Das Wichtigste in Kürze
- Der R66 ist Robinsons erster Turbinenhubschrauber: fünf Sitze, eine Rolls-Royce-RR300-Turbine, Zweiblattrotor und Kufen.
- Schnellster Erkennungsweg: Robinson-Form plus größere Kabine und Turbinenauspuff oben hinter dem Mast – der R44 wirkt kleiner und hat einen Kolbenmotor.
- Er schließt eine Lücke: Der R66 liegt über dem Kolben-Viersitzer R44, aber unter etablierten Turbinenmustern wie Bell JetRanger oder Airbus H125.
- Versionen für viele Aufgaben: Polizei, Fernsehberichterstattung, Wasserflug mit Notschwimmern, Außenlast und militärische Ausbildung.
- In Tracking-Diensten erscheint der Typ als R66 – der R44 läuft unter R44, der R22 unter R22.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Robinson R66?
- 2.Entstehung: Robinson wagt den Schritt zur Turbine
- 3.Technik: Was den R66 ausmacht
- 4.Versionen: Vom Privathubschrauber bis zum Polizeieinsatz
- 5.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 6.R66, R44 oder R22? Die Abgrenzung in der Familie
- 7.R66, JetRanger oder H120? Die Turbinen-Konkurrenz
- 8.Einsatzbereiche: Wofür der R66 fliegt
- 9.Wo du den R66 antriffst
- 10.Fototipps für den R66
- 11.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 12.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Robinson Helicopter Company, Torrance (Kalifornien, USA) |
|---|---|
| Familie | Robinson R22 / R44 / R66 |
| ICAO-Typcode | R66 |
| Erstflug | 7. November 2007 |
| FAA-Zulassung | 25. Oktober 2010 |
| EASA-Zulassung | 2014 |
| Triebwerk | 1 × Rolls-Royce RR300, im R66 begrenzt auf 270 shp Start- und 224 shp Dauerleistung |
| Hauptrotor | 2 Blätter, rund 10,06 m Durchmesser |
| Heckrotor | offen, 2 Blätter |
| Höhe | rund 3,48 m |
| Sitzplätze | 5 (Pilot + 4 Passagiere), Polizeiversion 4 |
| Max. Abfluggewicht | 1.225 kg, Utility-Version mit Außenlast 1.315 kg |
| Leergewicht (ca.) | rund 585 kg |
| Tankinhalt | rund 279 l Jet-A (73,6 US-Gallonen) |
| Reisegeschwindigkeit | rund 110 kt (rund 204 km/h) |
| Höchstgeschwindigkeit (Vne) | 140 kt (rund 259 km/h), bei hohem Gewicht niedriger |
| Reichweite (ohne Reserve) | rund 350 nm (rund 650 km) |
| Max. Betriebshöhe | 14.000 ft (rund 4.270 m) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Typische Robinson-Silhouette: rundliche, stark verglaste Kabine, dünner Leitwerksträger und hoch aufragender Rotormast
- Zweiblatt-Hauptrotor und offener Zweiblatt-Heckrotor – wie bei R22 und R44
- Spürbar breitere und höhere Kabine als beim R44, hinten sitzen drei statt zwei Personen
- Abgasrohr der Turbine oben hinter dem Rotormast statt des Kolbenmotor-Auspuffs des R44
- Eigener Gepäckraum hinter der Kabine – der R66 ist der erste Robinson mit Laderaum
- Festes Kufenlandegestell, bei der Marine-Version mit aufblasbaren Notschwimmern, bei der Polizeiversion mit Kameraturm unter dem Bug
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner Hubschrauber mit der unverkennbaren Robinson-Kabine zieht über den Flugplatz, aber irgendetwas passt nicht zum vertrauten R44: Die Kabine wirkt bauchiger, statt des Kolbenmotor-Brummens hörst du das Pfeifen einer Turbine. Sehr wahrscheinlich ist das ein Robinson R66. Der Fünfsitzer ist der erste Turbinenhubschrauber des kalifornischen Herstellers und bringt das Robinson-Prinzip – einfach, leicht, günstig im Betrieb – in die Turbinenklasse. Hier erfährst du, wie du ihn sicher bestimmst, worin er sich vom R44 unterscheidet und wofür er fliegt.
Turbinen-Robinson für deinen Hangar
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Was ist der Robinson R66?
