Das Wichtigste in Kürze
- Der erste zivil zugelassene Hubschrauber: Am 8. März 1946 erhielt der Bell 47 in den USA seine Zulassung für den zivilen Betrieb.
- Sofort zu erkennen an Glaskuppel, Gitterrohr-Heckausleger und offen sitzendem Kolbenmotor – kaum ein Hubschrauber hat eine so eindeutige Silhouette.
- Massenhubschrauber seiner Zeit: Von 1946 bis 1974 entstanden über 5.600 Maschinen, auch in Italien, Großbritannien und Japan.
- Militärisch als H-13 Sioux bekannt: Im Koreakrieg flog er Verwundete aus, später wurde er durch die Serie M*A*S*H weltberühmt.
- Heute eine Rarität: Flugfähige Exemplare findest du vor allem bei Oldtimer-Treffen, Airshows und privaten Haltern, viele weitere stehen in Museen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Bell 47?
- 2.Geschichte: von Arthur Youngs Modell zum Welterfolg
- 3.Die wichtigsten Versionen
- 4.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 5.Im Einsatz: Korea, MAS*H und Landwirtschaft
- 6.Bell 47 in Deutschland, Österreich und der Schweiz
- 7.Wo du flugfähige und ausgestellte Exemplare siehst
- 8.Bell 47, Bell 206 oder Robinson R22?
- 9.Fototipps speziell für den Bell 47
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Bell Aircraft (später Bell Helicopter), Lizenzbau bei Agusta, Westland und Kawasaki |
|---|---|
| Konstrukteur | Arthur M. Young, Weiterentwicklung des Bell Model 30 |
| ICAO-Typcode | B47G (Bell 47G und Militärversionen), B47J (47J Ranger) |
| Erstflug | 8. Dezember 1945 |
| Zulassung | 8. März 1946 – erster zivil zugelassener Hubschrauber der USA |
| Bauzeit | 1946–1974 |
| Stückzahl | über 5.600 inklusive Lizenzbau |
| Antrieb | je nach Version ein Kolbenmotor von Franklin oder Lycoming, rund 175 bis 305 PS |
| Hauptrotor | zwei Blätter, Durchmesser 11,33 m (47G-3B) |
| Länge (47G-3B) | 9,63 m |
| Leermasse (47G-3B) | rund 860 kg |
| Max. Abfluggewicht (47G-3B) | rund 1.340 kg |
| Höchstgeschwindigkeit (47G-3B) | rund 170 km/h, Reise etwa 135 km/h |
| Reichweite (47G-3B) | rund 400 km |
| Sitzplätze | je nach Version zwei bis vier |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Große, runde Plexiglaskuppel über Pilot und Passagier – das berühmte „Goldfischglas“ der 47D und 47G
- Offener Heckausleger aus Gitterrohren statt eines geschlossenen Rumpfrohrs
- Freiliegender Kolbenmotor senkrecht hinter der Kabine, gut sichtbar von der Seite
- Zwei breite Hauptrotorblätter mit einer Stabilisierungsstange quer unter dem Rotorkopf
- Bei der 47G zwei Satteltanks links und rechts oberhalb des Motors
- Einfaches Kufenlandegestell, oft mit seitlich montierten Tragen bei Militär- und Rettungsversionen
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner Hubschrauber knattert über das Flugfeld, die Kabine ist eine einzige runde Glasblase, dahinter sitzt ein offener Motor, und das Heck besteht aus nichts als filigranen Rohren: Das ist ein Bell 47. Der Typ war 1946 der erste Hubschrauber, der in den USA für den zivilen Betrieb zugelassen wurde, und ist bis heute eines der bekanntesten Fluggeräte überhaupt. Hier erfährst du, wie es zu diesem Klassiker kam, welche Versionen es gibt, woran du sie unterscheidest und wo du noch flugfähige Exemplare vor die Linse bekommst.
Oldtimer für deinen Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Bell-47-Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen und Spot in deinem Hangar fest – ob auf dem Oldtimer-Treffen oder im Museum. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist der Bell 47?
