Das Wichtigste in Kürze
- Das sicherste Merkmal ist das Leitwerk: Die senkrechte Vorderkante der Seitenflosse lässt sie nach vorn geneigt wirken – das hat kein anderer gängiger Kleinflugzeugtyp.
- Die M20 ist ein Reiseflugzeug, kein Schulflugzeug: Einziehfahrwerk, schlanker Flügel und viel Geschwindigkeit pro PS sind ihr Programm.
- Mehr als 11.000 Exemplare entstanden seit 1955 in mehreren Produktionsphasen, unterbrochen von mehreren Eigentümerwechseln und Insolvenzen.
- Die Versionsbuchstaben verraten viel: kurze Rümpfe bis zur M20E, mittlere Rümpfe ab M20F/J/K, lange Rümpfe ab M20L/M/R.
- In Flugplänen erscheint der Typ als M20P, Turbo-Versionen in der Regel als M20T; deutsche Maschinen tragen Kennzeichen der Gruppe D-E.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Mooney M20?
- 2.So erkennst du eine Mooney auf den ersten Blick
- 3.Von Holz zu Metall: die Versionen im Überblick
- 4.Firmengeschichte: Pleiten, Neustarts und Kerrville
- 5.Mooney, Bonanza, Cirrus oder Piper?
- 6.Wo du die Mooney M20 antriffst
- 7.Fototipps für die Mooney
- 8.Für Piloten: warum die Mooney polarisiert
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Mooney Aircraft, heute Mooney International Corporation (Kerrville, Texas) |
|---|---|
| Konstrukteur | Al Mooney |
| ICAO-Typcode | M20P (Saugmotor-Versionen), M20T (Turbo-Versionen) |
| Erstflug | 3. September 1953 |
| Musterzulassung | 1955 |
| Gebaute Exemplare | mehr als 11.000 in mehreren Produktionsphasen |
| Bauweise | Tiefdecker mit Einziehfahrwerk; frühe Modelle mit Holzflügel und -leitwerk, ab 1961 Ganzmetall |
| Sitzplätze | 4 (inklusive Pilot) |
| Triebwerk (M20V Acclaim Ultra) | 1 × Continental TSIO-550-G mit Turbolader, 280 PS |
| Länge (M20V) | rund 8,1 m |
| Spannweite (M20V) | rund 11,1 m |
| Höhe (M20V) | rund 2,5 m |
| Max. Startgewicht (M20V) | rund 1.530 kg |
| Höchstgeschwindigkeit (M20V) | 242 Knoten (rund 450 km/h) |
| Reichweite (M20V) | rund 1.100 nautische Meilen (etwa 2.000 km) |
| Dienstgipfelhöhe (M20V) | 25.000 ft (rund 7.600 m) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Seitenleitwerk mit senkrechter Vorderkante: Die Flosse wirkt, als wäre sie nach vorn geneigt – das Markenzeichen jeder Mooney
- Tiefdecker mit schlanken, geraden Flügeln und auffällig flacher, niedriger Kabine
- Einziehfahrwerk mit Bugrad: Im Flug sind keine Räder zu sehen (Ausnahme: die seltene M20D Master)
- Eine einzige Tür auf der rechten Seite – erst die Ultra-Modelle ab 2017 haben auch links eine Tür
- Kurze, gedrungene Nase bei frühen Modellen; lange Rumpfversionen mit drei Seitenfenstern ab den späten 1960er-Jahren
- Sehr niedrige Bauhöhe am Boden: Der Rumpf liegt dicht über dem Asphalt, das Fahrwerk wirkt kurz
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein flacher, schlanker Tiefdecker schießt im Gegenanflug über den Flugplatz, die Räder sind schon eingefahren, und am Heck steht eine Seitenflosse, die irgendwie falsch herum aussieht: Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Mooney M20. Seit Mitte der 1950er-Jahre steht der Name für Geschwindigkeit pro PS, für enge Cockpits und für eine treue Fangemeinde unter Piloten. Hier erfährst du, wie du die M20 sicher bestimmst, wie du die vielen Versionen auseinanderhältst und warum die Firmengeschichte fast so bewegt ist wie ein Platzrundenflug bei Böen.
