Das Wichtigste in Kürze
- Ein Transponder antwortet auf Fragen: Das Sekundärradar sendet auf 1030 MHz eine Abfrage, das Flugzeug antwortet auf 1090 MHz – auf genau dieser Frequenz lauscht auch dein ADS-B-Empfänger.
- Mode A ist die Kennung, Mode C die Höhe: Mode A liefert den vierstelligen Squawk mit 4.096 möglichen Codes, Mode C die barometrische Höhe in 100-Fuß-Schritten.
- Mode S spricht jedes Flugzeug einzeln an: Grundlage ist eine weltweit eindeutige 24-Bit-Adresse, der Hex-Code, über die das Radar gezielt nur ein bestimmtes Flugzeug abfragt.
- ADS-B ist ein erweiterter Mode-S-Funkspruch: Beim Extended Squitter sendet der Transponder Position, Höhe, Geschwindigkeit und Rufzeichen von sich aus – ohne Abfrage.
- Kein ADS-B heißt nicht unsichtbar: Flugzeuge mit reinem Mode S ohne Positionsdaten lassen sich oft per Multilateration orten, reine Mode-A/C-Geräte dagegen kaum.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Transponder in einem Satz
- 2.Primärradar und Sekundärradar
- 3.Mode A: die Kennung per Squawk
- 4.Mode C: die Höhe kommt dazu
- 5.Mode S: jedes Flugzeug einzeln
- 6.Squitter: wenn der Transponder ungefragt sendet
- 7.Wer was an Bord haben muss
- 8.Was du am Empfänger tatsächlich siehst
- 9.Transponder und Kollisionsschutz
- 10.Der Hex-Code als Werkzeug für Spotter
- 11.Worauf du achten solltest
- 12.Fazit
Auf der Flugradar-Karte steht neben dem Airbus im Anflug „Squawk 2353“, ein paar Zeilen darunter „Hex 3C6xxx“ – und der Businessjet daneben hat zwar eine Höhe, aber keine Position. Hinter all dem steckt ein Gerät, das kaum größer ist als ein Autoradio: der Transponder. Wer versteht, was Transponder Mode A, C und S leisten, liest Flugradar-Apps und ADS-B-Empfänger mit ganz anderen Augen. Dieser Guide erklärt die Technik hinter der Radarkennung Schritt für Schritt, ohne dich in Pulsdiagrammen zu verlieren, und zeigt, was davon am Spot wirklich nützt.
Vom Hex-Code zur Sichtung
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Transponder in einem Satz
Ein Transponder ist die Antwortstation an Bord: Er empfängt auf 1030 MHz eine Abfrage vom Sekundärradar und schickt auf 1090 MHz eine kodierte Antwort zurück. Was in dieser Antwort steht, bestimmt der Modus. Mode A liefert eine Kennung, Mode C die Höhe, Mode S eine eindeutige Flugzeugadresse samt weiterer Daten. ADS-B schließlich ist ein Mode-S-Funkspruch, den der Transponder ganz ohne Abfrage von sich aus aussendet.
Primärradar und Sekundärradar
Um Transponder zu verstehen, hilft ein kurzer Blick auf die beiden Radararten. Das Primärradar funktioniert wie ein Echo: Die Antenne sendet einen Impuls, ein Teil davon wird von der Flugzeughülle reflektiert und kommt zurück. Aus Laufzeit und Antennenrichtung ergibt sich die Position. Das Flugzeug muss dafür nichts tun, liefert aber auch keine Information darüber, wer es ist oder wie hoch es fliegt.
Das Sekundärradar (Secondary Surveillance Radar, SSR) dreht das Prinzip um. Die Bodenstation fragt, das Flugzeug antwortet aktiv. Weil die Antwort mit eigener Sendeleistung zurückkommt, reicht das Sekundärradar weit, und die Antwort kann Daten enthalten. Die Wurzeln liegen in der militärischen Freund-Feind-Kennung (IFF) des Zweiten Weltkriegs. In den 1950er-Jahren begann die ICAO, das Verfahren für die zivile Luftfahrt zu standardisieren.
Die Flugsicherung kombiniert heute meist beides. Wie die Lotsen in Deutschland damit arbeiten, erklärt der Artikel über die DFS Deutsche Flugsicherung; einen Blick zurück auf die Anfänge wirft die Geschichte der Flugsicherung.