Der Bell 47 ist ein leichter Hubschrauber mit Kolbenmotor und einem Zweiblatt-Hauptrotor. Je nach Version bietet er Platz für zwei bis vier Personen, der Antrieb stammt von Franklin oder Lycoming und leistet zwischen rund 175 und 305 PS. Gebaut wurde er von 1946 bis 1974, insgesamt entstanden mehr als 5.600 Maschinen. Damit war er über Jahrzehnte der Standard-Leichthubschrauber der westlichen Welt.
Die bekannteste Ausführung ist die 47G. In der Version 47G-3B mit Turbolader misst der Hauptrotor gut elf Meter, das maximale Abfluggewicht liegt bei rund 1,3 Tonnen. Mit einer Reisegeschwindigkeit um 135 km/h und einer Reichweite von etwa 400 Kilometern ist er kein Sprinter – dafür robust, einfach gebaut und von Generationen von Piloten geflogen.
Seinen Platz in der Luftfahrtgeschichte verdankt er einem Datum: Am 8. März 1946 bekam der Bell 47 in den USA als erster Hubschrauber eine Zulassung für den zivilen Einsatz. Die erste Maschine an einen zivilen Kunden ging am 31. Dezember 1946 an Helicopter Air Transport.
Geschichte: von Arthur Youngs Modell zum Welterfolg
Hinter dem Bell 47 steht der Erfinder Arthur M. Young. Er hatte zunächst mit Modellhubschraubern experimentiert und überzeugte Bell Aircraft, ein manntragendes Versuchsmuster zu bauen. Daraus entstand das Bell Model 30, das im Juni 1943 erstmals flog. Aus dem dritten Model-30-Prototyp entwickelte Bell den Bell 47, dessen Erstflug am 8. Dezember 1945 stattfand.
Nach der Zulassung im März 1946 ging der Typ in Serie. Die US-Streitkräfte bestellten ihn früh: Die Armee führte ihn als H-13 Sioux, die Marine als HTL. Die 47B war die erste zivile Serienversion.
Schon früh stellte der Bell 47 Rekorde auf. Am 13. Mai 1949 erreichte er eine Höhe von rund 5.650 Metern. Am 17. September 1952 flog Elton J. Smith mit einer 47D-1 nonstop rund 1.959 Kilometer von Hurst in Texas bis zum Bell-Werk bei Niagara Falls im Bundesstaat New York. Dieser Streckenrekord für Hubschrauber mit Kolbenmotor gilt nach gängigen Angaben bis heute.
Weil die Nachfrage weltweit groß war, vergab Bell Lizenzen. Agusta in Italien baute den Typ als Agusta-Bell AB 47, Westland in Großbritannien als Sioux für das britische Militär und Kawasaki in Japan ab 1952; dort entstand daraus auch die viersitzige Weiterentwicklung KH-4. Die Hubschraubersparte von Agusta ist heute Teil von Leonardo.
1974 endete die Fertigung. Im Februar 2010 gingen die Musterzulassungen an Scott’s Helicopter Services in den USA über, die den Typ seither als Zulassungsinhaber betreut. Eine angekündigte neue Version mit Turbine, die 47GT-6, ist nach verfügbaren Angaben nie in Serie gegangen.
Die wichtigsten Versionen
Über fast drei Jahrzehnte entwickelte Bell den Typ immer weiter. Für Spotter ist vor allem wichtig, wie sich die Versionen äußerlich unterscheiden.
