Boeing EA-18G Growler

Von außen fast eine F/A-18F, innen ein fliegendes Elektronik-Labor: Die EA-18G Growler stört Radare und Funk des Gegners. So erkennst du sie, so trennst du sie von der Super Hornet, und darum fliegt sie nicht bei der Luftwaffe.

Auch bekannt als: Growler · Grizzly · EA-18G · Super-Hornet-Störflugzeug

USABoeingMilitärflugzeuge11 Min. Lesezeit

2006

Erstflug

2

Besatzung

172

gebaute Exemplare (Stand 2021)

2

Betreiberstaaten

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Growler ist eine umgebaute F/A-18F: gleiche Zelle, gleiche Triebwerke, aber statt Kanone und Raketen trägt sie Empfänger und Störsender gegen Radar und Funk.
  • Schnellster Erkennungsweg: Dicke Behälter an den Flügelspitzen. Siehst du die, ist es keine normale Super Hornet.
  • Nur zwei Betreiber: die US Navy mit dem Großteil der Flotte und Australien mit einer kleinen Staffel in Amberley.
  • Deutschland hat die Growler geprüft, aber nicht gekauft: Die Rolle des Tornado ECR übernimmt stattdessen eine Eurofighter-Version für elektronische Kampfführung.
  • In Europa ist sie eine Rarität: Sichtungen gibt es vor allem bei Übungen, Verlegungen und Airshows.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die EA-18G Growler?
  2. 2.Vom Prowler zur Growler
  3. 3.Die Elektronik: Was die Growler am Haken hat
  4. 4.Growler oder F/A-18F Super Hornet?
  5. 5.Wer die Growler fliegt
  6. 6.Deutschland und die Growler: eine Beschaffung, die nicht kam
  7. 7.Wo du die Growler in Europa siehst
  8. 8.Fototipps für die Growler
  9. 9.Die Growler im Umfeld anderer Spezialisten
  10. 10.Growler in Planetrack festhalten
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerBoeing (Fertigung in St. Louis, Missouri)
RolleTrägergestütztes Flugzeug für elektronische Kampfführung (Airborne Electronic Attack)
BasisZweisitzige F/A-18F Super Hornet
Besatzung2 (Pilot und Electronic Warfare Officer)
Erstflug15. August 2006
Erste Einsatzbereitschaft2009 (US Navy)
Triebwerke2 × General Electric F414-GE-400, je rund 98 kN mit Nachbrenner
Länge18,31 m
Spannweite13,62 m (mit Behältern an den Flügelspitzen)
Höhe4,88 m
Flügelfläche46,5 m²
Max. Startgewichtrund 30 t
HöchstgeschwindigkeitMach 1,8 (in großer Höhe)
Bordkanonekeine – an ihrer Stelle sitzt Elektronik
BetreiberUS Navy, Royal Australian Air Force

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Dicke, längliche Behälter an beiden Flügelspitzen statt der schlanken Luft-Luft-Raketen der Super Hornet
  • Lange Doppelsitzer-Haube wie bei der F/A-18F – einen Einsitzer-Growler gibt es nicht
  • Keine Kanonenöffnung oben auf der Nase, wo die Super Hornet ihre 20-mm-Kanone hat
  • Große Störsender-Behälter (Pods) unter den Flügeln und unter dem Rumpf, oft mit kleinem Windrad oder Lufteinlass vorn
  • Eckige, kastenförmige Lufteinläufe und breite Flügelwurzeln – das Erbe der Super Hornet
  • Zwei nach außen geneigte Seitenleitwerke, bei US-Navy-Maschinen mit Geschwadercode und dem Staffelkürzel VAQ

Aktualisiert: Oktober 2026 – Auf den ersten Blick ist es eine ganz normale zweisitzige Super Hornet: eckige Lufteinläufe, breite Flügelwurzeln, zwei schräg gestellte Seitenleitwerke. Dann fallen dir die dicken Behälter an den Flügelspitzen auf, die großen Pods unter dem Rumpf und die Nase ohne Kanonenöffnung. Spätestens jetzt weißt du: Das ist eine Boeing EA-18G Growler, das Flugzeug, mit dem die US Navy gegnerische Radare und Funkverbindungen stört. Hier erfährst du, wie die Growler entstanden ist, woran du sie sicher erkennst, wer sie fliegt und warum sie in Deutschland jahrelang Gesprächsthema war.

