Das Wichtigste in Kürze
- Die Jak-52 ist der zweisitzige Ableger der Kunstflug-Weltmeistermaschine Jak-50, gebaut als Grundtrainer für den sowjetischen Wehrsportverband DOSAAF.
- Gebaut wurde sie fast komplett in Rumänien: Aerostar in Bacău fertigte ab 1979 in Lizenz rund 1.800 Exemplare.
- Schnellster Erkennungsweg: Sternmotor plus Tandem-Glashaube plus Bugrad, dessen Räder eingefahren sichtbar bleiben.
- Nach 1990 kam die große Westwelle: Hunderte Maschinen gingen an Privatpiloten in Europa, Nordamerika und Australien – günstig, robust und voll kunstflugtauglich.
- Für Spotter ein Dauerbrenner: Auf Flugplatzfesten, Fly-ins und Airshows in Mitteleuropa ist die Jak-52 einer der häufigsten Ostblock-Oldies.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Jakowlew Jak-52?
- 2.Made in Romania: der Serienbau bei Aerostar
- 3.Technik: Sternmotor, Druckluft und robuste Bauweise
- 4.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 5.Jak-52, Jak-50, Extra oder Grob?
- 6.Nach 1990: der Weg in den Westen
- 7.Im Militärdienst: vom Trainer zum Drohnenjäger
- 8.Wo du die Jak-52 spotten kannst
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Konstruktion: Jakowlew; Serienbau in Lizenz bei Aerostar in Bacău (Rumänien) |
|---|---|
| Rolle | Zweisitziger Grund- und Kunstflugtrainer, heute vor allem Privat- und Vereinsflugzeug |
| Abstammung | Zweisitzige Weiterentwicklung des einsitzigen Kunstflugzeugs Jak-50 |
| Erstflug | Sowjetischer Prototyp Mitte der 1970er-Jahre (je nach Quelle 1974 oder 1976); rumänischer Prototyp offiziell am 22. Juli 1978 |
| Serienbau | ab 1979 in Rumänien, nach gängigen Angaben bis 1998 |
| Gebaute Exemplare | rund 1.800 (manche Quellen nennen 1.765) |
| Motor | 1 × Wedenejew M-14P, Neunzylinder-Sternmotor, 268 kW (360 PS) |
| Propeller | Zweiblatt-Verstellpropeller, rund 2,40 m Durchmesser |
| Länge | rund 7,75 m |
| Spannweite | 9,30 m |
| Höhe | rund 2,70 m |
| Flügelfläche | 15,0 m² |
| Leergewicht | rund 1.000 kg (je nach Quelle 998 bis 1.035 kg) |
| Max. Abflugmasse | rund 1.300 kg (je nach Quelle 1.305 oder 1.315 kg) |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 285 km/h im Horizontalflug, Höchstzulässige 360 km/h |
| Lastvielfache | +7 g / −5 g |
| Besatzung | 2 im Tandem (Schüler vorn, Lehrer hinten) |
| Status | Zahlreiche Maschinen in Privathand fliegen in Europa, Nordamerika und Australien; militärisch und bei Wehrsportverbänden in Osteuropa und Asien noch im Einsatz |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Runder Sternmotor in der Nase mit großer, kreisrunder Haube und Zweiblattpropeller – das sonore Brummen hörst du schon vor dem Hinsehen
- Lange Glashaube über zwei Sitzen hintereinander, die beiden Teile lassen sich getrennt nach hinten schieben
- Bugradfahrwerk, das nie ganz verschwindet: Auch eingefahren schauen die Räder ein Stück aus Rumpf und Flügel heraus
- Tiefdecker mit geraden, leicht zugespitzten Flügeln und relativ kurzem, gedrungenem Rumpf
- Hohe, spitz zulaufende Seitenflosse, Höhenleitwerk unten am Rumpfende
- Typisch im Stand: Zischen beim Anlassen – Motor, Fahrwerk, Klappen und Bremsen arbeiten mit Druckluft
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein tiefes, knurrendes Brummen über dem Flugplatz, dann taucht ein kleiner Tiefdecker mit dicker, runder Nase auf und zieht einen sauberen Looping: Gut möglich, dass du gerade eine Jakowlew Jak-52 siehst. Der zweisitzige Trainer mit Sternmotor war jahrzehntelang die Einstiegsmaschine für Nachwuchspiloten im Ostblock. Nach dem Ende des Kalten Krieges wanderten Hunderte Exemplare in den Westen – heute gehört die Jak-52 auf Flugplatzfesten in vielen Ländern Europas fast schon zum Inventar. Hier erfährst du, wo sie herkommt, wie du sie sicher erkennst und was sie von Jak-50, Extra und Co. unterscheidet.
