OpenSky Network erklärt: offene Flugdaten für Spotter und Forschung

OpenSky ist kein weiteres Flugradar, sondern ein gemeinnütziges Forschungsnetz mit riesigem ADS-B-Archiv. Was Karte, API, Datensätze und Feeder-Bonus für Spotter bringen – und wo die Grenzen liegen.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Forschung statt Kommerz: OpenSky ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz im schweizerischen Burgdorf. Sein Ziel ist es, Luftverkehrsdaten für die Forschung offen bereitzustellen – nicht, die schönste Flugradar-App zu bauen.
  • Daten seit 2013: Das Netz zeichnet Mode-S- und ADS-B-Signale auf 1090 MHz auf, dazu FLARM und ADS-C. Ältere Daten als aus dem Jahr 2013 gibt es nicht, die beste Abdeckung liegt in Europa und den USA.
  • Keine Flugpläne: OpenSky kennt Positionen, Höhen und Geschwindigkeiten, aber keine Flugnummern aus dem Flugplan, Verspätungen oder Annullierungen. Start- und Zielflughäfen werden nachträglich aus den Tracks abgeleitet.
  • Die REST-API ist für Privatleute offen: Ohne Anmeldung gibt es 400 Credits pro Tag, mit Konto 4.000, als aktiver Feeder 8.000. Seit März 2026 läuft die Anmeldung nur noch über OAuth2-Client-Credentials.
  • Das große Archiv ist reserviert: Vollen Zugriff auf die historische Trino-Datenbank bekommen vor allem Forschungseinrichtungen, Luftfahrtbehörden und staatliche Stellen. Privatleute nutzen stattdessen die öffentlichen Datensätze.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.OpenSky Network: die kurze Antwort
  2. 2.Woher die Daten kommen
  3. 3.Was OpenSky nicht weiß
  4. 4.Die Live-Karte: Flight Map und OpenSky Explorer
  5. 5.Die REST-API: Flugdaten selbst abfragen
  6. 6.Historische Daten: Trino und öffentliche Datensätze
  7. 7.Forschung mit OpenSky-Daten
  8. 8.Selbst Feeder werden
  9. 9.Nutzungsbedingungen: was erlaubt ist
  10. 10.OpenSky im Vergleich zu anderen Diensten
  11. 11.Fazit

Du stehst am Zaun, eine unbekannte Maschine dreht ins Endanflugprofil ein, und auf dem Handy siehst du sie auf einem der großen Flugradare. Was viele Spotter nicht wissen: Neben Flightradar24, FlightAware und Co. gibt es ein Netz, das seit über einem Jahrzehnt dieselben Signale sammelt, aber einen ganz anderen Zweck verfolgt. Das OpenSky Network ist ein gemeinnütziger Forschungsverbund mit riesigem Datenarchiv. Dieser Artikel erklärt dir, wie OpenSky funktioniert, was die Live-Karte und die REST-API für Spotter leisten, wer an die historischen Daten kommt und warum du als Feeder ein besseres Kontingent bekommst.

Vom Datenpunkt zur echten Sichtung

Mit Planetrack hältst du die Maschine fest, die du auf dem Radar gesehen hast: Foto, Typ, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot in einem Beitrag. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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OpenSky Network: die kurze Antwort

Das OpenSky Network ist ein gemeinnütziger Verein nach Schweizer Recht mit Sitz in Burgdorf. Er betreibt ein weltweites Netz aus Empfängern, die Signale von Flugzeugtranspondern mitschneiden, und speichert diese Rohdaten in einer großen historischen Datenbank. Die Empfänger stehen bei Freiwilligen, Firmen, Hochschulen und Behörden. Wer die Daten bekommt, hängt vom Zweck ab: Die Forschung erhält vollen Zugriff, Privatleute nutzen die Live-Karte, eine REST-API mit Tageskontingent und öffentlich verfügbare Datensätze. Kommerzielle Nutzer brauchen eine Lizenz.

