Das Wichtigste in Kürze
- Die Kodiak ist ein einmotoriger Utility-Turboprop für bis zu zehn Personen oder Fracht – gebaut für kurze, unbefestigte Pisten und Wasserflächen.
- Schnellster Erkennungsweg: Hochdecker mit Strebe, starres Bugradfahrwerk, kurzer kantiger Rumpf, ein Propeller vorn.
- Kodiak 900 oder 100? Radverkleidungen, ein zusätzliches Fensterpaar und meist der Fünfblattpropeller verraten die gestreckte 900.
- Ursprünglich für Missionsflüge entwickelt, fliegt die Kodiak heute auch bei Polizei, Feuerwehr, Fallschirmsprungbetrieben und Privatleuten.
- Mit Schwimmern wird die Kodiak zum Wasserflugzeug – Amphibien-Floats sind zugelassen, in Europa etwa die Aerocet 6650.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Daher Kodiak?
- 2.Gebaut für Graspiste und Missionsflug
- 3.Die Versionen: Kodiak 100 und Kodiak 900
- 4.Kodiak, Caravan, Porter oder Otter?
- 5.Die Kodiak als Wasserflugzeug
- 6.Wer die Kodiak fliegt
- 7.Wo du die Kodiak antriffst
- 8.Spotting-Praxis: Utility-Flieger gezielt suchen
- 9.Fototipps speziell für die Kodiak
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Quest Aircraft (bis 2019), seitdem Daher; gebaut in Sandpoint, Idaho (USA) |
|---|---|
| ICAO-Typcode | K100 (Kodiak 100) |
| Erstflug | 16. Oktober 2004 (Kodiak 100), 28. Februar 2020 (Kodiak 900) |
| Zulassung | Kodiak 100: FAA Mai 2007, EASA April 2017; Kodiak 900: FAA 2022, EASA April 2023 |
| Versionen | Kodiak 100 (ab 2018 Series II, ab 2021 Series III) und Kodiak 900 (amtlich Kodiak 200) |
| Triebwerk | 1 × Pratt & Whitney Canada PT6A-34 mit 750 PS Startleistung (Kodiak 100), PT6A-140A mit 900 PS (Kodiak 900) |
| Propeller | Hartzell, vierblättrig (Kodiak 100, ab Werk), fünfblättrig aus Verbundwerkstoff (Kodiak 900) |
| Länge | 10,42 m (Kodiak 100), 11,49 m (Kodiak 900) |
| Spannweite | 13,72 m (beide Versionen) |
| Höhe | 4,48 m (Kodiak 100), 4,91 m (Kodiak 900) |
| Max. Startgewicht | 3.291 kg (Kodiak 100), 3.629 kg (Kodiak 900) |
| Sitzplätze | bis zu 9 (Kodiak 100) bzw. 10 (Kodiak 900) inklusive Pilot |
| Reisegeschwindigkeit | bis rund 183 Knoten (Kodiak 100), 210 Knoten (Kodiak 900, Herstellerangabe) |
| Startrollstrecke | rund 285 m (Kodiak 100), rund 309 m (Kodiak 900) laut Herstellerdaten |
| Ausgeliefert | 390 Kodiak bis Ende 2025 (Herstellerangabe) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Hochdecker mit je einer Flügelstrebe und einem einzigen Turboprop in der Nase
- Starres Bugradfahrwerk mit großen Reifen, die Maschine steht hoch und wirkt bullig
- Kantiger, fast kastenförmiger Rumpf mit kurzer Nase – deutlich gedrungener als eine Cessna Caravan
- Am äußeren Flügel eine abgesetzte, unterbrochene Vorderkante, die den Langsamflug verbessert
- Große zweiflügelige Frachttür im hinteren Rumpf, vorn Türen für Pilot und Copilot
- Kodiak 900: länger, mit Radverkleidungen, fünftem Kabinenfenster-Paar und Fünfblattpropeller
Aktualisiert: Oktober 2026 – Auf einem Flugplatz der Allgemeinen Luftfahrt steht ein Flugzeug, das aussieht, als hätte jemand einen Geländewagen mit Flügeln versehen: hoch auf großen Reifen, kantiger Rumpf, Flügel oben mit kräftiger Strebe, vorn ein Turboprop. Hinten ist eine breite Frachttür geöffnet, durch die gerade Fallschirmspringer oder Kisten verschwinden. Das ist sehr wahrscheinlich eine Daher Kodiak. Der Utility-Turboprop aus Idaho wurde für Graspisten im Dschungel, Inseln ohne Straßenanschluss und Seen ohne Flughafen gebaut. Auf dieser Seite erfährst du, woran du Kodiak 100 und Kodiak 900 erkennst, woher der Typ kommt und wo du ihn am ehesten vor die Linse bekommst.
