Flugfunk in Videos veröffentlichen: Was in DE, AT und CH gilt

Tower-Funk unter dem Landeanflug wirkt professionell, ist rechtlich aber heikel. Was das deutsche TDDDG, das österreichische TKG 2021 und die Lage in der Schweiz für Videos, Livestreams und Shorts bedeuten – und welche Alternativen funktionieren.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202611 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Veröffentlichen ist das größere Problem als Hören: In Deutschland verbietet § 5 Absatz 2 TDDDG, Inhalt und sogar die Tatsache des Empfangs nicht für dich bestimmter Funknachrichten weiterzugeben – auch bei zufälligem Empfang.
  • Ein Video ist eine Mitteilung: Eine Funk-Tonspur auf YouTube, im Livestream oder in einem Short erreicht beliebig viele Menschen. Genau das erfasst das Weitergabeverbot.
  • Österreich ist ähnlich streng: § 161 Absatz 4 TKG 2021 untersagt, unbeabsichtigt empfangene Nachrichten aufzuzeichnen, anderen mitzuteilen oder zu verwerten. Aufnahmen sind zu löschen.
  • Schweiz: keine Freigabe bekannt: Auch dort ist der Fernmeldeverkehr geschützt. Eine ausdrückliche Erlaubnis, Flugfunk in Videos zu verwenden, gibt es nicht – im Zweifel weglassen.
  • Gute Videos brauchen keinen Funk: Originalton vom Spot, Einblendungen mit Typ, Kennzeichen und Rufzeichen aus ADS-B-Daten und eine klare Bildsprache tragen einen Clip mindestens genauso gut.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die kurze Antwort
  2. 2.Warum Flugfunk kein „öffentlicher Ton“ ist
  3. 3.Deutschland: Das Weitergabeverbot ist eindeutig
  4. 4.Österreich: Aufzeichnen, Mitteilen und Verwerten untersagt
  5. 5.Schweiz: geschützter Fernmeldeverkehr, keine Freigabe
  6. 6.Ländervergleich auf einen Blick
  7. 7.Sonderfälle, die Spotter oft fragen
  8. 8.So wird dein Video auch ohne Funk stark
  9. 9.Worauf du sonst noch achten solltest
  10. 10.Fazit

Der A350 setzt auf, die Reverser brüllen – und darunter knistert die Stimme des Lotsen: „cleared to land“. Viele Spotting-Videos auf YouTube arbeiten genau mit diesem Effekt, und er wirkt. Wer im deutschsprachigen Raum filmt und hochlädt, bewegt sich damit allerdings auf dünnem Eis. Flugfunk in Videos zu veröffentlichen ist in Deutschland ausdrücklich verboten, in Österreich ähnlich streng geregelt und in der Schweiz zumindest nicht freigegeben. Dieser Guide erklärt dir, warum das so ist, wo die Unterschiede zwischen den drei Ländern liegen und wie deine Clips auch ohne Tower-Ton funktionieren.

Keine Rechtsberatung

Dieser Artikel ordnet die Rechtslage allgemein ein und ersetzt keine juristische Prüfung im Einzelfall. Gesetze und ihre Auslegung können sich ändern. Wenn du unsicher bist, frag bei der zuständigen Behörde oder bei einer Anwältin bzw. einem Anwalt nach.

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Die kurze Antwort

Wenn du Videos in Deutschland, Österreich oder der Schweiz veröffentlichst, lass den Flugfunk weg. In Deutschland verbietet § 5 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG) nicht nur das Abhören von Funknachrichten, die nicht für dich bestimmt sind, sondern ausdrücklich auch deren Weitergabe – und zwar selbst dann, wenn du sie nur zufällig empfangen hast. In Österreich untersagt § 161 Absatz 4 des Telekommunikationsgesetzes 2021, solche Nachrichten aufzuzeichnen, anderen mitzuteilen oder zu verwerten. Für die Schweiz ist keine Regel bekannt, die das Veröffentlichen von Flugfunk erlauben würde. Ein YouTube-Video, ein Livestream oder ein Short mit Funk-Tonspur ist in allen drei Fällen die riskanteste Variante.

§ 5 TDDDGAbhör- und Weitergabeverbot in Deutschland
§ 161 TKGKommunikationsgeheimnis in Österreich (TKG 2021)
2 JahreHöchststrafe nach § 27 TDDDG bei vorsätzlichem Verstoß

Warum Flugfunk kein „öffentlicher Ton“ ist

Technisch ist der Flugfunk leicht zu empfangen: Er läuft im VHF-Band zwischen etwa 118 und 137 MHz in Amplitudenmodulation, und ein einfacher Scanner oder ein SDR-Stick reicht dafür. Wie das im Detail funktioniert, erklären die Artikel Flugfunk-Frequenzen verstehen und Flugfunk mit SDR-Stick empfangen.