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Mit Planetrack hältst du jede M20 mit Foto, Kennzeichen, Flugplatz und Spot fest und baust dir eine eigene Sammlung der Versionen von der Ranger bis zur Acclaim auf. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Mooney M20?
Die Mooney M20 ist ein viersitziges, einmotoriges Reiseflugzeug mit Kolbenmotor, Tiefdeckerflügel und Einziehfahrwerk. Sie richtet sich an Piloten, die nicht nur Platzrunden drehen, sondern zügig von A nach B fliegen wollen – geschäftlich, in den Urlaub oder quer durch einen Kontinent. Ihr Ruf: viel Reisegeschwindigkeit bei vergleichsweise wenig Leistung und Spritverbrauch. Schon die allererste M20 erreichte mit nur 150 PS rund 170 Meilen pro Stunde.
Entworfen hat das Flugzeug Al Mooney, der zuvor bei mehreren Herstellern als Konstrukteur gearbeitet hatte. Die M20 war sein erfolgreichstes Design. Der Prototyp flog am 3. September 1953, die Zulassung durch die US-Luftfahrtbehörde folgte 1955. Seitdem wurden mehr als 11.000 Exemplare in verschiedensten Versionen gebaut. Das macht die M20 zu einer der langlebigsten Baureihen der allgemeinen Luftfahrt überhaupt, auch wenn sie in den Stückzahlen weit hinter der Cessna 172 oder der Piper PA-28 liegt.
So erkennst du eine Mooney auf den ersten Blick
Bei Kleinflugzeugen hilft dir der Blick auf Flügel, Fahrwerk und Leitwerk. Bei der Mooney ist das Leitwerk so eigenwillig, dass es fast allein für die Bestimmung reicht.
Die „verkehrte“ Seitenflosse
Die Vorderkante der Seitenflosse steht senkrecht, die Hinterkante läuft schräg. Am Boden wirkt die Flosse dadurch nach vorn gekippt. Bei fast allen anderen Kleinflugzeugen ist die Flosse dagegen nach hinten gepfeilt.
Tiefdecker mit Einziehfahrwerk
Der Flügel sitzt unten am Rumpf, im Flug verschwinden alle drei Räder. Am Boden fällt auf, wie kurz das Fahrwerk ist und wie dicht der Rumpf über dem Asphalt liegt.
Flach und schlank
Die Kabine ist niedrig, die Silhouette gestreckt, die Nase eng um den Motor geschnitten. Neben einer Bonanza oder Cirrus wirkt die Mooney spürbar kleiner und flacher.
Ein weiteres Detail für Nahaufnahmen auf dem Vorfeld: Die klassische M20 hat nur eine Tür auf der rechten Seite. Der Pilot klettert über den Beifahrersitz auf seinen Platz. Erst die Ultra-Modelle ab 2017 haben auch links eine Tür. Bei den meisten Versionen bewegt sich außerdem das gesamte Höhenleitwerk zur Trimmung – im Stand siehst du manchmal, dass es leicht angestellt ist.
Kennzeichen-Tipp für deutsche Plätze
Mit einem Startgewicht unter zwei Tonnen fällt die M20 in Deutschland in die Kennzeichengruppe D-E – genau wie Cessna 172 oder PA-28. Der Buchstabe allein verrät also nicht den Typ, aber er grenzt die Gewichtsklasse ein. Wie das System funktioniert, erklärt der Guide Deutsche Luftfahrzeugkennzeichen und Gewichtsklassen.