Damit unterscheidet sich OpenSky grundlegend von den Flugradaren, die du vermutlich aus dem Flugradar-Apps-Vergleich kennst. Dort steht die schnelle, hübsch aufbereitete Live-Ansicht mit Flugplan und Fotos im Vordergrund. Bei OpenSky geht es um saubere, nachvollziehbare Daten, mit denen Wissenschaftler zum Beispiel Flugbahnen, Emissionen oder die Qualität von Ortungsverfahren untersuchen.

2012Start als Forschungsprojekt von armasuisse, Uni Kaiserslautern und Oxford
2013ältestes Jahr, aus dem OpenSky Daten hat
2015Gründung des gemeinnützigen Vereins mit Sitz in Burgdorf

Woher die Daten kommen

Die Grundlage ist dieselbe wie bei jedem Community-Flugradar: ADS-B. Flugzeuge bestimmen ihre Position per Satellitennavigation und senden sie zusammen mit Höhe, Geschwindigkeit und Kennung regelmäßig auf der Frequenz 1090 MHz aus. Jeder, der eine passende Antenne und einen Empfänger hat, kann diese Signale auffangen. Wie das technisch abläuft, erklärt dir der Guide Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter; die Unterschiede zwischen den Transponder-Modi findest du unter Mode S und Transponder erklärt.

OpenSky hört auf dem gesamten Mode-S-Downlink auf 1090 MHz mit, also nicht nur auf die ADS-B-Positionsmeldungen. Dazu kommen laut OpenSky drei weitere Quellen:

  • FLARM: das Kollisionswarnsystem vieler Segelflugzeuge und Leichtflugzeuge, eingespeist über Empfänger des Open Glider Network. Mehr dazu im Artikel über FLARM und das Open Glider Network.
  • ADS-C: Positionsberichte, die Flugzeuge per Satelliten-Datenlink senden, vor allem auf Ozean- und Fernstrecken. Sie sind spärlich und stammen meist aus Reiseflughöhe.
  • VHF-Sprachfunk: wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts zur automatischen Spracherkennung im Flugfunk aufgezeichnet.

Eine Besonderheit: OpenSky speichert zu jeder Nachricht auch Daten der physikalischen Ebene, also etwa Empfangszeitpunkte am jeweiligen Empfänger. Das macht das Archiv für Forscher wertvoll, die zum Beispiel Ortungsverfahren wie die Multilateration (MLAT) weiterentwickeln wollen. Jedes Flugzeug identifiziert sich dabei über seine ICAO-24-Bit-Adresse, in OpenSky als „icao24“ bezeichnet.

Was OpenSky nicht weiß

Bevor du OpenSky für deine Spotting-Planung einsetzt, solltest du die Grenzen kennen. Sie ergeben sich direkt aus dem Datenmodell:

  • Keine Flugplandaten: OpenSky ordnet die Tracks nicht den kommerziellen Flugplänen zu. Planmäßige Abflugzeiten, Annullierungen, Verspätungen, Flugnummern aus dem Flugplan oder Passagierzahlen gibt es nicht. Was du siehst, ist das Rufzeichen aus dem Transponder.
  • Start und Ziel erst am nächsten Tag: Start- und Zielflughäfen werden in einem nächtlichen Durchlauf aus den fertigen Tracks des Vortags (UTC) abgeleitet. Für den laufenden Tag gibt es diese Zuordnung über die Flug-Abfragen nicht.
  • Kein MLAT: Flugzeuge, die nur Mode S ohne Position senden, landen nicht auf der Karte. Das betrifft auch manche Militärmaschinen.
  • Ungleiche Abdeckung: Am besten ist OpenSky in Europa und den USA. Tieffliegender Verkehr ist nur dort zu sehen, wo ein Empfänger in der Nähe steht.
  • Flugzeug-Stammdaten nur eingeschränkt: Die eigene Flugzeugdatenbank (Kennzeichen, Typ, Halter) ist nicht immer auf dem neuesten Stand. Für aktuelle Flotteninfos sind die Quellen aus dem Artikel Flottendatenbanken im Überblick besser geeignet.