Die Kodiak im Hangar abhaken
Mit Planetrack hältst du jede Kodiak-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Flughafen und Spot fest und sammelst Kodiak 100 und Kodiak 900 in deinem Hangar. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Daher Kodiak?
Die Kodiak ist ein einmotoriger Utility-Turboprop für bis zu neun Personen in der Kodiak 100 und bis zu zehn in der Kodiak 900, jeweils inklusive Pilot. Statt Druckkabine und Reisetempo stehen hier andere Werte im Vordergrund: kurze Start- und Landestrecken, ein starres und robustes Fahrwerk, viel Platz für Ladung und ein Triebwerk, das mit Kerosin statt mit schwer erhältlichem Flugbenzin läuft. Die Kodiak ist damit eine Maschine für Orte, an denen es keine asphaltierte Piste und oft auch keine Werkstatt gibt.
Entwickelt hat sie Quest Aircraft aus Sandpoint im Norden des US-Bundesstaats Idaho. Die Firma entstand 2001 mit einem ungewöhnlichen Ziel: ein Flugzeug zu bauen, das humanitären Organisationen und Missionsfliegern in entlegenen Regionen hilft. Die Arbeiten am Entwurf hatten schon 1999 begonnen, der Erstflug folgte am 16. Oktober 2004. Die US-Luftfahrtbehörde FAA erteilte die Musterzulassung im Mai 2007, die erste Maschine ging im Januar 2008 an den Erstkunden. Bis zur europäischen Zulassung durch die EASA dauerte es bis April 2017.
Danach wechselte die Firma zweimal den Eigentümer. 2015 kaufte die japanische Setouchi Holdings Quest, 2019 übernahm der französische Konzern Daher das Unternehmen, der mit der TBM bereits einen erfolgreichen einmotorigen Turboprop im Programm hatte. Gebaut wird die Kodiak weiterhin in Sandpoint. Bis Ende 2025 hat Daher nach eigenen Angaben 390 Kodiak ausgeliefert, 25 davon im Jahr 2025.
Gebaut für Graspiste und Missionsflug
Das Konzept der Kodiak lässt sich an ihren Kunden ablesen. Missionsorganisationen wie die Mission Aviation Fellowship (MAF) und JAARS fliegen in Regionen, in denen eine Landebahn oft nur eine gerodete Wiese am Hang ist. Quest wollte diesen Organisationen ein Flugzeug liefern, das solche Bedingungen dauerhaft aushält – und verkaufte nach verfügbaren Angaben einen Teil der Produktion zu besonderen Konditionen an Missionsträger.
Daraus ergeben sich mehrere Konstruktionsmerkmale, die du auch als Spotter siehst:
- Starres Bugradfahrwerk mit großen Reifen: weniger Technik, die kaputtgehen kann, und genug Bodenfreiheit für unebene Pisten. Laut EASA sind auch übergroße Reifen zugelassen.
- Hochdecker mit Strebe: Der Flügel liegt über der Kabine, bleibt also frei von Gras, Steinen und Wasser, und die Passagiere haben freie Sicht nach unten.