Von Holz zu Metall: die Versionen im Überblick
Die M20 hat in rund sieben Jahrzehnten zahlreiche Versionen hervorgebracht. Für Spotter ist die Einteilung in kurze, mittlere und lange Rümpfe am nützlichsten, denn sie lässt sich von außen an der Zahl der Seitenfenster und der Rumpflänge ablesen.
| Version | Einführung | Motor | Was sie auszeichnet |
|---|---|---|---|
| M20 | 1955 | Lycoming O-320, 150 PS | Erste Serienversion mit Holzflügel, Holzleitwerk und handbetätigtem Fahrwerk |
| M20A | 1958 | Lycoming O-360, 180 PS | Mehr Leistung, weiterhin Holzbauweise |
| M20B Mark 21 | 1961 | 180 PS | Erste Ganzmetall-Mooney |
| M20C Mark 21 / Ranger | 1962 | Lycoming O-360, 180 PS | Meistgebaute frühe Version; Ranger ab 1968 mit einteiliger Frontscheibe |
| M20D Master | 1963 | 180 PS | Schulversion mit starrem Fahrwerk, viele später umgerüstet |
| M20E Super 21 / Chaparral | 1964 | Lycoming IO-360, 200 PS | Einspritzmotor, schneller Kurzrumpf |
| M20F Executive | 1967 | 200 PS | Rumpf um rund 30 cm verlängert, drittes Seitenfenster |
| M20G Statesman | 1968 | 180 PS | Verlängerter Rumpf mit dem schwächeren Motor |
| M20J 201 | 1977 | 200 PS | Aerodynamisch überarbeitet, Fahrwerksklappen, rund 201 mph |
| M20K 231 / 252 / Encore | 1979 | Continental TSIO-360 | Erste Turbo-Mooney |
| M20L PFM | 1988 | Porsche PFM 3200, 217 PS | Erster Langrumpf, Motor von Porsche, nur 41 gebaut |
| M20M TLS / Bravo | 1989 | Lycoming TIO-540, 270 PS | Turbo-Langrumpf |
| M20R Ovation | 1994 | Continental IO-550-G, 280 PS | Saugmotor mit großem Hubraum |
| M20S Eagle | 1999 | Continental IO-550-G, 244 PS | Gedrosselte Ovation-Variante |
| M20TN Acclaim | 2006 | Continental TSIO-550-G | Zwei Turbolader, runde Kühllufteinlässe |
| M20U / M20V Ultra | 2017 | 280 PS | Zweite Tür links, Verbund-Vorderrumpf, Garmin G1000 NXi |
Die frühen Holz-Mooneys
Die M20 und M20A von 1955 bis 1960 hatten Flügel und Leitwerk aus Holz. Das war damals keine Seltenheit, machte die Flugzeuge aber pflegeintensiv. Die Holzleitwerke mussten später nach einer Lufttüchtigkeitsanweisung der US-Behörde gegen Metallteile getauscht werden. Wer heute eine fliegende Holz-Mooney sieht, hat ein echtes Stück Geschichte vor der Kamera. Typisch für diese Generation ist auch der „Johnson Bar“, ein Hebel im Cockpit, mit dem der Pilot das Fahrwerk von Hand ein- und ausfährt.
Die 201 und die Turbo-Generation
Mit der M20J 201 gelang Mooney 1977 ein Klassiker. Die Ingenieure um Roy LoPresti, damals Vizepräsident für Technik, glätteten die Zelle: Fahrwerksschächte bekamen Klappen, Wartungsöffnungen und Anbauteile wurden aerodynamisch überarbeitet. Ergebnis war eine Höchstgeschwindigkeit von rund 201 Meilen pro Stunde mit 200 PS – daher der Name. Unterschiedliche Fachzeitschriften nennen für die 201 Reisegeschwindigkeiten um 155 bis 160 Knoten.
1979 folgte mit der M20K 231 die erste Turbo-Mooney, äußerlich vor allem an der längeren Motorhaube zu erkennen. Die verbesserte 252 kam 1986 mit Ladeluftkühler, die Encore 1997 mit höherem Startgewicht.
Seltene Versionen auf die Wunschliste
Setz eine Porsche-Mooney oder eine Holz-M20A auf deine Wunschliste in Planetrack und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein bestimmtes Kennzeichen an deinem Flugplatz anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Die Langrümpfe: Porsche, Bravo, Ovation, Acclaim
Ab 1988 streckte Mooney den Rumpf noch einmal. Die erste Langrumpf-Version war ausgerechnet die exotischste: die M20L PFM mit einem 217-PS-Flugmotor von Porsche, der aus einem Automotor abgeleitet war. Nur 41 Stück entstanden, und die Werksbetreuung für den Motor endete 2005. Eine PFM ist heute ein seltener Fund.
