Flugzeugschlepper: Schleppstange, Towbarless, Taxibot und Wartungsschlepp

Ohne Schlepper bewegt sich am Gate kein Jet rückwärts. Wie Stangenschlepper und stangenlose Schlepper arbeiten, was der Taxibot anders macht und warum nachts Flugzeuge ohne laufende Triebwerke über das Vorfeld rollen.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Grundbauarten: Klassische Schlepper hängen über eine Schleppstange am Bugfahrwerk, stangenlose Schlepper (towbarless) umfassen das Bugrad und heben es an.
  • Die Stange hat eine Sollbruchstelle: Scherbolzen in der Schleppstange brechen bei Überlast, bevor das Bugfahrwerk Schaden nimmt. Deshalb sitzt bei Stangenschlepps meist jemand an den Bremsen im Cockpit.
  • Towbarless ist schneller und flexibler: Weil ein Teil des Flugzeuggewichts auf dem Schlepper lastet, hat er mehr Traktion, braucht keine typenspezifische Stange und erreicht beim Schleppen höhere Geschwindigkeiten.
  • Der Taxibot rollt bis zur Startbahn: Der halbautomatische Schlepper von Israel Aerospace Industries bringt Flugzeuge ohne laufende Haupttriebwerke von der Parkposition bis kurz vor den Start. Gelenkt wird er aus dem Cockpit.
  • Wartungsschlepps sind ein eigenes Kapitel: Zwischen Abstellposition, Hangar und Waschplatz werden Flugzeuge oft über weite Strecken geschleppt – häufig abends und nachts, mit Technikern statt Piloten an Bord.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Flugzeugschlepper: die kurze Antwort
  2. 2.Bauart 1: Schlepper mit Schleppstange
  3. 3.Bauart 2: stangenlose Schlepper (towbarless)
  4. 4.Sonderformen: Hauptradschlepper und Kleinschlepper
  5. 5.Pushback: der Alltagseinsatz am Gate
  6. 6.Der Taxibot: Schleppen bis zur Startbahn
  7. 7.Wartungsschlepps: die Bewegungen am Abend
  8. 8.Was du als Spotter am Zaun erkennst
  9. 9.Worauf du achten solltest
  10. 10.Fazit

Ein Airbus A380 wiegt beim Abflug Hunderte Tonnen – und trotzdem setzt ihn am Gate ein Fahrzeug zurück, das kaum höher ist als ein Kleinwagen. Flugzeugschlepper gehören zu den unscheinbarsten und zugleich wichtigsten Geräten auf dem Vorfeld. Ohne sie gäbe es keinen Pushback, keine Umpositionierung zwischen zwei Umläufen und keinen Weg in den Hangar. Dieser Guide erklärt dir die zwei Grundbauarten mit und ohne Schleppstange, zeigt, was den Taxibot von gewöhnlichen Schleppern unterscheidet, und warum Wartungsschlepps für Spotter oft die spannendsten Bewegungen des Abends sind.

Jede Bewegung auf dem Vorfeld festhalten

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Flugzeugschlepper: die kurze Antwort

Ein Flugzeugschlepper bewegt ein Flugzeug am Boden, ohne dass dessen Triebwerke Schub liefern. Er schiebt es rückwärts aus der Parkposition, zieht es über das Vorfeld oder bugsiert es millimetergenau in eine Halle. Dabei gibt es zwei Grundbauarten: Schlepper, die über eine Schleppstange mit dem Bugfahrwerk verbunden sind, und stangenlose Schlepper (towbarless), die das Bugrad umfassen und anheben. Daneben existieren Sonderformen wie Hauptradschlepper für kleinere Flugzeuge, ferngesteuerte Kleinschlepper für Hangars und der halbautomatische Taxibot, der Flugzeuge bis zur Startbahn bringt.

Die Bandbreite ist enorm. Für Sportflugzeuge reichen handgeführte Minischlepper mit wenigen Kilowatt Leistung. Für große Passagierjets kommen Schlepper mit rund 70 Tonnen Eigengewicht zum Einsatz. Das Gewicht ist kein Selbstzweck: Ein Schlepper kann nur so viel Kraft auf den Asphalt bringen, wie seine Reifen Haftung haben.

