Das Wichtigste in Kürze
- Den einen Pilotenlohn gibt es nicht: Was du verdienst, hängt vor allem vom Flugbetrieb, seinem Tarifvertrag, deiner Funktion im Cockpit und deinen Dienstjahren ab – nicht von der Lizenz allein.
- Die Spitze liegt im Konzerntarif: Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung kam ein Lufthansa-Pilot 2025 im Schnitt auf rund 235.000 Euro im Jahr, Mehrflüge und Gewinnbeteiligung eingerechnet. Das ist ein Durchschnitt über alle Dienstjahre, kein Einstiegsgehalt.
- Seniorität ist der wichtigste Hebel: Gehaltsstufen, der Wechsel vom Copiloten zum Kapitän und der Sprung auf die Langstrecke folgen bei vielen Airlines der Betriebszugehörigkeit.
- Neben dem Grundgehalt zählen Zulagen und Rente: Mehrflugstunden, Spesen, Gewinnbeteiligung und betriebliche Altersversorgung machen einen großen Teil des Gesamtpakets aus – und sind regelmäßig Streitthema.
- Die Ausbildung kostet zuerst: Eine Airline-Ausbildung bei der European Flight Academy kostet in Deutschland 130.000 Euro. Wer finanziert, zahlt über Jahre einen Teil seines Einkommens zurück.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was verdienen Piloten? Die kurze Antwort
- 2.Wer die Gehälter aushandelt: die Vereinigung Cockpit
- 3.Woraus ein Pilotengehalt besteht
- 4.Der Karrierepfad: vom Copiloten zum Kapitän
- 5.Tarifstrukturen: warum der Arbeitgeber so viel zählt
- 6.Gehaltsentwicklung: die Tarifkonflikte der letzten Jahre
- 7.Erst investieren, dann verdienen: die Ausbildungskosten
- 8.Gehalt ist nicht alles: was Piloten sonst abwägen
- 9.Gehaltsangaben richtig lesen: worauf du achten musst
- 10.Was Spotter davon haben
- 11.Fazit
Viele Spotter kennen das: Ein Kapitän winkt aus dem Cockpitfenster, während die Maschine am Zaun vorbeirollt – und irgendwann fragt man sich, was der Job eigentlich einbringt. Die Antwort ist komplizierter, als Schlagzeilen vermuten lassen. Ein Pilotengehalt in Deutschland hängt weniger an der Lizenz als am Arbeitgeber, am Tarifvertrag und an den Dienstjahren. Dieser Artikel zeigt dir, wie sich das Einkommen zusammensetzt, welche Tarifstrukturen es gibt und wie sich die Bezahlung in den vergangenen Jahren entwickelt hat.
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Was verdienen Piloten? Die kurze Antwort
Piloten bei großen deutschen Netzwerk-Airlines gehören zu den Spitzenverdienern unter Angestellten. Für die Lufthansa berichtete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung im Oktober 2025, dass ein Pilot im Schnitt rund 235.000 Euro brutto im Jahr verdient – inklusive Mehrflügen und Gewinnbeteiligung. Diese Zahl ist aber ein Durchschnitt über junge Copiloten und Kapitäne kurz vor dem Ruhestand und gilt nur für den Konzerntarif der Kernmarke.
Wer bei einer Tochtergesellschaft, einem Ferienflieger, einer Regionalairline oder an einer Low-Cost-Basis anfängt, startet meist deutlich niedriger. Und ganz am Anfang steht ohnehin kein Gehalt, sondern eine Rechnung: die Ausbildung.
Wer die Gehälter aushandelt: die Vereinigung Cockpit
In Deutschland werden Pilotengehälter überwiegend in Tarifverträgen geregelt. Auf Arbeitnehmerseite sitzt fast immer die Vereinigung Cockpit (VC) am Tisch. Der Verband wurde 1969 gegründet, hat nach eigenen Angaben über 10.000 Mitglieder und wird von nahezu allen deutschen Fluggesellschaften als Tarifpartner für Cockpitpersonal anerkannt. Bis 2000 verhandelte die VC gemeinsam mit der Angestelltengewerkschaft DAG, seitdem tritt sie als eigenständige Gewerkschaft auf. Seit Juni 2022 gehört sie dem dbb beamtenbund und tarifunion an.
