Das Wichtigste in Kürze
- Das Bajonett entscheidet zuerst: Sigmas spiegelloses 150–600 mm gibt es für Sony E und L-Mount, Tamrons 150–500 mm für Sony E, Nikon Z und Fujifilm X. Für Canon-Vollformat-RF gibt es kein Fremd-Superzoom dieser Klasse.
- Alle wiegen rund zwei Kilo: Die Modelle bis 600 mm liegen laut Herstellerangaben meist zwischen gut 1,6 und knapp 2,2 Kilogramm. Tamrons 150–500 mm ist mit rund 1,7 Kilo die leichtere Alternative.
- Innenzoom oder Auszug: Sony FE 200–600 mm, Nikon Z 180–600 mm und Fujifilm XF150–600 mm zoomen intern, Sigma, Tamron und Canons RF 200–800 mm fahren den Tubus aus.
- Die DSLR-Klassiker sind historisch: Sigma 150–600 Contemporary und Sports sowie Tamrons G2 werden von den Herstellern als eingestellt geführt – auf dem Gebrauchtmarkt sind sie aber eine günstige Einstiegsoption.
- 600 mm sind nicht immer besser: Mit mehr Brennweite vergrößerst du auch Hitzeflimmern und Verwackler. An nahen Spots ist ein 100–400 mm oft die klügere Wahl.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Die kurze Antwort
- 2.Warum Spotter überhaupt 600 mm wollen
- 3.Die Modelle im Überblick
- 4.Sigma 150–600 mm DG DN OS Sports
- 5.Tamron 150–500 mm Di III VC VXD
- 6.Die Superzooms der Kamerahersteller
- 7.Die DSLR-Klassiker: historisch, aber gebraucht interessant
- 8.Worauf es im Spotteralltag ankommt
- 9.Empfehlungen nach Kamerasystem
- 10.Vor dem Kauf: die Checkliste
- 11.Fazit
Der Airbus steht am anderen Ende der Piste, die ATR rollt auf einem weit entfernten Taxiway, und dein 70–300 mm zeigt nur einen kleinen Punkt im Sucher. Spätestens dann landet ein Superzoom mit 150–600 mm auf dem Wunschzettel. Die Klasse hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Die klassischen DSLR-Optiken von Sigma und Tamron sind aus dem Programm, dafür gibt es spiegellose Neuentwicklungen und eigene Superzooms von Sony, Nikon, Canon und Fujifilm. Dieser Vergleich zeigt dir, welche Modelle es gibt, wie sie sich unterscheiden und für welchen Spottertyp welches Objektiv passt.
Halte fest, was du mit 600 mm erwischst
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Die kurze Antwort
Welches Superzoom du nimmst, entscheidet in erster Linie dein Bajonett. An Sony E hast du die größte Auswahl, an Nikon Z und Fujifilm X gibt es je ein hauseigenes Modell plus Tamron, an Canon-Vollformat-RF bleiben nur Canons eigene Teles oder adaptierte EF-Gläser. Danach zählen Gewicht, die Frage nach Innenzoom oder ausfahrendem Tubus und die Entfernungen an deinen Stammspots. Wer meist an Terrassen und nah am Zaun steht, ist oft mit einem 100–400-mm-Telezoom besser bedient.
Warum Spotter überhaupt 600 mm wollen
Am Flughafen sind die Distanzen oft größer, als man denkt. Die Faustformel aus dem Guide Welches Objektiv fürs Planespotting? lautet: Brennweite = Sensorbreite × Entfernung ÷ Flugzeuglänge. Eine ATR 72-600 ist rund 27 Meter lang. Steht sie 600 Meter entfernt, brauchst du an Vollformat (36 mm Sensorbreite) rechnerisch knapp 800 mm, damit sie das Bild quer füllt. Selbst 600 mm reichen dann nicht ganz – mit 400 mm bleibt das Flugzeug klein in der Bildmitte.
Bei einer Boeing 737-800 oder einem Airbus A320 sieht es ähnlich aus, nur etwas entspannter. Und ein Airbus A380 passt bei 600 mm erst ab großer Distanz komplett ins Bild – hier ist das kurze Ende des Zooms wichtig. Genau dieses Spektrum macht die Superzooms beliebt: Mit einem Objektiv deckst du den nahen Großraumjet und den fernen Turboprop ab.
