Ausbildung zum Fluggerätmechaniker: Fachrichtungen, Ablauf und Perspektiven

Instandhaltung, Fertigung oder Triebwerk: Wie die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker aufgebaut ist, wie die Prüfung funktioniert, welche Betriebe ausbilden und wie es mit der EASA-Lizenz nach Part-66 weitergeht.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Dreieinhalb Jahre, dual: Die Ausbildung läuft im Betrieb und in der Berufsschule und dauert nach der Ausbildungsverordnung von 2013 dreieinhalb Jahre (42 Monate).
  • Drei Fachrichtungen: Instandhaltungstechnik, Fertigungstechnik und Triebwerkstechnik teilen sich einen gemeinsamen Kern und unterscheiden sich in der Spezialisierung und im praktischen Prüfungsteil.
  • Gestreckte Abschlussprüfung: Teil 1 mit Montagearbeiten zählt schon 30 Prozent und findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt, Teil 2 am Ende der Ausbildung.
  • Sprungbrett zur Lizenz: Laut BIBB weist der Abschluss das Grundwissen nach Part-66 nach, das für eine CAT-A-Lizenz beim Luftfahrt-Bundesamt nötig ist. Wer später Flugzeuge freigeben will, baut darauf mit B1-Modulen und Musterberechtigungen auf.
  • Spotterwissen hilft: Wer Typen, Triebwerke und Kennzeichen sicher erkennt, bringt ins Vorstellungsgespräch echtes Interesse mit – fachliches Können ersetzt es aber nicht.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die kurze Antwort: Was ist ein Fluggerätmechaniker?
  2. 2.Der gemeinsame Kern
  3. 3.Die drei Fachrichtungen im Vergleich
  4. 4.Ablauf: So laufen die dreieinhalb Jahre
  5. 5.Die Abschlussprüfung im Detail
  6. 6.Voraussetzungen und Bewerbung
  7. 7.Wo du ausgebildet wirst
  8. 8.Nach der Ausbildung: Lizenz nach Part-66
  9. 9.Weitere Perspektiven
  10. 10.Was Spotter mitbringen und was nicht
  11. 11.Fazit

Wer am Zaun steht, sieht meistens nur die eine Hälfte der Luftfahrt: Starts, Landungen, Liveries. Die andere Hälfte passiert in Hangars, Werkstätten und auf Prüfständen. Dort sorgen Fluggerätmechanikerinnen und Fluggerätmechaniker dafür, dass jedes Kennzeichen in deinem Logbuch auch morgen wieder abhebt. Dieser Guide erklärt dir, wie die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker aufgebaut ist, was die drei Fachrichtungen unterscheidet, wie die Prüfung funktioniert und welche Perspektiven es danach gibt, von der EASA-Lizenz bis zum Industriemeister.

Vom Zaun in den Hangar

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Die kurze Antwort: Was ist ein Fluggerätmechaniker?

Fluggerätmechaniker ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf im Bereich Industrie und Handel. Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Fluggerätmechaniker und zur Fluggerätmechanikerin vom 26. Juni 2013, die 2014 und zuletzt im Juni 2024 geändert wurde. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und führt in eine von drei Fachrichtungen: Instandhaltungstechnik, Fertigungstechnik oder Triebwerkstechnik.

Im Alltag heißt das: Du montierst und demontierst Baugruppen, prüfst und stellst Systeme ein, suchst Fehler, reparierst Strukturen und dokumentierst jeden Handgriff. Gearbeitet wird an Flugzeugen und Hubschraubern, an Triebwerken und Komponenten, mit Metall, Kunststoffen und Faserverbundwerkstoffen. Mechanik, Hydraulik, Pneumatik und auch elektrische Bauteile gehören dazu. Die Avionik im engeren Sinn ist dagegen Sache eines eigenen Berufs, des Fluggerätelektronikers.