Wichtig für das Verständnis: Verhandelt wird nicht branchenweit, sondern pro Flugbetrieb. Jede Airline – und oft sogar jede Tochtergesellschaft innerhalb einer Gruppe – hat ihr eigenes Tarifwerk. Daraus erklärt sich, warum zwei Copiloten auf dem gleichen Airbus A320neo sehr unterschiedlich verdienen können, je nachdem, auf welchem Arbeitsvertrag ihr Name steht.
Woraus ein Pilotengehalt besteht
Das Monatsgehalt auf dem Konto ist nur ein Teil des Pakets. Typischerweise setzt es sich aus mehreren Bausteinen zusammen:
| Baustein | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Grundvergütung | festes Gehalt nach Funktion (Copilot, Senior First Officer, Kapitän) und Dienstjahresstufe |
| Mehrflugstunden | Zuschlag, wenn du über eine tariflich festgelegte Zahl von Flugstunden hinaus fliegst |
| Spesen und Zulagen | Verpflegungs- und Übernachtungsgelder bei Umläufen, teils Zulagen für bestimmte Funktionen wie Ausbilder |
| Gewinnbeteiligung | bei manchen Airlines eine erfolgsabhängige Zahlung, deren Höhe vom Unternehmensergebnis abhängt |
| Altersversorgung | betriebliche Rente, die bei großen Airlines einen erheblichen Wert hat |
| Übergangsversorgung | Regelungen für Piloten, die vor der gesetzlichen Rente aus dem Cockpit ausscheiden |
Gerade die letzten beiden Punkte sind für Außenstehende unsichtbar, für Piloten aber zentral. Laut demselben FAS-Bericht kam ein Lufthansa-Pilot nach 35 Dienstjahren auf eine Betriebs- und gesetzliche Rente von zusammen rund 5.400 Euro im Monat. Kein Wunder, dass Rentenfragen in fast jedem großen Tarifkonflikt eine Rolle spielten.
Brutto ist nicht gleich Brutto
Wenn irgendwo eine Gehaltszahl steht, frag immer: Ist das die reine Grundvergütung oder das Jahreseinkommen mit Zulagen, Mehrflügen und Gewinnbeteiligung? Ist es ein Einstiegswert, ein Durchschnitt oder die Endstufe eines Kapitäns? Ohne diese Einordnung sind Vergleiche wertlos.
Der Karrierepfad: vom Copiloten zum Kapitän
Der größte Gehaltssprung im Pilotenleben ist der vom First Officer (Copilot) zum Kapitän. Dazwischen kennen viele Airlines eine Zwischenstufe: den Senior First Officer. Auf langen Strecken setzen die meisten Linienairlines ihn zusätzlich zu Kapitän und Copilot ein, damit sich die Crew im Reiseflug abwechseln kann – mehr dazu im Artikel über Ultralangstreckenflüge.
Innerhalb jeder Funktion steigt das Gehalt mit den Dienstjahren in festen Stufen. Wann du zum Kapitän aufsteigst, regelt bei vielen Airlines die Senioritätsliste: Wer länger dabei ist, kommt bei frei werdenden Stellen zuerst zum Zug. Dasselbe gilt oft für den Wechsel auf die Langstrecke, etwa auf den Airbus A350-900 oder die Boeing 787-9. Das hat eine Konsequenz, die viele unterschätzen: Ein Arbeitgeberwechsel bedeutet in der Regel, auf der neuen Liste wieder unten anzufangen.
1. Ausbildung und Musterberechtigung
Bevor Geld fließt, steht die Ausbildung – meist auf eigene Rechnung oder finanziert. Die Musterberechtigung für den ersten Jet erwirbst du in der Regel beim Arbeitgeber.
2. First Officer
Der Einstieg im Mehrpersonen-Cockpit, häufig auf der Kurz- und Mittelstrecke. Das Gehalt startet in der untersten Stufe deiner Vergütungstabelle.
3. Senior First Officer
Mit Erfahrung und je nach Airline folgt eine höhere Copilotenstufe, oft verbunden mit Einsätzen auf der Langstrecke.