Grizzly im Hangar

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Was ist die EA-18G Growler?

Die Growler ist ein zweistrahliges, trägergestütztes Flugzeug für elektronische Kampfführung. Im englischen Fachjargon heißt das Airborne Electronic Attack. Gemeint ist: Sie bekämpft den Gegner nicht in erster Linie mit Bomben oder Raketen, sondern im elektromagnetischen Spektrum. Sie empfängt Radar- und Funksignale, ordnet sie ein und stört sie gezielt, damit andere Flugzeuge im Verband ungesehen oder zumindest schwerer erfassbar an ihr Ziel kommen. Gegen Radarstellungen am Boden kann sie außerdem Anti-Radar-Raketen vom Typ AGM-88 HARM einsetzen.

Die Plattform dafür ist die zweisitzige F/A-18F, die du auf der Seite zur Boeing F/A-18E/F Super Hornet ausführlich kennenlernst. Boeing hat aus dieser Zelle einen Spezialisten gemacht: Die 20-mm-Kanone im Bug ist ausgebaut, dort steckt jetzt Elektronik. Auch im Rumpf, wo bei der F Teile der Bewaffnungselektronik sitzen, haben die Störsysteme Vorrang. Vorn sitzt der Pilot, hinten der Electronic Warfare Officer, der die Systeme bedient.

Antrieb, Abmessungen und Flugleistungen entsprechen weitgehend der Super Hornet. Zwei General Electric F414 liefern mit Nachbrenner jeweils rund 98 Kilonewton Schub, die Höchstgeschwindigkeit liegt in großer Höhe bei etwa Mach 1,8. Das hat einen großen Vorteil: Die Growler fliegt im selben Tempo wie die Kampfjets, die sie schützt. Ihr Vorgänger, die deutlich langsamere EA-6B Prowler, konnte das nicht.

0Bordkanonen – an ihrer Stelle sitzt Elektronik
2Mann Besatzung: Pilot und Electronic Warfare Officer
2Betreiberstaaten: USA und Australien

Vom Prowler zur Growler

Über Jahrzehnte war die Grumman EA-6B Prowler das fliegende Störflugzeug der US Navy. Sie basierte auf einem Bomber aus den 1960er-Jahren, hatte vier Sitze und war für moderne Trägerverbände zu langsam und zu wartungsintensiv geworden. Die Navy suchte einen Nachfolger, der sich nahtlos in die Trägergeschwader einfügt – und fand ihn in der eigenen Flotte. Weil die Super Hornet ohnehin das Rückgrat der Trägerflieger bilden sollte, lag es nahe, die Störtechnik in diese Zelle zu packen. Gemeinsame Ersatzteile, Ausbildung und Wartung sparen Kosten, und Boeing betont bis heute die enge Verwandtschaft innerhalb der Super-Hornet-Familie.

Der Erstflug einer EA-18G fand am 15. August 2006 in St. Louis statt, dem Fertigungsstandort, den Boeing aus der Fusion mit McDonnell Douglas übernommen hat. Die erste Ausbildungsstaffel, VAQ-129, bekam ihre erste Maschine im Juni 2008 auf der Naval Air Station Whidbey Island im US-Bundesstaat Washington. Im Herbst 2009 war mit VAQ-132 die erste einsatzfähige Staffel bereit; die volle Einsatzfähigkeit meldete die Navy 2011.

Im selben Jahr ging die Growler auch erstmals in den Einsatz: über Libyen, im Rahmen der Operation Odyssey Dawn. In den folgenden Jahren übernahm sie Schritt für Schritt die Aufgaben der Prowler, die bei der Navy Mitte der 2010er-Jahre außer Dienst ging.

2006 – Erstflug

Die erste EA-18G hebt in St. Louis ab. Basis ist die zweisitzige F/A-18F.

2008/2009 – Truppeneinführung

Die Ausbildungsstaffel VAQ-129 erhält die ersten Jets, VAQ-132 wird als erste Frontstaffel einsatzbereit.

2011 – Erster Einsatz

Über Libyen zeigt die Growler erstmals im Ernstfall, was sie kann.

Ab 2024 – Next Generation Jammer

Mit VAQ-133 setzt erstmals eine Navy-Staffel den neuen Störbehälter AN/ALQ-249 ein, der die alten Pods ablösen soll.