~70 tGewicht der schwersten Schlepper für große Passagierjets
~30 km/hübliche Höchstgeschwindigkeit stangenloser Schlepper beim Schleppen
2014erste kommerzielle Rollfahrt mit Taxibot in Frankfurt

Bauart 1: Schlepper mit Schleppstange

Der klassische Weg ist die Schleppstange (englisch towbar). Sie verbindet das Zugmaul des Schleppers mit einer Aufnahme am Bugfahrwerk. Über diese Stange laufen alle Zug-, Schub- und Lenkkräfte. Der Schlepper selbst ist ein schweres, flaches Fahrzeug mit hoher Zugkraft, das Flugzeug folgt ihm wie ein Anhänger – nur dass beim Pushback rückwärts geschoben wird und der Fahrer das Flugzeug quasi über Kopf lenken muss.

Das wichtigste Bauteil der Stange ist unscheinbar: die Scherbolzen. Diese Sollbruchstellen brechen, wenn die Kräfte zu groß werden, etwa bei einem zu engen Lenkeinschlag oder einem ruckartigen Anfahren. Lieber geht ein billiger Bolzen kaputt als das Bugfahrwerk eines Flugzeugs. Die Kehrseite: Bricht die Verbindung, rollt das Flugzeug ungebremst weiter. Deshalb sitzt bei Stangenschlepps in der Regel ein Bremser im Cockpit – ein Pilot oder ein dafür ausgebildeter Techniker, der jederzeit bremsen kann.

Wie wichtig das ist, zeigte ein Vorfall in Santiago de Chile im März 2016: Eine Boeing 747-400 löste sich beim Schleppen zur Betankung von der Stange, im Cockpit saß niemand an den Bremsen, und das Flugzeug drehte in ein Fahrzeug. Menschen wurden verletzt, zwei Triebwerke beschädigt.

Schleppstangen sind meist typenspezifisch: Bugfahrwerke unterscheiden sich in Höhe, Aufnahme und erlaubten Kräften. Ein Abfertiger mit gemischtem Verkehr braucht deshalb einen Fuhrpark an Stangen für die A320-Familie, die Boeing 777-300ER oder den Airbus A380 – und Platz, um sie abzustellen. Du siehst die Stangen oft an den Rändern der Vorfeldpositionen liegen.

Bauart 2: stangenlose Schlepper (towbarless)

Stangenlose Schlepper verzichten auf das Zwischenstück. Sie haben hinten eine Art Gabel oder Wanne, mit der sie an das Bugrad heranfahren. Klappen oder Greifarme schließen sich um die Reifen, dann hebt eine Hydraulik das Bugrad leicht an. Das Flugzeug sitzt mit der Nase „huckepack“ auf dem Schlepper.

Dieser Trick bringt gleich mehrere Vorteile:

  • Mehr Traktion bei weniger Eigengewicht: Ein Teil des Flugzeuggewichts drückt auf die Räder des Schleppers. Er kann deshalb leichter gebaut sein als ein Stangenschlepper gleicher Klasse.
  • Kein Stangen-Fuhrpark: Eine Aufnahme passt je nach Modell auf viele Flugzeugtypen, die Logistik mit Dutzenden Schleppstangen entfällt.
  • Kein Bremser zwingend nötig: Weil keine Stange brechen kann, kontrolliert der Schlepper das Flugzeug direkt. Wer bei einem bestimmten Vorgang trotzdem im Cockpit sitzt, regeln Airline und Abfertiger.
  • Höheres Tempo: Bei längeren Schlepps sind laut gängigen Angaben bis zu etwa 30 km/h möglich – auf weiten Wegen zwischen Hangar und Terminal ein spürbarer Unterschied.

Bekannte Vertreter dieser Bauart sind etwa die AST-Modelle des deutschen Herstellers Goldhofer. Die Nachteile: Stangenlose Schlepper sind komplexer und teurer, und die Kräfte, die sie ins Bugfahrwerk einleiten dürfen, sind von den Flugzeugherstellern streng begrenzt. Die Schlepper überwachen das deshalb typischerweise mit eigener Sensorik.