4. Kapitän
Die Verantwortung für Flug und Crew bringt die höchste Vergütungsgruppe. Voraussetzung sind unter anderem das volle ATPL, ausreichend Erfahrung und eine freie Stelle.
5. Zusatzfunktionen
Ausbilder, Prüfer oder Flottenmanagement – solche Aufgaben werden je nach Tarif zusätzlich vergütet.
Tarifstrukturen: warum der Arbeitgeber so viel zählt
Wer verstehen will, warum Pilotengehälter so weit auseinanderliegen, muss sich die Struktur der Branche anschauen. Grob lassen sich vier Gruppen unterscheiden:
- Konzerntarif der Netzwerk-Airline. Bei der Lufthansa Group gilt für die Kernmarke Lufthansa ein eigenes Tarifwerk, das traditionell an der Spitze der deutschen Pilotenvergütung liegt. Hier sind auch die Langstreckenflotten in Frankfurt und München angesiedelt.
- Tochtergesellschaften und neue Flugbetriebe. Innerhalb der Gruppe fliegen Eurowings, Discover Airlines, Lufthansa City Airlines und Lufthansa CityLine unter eigenen Tarifstrukturen. Schon im großen Konflikt der Jahre 2014 und 2015 spielte der Ausbau von Eurowings als günstigerer Flugbetrieb neben dem Konzerntarif eine Rolle.
- Ferien- und Charterflieger. Airlines wie Condor oder TUIfly haben jeweils eigene Tarifverträge, die sich an ihrem Geschäftsmodell ausrichten.
- Ausländische Airlines mit deutschen Basen. Low-Cost-Carrier wie Ryanair oder easyJet beschäftigen Piloten an deutschen Stationen. Welche Regeln dort gelten, hängt vom jeweiligen Arbeitsvertrag und davon ab, ob für die Basis ein Tarifvertrag existiert.
Daneben gibt es noch Frachtairlines wie Lufthansa Cargo, Geschäftsreiseflieger, Rettungs- und Hubschrauberbetreiber sowie den militärischen Weg. Für Bundeswehrpiloten gelten keine Airline-Tarife, sondern die Besoldung für Soldaten – mehr dazu im Artikel Pilot bei der Bundeswehr. Und wer lieber Rotoren als Tragflächen fliegt, findet im Beitrag Hubschrauberpilot werden einen eigenen Überblick.
Pro Konzerntarif einer Netzwerk-Airline
- hohe Vergütungsstufen und ausgebaute Altersversorgung
- Langstreckenflotte als Karriereoption
- über Jahrzehnte gewachsene, klar geregelte Laufbahn
Contra
- Einstellungen schwanken stark mit der Unternehmensstrategie
- neue Kapazität wandert oft in günstigere Flugbetriebe
- Aufstieg hängt an der Senioritätsliste, nicht nur an der Leistung
Gehaltsentwicklung: die Tarifkonflikte der letzten Jahre
Die Geschichte der Pilotengehälter in Deutschland ist auch eine Geschichte von Streiks. Spotter haben das oft unmittelbar erlebt: geparkte Jets auf dem Vorfeld, leere Anflugschneisen, plötzlich ungewöhnliche Ausweichverkehre. Ein paar Wegmarken bei der Lufthansa:
| Zeitraum | Was passierte |
|---|---|
| 2014–2015 | härtester Arbeitskampf der Unternehmensgeschichte, Kernthemen betriebliche Altersversorgung und Übergangsversorgung für Piloten und Kabinenpersonal, dazu der Streit um den Ausbau günstigerer Flugbetriebe |
| März 2017 | Grundsatzeinigung mit der VC: Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern und eine Gehaltssteigerung von insgesamt 11,4 Prozent für den Zeitraum von Mai 2012 bis Juni 2022 |
| 2. September 2022 | ganztägiger Pilotenstreik, der den Flugbetrieb der Lufthansa fast zum Erliegen brachte; rund 800 Flüge in Frankfurt und München fielen aus, etwa 130.000 Passagiere waren betroffen. Die VC forderte einen automatischen Inflationsausgleich ab 2023 und 5,5 Prozent mehr Gehalt |
| 2025 | erneut Medienberichte über drohende Pilotenstreiks bei der Lufthansa |
Die Linie dahinter ist gut erkennbar: Nach den Krisenjahren der Pandemie und in Zeiten hoher Inflation rückten Gehaltsforderungen wieder in den Vordergrund, wie die Forderung nach einem Inflationsausgleich 2022 zeigt. Dauerbrenner bleibt die Altersversorgung: Arbeitgeber wollen planbare, gedeckelte Beiträge, die Gewerkschaft möchte das Versorgungsniveau sichern.