Danach prägten große Sechszylinder das Bild: die M20M TLS und Bravo mit Turbo-Lycoming, die M20R Ovation mit 280-PS-Continental und die M20TN Acclaim mit zwei Turboladern. Die Acclaim erkennst du an den runden Kühllufteinlässen an der Nase. Den Abschluss bildeten 2017 die Ovation Ultra (M20U) und die Acclaim Ultra (M20V): Sie haben einen Vorderrumpf aus Verbundwerkstoff, das Garmin-G1000-NXi-Cockpit und – erstmals bei einer M20 – eine zweite Tür auf der Pilotenseite. Für die Acclaim Ultra werden eine Höchstgeschwindigkeit von 242 Knoten und eine Dienstgipfelhöhe von 25.000 Fuß angegeben.
Firmengeschichte: Pleiten, Neustarts und Kerrville
Kaum ein Flugzeughersteller hat so viele Eigentümerwechsel hinter sich wie Mooney. Die Geschichte erklärt auch, warum die Produktion mehrfach stillstand.
- 1929: Al Mooney und sein Bruder Art gründen in Wichita, Kansas, die erste Mooney-Firma. Die Weltwirtschaftskrise beendet sie schon 1930.
- 1948: Neustart als Mooney Aircraft in Wichita, unter anderem mit dem Geschäftsmann Charles Yankey. Erstes Produkt ist der einsitzige Kleinflieger M-18 Mite.
- 1953: Umzug nach Kerrville, Texas, wo die M20 noch im selben Jahr erstmals fliegt. Kerrville ist bis heute der Sitz des Unternehmens.
- 1969/1970: Nach einer Insolvenz wechselt Mooney mehrfach den Besitzer und verschwindet zeitweise unter dem Namen Aerostar.
- 1973: Der Stahlkonzern Republic Steel übernimmt die Linie, holt den Namen Mooney zurück und nimmt 1974 die Produktion wieder auf.
- 1984 bis 2006: Mehrere Verkäufe, eine weitere Insolvenz 2001 und schließlich der Rückzug von der Börse.
- 2008: Wegen der Finanzkrise stoppt Mooney im November die Produktion und entlässt den Großteil der Belegschaft.
- 2013/2014: Investoren mit Verbindungen nach China übernehmen das Unternehmen, im Februar 2014 läuft die Fertigung wieder an. Ein Projekt für ein neues Schulflugzeug mit Dieselmotor wird 2017 eingestellt.
- 2019/2020: Im November 2019 schließt Mooney erneut. Im September 2020 übernimmt eine neue Eigentümergruppe die Kontrolle und stellt die Betreuung der bestehenden Flotte in den Vordergrund.
Zum Stand Oktober 2026 präsentiert sich Mooney vor allem als Anbieter für Ersatzteile, technischen Support und Fertigungsdienstleistungen. Ob und in welchem Umfang wieder neue M20 entstehen, solltest du direkt beim Hersteller nachlesen. Für Spotter heißt das: Jede M20, die du siehst, ist Teil einer gewachsenen Bestandsflotte – und neue Ultra-Modelle sind entsprechend rar.
Mooney, Bonanza, Cirrus oder Piper?
Im Lager der schnellen Viersitzer gibt es einige Typen, die aus der Ferne ähnlich wirken. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: einmotoriger Tiefdecker
Mooney M20
Senkrechte Leitwerksvorderkante, Einziehfahrwerk und flache Kabine sind das typische Mooney-Bild. Die genaue Version verrät das Kennzeichen.
Beechcraft Bonanza mit V-Leitwerk
Ein Schmetterlingsleitwerk ist das Markenzeichen der klassischen Bonanza. Spätere Bonanzas haben allerdings ein konventionelles Leitwerk.
Cirrus, Piper PA-28 oder Diamond
Ein Tiefdecker mit starrem Fahrwerk ist meist eine Cirrus SR20/SR22, eine Piper PA-28 oder eine Diamond DA40. Die seltene M20D Master ist die einzige Mooney mit festem Fahrwerk.