- Abgesetzte Flügelvorderkante: Am Außenflügel ist die Vorderkante stufig unterbrochen. Diese feste Konstruktion sorgt dafür, dass die Querruder auch bei sehr langsamem Flug noch wirken – ein Kern der Kurzstart- und Landefähigkeiten.
- Aluminiumrumpf, der sich auch fernab von großen Wartungsbetrieben reparieren lässt.
- Breite Frachttür im hinteren Rumpf, laut Hersteller rund 1,25 Meter hoch und breit, mit ausklappenden Stufen. Sitze lassen sich auf Schienen herausnehmen, sodass aus der Passagierkabine schnell ein Frachtraum wird.
Laut den Herstellerdaten aus dem Flughandbuch braucht die Kodiak 100 eine Startrollstrecke von rund 285 Metern und rollt nach der Landung rund 233 Meter aus. Werte wie diese machen sie für Inseln, Bergregionen und Buschpisten attraktiv. Für Flüge in bekannte Vereisungsbedingungen ist sie seit 2010 mit einem TKS-Enteisungssystem zugelassen.
Praxis-Tipp: Auf die Flügelvorderkante achten
Die stufig abgesetzte Vorderkante am Außenflügel ist eines der verlässlichsten Kodiak-Merkmale. Im Seitenprofil siehst du sie kaum, im Anflug von schräg vorn oder beim Überflug dagegen gut. Zusammen mit dem kurzen, kantigen Rumpf trennt sie die Kodiak von den meisten anderen Hochdeckern.
Die Versionen: Kodiak 100 und Kodiak 900
Die Kodiak gibt es in zwei Grundversionen. Die Kodiak 100 ist das Original von 2004 und wurde mehrfach modernisiert, die Kodiak 900 ist eine gestreckte und stärkere Weiterentwicklung. Daher führt beide parallel im Programm.
| Version | Vorgestellt | Triebwerk | Wichtigste Neuerung |
|---|---|---|---|
| Kodiak 100 | Zulassung 2007 | PT6A-34, 750 PS | Erste Serienversion |
| Kodiak 100 Series II | Mai 2018 | PT6A-34 | Überarbeitete Ausstattung und Detailverbesserungen |
| Kodiak 100 Series III | März 2021 | PT6A-34 | Garmin G1000 NXi mit Autopilot GFC 700, synthetische Sicht, optionales Wetterradar |
| Kodiak 900 | Juli 2022 | PT6A-140A, 900 PS | Rumpf rund 1,2 m länger, 210 Knoten Reisetempo, Radverkleidungen |
Die Series III brachte vor allem Technik ins Cockpit: das Garmin G1000 NXi mit voll integriertem Autopiloten, die Bahnüberwachung SurfaceWatch und synthetische Sicht, dazu optional ein Wetterradar und eine Executive-Ausstattung mit Clubsitzen und Klimaanlage. Laut Daher liegt ihre Reichweite bei rund 1.132 nautischen Meilen, die Höchstgeschwindigkeit bei 183 Knoten.
Die Kodiak 900 stellte Daher im Juli 2022 auf der EAA AirVenture in Oshkosh vor. Ihre Entwicklung hatte 2016 begonnen, der Erstflug fand am 28. Februar 2020 statt. Der Rumpf ist rund 3,9 Fuß – also etwa 1,2 Meter – länger, das Kabinenvolumen stieg laut Hersteller um 20 Prozent. Unter der Haube arbeitet das PT6A-140A mit 900 PS, vorn dreht ein Fünfblattpropeller von Hartzell aus Verbundwerkstoff. Daher nennt eine Reisegeschwindigkeit von 210 Knoten und eine maximale Reichweite von 1.129 nautischen Meilen. Die FAA-Zulassung erhielt die 900 im Jahr 2022, die EASA-Zulassung im April 2023. In den europäischen Zulassungsunterlagen heißt sie offiziell Kodiak 200.
Räder ansehen
Die Kodiak 900 hat Radverkleidungen am Fahrwerk, die Kodiak 100 meist offene Räder. Vorsicht: Bei Buschflug-Einsätzen können Verkleidungen auch abgebaut sein.