| Version | Merkmal | Bemerkung |
|---|---|---|
| 47B | frühe zivile Serienversion | parallel entstanden Militärmuster wie YR-13 und HTL-1 |
| 47D / 47D-1 | erste Versionen mit Glaskuppel, D-1 mit offenem Gitterrohr-Heck und drei Sitzen | ab 1949, Rekordmaschine von 1952 |
| 47G | Satteltanks, Franklin-Motor mit rund 200 PS | ab 1953, meistgebaute Familie |
| 47G-2 | Lycoming VO-435 | auch bei der Bundeswehr |
| 47G-3B | Turbolader-Motor Lycoming TVO-435 mit rund 280 PS | mehr Leistung in Höhe und Hitze; Basis der britischen Westland Sioux AH.1 (47G-3B-1) |
| 47G-4 / G-5 | stärkerer Motor bzw. einfache Mehrzweck- und Agrarversion | Spätserien der G-Familie |
| 47J Ranger | geschlossene Kabine für vier Personen, verkleideter Heckausleger | sieht deutlich „moderner“ aus |
| H-13 Sioux / HTL | Militärversionen | Korea, Ausbildung, Verbindung |
Die 47J Ranger fällt dabei aus der Reihe: Sie hat keine offene Glasblase, sondern eine geschlossene Kabine mit Platz für vier Personen und einen verkleideten Heckausleger. Wer nur die Glaskuppel als Erkennungszeichen kennt, wird bei ihr leicht unsicher.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Kaum ein Hubschrauber ist so leicht zu erkennen wie der Bell 47 – zumindest in seinen klassischen Versionen 47D und 47G.
Auf die Kuppel achten
Die Kabine ist eine große, fast kugelrunde Plexiglasblase. In Deutschland wurde sie scherzhaft „Goldfischglas“ genannt. Kaum ein anderer verbreiteter Hubschrauber hat eine so offene Kanzel.
Heckausleger ansehen
Bei den meisten 47D-1 und 47G besteht das Heck aus einem offenen Gitterrohr-Rahmen. Du siehst durch ihn hindurch – ein moderner Hubschrauber hat hier ein geschlossenes Rohr.
Motor suchen
Hinter der Kabine sitzt der Kolbenmotor fast frei sichtbar, bei der 47G flankiert von zwei Satteltanks. Von der Seite erkennst du Zylinder und Auspuff.
Rotor zählen
Zwei breite Blätter, dazu eine querliegende Stabilisierungsstange unter dem Rotorkopf. Drei oder mehr Blätter schließen den Bell 47 aus.
Die letzte Sicherheit liefert das Kennzeichen. Deutsche Hubschrauber tragen D-H, österreichische OE-X; wie die Systeme funktionieren, erklären die Beiträge zu deutschen Luftfahrzeugkennzeichen und österreichischen OE-Kennzeichen. Mit dem Kennzeichen findest du heraus, welche Version vor dir steht und wie alt sie ist – mehr dazu im Guide Flugzeugalter herausfinden.
Praxis-Tipp: Das Geräusch verrät ihn
Ein Bell 47 mit Kolbenmotor klingt nicht wie ein Turbinenhubschrauber. Das tiefe Knattern des Kolbenmotors und das langsame „Wopp-wopp“ des Zweiblattrotors hörst du oft, bevor du ihn siehst. Kamera bereithalten, sobald es so klingt.
Im Einsatz: Korea, MAS*H und Landwirtschaft
Der Bell 47 war ein Arbeitstier in vielen Rollen. Bei der US-Armee flog er als H-13 Sioux im Koreakrieg für Aufklärung, Suche und Rettung und vor allem für den Transport Verwundeter. Dafür montierte man Tragen außen an den Kufen, die Verletzten lagen also neben der Kabine im Freien. Das Bild prägte sich ein – die Fernsehserie MAS*H machte den H-13 als Lazarett-Hubschrauber weltberühmt.
Zivil flog der Bell 47 für Landwirtschaft und Sprühflüge, für Vermessung, Leitungsbau und Ausbildung. Viele Hubschrauberpiloten der Nachkriegsjahrzehnte lernten auf ihm das Fliegen. Wer sich für den Weg ins Cockpit interessiert, findet im Beitrag Hubschrauberpilot werden einen Überblick über die heutige Ausbildung.
Auch die Popkultur liebte den Typ. Das ABBA-Album Arrival von 1976 zeigt die vier Bandmitglieder in der Kuppel eines Bell 47, und im Kriegsfilm Agenten sterben einsam (Where Eagles Dare) von 1968 landet ein Bell 47 auf der Burg – gedreht auf der Burg Hohenwerfen bei Salzburg.
Bell 47 in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Im deutschsprachigen Raum hat der Bell 47 deutliche Spuren hinterlassen.