Der R66 ist ein einmotoriger Leichthubschrauber mit Turbinenantrieb für einen Piloten und vier Passagiere. Gebaut wird er von der Robinson Helicopter Company in Torrance bei Los Angeles, die Frank Robinson 1973 gegründet hat. Bekannt wurde das Unternehmen mit dem zweisitzigen Robinson R22 und dem viersitzigen Robinson R44, beide mit Kolbenmotor. Der R66 ist der logische nächste Schritt: Er übernimmt die bewährte Grundauslegung, ersetzt aber den Kolbenmotor durch eine Gasturbine.
Angetrieben wird er von einer Rolls-Royce RR300. Im R66 ist die Turbine auf 270 shp Startleistung (für maximal fünf Minuten) und 224 shp Dauerleistung begrenzt. Diese Reserve sorgt für gute Leistungen in großer Höhe und bei Hitze. Der R66 reist mit rund 110 Knoten und kommt ohne Reserve etwa 350 Seemeilen weit, also rund 650 Kilometer. Das maximale Abfluggewicht liegt bei 1.225 Kilogramm. Mehr zum Triebwerksbauer findest du auf der Seite zu Rolls-Royce.
Entstehung: Robinson wagt den Schritt zur Turbine
Lange war Robinson der Spezialist für günstige Kolbenhubschrauber. Turbinenhubschrauber dieser Größenklasse kamen dagegen von Bell und Eurocopter – teurer in Anschaffung und Unterhalt. Mit dem R66 wollte Robinson genau dort angreifen. Das Projekt wurde im Frühjahr 2007 öffentlich bekannt, der Erstflug folgte am 7. November 2007.
Für das Programm brauchte Robinson eine kompakte, leichte Turbine. Rolls-Royce lieferte sie mit der RR300, einer neuen Ausführung aus der bewährten Model-250-Familie, die schon im Bell JetRanger und vielen anderen Leichthubschraubern steckt. Im Vergleich zum Lycoming-Sechszylinder des R44 ist die RR300 leichter und kompakter, verbraucht aber mehr Treibstoff – statt Avgas tankt der R66 Kerosin.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA erteilte am 25. Oktober 2010 die Musterzulassung, im November 2010 ging die erste Maschine an einen Kunden in Kalifornien. Ab 2011 lief die Serienproduktion voll an. Weitere Zulassungen folgten nach und nach: 2013 in Russland und Kanada, im Frühjahr 2014 durch die europäische EASA und kurz darauf in China. Damit war der Weg für Halter in Deutschland, Österreich und der Schweiz frei. Der Typ verkaufte sich gut: Im August 2020 lieferte Robinson den 1.000. R66 aus, bis Anfang 2024 waren es rund 1.500.
Spotter-Wissen: Kerosin statt Avgas
Am Flugplatz verrät oft schon der Tankwagen, was du vor dir hast: Ein Robinson, der Jet-A bekommt, ist ein R66. R22 und R44 tanken Flugbenzin. Auf das Geräusch kannst du dich ebenfalls verlassen – das helle Turbinenpfeifen beim Anlassen klingt ganz anders als der Kolbenmotor des R44.
Technik: Was den R66 ausmacht
Der R66 folgt dem typischen Robinson-Bauprinzip. Ein Zweiblatt-Hauptrotor mit rund 10 Metern Durchmesser und ein offener Zweiblatt-Heckrotor sitzen auf einem leichten Rumpf mit Kufenlandegestell. Gebaut wird aus Verbundwerkstoffen, Aluminiumblech und Chrom-Molybdän-Stahl. Die mittig angeordnete Steuerknüppel-Konstruktion mit T-Griff kennen Piloten schon aus R22 und R44; sie erleichtert den Einstieg und ist praktisch für Fluglehrer.