Fenster zählen
Die 900 bekam ein fünftes Paar Kabinenfenster. Zählst du hinter dem Cockpit fünf statt vier Fenster auf einer Seite, spricht das für die gestreckte Version.
Propeller prüfen
Die 900 fliegt serienmäßig mit fünf Blättern, die Kodiak 100 ab Werk mit vier. Ganz sicher ist das Merkmal nicht: Auch an einzelnen Kodiak 100, etwa in Wasserflugzeug-Ausführung, gibt es Fünfblattpropeller.
Nie wieder eine Kodiak verpassen
Richte für den Kodiak-Typ oder einzelne Kennzeichen einen Sichtungs-Alarm ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn sie anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Kodiak, Caravan, Porter oder Otter?
Hochdecker mit einem Turboprop sind die Arbeitstiere der Buschfliegerei, und sie sehen sich auf den ersten Blick ähnlich. Der Finder hilft dir bei der Einordnung.
Schnellbestimmung: einmotoriger Hochdecker mit Turboprop
Daher Kodiak
Kurzer, kantiger Rumpf, starres Bugradfahrwerk und die abgesetzte Flügelvorderkante: das typische Bild der Kodiak. Radverkleidungen und fünf Fensterpaare sprechen für die 900.
Cessna 208 Caravan
Ein langer Rumpf mit vielen Fenstern und oft einem Frachtbehälter unter dem Bauch ist das Kennzeichen der Caravan, besonders der gestreckten Grand Caravan.
Pilatus PC-6 Porter
Spornradfahrwerk, extrem lange Nase und schlanker Rumpf: Das spricht für den Porter aus der Schweiz, der vor allem auf Sprungplätzen und in den Bergen fliegt.
Die häufigste Verwechslung ist die Cessna 208 Caravan. Sie ist der direkte Konkurrent, ebenfalls ein Hochdecker mit Strebe, starrem Fahrwerk und PT6. Die Kodiak 100 ist aber mit 10,42 Metern Länge kürzer und wirkt deutlich gedrungener; die Caravan hat eine glatte Flügelvorderkante und je nach Version auffallend viele Kabinenfenster. Der Pilatus PC-6 Porter ist schlanker, hat ein Spornrad und eine sehr lange Nase. Die klassischen Buschflieger DHC-2 Beaver und DHC-3 Otter tragen meist Sternmotoren oder umgerüstete Turboprops und haben ein Spornrad, während die DHC-6 Twin Otter zwei Triebwerke an den Flügeln hat. Mehr Hilfe beim Bestimmen von Propellermaschinen gibt der Guide Turboprops unterscheiden.
Die Kodiak als Wasserflugzeug
Für viele Fans ist die Kodiak auf Schwimmern das schönste Motiv. Mit Amphibien-Floats kann sie auf Seen, Flüssen und Buchten landen und trotzdem an Land auf ihren Rädern rollen, die in die Schwimmer eingebaut sind. In den USA erhielt der Schwimmerhersteller Wipaire bereits 2010 die Zulassung für seine Wipline 7000 an der Kodiak. Außerdem gibt es leichte Amphibien-Schwimmer aus Kohlefaser von Aerocet; die Aerocet 6650 ist auch von der EASA für die Kodiak 100 zugelassen. Die Series III ist laut Daher von Anfang an für den Schwimmerbetrieb ausgelegt.
Als Wasserflugzeug konkurriert die Kodiak mit den klassischen Typen von de Havilland Canada, die Wasserflugzeug-Airlines wie Harbour Air in Kanada oder Kenmore Air in Seattle prägen. Gegenüber einer alten Beaver bietet sie mehr Platz und ein modernes Cockpit, gegenüber einer Twin Otter geringere Betriebskosten durch nur ein Triebwerk. Auf Schwimmern wirkt die Kodiak noch höher und bulliger, die großen Floats ziehen sich fast über die ganze Rumpflänge.
