Flugzeuge nachts erkennen: Positions-, Anti-Kollisions-, Lande- und Logolichter

Nachts bleiben vom Flugzeug nur Lichtpunkte übrig – und die verraten erstaunlich viel. Welche Lichter es gibt, wo sie sitzen, wann sie eingeschaltet werden und wie du daraus Flugrichtung, Flugphase und manchmal sogar den Hersteller ablesen kannst.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Rot links, grün rechts, weiß hinten: Die Positionslichter sind fest geregelt. Siehst du beide Farben gleichzeitig, kommt das Flugzeug auf dich zu, siehst du nur Weiß, fliegt es von dir weg.
  • Der rote Beacon heißt: Triebwerke laufen gleich oder schon. Er geht vor dem Anlassen an und bleibt bis zum Abstellen eingeschaltet – am Vorfeld das wichtigste Signal.
  • Weiße Strobes kommen erst auf der Piste: Die grellen Blitzer an den Flügelspitzen werden beim Einrollen auf die Startbahn eingeschaltet. Blitzt es weiß am Rollhalt, startet die Maschine gleich.
  • Doppelblitz deutet auf Airbus: Viele Airbus-Muster blitzen mit ihren Strobes zweimal kurz hintereinander, Boeing-Flugzeuge in der Regel einmal.
  • Logolichter liefern die Airline: Sie strahlen das Seitenleitwerk an und machen die Bemalung auch nachts lesbar – oft der einzige Hinweis auf die Fluggesellschaft.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die kurze Antwort
  2. 2.Die Lichter im Überblick
  3. 3.Positionslichter: Rot, Grün, Weiß
  4. 4.Anti-Kollisionslichter: Beacon und Strobes
  5. 5.Landescheinwerfer, Rolllicht und Abrolllicht
  6. 6.Logolichter: die Airline im Scheinwerfer
  7. 7.Was die Lichter über die Flugphase verraten
  8. 8.Den Typ nachts bestimmen: so gehst du vor
  9. 9.Wo du nachts am meisten siehst
  10. 10.Worauf du achten solltest
  11. 11.Fazit

Am Tag erkennst du einen Jet an Nase, Triebwerken und Flügelspitzen. Nach Sonnenuntergang bleibt davon wenig übrig: ein paar farbige Punkte, ein grelles Blitzen, zwei Scheinwerfer im Anflug. Wer Flugzeuge nachts erkennen will, muss lernen, diese Lichter zu lesen. Das klingt nach Ratespiel, folgt aber festen Regeln – Farben, Positionen und Schaltabläufe sind international vorgegeben. Dieser Guide zeigt dir, welche Lichter ein Verkehrsflugzeug trägt, was sie über Flugrichtung und Flugphase verraten und an welchen Details du nachts sogar Hersteller und Airline erkennst.

Nachtsichtung festhalten

Poste deine Nachtsichtungen in Planetrack mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Spot – und sammle sie in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Die kurze Antwort

Nachts liest du ein Flugzeug in drei Schritten. Die Positionslichter (rot links, grün rechts, weiß hinten) zeigen dir, in welche Richtung es fliegt. Die Anti-Kollisionslichter – roter Beacon und weiße Strobes – verraten, ob die Triebwerke laufen und ob die Maschine schon auf der Piste ist. Die Arbeitslichter wie Landescheinwerfer, Rolllicht und Logolicht zeigen die Flugphase und machen im besten Fall das Leitwerk mit der Airline-Bemalung sichtbar. Für den genauen Typ kombinierst du das mit dem Blitzmuster, dem Geräusch und Live-Daten.