Mode A: die Kennung per Squawk
Mode A ist der älteste zivile Modus. Die Antwort enthält einen vierstelligen Code, den der Pilot am Transponder einstellt und den die Flugsicherung per Funk zuteilt – das berühmte „squawk two-three-five-three“. Jede Ziffer reicht von 0 bis 7, denn es handelt sich um einen Oktalcode. Ziffern wie 8 oder 9 gibt es im Squawk also nicht. Vier Oktalziffern ergeben 4.096 Kombinationen.
Für die Lotsen ist der Squawk das Bindeglied zwischen Radarziel und Flugplan: Das System weiß, welcher Code welchem Flug zugeteilt wurde, und blendet das passende Rufzeichen ein. Weil es so wenige Codes gibt, werden sie regional immer wieder neu vergeben. Ein Squawk ist deshalb keine dauerhafte Kennung eines Flugzeugs.
Einige Codes sind weltweit fest belegt und für Spotter besonders interessant:
| Code | Bedeutung | Was du daraus ablesen kannst |
|---|---|---|
| 7700 | allgemeiner Notfall | Die Crew hat einen Notfall erklärt, oft mit Ausweichlandung |
| 7600 | Funkausfall | Keine Sprechfunkverbindung, das Flugzeug folgt festgelegten Verfahren |
| 7500 | widerrechtlicher Eingriff | Entführung – in der Praxis sehr selten und oft eine Fehleingabe |
| 7000 | Sichtflug ohne zugeteilten Code (Europa) | typisch für Kleinflugzeuge im VFR-Betrieb |
| 1200 | Sichtflug ohne zugeteilten Code (USA) | das US-Gegenstück zu 7000 |
| 2000 | kein Code durch die Flugsicherung zugeteilt, etwa beim Einflug aus einem Gebiet ohne Radarabdeckung | taucht z. B. bei Flügen aus ozeanischen Lufträumen auf |
Was hinter den drei Notfallcodes steckt und wie Flugradar-Seiten sie hervorheben, liest du ausführlich unter Squawk 7500, 7600 und 7700. Zu Mode A gehört außerdem die Ident-Funktion: Bittet der Lotse um „squawk ident“, drückt der Pilot eine Taste, und das Radarziel wird auf dem Bildschirm kurz hervorgehoben.
Mode C: die Höhe kommt dazu
Mode C ergänzt die barometrische Druckhöhe. Ein Höhenmesser oder ein separater Höhencodierer gibt die Höhe an den Transponder weiter, der sie in 100-Fuß-Schritten überträgt. Die Höhe bezieht sich immer auf den Standarddruck von 1013,25 hPa – egal, was der Pilot gerade an seinem Höhenmesser eingestellt hat. Die Umrechnung auf die tatsächliche Höhe übernimmt das Radarsystem am Boden.
Mode A und Mode C laufen in der Praxis zusammen: Die Bodenstation wechselt zwischen beiden Abfragearten, die sich durch den Abstand zweier Pulse unterscheiden – 8 Mikrosekunden für Mode A, 21 Mikrosekunden für Mode C. Deshalb spricht man meist einfach von einem Mode-A/C-Transponder.
Für dich am Spot bedeutet das: Die Höhe auf der Flugradar-Karte ist in aller Regel eine Flugfläche bzw. Druckhöhe, keine Meterangabe über Grund. Bei kräftigem Hoch- oder Tiefdruck sieht ein Flieger im Endanflug deshalb manchmal höher oder tiefer aus, als er tatsächlich ist.
Warum Mode A/C an Grenzen stößt
Mode-A/C-Transponder antworten auf jede passende Abfrage jedes Radars in Reichweite. In dichtem Luftraum überlagern sich die Antworten mehrerer Flugzeuge, und Antworten auf fremde Radare erzeugen Störsignale. Zudem verrät der Squawk nicht, welches Flugzeug konkret antwortet. Genau diese Schwächen löst Mode S.
Mode S: jedes Flugzeug einzeln
Mode S steht für „Select“. Der Modus wurde ab den 1970er-Jahren in den USA und Großbritannien entwickelt und 1987 von der ICAO standardisiert. Er nutzt dieselben Frequenzen wie Mode A und C und ist zu ihnen abwärtskompatibel, ein Mode-S-Transponder beantwortet also auch klassische Abfragen.