Anderer Reise-Tiefdecker
Ein gepfeiltes Leitwerk passt zu Bonanza (G36), Piper Arrow oder PA-46. Prüf Kennzeichen und Register, um sicherzugehen.
Die häufigste Verwechslung ist die mit der Beechcraft Bonanza: Beide sind schnelle Tiefdecker mit Einziehfahrwerk. Die Bonanza ist aber größer, höher gebaut und hat entweder das bekannte V-Leitwerk oder eine klassisch gepfeilte Flosse. Bei der Cirrus SR22 und der Cirrus SR20 bleibt das Fahrwerk immer draußen, dazu kommen Flügeltüren und eine rundliche Verbundzelle. Die Diamond DA40 hat ein T-Leitwerk und lange, schmale Flügel. Mehr Übungsmaterial findest du im Guide Kleinflugzeuge erkennen.
Wo du die Mooney M20 antriffst
Die M20 ist ein Reiseflugzeug in Privathand. Flugschulen setzen sie wegen des Einziehfahrwerks und des hohen Tempos kaum für die Grundausbildung ein. Du findest sie deshalb eher bei Haltergemeinschaften, Privatpiloten und kleinen Charterbetrieben, an Verkehrslandeplätzen und an Regionalflughäfen mit Bereich für die allgemeine Luftfahrt. Weil die Flugzeuge oft lange Strecken fliegen, landen sie auch an Plätzen, an denen sie gar nicht stationiert sind – auf dem Vorfeld steht dann plötzlich eine Mooney mit ausländischem Kennzeichen.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Verkehrslandeplätze mit Tankstelle | mittel | Reiseflugzeuge legen Zwischenstopps zum Tanken ein |
| Regionalflughäfen mit GA-Bereich | mittel | Geschäftsreisende und Urlaubsflüge mit Privatmaschinen |
| Flugschulplätze | niedrig | Die M20 ist kein typisches Schulflugzeug |
| Große Drehkreuze | sehr niedrig | Kaum Kleinflugverkehr |
| GA-Messen und Fly-ins | hoch | Halter reisen gern mit dem eigenen Flugzeug an |
Gute Gelegenheiten bieten Messen und Treffen der allgemeinen Luftfahrt. Auf der AERO Friedrichshafen reisen viele Besucher mit dem eigenen Flugzeug an, und beim EAA AirVenture in Oshkosh siehst du amerikanische Mooneys in großer Zahl. Auch Flugplatzfeste in Deutschland locken oft Gastmaschinen an.
In Tracking-Diensten nicht immer sichtbar
Viele Kleinflugzeuge fliegen nach Sichtflugregeln, und nicht jede ältere M20 sendet ADS-B-Positionsdaten. Taucht die Mooney in einem Tracking-Dienst auf, steht dort meist M20P oder M20T als Typ. Hintergründe liefert der Guide Flugverfolgung mit ADS-B.
Fototipps für die Mooney
Die M20 ist klein, flach und im Anflug relativ schnell. Damit ist sie fotografisch anspruchsvoller als eine gemütliche Schulmaschine.
Leitwerk ins Bild
Das Markenzeichen der Mooney ist die Seitenflosse. Ein sauberes Seitenprofil beim Rollen zeigt sie am besten – und macht dein Foto sofort als Mooney erkennbar.
Propeller drehen lassen
Wähl eine längere Belichtungszeit und zieh mit, damit der Propeller als Scheibe erscheint. Wie du die richtige Zeit findest, steht im Guide Propeller fotografieren.
Fahrwerk im Endanflug
Nur kurz vor der Landung ist das Fahrwerk draußen. Ein Foto im kurzen Endanflug zeigt die typische, niedrige Haltung mit ausgefahrenen Klappen.
Kennzeichen sichern
Mindestens ein Bild sollte das Kennzeichen lesbar zeigen. Damit bestimmst du später die genaue Version im Register. Wie das geht, erklärt Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Planetrack hilft dir mit dem Sonnenstand-Planer und den Wetter-, Wind- und Pistendaten am Flughafen dabei, den richtigen Moment am Flugplatz zu wählen. Halt dich dabei an die Regeln vor Ort: Auch an kleinen Plätzen sind Vorfeld und Rollwege tabu.