Kriterium Mit Schleppstange Stangenlos (towbarless)
Verbindung Stange zwischen Schlepper und Bugfahrwerk Schlepper umfasst und hebt das Bugrad
Traktion allein durch das Eigengewicht des Schleppers Eigengewicht plus Anteil des Flugzeuggewichts
Bremser im Cockpit in der Regel erforderlich nicht zwingend, je nach Verfahren
Flottenmix passende Stange je Typ nötig eine Aufnahme für viele Typen
Kosten und Technik robust, einfacher komplexer, aufwendiger
Tempo bei Schlepps eher gering bis zu etwa 30 km/h

Sonderformen: Hauptradschlepper und Kleinschlepper

Nicht jedes Flugzeug braucht ein 70-Tonnen-Fahrzeug. Für kleinere Maschinen gibt es Hauptradschlepper, die ein Rad des Hauptfahrwerks mit Rollen erfassen. Ein Beispiel ist der PowerPush des Herstellers Schopf. Dabei lenkt der Pilot das Bugrad und bedient die Parkbremse, während eine Person am Boden den Schlepper führt und mit dem Cockpit spricht.

In Hangars und der allgemeinen Luftfahrt sind zudem ferngesteuerte Kleinschlepper verbreitet, etwa die Schleppmaxxe von Aero Friedrichshafen. Der Bediener läuft neben dem Flugzeug her und hat so die Flügelspitzen und das Leitwerk selbst im Blick – in einem vollen Hangar ein großer Vorteil.

Eigene Wege geht das Militär: Schlepper für Flugzeugträger, Kavernen und Schutzbauten sind besonders kompakt, haben kleine Wendekreise und manche versorgen kleinere Jets ohne Hilfstriebwerk zusätzlich mit Bordstrom.

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Pushback: der Alltagseinsatz am Gate

Der häufigste Job eines Schleppers ist der Pushback. An Gates mit Fluggastbrücke steht das Flugzeug mit der Nase zum Terminal und kann nicht aus eigener Kraft rückwärts rollen. Der Schlepper schiebt es heraus auf die Rollgasse, dreht es in Richtung Rollweg und koppelt ab. Während des Pushbacks dürfen die Triebwerke je nach Verfahren bereits angelassen werden; ein Mechaniker oder Ramp Agent hält per Headset Kontakt mit dem Cockpit oder läuft als Walk-out-Assistent neben dem Flugzeug mit.

Ein Detail, das Spotter am Zaun selten sehen: Vor dem Schlepp wird die Bugradlenkung des Flugzeugs in der Regel hydraulisch entkoppelt, damit die Lenkkräfte des Schleppers nicht gegen das Lenksystem arbeiten. Erst nach dem Abkoppeln wird sie wieder freigegeben, und das Bodenpersonal zeigt dem Cockpit den entsprechenden Stift oder die Fahne. Wie Freigabe, Kommunikation und Ablauf im Detail funktionieren, erklärt der Artikel Pushback erklärt. Wo der Pushback im Gesamtablauf eines Umlaufs liegt, zeigt der Guide zum Turnaround.

1. Ankoppeln

Der Schlepper fährt an das Bugfahrwerk heran und verbindet sich über Stange oder Bugradaufnahme. Die Bugradlenkung des Flugzeugs wird entkoppelt.

2. Freigabe

Die Crew holt die Freigabe für den Pushback ein, je nach Flughafen bei Vorfeldkontrolle oder Ground. Am Boden ist der Bereich hinter dem Flugzeug frei.

3. Zurückschieben

Das Flugzeug wird rückwärts aus der Position geschoben und in Rollrichtung gedreht – oft starten die Triebwerke dabei schon.

4. Abkoppeln

Der Schlepper löst sich, die Lenkung wird wieder freigegeben, das Bodenpersonal signalisiert dem Cockpit, dass alles klar ist. Dann rollt der Jet mit eigener Kraft weiter.

Wer am Funk mithört, kennt die Sprechgruppen dazu. Welche Stelle wofür zuständig ist, ordnet der Artikel Delivery, Ground, Tower, Approach ein; der Beruf hinter der Freigabe auf dem Vorfeld steht in Vorfeldkontrolle.

Der Taxibot: Schleppen bis zur Startbahn

Ein normaler Schlepper koppelt nach dem Pushback ab, danach rollt das Flugzeug mit seinen Triebwerken zur Startbahn. Genau dort setzt der Taxibot an. Der halbautomatische, stangenlose Schlepper wurde von der Lahav-Sparte von Israel Aerospace Industries (IAI) entwickelt und hat einen diesel-elektrischen Hybridantrieb. Er bleibt nach dem Pushback am Flugzeug und zieht es weiter über die Rollwege bis kurz vor die Startposition.

