Das Wichtigste in Kürze
- Die Atlantic ist ein europäisches NATO-Projekt: Breguet setzte sich Ende der 1950er-Jahre im Wettbewerb um einen Neptune-Nachfolger durch, gebaut wurde im Konsortium SECBAT mit Partnern aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Belgien.
- Schnellster Erkennungsweg: zwei große Turboprops, ein hoher Rumpf mit Achter-Querschnitt und ein Stachel am Heck.
- Deutsche Marine: 20 Atlantic flogen ab 1966 beim Marinefliegergeschwader 3 in Nordholz. Die U-Boot-Jäger wurden 2005/2006 durch die P-3C Orion ersetzt, die letzte Atlantic in der Version zur Fernmeldeaufklärung flog am 20. Juni 2010.
- Die Atlantique 2 ist die modernisierte zweite Generation mit neuer Elektronik. Frankreich hat 28 Exemplare gebaut und fliegt sie bis heute.
- Für Spotter in Deutschland ist die Atlantic heute ein Museumsflugzeug – unter anderem in Nordholz, Berlin-Gatow und Friedrichshafen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Atlantic?
- 2.Aufbau: ein Rumpf wie eine Acht
- 3.Die Atlantic bei der Deutschen Marine
- 4.Weitere Betreiber der ersten Generation
- 5.Atlantique 2: die zweite Generation
- 6.So erkennst du die Atlantic in drei Schritten
- 7.Atlantic, Orion, Poseidon oder Transall?
- 8.Wo du die Atlantic heute siehst
- 9.Fototipps für die Atlantic
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Breguet (heute Dassault Aviation), gebaut im europäischen Konsortium SECBAT |
|---|---|
| Rolle | Seefernaufklärer und U-Boot-Jäger, in Deutschland zusätzlich Fernmelde- und Elektronikaufklärer |
| Ausschreibung | NATO-Wettbewerb Ende der 1950er-Jahre als Nachfolger der Lockheed P2V Neptune |
| Erstflug Atlantic | 21. Oktober 1961 in Toulouse |
| Erstflug Atlantique 2 | 8. Mai 1981 (umgebaute Atlantic) |
| Gebaut | 115 Maschinen: 87 Serien-Atlantic plus 4 Prototypen, dazu 28 Atlantique 2 |
| Triebwerke | 2 × Rolls-Royce Tyne RTy.20 Mk 21, Vierblatt-Propeller von Ratier |
| Länge | rund 31,7 m |
| Spannweite | rund 36,3 m (Atlantique 2 je nach Quelle bis 37,4 m) |
| Max. Startgewicht | rund 43 t (Atlantic), rund 46 t (Atlantique 2) |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 650 km/h |
| Besatzung | in der Regel 12 bis 13 |
| Deutsche Marine | 20 Maschinen (61+01 bis 61+20) beim Marinefliegergeschwader 3 in Nordholz, letzter Flug am 20. Juni 2010 |
| Heutiger Betreiber | Marine nationale (Frankreich), Flottillen 21F und 23F in Lann-Bihoué |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Nur zwei Triebwerke, aber große Rolls-Royce-Tyne-Turboprops mit Vierblatt-Propellern
- Rumpfquerschnitt wie eine liegende Acht: oben die Kabine, darunter ein eigener Rumpfteil mit Waffenschacht – von der Seite wirkt der Rumpf hoch und zweistöckig
- Mitteldecker: Der lange, gerade Flügel setzt etwa auf halber Rumpfhöhe an, dort, wo sich die beiden Rumpfteile treffen
- Langer MAD-Stachel am Heck für den Magnetanomalie-Detektor
- Hohe, gerade Seitenflosse und langgestreckter, schlanker Rumpf mit wenigen Fenstern
- Deutsche Maschinen trugen auffällig lange Behälter an den Flügelspitzen für die elektronische Aufklärung
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein grauer Zweimot mit hohem, fast bauchigem Rumpf, langen geraden Flügeln und einem Stachel am Heck: Das ist die Breguet Atlantic oder ihre Nachfolgerin, die Dassault Atlantique 2. Über vier Jahrzehnte war sie einer der wichtigsten Seefernaufklärer Westeuropas, für die Deutsche Marine flog sie von Nordholz aus bis 2010. In Frankreich ist die Atlantique 2 bis heute im Einsatz. Hier erfährst du, wie das europäische Gemeinschaftsprojekt entstand, woran du die Atlantic sicher erkennst, wie du sie von Orion und Poseidon trennst und wo du sie heute noch siehst.