110°Abstrahlbereich des roten und des grünen Positionslichts, jeweils ab Flugrichtung
140°Sektor des weißen Hecklichts nach hinten (70° zu jeder Seite)
40–100Blitze pro Minute für Anti-Kollisionslichter nach US-Bauvorschrift

Die Lichter im Überblick

Ein modernes Verkehrsflugzeug trägt deutlich mehr Leuchten, als man auf den ersten Blick denkt. Manche sind vorgeschrieben, andere sind Arbeitslichter für Crew und Bodenpersonal. Die wichtigsten:

Licht Farbe Position Wann an Was es dir sagt
Positionslicht links rot, dauerhaft linke Flügelspitze nachts immer, oft auch am Tag linke Seite des Flugzeugs
Positionslicht rechts grün, dauerhaft rechte Flügelspitze nachts immer, oft auch am Tag rechte Seite des Flugzeugs
Hecklicht weiß, dauerhaft Heck oder hintere Flügelspitzen zusammen mit den Positionslichtern Flugzeug fliegt von dir weg
Beacon rot, blinkend Rumpfober- und -unterseite vor dem Anlassen bis zum Abstellen Triebwerke laufen oder starten gleich
Strobes weiß, blitzend Flügelspitzen, oft auch Heck ab Einrollen auf die Piste bis zum Verlassen Flugzeug ist auf der Piste oder in der Luft
Landescheinwerfer weiß, sehr hell Flügelwurzel, Flügelunterseite oder Bugfahrwerk Start, Landung, untere Flughöhen Start- oder Landephase
Roll- und Abrolllicht weiß meist am Bugfahrwerk, teils Flügelwurzel beim Rollen und Abbiegen Flugzeug bewegt sich am Boden
Logolicht weiß meist im Höhenleitwerk, aufs Seitenleitwerk gerichtet optional, nachts häufig Airline-Bemalung sichtbar
Inspektionslicht weiß Rumpfseite vor dem Flügel bei Bedarf Crew prüft Flügel und Triebwerk

Die genaue Anordnung unterscheidet sich je nach Typ und Baujahr. Neuere Muster wie die Boeing 787 und viele nachgerüstete Flugzeuge setzen dabei verstärkt auf LED-Technik, was das Lichtbild oft etwas kälter und schärfer wirken lässt als bei älteren Halogenlampen und Blitzröhren. Große Vierstrahler wie die Boeing 747-8 erkennst du nachts dagegen eher an der enormen Spannweite zwischen den Positionslichtern.

Positionslichter: Rot, Grün, Weiß

Die Positionslichter – oft auch Navigationslichter genannt – sind das Grundgerüst des nächtlichen Lichtbilds. Das Prinzip kennt jeder, der schon einmal ein Schiff bei Nacht gesehen hat: Rot sitzt links, Grün rechts, Weiß strahlt nach hinten. Die US-Bauvorschriften für große Verkehrsflugzeuge legen dafür feste Sektoren fest. Das rote und das grüne Licht decken jeweils 110 Grad ab, von der Flugrichtung aus nach links beziehungsweise rechts gemessen. Das weiße Hecklicht füllt die verbleibenden 140 Grad nach hinten. Zusammen ergibt das einen vollen Kreis ohne Überschneidung.

Für dich am Boden heißt das: Aus jedem Blickwinkel siehst du eine eindeutige Kombination.

  • Rot und Grün gleichzeitig: Das Flugzeug kommt auf dich zu. Rot erscheint dabei auf deiner rechten Seite, weil du die linke Tragfläche von vorn siehst.
  • Nur Grün: Das Flugzeug zieht von links nach rechts an dir vorbei – du blickst auf seine rechte Seite.
  • Nur Rot: Es fliegt von rechts nach links.
  • Nur Weiß, ruhig leuchtend: Es entfernt sich von dir.

Der Abstand zwischen dem roten und dem grünen Licht ist praktisch die Spannweite. Liegen die beiden Punkte bei einem anfliegenden Jet weit auseinander, während die Landescheinwerfer noch klein wirken, hast du es mit einem Großraumflugzeug zu tun. Eine kompakte Lichtgruppe spricht eher für einen Schmalrumpfjet oder ein Regionalflugzeug. Mit etwas Übung schätzt du so die Größenklasse, bevor du überhaupt Konturen erkennst.