Das Besondere: Gelenkt wird aus dem Cockpit. Die Piloten bedienen Steuerung und Bremsen wie beim normalen Rollen. Sensoren in der Bugradaufnahme registrieren die Lenkbewegungen und setzen sie in Fahrbewegungen des Schleppers um. Nach dem Abkoppeln fährt der Taxibot über die Rollwege zurück. Die Haupttriebwerke werden erst kurz vor dem Start angelassen.

Die Stationen der Entwicklung:

  • 2014: LEOS, eine Tochter von Lufthansa Technik, testet die Version für Schmalrumpfjets wie A320 und Boeing 737 am Flughafen Frankfurt. Nach Abschluss der Zertifizierungstests wird der Taxibot im November 2014 für den Schleppbetrieb zugelassen.
  • 25. November 2014: Ein Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Nürnberg ist der erste kommerzielle Flug, der mit Passagieren an Bord per Taxibot zur Startbahn gebracht wird. Ab Februar 2015 folgt der reguläre Einsatz in Frankfurt.
  • 2016 bis 2018: Für Großraumflugzeuge wie A380 und 747 laufen Zertifizierungstests einer Widebody-Version.
  • Oktober 2019: Air India nutzt den Taxibot als erste Airline regelmäßig, auf Flügen ab Terminal 3 des Flughafens Delhi.

Das Versprechen: weniger Kerosinverbrauch, weniger Lärm und Abgase auf dem Vorfeld, schneller freie Parkpositionen. Hersteller und Betreiber haben dafür beachtliche Einsparpotenziale genannt; belastbare, unabhängig gemessene Zahlen für den Dauerbetrieb sind öffentlich allerdings kaum verfügbar. Wie verbreitet der Taxibot im Oktober 2026 an einzelnen Flughäfen ist, lässt sich aus öffentlichen Quellen nicht verlässlich beziffern – sicher ist, dass er eine Nischenlösung geblieben ist und die allermeisten Jets weiterhin mit eigener Kraft zur Startbahn rollen.

Dafür spricht

  • Haupttriebwerke laufen beim Rollen nicht, das spart Kerosin
  • weniger Lärm und Abgase auf dem Vorfeld
  • Piloten rollen mit den gewohnten Bedienelementen
  • Parkpositionen werden schneller frei

Dagegen spricht

  • zusätzliches Fahrzeug und Fahrer je Abflug nötig
  • Schlepper muss nach dem Abkoppeln über die Rollwege zurück
  • Triebwerke brauchen vor dem Start eine Warmlaufzeit
  • komplexe Zulassung je Flugzeugklasse

Wartungsschlepps: die Bewegungen am Abend

Neben Pushback und Taxibot gibt es eine dritte große Kategorie: den Wartungs- oder Positionierungsschlepp. Flugzeuge werden geschleppt, wenn sie von einer Außenposition an ein Gate wechseln, über Nacht abgestellt werden, zum Waschplatz oder zur Enteisung müssen – und vor allem, wenn sie in den Hangar gehen. Für einen Schlepp lohnt es sich nicht, Triebwerke anzulassen und eine Cockpitcrew einzuteilen. Stattdessen sitzen Techniker an Bord, die Bremsen, Funk und Beleuchtung bedienen.

Solche Schlepps finden oft am Abend und in der Nacht statt, wenn auf dem Vorfeld weniger Verkehr ist. An großen Wartungsstandorten wie dem Flughafen Hamburg, wo Lufthansa Technik ihren Hauptsitz hat, oder in Frankfurt siehst du dann Flugzeuge ohne Triebwerkslärm über die Rollwege gleiten – manchmal mit abgedeckten Sensoren, geöffneten Klappen oder sogar ohne Triebwerke. Was in den Hallen passiert, beschreibt der Artikel Flugzeugwartung vom A- bis C-Check, einen Überblick über Werften, die sich für Spotter lohnen, findest du unter Wartungsbetriebe und Werften in Europa.