Rufzeichen ist nicht Flugnummer

Das Rufzeichen im Transponder entspricht oft, aber nicht immer der Flugnummer auf deinem Ticket. Airlines nutzen zunehmend alphanumerische Rufzeichen, damit sich ähnliche Nummern im Funk nicht verwechseln lassen. Wenn du eine bestimmte Maschine suchst, ist das Kennzeichen oder der Hex-Code der verlässlichere Schlüssel.

Die Live-Karte: Flight Map und OpenSky Explorer

Über den Menüpunkt „Flight Map“ kommst du zur Live-Ansicht. Sie zeigt alle Flugzeuge, deren Positionen das Netz gerade empfängt, und lässt sich nach Kennung oder Rufzeichen durchsuchen. Im Vergleich zu den großen kommerziellen Flugradaren ist sie schlichter: keine Fotos, keine Flugplan-Infos, keine Ankunftsprognosen. Dafür bekommst du die Rohwerte, wie sie im Netz ankommen.

Für den Spotter-Alltag ist die Karte deshalb eher ein Zweitwerkzeug. Spannend wird sie, wenn du überprüfen willst, ob eine Maschine in einem bestimmten Gebiet überhaupt empfangen wird, oder wenn du die Daten mit einem anderen Dienst vergleichen möchtest. Wer ungefilterte Community-Daten mit ausgereifter Kartenoberfläche sucht, schaut sich besser ADS-B Exchange oder die Community-Tracker adsb.fi und adsb.lol an.

Neben der Karte gibt es auf der OpenSky-Seite weitere öffentliche Ansichten, die einen Blick lohnen:

  • Network Coverage: eine Abdeckungskarte, die zeigt, wo und bis zu welcher Flughöhe hinab das Netz Flugzeuge empfängt.
  • Alerts: eine Liste erkannter Notfall-Squawks wie 7700 (Notfall), 7600 (Funkausfall) und 7500 (Entführung). Was hinter den Codes steckt, erklärt der Artikel Squawk-Codes 7500, 7600 und 7700.
  • Top Lists: Ranglisten der Empfänger, etwa nach Zahl der empfangenen Nachrichten und Flugzeuge.

Nicht ständig selbst aufs Radar schauen

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Die REST-API: Flugdaten selbst abfragen

Richtig interessant wird OpenSky für alle, die gern selbst mit Daten basteln. Die öffentliche REST-API liefert sogenannte State Vectors: Datensätze, die für ein Flugzeug zu einem Zeitpunkt unter anderem Kennung, Rufzeichen, Herkunftsland der Registrierung, Position, barometrische und geometrische Höhe, Bodenstatus, Geschwindigkeit, Kurs, Steig- oder Sinkrate, Squawk und die Quelle der Position enthalten. Felder ohne aktuellen Wert bleiben leer: Ist seit mehr als 15 Sekunden keine Positionsmeldung eingegangen, fehlt die Position, und ein Flugzeug ganz ohne neue Meldung fällt nach dieser Zeit aus der Liste.

Neben den Zustandsdaten bietet die API weitere Abfragen:

Abfrage Was du bekommst Grenzen laut Dokumentation
/states/all aktuelle Zustandsdaten, optional auf ein Gebiet oder einzelne Kennungen gefiltert anonym nur aktuelle Daten in 10-Sekunden-Auflösung; mit Konto bis 1 Stunde zurück in 5-Sekunden-Auflösung
/states/own Daten nur deiner eigenen Empfänger kostet keine Credits, nur mit Anmeldung
/flights/aircraft Flüge eines bestimmten Flugzeugs Abfragezeitraum höchstens 2 Tage, Daten nur bis zum Vortag
/flights/arrival und /flights/departure Ankünfte und Abflüge an einem Flughafen (ICAO-Code) aus dem nächtlichen Durchlauf, also nur vergangene Tage
/flights/all alle Flüge in einem Zeitfenster Abfragezeitraum höchstens 2 Stunden
/tracks Wegpunkte einer Flugbahn als experimentell gekennzeichnet, bis 30 Tage zurück

Für Flughafenabfragen brauchst du den vierstelligen ICAO-Code, also etwa EDDF statt FRA. Den Unterschied erklärt der Artikel IATA- und ICAO-Codes.