Typische Situationen für das lange Ende:
- Spotterhügel mit Abstand zur Piste, etwa der Besucherhügel München.
- Rollbilder über die ganze Breite des Vorfelds, etwa von Aussichtspunkten wie dem Affenfelsen in Hamburg.
- Anflüge in größerer Höhe, wenn du weit vor der Schwelle stehst.
- Regionalflugzeuge und Business Jets, die selbst auf mittlere Distanz klein bleiben.
Die Modelle im Überblick
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Superzooms mit einer Endbrennweite von 500 bis 800 mm zusammen. Die Angaben stammen aus den Datenblättern der Hersteller beziehungsweise aus etablierten Objektivdatenbanken; Gewichte können je nach Bajonett leicht abweichen.
| Objektiv | Bajonette | Gewicht (ca.) | Naheinstellgrenze | Filter | Zoom-Bauart |
|---|---|---|---|---|---|
| Sigma 150–600 mm F5–6.3 DG DN OS Sports | Sony E, L-Mount | 2.100 g mit Stativfuß | 0,58 m (150 mm) bis 2,8 m | 95 mm | ausfahrend |
| Tamron 150–500 mm F5–6.7 Di III VC VXD | Sony E, Nikon Z, Fujifilm X | 1.725 g ohne Stativfuß | 0,6 m (150 mm) bis 1,8 m | 82 mm | ausfahrend |
| Sony FE 200–600 mm F5.6–6.3 G OSS | Sony E | 2.115 g | 2,4 m | 95 mm | intern |
| Nikon Z 180–600 mm f/5.6–6.3 VR | Nikon Z | 2.140 g | 1,3 m | 95 mm | intern |
| Canon RF 200–800 mm F6.3–9 IS USM | Canon RF | 2.050 g | 0,8 m | 95 mm | ausfahrend |
| Fujifilm XF150–600 mm F5.6–8 R LM OIS WR | Fujifilm X | 1.605 g | 2,4 m | 82 mm | intern |
Daneben gibt es im Gebrauchtmarkt die historischen DSLR-Superzooms, die weiter unten eigene Abschnitte bekommen.
Sigma 150–600 mm DG DN OS Sports
Sigma hat 2021 ein komplett neu konstruiertes 150–600 mm für spiegellose Vollformatkameras vorgestellt. Es trägt das Sports-Label, das bei Sigma für die robustesten Teleobjektive steht, und ist für Sony E und L-Mount erhältlich. Laut Sigma wiegt es rund 2,1 Kilogramm inklusive Stativfuß und ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet, also für leichten Regen geeignet, aber nicht wasserdicht.
Für Spotter interessant sind vor allem drei Details:
- Kurze Naheinstellgrenze: Am kurzen Ende fokussiert das Objektiv laut Datenblatt ab 58 Zentimetern. Am Flughafen brauchst du das selten, auf Airshows oder in Museen ist es aber praktisch.
- Zoom-Drehmoment-Schalter: Ein Schalter erlaubt leichtes oder strafferes Zoomen und eine Verriegelung am kurzen Ende, damit der Tubus beim Tragen nicht herausrutscht.
- Konverter nur an L-Mount: Sigma gibt die Telekonverter TC-1411 und TC-2011 ausschließlich für die L-Mount-Version frei. An Sony E funktioniert das Objektiv ohne Konverter.
Der Tubus fährt beim Zoomen aus. Das verschiebt den Schwerpunkt und kann Staub ansaugen – im Spotteralltag meist unproblematisch, aber ein Unterschied zu den Innenzoom-Modellen von Sony, Nikon und Fujifilm.
Stabilisator-Werte richtig lesen
Hersteller geben die Wirkung des Bildstabilisators in Blendenstufen nach CIPA-Norm an. Die Werte hängen davon ab, an welcher Kamera und bei welcher Brennweite gemessen wurde – und teils von der Firmware. Vergleiche sie deshalb nur grob. Für Flugzeuge in Bewegung zählt ohnehin eher die Verschlusszeit, die du gegen Bewegungsunschärfe brauchst.