Spotter-Tipp: Schlepps sind Seltenheiten-Momente

Ein Flugzeug am Schlepper ist oft eine Gelegenheit für Bilder, die im Flugbetrieb nicht entstehen: Maschinen frisch aus der Lackierung, Flieger mit fehlenden Teilen oder Typen, die normalerweise nur nachts landen. Notiere dir, wann an deinem Hausflughafen die Hangar-Schlepps laufen – das Muster wiederholt sich häufig.

Was du als Spotter am Zaun erkennst

Mit etwas Übung kannst du an der Bewegung ablesen, was gerade passiert:

  • Rückwärts aus der Position, kurze Strecke, Triebwerke starten: klassischer Pushback.
  • Lange Strecke über Rollwege, keine laufenden Triebwerke, Rundumleuchte am Schlepper: Positionierungs- oder Wartungsschlepp. Oft fährt ein Follow-me-Fahrzeug voraus.
  • Schlepper hängt ohne Stange direkt unter der Nase: towbarless.
  • Lange Stange zwischen Schlepper und Bugrad sichtbar: Stangenschlepp, im Cockpit sitzt in der Regel ein Bremser.
  • Flugzeug wird bis zum Rollhalt geschleppt, Schlepper fährt allein zurück: Taxibot-Betrieb.

Bei Rollbewegungen hilft es, die Bezeichnungen der Wege zu kennen – das erklärt Rollwege, Haltepunkte und Schilder. Wo die Flugzeuge stehen und warum manche Positionen nur per Schlepp erreichbar sind, steht im Guide zu Gates, Fluggastbrücken und Außenpositionen. Wo du in Frankfurt allgemein am besten stehst, zeigt der Spotting-Guide Frankfurt; Rollverkehr hast du dort von der Aussichtsplattform Zeppelinheim gut im Blick, in Hamburg vom Affenfelsen.

Ganz nah dran bist du bei Vorfeldrundfahrten. Wie solche Touren ablaufen, steht in Flughafenführung und Vorfeldrundfahrt und Airside-Spotting. Den Arbeitsalltag der Menschen, die die Schlepper fahren, beschreibt Arbeiten auf dem Vorfeld.

Abstand halten

Schlepper und geschleppte Flugzeuge haben auf dem Vorfeld Vorrang. Auch auf Führungen gilt: nur auf ausgewiesenen Flächen bleiben, nie hinter oder unter ein Flugzeug in Bewegung treten und den Anweisungen des Personals folgen.

Worauf du achten solltest

  • Begriffe sauber trennen: Pushback ist ein Vorgang, Schlepper und Taxibot sind Fahrzeuge. Nicht jeder Schlepp ist ein Pushback, und nicht jeder stangenlose Schlepper ist ein Taxibot.
  • Kein Urteil aus der Ferne: Ob im Cockpit ein Bremser sitzt oder welcher Schlepper genau zum Einsatz kommt, regeln Airline, Abfertiger und Flughafen individuell.
  • Zeiten notieren: Hangar-Schlepps und Umpositionierungen folgen oft festen Mustern im Tagesablauf. Wer sie kennt, plant gezielter.
  • Licht bedenken: Viele Schlepps laufen in der Dämmerung oder nachts. Lichtstarke Objektive und eine ruhige Hand sind hier wichtiger als lange Brennweite.

Erkennst du, was am Schlepper passiert?

Hak ab, was du sicher unterscheiden kannst.

  • Ich erkenne, ob ein Schlepper mit Stange oder stangenlos arbeitet.
  • Ich weiß, warum bei Stangenschlepps meist jemand an den Bremsen sitzt.
  • Ich kann einen Pushback von einem Positionierungsschlepp unterscheiden.
  • Ich weiß, wodurch sich der Taxibot von einem normalen Schlepper unterscheidet.
  • Ich kenne die Zeiten, zu denen an meinem Hausflughafen Hangar-Schlepps laufen.

Spots, Sichtungen und Community an einem Ort

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Fazit

Flugzeugschlepper sind die stillen Arbeitstiere des Flughafens. Stangenschlepper sind robust und universell, verlangen aber passende Stangen und einen Bremser im Cockpit. Stangenlose Schlepper heben das Bugrad an, gewinnen dadurch Traktion und Tempo und sparen die Stangenlogistik. Der Taxibot hat gezeigt, dass Flugzeuge auch bis zur Startbahn geschleppt werden können, ist aber eine Nische geblieben. Für Spotter sind vor allem die Wartungsschlepps am Abend interessant: Sie bringen Flugzeuge vor die Linse, die du im normalen Flugbetrieb so nie siehst.