Merkhilfe aus der Seefahrt

„Rot ist links, weil der Portwein rot ist“ – im Englischen heißt die linke Seite port. Und für den Blick von vorn: Erscheint Rot rechts von Grün, schaut das Flugzeug dich an.

Anti-Kollisionslichter: Beacon und Strobes

Die zweite Gruppe soll das Flugzeug für andere sichtbar machen. Sie besteht aus zwei Lichtarten, die zusammen das Anti-Kollisionslicht-System bilden, im Cockpit aber meist getrennt geschaltet werden.

Der rote Beacon

Der Beacon ist ein rot blinkendes Licht auf der Rumpfoberseite, bei Verkehrsflugzeugen meist ergänzt durch ein zweites auf der Unterseite. Ältere Maschinen hatten dafür rotierende Rundumleuchten, heute blinken die meisten elektronisch. Der Beacon geht an, bevor die Triebwerke angelassen werden, und bleibt an, bis sie wieder stehen. Am Vorfeld ist er damit das deutlichste Signal überhaupt: Blinkt es rot am Gate, steht der Pushback unmittelbar bevor oder die Triebwerke laufen bereits.

Die weißen Strobes

Die Strobes sind die grellen weißen Blitzer an den Flügelspitzen, bei vielen Typen zusätzlich am Heck. Sie werden in der Regel erst beim Einrollen auf die Startbahn eingeschaltet, weil sie am Boden blenden würden. Nach der Landung gehen sie beim Verlassen der Piste wieder aus. Siehst du also am Rollhalt plötzlich weiße Blitze, ist die Startfreigabe da oder unmittelbar zu erwarten – Zeit, die Kamera hochzunehmen.

Die US-Bauvorschrift verlangt für Anti-Kollisionslichter eine Blitzfolge zwischen 40 und 100 Zyklen pro Minute und lässt dafür nur Luftfahrt-Rot oder Luftfahrt-Weiß zu. Bei vielen Mustern sind Beacon und Strobes in ihrem Takt aufeinander abgestimmt – und genau dieser Rhythmus unterscheidet sich je nach Hersteller.

Das Blitzmuster als Herstellerhinweis

Hier wird es für Spotter spannend: Die Strobes blitzen nicht bei allen Herstellern gleich. Viele Airbus-Muster – ab A300-600 und A310 über die A320-Familie bis zu A330, A340 und A380 – blitzen zweimal kurz hintereinander. Boeing-Flugzeuge wie die 737 blitzen in der Regel einmal. Am Nachthimmel ist dieser Doppelblitz einer der wenigen Hinweise, die du ohne Fernglas und ohne Daten aufnehmen kannst.

Verlass dich aber nicht blind darauf. Nachrüstungen, Sonderausführungen und andere Hersteller wie Embraer, Bombardier oder ATR haben eigene Muster. Das Blitzmuster ist ein Indiz, kein Beweis – den Typ bestätigst du über Flugverfolgung oder Kennzeichen.

Landescheinwerfer, Rolllicht und Abrolllicht

Die hellsten Lichter am Flugzeug sind die Landescheinwerfer. Sie leuchten nach vorn und unten, damit die Crew die Piste sieht, und machen das Flugzeug gleichzeitig weithin auffällig. Im Endanflug erkennst du sie oft schon als hellen Punkt am Horizont, lange bevor sich Konturen abzeichnen. In den USA empfiehlt die Luftfahrtbehörde FAA, sie unterhalb von 10.000 Fuß und im Umkreis von etwa zehn Meilen um einen Flughafen einzuschalten. Im Reiseflug sind sie meist aus.

Wo die Scheinwerfer sitzen, unterscheidet sich je nach Typ. Bei der A320-Familie fahren die Landescheinwerfer aus der Flügelunterseite aus, bei der Boeing 737 sitzen sie vor allem in der Flügelwurzel. Viele Muster tragen zusätzlich Scheinwerfer am Bugfahrwerk. Für dich am Zaun ergibt das unterschiedliche Lichtbilder: mal zwei weit auseinanderliegende Punkte, mal eine enge Gruppe dicht am Rumpf, mal ein zusätzliches Licht tiefer unter der Nase.