Credits und Anmeldung

Die API arbeitet mit Tageskontingenten in Credits, getrennt für Zustandsdaten, Flüge und Tracks. Stand Oktober 2026 gelten laut OpenSky-Dokumentation diese Stufen:

400Credits pro Tag ohne Anmeldung
4.000Credits pro Tag mit kostenlosem Konto
8.000Credits pro Tag als aktiver Feeder

Eine Abfrage von /states/all kostet je nach Größe des abgefragten Gebiets zwischen einem und vier Credits. Ist das Kontingent aufgebraucht, antwortet der Server mit dem Fehlercode 429 und nennt dir, wann du es wieder versuchen kannst. Wichtig für alle, die alte Skripte nutzen: Seit dem 18. März 2026 akzeptiert OpenSky keine Anmeldung mit Benutzername und Passwort mehr. Du legst stattdessen in deinem Konto einen API-Client an und holst dir mit Client-ID und Client-Secret ein Zugriffstoken (OAuth2 Client Credentials), das nach 30 Minuten abläuft. Offizielle Bibliotheken gibt es für Python und Java, wobei die Java-Variante laut OpenSky nur noch als Beispiel dient. Weitere Werkzeuge aus der Community listet OpenSky auf einer eigenen Seite.

1. Konto anlegen

Registriere dich kostenlos bei OpenSky. Schon damit steigt dein Kontingent von 400 auf 4.000 Credits pro Tag.

2. API-Client erstellen

Im Kontobereich legst du einen API-Client an und notierst dir Client-ID und Client-Secret. Diese Zugangsdaten gelten nur für die REST-API.

3. Token holen

Mit Client-ID und Secret forderst du beim Anmeldeserver ein Token an und hängst es als Bearer-Token an jede Anfrage. Nach 30 Minuten holst du ein neues.

4. Klein anfangen

Frag zuerst ein kleines Gebiet rund um deinen Hausflughafen ab. Das schont Credits und zeigt dir schnell, welche Felder für dich nützlich sind.

Historische Daten: Trino und öffentliche Datensätze

Das Herzstück von OpenSky ist das Archiv. Der vollständige Datenbestand ist über eine SQL-artige Schnittstelle auf Basis von Trino abrufbar. Den vollen Zugriff gewährt OpenSky Forschungseinrichtungen, Luftfahrtbehörden und staatlichen Stellen. Private Lern- und Hobbyprojekte fallen in der Regel nicht darunter. Der Zugang wird auf Antrag separat freigeschaltet.

Als Privatperson bist du trotzdem nicht ausgeschlossen. OpenSky veröffentlicht eine Reihe wissenschaftlicher Datensätze, die jeder herunterladen kann. Einige Beispiele von der Datensatz-Seite:

  • Wöchentliche 24-Stunden-Schnappschüsse 2017 bis 2022: vollständige Zustandsdaten eines Tages pro Woche, aufgeteilt in Stundendateien.
  • COVID-19-Flugdatensatz: bereinigte Flüge ab Anfang 2019. Gut geeignet, um den Einbruch und die Erholung des Luftverkehrs nachzuvollziehen.
  • Rohdaten-Stichproben und der LocaRDS-Datensatz: für alle, die sich für Ortungsverfahren und die Technik hinter den Signalen interessieren.
  • Weitere Spezialdatensätze, etwa zu ADS-C-Meldungen.