Nach den Angaben gängiger Nachschlagewerke wurden bis 2021 insgesamt 172 Growler gebaut. Die Fertigung der Growler endete Ende der 2010er-Jahre; seither liegt der Fokus auf Modernisierung, etwa mit neuer Software und dem Next Generation Jammer.

Die Elektronik: Was die Growler am Haken hat

Für Spotter ist die Ausrüstung der Growler aus einem einfachen Grund spannend: Man sieht sie von außen. Das unterscheidet die Growler von vielen anderen Spezialversionen.

  • Empfänger an den Flügelspitzen: Wo die Super Hornet schlanke Luft-Luft-Raketen trägt, sitzen bei der Growler dicke, längliche Behälter des Systems AN/ALQ-218. Sie empfangen und orten gegnerische Signale.
  • Störsender unter Flügeln und Rumpf: Klassisch trägt die Growler bis zu fünf Störbehälter AN/ALQ-99. Sie sind groß und auffällig und haben vorn meist einen kleinen Propeller, der im Fahrtwind einen Generator antreibt. Nach und nach kommt der neue Next Generation Jammer AN/ALQ-249 hinzu, ein moderner Störbehälter mit elektronisch geschwenkten Antennen.
  • Bewaffnung: Je nach Auftrag kommen Raketen hinzu, etwa AIM-120 AMRAAM zur Selbstverteidigung oder AGM-88 HARM gegen Radarstellungen.
  • Radar: Im Bug sitzt wie bei der Block-II-Super-Hornet ein AESA-Radar vom Typ APG-79.

Weil Stationen, Behälter und Raketen je nach Auftrag wechseln, sieht nicht jede Growler gleich aus. Ein Flugzeug auf dem Weg zu einer Überführung kann zum Beispiel nur mit Zusatztanks unterwegs sein. Die Behälter an den Flügelspitzen bleiben aber in aller Regel montiert und sind damit dein verlässlichstes Merkmal.

Praxis-Tipp: erst die Spitzen, dann die Nase

Hast du eine Super-Hornet-Silhouette mit langer Haube vor dir, schau zuerst auf die Flügelspitzen. Dicke Behälter sprechen für die Growler. Als Gegenprobe prüfst du die Nase: Fehlt die kleine Kanonenöffnung oben vor dem Cockpit, ist der Fall klar.

Growler oder F/A-18F Super Hornet?

Die F/A-18F ist die engste Verwandte und deshalb die häufigste Verwechslung. Beide haben zwei Sitze unter einer langen Haube, eckige Einläufe und zwei schräg stehende Seitenleitwerke. Die Unterschiede liegen in den Details.

Merkmal F/A-18F Super Hornet EA-18G Growler
Rolle Luftkampf und Bodenangriff Elektronische Kampfführung
Sitze 2 2
Flügelspitzen schlanke Rakete oder leer dicke Empfängerbehälter
Bordkanone 20-mm-Kanone M61A2 keine
Typische Außenlasten Bomben, Raketen, Tanks Störpods, HARM, AMRAAM, Tanks
Staffelkürzel (US Navy) VFA VAQ
Betreiber US Navy, Australien US Navy, Australien

Ein guter Zusatzhinweis ist die Staffel. Bei der US Navy tragen Growler-Staffeln das Kürzel VAQ, Kampfstaffeln mit Super Hornets dagegen VFA. Die Kürzel stehen oft klein auf dem Rumpf, außerdem verraten Staffelabzeichen und Geschwadercode am Leitwerk die Einheit. Wie Navy-Seriennummern und Kennungen aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zu US-Militärkennzeichen.

Noch einen Schritt weiter zurück steht die Legacy Hornet. Sie hat runde statt eckige Lufteinläufe und kommt als Growler-Verwechslung nur auf große Entfernung infrage.

Es spricht für die Growler, wenn …

  • an beiden Flügelspitzen dicke, längliche Behälter sitzen
  • die Haube lang ist und zwei Sitze zeigt
  • oben auf der Nase keine Kanonenöffnung zu sehen ist
  • große Pods mit kleinem Propeller vorn unter Flügeln oder Rumpf hängen

Sieh genauer hin, wenn …

  • du die Maschine nur von hinten oder von oben siehst
  • sie bis auf Zusatztanks „clean“ fliegt
  • die Entfernung so groß ist, dass die Flügelspitzen verschwimmen

Es ist keine Growler, wenn …

  • nur ein Sitz unter einer kurzen Haube zu sehen ist – dann ist es eine F/A-18E
  • die Lufteinläufe rund sind – dann ist es eine Legacy Hornet
  • an den Flügelspitzen schlanke Raketen hängen

Einen breiteren Überblick, wie du Hornet-Familie, Eurofighter, F-35 und Co. auseinanderhältst, bietet der Guide Kampfjets in Europa erkennen.