Tamron 150–500 mm Di III VC VXD
Tamron hat für spiegellose Kameras kein klassisches 150–600 mm aufgelegt, sondern 2021 das 150–500 mm F5–6.7 (Modell A057) gebracht. Es ist laut Tamron für Sony E, Nikon Z und Fujifilm X verfügbar und mit rund 1,7 Kilogramm spürbar leichter als die 600-mm-Konkurrenz. Mit 82 mm Filtergewinde fallen auch Filter und Schutzkappe kleiner aus.
Der Preis für das geringere Gewicht ist ein Sechstel weniger Brennweite und Blende 6,7 am langen Ende. An einer APS-C-Kamera wie den Fujifilm-X-Modellen entspricht das 500-mm-Ende aber bereits rund 750 mm an Kleinbild – mehr, als die meisten Spotter regelmäßig brauchen. Für Fotografen, die viel zu Fuß unterwegs sind oder lange Sessions mit der Kamera in der Hand verbringen, ist das Tamron deshalb oft die vernünftigere Wahl.
Wenn dir zwischen 400 und 500 mm zwar etwas fehlt, du aber kein Zwei-Kilo-Objektiv willst, lohnt sich auch ein Blick auf Tamrons 50–400 mm, das stärker in Richtung Allround-Tele geht. Welche Telezooms in der 400-mm-Klasse zur Auswahl stehen, zeigt der Vergleich der 100–400-mm-Telezooms.
Die Superzooms der Kamerahersteller
Sony FE 200–600 mm G OSS
Sony hat das FE 200–600 mm 2019 vorgestellt. Es zoomt intern, die Länge bleibt also beim Zoomen gleich, und der Schwerpunkt wandert nicht. Mit rund 2,1 Kilogramm liegt es gewichtsmäßig auf dem Niveau des Sigma, beginnt aber erst bei 200 mm. Das ist an Spotterhügeln egal, an Terrassen mit nahen Großraumjets kann es knapp werden. Sony-Nutzer haben damit die Qual der Wahl zwischen drei sehr unterschiedlichen Konzepten: Sigma mit großem Zoombereich, Tamron leicht, Sony mit Innenzoom.
Nikon Z 180–600 mm f/5.6–6.3 VR
Nikon hat das Z 180–600 mm 2023 vorgestellt, zusammen mit dem Z 70–180 mm. Auch hier wird intern gezoomt, dazu kommen Wetterabdichtung und ein Bildstabilisator, für den die Datenbank von DPReview 5,5 Blendenstufen nach CIPA nennt. Die Naheinstellgrenze beginnt bei 1,3 Metern. Für Nikon-Z-Fotografen ist es die naheliegende Wahl, weil es nativ mit Autofokus und Motiverkennung der Z-Kameras zusammenarbeitet. Die Alternative im eigenen Bajonett ist Tamrons 150–500 mm.
Canon RF 200–800 mm F6.3–9 IS USM
Canon geht einen anderen Weg und reicht bis 800 mm. Das RF 200–800 mm wurde im November 2023 angekündigt, wiegt rund 2,05 Kilogramm und fährt beim Zoomen aus. Blende 9 am langen Ende ist lichtschwach – bei gutem Licht kein Problem, in der Dämmerung aber schon. Für Canon-RF-Vollformat ist es dennoch interessant, weil Sigma und Tamron ihre spiegellosen Superzooms nicht für dieses Bajonett anbieten: Canon hat RF für Autofokusobjektive von Fremdherstellern bislang vor allem im APS-C-Bereich geöffnet. Die Hintergründe dazu stehen im Vergleich der Kamerasysteme.
Fujifilm XF150–600 mm F5.6–8
Fujifilm hat das XF150–600 mm im Mai 2022 vorgestellt. Am APS-C-Sensor entspricht es rund 225–900 mm an Kleinbild. Mit etwa 1,6 Kilogramm ist es das leichteste Objektiv dieser Tabelle, zoomt intern und ist wettergeschützt. Blende 8 am langen Ende ist der Kompromiss, der Größe und Gewicht so niedrig hält.
Das Objektiv ist bereit – kommt auch die Seltenheit?