REST-API reicht dir, wenn …

  • du live oder für die letzte Stunde Positionen abfragen willst
  • du die Flüge eines Kennzeichens der letzten Tage nachschlagen möchtest
  • du ein kleines privates Projekt oder Dashboard baust

Öffentliche Datensätze passen, wenn …

  • du Verkehrsmuster über Jahre vergleichen willst
  • dir ein typischer Tag als Stichprobe genügt
  • du Datenanalyse lernen möchtest

Trino-Zugang brauchst du, wenn …

  • du an einer Hochschule, Behörde oder staatlichen Stelle forschst
  • du gezielte Abfragen über lange Zeiträume brauchst
  • du Rohdaten einzelner Empfänger auswerten willst

Wenn du einfach wissen willst, wo eine bestimmte Maschine in den letzten Wochen unterwegs war, sind die kommerziellen Dienste oft bequemer. Welche Wege es dafür gibt, beschreibt der Artikel Flughistorie eines Flugzeugs abrufen. Und wie du eigene Sichtungen nachträglich mit Track-Daten vervollständigst, zeigt Sichtungen mit ADS-B abgleichen.

Forschung mit OpenSky-Daten

Wofür das alles? Ursprünglich wollten die Gründer die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Luftraumnutzung verbessern, etwa indem sie Schwachstellen von ADS-B untersuchen. Das grundlegende Paper „Bringing Up OpenSky“ erschien 2014; wer die Daten wissenschaftlich nutzt, soll genau diese Arbeit zitieren. Heute reicht das Themenspektrum von Flugbahnvorhersage über Lärm- und Emissionsstudien bis zur Ortungsforschung. Mehrere Hundert wissenschaftliche Veröffentlichungen beruhen inzwischen auf OpenSky-Daten, und die Community trifft sich jährlich zu einem eigenen Symposium.

Auch außerhalb der Wissenschaft werden die Daten genutzt. Journalisten recherchieren damit zum Beispiel ungewöhnliche Flugbewegungen, und auch Organisationen und internationale Institutionen werten den Luftverkehr mit OpenSky-Daten aus. Selbst bei Daten-Wettbewerben im Umfeld der europäischen Flugsicherungsorganisation Eurocontrol kommen OpenSky-Flugbahnen zum Einsatz.

Selbst Feeder werden

Der direkteste Weg, OpenSky zu nutzen und gleichzeitig etwas zurückzugeben, ist ein eigener Empfänger. Die Grundausstattung ist dieselbe wie bei anderen Netzen: ein Raspberry Pi, ein RTL-SDR-Stick, eine Antenne für 1090 MHz, stabile Stromversorgung und dauerhafter Internetzugang. Der Standort sollte möglichst hoch liegen und freie Sicht in alle Richtungen bieten. Tipps dazu findest du in ADS-B-Empfänger selber bauen und Antennenstandort und Montage.

Bequem für Einsteiger sind fertige Multi-Feeder-Images wie das von adsb.im, mit denen du per Weboberfläche gleichzeitig mehrere Netzwerke speist, ohne die Kommandozeile zu brauchen. Wer schon einen laufenden dump1090 hat, installiert alternativ die Feeder-Software von OpenSky. Wie du mehrere Netze parallel bedienst, zeigt Mehrere Netzwerke feeden mit Ultrafeeder, und was andere Netze Feedern bieten, vergleicht Feeder-Programme im Vergleich.

Damit OpenSky deine Station deinem Konto zuordnet, verknüpfst du sie bei der Einrichtung mit deinem OpenSky-Benutzerkonto. Client-ID und Secret aus dem API-Bereich sind dafür nicht gedacht, sie gehören zur REST-API.

Was dir das Feeden bringt

Sobald dein Empfänger im laufenden Monat mindestens 30 Prozent der Zeit online war, giltst du als aktiver Feeder und dein API-Kontingent steigt auf 8.000 Credits pro Tag. Beantragen musst du nichts; OpenSky berechnet den Status regelmäßig neu, die Umstellung kann also etwas dauern. Ob Empfang und Weitergabe der Daten bei dir rechtlich unproblematisch sind, klärt der Artikel Ist das Teilen von ADS-B-Daten erlaubt?.