42 MonateRegelausbildungsdauer laut Ausbildungsverordnung
3Fachrichtungen: Instandhaltung, Fertigung, Triebwerk
30 %Anteil von Teil 1 der Abschlussprüfung am Gesamtergebnis

Der gemeinsame Kern

Alle drei Fachrichtungen starten mit denselben Grundlagen. Die Verordnung nennt dafür einen Satz gemeinsamer, berufsprofilgebender Inhalte:

  • Arbeit planen und organisieren, Ergebnisse bewerten
  • Betriebliche und technische Kommunikation, also Zeichnungen, Handbücher und Arbeitskarten lesen und dokumentieren – vieles davon auf Englisch
  • Montieren und Demontieren von Geräten, Baugruppen und Systemen
  • Funktionsprüfungen und Einstellarbeiten
  • Instandhaltung im engeren Sinn
  • Störungen an Antriebssystemen analysieren
  • Qualitätssichernde Maßnahmen
  • Menschliche Faktoren berücksichtigen

Der letzte Punkt klingt abstrakt, ist in der Luftfahrt aber zentral. Unter „Human Factors“ fallen Themen wie Ermüdung, Kommunikation bei Schichtübergaben, Routinefehler und die Kultur, Fehler offen zu melden. In der Flugzeugwartung gilt: Ein vergessenes Werkzeug oder eine nicht gesicherte Verschraubung kann schwerwiegende Folgen haben. Deshalb lernst du von Anfang an, sauber zu dokumentieren und jeden Arbeitsschritt nachvollziehbar zu machen.

Dazu kommen die Inhalte, die jeder Ausbildungsberuf hat: Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit, Arbeits- und Tarifrecht sowie die digitalisierte Arbeitswelt. Außerdem vertieft jeder Betrieb die Inhalte in mindestens einem Einsatzgebiet, zum Beispiel Flugzeuge mit Turbinentriebwerk, Flugzeuge mit Kolbenmotor oder Hubschrauber. Wer bei einem Hubschrauberbetrieb lernt, sammelt also ganz andere Praxis als jemand bei einem Airline-Wartungsbetrieb.

Die drei Fachrichtungen im Vergleich

Die Fachrichtung legt der Ausbildungsbetrieb fest. In der Praxis wählst du sie also über die Stelle, auf die du dich bewirbst. Große Betriebe bieten oft mehrere Fachrichtungen an, kleinere meist nur eine.

Kriterium Instandhaltungstechnik Fertigungstechnik Triebwerkstechnik
Schwerpunkt Wartung und Reparatur fertiger Fluggeräte Bau und Reparatur von Strukturen und Systemen Montage, Instandhaltung und Prüfung von Triebwerken
Typische Arbeiten Checks, Fehlersuche, Komponententausch, Abfertigung Strukturbauteile fügen, Verbundwerkstoffe bearbeiten, Systeme einbauen Module zerlegen, Bauteile befunden, Triebwerke montieren und testen
Typische Arbeitgeber Wartungsbetriebe, Airlines, Bundeswehr Flugzeughersteller, Zulieferer, Strukturwerkstätten Triebwerkshersteller und Triebwerkswerkstätten
Prüfungsauftrag in Teil 2 Instandhaltungsauftrag, 7 Stunden Fertigungsauftrag, 14 Stunden Instandhaltungsauftrag, 7 Stunden
Arbeitsumfeld Hangar, Vorfeld, Werkstätten Werkhallen und Endmontagelinien Triebwerkswerkstatt und Prüfstand

Instandhaltungstechnik

Die Fachrichtung, die am nächsten an dem ist, was Spotter vom Vorfeld kennen. Du hältst Bauteile von Fluggeräten und Bodengeräten instand, analysierst Störungen an Systemkomponenten und fertigst Fluggeräte ab. Dazu gehören Kontrollen vor dem Flug und über Nacht genauso wie große Liegezeiten im Hangar. Wie solche Wartungsintervalle aufgebaut sind, erklärt der Artikel Flugzeugwartung: A-, B-, C- und D-Check. Bei Lufthansa Technik arbeiten Auszubildende in dieser Fachrichtung laut Unternehmen unter anderem an hydraulischen, pneumatischen und elektrischen Systemen.