Indien und das Wasserflugzeug-Projekt
Für Schlagzeilen sorgte die indische Airline SpiceJet, die Interesse an bis zu 100 amphibischen Kodiak bekundet hatte, um Wasserflugzeug-Verbindungen im Rahmen des staatlichen Regionalflugprogramms aufzubauen. Ob und in welchem Umfang solche Pläne umgesetzt werden, solltest du vor einer Reise aktuell prüfen.
Wer die Kodiak fliegt
Die Kodiak hat sich von der Missionsmaschine zu einem Allrounder entwickelt. Neben MAF und JAARS gehören heute ganz unterschiedliche Betreiber zu den Kunden:
- Polizei und Behörden: Ein großer Teil der Auslieferungen 2025 ging laut Daher an US-Polizeibehörden, darunter die Virginia State Police, die New York State Police und das San Jose Police Department. Eine Kodiak 900 ging an das Maricopa County Sheriff’s Office in Arizona.
- Brandbekämpfung: Das Montana Department of Natural Resources erhielt 2025 die erste für Brandeinsätze konfigurierte Kodiak 900.
- Fallschirmsprung: Mit Platz für bis zu 15 Springer ist die Kodiak 100 bei Sprungbetrieben beliebt. In Frankreich ging die erste Kodiak Anfang 2021 an Héli-Béarn in Pau, die sie für den Sprungbetrieb nutzt.
- Tourismus und Charter: In Neuseeland fliegt Glenorchy Air zwei Kodiak 100 für Rundflüge über die Alpen der Südinsel. In Japan bestellte der Charteranbieter Sky Trek 2016 zwanzig Maschinen.
- Privatleute: Mit Executive-Ausstattung ist die Kodiak auch ein Reiseflugzeug für Eigner, die Ziele abseits großer Flughäfen anfliegen wollen.
Eine Besonderheit ist die Variante Air Claw von Northrop Grumman, eine Überwachungsversion mit Infrarotkamera und Weitbereichssensoren. Sie zeigt, wie flexibel sich die einfache Grundkonstruktion an Spezialaufgaben anpassen lässt.
Wo du die Kodiak antriffst
Die Kodiak ist in Europa ein seltenes Flugzeug. Linienflüge mit festen Zeiten gibt es praktisch nicht, und die meisten Maschinen fliegen in Nordamerika. Trotzdem hast du realistische Chancen, wenn du an den richtigen Orten suchst.
Der wichtigste Termin für Mitteleuropa ist die AERO in Friedrichshafen. Rund um Europas große Messe für Allgemeine Luftfahrt landen am Flughafen Friedrichshafen zahlreiche Privat- und Vorführmaschinen; Daher stellt dort regelmäßig aus. Mehr dazu im Beitrag zur AERO Friedrichshafen. Der europäische Kodiak-Händler und Servicebetrieb Rheinland Air Service sitzt laut Branchenberichten seit 2014 am Flughafen Mönchengladbach – dort kommen Maschinen zur Wartung vorbei.
Wer nach Nordamerika reist, hat es deutlich leichter. Auf der EAA AirVenture in Oshkosh wurde die Kodiak 900 vorgestellt, und auf dem riesigen Gelände stehen jedes Jahr viele Utility-Turboprops; Tipps dazu im Beitrag zur EAA AirVenture Oshkosh. In Alaska, wo Buschfliegerei zum Alltag gehört, lohnt sich ein Blick auf die Plätze der Allgemeinen Luftfahrt; einen Einstieg gibt Planespotting in Anchorage.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Raum Sandpoint (Idaho) | hoch | Herstellerwerk mit Test- und Auslieferungsflügen |
| EAA AirVenture Oshkosh | hoch, aber nur zur Messe | Hersteller-Präsentation und viele anreisende Eigner |
| AERO Friedrichshafen | mittel, nur zur Messe | Europäische Präsentation und Vorführmaschinen |
| Fallschirmsprungplätze | mittel bis niedrig | Einzelne Sprungbetriebe nutzen die Kodiak |
| Große Drehkreuze wie Frankfurt | sehr niedrig | Kaum Allgemeine Luftfahrt, kaum Kodiak |
Ohne Flugplan unterwegs
Kodiak-Flüge stehen in keiner Ankunftstafel. Verlass dich auf Live-Tracking mit Filter auf K100 und rechne damit, dass Maschinen auf Graspisten oder Wasserflächen landen, die kein Tracking-Dienst als Flughafen kennt.