Bereit für die Mooney-Jagd?
- Ich kenne einen Flugplatz mit Reiseverkehr oder Tankstelle in meiner Nähe.
- Ich weiß, auf welche Piste bei der aktuellen Windrichtung gelandet wird.
- Ich achte auf die senkrechte Leitwerksvorderkante als Erkennungsmerkmal.
- Meine Belichtungszeit ist lang genug für einen drehenden Propeller.
- Mein Standpunkt liegt außerhalb gesperrter Bereiche.
Für Piloten: warum die Mooney polarisiert
Unter Piloten hat die M20 ein klares Profil. Fans loben die Effizienz: viel Strecke mit wenig Sprit, ein solider Ganzmetall-Aufbau und ein sportliches Fluggefühl. Kritiker bemängeln die enge Kabine mit wenig Kopf- und Schulterfreiheit und die anspruchsvollen Landungen. Das Fahrwerk federt über Gummischeiben statt über Öl-Luft-Dämpfer, und der schnelle, flache Flügel verzeiht zu viel Fahrt im Endanflug kaum – das Flugzeug schwebt dann lange über der Piste.
Wer nach der Privatpilotenlizenz auf ein Reiseflugzeug umsteigen will, landet deshalb oft bei der Frage Mooney, Bonanza oder Cirrus. Größer und mit Druckkabine geht es bei der Piper PA-46 Malibu weiter, der Hochdecker-Gegenentwurf ist die Cessna 182 Skylane.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Mooney M20, wenn …
- die Vorderkante der Seitenflosse senkrecht steht
- der Tiefdecker im Flug keine Räder zeigt
- die Kabine flach und der Rumpf sehr niedrig ist
- nur rechts eine Tür zu sehen ist
- im Register oder Tracking-Dienst M20P oder M20T steht
Sieh genauer hin, wenn …
- das Fahrwerk starr ist – dann könnte es die seltene M20D Master sein
- die Nase runde Lufteinlässe hat – dann ist es wahrscheinlich eine Acclaim
- auch links eine Tür sitzt – dann hast du eine Ultra vor dir
Es ist keine Mooney M20, wenn …
- der Flügel oben auf der Kabine sitzt
- das Leitwerk V-förmig oder T-förmig ist
- du zwei Motoren siehst
- die Seitenflosse deutlich nach hinten gepfeilt ist
Fazit
Die Mooney M20 ist das Reiseflugzeug mit dem auffälligsten Heck der allgemeinen Luftfahrt. Senkrechte Leitwerksvorderkante, Einziehfahrwerk und flache Silhouette liefern dir den Typ, Rumpflänge, Fensterzahl und Nasenform die grobe Generation, das Kennzeichen die genaue Version. Spannend für Sammler sind vor allem die Raritäten: Holz-Mooneys aus den 1950er-Jahren, die Porsche-PFM und die modernen Ultra-Modelle.
Kurzfazit
Tiefdecker, Räder eingefahren, Flosse scheinbar nach vorn geneigt: Das ist eine Mooney M20. Such sie an Plätzen mit Reiseverkehr und auf GA-Messen statt an Flugschulplätzen – und fotografier das Leitwerk im Profil, damit jeder sofort sieht, was du erwischt hast.
Zusammenfassung
- Al Mooney entwarf die M20 Anfang der 1950er-Jahre; der Erstflug war am 3. September 1953, die Zulassung folgte 1955.
- Die ersten Modelle hatten Flügel und Leitwerk aus Holz, ab der M20B von 1961 ist die M20 ein Ganzmetallflugzeug.
- Über die Jahrzehnte wuchs der Rumpf in drei Stufen, die Motorleistung stieg von 150 auf 280 PS, dazu kamen Turbo-Versionen.
- Fürs Spotten zählen das ungewöhnliche Seitenleitwerk, das Einziehfahrwerk und die flache Silhouette – das Kennzeichen liefert die Version.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Mooney M20?