Die Jak-52 in deinen Hangar
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Was ist die Jakowlew Jak-52?
Die Jak-52 ist ein zweisitziger Grund- und Kunstflugtrainer aus dem sowjetischen Konstruktionsbüro Jakowlew – dem gleichen Haus, das auch die Verkehrsjets Jak-40 und Jak-42 entwickelt hat. Ihr Auftraggeber war vor allem die DOSAAF, der sowjetische Wehrsportverband. Dort lernten Jugendliche in Fliegerklubs das Fliegen, bevor sie zur Luftwaffe oder in die zivile Fliegerei wechselten. Bis dahin flog der Verband die Jak-18A, eine Konstruktion aus den 1950er-Jahren, und brauchte dringend Ersatz. Nach Angaben aus der Entwicklungsgeschichte rechnete die DOSAAF mit einem Bedarf von rund 1.000 Maschinen für die folgenden zehn Jahre.
Die Konstrukteure gingen einen pragmatischen Weg. Als Basis diente die einsitzige Jak-50, ein reinrassiges Wettbewerbsflugzeug, das am 25. Juni 1975 erstmals flog und 1976 bei der Kunstflug-Weltmeisterschaft den Titel holte. Für die Jak-52 übernahmen sie den Ganzmetallbau und den Motor der Jak-50, ergänzten aber ein Tandemcockpit mit langer Haube und ein Bugradfahrwerk, wie es die Jak-18A hatte. So entstand ein Flugzeug, das Anfänger gutmütig schult und Fortgeschrittenen trotzdem vollen Kunstflug erlaubt.
Wann genau der erste sowjetische Prototyp abhob, wird unterschiedlich angegeben – die Quellen nennen 1974 oder 1976. Sicher ist der rumänische Teil der Geschichte: Am 15. Juli 1976 vereinbarten die Sowjetunion und Rumänien die Lizenzfertigung. Der erste in Rumänien gebaute Prototyp rollte im April 1978 aus dem Werk, flog inoffiziell am 20. Mai 1978 und offiziell am 22. Juli 1978, gesteuert von einem Jakowlew-Testpiloten. Heute gehört Jakowlew zum russischen Luftfahrtkonzern United Aircraft Corporation.
Made in Romania: der Serienbau bei Aerostar
Die Jak-52 ist ein Kind der Arbeitsteilung im Ostblock. Im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe bekamen die Mitgliedsstaaten Schwerpunkte zugeteilt – Polen etwa baute Hubschrauber und Leichtflugzeuge, die Tschechoslowakei Jettrainer wie die L-39 Albatros. Rumänien erhielt den Zuschlag für die Jak-52. Gebaut wurde sie im Flugzeugwerk in Bacău im Nordosten des Landes, das seit 1991 unter dem Namen Aerostar firmiert. Dort heißt der Typ bis heute Iak-52.
Die Serienfertigung startete 1979. Nach gängiger Zählung entstanden rund 1.800 Maschinen, russische Quellen nennen 1.765. Der weitaus größte Teil ging an die DOSAAF und an Luftstreitkräfte des Warschauer Pakts und befreundeter Staaten. Auch die rumänischen Streitkräfte erhielten eigene Maschinen. Nach den meisten Angaben lief die Serie bis 1998; danach entstanden keine größeren Stückzahlen mehr.