Am Boden kommen weitere Arbeitslichter hinzu:

  • Rolllicht (Taxi Light): sitzt meist am Bugfahrwerk und leuchtet den Rollweg vor dem Flugzeug aus.
  • Abrolllichter (Runway Turnoff Lights): strahlen schräg zur Seite und helfen beim Abbiegen von der Piste auf den Rollweg. Je nach Typ sitzen sie am Bugfahrwerk oder in der Flügelwurzel.
  • Start-Licht: Einige Muster haben am Bugfahrwerk einen eigenen Scheinwerfer, der für den Start dazugeschaltet wird.

Daraus ergibt sich eine typische Abfolge. Beim Rollen brennen Rolllicht und Abrolllichter, auf der Piste kommen Landescheinwerfer und Strobes dazu. Nach der Landung läuft das Ganze rückwärts: Strobes und Landescheinwerfer aus, Rolllicht an. Wie die Befeuerung von Piste und Rollwegen dazu passt, erklärt der Artikel Pisten- und Rollwegbefeuerung.

Weißt du, was da gleich landet?

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery im Anflug ist – auch mitten in der Nacht. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Logolichter: die Airline im Scheinwerfer

Logolichter sind für Nachtspotter das vielleicht wertvollste Licht. Sie sitzen meist in der Oberseite des Höhenleitwerks und strahlen das Seitenleitwerk an. Vorgeschrieben sind sie nicht, viele Crews schalten sie nachts aber ein, um das Flugzeug auffälliger zu machen – und weil eine beleuchtete Heckflosse nebenbei Werbung für die Airline ist.

Für dich heißt das: Selbst wenn der Rumpf im Dunkeln verschwindet, kannst du am beleuchteten Leitwerk oft die Fluggesellschaft ablesen. Ein gelbes Leitwerk über dem Vorfeld in Leipzig/Halle verrät dir zum Beispiel sofort einen Frachter aus dem DHL-Umfeld, etwa von European Air Transport Leipzig. Auffällige Heckbemalungen sind nachts damit leichter zuzuordnen als unauffällige weiße Leitwerke. Wer gezielt nach Sonderbemalungen sucht, findet im Guide Special Liveries finden die passenden Strategien.

Inspektionslichter

Weniger bekannt sind die Inspektionslichter an der Rumpfseite vor dem Flügel. Sie leuchten die Flügelvorderkante und das Triebwerk an, damit die Crew zum Beispiel Eisansatz prüfen kann. Gelegentlich brennen sie auch beim Boarding. Für dich sind sie ein schöner Bonus: Ist das Inspektionslicht an, siehst du Triebwerksgondel und Flügel deutlich besser – und kannst Triebwerke oder Winglets und Sharklets auch nachts zuordnen.

Was die Lichter über die Flugphase verraten

Weil die Lichter nach festen Abläufen geschaltet werden, kannst du am Lichtbild ablesen, was das Flugzeug gerade tut. Die Details unterscheiden sich je nach Airline und Verfahren, die Grundlogik ist aber fast überall gleich.

1. Parken am Gate

Bei eingeschalteter Bordstromversorgung meist Positionslichter an, bei Dunkelheit oft auch Logolicht. Kein Beacon – die Triebwerke sind aus.

2. Pushback und Anlassen

Der rote Beacon beginnt zu blinken. Ab jetzt laufen die Triebwerke oder werden gleich gestartet.

3. Rollen zur Piste

Rolllicht und bei Bedarf Abrolllichter an. Strobes und Landescheinwerfer bleiben aus, um niemanden zu blenden.

4. Einrollen und Start

Weiße Strobes und Landescheinwerfer gehen an. Das Flugzeug ist auf der Piste und startet gleich.