Wer die Growler fliegt

Die Liste der Betreiber ist kurz – kürzer noch als bei der Super Hornet.

Betreiber Bestand Basis und Hinweise
US Navy Großteil der rund 170 gebauten Maschinen Schwerpunkt Naval Air Station Whidbey Island (Washington); Staffeln mit Kürzel VAQ, auf Flugzeugträgern und an Land
Royal Australian Air Force 12 No. 6 Squadron, RAAF Base Amberley (Queensland); Seriennummern mit Präfix A46

US Navy: Fast die gesamte Growler-Flotte ist auf Whidbey Island im Nordwesten der USA beheimatet. Von dort aus gehen die Staffeln an Bord der Flugzeugträger. Ein Teil der Staffeln ist als sogenannte Expeditionsstaffeln organisiert, die nicht auf Trägern, sondern von Landbasen aus eingesetzt werden. Hinzu kommen Test- und Erprobungseinheiten.

Australien: Die Royal Australian Air Force ist bislang der einzige Exportkunde. Die ersten Growler trafen im Juli 2015 in Australien ein, die letzten 2017. Die Staffel teilt sich die Basis Amberley mit den australischen Super Hornets. 2018 ging eine australische Growler bei der Übung Red Flag auf der Nellis Air Force Base in Nevada nach einem abgebrochenen Start durch Feuer verloren; die Besatzung blieb unverletzt, ein Ersatzflugzeug kam Anfang 2023. Im selben Jahr kündigte Australien zudem eine umfangreiche Modernisierung seiner Growler-Flotte an.

Bestände ändern sich

Zahlen zu Militärflotten sind oft nur grob öffentlich. Verluste, Umrüstungen und Verlegungen verschieben das Bild. Prüf aktuelle Quellen, bevor du eine Tour gezielt auf die Growler ausrichtest.

Deutschland und die Growler: eine Beschaffung, die nicht kam

In Deutschland war die Growler mehrere Jahre lang ein Politikum. Hintergrund ist die Ablösung des Panavia Tornado. Die Luftwaffe nutzt die Tornado-Version ECR (Electronic Combat and Reconnaissance) genau für die Aufgabe, die die Growler bei der Navy erfüllt: gegnerische Luftverteidigung aufspüren und niederhalten. Nach mehr als vier Jahrzehnten im Dienst ist der Tornado aber teuer im Unterhalt und soll bis etwa 2030 ausgemustert werden.

Im April 2020 stellte das Verteidigungsministerium ein Konzept vor, das eine gemischte Nachfolge vorsah: weitere Eurofighter, dazu 30 Super Hornets und 15 Growler. Die Growler hätten die ECR-Rolle übernommen, die Super Hornets unter anderem die nukleare Teilhabe. Entschieden war damit aber noch nichts, und das Konzept war politisch umstritten.

Im März 2022 kam die Wende: Die Bundesregierung entschied sich für die F-35 Lightning II als Tornado-Nachfolger in der nuklearen Teilhabe. Für die elektronische Kampfführung setzt Deutschland stattdessen auf eine eigene Lösung: 15 Eurofighter werden zu einer Version für elektronische Kampfführung umgerüstet, oft als Eurofighter EK bezeichnet. Sie sollen mit Störtechnik und Anti-Radar-Raketen ausgestattet werden und um 2030 einsatzbereit sein. Die Growler ist damit für die Luftwaffe vom Tisch.

Für Spotter heißt das: Eine Growler in deutschen Farben wird es nicht geben. Wer die Nachfolge des Tornado ECR verfolgen will, schaut auf die Eurofighter-Geschwader – Tipps dazu stehen im Beitrag Eurofighter in Deutschland spotten.