Gegenüber dem R44 hat Robinson einige Dinge spürbar verändert:
- Größere Kabine mit fünf Sitzen, davon drei auf der Rückbank
- Turbine statt Kolbenmotor, die schräg hinter dem Getriebe eingebaut ist
- Eigener Gepäckraum hinter der Kabine – ein Novum bei Robinson
- Hydraulisch unterstützte Steuerung, die die Steuerkräfte reduziert
- Höhere Leistungsreserven in Höhe und Hitze durch die gedrosselte Turbine
Aktuell baut Robinson den R66 als NxG. Diese Generation bekommt serienmäßig ein Garmin-Glascockpit, in dem auch die Triebwerksanzeigen integriert sind, sowie einen Zwei-Achsen-Autopiloten von Garmin. Dazu kommen eine schlagfeste Frontscheibe aus Polycarbonat gegen Vogel- und Drohnenschlag und LED-Landescheinwerfer mit Pulsmodus. Angeboten wird der R66 NxG in mehreren Ausstattungslinien (Southwood, Palo Verde, Riviera). Als Zubehör gibt es zwei Zusatztanks, die im Gepäckraum montiert werden und die Flugzeit um rund eine beziehungsweise zwei Stunden verlängern.
In den 2020er-Jahren hat Robinson außerdem das Leitwerk überarbeitet und ein symmetrisches Höhenleitwerk eingeführt, das die Rollstabilität verbessert. Für Spotter ist das ein Detail, an dem du neuere von älteren Maschinen unterscheiden kannst – sicher bestätigt das aber erst das Kennzeichen.
Versionen: Vom Privathubschrauber bis zum Polizeieinsatz
Alle Versionen teilen sich Zelle, Rotor und Triebwerk. Die Unterschiede stecken in Ausrüstung und Zuladung.
| Version | Was sie ausmacht |
|---|---|
| R66 Turbine / R66 NxG | Fünfsitzige Standardversion, aktuell mit Glascockpit und Autopilot |
| R66 Police | Vier Sitze, ab Werk mit Wärmebild-/Kamerasystem, Suchscheinwerfer und Außenlautsprecher; FAA-Zulassung 2013 |
| R66 Newscopter | Version für Fernsehberichterstattung mit Kameraausrüstung, Zulassung 2017 bekanntgegeben |
| R66 Turbine Marine | Mit Notschwimmern, die sich bei Bedarf aufblasen; FAA-Zulassung im November 2014 |
| R66 Turbine Utility | Lasthaken für bis zu 544 kg Außenlast, max. Abfluggewicht mit Last 1.315 kg |
| R66 Military Trainer | Ausbildungsversion für Streitkräfte mit Glascockpit, Drei-Achsen-Autopilot und Nachtsichtbrillen-Kompatibilität |
Die Marine-Version erkennst du an den gefalteten Schwimmerpaketen an den Kufen. Die Polizeiversion erkennst du am Kameraturm unter dem Bug und dem Suchscheinwerfer.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Robinson-Hubschrauber sehen sich auf den ersten Blick sehr ähnlich. Diese drei Beobachtungen bringen dich trotzdem sicher zum R66.
Robinson-Form erkennen
Rundliche Glaskabine, schlanker Leitwerksträger, ein hoher, schmaler Rotormast und Kufen: Das ist die Robinson-Familie. Zwei Rotorblätter oben und zwei am Heck bestätigen sie.
Kabine einschätzen
Der R66 ist sichtbar breiter und höher als der R44, die Kabine wirkt bauchiger. Bei geöffneten Türen oder voll besetzt siehst du die drei Plätze hinten.
Nach dem Turbinenauspuff suchen
Hinter dem Rotormast ragt beim R66 das Abgasrohr der Turbine nach oben. Der R44 hat stattdessen den Auspuff seines Kolbenmotors weiter unten. Dazu kommt beim R66 die Klappe des Gepäckraums hinter der Kabine.
Die letzte Gewissheit bringt das Kennzeichen. Deutsche Zivilhubschrauber tragen D-H, österreichische OE-, Schweizer HB-. Wie die Systematik funktioniert, erklärt der Beitrag Flugzeug-Kennzeichen verstehen, die deutschen Buchstabengruppen schlüsselt der Artikel zu den deutschen Luftfahrzeugkennzeichen auf; speziell für die Nachbarländer helfen die Artikel zu den österreichischen OE-Kennzeichen und den Schweizer HB-Kennzeichen. Allgemeine Tricks zur Typbestimmung bei Drehflüglern zeigt der Guide Hubschraubertypen erkennen.