Atlantic im Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Atlantic-Sichtung mit Foto, Kennung, Betreiber und Ort fest – ob im Museum oder in der Luft – und hakst den Typ in deinem Hangar ab. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Atlantic?
Die Atlantic ist ein zweimotoriger Seefernaufklärer mit Turboprop-Antrieb. Ihr Job: viele Stunden über dem Meer patrouillieren, Schiffe und U-Boote aufspüren, verfolgen und notfalls bekämpfen. Dazu kommen Seenotrettung, Überwachung von Seewegen und in einigen Versionen das Abhören elektronischer Signale.
Ihre Entstehung ist ein frühes Beispiel europäischer Rüstungszusammenarbeit. Ende der 1950er-Jahre suchte die NATO einen gemeinsamen Nachfolger für die amerikanische Lockheed P2V Neptune, die damals bei vielen Marinen flog. Den Wettbewerb gewann der französische Hersteller Breguet mit dem Entwurf Br 1150. Gebaut wurde das Flugzeug vom eigens gegründeten Konsortium SECBAT, in dem Firmen aus vier Ländern zusammenarbeiteten:
- Frankreich: Breguet (mit Endmontage bei Toulouse) und Sud Aviation
- Deutschland: Dornier
- Niederlande: Fokker
- Belgien: SABCA und weitere belgische Firmen
Auch die Triebwerke waren ein europäisches Gemeinschaftswerk: Die Rolls-Royce Tyne wurden in Lizenz unter anderem von Hispano-Suiza, MTU und FN gefertigt, die Vierblatt-Propeller kamen von Ratier. Das gleiche Triebwerk trieb übrigens die Transall C-160 an – ein Grund, warum deutsche Marine- und Luftwaffentechniker mit dem Tyne bestens vertraut waren.
Der Prototyp hob am 21. Oktober 1961 in Toulouse ab. Die ersten Serienflugzeuge gingen Mitte der 1960er-Jahre an Frankreich und Deutschland, bei der französischen Marine begann die Dienstzeit 1965. Bis 1974 entstanden 87 Serienmaschinen der ersten Generation, dazu kamen vier Prototypen. Breguet selbst ging in den folgenden Jahrzehnten in Dassault auf, deshalb läuft die zweite Generation heute unter dem Namen Dassault Aviation.
Aufbau: ein Rumpf wie eine Acht
Das prägende Konstruktionsmerkmal der Atlantic sieht man im Querschnitt: Der Rumpf besteht aus zwei übereinanderliegenden Teilen, ähnlich einer liegenden Acht. Oben sitzt die druckbelüftete, klimatisierte Kabine für die Besatzung und die Bedienkonsolen. Darunter liegt ein eigener Rumpfteil mit dem Waffenschacht, verschlossen von großen Schiebetüren. Darin fanden Torpedos, Wasserbomben oder Minen Platz.
Der Flügel setzt dort an, wo sich beide Rumpfteile treffen. Die Atlantic ist damit ein Mitteldecker – ein Detail, das sie klar von der Orion unterscheidet. Am Heck ragt der Ausleger des Magnetanomalie-Detektors (MAD) heraus. Dazu kamen Abwurfeinrichtungen für Sonarbojen, die ins Wasser fallen und Unterwassergeräusche an das Flugzeug funken.
Die Atlantic war auf Ausdauer gebaut: Missionen über viele Stunden waren Alltag, und die Besatzung umfasste in der Regel zwölf bis dreizehn Personen – zwei Piloten plus Navigatoren, Radar-, Sonar- und Elektronikspezialisten.
Die Atlantic bei der Deutschen Marine
Deutschland bestellte 1963 zusammen mit Frankreich die ersten Serienflugzeuge. Insgesamt erhielt die Marine 20 Atlantic mit den Kennungen 61+01 bis 61+20. Von Januar 1966 an war der Typ beim Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ auf dem Fliegerhorst Nordholz bei Cuxhaven stationiert. Wie diese Kennungen aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zu den Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen.
