine Verschlusszeit im Kopf, mit der sich der Rotor bewegt zeigt.
Fototipps für den Cabri
Hubschrauber sind ein eigenes Fotothema, und der Cabri bringt ein paar Besonderheiten mit.
Rotor in Bewegung zeigen
Mit sehr kurzen Verschlusszeiten frierst du die Rotorblätter ein, und der Hubschrauber wirkt wie abgestürzt. Längere Zeiten lassen den Rotor als Scheibe verwischen. Wie du die richtige Zeit findest, erklärt der Guide Propeller fotografieren.
Fenestron ins Bild holen
Das Heck ist das Markenzeichen. Eine Seitenansicht oder ein Dreiviertelblick von hinten zeigt den Tunnel in der Flosse am deutlichsten.
Schwebeflug nutzen
Beim Schwebetraining steht der Cabri lange nahezu an einer Stelle. Das gibt dir Zeit für Bildaufbau, Belichtung und mehrere Varianten.
Licht im Rücken
Die glatte Verbundkabine spiegelt stark. Mit der Sonne im Rücken bleiben Lackierung und Kennzeichen gut lesbar.
Wann das Licht an deinem Platz passt, kannst du vorab berechnen; wie das geht, steht im Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Falls du in Frankreich unterwegs bist, etwa in der Provence nahe dem Herstellerwerk, lies vorher den Beitrag zum Fotografieren an französischen Flughäfen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den Cabri G2, wenn …
- du drei Hauptrotorblätter zählst
- das Heck einen Fenestron hat
- die Kabine nur zwei Sitze nebeneinander bietet
- kein Rohrrahmen und kein offener Motor sichtbar sind
Sieh genauer hin, wenn …
- der Hubschrauber nur von vorn zu sehen ist und das Heck verdeckt bleibt
- der Rotor sich schnell dreht und du die Blätter nicht zählen kannst
- der Rumpf größer wirkt als erwartet – dann könnte es ein H120 sein
Es ist kein Cabri G2, wenn …
- nur zwei Rotorblätter vorhanden sind
- ein offener Heckrotor am Ausleger sitzt
- du einen Turbinenauslass oder mehr als zwei Sitze siehst
- die Kabine eine große Glaskuppel mit sichtbarem Gitterrahmen ist – dann bist du eher bei einer Bell 47
Einen Blick in die Geschichte der Drehflügler bekommst du im Hubschraubermuseum Bückeburg, wo du die Entwicklung vom frühen Hubschrauber bis zu modernen Mustern nachvollziehen kannst. Und falls du mit dem Spotten gerade erst anfängst: Der Einstieg Planespotting für Einsteiger bringt dich schnell auf Kurs.
Fazit
Der Cabri G2 ist der Beweis, dass ein kleiner Hubschrauber nicht nach dem Muster der 1970er-Jahre gebaut sein muss. Bruno Guimbal hat Dreiblattrotor, Fenestron und Verbundrumpf aus der Welt der großen Hubschrauber in einen Zweisitzer übertragen und damit eine echte Alternative zum Robinson R22 geschaffen. Für Spotter ist er dankbar: Drei Blätter und der Fenestron machen die Bestimmung leicht, und an Plätzen mit Hubschrauberschule ist er oft stundenlang in der Luft.
Kurzfazit
Drei Rotorblätter, Fenestron im Heck, zwei Sitze in einer glatten Verbundkabine: Das ist der Guimbal Cabri G2. Wer ihn gezielt sucht, schaut an Verkehrslandeplätzen mit Hubschrauberschule vorbei – in Großbritannien und Frankreich besonders häufig, aber auch im deutschsprachigen Raum.
Zusammenfassung
- Bruno Guimbal entwarf den Cabri als privates Projekt, der Prototyp flog im April 1992; 2000 gründete er seine eigene Firma, um das Muster zu industrialisieren.
- Nach der EASA-Zulassung im Dezember 2007 ging die erste Serienmaschine im September 2008 an eine französische Flugschule; 2022 lieferte Guimbal den 300. Cabri aus.
- Dreiblattrotor, Fenestron und Kohlefaserrumpf übertragen Bauprinzipien großer Hubschrauber auf einen Zweisitzer und zielen auf sichere Autorotationsübungen in der Ausbildung.
- Spotter finden den Cabri vor allem an Verkehrslandeplätzen mit Hubschrauberflugschule – erkennbar an drei Blättern und dem Fenestron.
Häufige Fragen
Woher kommt der Name Cabri?
„Cabri“ ist im Französischen ein Wort für ein junges Zicklein. Laut der deutschsprachigen Wikipedia steckt dahinter zugleich ein Akronym: „Comfort in Autorotation Belongs to Rotor Inertia“ – also sinngemäß, dass bequeme Autorotationen von der Trägheit des Rotors abhängen. Das beschreibt ziemlich gut, worauf Bruno Guimbal beim Rotor Wert gelegt hat.
Wie unterscheide ich Cabri G2 und Robinson R22?
Am schnellsten über Rotor und Heck. Der Cabri G2 hat drei Rotorblätter und einen Fenestron, also einen ummantelten Heckrotor in der Seitenflosse. Der R22 hat zwei Blätter, einen offenen Zweiblatt-Heckrotor und hinter der Kabine einen sichtbaren Stahlrohrrahmen mit Motor. Der Cabri wirkt geschlossener und glatter.
Hat der Cabri G2 eine Turbine?
Nein. Er fliegt mit einem Lycoming O-360, einem luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor, wie er auch in vielen Kleinflugzeugen steckt. Der Motor ist im Cabri gedrosselt und läuft mit Flugbenzin wie Avgas 100LL; der Hersteller nennt außerdem UL91 und in Europa hochwertiges Autobenzin als zugelassene Kraftstoffe.
Warum hat ein so kleiner Hubschrauber einen Fenestron?
Bruno Guimbal kam aus der Entwicklung bei Aérospatiale und Eurocopter, wo der Fenestron seit Langem verbaut wird. Der ummantelte Heckrotor ist besser gegen Berührungen geschützt als ein offener Rotor und gilt als leiser. Für einen Schulhubschrauber, um den am Boden viele Menschen herumlaufen, ist beides ein Argument.
Wie viele Cabri G2 gibt es?
Laut Hersteller wurde 2017 der 200. und 2022 der 300. Cabri G2 ausgeliefert. Neuere Gesamtzahlen veröffentlicht Guimbal nicht in einer leicht überprüfbaren Form, deshalb solltest du aktuelle Bestandszahlen mit Vorsicht behandeln.
Wo sehe ich in Deutschland einen Cabri G2?
Am ehesten an Verkehrslandeplätzen, an denen Hubschrauberflugschulen ausbilden. Dort üben Flugschüler Schwebeflug, Platzrunden und Autorotationen. Deutsche Zivilhubschrauber tragen Kennzeichen, die mit D-H beginnen; in Österreich beginnt das Kennzeichen mit OE-X, in der Schweiz mit HB-Z.
Welchen ICAO-Typcode hat der Cabri G2?
Der Cabri G2 hat einen eigenen Eintrag im ICAO-Verzeichnis der Luftfahrzeugmuster (Doc 8643). Weil kleine Hubschrauber oft ohne Flugplan fliegen, ist der Code fürs Spotten aber weniger wichtig als bei Verkehrsflugzeugen. Den gültigen Code prüfst du am besten direkt in der ICAO-Datenbank oder im Tracking-Dienst über das Kennzeichen.
Guimbal Cabri G2 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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