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Die DSLR-Klassiker: historisch, aber gebraucht interessant
Ab Ende 2013 haben Sigma und Tamron die 600-mm-Klasse für viele Hobbyfotografen erst erschwinglich gemacht. Diese Objektive werden heute nicht mehr hergestellt, tauchen aber regelmäßig auf dem Gebrauchtmarkt auf.
| Objektiv (historisch) | Bajonette | Gewicht (ca.) | Naheinstellgrenze | Filter | Status |
|---|---|---|---|---|---|
| Sigma 150–600 mm DG OS HSM Contemporary | Canon EF, Nikon F, Sigma SA | 1.930 g mit Stativfuß | 2,8 m | 95 mm | eingestellt |
| Sigma 150–600 mm DG OS HSM Sports | Canon EF, Nikon F, Sigma SA | 2.860 g | 2,6 m | 105 mm | eingestellt |
| Tamron SP 150–600 mm Di VC USD G2 | Canon EF, Nikon F, Sony A | 1.955–2.010 g | 2,2 m | 95 mm | Verkauf beendet |
- Sigma Contemporary: Die leichtere, günstigere Variante der beiden Sigma-DSLR-Modelle. Sigma gibt sie für die Konverter TC-1401 und TC-2001 frei, wobei der Autofokus mit 1,4-fach-Konverter nur an Kameras funktioniert, die bei Blende 8 noch fokussieren.
- Sigma Sports: Robuster, abgedichtet und deutlich schwerer. Fast drei Kilogramm sind für einen ganzen Spottertag eine echte Ansage.
- Tamron G2: Die zweite Generation von Tamrons 150–600 mm. Laut Tamron arbeitet der Stabilisator mit bis zu 4,5 Blendenstufen; die Sony-A-Version hat keinen Stabilisator im Objektiv. Die erste Generation (A011) kam Ende 2013 auf den Markt.
An spiegellosen Kameras laufen die EF- und F-Versionen über die Adapter der Kamerahersteller. Funktioniert das reibungslos, bekommst du sehr viel Brennweite für wenig Geld. Prüfe aber, ob Autofokus-Tempo und Motiverkennung adaptiert genauso gut funktionieren wie mit nativen Objektiven, und lies die Kompatibilitätshinweise der Objektivhersteller. Worauf du beim Kauf achten solltest, erklärt der Ratgeber Gebrauchte Kamera und Objektive kaufen.
Dafür spricht ein gebrauchtes DSLR-Superzoom
- viel Brennweite für vergleichsweise wenig Geld
- an DSLRs voll kompatibel, an spiegellosen Kameras adaptierbar
- großes Angebot, weil viele Spotter auf spiegellose Optiken umgestiegen sind
Dagegen spricht
- kein Herstellersupport mehr für neue Kameras garantiert
- Autofokus adaptiert oft langsamer als bei nativen Objektiven
- Verschleiß an Zoommechanik und Stabilisator schwer erkennbar
Worauf es im Spotteralltag ankommt
Gewicht und Handhabung
Zwei Kilogramm klingen im Datenblatt harmlos. Nach drei Stunden am Zaun mit erhobener Kamera spürst du jedes Gramm. Ein Einbeinstativ nimmt dir das Gewicht ab, ohne dich so einzuschränken wie ein Dreibein – Vor- und Nachteile stehen im Artikel Stativ oder Einbeinstativ beim Planespotting?. Ein Objektiv dieser Größe braucht außerdem eine Tasche, die es aufnimmt; Ideen dazu liefert der Ratgeber Kamerarucksack für lange Teleobjektive.
Innenzoom oder ausfahrender Tubus
Innenzoom-Objektive bleiben gleich lang und ausbalanciert, was beim schnellen Mitziehen angenehm ist. Ausfahrende Tuben sind im Transport kürzer und verschieben den Schwerpunkt erst beim Zoomen. Für die Mitzieher-Technik ist ein konstanter Schwerpunkt ein kleiner, aber spürbarer Vorteil.
Lichtstärke und Autofokus
Blende 6,3 bis 8 am langen Ende ist bei Tageslicht unkritisch, weil du für Flugzeuge ohnehin kurze Verschlusszeiten brauchst und moderne Sensoren höhere ISO-Werte gut verkraften. In der Dämmerung wird es eng. Wie du den Autofokus für Flugzeuge einstellst, zeigt der Guide Autofokus für Flugzeuge.