Fünf Maschinen aus der Bestellung wurden zu Fernmelde- und Elektronikaufklärern umgerüstet. Statt U-Boote zu jagen, sammelten sie Funk- und Radarsignale. Deutsche Atlantic erkennst du auf alten Fotos oft an den langen Behältern an den Flügelspitzen, in denen Antennen zur elektronischen Aufklärung saßen.
Wartung und Kampfwertsteigerung lagen bei Dornier. Die Modernisierung verlief allerdings holprig: Ein amerikanischer Zulieferer konnte die geforderte Elektronik nicht liefern, Dornier musste das System selbst neu entwickeln, und laut Berichten musste dabei ein dreistelliger Millionenbetrag in D-Mark abgeschrieben werden.
Mitte der 2000er-Jahre war die Zeit der U-Boot-Jagd-Atlantic vorbei. Ein Teil der Flotte wurde 2005 auf dem Fliegerhorst Erding zerlegt, und im Juni 2006 übernahm die Lockheed P-3 Orion die Aufgabe – acht gebrauchte Maschinen aus den Niederlanden. Die Elektronikaufklärer flogen weiter. Am 20. Juni 2010 absolvierte die 61+03 beim Tag der offenen Tür in Nordholz den letzten Flug einer deutschen Atlantic. Die Maschine wurde danach zerlegt; ihr Seitenleitwerk blieb in Nordholz als Erinnerungsstück erhalten.
Als Nachfolger für die Fernmeldeaufklärung war ursprünglich die Drohne Euro Hawk vorgesehen. Das Projekt wurde jedoch gestoppt, und die Bundeswehr musste für diese Rolle einen neuen Weg suchen.
Atlantic aus der Nähe
Nordholz ist der Pflichtstopp: Im Aeronauticum steht die 61+14, und am Tor des Fliegerhorsts ist seit Oktober 2009 die 61+06 in einer Sonderlackierung zu sehen. Wenn du Glück hast, erlebst du nebenan die P-8A Poseidon im Platzverkehr – fotografiere aber nur von öffentlich zugänglichen Flächen.
Weitere Betreiber der ersten Generation
Neben Frankreich und Deutschland flog die Atlantic bei drei weiteren Ländern:
| Betreiber | Anzahl | Zeitraum | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Frankreich | 40 bestellt | ab 1965, Atlantic 1 bis 1996 | Ersetzt durch die Atlantique 2 |
| Deutschland | 20 | 1966 bis 2010 | Fünf als Elektronikaufklärer |
| Niederlande | 9 | bis in die 1980er-Jahre | Nach drei Unfällen durch die P-3C ersetzt |
| Italien | 18 | 1972 bis September 2017 | Abgelöst durch eine Seeaufklärer-Version der ATR 72 |
| Pakistan | 3 (gebraucht aus Frankreich) | 1976 bis 2012 | Abgelöst durch die P-3C Orion |
Traurige Bekanntheit erlangte die Atlantic am 10. August 1999: Indische MiG-21 schossen eine Maschine der pakistanischen Marine nahe der Grenze ab, alle 16 Menschen an Bord kamen ums Leben. Die Umstände – ob die Atlantic indischen Luftraum verletzt hatte – blieben zwischen beiden Staaten umstritten.
Italien flog seine Atlantic besonders lange. Erst 2017 endete dort die Dienstzeit, als ein Seeaufklärer auf Basis der ATR 72 übernahm – eine Zwischenlösung, die zeigt, wie eng Turboprop-Airliner und Militärflugzeuge heute verwandt sind. Die zivile Basis kennst du von der ATR 72-600.
Atlantique 2: die zweite Generation
Ende der 1970er-Jahre brauchte Frankreich einen Nachfolger für seine eigene Atlantic-Flotte. Statt ein neues Flugzeug zu entwickeln, baute Dassault-Breguet die bewährte Zelle mit neuer Elektronik weiter. Unter dem Arbeitsnamen Atlantic Nouvelle Génération (ANG) flog die erste umgebaute Maschine am 8. Mai 1981 in Toulouse-Blagnac. Daraus wurde die Atlantique 2, kurz ATL2.