Wie du solche Flüge live verfolgst, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B. Allgemeine Tipps rund um Privat- und Utility-Flugzeuge findest du unter General Aviation spotten, kleine Plätze abseits der Flughäfen spürst du mit dem Guide Kleine Flugplätze auf Karten finden auf.
Spotting-Praxis: Utility-Flieger gezielt suchen
Die Kodiak stellt dich vor die typischen Aufgaben der Allgemeinen Luftfahrt: Sie taucht ohne Vorankündigung auf, nutzt kleine Plätze und rollt oft zu abgelegenen Hallen. Mit etwas Vorbereitung erhöhst du deine Chancen trotzdem deutlich.
Bereit für deine Kodiak-Session?
- Ich habe im Tracking-Dienst einen Filter auf K100 gesetzt.
- Ich kenne Sprungplätze und GA-Flugplätze in meiner Umgebung.
- Ich weiß, welche Piste bei aktuellem Wind genutzt wird.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Ich habe eine Verschlusszeit für sichtbare Propellerbewegung eingeplant.
Aus welcher Richtung gestartet und gelandet wird, verrät dir die Betriebsrichtung; wie du sie einschätzt, steht in Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Ob dein Standort rechtlich in Ordnung ist, klärt Ist Planespotting erlaubt?. Und weil die Kodiak oft im Ausland registriert ist, hilft der Guide zu Flugzeug-Kennzeichen beim Nachschlagen.
Fototipps speziell für die Kodiak
Die Kodiak ist kein elegantes, sondern ein charaktervolles Motiv. Ihre Stärken spielt sie aus, wenn das Bild zeigt, wofür sie gebaut ist.
Propeller drehen lassen
Ein eingefrorener Propeller lässt die Maschine wie abgestellt wirken. Mit Verschlusszeiten im Bereich von 1/125 bis 1/250 Sekunde bekommst du Bewegung in die Blätter. Mehr dazu im Guide Propeller fotografieren.
Kurzstart einfangen
Die Kodiak hebt nach kurzer Strecke ab. Steh lieber etwas weiter vorn an der Piste, sonst ist sie schon in der Luft, bevor sie in deinem Bildausschnitt auftaucht.
Umgebung zeigen
Graspiste, Berge oder Wasser erzählen mehr über die Kodiak als ein Betonvorfeld. Eine etwas kürzere Brennweite lohnt sich hier; Hilfe gibt der Beitrag zur Brennweite beim Planespotting.
Licht im Rücken
Der kantige Rumpf wirft starke Schatten unter dem Flügel. Flaches Licht von hinten hellt sie auf; wann es an deinem Spot passt, berechnest du mit dem Guide Sonnenstand planen.