R66, R44 oder R22? Die Abgrenzung in der Familie
Die häufigste Verwechslung passiert innerhalb der Robinson-Familie. Alle drei Muster teilen Grundform und Zweiblattrotor, unterscheiden sich aber in Größe, Antrieb und Sitzzahl.
| Merkmal | Robinson R22 | Robinson R44 | Robinson R66 |
|---|---|---|---|
| ICAO-Typcode | R22 | R44 | R66 |
| Sitzplätze | 2 | 4 | 5 |
| Antrieb | Lycoming-Kolbenmotor | Lycoming-Kolbenmotor | Rolls-Royce-RR300-Turbine |
| Treibstoff | Avgas | Avgas | Jet-A (Kerosin) |
| Gepäckraum | nein | nein (Staufächer unter den Sitzen) | ja, hinter der Kabine |
| Erstflug | 1975 | 1990 | 2007 |
| Wirkung im Bild | sehr klein und zierlich | mittelgroß, schlanke Kabine | größer, bauchigere Kabine |
Den R22 trennst du schon an der Größe: Er ist ein kleiner Zweisitzer, der vor allem in der Ausbildung fliegt. Zwischen R44 und R66 wird es kniffliger, weil die Silhouetten ähnlich sind. Achte auf die Kabinenproportionen, auf das Abgasrohr und – wenn die Maschine am Boden steht – auf den Tankvorgang. Wer viele Robinsons sieht, entwickelt schnell ein Gefühl für die größere Kabine.
R66, JetRanger oder H120? Die Turbinen-Konkurrenz
In der Klasse der leichten Einmot-Turbinen mit fünf Sitzen gibt es einige Muster, die dem R66 ähneln. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: leichte Einmot-Turbinen mit Kufen
Robinson R66 oder R44
Robinson-Form, zwei Blätter und offener Heckrotor. Bauchige Kabine und Turbinenauspuff oben hinter dem Mast sprechen für den R66, eine schlankere Kabine für den R44.
Bell 206 JetRanger
Zwei Blätter auf dem kantigen Bell-Rumpf sind das klassische JetRanger-Bild – der traditionelle Konkurrent, gegen den der R66 antritt.
Airbus H120 (EC120 Colibri)
Der ummantelte Heckrotor schließt alle Robinson-Muster aus. Der H120 ist ein fünfsitziger Einmot-Turbinenhubschrauber aus Europa.
Airbus H125 / AS350 Écureuil
Drei Blätter und eine größere Kabine deuten auf den europäischen Arbeitshubschrauber, der eine Klasse über dem R66 liegt.
Mehr zu den Alternativen findest du auf den Seiten zum Bell 206 JetRanger, zum Airbus H120, zum Airbus H125 und zum Airbus H130. Wer kleine Kolbenhubschrauber vergleicht, schaut sich zusätzlich den französischen Guimbal Cabri G2 an, der in Flugschulen gegen den R22 antritt.
Einsatzbereiche: Wofür der R66 fliegt
Robinson positioniert den R66 als vielseitige, günstige Turbine. Entsprechend breit ist das Einsatzspektrum.
Privat- und Firmenflug
Fünf Sitze, ein Gepäckraum und eine Reichweite von rund 650 Kilometern machen den R66 zum Reisehubschrauber für Eigentümer und Unternehmen.
Rund- und Charterflug
Mehr Plätze als im R44 und große Fenster machen den R66 bei Rundflugbetrieben beliebt – gerade dort, wo Turbinenleistung in Höhe und Hitze zählt.
Polizei und Behörden
Die R66 Police ist ab Werk einsatzbereit und nach Herstellerangaben bis zu drei Stunden in der Luft. In den USA ist das eine günstige Alternative zu größeren Polizeihubschraubern.
Arbeitsflug und Ausbildung
Mit Lasthaken transportiert der R66 Material, als Trainer bereitet er Piloten auf Turbinenmuster vor – ziviler wie militärischer Herkunft.
Zu den staatlichen Nutzern gehören unter anderem die nigerianische Luftwaffe und die indonesische Katastrophenschutzbehörde. Im August 2026 kündigte zudem die US Army an, den R66 im Programm Flight School Next für die Grundausbildung ihrer Hubschrauberpiloten in Fort Rucker einzusetzen. Ein großer Teil der Produktion geht in den Export. Wie der Weg ins Cockpit solcher Maschinen aussieht, beschreibt der Beitrag Hubschrauberpilot werden.