5. Steigflug und Reiseflug

Landescheinwerfer gehen in größerer Höhe meist aus. Positionslichter, Beacon und Strobes bleiben an.

6. Anflug und Landung

Landescheinwerfer wieder an – oft schon weit draußen sichtbar. Nach dem Abrollen von der Piste gehen Strobes und Landescheinwerfer aus, das Rolllicht an.

Diese Abfolge hilft dir auch beim Fotografieren. Wann sich das Warten an der Piste lohnt, siehst du nachts oft früher an den Lichtern als am Flugzeug selbst. Tipps zu Belichtung, ISO und Stativ findest du im Guide Flugzeuge nachts fotografieren.

Den Typ nachts bestimmen: so gehst du vor

Nachts den exakten Typ zu bestimmen, ist die Königsdisziplin. Mit einer festen Reihenfolge kommst du aber erstaunlich weit.

Was verrät dir das Lichtbild?

Drei Beobachtungen – am Ende bekommst du eine erste Einordnung.

Ergebnis

Wahrscheinlich ein Airbus

Doppelblitz und ausgefahrene Scheinwerfer unter dem Flügel passen zur A320-Familie und anderen Airbus-Mustern. Prüfe Spannweite und Geräusch, dann bestätige mit Flugverfolgung.

Ergebnis

Wahrscheinlich eine Boeing

Einfacher Blitz und Scheinwerfer an der Flügelwurzel sprechen für Boeing, etwa eine 737. Andere Hersteller haben eigene Muster – Live-Daten bringen Gewissheit.

Ergebnis

Am Boden: Logolicht und Vorfeldbeleuchtung nutzen

Ohne Strobes musst du anders vorgehen. Unter den Vorfeldscheinwerfern siehst du Konturen, Leitwerk und Fahrwerk – dort helfen dir die Tagesmerkmale.

Nach dem Lichtbild kommen weitere Indizien dazu:

  • Spannweite: Der Abstand zwischen roten und grünen Lichtern trennt Schmalrumpf und Großraum zuverlässig.
  • Geräusch: Triebwerke klingen je nach Typ sehr unterschiedlich – wie du dein Gehör trainierst, steht in Flugzeugtypen am Geräusch erkennen.
  • Fahrwerk: Im Licht der eigenen Landescheinwerfer und der Pistenbefeuerung ist das ausgefahrene Fahrwerk oft zu sehen. Die Logik dahinter erklärt Fahrwerk als Erkennungsmerkmal.
  • Live-Daten: Wer mit Flugverfolgung arbeitet, gleicht das Lichtbild mit dem Flug in der Karte ab. Wie das funktioniert, zeigt Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter.

Die Tagesmerkmale aus Flugzeugtypen erkennen für Anfänger brauchst du trotzdem: Sobald ein Flugzeug unter die Vorfeldscheinwerfer rollt oder im Logolicht steht, greifen wieder Nase, Leitwerk und Triebwerke.

Wo du nachts am meisten siehst

An vielen deutschen Flughäfen ist nachts wenig los, denn Nachtflugbeschränkungen begrenzen den Verkehr. Welche Regeln wo gelten, fasst der Überblick Nachtflugverbot an deutschen Flughäfen zusammen. Spannend sind deshalb vor allem Frachtdrehkreuze, an denen der Nachtbetrieb zum Geschäftsmodell gehört.

Der Flughafen Leipzig/Halle ist der bekannteste Kandidat: Als europäisches Drehkreuz von DHL hat er nachts sehr viel Frachtverkehr. Auch am Flughafen Köln/Bonn wird nachts viel Fracht umgeschlagen. Ob die Besucherterrassen in Leipzig/Halle und Köln/Bonn abends geöffnet sind, prüfst du vorab in den jeweiligen Spot-Steckbriefen und auf den Flughafen-Websites – oft musst du für Nachtsessions auf öffentlich zugängliche Plätze außerhalb des Geländes ausweichen. Welche Frachter dort typischerweise unterwegs sind, erklärt Frachtflugzeuge erkennen.