Rechtlich zählt aber nicht, wie leicht etwas zu empfangen ist, sondern für wen die Nachricht bestimmt ist. Rundfunk richtet sich an die Allgemeinheit, Amateurfunk an Funkamateure. Der Flugfunk dagegen ist Arbeitskommunikation zwischen Flugsicherung und Cockpit. Er dient der Sicherheit des Luftverkehrs und richtet sich an die Beteiligten, nicht an Zuschauer am Zaun oder vor dem Bildschirm. In Deutschland unterliegt er dem Fernmeldegeheimnis; wer ein Sprechfunkzeugnis besitzt, ist zur Verschwiegenheit über den Funkverkehr verpflichtet.

Für Videomacher ist dieser Unterschied entscheidend. Selbst wer die Frage, ob schon das Mithören erlaubt ist, für eine Grauzone hält, kommt beim Veröffentlichen nicht daran vorbei: Ein Video auf YouTube erreicht eine unbestimmte Zahl von Menschen. Genau diese Weitergabe wollen die Gesetze verhindern.

Deutschland: Das Weitergabeverbot ist eindeutig

Was § 5 TDDDG regelt

Das Abhörverbot stand früher im Telekommunikationsgesetz, seit Ende 2021 steht es im TTDSG, das inzwischen TDDDG heißt. Absatz 1 erlaubt, mit einer Funkanlage nur Nachrichten abzuhören, die für den Betreiber der Anlage, für Funkamateure, für die Allgemeinheit oder für einen unbestimmten Personenkreis bestimmt sind. Die Hintergründe dazu findest du im Artikel Flugfunk hören: Technik und Rechtslage in Deutschland.

Für Videos ist Absatz 2 der Kern: Den Inhalt anderer Nachrichten und sogar die Tatsache ihres Empfangs darfst du anderen nicht mitteilen. Das gilt ausdrücklich auch dann, wenn du die Nachricht unbeabsichtigt empfangen hast. Ein „Ich hatte den Scanner nur zufällig an“ hilft also nicht weiter, sobald die Aufnahme online steht.

Was das konkret für deine Inhalte heißt

Übertragen auf die Spotting-Praxis bedeutet das:

  • keine Tower-, Rollkontroll- oder Anflugfrequenz als Tonspur unter Start- und Landevideos,
  • kein Livestream vom Spot, in dem ein Scanner mitläuft,
  • keine Untertitel, die mitgehörten Funkverkehr wiedergeben („Der Lotse hat gerade die Bahn gewechselt“),
  • keine Shorts oder Reels mit Funk-Ausschnitten, auch nicht als kurzer Effekt.

Der dritte Punkt wird gern übersehen: Das Verbot betrifft den Inhalt der Nachricht, nicht nur den Ton. Wer Gehörtes abtippt oder nacherzählt, teilt es ebenfalls mit.

Was droht

§ 27 TDDDG stellt sowohl das verbotene Abhören als auch die verbotene Mitteilung unter Strafe. Bei vorsätzlichem Handeln reicht der Rahmen bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Wie oft so etwas verfolgt wird, ist eine andere Frage – ein öffentlich abrufbares Video ist aber ein dauerhaft dokumentierter Beleg, und ein Kanal mit vielen solcher Clips sammelt das Risiko gleich mit.

Unproblematisch im Video

  • Originalton vom Spot: Triebwerke, Reverser, Wind
  • Einblendungen zu Typ, Kennzeichen, Airline und Rufzeichen
  • Angaben aus ADS-B-Daten und öffentlichen Wettermeldungen
  • Selbst gesprochener Kommentar zu dem, was du siehst

Rechtlich heikel oder verboten

  • Mitgeschnittener Tower- oder Anflugfunk als Tonspur
  • Livestream mit laufendem Scanner
  • Abgetippte oder nacherzählte Funkinhalte in Untertiteln
  • Funk eines Nachbar-Scanners, der im Ton mitläuft

Österreich: Aufzeichnen, Mitteilen und Verwerten untersagt

In Österreich gilt das Telekommunikationsgesetz 2021. Der für Funkempfang zentrale Absatz steht in § 161, der das Kommunikationsgeheimnis regelt. Nach Absatz 4 gilt: Empfängt eine Funkanlage, ein Endgerät oder eine sonstige technische Einrichtung unbeabsichtigt Nachrichten, die nicht für sie oder ihren Nutzer bestimmt sind, dürfen weder der Inhalt noch die Tatsache des Empfangs aufgezeichnet, unbefugten Personen mitgeteilt oder für irgendwelche Zwecke verwertet werden. Bereits aufgezeichnete Nachrichten sind zu löschen oder anders zu vernichten.