Für dich als Spotter ist dieser Hintergrund wichtig: Viele Jak-52 tragen in ihren Papieren und auf Typenschildern die rumänische Bezeichnung, und Fotodatenbanken führen sie mal als „Yakovlev Yak-52“, mal als „Aerostar Iak-52“. Beides meint dasselbe Flugzeug.
Technik: Sternmotor, Druckluft und robuste Bauweise
Herzstück ist der Wedenejew M-14P, ein luftgekühlter Neunzylinder-Sternmotor mit gut 10 Litern Hubraum und 360 PS (268 kW). Entwickelt wurde er aus dem älteren AI-14 von Iwtschenko. Der M-14P gilt als einer der wichtigsten Kunstflugmotoren der Ostblock-Ära: Er treibt auch die Jak-50, die spätere Jak-54 und die Suchoi-Wettbewerbsflugzeuge Su-26 und Su-29 an. Die Kraft geht auf einen Zweiblatt-Verstellpropeller mit rund 2,40 Metern Durchmesser.
Eine Besonderheit, die du am Flugplatz hörst: Die Jak-52 arbeitet mit einem Druckluftsystem. Damit werden der Motor angelassen, das Fahrwerk ein- und ausgefahren, die Landeklappen bewegt und die Radbremsen betätigt – Hydraulik gibt es in der Grundversion nicht. Beim Anlassen zischt es deshalb hörbar, bevor der Sternmotor mit einer Rauchwolke anspringt. Wie Fahrwerkslösungen bei der Typbestimmung helfen, erklärt der Beitrag Fahrwerkskonfigurationen als Erkennungsmerkmal.
Die Zelle ist komplett aus Metall, der Flügel ein gerader, leicht zugespitzter Tiefdecker mit rund 9,30 Metern Spannweite. Mit Lastvielfachen von +7 und −5 g verträgt die Jak-52 Rückenflug, Rollen, Loopings und Trudeln. Bei einer maximalen Abflugmasse von rund 1.300 Kilogramm und rund 285 km/h Höchstgeschwindigkeit im Horizontalflug ist sie aber kein Rennwagen, sondern ein solides Schulflugzeug. Die Reichweite der Grundversion wird je nach Quelle mit rund 450 bis 550 Kilometern angegeben.
Das Fahrwerk ist einziehbar, aber die Räder bleiben eingefahren teilweise sichtbar. Die Lösung gilt als typisch für den Schulbetrieb: Landet ein Schüler mit eingefahrenem Fahrwerk, rollt die Maschine auf den herausragenden Rädern statt auf Rumpf und Propeller.
| Version | Merkmale | Hinweis für Spotter |
|---|---|---|
| Jak-52 / Iak-52 | Grundversion mit Bugrad, M-14P, Zweiblattpropeller | Mit Abstand die häufigste Variante |
| Jak-52W | Rumänische Exportversion für westliche Kunden | Äußerlich kaum anders als die Grundversion – Kennzeichen und Papiere prüfen |
| Jak-52TW | Westversion mit Spornrad, größerem Tank, Gepäckfach, hydraulischen Bremsen | Achte auf das Spornrad am Heck statt Bugrad |
| Jak-52TD | Spornrad-Variante, verbunden mit dem litauischen Betrieb Termikas | Ebenfalls Spornrad – Kennzeichen prüfen |
| Jak-52M | Russische Modernisierung mit stärkerem Motor, Dreiblattpropeller und Schleudersitz; Erstflug 16. April 2004 | Seltene Variante, im Westen kaum zu sehen |
| Jak-52B / Studien | Bewaffnete Erprobungsversion und weitere Projektstudien | Einzelstücke, im Westen praktisch nie zu sehen |
Ein Kuriosum am Rande: Anfang der 1990er-Jahre rüstete Aerostar zwei Maschinen unter dem Namen „Condor“ mit einem amerikanischen Lycoming-Boxermotor aus. Das Projekt wurde eingestellt, bevor eine davon flog.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Die Jak-52 lässt sich mit drei Blicken festlegen, auch wenn du sie nur von unten im Vorbeiflug siehst.