Deutschland: Die Bundeswehr flog bis Mitte der 1970er-Jahre insgesamt 45 Bell 47G-2 beziehungsweise in Italien gebaute Agusta-Bell AB 47G-2. Wie Bundeswehr-Luftfahrzeuge gekennzeichnet sind, erklärt der Beitrag zu Militärkennzeichen der Bundeswehr. Zivil flogen Bell 47 unter anderem bei Luftarbeitsfirmen.
Österreich: Das Bundesheer setzte mehrere Varianten ein, darunter 17 H-13H, neun Agusta-Bell AB 47G und einen Bell 47G.
Schweiz: Für die Rega war ein gespendeter Bell 47J im Jahr 1957 der erste eigene Helikopter – der Anfang der heute so bekannten Schweizer Luftrettung.
Militärische Bell 47 gibt es nur noch im Museum
In Bundeswehr und Bundesheer fliegt längst kein Bell 47 mehr. Was du heute siehst, sind private Oldtimer mit zivilem Kennzeichen oder Ausstellungsstücke. Welche Maschinen gerade flugfähig sind, ändert sich laufend.
Wo du flugfähige und ausgestellte Exemplare siehst
Im Alltag ist ein Bell 47 eine echte Rarität. Viele Maschinen sind aber in privater Hand und fliegen bis heute, in den USA ist der Bestand noch vergleichsweise groß. In Europa sind deine besten Chancen Oldtimer-Treffen, Airshows und Museen.
Am bekanntesten ist der Bell 47 der Flying Bulls: ein restaurierter, flugfähiger 47 G-3B-1 aus dem Baujahr 1966 mit dem Kennzeichen OE-XDM, umgerüstet in der Soloy-Ausführung mit Turbine statt Kolbenmotor. Er steht im Hangar-7 in Salzburg und ist laut Flying Bulls derselbe Hubschrauber, der in Agenten sterben einsam zu sehen war. Vom Spot am Hangar-7 am Flughafen Salzburg hast du die Flotte im Blick.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Hangar-7 / Flughafen Salzburg | hoch (am Boden) | flugfähiger Bell 47 G-3B-1 der Flying Bulls, OE-XDM |
| Hubschraubermuseum Bückeburg | sicher (am Boden) | Bell 47G-2 in der Ausstellung |
| Flugausstellung Hermeskeil | sicher (am Boden) | Bell 47 in der großen Hubschraubersammlung |
| Volandia bei Mailand-Malpensa | sicher (am Boden) | Bell 47 in der Hubschrauber-Abteilung |
| Oldtimer-Fliegertreffen | mittel | private Halter zeigen ihre Bell 47 im Flug |
| Normaler Flughafenbetrieb | sehr niedrig | höchstens Überführungen einzelner Privatmaschinen |
Im Hubschraubermuseum Bückeburg steht ein Bell 47G-2, also genau die Version, die auch die Bundeswehr flog. In der Flugausstellung Hermeskeil gehört die Bell 47 mit ihrer Glaskuppel zur umfangreichen Hubschraubersammlung. In Italien zeigt das Volandia an der Spotting-Position Volandia am Flughafen Mailand-Malpensa die Geschichte des italienischen Hubschrauberbaus, zu der die Lizenz-Bell gehören.
Fliegend erwischst du einen Bell 47 am ehesten bei Oldtimer-Veranstaltungen. Eine gute Adresse für historische Luftfahrzeuge im Flug ist das Oldtimer-Fliegertreffen Hahnweide; allgemein hilft der Überblick Airshows in Europa für Planespotter. Welche Maschinen bei einer Veranstaltung tatsächlich fliegen, steht erst im aktuellen Programm.
Bell 47 auf die Wunschliste
Setz den Bell 47 oder ein bestimmtes Kennzeichen wie OE-XDM in Planetrack auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn er an einem Flughafen in deiner Nähe anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Bell 47, Bell 206 oder Robinson R22?