Keine Growler verpassen

Setz die Growler auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein passender Typ an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Wo du die Growler in Europa siehst

Da kein europäisches Land die Growler fliegt, sind Sichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz selten und kaum planbar. Ein paar Gelegenheiten gibt es trotzdem:

  • Trägerverbände in europäischen Gewässern: Ist ein US-Flugzeugträger im Mittelmeer oder Atlantik unterwegs, ist fast immer eine Growler-Staffel an Bord. Einzelne Maschinen landen gelegentlich an Land, etwa für Übungen oder Wartung.
  • Expeditionsstaffeln: Die landgestützten Growler-Staffeln der Navy werden je nach Lage an Basen im Ausland verlegt – auch in Europa. Solche Verlegungen werden meist erst kurzfristig bekannt.
  • Übungen und Airshows: Bei großen Shows wie dem Royal International Air Tattoo sind US-Navy-Jets mal dabei, mal nicht. Einen Überblick über lohnende Veranstaltungen bietet Airshows in Europa für Planespotter.

Weil Militärflüge in Tracking-Diensten oft fehlen oder nur unvollständig auftauchen, hilft dir der Guide Militärflugzeuge online verfolgen. Für Kennungen und Staffelzuordnungen lohnt außerdem ein Blick auf Datenbanken wie Scramble.

Bereit für deine Growler-Jagd?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich weiß, ob gerade ein US-Trägerverband oder eine Übung in Europa unterwegs ist.
  • Ich kenne die Regeln für das Fotografieren an Militärflugplätzen.
  • Mein Standort liegt auf öffentlichem Grund und ist erlaubt.
  • Ich habe eine lange Brennweite und kurze Verschlusszeiten eingeplant.
  • Ich kann Growler, F/A-18F und F/A-18E an Flügelspitzen und Haube unterscheiden.

Was am Zaun eines Militärflugplatzes erlaubt ist, erklärt der Beitrag Militärflugplätze fotografieren: die Regeln.

Fototipps für die Growler

Die Growler belohnt Fotos, die ihre Ausrüstung zeigen. Ein Bild, auf dem du Flügelspitzen und Pods erkennst, ist später auch der Beleg für die Typbestimmung.

Unterseite zeigen

Im Anflug oder beim Überflug siehst du Störbehälter, Raketen und Flügelspitzen auf einen Blick. Eine leichte Schräglage im Kurvenflug ist ideal.

Dreiviertel von vorn

Diese Perspektive zeigt Lufteinläufe, Haube und Nase. So belegst du die Super-Hornet-Familie und die fehlende Kanonenöffnung zugleich.

Leitwerke im Detail

Geschwadercode, Staffelabzeichen und oft auffällige Sonderlackierungen von Staffelkommandeuren machen einen zusätzlichen Detailschuss lohnend.

Licht planen

Graue Jets wirken im flachen, seitlichen Licht deutlich plastischer. Plan deinen Standort so, dass die Sonne hinter dir steht.

Für Shows helfen dir die Tipps aus Airshows fotografieren, für die Lichtplanung der Leitfaden Sonnenstand planen für deinen Fotospot.

Die Growler im Umfeld anderer Spezialisten

Die Growler ist Teil eines Systems. Auf den US-Trägern arbeitet sie eng mit dem Frühwarnflugzeug Grumman E-2 Hawkeye zusammen, das den Luftraum überwacht, während die Growler gegnerische Sensoren stört. An Land teilen sich Navy-Basen den Raum oft mit Seefernaufklärern wie der Boeing P-8 Poseidon, die wie die Growler auf Whidbey Island zu Hause ist. Und in Australien bildet die Growler zusammen mit der Boeing E-7 Wedgetail und der F-35 das Rückgrat einer vernetzten Luftwaffe.

Wer sich für die Vorgeschichte der Trägerflieger interessiert, findet bei der Grumman F-14 Tomcat den Klassiker, den die Super-Hornet-Familie auf den Decks abgelöst hat.

Growler in Planetrack festhalten

Eine Growler-Sichtung in Europa ist ein echter Fang. In Planetrack postest du sie mit Foto, Flugzeugtyp, Kennung, Betreiber, Flughafen und Spot und hast sie anschließend dauerhaft in deinem Hangar. Auf der Wunschliste notierst du Typen, die dir noch fehlen – etwa die australische Growler oder die Legacy Hornet. Die Spot-Karte zeigt dir Anreise, bestes Licht und Community-Fotos, und in der Community teilst du deine Bilder, sammelst Likes und Kommentare oder tauschst dich im Chat mit anderen Militär-Spottern aus.