Auch jenseits von Streiks entwickelt sich die Bezahlung über Gerichte weiter. Ein aktuelles Beispiel ist die Mehrflugstundenvergütung für Teilzeitkräfte: Das Landesarbeitsgericht München hat 2025 im Fall eines Piloten von Lufthansa CityLine entschieden, dass eine für Voll- und Teilzeitkräfte identische Auslösegrenze für Mehrflugstunden Teilzeitbeschäftigte benachteiligt. Nach Angaben der VC ist das Urteil rechtskräftig. CityLine hat dennoch Verfassungsbeschwerde eingelegt und überträgt die Entscheidung bislang nicht auf andere Teilzeitkräfte, weshalb die Gewerkschaft weitere Einzelklagen unterstützt.
Streiktag oder Normalbetrieb?
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Erst investieren, dann verdienen: die Ausbildungskosten
Bevor das erste Gehalt kommt, zahlst du. Die European Flight Academy, die Flugschule der Lufthansa Group, nennt für die Ausbildung in Deutschland einen Preis von 130.000 Euro, in der Schweiz 150.000 Franken vor staatlichen Subventionen. Dazu kommen Nebenkosten wie das DLR-Zertifikat, die Tauglichkeitsuntersuchung und ein Visum für die Ausbildungsphase in den USA.
Finanzieren lässt sich das unter anderem über ein einkommensabhängiges Modell mit dem Partner Brain Capital: Rückzahlungen beginnen nach Angaben der Schule erst ab einem Bruttojahreseinkommen von 30.000 Euro, der Anteil liegt bei höchstens 12 Prozent des Bruttoeinkommens, und die Gesamtsumme ist gedeckelt. Wer innerhalb von 24 Monaten nach Abschluss trotz ernsthafter Bemühungen kein Cockpit-Angebot aus der Gruppe erhält, bekommt laut Schule die Hälfte der Ausbildungskosten erstattet. Die Bedingungen ändern sich – prüf sie immer direkt im aktuellen Vertrag.
Wie die einzelnen Ausbildungswege funktionieren und was sie kosten, liest du in Pilot werden: Die Wege ins Cockpit und im Artikel zur ATPL-Ausbildung und ihren Kosten. Was im Auswahlverfahren auf dich zukommt, erklärt DLR-Test und Pilotenauswahl.
Was kostet dich ein einkommensabhängiges Darlehen?
Reine Beispielrechnung ohne Steuern, Laufzeit oder Deckelung. Die verbindlichen Werte stehen in deinem Finanzierungsvertrag.
Gehalt ist nicht alles: was Piloten sonst abwägen
Wer nur aufs Geld schaut, übersieht, was den Beruf ausmacht. Piloten arbeiten im Schichtdienst, mit frühen Briefings, Nächten im Hotel und Umläufen über Wochenenden und Feiertage. Regelmäßige Checks im Simulator gehören dazu, und die Tauglichkeit muss in festen Abständen erneuert werden. Geht sie verloren, steht im schlimmsten Fall die Karriere auf dem Spiel – ein Risiko, das kein Tarifvertrag vollständig auffängt.
Dazu kommen Faktoren, die sich schwer in Euro ausdrücken lassen: die Wahl zwischen Kurzstrecke mit vielen Landungen und Langstrecke mit langen Abwesenheiten, die Basis, an der du stationiert bist, und die Frage, wie gut sich Teilzeit realisieren lässt. Teilzeitmodelle sind im Cockpit verbreitet – der erwähnte Streit um Mehrflugstunden zeigt, dass sie auch beim Gehalt Fragen aufwerfen.
Zum Vergleich lohnt der Blick auf andere Berufe am Flughafen: Fluglotse werden, Flugbegleiter werden oder ein Job in der Vorfeldkontrolle haben eigene Tarifwelten und Anforderungen.
