Das Wichtigste in Kürze
- Die 777-300ERSF ist ein Umbaufrachter: Gebrauchte 777-300ER bekommen bei IAI ein großes Frachttor, einen verstärkten Boden und ein Ladesystem.
- Startkunde war GECAS im Oktober 2019, Erstbetreiber ist Kalitta Air; die Zulassung durch FAA und CAAI folgte erst am 1. September 2025.
- Größter Unterschied zur 777F: Der Rumpf ist rund zehn Meter länger, das Volumen deutlich größer – die 777F trägt dafür etwas mehr Gewicht über längere Strecken.
- Mammoth Freighters bietet mit der 777-300ERMF einen eigenen, konkurrierenden Umbau an; welches Programm eine Maschine durchlaufen hat, klärst du am sichersten über das Kennzeichen.
- Neben Kalitta Air setzt auch die isländische Air Atlanta Icelandic den Typ ein; im Flugplan steht er meist als B77W.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Boeing 777-300ERSF?
- 2.Die Geschichte des Programms
- 3.Technik und Kapazität
- 4.Der Konkurrent: Mammoth Freighters
- 5.Erstbetreiber und Bedeutung am Frachtmarkt
- 6.So erkennst du die 777-300ERSF
- 7.Wo du die 777-300ERSF antriffst
- 8.Fototipps für den langen Frachter
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Basis | Gebrauchte Boeing 777-300ER, umgebaut vom Passagier- zum Frachtflugzeug |
|---|---|
| Umbauprogramm | Israel Aerospace Industries (IAI), Sparte Bedek Aviation Group |
| Programmstart | Oktober 2019, Startkunde GECAS (heute Teil von AerCap) mit 15 Festbestellungen und 15 Optionen |
| Beginn des Prototyp-Umbaus | Juni 2020 bei IAI in Israel |
| Ergänzungsmusterzulassung (STC) | 1. September 2025 durch FAA und israelische Luftfahrtbehörde CAAI |
| Erstbetreiber | Kalitta Air (USA) |
| Weiterer Betreiber | Air Atlanta Icelandic (Island), laut Mitteilungen vom September 2026 |
| ICAO-Typcode | B77W, wie die Passagierversion |
| Triebwerke | 2 × General Electric GE90-115B |
| Länge | 73,9 m |
| Spannweite | 64,8 m (mit Raked Wingtips) |
| Max. Nutzlast | rund 102 t (Angaben von IAI bzw. Kalitta Air) |
| Frachtvolumen gesamt | je nach Quelle rund 820 bis 854 m³ |
| Ladepositionen | 47 Positionen (laut IAI-Angabe) |
| Reichweite | rund 4.500 nm mit maximaler Nutzlast (Programmangabe) |
| Wirbelschleppenkategorie | Heavy (H) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Sehr langer, schlanker 777-Rumpf ohne Passagierfenster – oft zeichnen sich die verschlossenen Fensteröffnungen und Türen noch schwach in der Lackierung ab
- Großes Hauptdeck-Frachttor auf der linken Rumpfseite; beim IAI-Umbau sitzt es wie bei der 777F hinter dem Flügel
- Rund zehn Meter länger als die werksneue 777F – das Verhältnis von Rumpf zu Flügel wirkt deutlich gestreckter
- Schräg nach hinten gezogene Flügelspitzen (Raked Wingtips) ohne Winglets
- Zwei riesige, kreisrunde GE90-115B-Triebwerke und je sechs Räder pro Hauptfahrwerksbein
- Im Tracker erscheint der Typ meist als B77W – erst Betreiber, Kennzeichen oder fehlende Fenster verraten den Frachter
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein endlos langer Zweistrahler rollt zur Piste, Raked Wingtips, zwei gewaltige GE90 – aber keine einzige Fensterreihe. Wenn dir das passiert, hast du sehr wahrscheinlich eine Boeing 777-300ERSF vor dir: eine ehemalige Passagier-777-300ER, die zum Frachter umgebaut wurde. Hier erfährst du, wer hinter dem Umbau steckt, wer den Typ fliegt und wie du ihn von der werksneuen 777F unterscheidest.