Für Spotting-Videos ist das deutlich: Schon das Aufzeichnen des Funks fällt unter das Verbot, die Veröffentlichung auf YouTube erst recht. Auch das „Verwerten für irgendwelche Zwecke“ ist weit gefasst – ein monetarisierter Kanal, der mit Funk-Ton Reichweite gewinnt, passt da kaum hinein.

Wer am Spotterhügel in Wien oder auf der Besucherterrasse am Flughafen Wien filmt, sollte also genauso konsequent auf Funk im Video verzichten wie in Deutschland. Mehr zum Spotten am größten Flughafen Österreichs findest du im Planespotting-Guide Wien-Schwechat und auf der Seite zum Flughafen Wien.

Den richtigen Spot fürs nächste Video finden

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Schweiz: geschützter Fernmeldeverkehr, keine Freigabe

Die Schweiz hat ihr eigenes Fernmelderecht. Die Bundesverfassung schützt in Artikel 13 ausdrücklich den Fernmeldeverkehr als Teil der Privatsphäre, und das Fernmeldegesetz verpflichtet alle, die mit fernmeldetechnischen Aufgaben betraut sind, zur Wahrung des Fernmeldegeheimnisses. Eine Vorschrift, die Privatpersonen erlauben würde, Flugfunk aufzunehmen und öffentlich zu verbreiten, ist uns nicht bekannt.

Weil die Details für Privatpersonen weniger eindeutig nachzulesen sind als in Deutschland und Österreich, gilt für die Praxis eine einfache Regel: Kein Funk im Video, auch nicht von Spots wie dem Butzenbüel in Zürich, der Zuschauerterrasse B oder der Aussichtsterrasse in Genf. Wer es für ein konkretes Projekt genau wissen will, fragt beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) nach. Tipps für die Spots findest du in den Guides für Zürich und Genf.

Ländervergleich auf einen Blick

Frage Deutschland Österreich Schweiz
Zentrale Vorschrift § 5 TDDDG § 161 Abs. 4 TKG 2021 Fernmeldegeheimnis (BV Art. 13, FMG)
Aufzeichnen von Flugfunk im Rahmen des Abhörverbots heikel ausdrücklich untersagt, Aufnahmen löschen keine Freigabe bekannt
Weitergabe/Veröffentlichung ausdrücklich verboten, auch bei Zufallsempfang ausdrücklich verboten keine Freigabe bekannt
Strafrahmen bis 2 Jahre oder Geldstrafe (§ 27 TDDDG) nicht Gegenstand dieses Artikels nicht Gegenstand dieses Artikels
Praxisempfehlung kein Funk im Video kein Funk im Video kein Funk im Video

Sonderfälle, die Spotter oft fragen

Funk aus Online-Streams

Portale wie LiveATC übertragen Flugfunk von Flughäfen in vielen Ländern; deutsche Frequenzen sind dort wegen des Fernmeldegeheimnisses in aller Regel nicht vertreten. Ob ein ausländischer Stream rechtlich unbedenklich gehört werden darf, ist eine Sache – ihn als Tonspur in dein Video zu übernehmen, eine ganz andere. Dabei spielen das Recht des Herkunftslandes, die Nutzungsbedingungen des Portals und das Recht des Landes, in dem du veröffentlichst, zusammen. Eine pauschale Freigabe gibt es nicht. Wie die Portale funktionieren, beschreibt der Artikel Flugfunk online hören.

Der Scanner des Nachbarn

Am Zaun steht oft jemand mit Handscanner, und das Mikrofon deiner Kamera nimmt alles auf. Nach deutschem Recht schützt dich der Zufall nicht vor dem Weitergabeverbot. Prüf deinen Ton vor dem Upload und schalte solche Stellen stumm oder ersetze sie durch sauberen Originalton aus einer anderen Szene.

Videos aus dem Ausland

Filmst du in den USA oder Großbritannien, gilt dort das jeweilige Landesrecht, und das kann großzügiger oder strenger sein. Hochladen tust du aber von zu Hause, und deine Zuschauer sitzen vor allem im DACH-Raum. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt den Funk auch bei Auslandsvideos weg. Grundsätzliches zum Spotten jenseits der Grenze steht im Artikel Spotten im Ausland.