Nase prüfen
Rund, dick, mit Sternmotor und großem Propeller: Die Nase ist das erste Indiz. Kleinflugzeuge mit Boxermotor haben eine schlanke, kantige Motorhaube.
Cockpit zählen
Zwei Sitze hintereinander unter einer langen Glashaube. Sitzen die Insassen nebeneinander, ist es keine Jak-52.
Fahrwerk anschauen
Bugrad plus Hauptfahrwerk, im Flug halb sichtbar unter Flügel und Rumpf. Dieses Bild bietet kaum ein anderer Typ.
Steht die Maschine am Boden, verrät oft schon die Lackierung die Herkunft: Viele Jak-52 tragen noch Farben im Stil der DOSAAF oder der rumänischen Luftwaffe, mit roten Sternen, Kokarden oder kyrillischen Schriftzügen. Andere Halter haben ihre Maschine in auffällige Kunstflug-Designs gehüllt. Wie du Kleinflugzeuge generell sortierst, zeigt der Beitrag Kleinflugzeuge erkennen.
Praxis-Tipp für den ersten Blick
Hör hin, bevor du hinschaust. Der Sternmotor klingt tiefer, rauer und unregelmäßiger als die gleichmäßig summenden Boxermotoren einer Cessna oder Piper. Und auf dem Vorfeld lohnt der Blick unter den Flügel: Die Räder der Jak-52 sitzen in flachen Mulden, nicht in geschlossenen Schächten.
Jak-52, Jak-50, Extra oder Grob?
Kunstflugtauglich und mit Propeller vorn – da gibt es einige Kandidaten. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Kunstflug-Propellerflugzeug
Jakowlew Jak-52
Sternmotor, Tandemhaube und das halb versenkte Bugradfahrwerk ergeben das typische Jak-52-Bild. Prüf das Kennzeichen, um Version und Halter zu bestimmen.
Jakowlew Jak-50
Die einsitzige Schwester mit Spornrad ist deutlich seltener: Nur 314 Exemplare wurden gebaut. Achte auf die kurze Haube mit nur einem Sitz.
Extra EA-300
Die Extra ist ein moderner Wettbewerbsflieger mit Boxermotor, festem Spornfahrwerk und schlanker Silhouette.
Grob G 115
Seite an Seite sitzende Insassen und ein festes Bugrad sprechen für einen westlichen Schultrainer wie die Grob G 115.
Vorsicht bei den Spornrad-Umbauten Jak-52TW und Jak-52TD: Mit Spornrad und Sternmotor sehen sie der Jak-50 auf den ersten Blick ähnlich. Die lange Haube mit zwei Sitzen hintereinander bleibt dann das entscheidende Merkmal. Ähnlich gebaut ist auch der chinesische Trainer Nanchang CJ-6, ein Tandem-Tiefdecker mit Sternmotor und Bugrad, der im Westen ebenfalls in Privathand fliegt – das Kennzeichen und die Typangabe auf der Zulassung schaffen dann Klarheit. Den modernen Turboprop-Gegenentwurf zu solchen Trainern findest du bei der Pilatus PC-7.
Nach 1990: der Weg in den Westen
Mit dem Ende des Kalten Krieges änderte sich das Schicksal vieler Jak-52 grundlegend. Wehrsportverbände und Luftwaffen in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion trennten sich von Maschinen, und für westliche Privatpiloten wurde plötzlich ein voll kunstflugtauglicher Zweisitzer mit Sternmotor erschwinglich. Aerostar reagierte mit eigenen Exportversionen: neben der Jak-52W vor allem der Jak-52TW, die mehr Tankinhalt, Nachtflugausrüstung, hydraulische Bremsen, ein Gepäckfach und ein Spornrad bekam.
Ein Beispiel für westliche Umbauten kommt aus Litauen: Mit dem Betrieb Termikas ist die Spornrad-Variante Jak-52TD verbunden. Nach einer russischsprachigen Übersicht befanden sich Ende 2024 weltweit mehrere hundert Jak-52 in Privatbesitz, verteilt auf zahlreiche Länder in Europa, Nordamerika und darüber hinaus.