Zelle und Triebwerke blieben weitgehend gleich, das maximale Startgewicht stieg aber auf rund 46 Tonnen. Komplett neu waren Sensoren, Datenverarbeitung, digitaler Datenbus und das gesamte Waffensystem. Ursprünglich wollte Frankreich 42 Exemplare kaufen, gebaut wurden schließlich 28. Den früheren Dornier-Anteil fertigten dabei die Elbe Flugzeugwerke in Dresden. Ab Anfang der 1990er-Jahre ging der Typ in Dienst.
Standard 6: fit bis in die 2030er-Jahre
2013 beauftragte Frankreich Dassault und Thales mit einer umfassenden Modernisierung namens Standard 6. Der Umfang wuchs später auf 18 Maschinen. Die Pakete umfassen unter anderem:
- ein neues AESA-Radar vom Typ Searchmaster
- einen elektro-optischen Sensorturm (Wescam MX-20)
- neue taktische Konsolen für die Besatzung
- eine neue akustische Auswertung, die auch mit modernen Sonarbojen-Feldern arbeitet
Die erste modernisierte Maschine kam 2019 zurück, die letzte im Februar 2026.
Im Einsatz weit über das Meer hinaus
Die Atlantique 2 ist längst nicht nur U-Boot-Jäger. Seit 2008 kann sie lasergelenkte Bomben tragen und setzte diese in Mali (Operation Serval) und im Irak (Operation Chammal) ein. Dazu kommen lange Überwachungsflüge über Land, bei denen sie Aufklärungsdaten liefert und Angriffe anderer Flugzeuge unterstützt. 2009 war eine Atlantique 2 an der Suche nach Air-France-Flug 447 über dem Südatlantik beteiligt.
Heimat der Flotte ist der Marineflugplatz Lann-Bihoué bei Lorient in der Bretagne mit den Flottillen 21F und 23F. Bis 2011 war die 21F in Nîmes-Garons in Südfrankreich stationiert.
Der Nachfolger steht fest
Anfang 2025 hat das französische Verteidigungsministerium entschieden: Die Atlantique 2 wird in den 2030er-Jahren von einem Seefernaufklärer auf Basis der Airbus A321 abgelöst. Wie die zivile Basis aussieht, zeigt die Seite zur Airbus A321neo.
So erkennst du die Atlantic in drei Schritten
Triebwerke zählen
Zwei große Turboprops mit Vierblatt-Propellern an einem langen, geraden Flügel. Damit fallen Orion und die meisten anderen Seeaufklärer schon raus.
Rumpf von der Seite ansehen
Der Rumpf wirkt hoch und zweigeteilt, der Flügel sitzt auf halber Höhe. Ein Tiefdecker mit rundem Rumpf ist keine Atlantic.
Heck prüfen
Ein langer MAD-Stachel hinter der hohen Seitenflosse bestätigt den Seefernaufklärer. Kennung und Hoheitszeichen klären dann Betreiber und Generation.
Für die Recherche einzelner Maschinen nutzen viele Spotter die Datenbank Scramble. Einen breiteren Überblick über Aufklärungsflugzeuge liefert der Guide AWACS, Seeaufklärer und Aufklärungsflugzeuge erkennen.
Atlantic, Orion, Poseidon oder Transall?
Seeaufklärer und Transporter teilen sich manche Merkmale. Der Finder grenzt in drei Fragen ein.
Schnellbestimmung: Seeaufklärer und Verwandte
Breguet Atlantic / Atlantique 2
Zwei Turboprops, Mitteldecker, Achter-Rumpf und MAD-Stachel – das ist die Atlantic. Fliegt sie, ist es heute praktisch immer eine Atlantique 2 der französischen Marine.
Lockheed P-3 Orion
Vier Turboprops unter einem tief angesetzten Flügel und ein Heckstachel zeigen die Orion, die Nachfolgerin der Atlantic in Deutschland.
Boeing P-8 Poseidon
Zwei Jets und ein Airliner-Rumpf sprechen für die P-8 Poseidon, die heute in Nordholz fliegt.
Transall C-160
Hochdecker mit zwei Tyne-Turboprops und Heckrampe: Das ist die Transall – gleiches Triebwerk wie die Atlantic, aber ein Transporter.