Der Kern ist eine 24-Bit-Adresse, die jedem Transponder fest zugeordnet ist. Die ICAO teilt den Staaten Adressblöcke zu, die Luftfahrtbehörden vergeben daraus Adressen an einzelne Luftfahrzeuge. Meist wird die Adresse als sechsstellige Hexadezimalzahl geschrieben, daher der Name Hex-Code. Deutsche Adressen beginnen beispielsweise mit 3C bis 3F. Wie du aus dem Hex-Code Halterstaat und Kennzeichen ableitest, erklärt der Guide zur ICAO-24-Bit-Adresse.
Mit dieser Adresse kann das Radar ein Flugzeug gezielt ansprechen. Neue Ziele findet es über eine Rundum-Abfrage („All-Call“), danach fragt es jedes Flugzeug einzeln. Das reduziert Überlagerungen deutlich. Gleichzeitig wird die Antwort zum Datenkanal: Ein Mode-S-Transponder kann Rufzeichen, Flugstatus (in der Luft oder am Boden) und – je nach Ausrüstung – eine Höhe in 25-Fuß-Schritten liefern.
Elementary und Enhanced Surveillance
In Europa unterscheidet man zwei Ausbaustufen:
- Elementary Surveillance (ELS): Adresse, Rufzeichen, Höhe, Flugstatus und Fähigkeitsmeldung des Transponders. Das ist die Grundausstattung für den Instrumentenflug in der EU.
- Enhanced Surveillance (EHS): Zusätzlich liefert das Flugzeug sogenannte Downlinked Aircraft Parameters, etwa die vom Piloten eingestellte Zielhöhe, den Steuerkurs, angezeigte Fluggeschwindigkeit und Machzahl, Grundgeschwindigkeit, Querneigung und Steig- oder Sinkrate.
Besonders die eingestellte Zielhöhe ist für die Flugsicherung wertvoll: Der Lotse sieht, ob die Crew die freigegebene Flughöhe korrekt eingegeben hat, bevor das Flugzeug sie erreicht. Diese Daten tauchen übrigens auch in manchen Detailansichten von Flugradar-Seiten auf – wenn dort „Selected Altitude“ steht, stammt der Wert aus Mode S. Was die übrigen Felder und Symbole bedeuten, erklärt der Guide zu Symbolen und Farben auf Flugradar-Karten.
Seltene Gäste nicht verpassen
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Squitter: wenn der Transponder ungefragt sendet
Ein Mode-S-Transponder wartet nicht nur auf Fragen. In regelmäßigen Abständen sendet er von sich aus kurze Meldungen mit seiner Adresse, sogenannte Squitter. So können Bodenstationen und Kollisionswarnsysteme anderer Flugzeuge ihn entdecken, ohne ihn erst suchen zu müssen.
Der Extended Squitter (1090 ES) ist die lange Variante davon – und genau das ist ADS-B, wie es in Europa und bei Verkehrsflugzeugen weltweit üblich ist. In diesen Meldungen stecken die Position aus dem Satellitennavigationsempfänger an Bord, Höhe, Geschwindigkeit, Kurs und Rufzeichen. Weil niemand fragen muss, kann jeder mit passendem Empfänger zuhören. Das ist die Grundlage aller Flugradar-Apps und jedes selbst gebauten ADS-B-Empfängers – mehr dazu im Grundlagenartikel Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter. Weil die Meldungen ungerichtet abgestrahlt werden, können sie sogar Satelliten auffangen, wie der Artikel über weltraumgestütztes ADS-B zeigt.
| Merkmal | Mode A | Mode C | Mode S | ADS-B (1090 ES) |
|---|---|---|---|---|
| Auslöser | Abfrage vom Radar | Abfrage vom Radar | gezielte Abfrage oder Squitter | sendet selbstständig |
| Kennung | Squawk (wechselnd) | – | 24-Bit-Adresse, Rufzeichen | 24-Bit-Adresse, Rufzeichen |
| Höhe | – | Druckhöhe, 100-ft-Schritte | Druckhöhe, je nach Gerät 25-ft-Schritte | Druckhöhe, oft zusätzlich GNSS-Höhe |
| Position | nur über das Radar | nur über das Radar | nur über Radar oder MLAT | vom Flugzeug selbst gemeldet |
| Für Spotter-Empfänger nutzbar | kaum | kaum | Hex-Code, Höhe, Squawk | vollständig mit Position |
In den USA gibt es neben 1090 ES ein zweites ADS-B-Verfahren für die Allgemeine Luftfahrt, UAT auf 978 MHz. Es hat technisch nichts mit Mode S zu tun; mehr dazu unter UAT auf 978 MHz.