Fertigungstechnik

Hier geht es um Flugzeugbau und Strukturreparatur. Du stellst metallische Bauteile und Bauteile aus Kunststoffen oder Verbundwerkstoffen her, hältst sie instand, fügst Strukturbauteile zusammen oder trennst sie und montierst Systemkomponenten. Typische Arbeitsorte sind die Werkhallen der Hersteller, etwa bei Airbus, dessen Werk in Hamburg-Finkenwerder du im Guide Airbus Finkenwerder spotten von außen kennenlernst. Auffällig: Der praktische Prüfungsauftrag ist in dieser Fachrichtung doppelt so lang wie in den beiden anderen.

Triebwerkstechnik

Die Fachrichtung für alle, die beim Anflug zuerst auf die Gondeln schauen. Du stellst Triebwerksbauteile her und hältst sie instand, montierst und demontierst Flugtriebwerke, machst Funktionsprüfungen und Einstellarbeiten und suchst Fehler an Systemkomponenten. Arbeitgeber sind Triebwerkshersteller und spezialisierte Werkstätten wie MTU Aero Engines oder die Triebwerkssparte von Lufthansa Technik. Wer die großen Familien von CFM International, Rolls-Royce und Pratt & Whitney schon am Zaun auseinanderhalten kann, hat einen Vorsprung – mehr dazu im Guide Triebwerke erkennen.

Spotter-Tipp

Notier dir bei Sichtungen nicht nur Typ und Kennzeichen, sondern auch die Triebwerksvariante, etwa beim Unterschied zwischen A320neo und A320ceo. Das schärft genau den Blick für Details, den du später an der Werkbank brauchst. Planetrack hält dafür Typ, Kennzeichen und Foto jeder Sichtung in deinem Hangar fest. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Ablauf: So laufen die dreieinhalb Jahre

Die Ausbildung ist dual. Du lernst im Betrieb und gehst in die Berufsschule, für die es einen Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz gibt. Wie die Zeit genau verteilt ist, regelt jeder Betrieb selbst. Ein öffentlich beschriebenes Beispiel ist Lufthansa Technik: Dort beginnt die technische Ausbildung nach eigenen Angaben mit einer Grundausbildung von rund 18 Monaten in der Lehrwerkstatt, danach folgen etwa 18 bis 24 Monate Einsätze in den Fachabteilungen. In Frankfurt arbeiten die Auszubildenden laut Unternehmen überwiegend direkt am Flugzeug, in Hamburg eher in Spezialwerkstätten.

Grundausbildung

Feilen, bohren, nieten, Werkstoffkunde, technische Zeichnungen und Sicherheitsregeln. Das ist die handwerkliche Basis für alles Weitere.

Montage und Systeme

Baugruppen montieren, Leitungen verlegen, Funktionsprüfungen durchführen. Genau das wird in Teil 1 der Abschlussprüfung abgefragt.

Teil 1 der Prüfung

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres: acht Stunden Montagearbeiten mit praktischer Aufgabe und 90 Minuten schriftlichen Aufgaben.

Fachrichtung und Einsatzgebiet

Einsätze in Hangar, Werkstatt oder Triebwerksbereich, Arbeit nach Wartungsunterlagen und Dokumentation im echten Betrieb.

Teil 2 der Prüfung

Am Ende der Ausbildung: betrieblicher oder praxisnaher Auftrag mit Fachgespräch plus schriftliche Bereiche.

Die Abschlussprüfung im Detail

Die Prüfung ist eine gestreckte Abschlussprüfung: Teil 1 zählt schon zum Endergebnis, es gibt keine separate Zwischenprüfung mehr, die nur der Standortbestimmung dient.

Teil 1 prüft den Bereich Montagearbeiten. Du bekommst eine praktische Arbeitsaufgabe und schriftliche Aufgaben, insgesamt acht Stunden, davon 90 Minuten schriftlich.