Gehaltsangaben richtig lesen: worauf du achten musst
- Quelle prüfen. Gehaltsportale und Foren mischen Einstiegswerte, Durchschnitte und Spitzengehälter. Belastbarer sind Tarifinformationen der Airline, Auskünfte der Vereinigung Cockpit an Mitglieder und seriöse Medienberichte mit klarer Bezugsgröße.
- Flugbetrieb genau benennen. „Lufthansa“ kann Kernmarke, Tochter oder neuer Flugbetrieb heißen. Frag im Bewerbungsprozess, welcher Arbeitgeber und welcher Tarifvertrag konkret gelten.
- Gesamtpaket betrachten. Altersversorgung, Übergangsversorgung, Spesen und Gewinnbeteiligung können den Unterschied zwischen zwei Angeboten größer machen als das Grundgehalt.
- Zeitpunkt beachten. Gehälter ändern sich mit jeder Tarifrunde. Eine Zahl von vor fünf Jahren sagt wenig über heute.
- Senioritätsfolgen einplanen. Ein Wechsel zu einer besser zahlenden Airline kann bedeuten, beim Aufstieg zum Kapitän wieder von vorn anzufangen.
- Finanzierung gegenrechnen. Zieh von deinem erwarteten Einkommen die Rückzahlung der Ausbildung ab – realistisch, nicht optimistisch.
Ein Cockpit-Angebot auf dem Tisch?
- Ich weiß, bei welchem Flugbetrieb ich angestellt werde und welcher Tarifvertrag gilt.
- Ich kenne meine Einstiegsstufe und wie sich das Gehalt in den ersten Jahren entwickelt.
- Ich weiß, wie Mehrflugstunden, Spesen und eventuelle Gewinnbeteiligung geregelt sind.
- Ich habe mir die Regeln zur Altersversorgung erklären lassen.
- Ich kenne meine Basis und die typischen Umläufe.
- Ich habe die Rückzahlung meiner Ausbildung gegengerechnet.
Was Spotter davon haben
Für Planespotter ist das Thema mehr als Neugier. Wer weiß, wie Tarifkonflikte ablaufen, versteht, warum an manchen Tagen plötzlich die halbe Lufthansa-Flotte am Boden steht – und warum an solchen Tagen an der Aussichtsplattform Zeppelinheim oder am Besucherhügel München ganz andere Motive warten: lange Reihen geparkter Jets statt dichter Anflugwellen. Was an normalen Tagen die Hub-Wellen in Frankfurt und München ausmacht, wird dann besonders deutlich, wenn sie fehlen.
Und vielleicht ist der Artikel für dich ja auch ein Baustein der eigenen Berufsentscheidung. Dann lohnt sich der Blick in die Planespotting-Guides für Frankfurt und München – dort siehst du die Cockpits, um die es hier geht, aus nächster Nähe.
Teil deine Sichtungen mit der Community
Poste deine Fotos mit Typ, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot, sammle Likes und Kommentare und tausch dich in Chats mit anderen Spottern aus – vielleicht landet dein Bild als Foto der Woche ganz oben. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Was Piloten verdienen, lässt sich nicht in einer Zahl beantworten. Die Spanne reicht vom Einsteiger mit Ausbildungskredit bis zum erfahrenen Langstreckenkapitän im Konzerntarif, und dazwischen liegen viele Tarifwerke mit eigenen Regeln. Entscheidend sind Arbeitgeber, Funktion, Dienstjahre und das Gesamtpaket aus Zulagen und Altersversorgung. Die Tarifkonflikte der vergangenen Jahre zeigen, dass diese Pakete regelmäßig neu verhandelt werden – und dass Rente und Versorgung dabei mindestens so umkämpft sind wie das Grundgehalt.
Kurzfazit
Pilotengehälter in Deutschland werden pro Flugbetrieb in Tarifverträgen mit der Vereinigung Cockpit geregelt. Spitzenwerte wie die rund 235.000 Euro Durchschnitt bei Lufthansa gelten nur für den Konzerntarif und umfassen alle Dienstjahre. Rechne beim Einstieg mit deutlich weniger, zieh die Ausbildungskosten ab und vergleiche Angebote immer als Gesamtpaket.