Was die Maschine für Privatpiloten so attraktiv macht: Sie ist robust, im Vergleich zu westlichen Kunstflugzeugen günstig in der Anschaffung, und der Sternmotor liefert Klang und Charakter, wie ihn sonst nur Warbirds bieten. Dafür verlangt sie Pflege. Das Druckluftsystem, der Sternmotor und die Ersatzteilversorgung aus Osteuropa sind Themen, über die sich Jak-Halter gern stundenlang unterhalten. Einzelne Vereine und Anbieter in Europa bieten Mitflüge in einer Jak-52 an. Wenn du selbst Pilot werden möchtest, findest du den Einstieg im Beitrag Privatpilotenlizenz PPL(A).
Keine Jak-52 mehr verpassen
Setz die Jak-52 oder ein bestimmtes Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flugplatz anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Im Militärdienst: vom Trainer zum Drohnenjäger
Neben der DOSAAF nutzten zahlreiche Luftstreitkräfte die Jak-52 als Grundtrainer. Die rumänische Luftwaffe fliegt den Typ bis heute, ebenso Vietnam mit einer vergleichsweise großen Flotte. Weitere Nutzer waren und sind unter anderem Armenien, Bulgarien, Georgien, Lettland, Litauen und Turkmenistan. In Russland ist die zweisitzige Jak-152 als Nachfolger für die Pilotenausbildung vorgesehen.
Eine unerwartete neue Rolle bekam die Jak-52 im Krieg in der Ukraine. Seit 2024 berichten Medien, dass ukrainische Besatzungen umgerüstete Maschinen gegen langsam fliegende russische Aufklärungsdrohnen einsetzen – der Bordschütze bekämpft die Drohne dabei durch die geöffnete Haube. Später griff auch Russland zu diesem Konzept. Für Spotter in Mitteleuropa spielt das keine Rolle, zeigt aber, wie vielseitig der alte Trainer geblieben ist.
Wo du die Jak-52 spotten kannst
Anders als ihre Verkehrsflug-Geschwister Jak-40 und Jak-42 ist die Jak-52 kein seltener Exot, sondern ein regelmäßiger Gast in der allgemeinen Luftfahrt. Die besten Chancen hast du an kleinen Flugplätzen, auf Fly-ins und bei Flugplatzfesten. Viele Jak-52 fliegen in kleinen Formationen oder als Teil von Vorführungen. Wo du solche Veranstaltungen findest, steht in Flugplatzfeste in Deutschland und Airshows in Europa. Ein Klassiker für Oldtimer-Fans ist das Oldtimer-Fliegertreffen Hahnweide. Kleine Plätze in deiner Nähe findest du mit dem Beitrag Flugplätze auf Karten finden, allgemeine Tipps rund um Kleinflugzeuge in General Aviation spotten.
Alarm setzen
Hinterleg die Jak-52 oder einzelne Kennzeichen aus deiner Region. Kleine Privatmaschinen fliegen unregelmäßig – ein Alarm nimmt dir das Warten ab.
Propeller einfrieren – oder nicht
Bei zu kurzer Belichtungszeit steht der Propeller still, und das Bild wirkt leblos. Probier Zeiten um 1/250 s und darunter, um eine runde Propellerscheibe zu bekommen.
Kunstflug vorausdenken
Bei Vorführungen wiederholen sich Figuren. Beobachte den ersten Durchgang und such dir dann den Moment, in dem die Maschine dir die Oberseite zeigt.
Kennzeichen sichern
Mach immer ein Detailfoto vom Kennzeichen. Viele Jak-52 tragen dazu eine alte militärische Nummer am Rumpf – notier beide.
Mehr zur Belichtung findest du im Beitrag Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit, für Vorführungen lohnt Airshows fotografieren. Wie organisierte Teams Kunstflug zeigen, erfährst du in Kunstflugstaffeln Europas im Überblick.
Bereit für deine Jak-52-Jagd?
- Ich habe Flugplatzfeste und Fly-ins in meiner Region im Kalender.