Hitzeflimmern
Je länger die Brennweite, desto stärker vergrößerst du auch die flimmernde Luft über dem Asphalt. An warmen Tagen bringt das 600-mm-Ende über eine Piste hinweg oft weniger Schärfe als ein Crop aus einem 400-mm-Bild. Tipps dagegen sammelt der Artikel Hitzeflimmern vermeiden.
Sensorformat und Konverter
An APS-C-Kameras wirkt jedes Superzoom länger, an Vollformat hast du mehr Reserven bei wenig Licht. Eine ausführliche Abwägung findest du unter APS-C, MFT oder Vollformat. Ein Konverter ist an diesen lichtschwachen Zooms nur in Ausnahmefällen sinnvoll – wann er sich lohnt, erklärt der Artikel zu Telekonvertern 1,4x und 2x.
Welches Superzoom passt zu dir?
Ein 100–400 mm reicht
An nahen Spots nutzt du 600 mm selten. Ein Telezoom bis 400 mm ist leichter, flexibler am kurzen Ende und günstiger.
Ein Superzoom bis 600 mm oder mehr
Sigma 150–600 mm, Sony 200–600 mm, Nikon 180–600 mm oder Canon 200–800 mm – je nach Bajonett. Plane ein Einbeinstativ mit ein.
Der leichte Kompromiss
Tamrons 150–500 mm oder an Fujifilm das XF150–600 mm bringen viel Reichweite bei spürbar weniger Gewicht.
Empfehlungen nach Kamerasystem
| System | Native Superzooms | Fremd-Alternativen | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Sony E | FE 200–600 mm G | Sigma 150–600 mm DG DN, Tamron 150–500 mm | größte Auswahl |
| Nikon Z | Z 180–600 mm | Tamron 150–500 mm, adaptierte F-Superzooms | F-Optiken per FTZ-Adapter |
| Canon RF (Vollformat) | RF 200–800 mm | adaptierte EF-Superzooms von Sigma und Tamron | keine nativen Fremd-Superzooms |
| Fujifilm X | XF150–600 mm | Tamron 150–500 mm | APS-C verlängert jede Brennweite |
| L-Mount | – | Sigma 150–600 mm DG DN | Konverter von Sigma nutzbar |
Wenn du noch vor der Kamerawahl stehst, lohnt sich ein Blick in Die beste Kamera für Planespotting und den Budget-Ratgeber Einsteiger-Ausrüstung unter 1.000 Euro. Wer maximale Reichweite mit wenig Gewicht will, sollte zum Vergleich auch Bridgekameras und Superzooms anschauen.
Vor dem Kauf: die Checkliste
Bist du bereit für ein Superzoom?
- Ich kenne die typischen Entfernungen an meinen Stammspots.
- Ich habe ausgerechnet, ob mir 400 mm wirklich zu kurz sind.
- Ich weiß, welche Superzooms es für mein Bajonett gibt.
- Ich habe das Objektiv oder ein ähnlich schweres schon in der Hand gehabt.
- Meine Tasche oder mein Rucksack nimmt ein Objektiv dieser Länge auf.
- Bei einem Gebrauchtkauf kann ich Fokus, Stabilisator und Zoomring vor Ort testen.
Finde die Spots, an denen sich 600 mm lohnen
Die Spot-Karte in Planetrack zeigt dir Anreise, bestes Licht, Bewertungen und Community-Fotos – so siehst du vorab, welche Brennweite an einem Spot gebraucht wird. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Die Superzoom-Klasse ist heute vor allem eine Frage des Kamerasystems. Sony-Fotografen haben die größte Auswahl, Nikon- und Fujifilm-Nutzer bekommen mit den hauseigenen Innenzoom-Modellen sehr runde Pakete, und an Canon-RF-Vollformat führt der Weg über das RF 200–800 mm oder adaptierte EF-Gläser. Die DSLR-Klassiker von Sigma und Tamron sind historisch, aber gebraucht eine günstige Tür zur 600-mm-Welt. Bevor du kaufst, rechne nach, ob du die Reichweite wirklich brauchst – und ob du zwei Kilogramm einen ganzen Spottertag lang tragen willst.