Teil 2 besteht aus vier Prüfungsbereichen:

  • Auftrag: In der Instandhaltungs- und der Triebwerkstechnik ein Instandhaltungsauftrag mit 7 Stunden, in der Fertigungstechnik ein Fertigungsauftrag mit 14 Stunden. Der Betrieb wählt, ob du einen echten betrieblichen Auftrag bearbeitest oder ein auftragsähnliches Prüfungsprodukt. In beiden Fällen gehören Dokumentation und ein Fachgespräch von höchstens 30 Minuten dazu.
  • Technikbereich: je nach Fachrichtung Instandhaltungstechnik, Fertigungs- und Instandhaltungstechnik oder Triebwerks- und Instandhaltungstechnik, 120 Minuten schriftlich.
  • Fluggerättechnik: 120 Minuten schriftlich.
  • Wirtschafts- und Sozialkunde: 60 Minuten schriftlich.
Prüfungsbereich Gewichtung
Montagearbeiten (Teil 1) 30 %
Instandhaltungs- bzw. Fertigungsauftrag 30 %
Technikbereich der Fachrichtung 15 %
Fluggerättechnik 15 %
Wirtschafts- und Sozialkunde 10 %

Bestanden hast du, wenn das Gesamtergebnis mindestens „ausreichend“ ist, der Auftrag mindestens „ausreichend“ ist, in mindestens zwei der drei übrigen Bereiche von Teil 2 „ausreichend“ erreicht wird und kein Bereich von Teil 2 „ungenügend“ ist. Wurde ein schriftlicher Bereich von Teil 2 schlechter als „ausreichend“ bewertet, kannst du eine mündliche Ergänzungsprüfung von etwa 15 Minuten beantragen, wenn sie über das Bestehen entscheiden kann.

Wo stehst du in der Prüfung?

Trag deine Punkte (0–100) je Prüfungsbereich ein. Der Rechner gewichtet sie wie in der Ausbildungsverordnung.

Orientierungswert: In IHK-Prüfungen gilt „ausreichend“ üblicherweise ab 50 Punkten. Die Bestehensregeln für einzelne Bereiche bildet der Rechner nicht ab.

Voraussetzungen und Bewerbung

Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Ausbildung gesetzlich nicht vorgeschrieben, die Betriebe legen ihre Anforderungen selbst fest. Worauf es fachlich ankommt, ist ziemlich klar: Mathematik und Physik für Kräfte, Drücke und Toleranzen, Englisch für Handbücher und Arbeitskarten, dazu räumliches Vorstellungsvermögen, Sorgfalt und handwerkliches Geschick. Lufthansa Technik nennt auf der eigenen Ausbildungsseite neben dem Schulabschluss unter anderem Interesse an Luftfahrt und Technik, handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, Interesse an Englisch und Teamfähigkeit.

Unterschätze auch das Arbeitsumfeld nicht. Schichtdienst, Arbeiten bei Wind und Wetter auf dem Vorfeld, Lärm und das Tragen von Schutzausrüstung gehören in vielen Betrieben dazu. Wer im Sicherheitsbereich eines Flughafens arbeitet, braucht außerdem in der Regel einen Flughafenausweis, für den eine Zuverlässigkeitsüberprüfung nach dem Luftsicherheitsgesetz nötig ist.

Passt gut, wenn …

  • du gern mit den Händen arbeitest und wissen willst, wie Dinge funktionieren
  • dir Genauigkeit und Dokumentation nicht lästig sind
  • du Englisch lesen kannst und willst

Überleg genau, wenn …

  • du feste Arbeitszeiten ohne Schichten brauchst
  • dich vor allem Elektronik und Avionik reizen – dann ist der Fluggerätelektroniker die bessere Wahl

Eher nichts für dich, wenn …

  • dir Checklisten und Vorschriften grundsätzlich zuwider sind
  • du eigentlich nur fliegen willst – dann lies Pilot werden: alle Wege

Bewerbungsfristen setzt jeder Betrieb selbst, große Unternehmen schreiben die Plätze oft deutlich vor dem Ausbildungsbeginn aus. Plane deshalb mit genügend Vorlauf und schau auf die Karriereseiten der Betriebe in deiner Nähe.