Bei kleinen Hubschraubern mit Zweiblattrotor sind Verwechslungen möglich. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: kleiner Hubschrauber mit zwei Rotorblättern
Bell 47
Glasblase, Gitterrohr-Heck und offener Kolbenmotor: Das ist der Klassiker von 1946. Notier das Kennzeichen, um die Version zu bestimmen.
Bell 206 JetRanger
Der Nachfolger in der Bell-Familie hat eine geschlossene Zelle und eine Turbine. Er teilt mit dem Bell 47 nur noch den Zweiblattrotor.
Robinson R22
Ebenfalls Kolbenmotor und zwei Blätter, aber viel kleiner und mit einem sehr dünnen, geschlossenen Heckrohr. Typischer Schulhubschrauber.
Der Bell 206 JetRanger löste den Bell 47 in vielen Rollen ab, der Robinson R22 übernahm später seinen Platz als günstiger Schulhubschrauber mit Kolbenmotor. Auch beim Militär folgte Bell mit Turbinen: Die UH-1 „Huey“ wurde zum Symbol des Vietnamkriegs, so wie der H-13 zuvor für Korea stand. Einen breiteren Überblick gibt der Guide Hubschraubertypen erkennen.
Fototipps speziell für den Bell 47
Der Bell 47 ist ein unglaublich fotogenes Motiv: Durch die Glaskuppel siehst du den Piloten, durch das Gitterrohr-Heck den Himmel. Ein paar Punkte helfen.
Rotor verwischen
Der Zweiblattrotor dreht vergleichsweise langsam. Bei zu kurzer Verschlusszeit stehen die Blätter still. Starte im Flug bei etwa 1/125 s oder länger und zieh sauber mit.
Durch die Kuppel fotografieren
Mit dem Licht im Rücken siehst du Pilot und Instrumente durch die Plexiglasblase. Im Gegenlicht spiegelt die Kuppel stark – das kann reizvoll sein, verdeckt aber das Innere.
Seitenprofil wählen
Nur im Profil wirken Glaskuppel, offener Motor und Gitterrohr-Heck zusammen. Frontal wirkt der Bell 47 wie eine schwebende Blase.
Details am Boden
Steht er im Museum oder auf dem Vorfeld, lohnen Nahaufnahmen vom Motor, von den Satteltanks und vom Gitterrohr-Heck. Diese Bauweise siehst du an modernen Hubschraubern nicht mehr.
Die Verschlusszeit-Technik ist dieselbe wie bei Propellermaschinen, Details findest du in Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. Für Flugtage hilft der Guide Airshows fotografieren, und Grundlagen zu Drehflüglern liefert Hubschrauber spotten. Wer Oldtimer generell sicherer bestimmen möchte, liest Oldtimer am Himmel erkennen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den Bell 47, wenn …
- die Kabine eine große, runde Plexiglasblase ist
- der Heckausleger aus offenen Gitterrohren besteht
- hinter der Kabine ein freiliegender Kolbenmotor sitzt
- du genau zwei breite Hauptrotorblätter zählst
Sieh genauer hin, wenn …
- die Kabine geschlossen ist, das Heck aber verkleidet wirkt – das kann eine 47J Ranger sein
- die Maschine sehr klein und schmal ist – dann ist es eher ein Robinson R22
- du einen Kawasaki-Hubschrauber mit geschlossener Kuppel, Türen und vier Sitzen siehst – das kann ein KH-4 sein
Es ist kein Bell 47, wenn …
- du drei oder mehr Hauptrotorblätter zählst
- eine Turbine mit Abgasrohr unter einer Verkleidung sitzt
- das Heck einen Fenestron trägt
Wie selten deine Sichtung tatsächlich ist, kannst du mit dem Beitrag Wie selten ist meine Sichtung? einschätzen – ein fliegender Bell 47 in Europa landet dabei zuverlässig weit oben.
Fazit
Der Bell 47 ist der Hubschrauber, mit dem die zivile Drehflügler-Luftfahrt in den USA ihren Anfang nahm. Glaskuppel, Gitterrohr-Heck und offener Kolbenmotor machen ihn unverwechselbar, und seine Geschichte reicht vom Rekordflug über Korea und MAS*H bis zur ersten Rega-Maschine. Heute fliegt er nur noch bei Liebhabern – umso größer ist die Freude, wenn du einen in der Luft erwischst.