Wer gezielt nach Exoten sucht, findet Anregungen unter seltene Flugzeuge spotten. Auf denselben Plätzen stehen oft auch die Pilatus PC-12, die Piper PA-18 Super Cub als kleiner Buschflieger mit Kolbenmotor oder die schnelle Schwester aus dem eigenen Haus, die Daher TBM. Das PT6-Triebwerk, das in fast allen diesen Maschinen steckt, stammt von Pratt & Whitney Canada.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Kodiak, wenn …
- ein Hochdecker mit Strebe auf starrem Bugradfahrwerk steht
- der Rumpf kurz, kantig und hoch über dem Boden wirkt
- die Vorderkante am Außenflügel stufig abgesetzt ist
- im Tracking-Dienst K100 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- der Rumpf lang wirkt – dann prüf, ob es eine Kodiak 900 oder eine Caravan ist
- die Maschine auf Schwimmern steht und das Fahrwerk verdeckt ist
- du nur die Silhouette von unten siehst
Es ist keine Kodiak, wenn …
- ein Spornrad am Heck sitzt – das spricht für Porter, Beaver oder Otter
- zwei Triebwerke an den Flügeln hängen – etwa bei einer Twin Otter
- der Flügel unten am Rumpf sitzt und das Fahrwerk einfährt – etwa bei TBM oder PC-12
- ein Frachtbehälter unter einem sehr langen Rumpf hängt – das ist meist eine Grand Caravan
Fazit
Die Kodiak zeigt, wie stark ein Einsatzzweck ein Flugzeug formen kann. Gebaut für Missionsflüge auf Graspisten, ist sie heute bei Polizei, Feuerwehr, Fallschirmspringern, Touristikbetrieben und Privatleuten unterwegs – an Land wie auf dem Wasser. Hochdecker mit Strebe, starres Fahrwerk, kurzer kantiger Rumpf und die abgesetzte Flügelvorderkante verraten dir den Typ. Radverkleidungen, fünf Fensterpaare und ein Fünfblattpropeller trennen die Kodiak 900 von der 100. Weil die Kodiak in Europa selten ist, wird jede Sichtung zum Highlight im Logbuch.
Kurzfazit
Ein Turboprop vorn, ein Hochdecker mit Strebe und ein bulliges starres Fahrwerk: Das ist die Daher Kodiak. Wer sie gezielt sucht, filtert nach K100 und schaut dort, wo Utility-Flieger zu Hause sind – auf Sprungplätzen, an GA-Flugplätzen und zur AERO in Friedrichshafen.
Deine Kodiak auf der Spot-Karte
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Zusammenfassung
- Die Kodiak stammt von Quest Aircraft aus Sandpoint im US-Bundesstaat Idaho; die Firma wurde 2001 gegründet, um ein robustes Flugzeug für humanitäre Einsätze zu bauen.
- Erstflug war im Oktober 2004, die US-Zulassung folgte 2007, die europäische 2017. Seit 2019 gehört das Programm zum französischen Daher-Konzern, der auch die TBM baut.
- Mit der Kodiak 900 kam 2022 eine um rund 1,2 Meter gestreckte, stärkere und schnellere Version hinzu; die Kodiak 100 bleibt als Series III im Programm.
- In Europa ist die Kodiak ein seltener Gast, am ehesten auf Fallschirmsprungplätzen, bei Messen wie der AERO in Friedrichshafen und an Plätzen der Allgemeinen Luftfahrt.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Kodiak?
Die Kodiak 100 läuft unter K100, so steht sie etwa auch im australischen Luftfahrzeugregister. Für die Kodiak 900 findest du in Tracking-Diensten nicht immer einen eigenen, einheitlichen Eintrag – im Zweifel klärt das Kennzeichen, welche Version vor dir steht.
Warum heißt die Kodiak 900 offiziell Kodiak 200?
In den Zulassungsunterlagen der EASA ist die gestreckte Version als Modell Kodiak 200 geführt, „Kodiak 900“ ist der Verkaufsname. Die 900 spielt auf die 900 PS des PT6A-140A an. Im Alltag und bei Spottern ist nur der Name Kodiak 900 gebräuchlich.
Was hat die Kodiak mit Missionsflügen zu tun?
Quest Aircraft wurde 2001 gegründet, um ein Flugzeug für humanitäre Einsätze in abgelegenen Regionen zu bauen. Missionsorganisationen wie Mission Aviation Fellowship (MAF) und JAARS setzen die Kodiak ein. Die Anforderungen dieser Kunden – kurze Graspisten, Turbinenkraftstoff statt Flugbenzin, einfache Wartung – prägen das Design bis heute.
Kann die Kodiak auf dem Wasser landen?