Die Werften im Blick

Auf der Spot-Karte von Planetrack findest du Spots mit Anreise, bestem Licht, Bewertungen und Community-Fotos – auch an Flughäfen mit großen Wartungsbetrieben. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Wo du ausgebildet wirst

Laut Bundesinstitut für Berufsbildung arbeiten Fluggerätmechaniker in der Luft- und Raumfahrtindustrie: bei Wartungs- und Instandhaltungsbetrieben, Fluggesellschaften, Flugzeug- und Triebwerksherstellern und bei der Bundeswehr. Ein paar Beispiele, die du als Spotter kennst:

  • Lufthansa Technik: bildet nach eigenen Angaben in allen drei Fachrichtungen aus, dazu unter anderem Fluggerätelektroniker. Der Hauptsitz liegt am Flughafen Hamburg, wo du die Werft vom Affenfelsen oder der Besucherterrasse aus im Blick hast. Die Ausbildungsvergütung beginnt laut Unternehmen bei 1.322 Euro im ersten Lehrjahr (Stand der Website im Oktober 2026).
  • Flugzeughersteller: In der Fertigungstechnik sind die Endmontagelinien und Strukturwerke der Hersteller typische Ausbildungsorte. Einen Eindruck vom Werksbetrieb bekommst du im Guide zu Testflügen und Werksflügen.
  • Triebwerksfirmen: Für die Triebwerkstechnik sind Unternehmen wie MTU Aero Engines die naheliegenden Adressen.
  • Unabhängige Wartungsbetriebe: Einen Überblick über große Werften in Europa, die du auch spotten kannst, gibt der Artikel Wartungsbetriebe und Werften in Europa.

Die Vergütung unterscheidet sich je nach Betrieb und Tarifvertrag deutlich. Frag im Bewerbungsprozess nach dem geltenden Tarif und nach Zusatzleistungen.

Nach der Ausbildung: Lizenz nach Part-66

Der wichtigste Karriereschritt in der zivilen Wartung ist die Lizenz für freigabeberechtigtes Personal nach Part-66, dem EASA-Regelwerk für Instandhaltungspersonal. In Deutschland stellt sie das Luftfahrt-Bundesamt aus. Laut BIBB weist der Ausbildungsabschluss bereits das Grundwissen nach Part-66 nach, das für eine Lizenz der Kategorie A gebraucht wird.

Die Kategorien grob erklärt:

  • A: kleinere planmäßige Arbeiten in der Line Maintenance und einfache Fehlerbehebung, mit Unterkategorien für Turbinen- und Kolbenflugzeuge sowie Hubschrauber.
  • B1: Struktur, Triebwerk sowie mechanische und elektrische Systeme, dazu einfache Avionik-Tests. Das ist die klassische Zielkategorie für Fluggerätmechaniker.
  • B2 und B2L: Avionik und elektrische Systeme, eher das Feld der Fluggerätelektroniker.
  • B3: Kolbenflugzeuge ohne Druckkabine bis 2.000 Kilogramm Abflugmasse.
  • C: Freigabe nach Arbeiten in der Base Maintenance, also nach großen Checks.
  • L: leichte Luftfahrzeuge wie Segelflugzeuge, Ballone und leichte Motorflugzeuge.

Für jede Kategorie brauchst du neben dem Grundwissen auch praktische Berufserfahrung. Die EASA verlangt, dass zumindest ein Teil davon in einem zugelassenen Instandhaltungsbetrieb (Part-145 oder Part-CAO) gesammelt wird, und die Erfahrung muss innerhalb der zehn Jahre vor dem Antrag liegen. Wer an großen Verkehrsflugzeugen freigeben will, braucht zusätzlich eine Musterberechtigung für den jeweiligen Typ, etwa für die A320neo-Familie oder die Boeing 737-800. Die Lizenz selbst gilt jeweils fünf Jahre und wird dann verlängert. Welche Module und Erfahrungszeiten in deinem Fall genau gelten, klärst du am besten mit deinem Betrieb und dem Luftfahrt-Bundesamt.