Seltener Frachter für deinen Hangar
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Was ist die Boeing 777-300ERSF?
Die 777-300ERSF ist eine umgebaute Boeing 777-300ER. Wenn eine 777-300ER nach vielen Jahren im Passagierdienst aus der Flotte einer Airline ausscheidet, kann sie ein zweites Leben als Frachter beginnen. Dafür werden Sitze, Kabineneinbauten und Gepäckfächer entfernt, die Fenster verschlossen, ein großes Frachttor in den Rumpf geschnitten, der Kabinenboden verstärkt und ein Ladesystem für Paletten und Container eingebaut. Das Kürzel SF steht für „Special Freighter“ – so nennt Israel Aerospace Industries (IAI) seine Umbaufrachter.
Entwickelt hat den Umbau die Bedek Aviation Group, die Wartungs- und Umbausparte von IAI. Ihr Name geht auf die Bedek Aviation Company zurück, aus der IAI in den 1950er-Jahren hervorgegangen ist. Umbaufrachter bietet IAI auch für die 737, die 767 und die 747 an; der 777-Umbau ist aber das größte Projekt dieser Art. Die Arbeiten am Prototyp starteten in Israel, nahe dem Flughafen Tel Aviv Ben Gurion, wo IAI seinen Hauptsitz hat.
Aus Sicht von Boeing ist die 777-300ERSF übrigens kein eigenes Modell: Boeing hat die Zelle gebaut, den Umbau verantwortet IAI über eine Ergänzungsmusterzulassung (Supplemental Type Certificate, STC). Deshalb behält die Maschine in der Regel auch ihren alten ICAO-Typcode B77W.
Die Geschichte des Programms
Der Gedanke dahinter ist einfach: Die 777-300ER war über Jahre das Rückgrat vieler Langstreckenflotten, und mit der Zeit kommen immer mehr dieser Maschinen auf den Gebrauchtmarkt. Gleichzeitig gibt es keinen werksneuen Frachter dieser Größe mit zwei Triebwerken. Ein Umbau verspricht also viel Volumen zu deutlich geringeren Kosten als ein Neuflugzeug.
Ursprünglich hatte IAI die Zulassung und Indienststellung für Ende 2022 angepeilt. Warum es so viel länger dauerte, ist nicht im Detail öffentlich. Klar ist: Ein großes Frachttor in einen Rumpf dieser Länge zu schneiden und die Struktur für schwere Paletten zu verstärken, ist eine der anspruchsvollsten Umbauaufgaben in der zivilen Luftfahrt.
Technik und Kapazität
Außen bleibt die 777-300ERSF eine 777-300ER: gleiche Länge, gleiche Flügel, gleiche GE90-115B-Triebwerke von GE Aerospace. Innen ändert sich dagegen fast alles. Das Hauptdeck wird zum durchgehenden Frachtraum, im Unterdeck bleiben die Frachträume für Container erhalten.
Bei den Zahlen gibt es je nach Quelle leichte Unterschiede, weil Hersteller und Betreiber unterschiedlich rechnen. IAI nennt eine maximale Nutzlast von rund 101,6 Tonnen, ein Gesamtvolumen von gut 819 Kubikmetern und 47 Ladepositionen; die Reichweite mit voller Nutzlast liegt laut Programmangabe bei etwa 4.500 nautischen Meilen. Kalitta Air gibt für die eigenen Maschinen rund 102 Tonnen Nutzlast und ein Gesamtvolumen von etwa 854 Kubikmetern an, davon rund 640 Kubikmeter auf dem Hauptdeck.