Es spricht für eine Atlantic, wenn …
- zwei große Turboprops an einem langen, geraden Flügel laufen
- der Rumpf hoch und zweistöckig wirkt
- ein Stachel aus dem Heck ragt
- die Maschine Hoheitszeichen der französischen Marine trägt
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur die Unterseite im Überflug siehst – dann zählen vor allem Triebwerke und Flügelform
- lange Behälter an den Flügelspitzen sitzen – das spricht für eine frühere deutsche Maschine, heute also ein Museumsstück
Es ist keine Atlantic, wenn …
- vier Triebwerke zu sehen sind
- der Flügel oben auf dem Rumpf sitzt und eine Heckrampe vorhanden ist
- die Maschine Strahltriebwerke hat
Mehr zur Abgrenzung von Transportern findest du im Beitrag Militärtransporter erkennen.
Wo du die Atlantic heute siehst
Fliegend: Nur noch in Frankreich. Die modernisierten Atlantique 2 sind in Lann-Bihoué stationiert und tauchen gelegentlich bei NATO-Übungen und Flugtagen auch außerhalb Frankreichs auf. Militärische Maschinen senden ihre Daten oft nur lückenhaft; wie du trotzdem den Überblick behältst, zeigt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen.
Im Museum: Hier ist die Ausbeute in Deutschland groß. Viele frühere Marine-Atlantic haben einen Platz in Sammlungen gefunden:
| Kennung | Ort |
|---|---|
| 61+14 | Aeronauticum Nordholz |
| 61+06 | Torwache Fliegerhorst Nordholz (Sonderlackierung) |
| 61+17 | Militärhistorisches Museum Berlin-Gatow |
| 61+04 | Dornier Museum Friedrichshafen |
| 61+05 | Luftfahrtmuseum Rechlin-Lärz |
| 61+12 | Flugwelt Altenburg-Nobitz |
| 61+20 | Nationaal Militair Museum Soesterberg (Niederlande) |
Im Aeronauticum stehen Atlantic und ihre Nachfolgerin, die P-3C 60+01, nebeneinander – ein seltener direkter Generationenvergleich. Die Aufstellungsorte können sich durch Umzüge oder Restaurierungen ändern, prüfe vor dem Besuch die aktuellen Angaben der Museen.
Militärflugplätze haben eigene Regeln
Ob in Nordholz oder in Lann-Bihoué: Militärisches Gelände ist Sperrgebiet, und auch außerhalb des Zauns können Foto- und Aufenthaltsregeln gelten. Was erlaubt ist, fasst der Beitrag Militärflugplätze fotografieren: die Regeln zusammen.
Seltene Gäste nicht verpassen
Setz die Atlantique 2 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine im Anflug gemeldet wird. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Fototipps für die Atlantic
Profil statt Front
Der zweistöckige Rumpf und der Stachel kommen von der Seite am besten zur Geltung. Frontal sieht die Atlantic fast wie ein gewöhnlicher Zweimot aus.
Propeller drehen lassen
Bei fliegenden Maschinen sorgt eine längere Verschlusszeit für eine schöne Propellerscheibe. Die Details stehen im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.
Details im Museum
Am Boden lohnen Nahaufnahmen von Waffenschacht-Türen, Tyne-Gondeln, Kennung und Geschwaderwappen. Sie erzählen die Geschichte der Maschine.
Bereit für deine Atlantic-Tour?
- Ich habe die Öffnungszeiten des Museums geprüft.
- Ich weiß, wo ich am Militärflugplatz fotografieren darf und wo nicht.
- Ich habe Flugtage und Übungen mit möglichen französischen Gästen im Blick.
- Kamera, Akku und Speicherkarte sind vorbereitet.
Weitere Exoten findest du im Guide Seltene Flugzeuge spotten, passende Termine im Überblick Airshows in Europa für Planespotter.
Fazit
Die Atlantic ist ein Stück europäischer Luftfahrtgeschichte: in einem NATO-Wettbewerb entstanden, in vier Ländern gebaut und bei fünf Marinen und Luftwaffen im Dienst. Für deutsche Spotter ist sie eng mit Nordholz verbunden, wo sie über vier Jahrzehnte flog. Fliegend bekommst du sie heute nur noch als modernisierte Atlantique 2 der französischen Marine vor die Linse, und auch die zählt mit dem A321-Nachfolger im Blick ihre letzten Dienstjahre.