Ja. Für die Kodiak 100 gibt es zugelassene Amphibien-Schwimmer, mit denen sie auf Wasser und an Land starten kann, etwa die Wipline 7000 in den USA oder die Aerocet 6650, die auch die EASA zugelassen hat. Die Series III wurde laut Daher von vornherein für den Schwimmerbetrieb ausgelegt.
Wie unterscheide ich Kodiak und Cessna Caravan?
Beide sind Hochdecker mit Strebe, starrem Fahrwerk und PT6. Die Kodiak 100 ist aber gut einen Meter kürzer als die Caravan 208 und wirkt gedrungener, mit kürzerer Nase und weniger Kabinenfenstern. Die lange Grand Caravan 208B ist noch einmal deutlich gestreckter. Dazu hat die Kodiak die typisch abgesetzte Vorderkante am Außenflügel.
Wie viele Kodiak gibt es?
Laut Daher wurden bis Ende 2025 insgesamt 390 Kodiak ausgeliefert, davon 25 allein im Jahr 2025. Zum Vergleich: Von der TBM aus demselben Konzern waren es im gleichen Zeitraum 1.294 Exemplare. Die Kodiak ist also deutlich seltener.
Wo wird die Kodiak gebaut?
Im Werk in Sandpoint im Norden von Idaho, wo Quest Aircraft die Maschine entwickelt hat. Daher hat die Produktion dort nach der Übernahme 2019 weitergeführt; die TBM entsteht dagegen in Tarbes in Frankreich.
Daher Kodiak 100 und Kodiak 900 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Cessna 208 Caravan
Ein einzelner Turboprop in der langen Nase, Flügel oben mit Strebe, starres Fahrwerk und oft eine Frachtgondel unter dem Bauch: Die Cessna 208 Caravan ist Frachter, Zubringer, Absetzmaschine und Wasserflugzeug in einem. So erkennst du sie und ihre Varianten.
TurbopropPilatus PC-6 Porter
Langer, schmaler Bug, Spornrad hinten, ein verstrebter Flügel wie ein Brett: Die Pilatus PC-6 Porter landet dort, wo andere nicht einmal anrollen. So erkennst du die STOL-Legende aus der Zentralschweiz.
TurbopropDaher TBM 700 bis TBM 960
Ein Propeller, eine schlanke Druckkabine für bis zu sechs Personen und Reisetempo wie ein kleiner Jet: Die TBM aus Tarbes ist einer der schnellsten einmotorigen Turboprops. So erkennst du TBM 700 bis TBM 960.
GADe Havilland Canada DHC-2 Beaver
Dicker Sternmotor, Hochdecker mit Streben, Schwimmer statt Räder: Die DHC-2 Beaver ist seit 1947 das Sinnbild des Buschflugzeugs. So erkennst du den kanadischen Klassiker und findest ihn vor der Linse.
TurbopropDe Havilland Canada DHC-3 Otter
Der „King Beaver“ aus Kanada: Die DHC-3 Otter trägt rund zehn Fluggäste auf Schwimmern, Ski oder Rädern – heute meist mit Turbine statt Sternmotor. So erkennst du den großen Buschflieger.
TurbopropDe Havilland Canada DHC-6 Twin Otter
Hochdecker mit Flügelstreben, starres Fahrwerk, zwei schlanke PT6-Turboprops: Die Twin Otter landet auf Strand, Wasser, Schnee und Schotter. So erkennst du den kanadischen Klassiker.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Pratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
FlughafenFlughafen Friedrichshafen
Deutschlands südlichster Verkehrsflughafen ist klein, aber geschichtsträchtig: Hier begann der Platz als Luftschiffhafen der Zeppelin-Zeit, hier baute Dornier, und jeden April verwandelt die AERO den Bodensee-Airport in einen Treffpunkt der allgemeinen Luftfahrt. Dazu Ferienflieger, Dash 8 nach Berlin und Hamburg und ein Zeppelin NT vor der Tür.
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