| Merkmal | 777-300ERSF (IAI) | 777F (Boeing, werksneu) |
|---|---|---|
| Basis | gebrauchte 777-300ER | neu gebaut, abgeleitet von der 777-200LR |
| ICAO-Typcode | B77W | B77L |
| Länge | 73,9 m | 63,7 m |
| Spannweite | 64,8 m | 64,8 m |
| Max. Nutzlast | ca. 102 t | 102 t netto (Boeing) |
| Volumen | deutlich größer, laut IAI rund 25 % mehr als die 777F | Referenzwert |
| Hauptdeck-Frachttor | links, hinter dem Flügel | links, hinter dem Flügel |
| Reichweite mit voller Nutzlast | ca. 4.500 nm (Programmangabe) | rund 9.200 km (Boeing) |
Unterm Strich: Die 777-300ERSF ist ein Volumenfrachter. Sie eignet sich besonders für leichte, sperrige Ladung, etwa Onlinehandel-Sendungen, bei denen der Platz schneller ausgeht als die zulässige Last. Die 777F spielt ihre Stärke bei schwerer Ladung über sehr lange Distanzen aus.
Warum Volumen zählt
Viele Pakete im E-Commerce sind groß, aber leicht. Ein Frachter mit langem Rumpf füllt sich dann eher nach Raum als nach Gewicht – genau dafür ist der gestreckte 777-300ER-Rumpf interessant. Mehr Hintergrund zu Expressfracht findest du im Beitrag über die Express-Integratoren DHL, FedEx und UPS.
Der Konkurrent: Mammoth Freighters
IAI ist nicht allein. Das US-Unternehmen Mammoth Freighters hat im September 2021 eigene Umbauprogramme für die 777-200LR und die 777-300ER angekündigt. Die Varianten heißen 777-200LRMF und 777-300ERMF – das „MF“ steht für Mammoth Freighter. Es handelt sich also nicht um eine 777-300ERSF, sondern um einen eigenständigen Umbau mit eigener Zulassung.
Für die kleinere 777-200LRMF ist Qatar Airways Cargo der Startkunde. Ihr Prototyp flog am 1. Mai 2025 erstmals, die FAA erteilte die Ergänzungsmusterzulassung am 6. April 2026. Die größere 777-300ERMF hat AviaAM Leasing als Startkunden; Mammoth nennt dafür eine maximale Nutzlast von rund 98 Tonnen, gut 819 Kubikmeter Volumen und eine Reichweite von etwa 4.800 nautischen Meilen mit voller Nutzlast. Der Prototyp der 300ER-Version sollte nach Angaben vom Sommer 2025 bis Ende 2025 fertig sein. Zum aktuellen Stand von Zulassung und Auslieferung der 777-300ERMF lagen uns zum Redaktionsschluss keine gesicherten Angaben vor.
Daneben hat das Kansas Modification Center im September 2020 zusammen mit der Wichita State University einen dritten 777-300ER-Umbau angekündigt, die 777-300ERCF mit Frachttor vor dem Flügel. Startkunde war Backbone Freighter Leasing. Zu Zulassung oder Auslieferungen gibt es bisher keine belastbaren Informationen.
| Programm | Bezeichnung | Startkunde | Stand |
|---|---|---|---|
| IAI (Bedek) | 777-300ERSF | GECAS (heute AerCap) | zugelassen seit September 2025, im Einsatz |
| Mammoth Freighters | 777-300ERMF | AviaAM Leasing | in Entwicklung bzw. Erprobung, aktuellen Stand prüfen |
| Kansas Modification Center | 777-300ERCF | Backbone Freighter Leasing | angekündigt 2020, keine gesicherten Meldungen zur Zulassung |
Bezeichnungen sauber halten
In Foren und Tracking-Diensten werden alle umgebauten 777-300ER gern pauschal als „777-300ERSF“ bezeichnet. Streng genommen gilt der Name nur für den IAI-Umbau. Für deine Sichtungsliste lohnt es sich, Kennzeichen und Umbaubetrieb kurz nachzuschlagen.