Keinen R66 mehr verpassen
Setz den R66 oder ein bestimmtes Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn er an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wo du den R66 antriffst
Im deutschsprachigen Raum ist der R66 kein Alltagsanblick wie ein Rettungs-H135, aber auch keine Rarität. Er fliegt bei privaten Haltern, bei Charter- und Rundflugunternehmen und in der Ausbildung. Seine Heimat sind eher Verkehrslandeplätze und kleinere Flughäfen als die großen Drehkreuze. Wie du einordnest, wie besonders eine Sichtung ist, steht im Beitrag Wie selten ist meine Sichtung?.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Nordamerika, Australien, Südafrika | hoch | Große Märkte für Privat-, Rund- und Arbeitsflug |
| Verkehrslandeplätze im DACH-Raum | mittel | Private Halter, Charter, Flugschulen |
| Große Verkehrsflughäfen | niedrig | Kleine Hubschrauber nutzen eher Landeplätze abseits des Linienverkehrs |
| Messen und Flugplatzfeste | wechselnd | Ausstellungs- und Besuchermaschinen, vorher Programm prüfen |
Bestände ändern sich
Welche R66 im DACH-Raum registriert sind, ändert sich durch Verkäufe und Ummeldungen laufend. Verlass dich nicht auf alte Listen, sondern prüf Register und aktuelle Sichtungsmeldungen.
Ein guter Ort für viele Hubschraubertypen auf einmal sind Flugplatzfeste und Messen der allgemeinen Luftfahrt; Termine findest du im Überblick zu den Flugplatzfesten in Deutschland und im Beitrag zur AERO Friedrichshafen. Wie du kleine Hubschrauber im Flugradar findest und wo die Grenzen der Transponderdaten liegen, erklärt der Beitrag Hubschrauber auf dem Flugradar verfolgen. Für die Praxis vor Ort lohnt sich der Guide Hubschrauber spotten. Wer die Entwicklung der Drehflügler insgesamt sehen will, besucht das Hubschraubermuseum Bückeburg.
Bereit für deine Hubschrauber-Session?
- Ich weiß, welche Flugplätze in meiner Region Hubschrauberverkehr haben.
- Ich habe eine kurze Verschlusszeit für zählbare Rotorblätter eingestellt.
- Ich kenne den Sonnenstand zur geplanten Uhrzeit.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und hält Abstand zu Landeflächen.
- Akku voll, Speicherkarte frei, Tele für tief fliegende Maschinen dabei.
Fototipps für den R66
Der R66 ist ein unkompliziertes Motiv: kompakt, oft in kräftigen Metallic-Lackierungen und häufig in geringer Höhe unterwegs. Ein paar Punkte machen den Unterschied.
- Rotor zeigen oder einfrieren: Mit längeren Verschlusszeiten wirkt der Rotor bewegt, mit sehr kurzen Zeiten stehen die beiden Blätter still im Bild – praktisch zur Dokumentation, aber optisch oft starr. Wie du die Zeit wählst, erklärt der Beitrag Propeller und Rotoren fotografieren.
- Seitenprofil wählen: Im Profil siehst du Kabinenform, Gepäckraum, Abgasrohr und Heckrotor zugleich. So ist die Abgrenzung zum R44 auch später am Bildschirm eindeutig.
- Kennzeichen sichern: Robinsons tragen das Kennzeichen meist am Leitwerksträger und am Rumpf. Ein zusätzliches Detailbild spart dir später die Suche.
- Licht planen: Die große Glaskabine spiegelt stark. Flaches Licht mit der Sonne im Rücken hilft. Wie du den Sonnenstand vorab berechnest, erklärt der Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den R66, wenn …
- eine Robinson-Silhouette mit auffallend bauchiger Kabine vor dir steht
- hinter dem Rotormast ein Turbinen-Abgasrohr nach oben zeigt
- du hinten drei Sitzplätze oder eine Gepäckraumklappe siehst
- im Tracking-Dienst R66 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du die Maschine nur von vorn oder im Gegenlicht siehst
- die Kabine eher schlank wirkt – dann könnte es ein R44 sein
- du nur das Geräusch hörst, aber die Maschine nicht klar siehst
Einen kurzen Eiförmigen mit ähnlicher Größe, aber völlig anderer Form, findest du übrigens im MD 500. Und wer den Schritt in die nächste Klasse sehen will, vergleicht den R66 mit dem siebensitzigen Bell 407.