Nutzungsbedingungen: was erlaubt ist

Die OpenSky-Daten sind frei zugänglich, aber nicht frei von Regeln. Die wichtigsten Punkte aus Dokumentation und Nutzungsbedingungen, Stand Oktober 2026:

  • Die API dient Forschung und nicht kommerzieller Nutzung. Ein privates Dashboard, eine Auswertung deines Hausflughafens oder ein Lernprojekt passen dazu.
  • Kommerziell braucht es eine Lizenz. Wer Live-Flugdaten für kommerzielle Zwecke oder in einem Produkt nutzen will, muss sich vorher mit OpenSky einigen. Lies im Zweifel die Nutzungsbedingungen genau.
  • Quelle nennen. Wer OpenSky-Daten veröffentlicht, nennt das Netzwerk als Quelle; wissenschaftliche Arbeiten zitieren das Paper von 2014.
  • Keine Mehrfachkonten. Wer mehrere Konten anlegt, um die Regeln zu umgehen, riskiert die dauerhafte Sperre aller Konten. Anfragen aus den Netzen großer Cloud-Anbieter kann OpenSky wegen Missbrauchs blockieren.

OpenSky im Vergleich zu anderen Diensten

Merkmal OpenSky Network Kommerzielle Flugradare Community-Tracker wie ADS-B Exchange
Betreiber gemeinnütziger Verein Unternehmen Community-Projekte oder Unternehmen
Schwerpunkt Forschung und Datenarchiv Live-Ansicht für Reisende und Fans ungefilterte Live-Daten
Flugplandaten nein ja eingeschränkt
MLAT derzeit nicht ja ja
Historische Daten großes Archiv, Vollzugriff für Forschung je nach Abo je nach Dienst
Gegenleistung für Feeder höheres API-Kontingent meist Premium-Abo je nach Dienst

Für den Spotting-Alltag am Zaun bleibt ein klassisches Flugradar meist das schnellere Werkzeug; Details dazu findest du unter Flightradar24 vs. FlightAware. OpenSky spielt seine Stärken aus, wenn du Daten wirklich verstehen und selbst auswerten willst.

Bist du bereit für OpenSky?

Hak ab, was auf dich zutrifft – am Ende siehst du, ob sich der Einstieg lohnt.

  • Ich weiß, dass OpenSky keine Flugpläne und Verspätungen liefert.
  • Ich kenne den ICAO-Code meines Hausflughafens.
  • Ich habe ein kostenloses OpenSky-Konto angelegt.
  • Ich habe einen API-Client mit Client-ID und Secret erstellt.
  • Ich nutze die Daten privat und nicht kommerziell.
  • Ich überlege, selbst einen Empfänger zu betreiben.

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Fazit

Das OpenSky Network ist das Gegenstück zu den bunten Flugradar-Apps: weniger Komfort, dafür offene, gut dokumentierte Daten und ein Archiv, das bis 2013 zurückreicht. Für Spotter lohnen sich vor allem die REST-API für eigene kleine Auswertungen, die frei herunterladbaren Datensätze und – wenn du ohnehin eine Antenne auf dem Dach hast – das Feeden mit höherem Kontingent. Den vollen Archivzugang bekommt dagegen nur die Forschung, und wer Geld mit den Daten verdienen will, braucht eine Lizenz.

Kurzfazit

OpenSky ist ein gemeinnütziges Forschungsnetz, kein Ersatz für dein Lieblings-Flugradar. Nutze die Live-Karte zum Gegenprüfen, die REST-API mit kostenlosem Konto für eigene Abfragen und die öffentlichen Datensätze für Langzeit-Analysen. Wenn du einen ADS-B-Empfänger betreibst, speis zusätzlich an OpenSky ein – das hilft der Forschung und verdoppelt dein API-Kontingent.

Zusammenfassung

  • OpenSky entstand 2012 als Forschungsprojekt von armasuisse, der Universität Kaiserslautern und der University of Oxford und ist seit 2015 ein eigenständiger, gemeinnütziger Verein nach Schweizer Recht.
  • Für Spotter interessant sind die Live-Karte, die REST-API mit kurzer Historie, die kostenlos herunterladbaren wissenschaftlichen Datensätze und die Seite mit Notfall-Squawks.
  • Wer einen eigenen ADS-B-Empfänger betreibt, kann parallel an OpenSky feeden und erhält dafür ein höheres API-Kontingent.
  • Die API ist für Forschung und nicht kommerzielle Zwecke gedacht. Wer die Daten kommerziell oder in einem Produkt nutzen will, braucht eine Vereinbarung mit OpenSky – auch dann, wenn die Daten frei abrufbar sind.