Zusammenfassung
- Pilotengehälter in Deutschland werden überwiegend in Tarifverträgen geregelt, die die Vereinigung Cockpit mit den einzelnen Flugbetrieben aushandelt.
- Innerhalb einer Gruppe wie der Lufthansa Group gelten je nach Flugbetrieb unterschiedliche Tarifwerke – der Konzerntarif der Kernmarke liegt dabei traditionell an der Spitze.
- Das Einkommen setzt sich aus Grundvergütung, Funktions- und Dienstjahresstufen, Zulagen, Spesen, teils Gewinnbeteiligung und Altersversorgung zusammen.
- Die großen Tarifkonflikte der vergangenen Jahre drehten sich um Gehaltserhöhungen, betriebliche Renten und Übergangsversorgung – oft mit Streiks, die Spotter am leeren Vorfeld bemerkt haben.
Häufige Fragen
Wie viel verdient ein Pilot in Deutschland?
Das hängt stark vom Arbeitgeber und von deiner Laufbahn ab. Für die Lufthansa nannte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung für 2025 einen Durchschnitt von rund 235.000 Euro brutto im Jahr inklusive Mehrflügen und Gewinnbeteiligung. Bei Tochtergesellschaften, Ferienfliegern, Regionalairlines oder Low-Cost-Basen liegen die Gehälter oft deutlich darunter, und Einsteiger verdienen überall erheblich weniger als erfahrene Kapitäne.
Verdient ein Kapitän mehr als ein Copilot?
Ja. Der Kapitän trägt die Verantwortung für den Flug und wird in einer höheren Vergütungsgruppe eingestuft. In vielen Tarifverträgen gibt es dazwischen noch Zwischenstufen wie den Senior First Officer. Wann du zum Kapitän aufsteigst, hängt meist von Senioritätsliste, Bedarf und Stunden ab.
Wer handelt die Pilotengehälter aus?
In Deutschland vertritt die Vereinigung Cockpit die Piloten tariflich. Der 1969 gegründete Berufsverband arbeitet seit 2000 als eigenständige Gewerkschaft, hat rund 10.000 Mitglieder und wird von nahezu allen deutschen Fluggesellschaften als Tarifpartner anerkannt. Verhandelt wird jeweils mit dem einzelnen Flugbetrieb.
Warum verdienen Piloten bei verschiedenen Lufthansa-Töchtern unterschiedlich?
Weil nicht jeder Flugbetrieb der Gruppe unter denselben Tarifvertrag fällt. Eurowings etwa ist nicht vom Lufthansa-Konzerntarif erfasst, und der Ausbau solcher Flugbetriebe war schon in früheren Tarifkonflikten ein Thema. Neue Flugbetriebe der Gruppe starten oft mit eigenen, günstigeren Tarifstrukturen.
Was sind Mehrflugstunden?
Tarifverträge legen fest, ab welcher Zahl von Blockstunden im Monat oder Jahr zusätzliche Vergütung fällig wird. Wer darüber hinaus fliegt, bekommt einen Zuschlag. Wie diese Grenze bei Teilzeitkräften zu berechnen ist, beschäftigt aktuell sogar Gerichte: Das Landesarbeitsgericht München entschied 2025 im Fall eines CityLine-Piloten, dass Teilzeitkräfte durch eine einheitliche Auslösegrenze benachteiligt wurden.
Wie lange arbeiten Piloten?
Nach EU-Recht dürfen Piloten im gewerblichen Luftverkehr bis zum Alter von 65 Jahren fliegen. Wann jemand tatsächlich aufhört, hängt auch von Tarifregeln zur Übergangsversorgung und von der persönlichen Tauglichkeit ab.
Lohnt sich die teure Ausbildung finanziell?
Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Einer Ausbildung für sechsstellige Beträge steht ein Einkommen gegenüber, das je nach Arbeitgeber, Arbeitsmarkt und Karriereverlauf sehr unterschiedlich ausfällt. Rechne mit realistischen Einstiegsgehältern statt mit Spitzenwerten und plane ein, dass die Einstellungslage schwanken kann.
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