Fazit
Der R66 übersetzt das Robinson-Rezept in die Turbinenwelt: leicht, vergleichsweise günstig, einfach aufgebaut – aber mit fünf Sitzen, Gepäckraum und den Leistungsreserven einer Rolls-Royce-Turbine. Für Spotter ist er ein reizvoller Typ, weil er dem R44 so ähnlich sieht und sich erst auf den zweiten Blick verrät. Wer die bauchige Kabine und das Abgasrohr einmal bewusst gesehen hat, erkennt ihn danach zuverlässig.
Kurzfazit
Robinson-Form, zwei Blätter, bauchige Fünfsitzer-Kabine und Turbinenauspuff oben hinter dem Mast: Das ist der R66. Eine schlanke Kabine mit Kolbenmotor bedeutet R44. Wer ihn gezielt sucht, filtert nach R66 und schaut an Verkehrslandeplätzen statt an den großen Drehkreuzen.
Zusammenfassung
- Robinson kündigte den R66 im Frühjahr 2007 an, der Erstflug fand am 7. November 2007 statt, die FAA-Zulassung folgte am 25. Oktober 2010.
- In Europa ist der Typ seit der EASA-Zulassung 2014 zugelassen; bis Anfang 2024 waren rund 1.500 Maschinen gebaut.
- Die aktuelle Baureihe heißt R66 NxG und kommt serienmäßig mit Garmin-Glascockpit und Zwei-Achsen-Autopilot.
- Im August 2026 kündigte die US Army an, den R66 als Schulhubschrauber im Programm Flight School Next einzusetzen.
- Zum Bestimmen reichen Robinson-Silhouette, Kabinengröße und Abgasrohr, die Gewissheit bringt das Kennzeichen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Robinson R66 und R44?
Der R44 ist ein Viersitzer mit Lycoming-Kolbenmotor, der Flugbenzin tankt. Der R66 hat fünf Sitze, eine Rolls-Royce-Turbine, die Kerosin (Jet-A) verbrennt, und einen eigenen Gepäckraum. Von außen wirkt der R66 größer und bauchiger, und das Abgasrohr sitzt oben hinter dem Rotormast.
Welchen ICAO-Typcode hat der Robinson R66?
Der R66 läuft unter R66. Seine kleineren Geschwister heißen entsprechend R44 und R22. Mit dem Code filterst du den Typ in Flugradar-Diensten heraus, sofern die Maschine ein auswertbares Transpondersignal sendet.
Welche Turbine hat der R66?
Eine Rolls-Royce RR300. Im R66 ist die Turbine auf 270 shp Start- und 224 shp Dauerleistung begrenzt. Die RR300 ist eine Ableitung der bewährten Model-250-Familie und wurde für den R66 entwickelt.
Wie viele Personen passen in einen R66?
Fünf: Pilot und Passagier vorne, drei Personen auf der hinteren Bank. Die Polizeiversion hat vier Sitze, weil Kamera- und Missionsausrüstung Platz brauchen.
Wie schnell und wie weit fliegt der R66?
Der R66 reist mit rund 110 Knoten (etwa 204 km/h) und kommt ohne Reserve rund 350 Seemeilen weit, also etwa 650 Kilometer. Optionale Zusatztanks im Gepäckraum bringen je nach Größe rund eine oder zwei Stunden mehr Flugzeit, kosten aber Stauraum.
Wo sehe ich in Deutschland, Österreich und der Schweiz einen R66?
Der R66 fliegt im DACH-Raum vor allem bei privaten Haltern, Charter- und Rundflugbetrieben sowie in der Flugausbildung. Er ist seltener als der R44, aber kein Exot. An Verkehrslandeplätzen, kleineren Flughäfen und Hubschrauber-Treffpunkten hast du die besten Chancen. Welche Maschinen aktuell registriert sind, prüfst du am besten im jeweiligen Register.
Gibt es einen Polizei- oder Militär-R66?
Ja. Robinson bietet ab Werk eine R66 Police mit Wärmebildkamera, Suchscheinwerfer und Lautsprecher an. Für die militärische Grundausbildung gibt es den R66 Military Trainer; im August 2026 kündigte die US Army an, den R66 im Programm Flight School Next für die Pilotengrundausbildung zu nutzen.
Robinson R66 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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