Nachgesprochener Funk

Manche Kanäle erklären Phraseologie, indem sie Funksprüche selbst nachsprechen. Das ist etwas anderes als ein Mitschnitt, solange du keinen echten, mitgehörten Funkverkehr wiedergibst, sondern allgemeine Beispiele wie aus einem Lehrbuch verwendest. Kennzeichne solche Passagen klar als Erklärung. Für den Einstieg in die Sprache helfen die Artikel ICAO-Buchstabieralphabet und Englisch oder Deutsch im Flugfunk.

So wird dein Video auch ohne Funk stark

Die gute Nachricht: Funk ist Würze, kein Hauptgericht. Die erfolgreichsten Spotting-Clips leben von Bild, Ton und Timing.

1. Originalton ernst nehmen

Ein guter Triebwerkssound ersetzt jeden Tower-Ton. Mit Windschutz und externem Mikrofon klingt ein Start deutlich voller. Wie das geht, erklärt Triebwerkssound aufnehmen.

2. Daten als Einblendung

Blende Typ, Kennzeichen, Airline, Rufzeichen und Piste als Text ein. Diese Infos holst du dir legal aus ADS-B-Daten – Hintergründe in Flugverfolgung mit ADS-B und ADS-B-Daten und Rechtslage.

3. Eigener Kommentar

Sprich selbst ein, was du siehst: Warum diese Maschine selten ist, welche Betriebsrichtung gerade läuft, was die Livery besonders macht. Das ist persönlicher als jeder Funkspruch.

4. Bild und Schnitt

Saubere Kameraführung, ruhiges Bild und ein guter Rhythmus im Schnitt halten Zuschauer länger als jede Tonspur. Tipps dazu in Bildgestaltung bei Flugzeugvideos und Videoschnitt für Spotter.

5. Musik nur mit Lizenz

Wer statt Funk Musik unterlegt, tauscht ein Rechtsproblem leicht gegen ein anderes. Was hier gilt, steht in Musik und Rechte in Spotting-Videos.

Auch für Livestreams gilt: Ein ruhiger Stream mit Originalton, eingeblendeten Flugdaten und Chat-Moderation funktioniert ohne Scanner. Worauf du technisch und rechtlich achten solltest, erklärt Planespotting live streamen. Und wer gerade einen Kanal aufbaut, findet Struktur und Ideen im Artikel Einen Planespotting-YouTube-Kanal starten sowie praktische Drehtipps in Planespotting-Videos drehen.

Ist dein Video upload-bereit?

Hak ab, was auf dein aktuelles Video zutrifft – am Ende siehst du, ob du es bedenkenlos hochladen kannst.

  • Im Ton ist kein Flugfunk zu hören, auch nicht im Hintergrund.
  • Untertitel und Einblendungen geben keine mitgehörten Funkinhalte wieder.
  • Flugdaten im Video stammen aus ADS-B, Flugplänen oder eigener Beobachtung.
  • Verwendete Musik ist lizenziert oder ausdrücklich freigegeben.
  • Ich habe den Ton vor dem Upload komplett durchgehört.
  • Bei Livestreams läuft kein Scanner in Mikrofonnähe.

Worauf du sonst noch achten solltest

  • Alte Videos prüfen. Hast du früher Clips mit Funk-Ton hochgeladen, lohnt sich ein Blick ins Archiv. Ton ersetzen oder Video auf privat stellen ist schnell erledigt.
  • Kooperationen absprechen. Drehst du mit anderen Spottern, kläre vorher, dass niemand einen Scanner offen laufen lässt.
  • Personen im Bild beachten. Neben dem Ton zählt auch das Bild: Wer erkennbar im Video auftaucht, hat eigene Rechte. Mehr dazu in Personen auf Spotterfotos.
  • Logos und Marken. Airline-Logos auf dem Rumpf sind in Spotting-Videos Alltag; was bei kommerzieller Nutzung gilt, erklärt Markenrecht und Airline-Logos.
  • Hausrecht respektieren. Gefilmt wird an öffentlichen Spots oder dort, wo der Betreiber es erlaubt – siehe Hausrecht des Flughafenbetreibers.