Erstbetreiber und Bedeutung am Frachtmarkt
Weltweiter Erstbetreiber ist Kalitta Air aus Ypsilanti im US-Bundesstaat Michigan. Die Airline fliegt neben der 777-300ERSF die werksneue 777F und die Boeing 747-400F. Für die eigenen 777-300ERSF nennt Kalitta rund 102 Tonnen Nutzlast.
Ebenfalls im Einsatz ist der Typ bei Air Atlanta Icelandic: Die isländische ACMI- und Charterairline wurde im September 2026 in Branchenmitteilungen gemeinsam mit Kalitta als Betreiber der neuen 777-300ERSF genannt. Wie viele Exemplare die einzelnen Betreiber genau fliegen, ändert sich mit jeder Auslieferung – verlässliche Flottenzahlen findest du am ehesten in aktuellen Datenbanken.
Warum ist der Typ so wichtig? Viele große Frachter der älteren Generation – vor allem die Boeing 747-400F und die McDonnell Douglas MD-11 – kommen in die Jahre. Die neuen werksneuen Großraumfrachter, die Boeing 777-8F und der Airbus A350F, sind noch nicht im Liniendienst. Die Boeing 747-8F wird nicht mehr gebaut. In diese Lücke stößt die 777-300ERSF: ein moderner, zweistrahliger Großraumfrachter mit viel Volumen, gebaut aus Flugzeugen, die ohnehin verfügbar werden.
Ein ähnliches Prinzip kennst du von kleineren Typen: Bei der A330P2F bekommen gebrauchte A330 ein zweites Leben, bei der 767-300F und 767-300BCF ist der Umbaufrachter längst ein Standard. Die 777-300ERSF überträgt diese Idee auf die nächste Größenklasse.
Alarm, wenn der Big Twin kommt
Setz Kennzeichen, Typen oder Airlines wie Kalitta Air auf deine Liste – Planetrack benachrichtigt dich per Sichtungs-Alarm, wenn sie zum Anflug ansetzen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
So erkennst du die 777-300ERSF
Im Grunde bestimmst du eine 777-300ERSF in zwei Schritten: Erst stellst du fest, dass es eine 777-300ER ist, dann, dass sie keine Fenster hat.
777 erkennen
Sechs Räder pro Hauptfahrwerksbein, zwei riesige runde Triebwerke und das messerförmig flache Heckende verraten jede 777. Die Unterschiede zur 787 erklärt der Beitrag Boeing 777 und 787 unterscheiden.
Länge einschätzen
Wirkt der Rumpf im Verhältnis zum Flügel sehr lang, ist es die 300er-Länge. Die 777F ist rund zehn Meter kürzer und wirkt gedrungener.
Fenster suchen
Keine Fensterreihe, aber 300ER-Länge: Dann ist es ein Umbaufrachter. Oft siehst du bei gutem Licht noch die Umrisse der verschlossenen Fenster und Türen.
Bestätigen
Kennzeichen notieren und nachschlagen. So klärst du auch, ob es ein IAI-Umbau oder eine Maschine eines anderen Programms ist.
Schnellbestimmung: großer 777-Frachter
Umgebaute 777-300ER
Langer Rumpf, keine Fenster, B77W bei einer Frachtairline: Das spricht für eine 777-300ERSF oder einen anderen 300ER-Umbau. Das Kennzeichen klärt das Programm.
Boeing 777F
Kürzerer Rumpf ohne Fenster und der Code B77L deuten auf die werksneue 777F.
Passagier-777-300ER
Mit Fensterreihe ist es die normale 777-300ER. Achtung: Auch Passagierflugzeuge fliegen manchmal reine Frachtflüge.
Eine Falle gibt es: Während der Pandemie haben einige Airlines 777-300ER mit ausgebauten Sitzen als reine Frachtflüge eingesetzt, Emirates zum Beispiel. Solche „Preighter“ haben aber weiterhin ihre Fenster und kein Hauptdeck-Frachttor. Fehlen die Fenster nicht, ist es kein Umbaufrachter.