Kurzfazit
Wähle zuerst nach Bajonett, dann nach Gewicht und Zoom-Bauart. Für weit entfernte Spots und kleine Flugzeuge ist ein Superzoom bis 600 mm die richtige Wahl, für nahe Spots ein 100–400 mm. Gebrauchte DSLR-Superzooms bleiben die günstigste Option für viel Brennweite.
Zusammenfassung
- Superzooms bis 600 mm decken an Vollformat die weiten Distanzen ab, die an Spotterhügeln, Pistenköpfen und bei Regionalflugzeugen entstehen.
- Fremdhersteller sind preislich und beim Gewicht interessant, die Herstelleroptiken punkten mit Innenzoom und voller Systemintegration.
- Für Canon-RF-Vollformat bleiben vor allem das RF 200–800 mm, das RF 100–500 mm oder adaptierte EF-Superzooms.
- Vor dem Kauf solltest du Gewicht, Bajonett, Konverter-Tauglichkeit und die typischen Entfernungen an deinen Stammspots abwägen.
Häufige Fragen
Welches 150–600-mm-Objektiv ist das beste fürs Planespotting?
Das hängt vor allem von deinem Kamerasystem ab. An Sony E hast du die größte Auswahl mit Sigma 150–600 mm DG DN, Tamron 150–500 mm und Sony FE 200–600 mm. An Nikon Z ist das Z 180–600 mm die naheliegende Wahl, an Fujifilm X das XF150–600 mm, an Canon RF das RF 200–800 mm. Eine allgemeine Nummer eins gibt es nicht – entscheidend sind Gewicht, Zoom-Bauart und deine typischen Distanzen.
Gibt es Sigma- oder Tamron-150–600-mm-Objektive für Canon RF?
Für Canon-Vollformat-RF gibt es von Sigma und Tamron keine Superzooms dieser Klasse, weil Canon das RF-Bajonett für Autofokusobjektive von Fremdherstellern bislang vor allem im APS-C-Bereich geöffnet hat. Wer Canon RF nutzt, kann ein gebrauchtes EF-Superzoom von Sigma oder Tamron mit Canons EF-RF-Adapter verwenden oder greift zu Canons eigenen Teles.
Sind die alten DSLR-Versionen von Sigma und Tamron noch empfehlenswert?
Als Gebrauchtkauf durchaus. Sigma 150–600 Contemporary und Sports sowie Tamron SP 150–600 G2 sind bei den Herstellern als eingestellt gelistet, an DSLRs und adaptiert an spiegellosen Kameras aber weiter nutzbar. Prüfe vor dem Kauf Fokus, Stabilisator, Zoomring und Bajonett und kläre, ob dein Adapter alle Funktionen unterstützt.
Ist ein 150–500 mm deutlich schlechter als ein 150–600 mm?
Nicht grundsätzlich. Du verlierst ein Sechstel Brennweite am langen Ende, sparst dafür aber Gewicht. Tamrons 150–500 mm wiegt laut Datenblatt rund 1,7 Kilogramm, Sigmas 150–600 mm DG DN rund 2,1 Kilogramm. An vielen Spots macht der Unterschied in der Reichweite weniger aus als die Frage, ob du das Objektiv den ganzen Tag gern trägst.
Brauche ich für ein 600-mm-Zoom ein Stativ?
Meist nicht. Moderne Superzooms haben einen optischen Stabilisator und lassen sich bei Tageslicht gut aus der Hand führen. Bei langen Sessions entlastet ein Einbeinstativ Arme und Schultern. Ein Dreibein ist vor allem für Video und lange Wartezeiten auf einen bestimmten Anflug sinnvoll.
Lohnt sich ein Telekonverter an einem 150–600 mm?
Selten. Die Superzooms sind bei 600 mm schon recht lichtschwach, ein Konverter kostet eine bis zwei Blendenstufen zusätzlich, und nicht jede Kombination wird unterstützt. Sigma gibt für das 150–600 mm DG DN Konverter-Kompatibilität nur für die L-Mount-Version an. Für Spotter ist ein Sensor mit mehr Auflösung oder ein Crop meist der einfachere Weg zu mehr Reichweite.
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