Die Saugmotor-Versionen von der M20 bis zur Ovation laufen unter M20P. Für die Turbo-Modelle wie 231, 252, Bravo und Acclaim wird in der Praxis meist M20T verwendet. Im Zweifel hilft ein Blick ins Luftfahrzeugregister über das Kennzeichen.
Warum sieht das Seitenleitwerk der Mooney verkehrt herum aus?
Die Vorderkante der Seitenflosse steht senkrecht, während die Hinterkante schräg verläuft. Am Boden, wenn die Nase leicht angehoben ist, wirkt die Flosse dadurch nach vorn geneigt. Im Reiseflug steht sie annähernd senkrecht. Das Design ist seit dem ersten Modell das Erkennungszeichen der Marke.
Woher kommen die Namen 201, 231 und 252?
Mooney benannte einige Versionen nach ihrer Höchstgeschwindigkeit in Meilen pro Stunde. Die M20J heißt 201, weil sie mit 200 PS rund 201 mph erreicht. Der Turbo-Ableger M20K hieß zunächst 231, die überarbeitete Version ab 1986 dann 252.
Ist die Mooney M20 ein Holzflugzeug?
Nur die frühesten Modelle M20 und M20A von 1955 bis 1960 hatten Flügel und Leitwerk aus Holz. Ab der M20B von 1961 ist die M20 komplett aus Metall. Die Holzleitwerke mussten später aufgrund einer Lufttüchtigkeitsanweisung durch Metallteile ersetzt werden.
Wie unterscheide ich eine Mooney von einer Piper PA-28?
Beide sind Tiefdecker, doch die Piper PA-28 hat meist ein starres Fahrwerk und ein klassisch nach hinten geneigtes Seitenleitwerk. Die Mooney fährt das Fahrwerk ein, ist flacher gebaut und hat die senkrechte Leitwerksvorderkante.
Wird die Mooney M20 noch gebaut?
Die Neuproduktion lief in Kerrville, Texas, zuletzt mit den Modellen Ovation Ultra und Acclaim Ultra. Seit der Schließung Ende 2019 und dem Eigentümerwechsel 2020 konzentriert sich das Unternehmen vor allem auf die Betreuung der bestehenden Flotte. Den aktuellen Stand zur Produktion solltest du direkt beim Hersteller prüfen.
Mooney M20 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Beechcraft Bonanza
Seit 1947 gebaut, mit dem berühmten V-Leitwerk oder klassischem Heck: Die Beechcraft Bonanza ist eine Legende der allgemeinen Luftfahrt. So unterscheidest du Model 35, 33 und 36 sicher.
GAPiper PA-28 Cherokee
Tiefdecker aus Metall, eine Tür rechts, Bugrad und ein Pendelhöhenruder: Die Piper PA-28 ist seit 1960 eines der wichtigsten Schulflugzeuge der Welt. Hier erfährst du, wie du Cherokee, Warrior, Archer und Arrow auseinanderhältst und wo du sie siehst.
GACirrus SR22
Glatter Verbundrumpf, festes Fahrwerk mit Radverkleidungen und ein Fallschirm für das ganze Flugzeug: Die Cirrus SR22 ist seit Jahren das meistverkaufte Kolben-Reiseflugzeug. So erkennst du sie und ihre Varianten.
GACessna 172 Skyhawk
Hochdecker, eine Strebe pro Flügel, starres Fahrwerk und ein Zweiblattpropeller: Die Cessna 172 ist das meistgebaute Flugzeug der Welt. So erkennst du sie und ihre Varianten sicher.
GACessna 182 Skylane
Sieht aus wie eine Cessna 172, ist aber größer, schwerer und deutlich stärker: Die Cessna 182 Skylane ist Reiseflugzeug, Absetzmaschine für Fallschirmspringer und Arbeitstier an kleinen Plätzen. So erkennst du sie sicher.
GADiamond DA40 Diamond Star
T-Leitwerk, lange schlanke Flügel, eine große Plexiglashaube und ein glatter Kunststoffrumpf: Die Diamond DA40 ist das moderne Schul- und Reiseflugzeug aus Wiener Neustadt. So erkennst du sie und ihre Diesel-Versionen.
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