Kurzfazit

Mit Stange oder ohne – der Unterschied liegt in der Verbindung zum Bugrad. Towbarless hebt die Nase an und braucht keinen Bremser, die Stange setzt auf Scherbolzen als Sicherung. Achte am Zaun auf Schlepps abseits des Pushbacks: Dort warten oft die seltensten Motive.

Zusammenfassung

  • Flugzeugschlepper reichen vom handgeführten Kleingerät für Sportflugzeuge bis zu Kolossen mit rund 70 Tonnen Eigengewicht für Großraumjets.
  • Stangenschlepper brauchen pro Flugzeugtyp passende Schleppstangen und einen Bremser im Cockpit, sind dafür robust und universell.
  • Stangenlose Schlepper heben das Bugrad an, gewinnen dadurch Traktion und sparen die Stangenlogistik.
  • Der Taxibot ging 2014 in Frankfurt mit Lufthansa LEOS in den Linienbetrieb; Air India nutzte ihn ab 2019 als erste Airline regelmäßig in Delhi.
  • Für Spotter sind Schleppvorgänge eine Chance auf seltene Perspektiven: Flugzeuge ohne Triebwerkslärm, Hangar-Bewegungen und Maschinen aus der Wartung.

Häufige Fragen

Was ist ein Flugzeugschlepper?

Ein Flugzeugschlepper ist ein Spezialfahrzeug, das Flugzeuge am Boden schiebt oder zieht, ohne dass die Triebwerke Schub liefern. Er wird für den Pushback am Gate, für Umpositionierungen auf dem Vorfeld und für Schlepps zwischen Abstellposition und Hangar eingesetzt.

Was bedeutet towbarless?

Towbarless heißt ohne Schleppstange. Der Schlepper fährt mit einer Aufnahme an das Bugrad heran, umschließt es und hebt es leicht an. Das Flugzeug hängt dann direkt am Schlepper, Kräfte und Lenkbewegungen laufen über diese Aufnahme statt über eine Stange.

Warum braucht ein Stangenschlepp einen Bremser?

Weil die Schleppstange Scherbolzen enthält, die bei Überlast absichtlich brechen. Reißt die Verbindung, rollt das Flugzeug frei weiter. Dann muss jemand im Cockpit sofort die Bremsen betätigen können. Wie gefährlich das ohne Bremser werden kann, zeigte 2016 ein Vorfall in Santiago de Chile, bei dem eine geschleppte Boeing 747-400 nach dem Lösen von der Stange in ein Fahrzeug rollte.

Was ist der Taxibot?

Der Taxibot ist ein halbautomatischer, stangenloser Schlepper von Israel Aerospace Industries mit diesel-elektrischem Antrieb. Er übernimmt nicht nur den Pushback, sondern bringt das Flugzeug bis kurz vor die Startbahn. Der Pilot steuert ihn über die normalen Bedienelemente im Cockpit, die Haupttriebwerke werden erst kurz vor dem Start angelassen.

Wo wurde der Taxibot eingesetzt?

Am Flughafen Frankfurt betrieb die Lufthansa-Tochter LEOS den Taxibot ab 2014. Die erste kommerzielle Rollfahrt mit Passagieren war ein Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Nürnberg im November 2014. Im Oktober 2019 nutzte Air India den Taxibot am Flughafen Delhi als erste Airline regelmäßig.

Was ist ein Wartungsschlepp?

Als Wartungsschlepp bezeichnet man das Schleppen eines Flugzeugs außerhalb des Flugbetriebs, etwa von der Abstellposition in den Hangar, zum Waschplatz oder zu einer Triebwerksprobelaufstelle. An Bord sitzen dabei in der Regel Techniker, die Bremsen und Systeme bedienen. Solche Schlepps finden häufig abends und nachts statt, wenn auf dem Vorfeld weniger los ist.

Wie schnell fährt ein Flugzeugschlepper?

Beim Pushback nur Schrittgeschwindigkeit. Stangenlose Schlepper erreichen beim Schleppen über längere Strecken laut gängigen Angaben bis zu etwa 30 km/h. Konkrete Grenzwerte legen Flugzeughersteller, Schlepperhersteller und Flughafen fest.

PT

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