- Ich kenne die Platzrunde und die Hauptlanderichtung meines Flugplatzes.
- Ich habe eine Belichtungszeit für runde Propellerscheiben getestet.
- Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht.
- Ich respektiere Absperrungen, Vorfeldregeln und Platzordnung.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Jak-52, wenn …
- ein runder Sternmotor in der Nase sitzt
- zwei Personen hintereinander unter einer langen Haube sitzen
- ein Bugrad vorhanden ist und die Räder im Flug halb sichtbar bleiben
- die Maschine Kunstflugfiguren fliegt und tief brummt
Sieh genauer hin, wenn …
- ein Spornrad am Heck sitzt – dann ist es wohl eine Jak-52TW oder -TD
- ein Dreiblattpropeller montiert ist – dann kann es eine modernisierte oder umgerüstete Maschine sein
- die Maschine sehr ähnlich, aber mit anderer Nasenform auftritt – dann denk an die chinesische CJ-6
Es ist keine Jak-52, wenn …
- nur ein Sitz unter der Haube steckt – dann eher eine Jak-50 oder ein Wettbewerbsflugzeug wie die Extra
- die Insassen nebeneinander sitzen – dann denk an die Grob G 115 oder eine Cessna 152
- die Maschine zwei Flügel übereinander hat – dann siehst du einen Doppeldecker wie die An-2
- eine Turbine pfeift statt ein Sternmotor brummt – dann ist es ein Turboprop-Trainer wie die PC-7
Wer sich für die alten Fluggeräte allgemein begeistert, findet weitere Tipps in Oldtimer am Himmel erkennen. Und als Vergleich zum klassischen Hochdecker-Einstieg lohnt ein Blick auf die Piper J-3 Cub.
Fazit
Die Jak-52 ist ein Flugzeug mit zwei Leben. Im ersten bildete sie als robuster DOSAAF-Trainer Generationen von Piloten im Ostblock aus, gebaut fast vollständig im rumänischen Bacău. Im zweiten wurde sie zum Liebling westlicher Privatpiloten: kunstflugtauglich, bezahlbar und mit einem Sternmotor, der jede Platzrunde zum Ereignis macht. Für Spotter ist sie deshalb ein dankbares Motiv – häufig genug, um sie regelmäßig zu sehen, und charakterstark genug, um jedes Mal wieder hinzuschauen.
Kurzfazit
Sternmotor, Tandemhaube und halb versenkte Räder: Das ist die Jak-52. Du findest sie auf Flugplatzfesten, Fly-ins und kleinen Plätzen in ganz Europa – achte auf Spornrad-Umbauten und notier immer das Kennzeichen.
Zusammenfassung
- Die Jak-52 entstand Mitte der 1970er-Jahre bei Jakowlew als zweisitzige Version der Jak-50; Tandemcockpit und Bugradfahrwerk gehen auf die ältere Jak-18A zurück.
- Im Rahmen der Arbeitsteilung im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe übernahm Rumänien die Serie: Aerostar in Bacău baute ab 1979 rund 1.800 Maschinen.
- Angetrieben wird sie von einem 360 PS starken Neunzylinder-Sternmotor M-14P; ein Druckluftsystem bedient Anlasser, Fahrwerk, Klappen und Bremsen.
- Heute fliegen viele Jak-52 in Privathand im Westen, oft als Jak-52W oder umgebaut mit Spornrad; militärisch nutzen unter anderem Rumänien und Vietnam den Typ.
Häufige Fragen
Ist die Jak-52 ein russisches oder ein rumänisches Flugzeug?
Beides. Konstruiert hat sie das sowjetische Büro Jakowlew, gebaut wurde sie fast ausschließlich in Lizenz beim rumänischen Hersteller Aerostar in Bacău. Dort heißt der Typ auch Iak-52. Die Lizenzvereinbarung wurde am 15. Juli 1976 geschlossen.
Wie viele Jak-52 wurden gebaut?
Die meisten Quellen nennen rund 1.800 Maschinen, die russischsprachige Literatur teils 1.765. Der Serienbau begann 1979 und lief nach gängigen Angaben bis 1998.