Kurzfazit
Zwei Tyne-Turboprops, ein Rumpf wie eine Acht, Mitteldecker und MAD-Stachel: Das ist die Breguet Atlantic. Die Deutsche Marine flog 20 Maschinen in Nordholz bis 2010, Frankreich setzt die Atlantique 2 bis in die 2030er-Jahre ein. In Deutschland findest du sie sicher in Museen wie dem Aeronauticum Nordholz.
Zusammenfassung
- Die Breguet Br 1150 Atlantic flog am 21. Oktober 1961 erstmals und ging ab Mitte der 1960er-Jahre bei Frankreich und Deutschland in Dienst, später auch in den Niederlanden, Italien und Pakistan.
- Die Deutsche Marine betrieb 20 Maschinen in Nordholz; fünf davon wurden zu Fernmelde- und Elektronikaufklärern umgerüstet, die bis Juni 2010 flogen.
- Die Atlantique 2 flog 1981 erstmals, 28 Exemplare gingen an die französische Marine, 18 davon erhielten bis Februar 2026 das Modernisierungspaket Standard 6.
- Als Nachfolger hat Frankreich 2025 einen Seefernaufklärer auf Basis der Airbus A321 ausgewählt.
Häufige Fragen
Ist die Atlantic ein Breguet- oder ein Dassault-Flugzeug?
Beides, je nach Zeitpunkt. Entwickelt hat sie Breguet als Br 1150, gebaut wurde sie im europäischen Konsortium SECBAT. Breguet ging später in Dassault auf, deshalb läuft die zweite Generation heute meist als Dassault Atlantique 2. Mehr zum Unternehmen findest du bei Dassault Aviation.
Was bedeutet der Stachel am Heck?
Darin steckt der Magnetanomalie-Detektor (MAD). Er spürt winzige Störungen im Erdmagnetfeld auf, die ein getauchtes U-Boot aus Stahl verursacht. Der Sensor sitzt weit hinten, damit das Flugzeug selbst die Messung möglichst wenig stört. Den gleichen Stachel trägt auch die P-3 Orion.
Wie lange flog die Atlantic bei der Deutschen Marine?
Bestellt wurden die ersten Maschinen 1963, stationiert war der Typ von Januar 1966 an beim Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz. Die U-Boot-Jagdversion wurde 2005/2006 durch die P-3C Orion abgelöst. Die fünf zu Fernmelde- und Elektronikaufklärern umgebauten Maschinen flogen noch bis 2010; den letzten Flug absolvierte die 61+03 am 20. Juni 2010 beim Tag der offenen Tür in Nordholz.
Wie unterscheide ich Atlantic und P-3 Orion?
Zähl die Triebwerke: Die Atlantic hat zwei, die Orion vier. Dazu ist der Atlantic-Rumpf hoch und zweistöckig, der Flügel sitzt in der Mitte. Die Orion ist ein Tiefdecker mit rundem Rumpf auf Basis der Electra. Einen MAD-Stachel haben beide.
Woran erkenne ich die Atlantique 2 gegenüber der alten Atlantic?
Von außen kaum. Zelle und Triebwerke wurden weitgehend übernommen, erneuert wurden vor allem Sensoren, Rechner und Waffensystem. Im Alltag hilft der Kontext: Fliegt die Maschine 2026 noch, ist es eine Atlantique 2 der französischen Marine, denn alle anderen Betreiber haben die erste Generation ausgemustert.
Wo sehe ich eine Atlantic in Deutschland?
In mehreren Museen. Die 61+14 steht im Aeronauticum Nordholz, die 61+17 im Militärhistorischen Museum Berlin-Gatow und die 61+04 im Dornier Museum Friedrichshafen. Weitere frühere deutsche Maschinen stehen unter anderem in Rechlin-Lärz, Altenburg-Nobitz und Peenemünde.
Wird die Atlantique 2 ersetzt?
Ja. Frankreich hat Anfang 2025 einen Seefernaufklärer auf Basis der Airbus A321 ausgewählt, der die Atlantique 2 in den 2030er-Jahren ablöst. Bis dahin bleibt die modernisierte Flotte im Dienst.
Breguet Atlantic / Dassault Atlantique 2 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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