Wer was an Bord haben muss
Die Ausrüstungspflichten hängen von Luftraum, Flugregeln und Flugzeugklasse ab. Die wichtigsten Eckpunkte:
- EU: Die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1207/2011 und ihre Änderungen schreiben für Flüge nach Instrumentenflugregeln Mode-S-Transponder vor. Flugzeuge mit mehr als 5.700 kg Höchstabflugmasse oder mehr als 250 Knoten maximaler Reisegeschwindigkeit brauchen zusätzlich Enhanced Surveillance und ADS-B Out über 1090 ES. Für Staatsluftfahrzeuge gelten Sonderregeln.
- USA: Seit dem 1. Januar 2020 ist ADS-B Out in den meisten Lufträumen Pflicht, in denen schon zuvor ein Transponder verlangt wurde, etwa in den Klassen A, B und C – mit 1090 ES oder UAT.
- Kleinflugzeuge in Europa: Ob ein Transponder nötig ist, hängt vom Luftraum ab, etwa in Transponder-Pflichtzonen (TMZ) um Regionalflugplätze. Im Sichtflug ohne zugeteilten Code steht der Squawk dann auf 7000. Welche Lufträume welche Ausrüstung verlangen, erklärt der Überblick über die Luftraumklassen A bis G.
Für dich bedeutet das: Airliner und die meisten Businessjets erscheinen in Europa praktisch immer mit Position. Bei Kleinflugzeugen, Hubschraubern, älteren Maschinen und Militär ist das Bild deutlich bunter.
Was du am Empfänger tatsächlich siehst
Ein ADS-B-Empfänger auf 1090 MHz hört alles, was auf dieser Frequenz unterwegs ist: Extended Squitter, kurze Squitter und die Antworten auf Radarabfragen. Daraus ergeben sich typische Fälle:
- Flugzeug mit Position: Der Transponder sendet ADS-B. Du siehst Hex-Code, Rufzeichen, Position, Höhe und Geschwindigkeit.
- Flugzeug ohne Position, aber mit Hex-Code und Höhe: Ein Mode-S-Transponder ohne ADS-B-Positionsdaten. Netzwerke mit vielen Empfängern können solche Flugzeuge über Multilateration (MLAT) verorten – vorausgesetzt, mindestens vier Stationen hören das Signal.
- Nur Squawk und Höhe, kein Hex-Code: Ein reiner Mode-A/C-Transponder. Weil Mode-A/C-Antworten keine Adresse enthalten, lassen sie sich kaum einem bestimmten Flugzeug zuordnen und auf Karten in der Regel nicht darstellen.
- Gar nichts: Transponder aus, kein Transponder an Bord oder außerhalb deiner Empfangsreichweite. Häufige Ursachen dafür sammelt der Artikel Warum ein Flugzeug nicht auf Flightradar erscheint.
Welcher Transponder steckt hinter dem Eintrag?
Mode S mit ADS-B Out
Das Flugzeug meldet seine Position selbst. Typisch für Airliner, Businessjets und viele moderne Kleinflugzeuge – ideal, um ein bestimmtes Exemplar zu verfolgen.
Mode S ohne Positionsmeldung
Der Transponder antwortet mit Adresse und Höhe, sendet aber keine ADS-B-Position. Mit MLAT im Netzwerk wird er trotzdem oft sichtbar.
Klassischer Mode-A/C-Transponder
Squawk und Höhe, aber keine Adresse. Auf Karten taucht so ein Flugzeug meist nicht auf – hier helfen nur Augen, Ohren und Flugfunk.
Transponder und Kollisionsschutz
Transponder sind nicht nur für die Flugsicherung da. Das bordseitige Kollisionswarnsystem TCAS (bzw. ACAS) fragt die Transponder umliegender Flugzeuge selbst ab und berechnet aus den Antworten Abstand, Höhe und Annäherung. Treffen zwei Flugzeuge mit TCAS II aufeinander, stimmen die Systeme ihre Ausweichempfehlungen über den Mode-S-Datenkanal miteinander ab, damit nicht beide in dieselbe Richtung ausweichen. Welche Rolle widersprüchliche Anweisungen von TCAS und Lotse bei einem der schwersten Unglücke im deutschen Luftraum spielten, beschreibt der Artikel zur Flugzeugkollision von Überlingen 2002.