Welcher Motor steckt in der Jak-52?
Ein Wedenejew M-14P: ein luftgekühlter Neunzylinder-Sternmotor mit gut 10 Litern Hubraum und 360 PS (268 kW). Der gleiche Motor treibt auch Jak-50, Jak-54 und die Suchoi-Kunstflugzeuge Su-26 und Su-29 an. Angelassen wird er mit Druckluft.
Warum schauen die Räder im Flug heraus?
Das Fahrwerk der Jak-52 ist einziehbar, die Räder verschwinden aber nicht vollständig in Rumpf und Flügel. Das gilt als bewusst gewählte Lösung für den Schulbetrieb: Vergisst ein Schüler das Ausfahren, rutscht die Maschine bei einer Bauchlandung auf den Rädern statt auf Rumpf und Propellerkreis – der Schaden fällt meist deutlich kleiner aus.
Was ist der Unterschied zwischen Jak-52 und Jak-52TW?
Die Jak-52TW ist eine Westversion mit Spornrad statt Bugrad, mehr Tankinhalt und westlicher Ausrüstung. Sie wirkt dadurch eher wie ein klassischer Kunstflug-Spornradler. Die Grundversion hat immer ein Bugrad.
Kann ich in einer Jak-52 mitfliegen?
In mehreren europäischen Ländern bieten einzelne Vereine und Anbieter Mitflüge und Kunstflug-Schnupperflüge in der Jak-52 an. Angebote, Preise und Bedingungen wechseln – frag direkt beim Flugplatz oder Verein nach. Ideen für Rundflüge findest du unter Rundflug verschenken.
Wird die Jak-52 heute noch militärisch eingesetzt?
Ja. Rumäniens Luftstreitkräfte und Vietnam führen den Typ nach aktuellen Jahresübersichten weiterhin, dazu Wehrsportverbände in mehreren Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Seit 2024 berichten Medien außerdem, dass die Ukraine und später Russland umgerüstete Jak-52 gegen langsame Aufklärungsdrohnen einsetzen.
Jakowlew Jak-52 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Jakowlew Jak-40
Ein kleiner Jet mit geraden Flügeln, drei Triebwerken am Heck und einer Treppe, die unter dem Rumpfende herausklappt: Die Jak-40 sollte in der Sowjetunion Propellerflugzeuge auf kurzen Graspisten ablösen – und flog sogar ab Hamburg. So erkennst du den Klassiker.
HistorischJakowlew Jak-42
Drei Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Flügel mit auffällig geringer Pfeilung: Die Jak-42 war der sowjetische Kurz- und Mittelstreckenjet für rund 120 Passagiere. So erkennst du den seltenen Dreistrahler.
GAExtra EA-300 / EA-330
Spornrad, große Glashaube, sechs Zylinder Boxer-Power und Lastvielfache von ±10 g: Die Extra 300 und ihre Nachfolger aus Hünxe am Niederrhein sind die Maßstäbe im Wettbewerbskunstflug. So erkennst du die Varianten und findest sie auf Airshows.
MilitärAero L-39 Albatros
Spitze Nase, zwei hintereinander gestufte Cockpits, feste Tanks an den Flügelspitzen: Die Aero L-39 Albatros war der Standard-Jettrainer des Warschauer Pakts und ist heute ein Liebling von Kunstflugteams und privaten Jet-Besitzern.
HistorischAntonov An-2
Zwei Flügel übereinander, ein brummender Sternmotor und Platz für zwölf Passagiere: Die An-2 ist der größte einmotorige Doppeldecker, der noch fliegt. So erkennst du die „Anna“ und hier erlebst du sie heute noch.
MilitärPilatus PC-7
Ein schlanker Turboprop mit Dreiblattpropeller, zwei Sitzen hintereinander und einer großen Glaskanzel: Die Pilatus PC-7 bildet seit Ende der 1970er-Jahre Militärpiloten aus und fliegt beim PC-7 Team der Schweizer Luftwaffe Kunstflug. So erkennst du sie.
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