Fazit

Die EA-18G Growler ist der Beweis, dass ein bewährtes Kampfflugzeug einen ganz neuen Job übernehmen kann. Aus der zweisitzigen F/A-18F wurde ein Spezialist für elektronische Kampfführung, der mit den Jets mithält, die er schützt. Für Spotter ist sie dankbar: Behälter an den Flügelspitzen, fehlende Kanone und große Störpods verraten sie zuverlässig. In Europa bleibt sie selten, weil nur die US Navy und Australien sie fliegen – und Deutschland sich nach langer Debatte für Eurofighter und F-35 entschieden hat.

Kurzfazit

Super-Hornet-Silhouette, lange Doppelsitzer-Haube, dicke Behälter an den Flügelspitzen und keine Kanone: Das ist die EA-18G Growler. Sie fliegt nur bei der US Navy und in Australien; die deutsche Beschaffung wurde 2022 zugunsten von F-35 und Eurofighter EK verworfen. Wer sie in Europa sehen will, braucht Geduld und einen Blick auf Trägerverbände, Übungen und Airshows.

Zusammenfassung

  • Die EA-18G flog erstmals im August 2006 und ist seit 2009 einsatzbereit; sie löste bei der US Navy das ältere Störflugzeug EA-6B Prowler ab.
  • Technisch basiert sie auf der zweisitzigen F/A-18F Super Hornet und teilt mit ihr den größten Teil von Zelle, Triebwerken und Wartung.
  • Die Royal Australian Air Force ist der einzige Exportkunde; Deutschland diskutierte 2020 eine Beschaffung, entschied sich aber anders.
  • Am sichersten erkennst du sie an den Behältern an den Flügelspitzen, der fehlenden Kanonenöffnung und den großen Störpods.

Häufige Fragen

Was macht die EA-18G Growler?

Die Growler ist ein Flugzeug für elektronische Kampfführung. Sie spürt Radare, Funk- und Datenverbindungen des Gegners auf, ordnet sie ein und stört sie gezielt. So schützt sie andere Flugzeuge im Verband. Gegen Radarstellungen kann sie zusätzlich Anti-Radar-Raketen wie die AGM-88 HARM einsetzen.

Was ist der Unterschied zwischen Growler und Super Hornet?

Die Growler entstand aus der zweisitzigen F/A-18F Super Hornet. Die Kanone wurde ausgebaut und durch Elektronik ersetzt, an den Flügelspitzen sitzen Empfängerbehälter statt Raketen, und unter Flügeln und Rumpf hängen meist große Störsender-Pods. Größe, Triebwerke und Grundform sind gleich.

Warum heißt die Growler auch „Grizzly“?

Im Funk und im Staffelalltag nutzen Besatzungen oft den Spitznamen „Grizzly“. Damit vermeiden sie Verwechslungen mit dem klanglich ähnlichen Vorgänger „Prowler“, der EA-6B.

Welche Länder fliegen die Growler?

Nur zwei: die US Navy als Hauptbetreiber mit dem Schwerpunkt Naval Air Station Whidbey Island im Bundesstaat Washington, und die Royal Australian Air Force, die zwölf Maschinen bei No. 6 Squadron auf der Basis Amberley in Queensland betreibt.

Wollte Deutschland die Growler kaufen?

Im April 2020 stellte das Verteidigungsministerium ein Konzept zur Tornado-Nachfolge vor, das neben Eurofightern auch 30 Super Hornets und 15 Growler vorsah. 2022 fiel die Entscheidung für die F-35 für die nukleare Teilhabe. Die elektronische Kampfführung des Tornado ECR soll eine umgerüstete Eurofighter-Version übernehmen.

Hat die Growler eine Bordkanone?

Nein. Die 20-mm-Kanone M61A2 der Super Hornet wurde ausgebaut, um Platz für Elektronik zu schaffen. Zur Selbstverteidigung trägt die Growler in der Regel Luft-Luft-Raketen vom Typ AIM-120 AMRAAM.

Hat die Growler einen eigenen ICAO-Typcode?

Einen eindeutig belegten, eigenen Code nennen wir hier bewusst nicht. In Tracking-Diensten tauchen Militärjets ohnehin oft unvollständig, mit Sammelbezeichnungen oder gar nicht auf. Verlass dich bei der Bestimmung lieber auf Flügelspitzen, Haube und Pods.

Boeing EA-18G Growler sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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