Der Hex-Code als Werkzeug für Spotter
Für Spotter ist die 24-Bit-Adresse das nützlichste Erbe von Mode S. Sie bleibt bei einem Flugzeug in der Regel gleich, solange es im selben Staat registriert ist. Ändert sich das Kennzeichen durch einen Wechsel in ein anderes Land, bekommt das Flugzeug meist auch eine neue Adresse aus dem Block des neuen Staates. Über den Hex-Code kannst du deshalb ein bestimmtes Exemplar suchen, ältere Sichtungen abgleichen oder eine Maschine finden, deren Rufzeichen du nicht kennst. Wie das praktisch geht, zeigt der Guide Flugzeug nach Kennzeichen oder Hex-Code verfolgen; wie Kennzeichen selbst aufgebaut sind, erklärt Flugzeugkennzeichen verstehen.
Ein Hinweis zur Einordnung: In den USA gibt es mit dem Privacy-ICAO-Address-Programm der FAA die Möglichkeit, für bestimmte Flugzeuge eine temporäre, nicht öffentlich zugeordnete Adresse zu nutzen. Ein unbekannter Hex-Code ist dort also nicht automatisch ein Fehler. Militärflugzeuge senden zudem teils gar nicht oder mit eingeschränkten Daten – mehr dazu unter Militärflugzeuge online verfolgen.
Kannst du einen Flugradar-Eintrag sicher deuten?
- Ich weiß, dass der Squawk eine wechselnde Kennung ist und keine Flugzeugadresse.
- Ich kann die Notfallcodes 7500, 7600 und 7700 auseinanderhalten.
- Ich weiß, dass die angezeigte Höhe meist eine Druckhöhe ist.
- Ich kenne den Unterschied zwischen Mode S und ADS-B.
- Ich weiß, warum manche Flugzeuge nur per MLAT auftauchen.
- Ich kann über den Hex-Code ein bestimmtes Flugzeug suchen.
Worauf du achten solltest
- Squawk nicht als Kennung missverstehen. Derselbe Code taucht am selben Tag bei völlig verschiedenen Flügen auf. Für die Identität zählen Hex-Code und Kennzeichen.
- Notfallcodes mit Vorsicht lesen. Ein kurz aufblitzender 7500er ist häufig ein Eingabefehler beim Umstellen. Bestätigt ist ein Notfall erst, wenn er länger angezeigt wird oder die Flugsicherung ihn kommuniziert.
- Höhen im Anflug richtig einordnen. Druckhöhe und echte Höhe unterscheiden sich je nach Luftdruck. Für den Anflug zählt eher der zeitliche Abstand zur Landung als die genaue Zahl.
- Rechtliches im Blick behalten. Das Empfangen von ADS-B ist in vielen Ländern unproblematisch, beim Weitergeben von Daten und Funkverkehr gelten aber eigene Regeln. Überblicke findest du unter ADS-B-Daten empfangen und teilen und Flugfunk hören: Rechtslage.
Dein Hangar für alle Sichtungen
Halte jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Spot fest und sammle sie in deinem Hangar – samt Wunschliste für die Flieger, die dir noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Mode A, Mode C und Mode S sind drei Entwicklungsstufen derselben Idee: Das Flugzeug antwortet dem Radar und verrät dabei mehr als ein bloßes Echo. Mode A brachte die Kennung, Mode C die Höhe, Mode S die eindeutige Adresse und den Datenkanal. Aus dem Mode-S-Squitter wurde schließlich ADS-B – und damit die Technik, die dir am Spot zeigt, welcher Flieger gerade in den Endanflug dreht. Wer das Zusammenspiel kennt, versteht auch, warum manche Flugzeuge auf der Karte fehlen oder nur per MLAT auftauchen.
Kurzfazit
Der Squawk sagt dir, wie die Flugsicherung einen Flug gerade führt, der Hex-Code, welches Flugzeug es ist. Mode S verbindet beides und liefert über den Extended Squitter die ADS-B-Daten, auf denen jede Flugradar-App aufbaut.
Zusammenfassung
- Primärradar sieht Echos, Sekundärradar bekommt Antworten. Der Transponder ist die Gegenstelle an Bord, die auf Abfragen der Bodenstation reagiert.
- Mode A und Mode C stammen aus der Zeit der militärischen Freund-Feind-Kennung und liefern Kennung und Höhe, aber keine eindeutige Flugzeugadresse.
- Mode S ergänzt die eindeutige 24-Bit-Adresse, selektive Abfragen, das Rufzeichen und – in der Enhanced-Surveillance-Stufe – Daten wie die eingestellte Flughöhe.