Sicher im Dunkeln

Nachts gelten dieselben Regeln wie tagsüber: öffentliche Wege, keine Zäune überklettern, keine Taschenlampen oder Laserpointer Richtung Flugzeug. Was du sonst beachten solltest, steht in Nachts oder allein spotten.

Worauf du achten solltest

  • Lichter sind Indizien, keine Beweise. Farben und Positionen sind fest geregelt, Blitzmuster und Scheinwerferanordnung variieren je nach Baujahr, Nachrüstung und Hersteller.
  • Schaltabläufe sind Airline-Sache. Ob Logolicht oder Rolllicht brennt, entscheidet auch das Verfahren der Fluggesellschaft. Ein dunkles Leitwerk heißt nicht, dass es kein Logolicht gibt.
  • Nicht blenden lassen. Landescheinwerfer im Endanflug sind extrem hell. Schau nicht minutenlang direkt hinein, wenn du deine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hast.
  • Hubschrauber und Militär sind eigene Kapitel. Hubschrauber tragen ein ähnliches, aber eigenes Lichtbild; mehr dazu in Hubschraubertypen erkennen.
  • Notiere, was du gesehen hast. Uhrzeit, Richtung, Lichtbild – damit lässt sich die Sichtung später per Flugverfolgung zuordnen.

Kannst du ein Flugzeug nachts lesen?

Hak ab, was du sicher erkennst – am Ende siehst du, ob du bereit für die erste Nachtsession bist.

  • Ich weiß, auf welcher Seite das rote und das grüne Positionslicht sitzt.
  • Ich erkenne an den Positionslichtern, ob ein Flugzeug auf mich zu- oder wegfliegt.
  • Ich unterscheide den roten Beacon von den weißen Strobes.
  • Ich weiß, dass Strobes erst auf der Piste eingeschaltet werden.
  • Ich achte auf Einfach- oder Doppelblitz als Herstellerhinweis.
  • Ich nutze Logolicht und Vorfeldbeleuchtung, um Airline und Typ zu prüfen.

Spots für die Nachtsession finden

Auf der Spot-Karte von Planetrack findest du Spots mit Anreise, Bewertungen und Community-Fotos – und im Flughafen-Bereich Wetter, Wind und aktive Pisten. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Fazit

Nachts ist ein Flugzeug kein Rätsel, sondern ein Lichtsignal mit klarer Grammatik. Die Positionslichter zeigen die Richtung, Beacon und Strobes die Betriebsphase, Landescheinwerfer und Rolllicht den Weg über den Platz. Mit Blitzmuster, Spannweite, Geräusch und beleuchtetem Leitwerk kommst du oft bis zum Hersteller oder zur Airline. Den letzten Schritt zum genauen Typ machen Flugverfolgung und Kennzeichen.

Kurzfazit

Rot links, grün rechts, weiß hinten – damit kennst du die Flugrichtung. Roter Beacon heißt Triebwerke an, weiße Strobes heißen Piste oder Luft, Doppelblitz deutet auf Airbus. Logolichter verraten die Airline, Live-Daten bestätigen den Typ.

Zusammenfassung

  • Jedes Verkehrsflugzeug trägt drei Pflicht-Lichtgruppen: Positionslichter in Rot, Grün und Weiß, rote Anti-Kollisions-Beacons an Rumpfober- und -unterseite und meist weiße Strobes an Flügelspitzen und Heck.
  • Dazu kommen Arbeitslichter wie Lande-, Roll- und Abrollscheinwerfer, Logolichter fürs Leitwerk und Inspektionslichter für Flügelvorderkante und Triebwerk.
  • Weil die Lichter nach festen Abläufen geschaltet werden, verraten sie die Flugphase: Beacon an beim Anlassen, Rolllicht beim Rollen, Strobes und Landescheinwerfer auf der Piste.
  • Für die Typbestimmung kombinierst du Lichtbild, Blitzmuster, Abstand der Flügelspitzen-Lichter, Geräusch und Live-Daten aus der Flugverfolgung.