Häufige Fragen

Was ist das OpenSky Network?

Ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Burgdorf in der Schweiz, der ein weltweites Netz von Empfängern für Flugzeugsignale betreibt. Die gesammelten Mode-S- und ADS-B-Daten landen in einem großen historischen Archiv, das vor allem der Luftfahrtforschung dient. Gestartet ist das Projekt 2012 als Kooperation von armasuisse, der Universität Kaiserslautern und der University of Oxford, 2015 wurde daraus ein eigenständiger Verein.

Ist OpenSky ein Flugradar wie Flightradar24?

Nur zum Teil. OpenSky hat eine Live-Karte, aber der Schwerpunkt liegt auf Rohdaten und Forschung. Es gibt keine Flugplandaten, keine Verspätungen und keine Ankunftsprognosen. Flugzeuge, die nur Mode S ohne Position senden, erscheinen nicht auf der Karte, weil OpenSky derzeit keine Multilateration (MLAT) anbietet.

Kann ich als Privatperson historische OpenSky-Daten abrufen?

Eingeschränkt. Über die REST-API bekommst du mit Konto Zustandsdaten der letzten Stunde, Tracks einzelner Flugzeuge bis zu 30 Tage zurück und abgeleitete Flüge der Vortage. Die vollständige historische Trino-Datenbank ist Forschungseinrichtungen, Luftfahrtbehörden und staatlichen Stellen vorbehalten. Für alle anderen gibt es öffentliche Datensätze, etwa wöchentliche 24-Stunden-Schnappschüsse aus den Jahren 2017 bis 2022.

Was kostet die OpenSky-API?

Für Forschung und nicht kommerzielle Nutzung nichts. Es gelten Tageskontingente: 400 Credits anonym, 4.000 mit Konto und 8.000 für aktive Feeder. Wer die Daten kommerziell nutzen oder in ein Produkt einbauen will, muss sich vorher mit OpenSky über eine Lizenz einigen.

Wie werde ich OpenSky-Feeder?

Du brauchst einen ADS-B-Empfänger, typischerweise einen Raspberry Pi mit RTL-SDR-Stick und einer Antenne für 1090 MHz, dazu ein OpenSky-Konto. Auf dem Empfänger installierst du die Feeder-Software von OpenSky oder nutzt ein Multi-Feeder-Image, mit dem du gleichzeitig an mehrere Netzwerke feeden kannst. Läuft dein Empfänger im Monat mindestens 30 Prozent der Zeit, steigt dein API-Kontingent.

Warum fehlt ein Flugzeug auf der OpenSky-Karte?

Meist aus einem von zwei Gründen: Es fliegt außerhalb der Abdeckung, etwa zu tief oder ohne Empfänger in der Nähe. Oder es sendet nur Mode S ohne Positionsangabe. Weil OpenSky derzeit keine Multilateration anbietet, lassen sich solche Maschinen nicht verorten und fehlen auf der Karte.

Was muss ich beim Veröffentlichen von OpenSky-Daten beachten?

OpenSky verlangt, dass du das Netzwerk als Datenquelle nennst. Für wissenschaftliche Arbeiten gibt es ein festes Zitat, nämlich das Paper „Bringing Up OpenSky“ von 2014. Außerdem gelten die Nutzungsbedingungen von OpenSky, die du vor einer Veröffentlichung lesen solltest – gerade wenn es um einzelne Flugzeuge oder Empfänger geht.

PT

Planetrack Redaktion

Wir bauen die Planetrack App und spotten selbst – auf Besucherterrassen, an Anflugschneisen und am Zaun. Alle Guides entstehen aus eigener Praxis und werden regelmäßig aktualisiert.

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