Weitere Perspektiven

Neben der Lizenzlaufbahn gibt es klassische Aufstiegsfortbildungen. Das BIBB nennt den Geprüften Industriemeister in den Fachrichtungen Luftfahrttechnik, Flugzeugbau und Metall. Daneben führt die Technikerschule zum staatlich geprüften Techniker, und mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung steht ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik oder des Maschinenbaus offen.

Typische Wege nach ein paar Jahren Berufspraxis:

  • Freigabeberechtigtes Personal mit B1-Lizenz und Musterberechtigungen
  • Schicht- oder Teamleitung im Hangar oder in der Werkstatt
  • Qualitätssicherung und Prüfwesen
  • Technische Planung und Arbeitsvorbereitung
  • Ausbilder in der Lehrwerkstatt

Und wer merkt, dass ihn die Luftfahrt auch abseits der Werkbank reizt, findet auf Planetrack weitere Berufsporträts: Fluglotse werden, Arbeiten bei der Flughafenfeuerwehr, Vorfeldkontrolle oder die Ausbildung zum Servicekaufmann im Luftverkehr.

Bist du bereit für die Bewerbung?

Hak ab, was auf dich zutrifft – am Ende siehst du, ob du loslegen kannst.

  • Ich weiß, welche Fachrichtung mich am meisten reizt.
  • Ich habe Betriebe in meiner Region recherchiert und ihre Bewerbungsfristen notiert.
  • Mathe, Physik und Englisch liegen mir oder ich arbeite daran.
  • Ich habe schon praktisch gearbeitet, etwa im Praktikum, in der Werkstatt oder im Modellbau.
  • Schichtarbeit und Arbeit im Freien schrecken mich nicht ab.
  • Ich kann im Gespräch erklären, warum mich Luftfahrttechnik interessiert.

Was Spotter mitbringen und was nicht

Planespotting macht dich nicht zum Mechaniker, aber es gibt dir eine gute Grundlage für Interesse und Allgemeinwissen. Du kennst die Unterschiede zwischen Typen und Varianten, weißt, welche Airline welche Flotte betreibt, und hast vielleicht schon beobachtet, wie ein Flugzeug nach einem Werftaufenthalt in neuer Lackierung auftaucht. Das zeigt im Vorstellungsgespräch, dass dein Interesse echt ist.

Was das Hobby nicht liefert: das handwerkliche Können, die Sorgfalt im Umgang mit Wartungsunterlagen und das Verständnis für Systeme. Genau das lernst du in der Ausbildung. Ein Praktikum oder ein Tag der offenen Tür bei einem Wartungsbetrieb ist deshalb der beste Realitätscheck. Wenn du in der Nähe von Hamburg wohnst, lohnt sich der Planespotting-Guide Hamburg, um die Werftseite des Flughafens schon einmal von außen kennenzulernen.

Bleib nah an der Technik

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery zur Landung ansetzt – zum Beispiel, wenn ein Jet frisch aus der Werft kommt. In der Community tauschst du dich mit Likes, Kommentaren und Chats mit anderen Luftfahrtfans aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker ist einer der direktesten Wege, beruflich an echte Flugzeuge zu kommen. In dreieinhalb Jahren lernst du Montage, Instandhaltung, Fehlersuche und Dokumentation, spezialisiert auf Instandhaltung, Fertigung oder Triebwerke. Die gestreckte Prüfung verteilt den Druck auf zwei Termine, und der Abschluss deckt bereits das Grundwissen für die Part-66-Lizenz der Kategorie A ab. Mit Erfahrung, B1-Lizenz, Musterberechtigungen oder Meister- und Technikerschule geht es danach weiter.

Kurzfazit

Wähl die Fachrichtung über den Betrieb, bewirb dich früh und nimm Mathe, Physik und Englisch ernst. Wer Technik anfassen will statt nur zu fotografieren, findet als Fluggerätmechaniker einen soliden Beruf mit klarer Lizenzlaufbahn bis zur Freigabeberechtigung.