Häufige Fragen

Welche Farbe haben die Lichter an einem Flugzeug?

An der linken Flügelspitze leuchtet ein rotes, an der rechten ein grünes Positionslicht, nach hinten strahlt ein weißes Licht – am Heck oder an beiden Flügelspitzen. Dazu kommen rote, blinkende Anti-Kollisions-Beacons an Rumpfober- und -unterseite sowie weiße Blitzlichter, die Strobes. Landescheinwerfer, Rolllichter und Logolichter sind ebenfalls weiß.

Wie erkenne ich nachts, in welche Richtung ein Flugzeug fliegt?

Über die Positionslichter. Siehst du Rot und Grün gleichzeitig, fliegt das Flugzeug auf dich zu – Rot ist dann auf deiner rechten Seite. Siehst du nur Grün, fliegt es von links nach rechts an dir vorbei, siehst du nur Rot, von rechts nach links. Ein einzelnes weißes, nicht blinkendes Licht zeigt, dass es sich von dir entfernt.

Was bedeutet das rote Blinklicht auf dem Rumpf?

Das ist der Beacon, ein Anti-Kollisionslicht. Er wird vor dem Anlassen der Triebwerke eingeschaltet und warnt das Bodenpersonal, Abstand zu halten. Er bleibt den ganzen Flug über an. Ein Flugzeug am Gate mit blinkendem Beacon steht also kurz vor dem Pushback oder hat die Triebwerke noch laufen.

Wann werden die Strobes eingeschaltet?

In der Regel beim Einrollen auf die Startbahn. Am Boden bleiben sie vorher aus, damit Bodenpersonal und andere Crews nicht geblendet werden. Nach der Landung werden sie beim Verlassen der Piste wieder ausgeschaltet.

Kann man Airbus und Boeing nachts unterscheiden?

Oft ja, am Blitzmuster der Strobes. Viele Airbus-Muster wie A320-Familie, A330, A340 und A380 blitzen zweimal kurz hintereinander, Boeing-Flugzeuge in der Regel einmal. Das ist ein guter Anhaltspunkt, aber kein Beweis – den genauen Typ bestätigst du am besten mit Flugverfolgung oder Kennzeichen.

Wozu dienen Logolichter?

Logolichter beleuchten das Seitenleitwerk mit dem Airline-Logo. Sie sind nicht vorgeschrieben, werden aber nachts häufig eingeschaltet, um das Flugzeug auffälliger zu machen. Für Spotter sind sie Gold wert: Sie machen die Bemalung am Leitwerk auch bei Dunkelheit sichtbar.

Warum sieht man Landescheinwerfer schon so weit entfernt?

Landescheinwerfer sind sehr hell, weil sie die Piste aus großer Höhe ausleuchten müssen. In den USA empfiehlt die Luftfahrtbehörde FAA zum Beispiel, sie unterhalb von 10.000 Fuß und im Umkreis von etwa zehn Meilen um Flughäfen einzuschalten. Im Endanflug siehst du sie deshalb oft schon als hellen Punkt am Horizont, lange bevor du das Flugzeug selbst erkennst.

PT

Planetrack Redaktion

Wir bauen die Planetrack App und spotten selbst – auf Besucherterrassen, an Anflugschneisen und am Zaun. Alle Guides entstehen aus eigener Praxis und werden regelmäßig aktualisiert.

Mehr Artikel aus Flugzeugtypen erkennen →

Nachschlagen statt raten

In der Flugzeugtypen-Datenbank findest du zu jedem Flugzeugtyp eine eigene Seite mit Steckbrief, Erkennungsmerkmalen und Spotting-Hinweisen – nach Herstellern sortiert.

Alle Flugzeugtypen

Weiterlesen in Flugzeugtypen erkennen

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Passende Spotting-Spots

Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

← Zurück zum Blog