- Für Spotter ist Mode S die Grundlage von Flugradar-Apps, ADS-B-Empfängern, MLAT und der Suche nach einem bestimmten Flugzeug per Hex-Code.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Mode A, Mode C und Mode S?
Mode A übermittelt nur den vierstelligen Squawk-Code, den die Flugsicherung zuteilt. Mode C ergänzt die barometrische Höhe in 100-Fuß-Schritten. Mode S kann beides, arbeitet aber zusätzlich mit einer weltweit eindeutigen 24-Bit-Adresse. Dadurch kann das Radar jedes Flugzeug einzeln abfragen, und der Transponder überträgt weitere Daten wie das Rufzeichen und eine feinere Höhenangabe.
Auf welchen Frequenzen arbeitet ein Transponder?
Die Abfrage vom Boden kommt auf 1030 MHz, die Antwort des Flugzeugs geht auf 1090 MHz raus. Das gilt für Mode A, C und S gleichermaßen. Auch ADS-B nach dem 1090-ES-Verfahren nutzt die Antwortfrequenz 1090 MHz – deshalb empfängt ein ADS-B-Empfänger neben Positionsmeldungen auch normale Mode-S-Antworten.
Was bedeutet Squawk?
Squawk ist der Funkjargon für den vierstelligen Transpondercode, den der Pilot einstellt. Die Ziffern reichen jeweils von 0 bis 7, weil es sich um einen Oktalcode handelt – daraus ergeben sich 4.096 Kombinationen. Einige Codes sind fest belegt, etwa 7700 für Notfall, 7600 für Funkausfall und 7500 für eine Entführung. Im europäischen Sichtflug ist 7000 üblich, in den USA 1200.
Was ist der Hex-Code eines Flugzeugs?
Der Hex-Code ist die 24-Bit-Adresse des Mode-S-Transponders, meist als sechsstellige Hexadezimalzahl geschrieben. Die Adressblöcke werden über die ICAO den Staaten zugeteilt, der Halterstaat vergibt sie dann an einzelne Luftfahrzeuge. Anders als der Squawk wechselt die Adresse nicht von Flug zu Flug, sondern gehört zum Flugzeug – deshalb kannst du ein bestimmtes Exemplar darüber verfolgen.
Ist ADS-B dasselbe wie Mode S?
Nicht ganz. Mode S ist das Transponderverfahren, ADS-B eine Methode, Positionsdaten automatisch zu verbreiten. In Europa und bei Verkehrsflugzeugen weltweit läuft ADS-B aber fast immer über einen Mode-S-Transponder mit Extended Squitter auf 1090 MHz. In den USA gibt es für die Allgemeine Luftfahrt zusätzlich UAT auf 978 MHz, das mit Mode S nichts zu tun hat.
Warum zeigt mein Empfänger Flugzeuge ohne Position an?
Weil diese Flugzeuge zwar Mode-S-Antworten senden, aber keine ADS-B-Positionsmeldungen. Dein Empfänger kennt dann Hex-Code, oft auch Höhe und Squawk, aber nicht den Standort. Netzwerke mit vielen Empfängern können solche Flugzeuge per Multilateration orten, indem sie die Laufzeitunterschiede desselben Signals an mehreren Stationen auswerten.
Wie genau ist die Höhenangabe auf Flugradar-Karten?
Angezeigt wird in der Regel die barometrische Druckhöhe bezogen auf den Standarddruck, nicht die tatsächliche Höhe über dem Meer. Mode C meldet sie in 100-Fuß-Schritten, Mode S kann je nach Ausrüstung 25-Fuß-Schritte liefern. Viele ADS-B-Meldungen enthalten zusätzlich eine GNSS-Höhe. Bei tiefem oder hohem Luftdruck weichen Druckhöhe und echte Höhe spürbar voneinander ab.
Brauchen alle Flugzeuge einen Mode-S-Transponder?
Nein, die Pflicht hängt vom Luftraum und von der Flugzeugklasse ab. In der EU müssen Flugzeuge im Instrumentenflug Mode S an Bord haben, größere Maschinen über 5.700 kg Höchstabflugmasse oder mit mehr als 250 Knoten Reisegeschwindigkeit zusätzlich Enhanced Surveillance und ADS-B Out. In Transponder-Pflichtzonen und bestimmten Lufträumen brauchen auch kleinere Flugzeuge einen Transponder; Details regeln die nationalen Luftfahrtveröffentlichungen.
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