Deine Clips, deine Sichtungen, deine Community

Poste deine Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot, sammle sie im Hangar und tausch dich in der Community über Likes, Kommentare und Chats aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Funk unter dem Landeanflug klingt nach Profi-Video, ist im DACH-Raum aber eine schlechte Idee. Deutschland verbietet mit § 5 Absatz 2 TDDDG ausdrücklich, nicht für dich bestimmte Funknachrichten weiterzugeben – auch bei zufälligem Empfang –, und § 27 TDDDG knüpft daran eine Strafdrohung. Österreich untersagt in § 161 Absatz 4 TKG 2021 schon das Aufzeichnen und verlangt, Aufnahmen zu löschen. In der Schweiz ist der Fernmeldeverkehr geschützt, eine Freigabe für Videos gibt es nicht. Wer starke Clips will, setzt auf Originalton, saubere Bilder und legal beschaffte Flugdaten als Einblendung.

Kurzfazit

Kein Flugfunk in Videos, Livestreams oder Shorts – weder als Tonspur noch als Untertitel. Mit Triebwerkssound, eigenem Kommentar und Daten aus ADS-B machst du dein Video mindestens genauso spannend und bleibst in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf der sicheren Seite.

Zusammenfassung

  • Flugfunk ist Kommunikation zwischen Flugsicherung und Cockpit, kein Rundfunk für die Allgemeinheit. Wer ihn in Videos einbaut, gibt Nachrichten weiter, die nicht für ihn bestimmt sind.
  • Deutschland: § 5 TDDDG verbietet Abhören und Weitergabe, § 27 TDDDG droht bei Vorsatz bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe an.
  • Österreich: § 161 Absatz 4 TKG 2021 verbietet Aufzeichnen, Mitteilen und Verwerten unbeabsichtigt empfangener Nachrichten; aufgezeichnete Nachrichten müssen gelöscht werden.
  • Schweiz und ausländische Streams: Eine verlässliche Freigabe für die Veröffentlichung gibt es nicht. Wer im DACH-Raum Videos hochlädt, fährt mit Videos ohne Funk-Ton am sichersten.

Häufige Fragen

Darf ich Flugfunk in mein YouTube-Video einbauen?

In Deutschland nicht. § 5 Absatz 2 TDDDG verbietet, den Inhalt nicht für dich bestimmter Funknachrichten und sogar die Tatsache ihres Empfangs anderen mitzuteilen. Ein öffentliches Video mit Tower- oder Anflugfunk ist genau so eine Mitteilung. In Österreich untersagt § 161 Absatz 4 TKG 2021 ebenfalls das Aufzeichnen und Weitergeben solcher Nachrichten. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

Was ist, wenn der Funk nur zufällig im Hintergrund zu hören ist?

Das ändert nach deutschem Recht nichts: Das Weitergabeverbot gilt ausdrücklich auch dann, wenn der Empfang unbeabsichtigt war. Läuft etwa der Scanner eines anderen Spotters neben dir und ist im Video hörbar, solltest du diese Passage stumm schalten oder den Ton ersetzen.

Darf ich Funk aus einem Online-Stream wie LiveATC verwenden?

Davon ist abzuraten. Die Streams stammen meist aus dem Ausland, und ob das dortige Recht das Weiterverbreiten erlaubt, ist eine eigene Frage. Hinzu kommen die Nutzungsbedingungen der Plattform, die du vor jeder Verwendung prüfen musst. Für Videos, die du in Deutschland, Österreich oder der Schweiz veröffentlichst, gibt es keine verlässliche Freigabe – weglassen ist der sichere Weg.

Welche Strafe droht in Deutschland?

§ 27 TDDDG stellt das verbotene Abhören und die verbotene Mitteilung unter Strafe. Bei Vorsatz sind Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe möglich. Daneben kann ein Video auch über Plattform-Meldungen entfernt werden.

Darf ich als Inhaber eines BZF oder AZF Funk in Videos verwenden?

Ein Sprechfunkzeugnis berechtigt zur Teilnahme am Flugfunk im Rahmen des Flugbetriebs, nicht zur Veröffentlichung. Inhaber sind vielmehr zur Wahrung des Fernmeldegeheimnisses verpflichtet. Für YouTube-Videos ändert das Zeugnis also nichts.

Wie mache ich mein Spotting-Video ohne Funk spannend?

Setz auf guten Originalton vom Spot, also Triebwerke, Reverser und Wind, und blende Informationen wie Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Rufzeichen als Text ein. Diese Daten bekommst du legal aus ADS-B-Diensten und Flugplänen. Ein sauberer Schnitt und eine klare Bildgestaltung machen mehr aus als jede Tonspur aus dem Tower.

PT

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