Kurzfazit
Glasblase, Gitterrohr-Heck, zwei Rotorblätter und ein Kolbenmotor zum Anschauen: Das ist der Bell 47. Am sichersten findest du ihn in Museen wie Bückeburg und Hermeskeil oder im Hangar-7, fliegend bei Oldtimer-Treffen – belichte etwas länger und notier das Kennzeichen.
Zusammenfassung
- Arthur M. Young entwickelte bei Bell aus dem Versuchsmuster Model 30 den Bell 47, der im Dezember 1945 erstmals flog und im März 1946 die zivile Zulassung bekam.
- Die Glaskuppel kam mit der 47D, die 47G ab 1953 brachte Satteltanks und wurde zur meistgebauten Version; die 47J Ranger hatte eine geschlossene Kabine.
- In Deutschland und Österreich flog der Typ bei Heer und Bundesheer, in der Schweiz war ein Bell 47J der erste eigene Helikopter der Rega.
- Zum Bestimmen reichen Kuppel, Gitterrohr-Heck und Zweiblattrotor; das Kennzeichen verrät Version und Geschichte.
Häufige Fragen
Warum gilt der Bell 47 als so bedeutend?
Er erhielt am 8. März 1946 als erster Hubschrauber in den USA eine Zulassung für den zivilen Betrieb. Damit steht er am Anfang der kommerziellen Hubschrauberluftfahrt – für Landwirtschaft, Luftarbeit, Ausbildung, Rettung und Militär.
Welchen ICAO-Typcode hat der Bell 47?
In der Regel steht die 47G samt Militärversionen unter B47G, die viersitzige 47J Ranger unter B47J. Da viele Oldtimer kein ADS-B senden, ist der Bell 47 auf Tracking-Diensten aber oft gar nicht oder nur lückenhaft zu sehen.
Was hat der Bell 47 mit M*A*S*H zu tun?
Die US-Armee setzte den Bell 47 unter der Bezeichnung H-13 Sioux im Koreakrieg unter anderem für Verwundetentransporte ein, mit Tragen außen an den Kufen. Genau dieses Bild griff die Fernsehserie M*A*S*H auf, in der der H-13 die Verwundeten ins Lazarett bringt.
Wie viele Bell 47 wurden gebaut?
Über die gesamte Bauzeit von 1946 bis 1974 entstanden mehr als 5.600 Maschinen. Dazu zählen auch die Lizenzbauten von Agusta in Italien, Westland in Großbritannien und Kawasaki in Japan. Manche Quellen nennen sogar rund 6.000.
Fliegt der Bell 47 heute noch?
Ja, aber selten. Viele Exemplare sind in privater Hand und fliegen als Oldtimer. Die Musterzulassungen liegen seit Februar 2010 bei Scott’s Helicopter Services in den USA, die den Typ als Zulassungsinhaber betreut. Eine angekündigte Turbinenversion 47GT-6 ist bislang nicht in Serie gegangen.
Wo sehe ich in Österreich einen flugfähigen Bell 47?
Die Flying Bulls in Salzburg besitzen einen restaurierten, flugfähigen Bell 47 G-3B-1 aus dem Baujahr 1966 mit dem Kennzeichen OE-XDM. Es ist eine sogenannte Soloy-Version, bei der der Kolbenmotor durch eine Turbine ersetzt wurde. Er ist im Hangar-7 ausgestellt; ob er bei einer Veranstaltung fliegt, hängt vom jeweiligen Programm ab.
Wie unterscheide ich Bell 47 und Bell 206?
Der Bell 47 hat eine offene Glaskuppel, einen sichtbaren Kolbenmotor und meist einen Gitterrohr-Heckausleger. Der Bell 206 JetRanger hat einen geschlossenen, tropfenförmigen Rumpf, eine Turbine unter einer Verkleidung und einen geschlossenen Heckausleger. Gemeinsam ist beiden der Zweiblatt-Hauptrotor.
Bell 47 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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