Wo du die 777-300ERSF antriffst
Die 777-300ERSF ist noch ein seltener Typ. Die Flotten wachsen erst seit der Zulassung im Herbst 2025, und die Maschinen fliegen vor allem lange Frachtrouten über Pazifik und Atlantik. Planbar ist ein Fang im deutschsprachigen Raum deshalb nicht – aber es gibt Orte mit besseren Chancen als andere.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Leipzig/Halle | gering bis mittel | Großes Frachtdrehkreuz mit viel Langstrecken- und Charterfracht |
| Frankfurt | gering | Größtes deutsches Frachtaufkommen, viele ACMI- und Charterfrachter |
| Lüttich | gering bis mittel | Reiner Frachtfokus, häufig Charter- und Langstreckenfrachter |
| Passagierflughäfen ohne Frachtverkehr | sehr gering | Höchstens Ausweichlandungen oder Sonderflüge |
Am Flughafen Leipzig/Halle läuft der Frachtverkehr vor allem nachts. Von der Besucherterrasse und weiteren Standorten erwischst du die Langstreckenfrachter in den Randzeiten; Tipps dazu liefert der Spotting-Guide Leipzig/Halle. Am Flughafen Frankfurt hast du von der Aussichtsplattform Zeppelinheim einen guten Blick auf Landungen. Und am Flughafen Lüttich dreht sich fast alles um Fracht – der Spotterplatz in Lüttich ist für Frachterfans ohnehin Pflicht.
Flotten und Einsätze ändern sich
Welche Airline die 777-300ERSF gerade wohin fliegt, verschiebt sich mit jedem Leasingvertrag. Verlass dich nicht auf ältere Listen, sondern prüf vor deiner Tour die Ankünfte bekannter Betreiber und Kennzeichen. Wie das mit ADS-B-Daten geht, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B.
Fototipps für den langen Frachter
Ein Rumpf ohne Fenster wirkt auf Fotos schnell eintönig. Mit ein paar Kniffen holst du trotzdem ein starkes Bild heraus.
Seitenprofil wählen
Die Länge ist das Besondere an diesem Typ. Im Seitenprofil kommt der gestreckte Rumpf am besten zur Geltung – und das Frachttor ist sichtbar.
Streiflicht nutzen
Flaches Licht von der Seite lässt die Umrisse der verschlossenen Fenster und Türen hervortreten. Genau das erzählt die Umbau-Geschichte im Bild.
Kennzeichen scharf
Bei einem seltenen Typ ist das Kennzeichen Gold wert. Achte darauf, dass es im Bild lesbar ist – es bestätigt später die Bestimmung.
Wann das Licht an deinem Spot stimmt, berechnest du vorab mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Da viele Frachter in Tagesrandlagen fliegen, ist das bei diesem Typ besonders wichtig. Allgemeine Merkmale von Frachtern und weitere Typen, die du an Cargo-Drehkreuzen triffst, findest du im Beitrag Frachtflugzeuge erkennen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für eine 777-300ERSF, wenn …
- der Rumpf die volle 777-300ER-Länge hat
- keine Fensterreihe zu sehen ist
- links ein großes Hauptdeck-Frachttor sitzt
- der Tracker B77W bei einer Frachtairline wie Kalitta Air zeigt
Sieh genauer hin, wenn …
- es ein Umbau eines anderen Programms sein könnte, etwa von Mammoth
- du die Maschine nur frontal oder im Gegenlicht siehst
- eine 777-300ER mit Fenstern einen Frachtflug durchführt
Es ist keine 777-300ERSF, wenn …
- der Rumpf deutlich kürzer ist – dann ist es eher eine 777F
- eine durchgehende Fensterreihe zu sehen ist
- du vier Triebwerke siehst – dann ist es eine 747-Frachtversion
- drei Triebwerke vorhanden sind, eines davon am Leitwerk – dann ist es eine MD-11
Fazit
Die 777-300ERSF ist einer der spannendsten Neuzugänge am Frachtmarkt: lang, modern, zweistrahlig und aus Flugzeugen gebaut, die sonst in die Wüste gehen würden. Nach einer langen Entwicklungsphase ist sie seit der Zulassung im September 2025 im Einsatz – mit Kalitta Air als Erstbetreiber und Air Atlanta Icelandic als weiterem Nutzer. Wer sie im Logbuch haben will, braucht vor allem Geduld und einen Blick auf die Flugpläne der Frachtdrehkreuze.