Zusammenfassung

  • Fluggerätmechaniker warten, fertigen und reparieren Flugzeuge, Hubschrauber und Triebwerke. Die Ausbildung ist ein anerkannter IHK-Beruf mit drei Fachrichtungen.
  • Die gemeinsamen Inhalte reichen von Montage und Funktionsprüfungen über Instandhaltung und Störungsanalyse bis zu Qualitätssicherung und menschlichen Faktoren.
  • Die Abschlussprüfung besteht aus Teil 1 (Montagearbeiten) und Teil 2 mit betrieblichem Auftrag, Technik, Fluggerättechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
  • Ausbildungsbetriebe sind Wartungsbetriebe, Hersteller, Triebwerksfirmen, Airlines und die Bundeswehr. Danach führen EASA-Lizenz, Industriemeister oder Technikerschule weiter.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker?

Die Ausbildung dauert nach der Verordnung über die Berufsausbildung zum Fluggerätmechaniker dreieinhalb Jahre. Wie bei anderen dualen Berufen kann sie bei guten Leistungen oder passender Vorbildung verkürzt werden. Das entscheiden Betrieb, Auszubildende und die zuständige Kammer gemeinsam.

Welche Fachrichtungen gibt es?

Drei: Instandhaltungstechnik (Wartung, Fehlersuche und Abfertigung von Fluggeräten), Fertigungstechnik (Bau und Reparatur von Strukturbauteilen aus Metall und Verbundwerkstoffen, Montage von Systemen) und Triebwerkstechnik (Montage, Instandhaltung und Prüfung von Flugtriebwerken). Der Ausbildungsbetrieb legt die Fachrichtung fest, du wählst sie also über deine Bewerbung.

Wie ist die Abschlussprüfung aufgebaut?

Es gibt eine gestreckte Abschlussprüfung. Teil 1 findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und prüft Montagearbeiten in insgesamt acht Stunden, davon 90 Minuten schriftlich. Er zählt 30 Prozent. Teil 2 umfasst einen Auftrag mit Fachgespräch (30 Prozent), einen fachrichtungsbezogenen Technikbereich (15 Prozent), Fluggerättechnik (15 Prozent) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (10 Prozent).

Welchen Schulabschluss brauche ich?

Gesetzlich ist für die Ausbildung kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Welchen Abschluss ein Betrieb erwartet, entscheidet er selbst. Wichtiger als die Note allein sind meist Mathematik, Physik, Englisch, handwerkliches Geschick und echtes Technikinteresse.

Bin ich nach der Ausbildung lizenzierter Flugzeugmechaniker?

Nein, nicht automatisch. Laut BIBB weist der Abschluss das Grundwissen nach Part-66 nach, das für eine Lizenz der Kategorie A benötigt wird. Die Lizenz selbst beantragst du beim Luftfahrt-Bundesamt, dazu gehört auch nachgewiesene Berufserfahrung. Für die Kategorien B1 oder C kommen weitere Module, mehr Erfahrung und Musterberechtigungen hinzu.

Was unterscheidet den Fluggerätmechaniker vom Fluggerätelektroniker?

Beide sind eigene Ausbildungsberufe. Der Fluggerätmechaniker kümmert sich um Struktur, Triebwerke und mechanische, hydraulische und pneumatische Systeme. Der Fluggerätelektroniker ist für elektrische und elektronische Systeme und die Avionik zuständig. In der Lizenzwelt entspricht das grob der Trennung zwischen B1 und B2.

Wo kann ich die Ausbildung machen?

Ausbildungsbetriebe sind Wartungs- und Instandhaltungsbetriebe, Flugzeug- und Triebwerkshersteller, Airlines und die Bundeswehr. Lufthansa Technik bildet zum Beispiel in allen drei Fachrichtungen aus. Welche Betriebe in deiner Region suchen, erfährst du über die Lehrstellenbörsen der IHK und der Arbeitsagentur sowie direkt auf den Karriereseiten der Unternehmen.

PT

Planetrack Redaktion

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