Kurzfazit
Volle 777-300ER-Länge, keine Fenster, Frachttor an der linken Seite: Das ist die 777-300ERSF. Im Tracker steht sie meist als B77W – such deshalb gezielt nach Frachtairlines und Kennzeichen und behalt Leipzig/Halle, Frankfurt und Lüttich im Auge.
Zusammenfassung
- Die 777-300ERSF entsteht aus 777-300ER, die ihren Passagierdienst hinter sich haben, und ist das erste Umbauprogramm für die große 777.
- IAI hat das Programm 2019 mit GECAS gestartet, nach mehreren Verzögerungen kam die Zulassung im September 2025.
- Kalitta Air ist weltweit Erstbetreiber, auch Air Atlanta Icelandic fliegt den Umbaufrachter.
- Zum Erkennen reicht die Kombination aus langem 777-Rumpf, fehlenden Fenstern und Frachttor – Kennzeichen und Betreiber bestätigen den Typ.
Häufige Fragen
Wofür steht „SF“ bei der 777-300ERSF?
SF steht für „Special Freighter“. Bei älteren IAI-Umbauten lautet das Kürzel BDSF (Bedek Special Freighter), etwa bei der 747-400BDSF. Gemeint ist immer ein gebrauchtes Passagierflugzeug, das nachträglich zum Frachter umgebaut wurde.
Welchen ICAO-Typcode hat die 777-300ERSF?
In der Regel behält die Maschine den Code der Passagierversion, also B77W. Ein eigenes Kürzel gibt es nicht. Wenn du gezielt nach dem Frachter suchst, filterst du deshalb besser nach Betreiber oder Kennzeichen als nur nach dem Typcode.
Was ist der Unterschied zwischen 777-300ERSF und 777F?
Die 777F ist ein werksneuer Frachter von Boeing auf Basis der kürzeren 777-200LR. Die 777-300ERSF ist ein Umbau einer gebrauchten 777-300ER und rund zehn Meter länger. Sie bietet mehr Volumen, die 777F kommt dafür mit voller Ladung weiter.
Was ist die 777-300ERMF von Mammoth?
Mammoth Freighters hat 2021 ein eigenes Umbauprogramm für die 777-300ER und die 777-200LR angekündigt. Die 300ER-Version heißt 777-300ERMF, Startkunde ist AviaAM Leasing. Es ist also kein Teil des IAI-Programms, sondern ein Konkurrenzprodukt mit eigenem Zulassungsverfahren.
Wer hat die 777-300ERSF als Erstes eingesetzt?
Erstbetreiber ist die US-Frachtairline Kalitta Air, die der damalige Leasinggeber GECAS im Oktober 2020 als Launch-Operator benannt hat. Die Airline fliegt außerdem die werksneue 777F.
Kann ich die 777-300ERSF in Deutschland sehen?
Möglich, aber nicht planbar. Der Typ ist noch selten und fliegt vor allem auf Langstrecken zwischen Asien, Nordamerika und Europa. Frachtdrehkreuze wie Leipzig/Halle, Frankfurt oder Lüttich sind die wahrscheinlichsten Orte – prüf vor deiner Tour im Tracking-Dienst, ob eine Maschine angekündigt ist.
Warum hat es so lange bis zur Zulassung gedauert?
IAI hatte die Indienststellung ursprünglich für Ende 2022 angepeilt. Die Zulassung kam erst am 1. September 2025. Die Gründe sind nicht im Detail öffentlich; ein Umbau dieser Größe mit großem Frachttor und neuem Boden ist aufwendig in Nachweis und Erprobung.
Boeing 777-300ERSF sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Boeing
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